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Heimat.

Fulda, den 19. April 1926.

Vie Ueichsgesundheitswoche.

Im ganzen Reiche wurde gestern die Reichsgestind- Heit-woche eröffnet. In Berlin fand in der Aula der Universität eine schlichte Feier statt, in der Reichsmini- ster Dr. Külz in einer kurzen Ansprache Ziel und Zweck der Reichsgesundheitswoche darlegte.

Auch Fulda stand am Sonntag ganz im Zeichen der Reichsgesundheitswoche. Den Auftakt bildete am Vormittag ein von der Kapelle Vioneck ausgeführtes und mit gesanglichen Darbietungen des Rhön-Sänger- Bundes begleitetes Promenaden-Konzert, das ein zahl­reiches Publikum in den im Frühlingskleide prangen­den Schloßgarten gelockt hatte. Erfreulicherweise machte der Himmel, der am Morgen zeitweise recht bedenklich aussah, gegen Mittag ein freundlicheres Gesicht. Be­sonders zustatten kam dies der am Nachmittag im Schloßgarten unter freiem Himmel stattfindenden Eröff­nungsveranstaltung, zu der die Vertreter der kirchlichen und weltlichen Behörden erschienen waren..

Geführt von der Reichswehrkapelle und dem Tromm­ler- und Pfeifer-Chor der Sanitäter zogen kurz vor Z Uhr die Turner der verschiedenen Vereine Fuldas durch die von einer dichten Menschenmenge umsäumten Friedrichstraße nach dem Schloßgarten. Auch hier hatte sich eine vieltausendköpfige Menge eingefunden. Vor Be- ginn der turnerischen Vorführungen sprach Iugendturn- wart Böcken mit weithin schallender Stimme einen begeisternden Prolog. Darauf ergriff Oberbürgermeister Dr. Antoni das Wort zu einer Eröffnungsansprache, in der er u. a. ausführte, daß die Reichsgesundheits- woche dazu dienen soll«, durch Propaganda und Auf- klärung die Erkenntnis 31t verallgemeinern und zu be- festigen, daß eine gesunde Lebensführung für den ein­zelnen und für die Gesamtheit eine heilige Pflicht sei. Redner dankte allen, die sich an der Vorbereitung der Veranstaltungen beteiligt oder sich zur Mitwirkung an denselben zur Verfügung gestellt haben. Immer mehr sei die Bedeutung der Volkshygiene im Laufe der letz­ten Jahrzehnte von Staat und Kommunen erkannt wor- den. In steigendem Maße habe man der Volksgesund­heit dienende Einrichtungen geschaffen. Auch für die medizinische Wissenschaft nehme das Poblem der Krankhheitsverhütung neben der Frage des eigentlichen Heilungs-Prozesses eine immer wichtigere Stellung ein. Der Oberbürgermeister schloß seine Aus­führungen mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland, worauf die Musikkapelle das Deutschland-Lied anstimmte.

Darauf marschierten die Turner unter den Klängen eines flotten Marsches zu den Freiübungen auf dem mit grünweißen Fähnchen abgesteckten Rasen des Schlotzgartens auf. Die gemeinschaftlichen Freiübungen, die recht exakt ausgeführt wurden, boten den Zufchau- ern ein schönes Bild. Auf die Freiübungen folgten tur- nerifche Darbietungen der vereinigten Vereine am Bar­ren in mehreren Schwierigkeitsstufen. Dann kamen Frei-, Hüpf- und Anmutsübungen der Turnerinnen, die nach Musikbegleitung ausgeführt wurden und von einer sor^ältigen Vorbereitung zeugten. Geräteturnen, Fech­ten, volkstümliche Hebungen und Spiele bildeten die Fortsetzung des Programms. Besonders gefielen die Vorführungen am Sprungtisch, der hier ein wenig ge­sehenes Turngerät ist. Die schwierigen und flotten Sprünge entzückten den Fachmann wie den Laien. Auch die Kunstfreiübungen des Turn- und Fecht-Klubs fan­den bei dem Publikum starken Anklang. Zwischendurch traten noch einmal die Turnerinnen mit einem recht net­ten Volkstanz und eineem reizenden Frühlingsreigen in die Erscheinung. Unter den sonstigen Hebungen sind besonders die Darbietungen der Vorturnerschaftsriegen der Turngemeinde am Reck und des Turn- u. Fechtklubs am Darren durch ihre vorzüglichen Leistungen bemer­kenswert, die den Zuschauern ein Bild von dem Fort­schritt und dem hohen Stand der Turnsache in un­serer Stadt gaben. Am Schluß sah man noch Spiele verschiedener Art, insbesondere das alte und beliebte Faustballspiel. Mit einer Pendelstaffette, die von einer kombinierten Mannschaft ausgetragen wurde und einer Pyramide fanden die interessanten und unterhaltenden turnerischen Vorführungen ihr Ende. Trotz ihrer drei­stündigen Dauer hielt das Publikum in der größten Mehrzahl bis zum Schluß der Veranstaltung aus.

