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Fuld aerZettung
Sinniger für die Skadt und den Kreis Fulda. Amtliches Kreisbfakk.
Sonntag, 25. April 1926. |
Zahrg. 53.
Nr. 95
Vor Mjchlch des deuW-rußWen Vertrages
die
* Neue Uniformierung des österreichischen Bundes- Heeres. Wie das Neue Wiener Abendblatt erfährt, wird im österreichischen Bundesheere im Laufe des nächsten Jahres eine Neuuniformierung eintreten. Dabei soll in Angleichung an die deutsche Unifoim das deutsche Feldgrau zur Anwendung gelangen. Der österreichische Blusenschnitt wird bei- behalten werden, doch werden die Aufschlägen an den Blusen und Mäntel dem deutschen Muster gleichen.
Berliner Blätter melden, daß der Abschluß des deutsch-russischen Vertrages als unmittelbar bevorstehend gelten könne, nachdem die letzten Differenzpunktc beseitigt worden seien.
Aus Stockholm wird gemeldet: Die schwedische Regierung hat den Staatssekretär A. E. M. Sjöborg und den Gesandten in Bern. E. Kennings, zu Vertretern Schwedens in der Völkerbundskommission zur Prüfung der Frage der Reorganisation des Rates ernannt.
Als Vertreter Schwedens für die Kommission Mr Vorbereitung der Abrüstungskonferenz ist der Gesandte Hennings ernannt worden.
(Einiguna über die Fürstenabfindung.
Die Verhandlunaen der Vertreter der Regierungsparteien des Reichstags und der Vertreter der preußischen Reaierung beim Reichskanzler b"iüg- firf) der Fürstenabfindung haben, wie das DDZ.- Büro aus parlamentarischen Kressen erfährt, zu einer Einiauna über die preußis^n Forderungen geführt. Es soll nun mit den Deutschnationalen und den Sozialdemokraten Fühlung genommen werden und zwar soll Liese Fühlungnahme noch
Hindus und Mohammedaner.
In Kalkutta wurden 49 Personen, die bei einem Zusammenstoß zwischen Hindus und Mohammedanern verlebt wurden, ins Krankenhaus einqeliefert. Zwei Personen sind den Verletzungen erleben. Eine Gruppe Mohammedaner drang in die Markthallen ein und überfiel die mit Wollgeweben handelnden Hindus, von denen vier schwer verletzt wurden. Die mohammedanischen Obsthändler leisteten den angegriffenen Hindus Hilfe und vertrieben die Angreifer. Eine Grupvs von etwa 100 Mohammedanern plünderten die Getreidslager, wobei ein Hindukauftnann verletzt wurde. In die Stadtviertel, wo sich die Unruhen ereigneten, wurden starke Polizeiaufgebote gelegt.
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ttommunalpolitisches.
—- Sechsprozentige Anleihe der Stadl Fronkfuv a. M. Die neue sechsprozenlige Frankfurter Stabtan leihe von 6 Millionen Mark, wegen deren Unterbeut gung mit drei Bankgruppen auf dem Submisfionsweg, verhandelt wurde, ist an das Konsortium der F r a n 6 furter Bank, das das günstigste Angebot, nämlid eine Nettoauszahlung von 82 Prozent, gemacht hatte .begeben worden.
Soziales.
— Beratungen über die ErwubslolenMsorge Wie dem .Südweitdeutschen Nachrichtendienst gemeldet wird, haben am 19. und 20. d. M. in Frankfurt a. M Besprechungen des Reichsarbeitsministeriums mit den Sozialministerien der Länder über die schwebenden Fragen der Erwerbslosenfürsorge stattgefunden. Bei den Besprechungen waren auch das Reichsfinanzministerium, das Reichswirtschaftsministerium und das Reichsernährungsminrsterium vertreten. Aus diesen Be> fprechunoen ist hervorzuheben, daß nach der übereinstimmenden Auffassung fast alle Länder die gegenwärtige Regelung der Unterstützungssätze nur für eine kurze llebergangszeit aufrechterhalten werden kann. Nach der Auffassung der Länder mutz ein Unter« stützungssystem nach Lohnklassen ein eführt werden. Die Länder nehmen damit den gleichen Standpunkt ein, wie der Arbeitsausschutz des Reichswirt- schastsrateS. Die Frage wird unverzüglichst das Reichskabinett beschäftigen.
