Samstag. 29. Mai 1926
Nr. 122.
haben will.
Var deutsche Eigentum in Kmeriia
Aus Newyort wird gemeldetNack, emerMel- düng des „Journal of Commece aus Washington beschäftigte sich der Vorsitzende des Haushalmngs- ausschusies im Keprüfentantenjaufe einem neuen Plan zur teüweisen Erledigung der Ersatzansprüche amerikanischer Burger. und gleichzeitige Rückgabe des beschlagnahmten Elgcn-
Ertlbelnt sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: ..Illustrierte Bei» läge" und .BuchenblStter". Rotationsdruck und «erlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsvrecher Rr 9.
Monatlicher BemgSvreiS: 150 Mk.______________
* Unfall Stegerwalds. Ministerpräsident a_T). Stegerwald verletzte sich auf der nach Trier beim Umsteigen in Trolsdorf am Bem und er litt, wie nachher durch Röntgen-Aufnahme feftgc stellt wurde, einen Bluterguß tm Knie. Er hat das Krankenhaus der Barmherzigen Druder kn Trier aufgesucht, wo er srch auf arzttuA. »« nrhttuTiQ citticc Zone f (honett lnutz. Sbtxiti wald gedachte in Trier an den Verhandlungen des Caritastages teilzunehmen.
Der Zwist der englischen Liberalen.
Lloyd George ist in London eingetroffen und von einer großen Zahl von Anhängern bege'- stert begrüßt wobden. Auf die Frage, ob es richtig sei, daß er gesagt habe, wenn er falle, werde er kämmend fallen, entgegnete Lloyd George: ^ beabsichtige nicht zu fallen. Ich werde mit der Masse der L,be ralen vorwärtsgehen, um die großen Aas gaben zu erfüllen, die der Liberalismus vor sich hat. Lord Oxford (Asqmth) ist ebenfalls nach London unterwegs. Dem radikalen Star zufolge wird in politischen Kreisen Erkannt, da^dre Lage nicht so bleiben könne, wie sie ist. Man erwartet, daß der nächste Schritt in dem Konflikt der beiden liberalen Führer von Oxford unternommen wird. Die Meldung des Manchester Guardian, daß Lord Oxford beabsichtige, die Leitung der liberalen Par. tti niederMegen, wird von dem. Liberalen Haupt, quartier als völlig unbegründet erklärt.
tums. _ , „ „ .
Die zur Verteilung kommende Summe si-ll nach diesem Entwurf auf die 34 Millionen , schränkt werden, die sich im Besitz des Schschämt s oder des amerikanischen Transseragenten besm den. Der Betrag in gleicher hohe, der sich den Händen dse Treuhänders für das frenrde Ligen tum befindet, würde dagegen äur Derteilung an die deutschen Ersatzberechtigten benutzt werden.
Wie verlautet, sollen Ersatzansprüche aus Grund von Todesfällen und Verwundungen sowie Lrsatz anivrücke physischer Personen zuerst abgegolten werdem Dagegen wird der neue (Entwurf noch keine Regelung der Ansprüche aus Versicherungen und Verschüttungen bringen.
land aufzuhetzen. __________________
Unfall eines Militärtransportes.
Stuttgart, 28. Mai. (Eig. Fuvkm.) Die Reich», bahndirek'ion teilt mit: Bei der Überführung eines Mili'ärmaes vom Orisoüterbainaof Ludwigs, bürg nach dem Rangierbahnbof Kornwestheim sind gestern abend infolge unzeitiger Umstellung einer Weiche zwei mit Pferden beladene Wagen entgleist und umgetturzt. Von den Beglei'mannschaften wurde «'N I^an n getötet ein zweiter schwer verletzt. Einige Pferde wurden beschädigt,
* Erwerbslose und Banken. Gegen den Be- schluß des Thüringischen Landtages, tmmach die Mittel für die Erwerbslosenfurwrge dadurch beschafft werden sollten, daß die in Thüringen ansässigen Privatbanken als einmalige Unterstützung sur l deS Haupigeschä't 10000 Mark und für jede Zweigstelle 5000 Mark binnen 14 Tagen an die Staatskasseab- führen sollten, hatte, wie gemeldet, der Zentralver- band des Deutschen Bank, und Bankiergewerbes eine Beschwerde beim Reichskanzler eingelegt. Die thüringische Regierung hat nunmehr, wie der Demokratische Zeitungsoienst erfahrt, beschlosi n den Land.agsbeschluß nicht °uszu'uhren - Thurmg n ist bekanntlich das Land des völkischen Rposteis Arthur Dmier.