Die Gefundheitsausskellung.

Die aus Anlaß der Reichsgesundheitswoche veran­staltete Gesundheitsausstellung, die erste Ausstellung die­ser Art in Fulda, ist heute Vormittag in der Gewerbe­halle des Stadtschulbaues im Auftrage des Oberbürger­meisters durch Herrn Dr. med. Raabe vor einem an­sehnlichen Kreise (M oben et eröffnet worden. Die Schöpfer des Unternehmens haben sich darauf beschränkt, nur Belehrungs- und Anschauungsmaterial unter Aus­schließung alles Geschäfts- und Reklamemähigen zu bringen. In erster Linie mutzten sie das Material der Mütterberatungsstelle nehmen und das haben sie, wie der Redner betonte, mit einem gewissen Stolz getan, well die Mütterberatungsstelle schon seit vielen Jahren mit gutem Erfolge zu erreichen sucht, was sich die Aus­stellung zum Ziel gesetzt hat: Gestmdheitliches Wissen zu verbreiten, das Verständnis für die als richtig er­kannten Gesundheitsregeln zu fördern und damit das Verantwortungsgefühl des Einzelnen gegen sich und seine Angehörigen zu wecken. Das Wohlfahrtsamt in Fulda hat für die Ausstellung wertvolles Material zur Be­kämpfung des Alkoholmitzbrauchs und der Tuberku­lose zur Verfügung gestellt. Das letztgenannte Material soll nach Schluß der Ausstellung der unlängst hier ge­gründeten Tuberkulosenkürsorgestelle überwiesen werden. Der Landeshauptmann in Kassel stellte instruktive Bilder zur Verfügung, welche die in der rechtzeitigen Behand­lung von Krüppelleiden erzielten Erfolge veranschau­lichen.' Das Landeswohlfahrtsamt in Kassel beschickte die Ausstellung mit erschütternden Bildern über Ge­schlechtskrankhellen. Wir hoffen, daß die Ausstellung den zahlreichen Besuch finden möge, den Herr Dr. Raabe ihr wünscht und den sie, wie ein Rundgang zeigte, auch verdient. Sie kündet tu überzeugender Sprache die Lehre, daß der deutsche Mensch »rach den zerstörenden Leiden des letzten Jahrzehnts wieder auf- gebaut werden muß durch Gesundheit und Wissen, durch Kraft des Körpers und der Seele. Wir können hier auf Einzelheiten nicht näher eingehen. Man gehe hin und schaue sich die vier Abteilungen der Ausstellung gründlich an. Nur sollen cm dieser Stelle die von den Müttern cm den Nähabenden gefertigten Säuglings- kleider und das mit ganz einfachen Mitteln herzu­richtende Säuglingszimmer einer besonderen Beachtung empfohlen werden.

Die Ausstellung ist jeden Tag von 10 bis 7Uhr unentgeltlich geöffnet; jeden nachmittag um 5Uhr ärztliche Führung .Die im Stadtschulbau (SimmetNr. 111) untergebrachte Ausstellung für Geschlechtskrank­heiten ist nur unter ärztlicher Führung zugänglich. Heute abend 8 Uhr findet im Stadtfaal ein Vor­trag von Privatdozmt Dr. Waldele über Tuber- düosekrankheiten statt. Der Einttttt ist frei.

