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Zahrg. 53.

I Dienstag, 1 Juni 1926.

nr. 124

Staatsumwälzungen und Bürgerkriege

. 1 Brauns übernahm vorab di« Leitung der «pent.

Die englischen Bergarbeiter. | tfd Organisationsabteilung. Wenn auch Dr. Hohn

auswärts 080 Reichsmark

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Marschall pilsudski gewählt.

Warschau, ZI. Mai. (Gig. Suntm.) Bei der Wahl zum Staatspräsidenten im Seim erhielt Pilsudski 292 Stimmen und Buinski 193 Stimmen. 61 Abgeordnete enthielten sich der Stimme. Da die absolute Mehrheit 273 Stimmen betragt, ist Pilsudski mit absoluter Mehrheit ge­rn S h l t. Die d e u t s ch e n Abgeordneten stimmten geschlossen sür Pilsudski. ___________

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geschätzt.

In rastloser Tätigkeit hat Dr. Hohn sich um die Ausbreituna des Dolksvereinsgedankens bemüht. So war es erklärlich, daß nach dem Rücktr'tt Dr. Pie­pers der Vorstand ihn im Jahre 1921 zum General­direktor bestellte. Neben Dr. Pieper und Dr. Hei- nen gehört er zu den Männern, d,e aus dem^Ver- kehr mit den Vätern des Dolksvererns, Franz Brandts und Franz Hitze, die klare Idee der Volks. Vereinsarbeit geschöpft und brs auf den heutigen Tag gefördert haben. Möge die zwlbewußte euer- gische, unermüdliche Arbeitskraft Dr. Hohns dem Volksverem noch lange erhalten bleiben,

* DaS Zentrum gegen die Auflösung des hessischen Landtags. Der Vorstand der desslschen Zentrums- Vrrtei hat nach eingehender Beratung folgenden Beschluß aefaßt: Der Vorstand der hessischen 3e«t- SatteÄm in Einklang mit der einltim- migen Stellungnahme der Zentrumsfr^non des hesiischen Landtags, den Wählern, fich nrcht m dre Wen für daS Volksbegehren auf Auflösung des hesiischen Landtags einzutragen.

* Freiherr von Wangenheim verunglückt. Auf einer AuSfluaSfahrt, die er mit ferner Schwieger- tochter unternahm, ist bei Klein-Spiegel Der rn Land- wsttschaftskreisen bekannte Freiherr von Wangenheim infolge Scheuen» der Pferde aus dem Wagen ge­schleudert und so schwer verletzt worden, daß an seinem Aufkommen gezweifelt.

* Der neue Erzbischof von Gnesen. Nach Mel- düngen aus Rom ist zum Erzbischof von Gnesen anstelle drS verstorbenen Kardinals Galrba der schlesische Brschof Dr. Hlond ernannt worden. Ten schlesischen Bischofsstuhl soll der jetzige Bischof von Czenstochau, Dr. Kubina, der früher Pfarrer von Kattowitz war, einnehmen.

* Zur chincsischen-sowjetistischen Konferenz m Mukden. Die Agentur Jndo-Pacchc ^ewe aus Chardin, der Sowjetvertreter m Tokio, Serabr skow sei nach Mukden abgereist, um an der chinesisch sowjetistischen Konferenz ieilzunehmen.

Vie Fürstenabfindung.

Dann ist das Enteignungsgssetz durch Volksentscheid angenommen?

Diese Frage wird jetzt vielfach erörtert und häu. fia falsch beantwortet. Der Volksentscheid gilt nur dann als angenommen, wenn mehr als die Hälfte der Stimmberechtigten zustimmen. Es handelt sich um die Stimmberechtigten 'm gan- zen deutschen Reiche. Wie viel St'mmb-rechtigtg am 20. Juni vorhanden sind, muß erst nach >est gestellt werden. Diese Zahl der Stimmberechtigten soll nicht vor der Abstimmung festgestcllt werden, sondern gleichzeitig mit dem Abstmimungs» ergebnis nach Schluß der Abstimmungshandlung. Man nimmt an, daß die Zahl der Stimmberechtigt tat, die am 20. Juni 1926 festgestellt wird, hohe, ist als die bei der letzten Wahl des Reichsprasid^m ten Damals betrug sie rund 40 Millionen. Es müßten also mindestens 20 Millionen" für den Volksentscheid abgegeben werden, wenn er als angenommen gelten soll.