* Der Reichspräsident sandte zur Eröffnung der Dresdner Gartenbauausstellung folgendes Begrüßungstelegramm: Zur Eröffnung der Jubiläumsaartenbau-Ausstellung sende ich herzliche Grüße und spreche den Wunsch aus, daß die Ausstellung gute Erfolge zeitigen und bie Bedeutung des Gartenbaues im Volke fördern und vertiefen möge. Darauf erging folgende Antwort an den Herrn Reichspräsidenten: Sehr geehrter Herr Reichspräsident! Die Iahresschau deutscher Arbeit meldet Ihnen, daß Me Jubiläumsgartenbau-Ausstellung heute eröffnet wurde. Mti ehrerbietigem Danke für die übersandten Glückwünsche sprechen wir die Hoffnung aus, daß Sie uns die Ehre und die Freude machen werden, die Ausstellung zur Rosenzeit zu besuchen. Ihrem Ehrenpräsidenten entbietet deutsch« Grüße die Iahresschau deutscher Arbeit-Dresden.
* Die Tacna Arica-Frage. Havas berichtet am Lima, der Präsident der Republik Peru hat unter Hinweis darauf, daß es den Vereinigten Staaten trotz ihres guten Willens nicht gelungen sei, bie Tacna-Arica-Frage zu lösen, vorgeschlagen, bie Der- waltung des strittigen Gebietes dem V ö lk e r b u nd anzuvertrauen und inzwischen einen Volksentscheid vorzuberesien.
* Tie Südafrikanisch-indischen Beziehungen. Aus Kapstadt wird gemeldet: Der Minister des Innern, Dr. Malan, erklärte in der Kammer, daß infolge der Verhandlungen mit der indischen Regierung freie Bahn geschaffen worden sei für eine allgemeine Konferenz, auf der ernste und aufrichtige Anstrengungen gemacht werden sollen, um zu einer freundschaftlichen wirksamen Lösung des asiatisch-südafrikanische» Problems zu gelangen.
Deutschland.
scheu Methoden folgte, sondern auch deshalb, weil man es für notwendig hielt, gegen angeblich deutscherseits beabsichtigte Angriffe auf das ita- lie nisch« Prestige sich zu wehren. Und es kann uns nickt gleichgültig sein, daß m dieser Schicht nach Abschluß der Debatte die Meinung auf- gekommen ist, daß man mit Deutschland nur sehr e n e r gi s ch, um nicht zu sagen, grob, reden müsse, um es'kulch zu machen! Das ist der einzige, frei! ch recht bittere Nachgeschmack, der für die Deutschen in Italien von den letzten Vorgängen übrig bleibt.
Man kann in gebildeten italienischen Kreisen, wenn man sie nach den Gründen ihrer Besorgnisse wegen Deutschland fragt, hnmer wieder hin en. daß sie um das nach dem Krieg italienische Südtirol Furäst haben, weil sie glauben, daß Deutschland den Anschluß an Oesterreich betreibt, und daß Oesttrrrich und Deutschland dann vereint Italien dieses Gebiet wieder streitig machen werden. Im übrigen geben sie offen zu, daß die größeren politischen Interessen auf der Seite eines friedlichen Zusammenarbeitens zwischen Deutschland und Italien stehen, weil Frankreich nicht allzuviel gilt, ja gewisse Feindschaften durch sein Auftreten nach dem Kriege sich in Italien zugezogen hat und weil man ande- rerseits England nicht zutraut, wenn man cs freilich auch mit England nicht verschütten möchte und deshalb zähneknirschend sich fügt. Die Vorgänge in Genf, insbesondere der Widerstand, den dort die itasienischen Vertreter in der Ratsfrage gefunden haben, hat die Stimmungen gegen England noch weiter verschärft. Aber sicher ist es, daß man sich in Italien eine solche Sprache mit dem starken England nicht erlauben würde, als man sie sich gegen das schwache Deutschland herausnimmt. Und das ist gerade kein besonderes Zeugnis für eine besonders hochentwickelte Kultur oder für eine vornehme Gesinnung. Im ganzen scheinen die Dinge zwischen Deusschland und Italien allmählich wieder ins Lot zu kommen, Dank der Besonnenheit aus deutscher Seite. Auf italienischer Seite wird freilich noch schwer gesündigt, die Sprache, die einzelne fascistische Organe auch heute noch gegenüber Deutschland anschlagen, ist mehr als ungebildet, ist direkt roh, aber damit kennzeichnen sich ja nur die Urheber selber und den Geist der politischen und parlameMarischen, wie auch diplomatischen Metbo- ben des heute in Italien herrschenden Svstems. Das italienische Volk jedenfalls will den Frieden mit Deutschland, weil es instinktiv fühlt, daß Deutschland den italienischen außenpolitischen Interessen als Freund dienen, als Feind empfindlich schade« könnte.