----- Dortrag Lettow-Dorbeck. In einer gut be­suchten Versammlung sprach gestern abend im Stadtsaal der Afrikakämpfer General v. Lettow- Vordeck. In frischer, packender Weise schilderte der Redner die Kriegserlebnisie der kleinen deut­schen Schutztruppe, die mehr als vier Jahre hin­durch einem zwanzigfach überlegenen Gegner Wi­derstand leistete. Bon den Leistungen der Vorbeck- Kömpfer kann man sich erst einen Begriff machen, wenn man hört, daß die Höchstziffer der deutschen Streitmacht nur 3000 Weiße und 11000 Schwarze betrug, denen gegenüber der Feind 300 000 Sol­daten aufgeboten hatte. Die Verluste des Gegners während des ostafrikanischen Feldzuges beliefen sich auf" 60 000 Soldaten und 140 000 Pferde und Maultiere. Mit Leioannter. Aufmerksamkeit

' Mitglieder um 17 377,14 "dl vermehrt. Die Ge­samthaftsumme betrug am 1. Ian. 1925 66 000 dl, am Schlüsse des Jahres 128 400 dl. Aufsichtsrat und Vorstand wurde Entlastung erteilt.

Von dem Gewinn wurden 10 Prvz. dem ge­setzlichen Reservefonds zugeftihrt, 4 Proz. als Di­vidende für Einzahlungen 1925 gewährt und 1874,70 dl dem Aufwertungsfonds zugeschrieben. Der Bericht über die am 14. Roo. 1925 stattgefun­dene gesetzliche Eeschäftsprüfung durch den Ver­bandsrevisor Rechnungsrat Schütz-Erfurt diente zur Kenntnis. Die ausscheidenden Auftichtsrats- mitglieder Hermann und Kleppe wurden wieder gewählt. Neu gewählt wurden für die verstorbe­nen Bräutigam und Speck die Mitglieder Friedrich Speck und Johann Hartmann. Genehmigt wurden verschiedene Satzungsänderringen. Die Höchstgrenze der aufzunehmenden Anleihen wurde auf 150 000 Mark und diejenige der aufzunehmenden Spar­einlagen auf 30 000 dl festgesetzt. Die Zinssätze der Spargelder sind die gleichen wie bei der städti­schen Sparkasse Fulda.

= Der Brovimialausschutz der Provinz Hessen- Nassau tritt in Kassel am 21. April zu einer Sitzung zusammen. Als erster und bedeutendster Punkt der Tagesordnung wird das Gutachten über die Besetzung des Postens eines Regierungspräsidenten in Kassel Mr Aussprache stehen. Weiter wird der Ent- tottrf einer neuen Geschäftsordnung für den Provin­ziallandtag besprochen werden. Ferner find die Mll- glieber und Stellvertreter der Bezirksausschüsse für die Regierungsbezirke Kassel und Wiesbaden zu wäh­len. Dis zweite Etappe der Tagesordnung befaßt sich mit den Angelegenhellen der landwirtschaftlichen Be- rufsgenvssenschast.

--- Für den Erweiterungsbau des Jnstrtntes der Englische« Fräulein kommen dir erforderlichen Bau­arbeiten im Anzeigenteil der heutigen Nummer der Fuldaer Zeitung zur Ausschreibung. Wir machen auf diese Ausschreibung die interesfierten Kreise auf merksam.

= Höhere Schulen und Reichsbahn. Man schreibt uns aus dem Kreise Fulda: Den mehr­fachen Bitten der interessierten Eltern kam itn vo­rigen Jahr die Reichsbahndirektion in liebenswür­diger Weife durch Einlegung eines Schüler- Triebwagens auf der Strecke Fulda— Neuhof (Flieden) und zurück entgegen, wie solche Schüler- Züge ja auf den anderen Fuldaer Strecken auch verkehren. — Mit Beginn des neuen Schuljahres stellt sich nun der Uebelstand ein, daß frühmorgens dieser T-Wagen noch nach dem alten Fahrplan verkehrt, während der Unterricht bereits V» Stunde früher beginnt, so daß eine Benutzung des T-Wagens nicht mehr möglich ist. — Es ist also damit festgestellt, daß die Leitungen der höh. Schulen Fulda's sich bei der Aufstellung des neuen Stundenplanes nicht nach dem Fahrplan gerichtet haben, bzw. beachtete die Reichsbahndirektion bei Aufstellung des Fahrplans nicht den früheren Schulbeginn. (Auf den anderen Strecken dürsten» die eVrhältnisie zum Teil ähnlich liegen.) — Hof­fentlich genügen diese Zeilen, daß eine diesbezüg­liche Verständigung der beiden Stellen baldigst herbeigeführt wird! — Es soll bei dieser Ge­legenheit noch auf einen weiteren Umstand hinge­wiesen werden: Wäre es nicht zu erreichen, daß in den höheren Schulen bis um 1 Uhr sämtliche Stunden gegeben wären, so daß ein Nachmittags­unterricht (besonders für die auswärtigen Schüler) wegfiele? — Oder, falls dies durchaus nicht durch­zuführen ist, könnte der Nachmittagsunterricht nickst auf zwei Tage der Woche zufammengelegt werden, und zwar so, daß sich die einzelnen Schul­leitungen untereinander verständigen, daß alle höh. Schulen nur an denselben zwei Tag an Nachmittagsunterricht haben? — Durch den verschiedenen Nachmittagsunterricht verringert sich die Zahl der BÄmtzer des T - Wagens, die Reichsbahndirektion läßt aber hin und wieder Zäh­lungen vornehmen, so daß leicht eine Einstellung des T-Wagen-Verkehrs herbeigeführt werden könnte, die auf falschen Voraussetzungen beruhen würde.