Eine russische Stabt in Flammen.
wtb Moskau, 28. Mai. (Eig. Sie
Stadt Kotelnitsch im Gouvernement Wra °. die zum großen Teil aus Holzhäusern besteht, steht nun schon seit 3 Tagen in flammen, städtischen Gebäude sind bereits abgebrannt. Der angerichtete Schaden beläuft sich auf Millionen. Heber 700 Menschen sind o b d a ch l o s gErden Die Zahl der Opfer an Menschenleben ist noch nicht festgestellt. _________________
Was wird in Polen?
Paris, 28. Mai. (Eig. Funkm.) Dem Außenpolitiker des Matin, der sich in Polen auchalt wurde über die mögliche Entwicklung der Pollttt von führenden Persönlichkeiten erklärt: Entweder wird Pilsudski zum Präsidenten gewahlt dann werden wir stumme Opposition treiben. Wir warten auf die Fehler, die ein Mann zweifellos machen wird, der schon offenkundig feine Unfähigkeit bewiese hat. Wird Pilfudski nicht gewählt und verhält sich ruhig, dann wnden wir an d«S««e- rung des Landes und der Revision der Verfassung Mitarbeiten. Denn wir verkennen nicht, daß er mchl kn allen Dingen unrecht hat. Nimmt Püsudsti aber, wenn er nicht gewählt wird, seine Zuflucht $ur Gewalt, dann werden wir kämpfen und die Re gimenter in der Umgebung von Posen werden a u f Warschau marschieren.
Mimische 8>ugMge Wer Rußland
cmnJm, fffio Kunkm.) Finnische Flugzeuge
genommen.
Griechisch bulgarischer Grenzzwischenfall.
" Awei griechische Soldaten des Postens Nr. 70 an der griechisch-bulgarischen Grenze im Sektor Komitini wurden am 24. 5. vormittags vo bulaarischen Komitatschis angegriffen, die sich aus Sffim versteck'thatten. Ser ,9n* Soldat wurde getötet, der anbere lefftete Wi stand und tötete einen Komrtotschi. Sie 5roei a* deren Komitatschis fst>hen. Tags darauf wurde vor- mittaas ein bulgarischer Komitatschis bet öetn 2ser such die Grenze zu überschreiten, getötet. Der schwedische Offizier Lindh begab sich an Ort und Stelle.
Bon mexikanische« Banditen gefangen.
XÄ-ÄhU* gestellt. -------
♦ Die innerpolitische Lage in Aeghpten. Rus Kairo wird gemeldet: Der Oberkommiffar hatte mit dem König Fuad eine längere Unterredung über die politische Lage, die durch die infolge des Ausgangs der Wahlen zu erwartende Rückkehr Zag sitnlAflS mr Macht entstanden ist. Die -ifer Handlungen zwischen ZuF, Zaglul und Ally Pascha zur Bildung des neuen Kabinetts werden tn sreuno schaftlichem Geiste weitergeführt.
♦ Vertrauensvotum für die belgische Regierung. Wie Havas auS Brüssel berichtet., bat die Kammer nack Schluß der Debatte über die Regierungserklärung derLginung mit 126 gegen 8 Stimmen bei einer Enthaltung das Vertrauen ausgesprochen.
* Ein amerikanischer Forscher zur Kr'egsschnld- frage. Aus Atlantic City wird gemeldet. _Der Professor für historische Soziologie am Sni"HColleg , Barnes, erklärte in einer Aniprache: Der Weltkrieg war von Frankreich und Rußland geplant und bet' beigesührt, wie sich durch Urkunden beweisen laß. Deutschland war das Opfer einer riesigen Verschwörung.