Die Starke der Faszisten.
Agenzia Stefani meldet aus Rom: Unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Mussolini fand eint Sitzung der fatoiftitoen Parteileitung statt. Der Generalsekretär Turati berichtete über die befriedigende Sage der Partei in ganz Italien. Bi? zum 21. April belief sich die Zahl der eingeschriebene« Parteimitglieder auf 742178. was eine Vermehrung um 326596 gegenüber dem 21. April 1925 bedeutet Die Parteileitung beschloß, kein weiteres Aufnahmegesuch anzunehmen. Neue Gesuche werde» im Jahre 1927 geprüft werden.
Mnisterbesuch bei der „(Scfolci“.
wtb Düsseldorf, 24. April. (Eig. Funkm.) Zur feierlichen Eröffnung der großen Ausstellung Düsseldorf 1926 für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen, verbunden mit der Düsseldorfer Kunstausstellung 1926 werden am 8. Mai nach Düsseldorf kommen: Reichskanzler Dr. Luther, Reichsminister des Innern Dr. Külz, der preußische Ministerpräsident Brann und der preußische Wohlfahrtsminister Hirtsiefer.
* Zum Abschied des bisherigen ikalienischeu Botschafters in Berlin. Beim Reichsminister des Auswärtigen Dr. Stresemann fand Freitag abend ein Essen zu Ehren des bisherigen italienischen Botschafters in Berlin, Graf V o s d a r i, statt. Reichsminister Dr. Stresemann widmete dem scheibenden Botschafter herzliche Worte des Dankes und der Anerkennung für feine Tätigkeit in Berlin, auf die Graf Bosdari in einer Erwiderung in demselben Sinne antwortete.
Italien und
Don einem unserer politischen Mitarbester wird uns aus Neapel geschrieben:
Wenn man sich ein Bild über bie italienischen Stimmungen macken will, kann man nicht nur in Rom rasten, man muß sich im Lande umsehen, und ein besonderes Beobachtungsfeld bietet Neapel. Hier in der typisch italienischen Atmosphäre gedeiht der Fascismus in anderer, wenn auch nicht in minder radikaler Form, wie etwa in Nordiialien, wo er am ausgeprägtesten in Mailand herrscht und sich betätigt. Aber während im letzteren ausgesprochene wirtschaftliche Interessen, begründet in der Angst der Industrie vor kommunistischen und syndikalistischen Eingriffen in ihre Betriebe, maßgebend sind, kommt im südlichen Italien, in Neapel und noch weiter m Sizilien mehr das gefühlsmäßige Moment zur Geltung. Den politischen Brennpunkt freilich für den Fascismus als dem herrschenden Regierungssystem des heutigen Italiens bildet Rom.
Immerhin mußte man diese drei Positionen — Mailand, Rom, Neapel — beobachtet haben, um sich ein Bild über den Fascismus als politisches System, über die Arten und Formen feiner Betätigung und über feine inneren und äußeren Ziele machen können.