— Der Mndlhorftbund Fulda hält am Mittwoch, den 21. April, abends 8.30 eine außerordent­liche Versammlung int Veveinszimmer des Gasthofes „gum halben Mond" ab. Die Vertreter auf der Prvinzial-Tagung der Windthorstbünde Hes­sen-Nassaus erstatten Bericht über die Beratungen, die am Sonntag, den 18. April in Limburg stattge­funden haben mit dem Ziele, eine engere Gemein­schaft oder einen Provinzialverband zu gründen. Wegen der überaus großen Wichtigkeit der Versammlung werden alle Mitglieder auf das dringendste gebeten, zu erscheinen und Freunde der Windhorstbewegung einzuführen. Alle Herren, die Vte Windthorstbundarbeit zu unterstützen bereit sind und sich anzuschließen gedenken, sind hiermft einge­laden.

--- Aus dem Gerichtssaal. Der laut Gerichts» saalbericht in der Sonntagsnummer wegen Unter­schlagung verurteilte Br. aus Elberfeld, ist wie wir auf Wunsch mitteilen, nicht der aus Elberfeld nach hier verzogene Arthur Brosge, Fulda, Blücherstraße.

— Volkshochschule (Esperanto). Die Teilnehmer an dem Esperantokursus werden gebeten, sich Diens­tag Abend um 8 Uhr am Eingang der Stadtschule zu versammeln. Der Unterricht dauert von jetzt an für alle von 8 bis 9 Uhr.

— Dachrain. Aus Anlaß der Reichsgesund- heitswoche fand am Sonntag dahier im Farnung- schen Saale eine von Herrn Kreisjugendpfleger Pap­pe r t gut vorbereitete und stark besuchte Ä e r s a m m- lung statt. Im Mittelpunkt des reichhaltigen Pro­gramms stand, umrahmt von gemeinsamen Liedern, Chören der beiden Gesangvereine, turnerischen Darbie­tungen des Turn- und Spottvereins und der Schule von Bochrain, der interessante und lehrreiche Vortrag des Herrn Dr. S e b a l d-Fulda. Nach kurzem Hinweis auf die Bedeutung der Gesundheit für den einzelnen und für das ganze Volk, zeigte er an der Hand von trefflichen Lichtbildern, in fast Lstündiger Rede, die Er­reger der am meisten verbreiteten ansteckenden Krank­heiten, ihre Ueberttagung und Bekämpfung. Man sah, welche Fortschritte die medizinische Wisienschaft und Forschung in den letzten Jahrzehnten gemacht hat durch Entdeckung der winzig kleinen und doch so gefährlichen Bazillen usw. und der Mittel zu einem erfolgreichen Kamps gegen sie. Mit dem herzlichen Dank an den Redner verband Herr Pfarrer Ruez als Leiter der Versammlung die Mahnung der hl. Schrift: „Ehre den Arzt nm der Not willen, denn der Allerhöchste hat ihn erschaffen. Die Kunst erhebt den Arzt zu Ehren, und von den Großen wird er gepriesen. Gib Zutritt dem Arzte, denn seine Dienste sind notwendig!" (Sirach 38). gur Gberheffen und den hessischen Remtern.