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würden. t
Sein Freund der Wahrheit.
Der Berliner Korrespondent des ,,P e t i t $ a- r i (i e n", Herr Loutre, übermittelt seinem Blatte folgende Meldung: Sie Waffenstreckung Abd el Krims hat in Deutschland das Gefühl tiefer Enb täufchung hervorgerusen. Sie Blätter verbreiten sich in aufgeregten Berichten über die Niederlage des Rifführers und geben ihrem Erstaunen Ausdruck, daß er in nur drei Wochen nach dem Abbruch der Verhandlungen von Udfchda besiegt worden ist. Die Prefse der Rechten feiert ihn als einen Mann, der Afrika vom französischen Joche befreien sollte. Sie schreibt, daß er militärisch nicht besiegt worden ist Man fragt sich in Berlin, was aus den deutsche n G e nera lst ab s o ffizi e r en werden soll, die den Kampf der Kabylen gegen Frankreich und Spanien leiten.
Es ist unnötig hervorzuheben, daß diese Behauptungen des Berliner Korrespondenten des „Petit Parisien" der Wahrheit widersprechen. Von einem Gefübl der Enttäuschung über tu Niederlage Abd el Krims kann in Deutschland keine Rede sein, ebenso wenig von einer Aufregung der deutschen Presse über die jüngsten Geschehnisse m Marokko. Sie endliche unvermeidliche Kapitulation M,d et Krims ist von der deutschen Presse ohne Gehässigkeit gegen Frankreich zur ««jntnw genotn. men worden. Niemals haben deutsche Blatter in dem Sinne geschrieben, daß Afrika vom franko’ fischen Joche befreit werden müßte. Loutre hat sicherlich in Berlin niemanden gesunden, der schrift- lich oder mündlich Besorgnisse über die angeblichen deutschen GeneralstabsosfiziSre geäußert hat, die den Kampf gegen Frankreich und Spanien im -W aebiet geleitet haben socken, schon deswegen nicht, weil es solche Generalstabsoffiziere nicht M. Bedauerlich ist, daß Loutre die ihm gewahrte Satt- freundschaft dazu benutzt, um durch solche offensichtlich unrichtigen und tendenziösen Behauptungen weite Kreise des französischen Volkes gegen Seutfch-
and-r der letzten Monate endgültig ab.
Neben der Persönlichkeit des Minifterorasiden - i ten traten als markante Figuren des ^ozcsses * eigentlich nur zwei Persönlichkeiten hervor; Lau- " 1 despolizeichef Nadossy und Felddichof^ a mnor» Es ist klar, daß deren politisches Bild in der Partei haß und Gunst höchst schwankend dasteht; aber eines kann man diesen beiden Mannern kaum abstreiten: sie symbolisierten in diesem Prozeß den Geist Ungarns, rote er vergraben m der Herzen Kämmerlein lebt und denkt; sie charak. terifierten mit einigen flüchtig h'naeworfenenZugen das Magyarentum, so rote es wtrkl^i ist. Dttt - । eiserner Stirn nahm Nadossy seine Schuld auf sich, l- I ohne jemanden anzuklagen, ohne sich aus. )ewand it I nhn» firh mi entschuldigen. - -
* Ter Heilige Teppich für Mekka. Aus Kairo wird gemeldet: In Anwesenheit der Konigs Fuad wurde die feierliche Zeremonie abgebalten, die der Ueberführung des Heiligen Teppichs nach Mekka voranzugehen pflegt.
Deutsch-französische Wirtschafts- Konferenz.