Dr. Wilhelm Hohn.

Am 1. Juni ds. Js. sind 25 Jahre verflossen, seit, dem Dr. Holm bei der Dolksvereinszentrale emge- treten ist. Dr. Hohn gehört zum Klerus der Trierer Diözese. Im Jahre 1895 zum Priester geweiht, war er drei Jahre als Kaplan und R? igionslehrer m Kreuznach tätig. Schon in dieser Zeit arbeitete er scbr viel In den katholischen Serenen und tn tfi Presse im Kreuznacher Bezirk. Vn 1898 V^j 1900 studierte »r m Berlin Volkswir sch-ift; seine Studien beschloß er mit seiner Promotion. 1901 war Dr. Hchn in Trier als MMärpfarrer-, gleichzeitig leitete er neben hin Abgeordneten Dasbach die Paulinuc- truck-rei. 1902 trat er auf Wunsch der Zenlral- des Dolksvereins in ihre Dienste. Der Volksverem hatie fiit seinem Gründlings,ahc- 1890 bis zum Jahrs 1902 bereit- über 200000 Mitglieder gewon- nen Um die Wi terarbeit zu ermöglichen trat n cht nur der Ausbau der Zentrale, sondern auch eine Teilung in der Leitung notwendig. 1903 wurde eine Direktorium gebildet - Neben Dr. Pie­per, der als Generaldirektor tätig war, traten Dr. Brauns, der heutige Reichsarbeitsminister, und Dr. Hohn in das Direktorium ein. In eng­ster Zusammenarbeit mit Franz Brandts, dem ersten Vorsitzenden der Gesamtorgamfation, ver- tiefte Dr. Hohn sich immer mehr in die eigentliche Volksvereinsidee. Die von Tag zu Tag neu auf- tauchenden Fragen des wirtschaftlichen, sozialen und staatsbürgerlichen Lebens stellten dem Doltsoerem im mer neue Aufgaben, deren Lösung den weitere» , Ausbau der Zentrale notwendig machten. Dr.

Veamtenfragen.

- Bundestag der Deutschen Steuerbeamten. Auf der 6. Tagung des Bundes der Deutschen Steuerbeam­ten in München sprach in öffentlicher Versammlung, die durch eine Rede des Reichsfinanzministers Rein­hold eingeleitet wurde, der Minister namens der Reichsreaierung die Anerkennung für all das aus was die Steuerbeamten in den letzten Jahren für Reich und Vaterland geleistet haben Finanzmimster R^nho d fuhr dann fort er könne verstehen, daß tn der Bevölkerung in der gegenwärtigen Zeit wirtschaftlicher Rotlage «n gewisser Unmut über die Steuern herrsche und daß sich die allgemeine Nervosität manchmal Lust mache. Was man jedoch in letzter Zett an aufgebrachten Angrtuen ge ^en die Beamtenschaft erlebt habe, übersteige ,edes M°tz und jede Zahl. Diefe Beschimpfungen gefährdeten auch di? Staatsautorität aujs fcharM

neben ihm in der organisatorischen Tätigkeit mit- arbeitete, in zahlreichen Konferenzen, Kursen und Versammlungen für die Verbreitung Volksve einsgedankens mittätig war st blieb ihm doch v allen Dingen die innere Verwaltung. Mit dem Ausbau der Zentrale wurde die Notwendigkeit eines eigenen Hauses immer dringender. Der Tätigkeit Dr. Hohns ist es zu verdanken, daß das Dolksver- cinshaus im Jahre 1906 bezogen werden konnte.