Neapel bildet gewissermaßen die Warte, um Ueberfchau halten zu können über alle Tendenzen, bie sich politisch unb wirtschaftlich unb auch nach der gefühlsmäßigen Seite hin im heutigen Italien sammeln. Neapel von heute hat sich nicht unwesentlich in seinem äußeren Habitus gegen früher verändert. Es hat aber immer noch jene, vor allem uns Deutschen unbegreiflich erscheinende Unkultur in der Lebensweise, unb wenn man sich bie haufenweise herumlungernben und bettelnden, die Fremden be- lästigenben Typen anfieht, benft man unwillkürlich an Mussolinis Worte über die angeblich schlecht gekleideten Deutschen, bie sich in Italien aufhielten! Im südlichen Italien hätte Mussolini noch eine ganze Menge Arbeit, wenn er Orbnung unb Sauberkeit schaffen wollte. Aber Mussolini wirb burch das Verhalten seiner eigenen Landsleute Lügen gestraft, denn wohl kaum ein Ausländer ist in ganz Italien mehr geschätzt als die Deutschen. Sie sind bekannt dafür, daß sie am freigibigften, vor allem auch in der Hergabe von Trinkgeldern sind, sie sind bekannt dafür, daß sie am gutmütigsten gegen die in ganz Italien, vorab aber in Süditalien auch heute noch üblichen Bemogelungsversuche, selbst an amtlichen unb behördlichen Stellen finb. Man muß auch jetzt noch in Italien überall höllisch aufpassen, daß man nicht hintergangen unb übervorteilt wirb.
Indessen kann man überall bie Beobachtung machen, daß von einer Feindschaft ober gor von einer Animosität ber italienischen Bevölkerung gar keine Rebe sein kann. Die unteren Schichten haben ben jüngsten beutsch-itasienischen Erörterungen kein Interesse entgegengebracht. Bei ben intellektuellen Schickten freilich hat man interessierter, aber ohne eine größere innere Anteilnahme mit ben Dingen sich beschäftigt. Freilich gibt es auch eine in ihrer kulturellen unb politischen Bedeutung durchaus ernst zu nehmende Schicht, die leidenschaftlich an all ben Vorgängen Anteil nahm, unb bie Mussolinis Angriffen nicht nur aus italienisch-nationalsti-
wtb. Berlin, 24. April. (Eig. Funkm.). Die deutsch-russischen Verhonblungen finb soweit gediehen, daß, wie bie B. Z. wissen will, mit ber U n - terzeichnung des Vertrages wahrscheinlich schon für Montag gerechnet werben kann. Der Inhalt des Abkommens wird, im Grunde genommen, nicht anderes bringen, als eine Bestätigung des bestehenden Freundschaftsverhältnisses zwischen beiden Ländern. Die Veröffentlichung dürfte für Mittwoch ober Donnerstag zu erwarten fein. Sie wirb nicht nur in Berlin unb Moskau gleichzeitig erfolgen, fonbem ber Weltpresse wirb Gelegenheit gegeben werden, bas Material zur selben Zeft zu
''veröffentlichen. . .
Wie mir hören, hat bie Reichsregierung den deutschen Botschafter in Varis, v. Hoesch, jjum Vertreter Deutschlands in der Kommission zur Prüfung ber Frage einer Umgestaltung bes Völkerbunbsrates auserwählt. Die Kommission tritt am 10. Mai d. I. in Genf zusammen.
Bei diesen ^Beratungen des Domänen-Etats führte der Abg. Dr. Graß, Koblenz (Zentr.) folgendes aus: Meine Parteifreunde und ich sehen es als eine Wiederkehr zu stabileren Verhältnissen an, wenn im diesjährigen Domanen-Etat Posten wiederkehren, die feit 1914 nicht mehr vorhanden waren, z. B. Ausgaben für Elektrisierungszwecke. Außerordentlich erfreut find wir über die Art und Weise, wie der Herr Minister unsere Wünsche hinsichtlich der Domänen-Streulandgrundstücke behandelt hat. Wir begrüßen es, daß man hinsichtlich der Pacht- Hübe und der Zahlungstermine zu den Gepflogenheiten
nicht burch ben Reichskanzler erfolgen, fonbern durch Vertreter der Regierungsparteien. Zunächst findet eine Besprechung der sozialdemokratischen Mitglieder des Rechtsausschusses beim preußischen Ministerpräsidenten Braun statt.