Die Havasagentur veröffentlicht folgende Nach- U^c¥n nächster Woche wird in Paris eine deutsch« französische Wirtschaftskonferenz stab finden. Bon einet parlamentarischen Gruppe wird eine deutle politische Delegaiion empfangen werden,die sich nut ihr über die Bedingungen der Anwendung de? Dawesplanes verständigen soll. Die deutsche Dele« aation beftebt aus den ReichstagSabgeoiwneten Mittelmann (Volk-Partei) als Vorsitzenden, Drewitz IM» \ Dt. Haas ^Dem.), Dr. Kröhne (Z-), 8!'plow (S.), Rauch (Bayer. Bpt.) und Wisiell (S1 Die deutsche Abordnung wird wahrscheinlich auch vom Ministerpräsidenten Briand empfangen werden. ,
* Von der internationalen Arbeitskonferenz. Die internationale Arbeitskonferenz in Griff bat fut bie Einzelberatung ihrer Arbeiten vier Ausschüsse %il«Ä "Ö« «. d»
allgemeinen Aussprache über den Jahresbericht des internationalen Arbeitsamtes alsbald zu beginnen.
* Vorläufiges Ergebnis der rumänischen Kammer-
und Kommunisten erhielten keinen Sitz.
Landespolizeichefs betraf, nicht aber der kriminel- len Seite der Geldfälschung; und deshalb darf man weder die Rolle Nadossys, noch die ganze Frank- fälschuna als Ausländer beurteilen, sondern man muß sich hierbei in die Seele des Magyarenlums hineindenken — hat man das getan, dann ß’bt es keinen Zweifel, daß Nadossys Schuldgestanonis m den Ahnen des Magyarentums fortlebenw'rdalz eine Art nationales Bekenntnis und daß er durch einen Schuldspruch der Richter keineswegs Verbrecher, wobl aber nationaler Märtyrer wird — das mag dem Ausländer undenkbar scheinen, aber so ist es eben, wie die Worte des Feldbischos- Zadravecz es bestätigen, die er am Ende seines Verhörs den Richtern entgegenhielt; sie i-uten.
Solange Trianon fortbesteht, werden sich ähnliche Fälle wiederholen, und es wäre em .lngluck, wenn fie sich nicht wiederholen wurden: sie werden sich wiederholen, solange es geraubte Gebie.e gibt, solange es ungarische Prinzen, B,schm r. Grafen und magyarische Bauern glbt.^bis das zurück- erstattet ist, was man geraubt hat.
Diese Stimmung, der Zadravecz hier Ausdruck gibt, sie lebt im ungarischen Volke, das roob. taktisch verschieden denkt, aber im Ziele einig ist — und das ist die Lehre des Franksfälscherproze'ses, die dem Ausland erteilt wird, die man erkennen mutz, wenn man mit der ungarischen Außenpobtik gs •rabe wegen ihrer so selbstverständlich s e l b ft s u ch tigen Jrredenta wenig ober garnichts zu tun
— Die Einnahmen des Reiches im ckahre 1925. Nach einer Uebefficht des ReichsfinanzmiNlstermms betrugen die Einnahmen des Reichs im Rechmmgsiahr 1925 an Besitz- und Verkehrssteuern 4 892 743,862 Mk qeqenüber eine im Reichshaushaltsplan veranschlagten Einnahme von 4 911000 000 Mark und °n Zolle und Verbrauchsabgaben 1962 600 986 gegen 1859 500 WU. Die sonstigen Abgaben betrugen 956,189 Mark. odab im ganzen 6 856 301 638 gegenüber dem Voranschlag von 6 770 500 000 Mk. eingekommen sind. Das Mehr aufkommen an Steuern, Zöllen und Abgaben gegenüber den Haushaltsansätzen beträgt 85 801638. Die Mehr. Überweisungen an die Länder betragen 64122 84-. Mithin ist der tatsächliche Mehrertraa für das Reicy .21678,796 Mark,
Die Lage in Marokko.