= Marburg. ■ Der deutschvolksparteiliche Landtagsabgeordnete Kaiser in Holz- hausen (Kreis Marburg) geriet bei Ausübung sei­nes landwirtschaftlichen Berufes mit der Hand in die Häckselmaschine und verletzte sich derart schwer, daß er sich in ärztliche Behandlung begeben mußte. Seinen parlamentarischen Ver­pflichtungen kann er vorerst nicht mehr nach- . kommen«.

lauschten die Zuhörer dem fesselnden Bericht über die Landungsschlacht bei Tanga, in welcher der vierfach überlegene Feind vernichtend geschlagen wurde und mehr als 2000 Tote verlor. Interes­sant waren auch die Ausführungen des Redners über den Klein- und Grenzkrieg, der im weiteren Verlaufe des Feldzuges von den Deutschen gegen den Feind geführt wurde, bis die Truppe, die trotz aller Strapazen bis zum Schlüsse ungebrochen und wohldiszipliniert blleb, auf höheren Befehl nach Einttttt des Waffensttllstandes die Waffen nieder­legen mußte. — Die Versammlung spendete dem Redner am Schlüsse seiner Ausführungen begei­sterten Beifall.

— Verlängerte Gültigkeit der Sonntagsfshrkar- ten. Die Sonntagsrückfahrkarten, mit denen bis­her die Rückreise am Sonntag abend bis spätestens 12 Uhr angetreten fein mußte, gelten von Sonntag, den 25. April ds. Is. ab im Direk­tionsbezirk Frankfurt a. M. versuchsweise auch nochamMontag ober am Tage nach den Fest­tagen zur Rückfahrt mtt der Einschränkung, daß die Rückfahrt am Montag vormittag bis spätestens 9 Uhr angetieten fein muß und dann nicht mehr unterbrochen werden darf. In den übrigen Direk- ttonsbezirken wird die Gültigkeitsdauer der Sonn- tagsrückfohrkarten in gleicher Weife spätestens vom gleichen Tage ab verlängert.

— Fukda-Rhön-Sangerbimd. Am Sonntag, den 2. Mai, vormittags 11 Mr, werden die Bundes­vereine von Fulda und nächster Umgebung an der Flora im Schloßgarten eine Sänger morgen» spräche halten. Es ist das eine Sitte, die sich in vielen Städten des Vaterlandes eingebürgert hat. Die Kapelle Bioneck bat ihre Teilnahme zugesagt. Der Eintritt ist frei, jedoch soll von jungen Damen eine Sammlung zu Gunsten eines Musikpavillons gemacht werden.

von den Vanvereinen.

Der Domverein für den kreis Fulda e. G. m. H. Fulda

hielt eine gut besuchte ordentliche General­versammlung im Stadtverordneten-Sitzungs- saal ab. Eröffnet und geleitet wurde sie durch den Aufsichtsrastvorsitzenden Herrn Oberbürgermeister Dr. Antoni. Aus dem vom Vorstandsmitglied Rechnungsdirektor Wohlgemuth vorgetrage­nen Geschäftsbericht ging hervor, daß der Bauver­ein trotz großer Geldknappheit im verflossenen Jahre 3 Wohnhäuser im Zickegarten neu er­richtet hat. Die Baukosten, soweit solche bis 31. De­zember 1925 bezahlt sind, beliefen sich auf 66 586,33 Mark. Zu diesen Neubauten wurde bei der Stadt Fulda ein Hauszinssteuer-Darlehn von 40 500 dl und bei der Stadt. Sparkasse Fulda eine Anleihe von 22 500 dl ausgenommen. Der Rest der Bau­kosten wurde aus der Kaste der Genostenschaft entnommen. Die Neubauten konnten am 1. August bezogen werden. Der Vorstand beabsichtigt im Jahre 1926 ein Doppelhaus mit 7 Drei­zimmerwohnungen am Zickegarten zu er­richten. Außerdem schweben Verhandlungen mit dem Landesfinanzamt Kastel um Erstellung eines *m"ses mit 4 Wohnungen für ^inanzbeamts.