Ueber die Vereinbarung, die zwischen den Parteien des Kompromißantrages über, die Fürstenabfindung und ber preußischen Regierung erzielt worben ist, teilen bie Blätter mit, baß bie preußische Regierung ihr Verlangen nach einer Erweiterung ber Rückwirkungen auf gegeben hat. Vorgesehen ist ein Rückkaussrecht, bas bie preußische Regierung sich auf verschiedene Schlösser unb Herrschaften zu 'sichern beabsichtigt. Es hanbelt sich um bie Besitzungen Glinicke, Babelsberg, Letzlingen, Rominten, Hubertusstock unb Sprinae. Diese Regelung hat jedoch, wie bie „Tägl. Rundschau erklärt, in den Kreisen der Deutschen Volksvartei Bedenken erregt. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang eine Mitteilung ber „Boss. Zig.", daß bie mit ber preußischen Reaierung vereinbarten Aenberungen bes Kompromißentwurfes in Form eines Antrages bem Rechtsausfchuß vorgelegt werben wirb, ber nur von ben Demokraten unb bem Zentrum unterzeichnet ist, währenb es bie Deutsche Dolkspartei abgelehnt hat, ben Antrag mit zu unterschreiben. Sie wirb aber, dem Blatt zufolge, für ihn stimmen.
Zu dem gufroertungsbegehren.
Wie die Blätter melden, wirb ber Sparer- bunb schon in ben nächsten Tagen beim Reichs- minifter bes Innern bie Einleitung eines Volksbegehrens über bie Aufwertung beantragen. Die Sammlung ber notroenbigen Unterschriften für bie Zulassung ist im Gange. Der Vorstand» bes D e u t- schen Lanbwirtschaftsrates ist bei ber beutschnationalen Dolkspartei vor- stellig geworden und bat auf bie Beunruhigung bingeroiefen, bie entstehen würbe, wenn ein Zuloffungsantrag ber Svarer für, ein neues Volksbegehren Erfolg Hütte. Die Kr e b i t f ch w i,e» rigteiten in ber Landwirtschaft wurden sich burch dieses Volksbegehren noch steinern. , Der Lanbwirtschaftsrat fordert baher bie Partei auf, dem Gesetzentwurf der Reichsregierung, wonach bie Anfwertunasfraae vom Volksentscheid ausgeschlossen fein soll, ihre Zustimmung zu geben.
hat. Wir begrüßen es, daß man hinsichtlich der P Höhe und der Zahlungstermine zu den Gepflogenh. des Friedens zurückgckehrt ist. Wir erkennen auch Besserung an, die hinüchtlich der paritätischen Be- Handlung der Bewerber um Domänenpachtungen Platz gegriffen hat, wünschen aber, daß der Minister diesen unseren Anregungen noch weiter Raum gibt. Entsprechend der allgemeinen Notlage sind auch die Do- mänenpächter in große Schwierigkeit geraten. Wir sind der Meinung, daß der Staat allen Grund bat, darauf -zu achten, daß der in seinem Besitz befindliche Domä- uenbestand auf der alten Höhe hinsichtlich der Bewnt- schaftung gehalten wird. Der Staat wird deshalb zu prüfen haben, inwiefern für die Domanenpachter Hilfeleistungen zur Ueberwindung der augenblicklich schweren wirtschaftlichen Krise ins Auge gefaßt werden können. Was die Selbstbewirtschaftung der Domänen anbetrifft, stehen wir nach wie vor auf dem Standpunkt, daß eine Selbstbewirtschaftung aller Domänen durch den Staat zu verwerfen ift Wir bedauern, daß seitens des Finanzministers bei Derg'ebung der Mittel aus der Anleihe an den Summen für Bodenvergebungen und Arbeiterwohnungen erhebliche Abstriche gemacht worden sind. Wir verlangen, daß der Finanzminister in Zukunft auf die Belangen des Landwirtschaftsresiorts mehr Rücksicht nimmt als bisher. Dom Domänenministerium fordern wir eine genaue Beaufsichtigung der Domänenbank, die zum größten Teil mit öffentlichen Mitteln arbeitet. Der Staat hat ein Interesse daran, darauf hinzuwirken. daß die über die Domänenbank fließenden Gelder zu höchst billigem Zinssatz an die Domänenpachter gelangen, daß vor allen Dingen nicht zu große Quoten für Verwaltungskosten der Domänenbank verschlungen werden. Es ist zu prüfen, ob nicht die bisher den Domänenpächtern gegebenen Kredite in lang- fristige Amortisationskredite umgestellt werden, deren Verwaltung der Staat in die Hand nimmt, oder er die Berwaltung einer Staatsbank überträgt. Wir werden das Ministerium nachhaltig in den Bestrebungen unterstützen, anerkannt tüchtigen jungen Landwirten die Pachtung von Domänen zu ermöglichen, dadurch, daß °er Staat ihnen bei der Uebernahme des Domänen» «ventars durch Kredite hilft
Die Verhandlungen in Udjda.