Die eigene Zielrichtung der ganzen Volksver­einsarbeit, die den Absichten «einer Gründer ent- sprechend eine bildende und schulende Jem sollte, zwang dazu, neues Schrifttum zu schaffen. 1907 wurde die eigene Druckerei des Dolksverems in Betrieb genommen. Der Ausbau dieser Druckerei und des gesamten Dolksvereinsverlages ist Dr. Hohn's ureigenstes Werk. Nicht nur äußerlich hat der Volksvereinsverlas sich seit 1907 ms geb aut, er hat auch immer neue Gebiete m den Bereich seiner Tätigkeit einbezogen. Neben dem soM-wirstchatt. sichen, staatsbürgerlichen imd apologetischen Schr st- tum ist tn den letzten Jahren eme reiche Literatur über Fragen der Volksbildung erschienen.

Durch feinen klug überlegten Ausbau des Verlages hat Dr. Hohn für den Volksverein eme wirtschaft­liche Grundlage geschaffen, die sich auch m den Zeiten des finanziellen Niederganges wahrend des Krieges und der Inflation bewahrt hat. In diesen schlimmen Zeiten, wo die Mitgstedsbeltrage nur spärlich eingehen konnten, hat der Volksverems- Verlag die ganze Organisation zum guten Teil ge­tragen. Noch größer aber ist he Bedeutung des Dolksvereins-Derlags nach der ideellen Seite hm. Durch feine Schriften ist der Dolksverernsidee der Weg in alle Kreise des Volkes gebahnt. Nicht nur bei Katholiken, auch bei den der katholischen Kirche Fernerstehenden wird bie Dolksvereinsliter atur hoch-

vrasiliens Veto.

Der Vertreter Brasiliens bet der Völkerbunds- I Verhandlung über die Erweiterung des Völker- I bundsrates, Montaroyos, hat dem Genfer Dertre- I fer der Havas-Agentur über die Haltung Brasiliens I eine Erklärung abgegeben, die offenbar ver« I anlaßt ist durch eine Meldung, die durch einen Teil der französischen Presie gegangen ist und deren Ursprung nicht festgestellt werden kann. In dieser Meldung wollte man eine gewisse Slenbe- rung in der Haltung der b r a 11f i a n t, eh e n Regierung festgestellt haben. Montaroyos er­klärte erstens, der brasilianische Delegierte beim Völkerbund, Mello Franco, habe weder mit dem deutschen Botschafter von H o e s ch, noch mit dem Grafen B ernst orff, den er überhaupt nicht kannte, eine Unterredung gehabt. Montaroyos habe nur Gelegenheit gehabt, im Anschluß der Ver­handlungen des Dölkerbundsausschusses Herrn von Hoesch persönlich zu erklären, daß er die von ihm Abgegebenen Versicherungen wiederhole und ver­schärfe, nämlich, daß Brasilien in keinem Augen- bsick daran gedacht habe, sich der Zulassung Deutsch­land in den Völkerbund zu widersetzen, und daß in dieser ganzen Angelegenheit Brasilien so­wohl ftn März wie im Verlaufe der Verhandlun­gen des Prüfungsausschusies den grundsätzlichen Standpunkt eingenommen habe und die höheren Interessen des Völkerbundes im Auge gehabt habe

Zweitens: Was die von Brasilien in der Frage der Zuteilung ständiger Ratssitze eingenommene Haltung betreffe, so bleibe sie unverändert. Es stehe dem Präsidenten der braliamschen Re­publik allein zu, diese Haltung zu ändern Die ständige Vertretung Brasiliens beim Völkerbunds- rat, der Botschafter Mello Franco, habe indessen vom Präsidenten der Republik keine neue Auwei- fung erhalten, die es ihm gestatten werde, trgem eine Aenderung in der in dieser Angelegenheit eingenommenen Haltung herbeizuführen.

Der Havasvertreter fügt diesen Steuerungen hinzu, daß Graf Bernstorff in Abrede gestellt habe, irgend eine Besprechung mit Mello Franco gehaot zu haben. ______________________

Abskhiedsesfen beim Reichspräsidenten für Dr. Luther. Zu Ehren des aus dem Amt geschiedenen Reichskanzlers Dr. Luther gab der Herr Reichs­präsident ein Abschiedsessen, zu dem die Mit­glieder deS Reichskabinetts und in Vertretung des Reichstagspräsidenten Löbe der Reichstaas - Vize­präsident erschienen waren. Der Reichspräsident sprach Dr. Luther mit herzlichen Worten seine besten Wünsche für die Zukunft aus.