Daris, 28. Mai. (Eig. Funkm.) „Journal" berichtet, daß Marschall Petain gestern eine Besprechung mit dem Generalsekretär nm Uuai b’ Orsay über die Vorbereitung der zwischen Frankreich und Spanien angesichts der Sapitu!iflrung Abd el Krims eingeleiteten Verhaiib>ungen hatte. Frankreich würbe seine Zone in Marokko sehr schnell besetzen können. Sollte aber die Besetzung ber spanischen Zone, bie fast bas ganze Rff- gebiet umfasse, auf sich warten lassen, mußte man Mittel suchen, um bie wichtige Pazifterung der Stämme zu erhalten. Außerdem sei die genaue Festsetzung ber französisch-spanischen G t e n ze in Marokko erforderlich. Alle diese Fragen wurden auf einer bald stattfindenden Konferenz ver-
handelt werden. - Ueber bie Lage im Rtzgebtet schreibt ber Korrespondent der-„Pet,t Parisi-nm Rabat: Ser ganze Osten des Rtfgebtefs se. unterworfen, aber im Westen fei es unmöglich vorauszusehen, wie sichvbie Gebirgsstämme verhalten
vom Neichspostminifterrum.
wtb Berlin, 28. Mai. (Eig. Funkm.).^ Ser Reichspräsident hat bie durch den Uebertntt des Staatssekretärs Sr. Bredow R«chs RftN fimkaesellschaft frei gewo rdene SteIle emes Staatssekretärs des Reichspostministeriums dm Ministerialdirektor F e y e r a b e nd übertrage . Miiristerialrat Sr. Craemer wurde Sum Mmi sterialdirektor im Reichspostmmisterlum ernannt.
Der neue Oberreichsanwalt.
Aerlm 28 Mai. Das Reichskabinett hat sir I-,N?'L-N SM« dem d--
Zugesttmmt. Nunmehr muß der Reichsrat zu der Se ber Nachfolge Ebermayers Stellung nehmen, da die Ernennung durch den Relchspra- sidenten auf Vorschlag des Reichsra.s erfolgt.
*
Gegen Ministerialrat Dr. Werner sind bei dm Linksparteien erhebliche Bedenken laut geworden, da er den heutigen Staat ablehne und er nicht der rechte Mann sei, um als Oberreichsanwalt diesen Staat zu schützen.
NMlvAMei-10 Bfo. (mH iConr.Be^aqe 15 Bla.) Fuldaer Zeitung Anzeiger für bie Stabt und den kreis Fulda. Amtliches kreisbla^.
1 " ■ I an»ei«en-«reife ftteinselle (CoIotttO okai 0.15 R
Unaarn nach dem Franefälfcher-Prozeh.
Von einem österreichischen diplomatischen Mit- I traute, der selbst
arbeitet wird uns geschrieben: § n pan,en Sachverhalt deckte. Dies ist ganz zwei-
Das Urteil im Franksfälscherprozeß ist nunmehr °°n g äu^r Iid)e 3iR) des Grafen Btthlen, gesprochen. Bezüglich der außenpoli tische i deffen Tatsächlichkeit zu zweifeln cmch dannl sehr Wirkungen wird später zu reden fein, nachdem das I angefit, wenn man die Politik des Grafen Echo in ber Welt erklungen fein wird, heute aber I g^Men nicht derart richtig und erfolgreich halt, ist es schon möglich, in abschließender Form d.e met)r aIs fünfjähriger Amtssichinng
mit dem Fälscherprozeß zusammenhängende In- ' 2at Will man willkürlich obfettiv sein,
nenpolitift insbesondere die Stellung des un- ^^ann man nicht gut bestreiten, daß Bsthlm tat- garischen Ministerpräsidenten Grafen Bethlen |äd)(}^ }n piefen fünf Jahren für ^ugarn nel er ckarak-erisieren. I Lirht hat Es ist daher auch anzunehm-n, vag
5 Es ist eine unwiderlegliche Tatsache, daß die Dethlen diese radikale Methode des federn unaarifdie Opposition es behauptet hat, und daß I tismug hex fremde Wahrungen fälschte, w rkl ch das AusMnd?s mehr oder weniger als wahrschelN' binigtc weil seine ganze bisherige sich annahm, daß Graf Bethlen mit der Fran sfal- b unter dem Gesichtswinkel zu betrachten ist, ft-
cheraffäre in irgend eine Beziehung zu bringen ° leise zu treten, bis Ungarn aus u r Um- diese Beziehung" auf Mitwirken ober tIa!Xmerung und Isolierung hera.wgefnhri ist, Mitwifsem ober bloßes Dulden beschränkte, konnte meId)e Begriffe doch nur langsam zu beugen und selbst von ber Opposition nicht genau abgegrenzt abzubiegen, nicht aber durch Radikalku. n 3 morden — erst der bisherige Verlauf des Prozesses I lieieitlaen, zu brechen sind. .
bStc’tarln ,i-m»ch° Star6ei» Sm Streuroet- 6 $ 9 d-- Srafen SBetlilen «sM iw.