Der Sonderberichterstatter ber Havasagentur meldet aus Udjda, bie beiben Rifabgefanbten, Haddu Schebda, seien, von einer Besprechung mit Abb el Krim kommend, im Flugzeug in Ain Arnar ange. kommen unb hätten sofort im Auto bie Weiterreise nach Thaurirt angetreten. Nach ihrem Eintreffen werbe die nächste Zusammenkunft mit ber französischen Delegation festgesetzt werben. Man hofft im Verlaufe bes Samstags bie Vorbesprechung zum Abschluß bringen zu können.
* Zum Tode des Landtagsabgeordneten Wildermann. Wie der Amtliche Preußische Pressebienst mitteilt, hatberpreußischeMinisterpräsident an bie Zentrumsfraktion des Preußischen Landtags folgendes Beileidstelegramm gerichtet: Anläßlich des Todes des von mir hochverehrten Mitgliedes des Landtages, Prof. Dr. Wildermann, spreche ich der Zentrumsfraktion zugleich im Namen der preußischen Staats'egierung aufrichtigste Teilnahme ans. Die verdienstvolle Wirksamkeit des Verblichenen für Staat und Volk wird unvergessen bleiben.
*( Deutsch-französischer Austausch von Druckschriften. Seit einiger Zeit schweben zwischen ber Reichsregierung unb der französischen Regierung Verhandlungen über bie Wieberaufnahme ei. nes früheren Austausches von Druckschriften zwischen Deutschlanb unb Frankreich. Sie sind jetzt zum Abschluß gelangt und haben zu einem von den beiden Regierungen angenommenen Abkommen geführt. Danach sind für den Austausch zunächst ins Auge gefaßt akademische Druckschriften und Dissertationen, gewisse amtliche Veröffentlichungen griehrter Gesellschaften.
* Französischer Vorschlag über die amerikanische Schuldenregelung. Der französische Botschafter Beranger überreichte der amerikanischen Schulden- regelungskommission ein neues Regelungsangebot auf der Grundlage von vier Milliarden Dollar. Die Kriegsschuldevkommission wird über diesen Antrag bis morgen Belchluß fassen.
* Rückkehr Argentiniens nach Genf. Einer Bekanntmachung zufolge wird Argentinien die Einladung zur Teilnahme an der Tagung des vorbereitenden Ausschusses für bie Abrüstungskonferenz unb ber Stubienkommission für eine Umgestaltung des Völkerbundsrates annehmen.
Bus den Parlamenten.
Preußischer Landtag.
In ber Freitag-Sitzung wurde zunächst ein kommunistischer Antrag bem Rechtsau-ffchuß überwiesen. Dieser Urantrog verlangt die sofortige Dienstentlassung einiger Kreuznacher Polizeibeamten, bie entgegen ihren Dienstvorschriften zwei Deutsche den französischen Besatzungsbehörben aus- geliefert haben sollen, weil sie antimilitaristische Schriften an die ftanzösischen Truppen verteilen wollten.
Bei ber zweiten Beratung bes Haushalts ber Domänenverwaltung wurde von den Sozialdemokraten eine Kontrolle der staatlichen Sied« lungsgelber gefordert, während die Deutfchnationa- len langfristige billige Kredite für die Domänenpächter verlangen. Die Beratung wurde schließlich abgebrochen, woraus sich das Haus auf Samstag vertagte.
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wockenbelagen: „Illustrierte Bei- läge" und ..Buchenblötter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Acüendruckerei in grulba. Fernsprecher Nr. 9- 4ron<rtlicher BeruaSnreiS: 1.50