Die deutsche Außenpolitik. i

Anläßlich einer Landesversammlung der Deut­schen Dolkspartei sprach der Reichsminister des Aus­wärtigen, Dr. Stresemann in Rostock über die politische Lage. Er führte dabei u. a. aus: In den Erörterungen Der Oeffentlichkeit, so in einer Rede, ( die Graf Westarp in Schwerin gehalten hat, spielt ( die Frage des Dawesabkomrnens eme besondere Rolle. Graf Westarp hat unter Bezug­nahme auf die Wirkungen des Dawesabkommens erklärt, daß nur eine kraftvolle Außen- poli ti t bie furchtbare Not der deutschen Wirtschaft als eine Folgeerscheinung des Dawesabkommens hinzustellen sei. Diese Ausfasiung ist vollkommen unrichtig. Man kann nicht gegenüberstellen die Leistungen aus dem Dawesabkommen und die Lage, wie sie ohne derartige Leistungen sein würde, I sondern man muß die Situation gegenüberstellen, I hie sich vor dem Abschluß des Dawesabkommens mch nach diesem für die Gestaltung bet deutschen I flnanziellen uttd wirtschaftlichen Verhältnisse ergeben bat. Wenn sich im Laufe der Entwicklung Heraus­stellen sollte, daß die Methoden imb die Art der Dawes-Regelung nicht das bewirkte, was davon I von beiden Seiten erwartet worden ist, so wäre die Voraussetzung für eine Aenderung dieser Art und dieser Methoden jedenfalls e i n e a u f g e g en­seitiger Verständigung aufgebaute Außen- I Politik der beteiligten Mächte. Das Wortkraft- I vollen Außenpolitik" klingt so angenehm in den Ohren, in Wirklichkeit läßt sich aber mit diesem Be­griff sehr wenig anfangen.

Gras Westarp hat weiter in seiner Rede in Schwerin zum Ausdruck gebracht, daß die Deutsche I Volkspartei sich dem Zentrum gegenüber verpflichtet habe, die neue Regierung nach links zur großen Koalition zu erweitern. Der Beschluß die- fer beiden Fraktionen besagt, daß die Erweiterung der Regierung nur erfolgen könne durch Parteien, die die Garantie bäten für eine Fortführung der bisherigen Außenpolitik und für die An­erkennung der bestehenden internationalen Verträge. Wenn Graf Westarp das als ein Bekenntnis zur Heranziehung der Sozialdemokratie anfieht, so müßte angenommen werden, daß er durch diese Ausführungen für die Deutschnationale Volkspartei die Garantie der Forfführung der bisherigen Außen­politik und der Anerkennung der bestehenden Ver­träge ab lehne. Daß angesichts der bevorstehen­den Entscheidungen auf dem Gebiete der auswär­tigen Politik eine andere Politik als die der Fort­führung der gegenwärtigen Außenpolitik gar nicht in Frage kommt, die allmählich Allgemeingut der Anschauungen weitester Volkskreise bis tief in die Deutschnationale Partei hinein geworden. Graf Westarp ertlärt, daß ohne die Deutschnationale Partei unb bie dahinter stehenden Kreise keinesfalls regiert werden könne. Er wird aber wohl selbst Nicht erwarten, daß diejenigen Parteien, an die er mit diesen Worten appelliert, gewillt sind, sich ihrer- Jetts aus den Bahnen der von ihnen als richtig er­

nannten Außenpolitik verdrängen zu lassen.

Serlängernng des Ausnahmezustands in England.

Aus London wird gemeldet: Angesichts deS BergmbeiterftreikS wurde der am 30. April für eine gewisse Zeit erklärte Ausnahmezustand ver­längert.

Der Prinz von Wales und der Bergarbeiterstreik.