Die Mttgliederzahl hat sich in 1925 um 16 ver­mehrt, sie betrug am 1. Jan. 1926 344. An Ge­schäftsanteilen wurden in 1925 neu eingezahlt 1435 unrrrf. sodaß die Geschäftsanteile am 31. Dez. 1925 24 707 dl betrugen. Die Bilanz per 31. Dez. 1925 schließt ab in Aktiva und Passiva mit 318 502,96 Mark, die Gewinn- und Verlust-Berechnung mit 23 522.34 dl. Der Reingewinn betrug in 1925 4452,82 dl, wozu noch aus 1924 937,17 dl kommen, zusammen also 5389,99 JL Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt. Die Verteilung des Rein­gewinns wurde wie folgt befchlosten: 3 Proz. Di­vidende auf die am 31. Dez. 1924 festgestellten Ge­schäftsanteile, 10 Proz. werden dem Reservefonds zugeschrieben, 2000 dl sollen für außerordentliche Instandhaltung der Gebäude Verwendung finden, 1000 dl fließen in den Grundftückerwerbungsfonds und 1239,99 dl werden auf neue Rechnung vor- getragen. Die satzungsgemäß ausscheidenden Aus- sichtsratsmitalieder Dr. Antoni und Conrad Ritz wurden einftimmia wiedergewählt. Verschiedene Beschwerden und Wünsche aus dem Kleegarten und der Georastraße bildern den Schluß der Verhand­lung. Es soll nach Möglichkeit Abhilfe geschaffen werden.

Der Fuldaer Spar- und Dauvereln e. G. m. b. tz. Fulda

hielt am Samstag abend seine gutbesuchte ordent­liche Hauptversammlung in der Harmonie ab. Der Vorsitzende des Auffichtsrates, Reichs­bahnrat Landenberger, eröffnete und leitete die Versammlung. Einen Nachruf widmete er dem verstorbenen Gründer des Spar- und Bauvereins, Aufsichtsratsmitglied Bräutigam, sowie dem ver­storbenen Aufsichtsratsschriftführer Werkmeister Speck und den anderen durch den Tod abgegange­nen Mitgliedern. Ihr Andenken wurde in der üblichen Weise geehrt. Aus dem vom Vorsitzen­den des Vorstandes, Eifenbahnoberselretär Gut- beriet, erstatteten Geschäftsbericht ist hervorzu- heben, daß sich die Beschaffung des Vaugeldes für das neue 12-Fsmilienwohnhaus in der Sebastiansttaße wie folgt zusammensetzt: 40 000 Mark für Hypotheken von der Sterbekasse der Reichsbahn Direktion Frankfurt a. M., 25 000 dl Hypothek von der Reichebahndirektion Frankfurt, 38 000 dl Hauszinssteuerhypothek von der Stadt Fulda. Der Rest des Baugeldes wurde aus eige­nen Mitteln und aus einer Hypothek der städtischen Sparkasse mit 20 000 JA. auf Altbesitz aufgebracht. Ende Dezember vorigen Jahres wurde der Neubau bezogen. Infolge des Aufwertungsgesetzes mußte die Genossenschaft die bereits gelöschten Hypothe­ken der Arbeiter-Pensions-Kasse I in Berlin mit 25 Prozent = 46 347 JA aufwerten. Auch die Reichsbahn beanspruchte eine Aufwertung der Hy­potheken und Arbkitgeberdarlehen mit 25 Prozent — 13 812,50 dl. Durch günstigen K a u f des Hau­ses Leipzigerstraße 94 nebst Nebengebäuden und anschließendem Bauplatz gelang es dem Verein, sein Besitztum zu vermehren. Durch den Ankauf dieses Hauses und dem neuen 12-Familienwohnhaus be­trägt die Anzahl der von der Genossenschaft ver­walteten Wohnungen jetzt 137. Aus dem Bauplatz Leipzigersttaße 94 soll dieses Jahr ein 7 - Fami­lienwohnhaus erstehen. 20 Mitglieder, die im verslostenen Jahre ihren Zahlungsverpflichtun­gen nicht nachkamen, mußten ausgeschlossen wer­den. Neu angelegt wurde ein weiterer Bleich­platz an der Ochsenwiese. Die Siedlungsbauten am Waldschlößchen sollen dieses Jahr einen an­sehnlichen Zaun und gärtnerische Anlagen erhalten.

Die vom Kassenführer vorgettagene Bilanz per 31. Dez. 1925 schließt ab in Aktiva und Passiva mit 443 432,72 dl, die Gewinn- und Verlustrech­nung mit 31 909,24 dl. Die Mitgliederzahl betrug am 1. Jan. 1926 415 mit 642 Anteilen. Im Laufe ies Jübres 1925 Hat ß&ias GelMüsautbLbeu.LeL •

Aus aller Welt.