HS-d« Pwz-ss--" tem fafl un,--. er'nW Waftt, ift,«obuti. "“'fÄ
roorfen wurden spielte nämlich „ber Große Unbe- ß vollkommen geklart erscheint. Gra -ve^ Se" eine bedeutende Rolle. B-ld wu-d- I>- t,m SSrojeB ni» nur
als „maßgebliche Personlichkett aufgemacht, bereu Zubern gerabezu gestärkt, hervor. Dam t \i , B Geheimhaltung patriotische Pflicht fei, bald wurde I ber Frankenprozeß das xnnerpolttttchc S ch fie als Freibrief bargeftellt, den Graf Bettnrn aus- I —«■-- »•— srnnnnto onhaultta ab. gestellt und eine Reihe von Personen gesehen haben vollen. Unwillkürlich tauchte die Frage auf, warum denn dieser Freibrief nicht irgendwie dem Gerichtshof vorgelegt wurde — denn, datz em derartiges Dokument nicht spurlos verschwinben kann, zu minbestens aber in einem Faksimile vor- Händen wäre, kann doch nicht gut avtzenom- men werden.
Es wäre nun vollkommen stichhaltig, wenn nur Freunde des Grafen Bethlen vernommen worden waren, denen gegenüber die Vermutung berechtigt gewesen wäre, daß der Freibrief den Weg alles ^Irdischen gegangen sei. ^n aber st yt cs fest baß eine Reihe von Zeugen vorgeladen wäre , ögne jeillullVt» ’ir*.,thmon
bie alles eher als Freunde des Grafen Bethlen I anberen auszureden, ohne »u Enffchuldigen. waren weil sie im schroffen Gegensatz zu diesem @cin Wort: „Ich bekenne mich schuldig, es g<ü_ Regime stehen wegen dessen seinerzeitigen.Haltung I bem Buchstaben des Gesetzes, der das Amt des die^anlaLich des Oktoberputsches 1921 eingenom- nickt aber der kriminel-
men wurde. Weil diese Gegner die Durgerschlacht von Budaörs weder vergessen noch »ergeben baben, sind sie geradezu als persönliche F «in de i des Ministerpräsidenten zu werten der, nach den Worten ihres letzten parlamentarffchen Sprechers des Markgrafen Pallavicim, den Weg des Anstan des und der Ehre verließ, als er bet SubaorsJei- neu Herrn und König verlassen habe. s^e Geg ner würben niemals em Dokument verschweigen, bas das Regime auf das allerargste komprlmttti ren und damit auf dem Podmm der Justiz weg fegen würde, was auf Grund parlamentarischer Mehrheitsverhaltnisse niemals gelingen konnte.
Weil aber trotz der Anwesenheit einer Reihe von Z-ugen aus diesem dem Grafen Bethlen feindlichen Lager ein Dokument ober wenigstens etne glaubwürdige Kopie nicht betgebrachr »erben konnte, fo muß angenommen werden, datz ein oer artiges Dokument nicht vorhanden war, bas auf Echtheit Anspruch erheben kann.
Faßt man diesen nicht herzuschaffenden Frei- brief als Kronzeugen des ganzen Prozesses a f, ber eben versagte, so kommt ^""^llÄvrässi zu bem Schluß, daß zumindest der Mnu^rpra deut in keiner Weise an der Franksfalschung mtt- wirkte daß er sie auch nicht mit zugedrückten Augen duldete und daß er höchstens tnfofern W' twisser war, als er — wahrscheinlicherweise ab und »u von Fälschungsplänen zusammenhängende Nachrichten erhielt, deren Aussichten und Möglichkeiten nicht