Ter Prinz von Wales ließ an die Fonds zur Unterstützung der notleidenden Frauen und Kinder von Bergleuten 10 Pfund über- weisen. In dem begleitenden Schreiben des Sekre- tärS heißt$, der Prinz könne natürlich in dem wirtschaftlichen Streit keine Partei ergreifen, aber es würde keine befriedigende Beendigung irgend eines Streites sein, wenn die Partei wegen der Leiden ihrer Frauen und Kinder nachgeben mußte

vormittags.

was wird mit Hbö el Krim?

Wie bie Havasagentur berichtet, besprechen bis Blätter bie Lage Abd el Krims. Sie vertreten die Ansicht, es wäre unsinnig, wenn man Abd el : trim anders als einen Insurgenten und Banditenführer behanbeln wurde Die Zei- tungDebüts" erklärt, man dürfe zwar keine Ra- chegefühle Hervorrufen, aber man dürfe auch nicht i)as internationale Recht für Abd el Ärtm m _ Sin« spruch nehmen, bas für bie Horden der Rifleute absolut unanwendbar sei.

In einem offiziellen Kommunique aus Rabat wird mitgeteilt, baß nunmehr die gesamte Fa- milie Add el Krims unb all fein Hab unb Gut in ben französischen Linien eingetroffen seien. 210 Maultiere seien zur Beförderung notwendig gewesen Mehrere Vertraute ferner Umgebung seien gleichfalls noch Taza geleitet worben Im Uebrigen habe bie Umzingelung der Bem Serual an der Nordfront begonnen.

Steegs Aufruf an bie Riffkämme.

Wie Havas aus Taunaz berichtet, hat General- resident Steeg einen Aufruf an die Stamme erlas­sen, in dem er sie auffordert, sich oen Franzosen ohne Hintergedanken zu unterwerfen "nb d,e U.bck wieder gut zu machen, die sie

Die Stämme könnten versichert fern, daß man, für ben Frieden unb ihr Wohlergehen unter Achtung ihrer Sitten unb Gebräuche sorgen werde.

China.

Rach einer Meldung ber Agentur ^ndo-Pac,- fique aus Peking wird die Zahl der am Bürger­krieg teilnehmenben bewaffneten J»»» drei Millionen geschätzt. Die erste Armee Kuo-Mmg-Tschangs habe nach der Einnahme von Te - Timo - Te ben Truppen Tzchang - Tfts eine Meberlage beigebracht. Diese Truppen hatten Ver­stärkungen angefordert. ~

Nach einer weiteren Meldung der Agentur Indo Dacifioue aus Peking ist ber ehemalige Präsident ber Republik Tsao Kunin Richtung auf Pao- Ting-Fu geflüchtet, um mit Genrat Wu-Pel-Fu zu- | sammenzutreffen.

Ausschreitungen m Schanghai.

Die Befürchtung, baß anlahsich des Jahres- tages der Tumulte vom Jahre 1925 neue Unruhen entstehen würden, hat sich bestätigt. Einzelne Aus­länder sind vom Pöbel überfallen unb geschlagen worben. Die Volksmenge hat auch mit Sternen Angriffe auf bie Straßenbahnen gemacht. Die Po­lizei war völlig Herr ber Lage. Cs würben einige Verhaftungen vorgenommen. Es sind auf beiben Seiten keine Schüsse gefallen. _______

Dar deutsche Handwerk.

Auf ber großen Kundgebung des rheinischen Handwerks, bie unter Vorsitz bes Reichstagsabge- ordneten Thomas Esser (Zentrums m D u s, e l- darf stattfand, sprach Reichswirtschaftsmimstsr Dr Gurtius über bie Regierungsmaßnahmen zugunsten des Handwerks. Entsprechend den von dem Handwerk selbst gegebenen Anregungen tei­len im Verwaltungswege bie Handweikskamme-n veranlaßt werden, Prüfungsstellen Mr Beschwerden cinzurichten. Angemesiene Preisgestaltung '-ye erhöhte Wirtschaftlichkeit voraus. Auch bas Hand- wert werbe sich die Erkenntnisse ber Betnebswis- senschast zur rationellen Wirtschaftsführung nutzbar machen. Er freue sich, daß die Besprechun­gen ber Ländervertreter über bie Regelung Der Krebitbeschaffung für bas Handwerk vor kurzem volle Uebereinftimmung erzielt habe. Sodann ve- fürroortete der Minister die Einführung einer Hand werter liste bei ben Handwerkskam­mern, in die alle handwerklichen Betriebe eingetra­gen werden sollen. Er hoffe, daß es gelingen wird, klare Richtlinien für die Abgrenzun g zwischen Handwerk unb Industrie auszuarbeiten. Er werde Kfür die baldige Vorlage einer entsprechenden velle einsetzen, ebenso für einen Gesetzentwurf zur Förderung ber Berufsausbildung unseres Fach­arbeiternachwuchses.