Schweres Motorrad-Unglück.

wtb Elsterwerda, 19. April. (Eig. Fnnkm.). Auf der Strecke Großhain-Elsterwerda fuhr ein Friseur von Bozkwitz mit seinem Motorrad, auf dessen Soziussitz ein junges Mädchen saß, in voller Fahrt in die geschloffenen Schranken der Eisenbahn­strecke Tttesden-Elsterwerda. Die beiden Motorrad­fahrer wurden gegen den gerade durchfahrenden Güterzug geschleudert und waren f 0 f 0 r 1101. Das Motorrad wurde völlig zertrümmert.

* Selbstmord eines Schcckschwindlers. Am Sams­tag zwischen 12—1 Uhr mittags fand sich in der K ö l n e r Deutschen Bank ein Mann ein, der einen Scheck zur Barauszahlung vorwies, der einem Scheckbuch, das als verloren gemeldet war, entnommen war. Um den jungen Mann unauffällig festnehmen zu können, wurde er weaen einer Unstimmigkeit auf dem Scheck nach der Direktion gebeten und betrat den Fahrstuhl. Auf der Fahrt zog der junge Monn plötzlich ein Dolchmesser, stürzte sich auf den Fahr­stuhlbegleiter und brachte ihm mehrere Stiche an der Hand bei. Auf den Alarm des Begleiters eilten Leute herbei, und gleich darauf brachte sich der junge Mann einen Stich in das Herz bei, der seinen sofortigen Tod zur Folge hatte. Seine Per­sönlichkeit war bisher nicht festzustellen.

* Auf der Flucht von einem Polizisten erschossen. In der Nacht zum Sonntag wurden drei junge Leute im kleinen Tiergarten in Berlin von acht Burschen angefallen und mißhandelt. Die liebet« fallenen meldeten den Vorfall einer Polizeistreife, die die Verfolgung der Täter aufnahm. Als diese der Aufforderung stehen zu bleiben, nicht Folge leisteten, gab ein Polizeibeamter einen Schüß ab, durch den ein 19jähriger Arbeiter getötet wurde.

* Kühne Rettnugstat eines Verkehrspolizisten. In Dahlem bei Berlin wurde Sonntag nachmit­tag eine 8jährige Schülerin von einem Privatauto angefahren. Der Verkehrsposten, Polizeioberwacht- meister Söhnel, warf sich im letzten Augenblick dem langsam fahrenden Auto entgegen und hob mit übermenschlicher Kraft das Vorderteil des Autos an. Dadurch wurde das Kind vor größerem Schaden bewahrt. Es trug lediglich Hautabschürfungen davon.

* Traurige Rekordziffern. Mit fünf Selbstmor- : den und sieben Selbstmordversuchen hat der Sonn- ! tag für Berlin einen traurigen und erschütternden Rekord gebracht. Die Zahl der Selbstmorde und Selbstmordversuche hat eine Häufung erfahren, die bei Beginn des Frühlings in jedem Jahr festzu- stellen rst. Der Sonntag aber hat diese Selbstmord­kurve weit über das Maß der bisherigen Jahre an­schwellen lassen.

* Zugentgleisung. Der Zug Rostow-Kiew ent­gleiste in der Nähe der Station Sinjelnikow. Der Zug legte sich quer über die Schienen. Zwei Wagen wurden zertrümmert und zwei Personen getötet, acht weitere schwer verletzt.

* Absturz eines englischen Militärflugzeugs. In Palästina sanden beim Absturz eines britischen Militärflugzeuges zwei britische Fliegeroffiziere den Tod.

* Zusammenstöße zwischen Polizei und Land­leuten in Madras. Aus Madras wird gemeldet: Ernste Zusammenstöße zwischen Landleuten und der Polizei werden aus dem Staate Rysore gemeldet. Ein Unterinspektor der Polizei und fünf Schutzleute wurden schwer verletzt. Der Polizeiosfizier stellte je­doch die Ruhe bald wieder her, indem er mehrere ' Verhaftungen vornehmen ließ.

Frankfurter vrehmarkt.