Rach einer Rebe von Generalsekretär Herr- mann über bie Selbsthilfe des Handwerks unb einem Schlußwort des Vorsitzenden fand die Ta- gung ihren Abschluß.

Reaierung zu ernennen.

Die Erkläruna Pilsudski?. bewnders die Wendung, daß er dem Volkswillen nicht entgegentreten werde, hat in Abgeordnetenkreisen einen tiefen Eindruck ge­macht.

Jur Prösidenkschaflsfrage.

Warschau, 31. Mai. (Eig. Funkm) Wie Kur­ier Paramy erfährt, soll der Block dec drei Rechts­parteien in später Nachtstunde beschlossen l aben, den Posener Wojewoden B n i n s k i zum gemein­samen Präsidenten aufzustellen. Die Aussichten, die Mittelparteien für eine rechtsstehende Persön­lichkeit zu gewinnen, sind gering, um so mehr, als die Piastenpartei gestern 11 Uhr nachts beschlossen hat, sich der Kandidatur Pilsudskis ,nicht entgegen­zustellen". Demgemäß rechnet bie ganze Links­presse mit der sicheren Wahl des Marschalls. Der Wahlakt findet heute im Sitzungssaal des

In Portugal hat bie Revolution, übet bie am Samstag schon berichtet wurde, g e s i e g t. Die Aus- ftänbigen gingen von Norden rach Süden her ge­gen Lissabon vor. Die Garnison der Stadt chloß sich den Aufftändischen an, woraus das Ka­binett dem Präsidenten ber Republik seine De­mission gab. Die Revolutionäre verhängten den Belagerungszustand bis zur Bildung eines neuen Kabinett, mit ber ein Führer ber Aufständischen, General (Tabecabas, vom Staatspräsidenten beauftragt wurde. In ber Stabt herrscht allge­mein Ruhe.

General E o st a erklärte, bie Bewegung habe ben Zweck, bas Land von den Politikern zu befreien, die es dem Untergang entgegenführten.

Die Revolutionäre veröffentlichen eine Prokla­mation, in ber sie erklärten, daß bie Revolution an allen Orten siegreich gewesen sei und baß weber Blut noch ein Schuß abgegeben worben

i fei. ,

pilsudski und Sejm.

Marschall PilfudSki erklärte, wie aus Warschau aemelbet wird, vor einem KreiS von geladenen Parlamentariern, zu dem Vertreter aller polnischen Parteien mit Ausnahme der Nationaldemokraten, die nickt erschienen waren, gehörten, daß er seine

I Kandidatur nicht formell aufstelle, daß er bei der I bem Sejm und dem Senat vollkommen freie I Hand lasse und keinerlei Druck auSzuüben gedenke.

Er werde bie Wahl einer jeden Persönlichkeit aner- I kennen, die ber Würde de? Staates entspreche. I Sollte aber ein Unwürdiger gewählt werden, lo be- I absichtiae er nicht, Sejm und Senat vor dem Willen I deS Volkes zu schützen. Obwohl der Landtag in I feiner heutigen Zusammensetzung dem Volk»w>llen | nicht mehr entspreche, fei er gegen eine Auflösung, wobl aber für seine Vertagung. Der Seim könne seine Sünden nur dadurch wieder gut machen, I daß er dem Staatspräsidenten das Recht gebe, eine

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Anzeiger für die Stadl und den kreis Fulda. Amtliches kreisblakt.

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