— grontfurt a. M . 19. April. (Eigener Drahtbericht). Es wurden bezahlt für je einen Zentner Lebendgewicht: Ochsen: Vollfl. 53—58,junge fleisch.nichtausgem, u. ält. ausgemästete 45 —52, mäßig genährte junge und gut genährte ältere30—44; Bullen:Vollfl.ausgew. 48—52, vollfleischige jüngere 42—47; Färsen und Kühe: Vollfl. ausgem. Färsen'52—57, Vollfl. ciusgem. Kühe 44—49, wenig gut entwickelte Färsen 44—51, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 35 —43, mäßig genährte Kühe u. Färsen 28—43, gering genährte Kühe und Färsen 15—23 Mark; Kälber:feinste Mast 75-80,mittlere 66-74,geringere 56—65, geringe Saugkälb.40—55 ; Schafe: Mastlämmer und Hammel 45—50; geringere Masthammel 40—44; mäßig genährte Hammel und Schaft 00 bis 00; Sch weine: vollst, von 80—100 Kilo 70—74, unter 80 Kilo 65—69, von 100— 200 Kilo 70—73, Fettschweine über 150Kilo00—00. Aufgetriebenwaren: Rinder 1432, Ochsen 397, Bullen 48, Färsen und Kühe 987, Kälber 609, Schafe 50, Schweine 3247. Rinder wurden bei ruhigem, Schweine bei mäßig regem Handel ausverkauft. In Kälbern und Schweinen träges Geschäft und geräumt.

Die vorstehende Preise find Marktpreise am Frank- furter Viehmarkt, nicht etwa mit Stallpreise zu ver­wechseln.

Die Fleisch - Großhandelspreise notierten: Das Pfund Ochsenfleisch 85—95, Rindfleisch 70—80, Kubfleisch' 60—70, Kuhfleisch- 50-60,Kuhfleisch' 00-00, Kalbfleisch 1. Qualität 00—00, Hammelfleisch 000—00,« Schaffleisch 00—00 und dann Schweinefleisch 90—ICO.

= Die Reichseinnahmen aus Steuern, Zöllen und Abgaben im März und im ganzen Finanzjahr. (Eig. Funkm.) Das Aufkommen an Steuern, Zöllen und Abgaben im März und im ganzen Jahr 1926 trägt aus Besitz- und Verkehrssteuern 270,6 Millionen R.-M. aus Zöllen und Verbrauchs-Abgaben 172,2 Millionen Reichsmark und abgerundet im ganzen 442,9 Millio­nen R.-M. Für die Zett vom 1. April 1925 bis 31. März 1926, also für das ganze Finanzjahr, betau- fen sich die entsprechenden Einnahmen auf 4892,4, bezw. 1962,8 und im ganzen auf 6 856,1 Millionen Reichsmark gegenüber dem Voranschlag von 6 770,5 Mill. R.-M. _____

• Radio-Programm.

Dienstag, den 20. April. 1 >

Frankfurt (470 m), Kassel (273.5 m). 4.30—5.45: Neue Schlager. 5.45—6.10: Die Lesestunde: Aus dem Roman: „Pitt und Fox"' von F. Huch. 6.15-^6.45: Hebertragung von Kassel, H Dittmer: Reiseeindrüccke in Aegypten". 6.45—7.15: Stadtgesundheitsamt anläß­lich der Reichsgesundheitswoche, H. Fürth: „Die Gebur­tenfrage als gefundheittiches und soziales Problem. 7.15—7.45: O. Kleyer: „Modernes Berkehrsleben, in Amerika". 7.45—8.15: Englisch. 8.15—10.15: Lorhüng- Abd, Mitw.: Böhnicker, H. Schramm, R. v. Schenk.

Frankfurter ©per. \

Montag, 19. April, 7 Uhr, Ende 10 Uhr. Pr. , 6. Außer Abonnement. Eine Nacht in Vened/ig-

Komische Oper von Johann Strauß. 1

Dienstag, 20. April, 7 Uhr. In neuer Einstudmer. und Inszenierung. Don Juan. Abonnem. B. Pr. »2.

Mittw., 21. April, 7% Uhr. 8 a Z ran rata. Atvon.

B. Pr. C. |

Donnerst. 22. April, 7 Uhr. Carmen. AbonnTein.

B. Pr. C. I j

Freitag, 23. April, Uhr. Tiefland. Aft tzr»

Abonn. Pr. ff