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Fuld aerZeitung

Anzeiger ür die Stadt und den kreis Fulda. Amtliches kreisblatt.

Zahrg. 53.

Samstag, 17. April 1926.

Nr. SS

Die deBch-rHlschen Beziehungen imb Europa

Aus Berlin wird von besonderer Seite ge-

Amerika und die Freigabe des deutichen bigeninms

M parialnentarische Lage in Pcentzen

Englische Volschewistenfurcht.

Im englischen Unterhaus wird am nächten Mittwoch eine Entschließung eines Mitgliedes e-r. • bracht toerben, nach dem dos Haus die Absicht aus­sprechen soll, daß energische Maßnahmen zur Unter­drückung der revolutionären Propaganda in Großbritannien und im Britischen Reiche sowohl unter der Zivilbevölkerung wie unter den Streitkräften ergriffen werden sollen.

Sollte sie nicht bis zu den Sommerferien An­fang Juli durchgebracht werden, so erfolgt Berta- gung auf Dezember. In Kommissionsverhandlun­gen hat der Schaffsekretär am lefften Berhandlungs-

king vor. Man glaubt, daß die allgemeine R ä u - müngvon Peking am Abend beendet sein wird und daß dann die Polizei zusammen mit einem Bürgerausschuß unter Wang Schihtschen für die Aufrechterhaltung der Ordnung sorgen wird.

Paul Boncour und die Sozialisten.

Der ständige Vertreter Frankreichs im Völker­bundsrat, Paul Soucour, der in Berlin weilt, hatte »Vorwärts" eine Besprechung mit deutschen Sozialdemokraten über die Probleme der nächsten Zukunft, insbesondere über die Fragen, die mit dem Völkerbund Zusammenhängen. Er erklärte, feine Reise nach Polen habe den Zweck verfolgt, an Ort und Stelle jene polnifchen Probleme zu studie-

Bei dem Wiederzusammentritt des Landtages werden nun die Bemühungen in erster Linie auf die Wiedergutmachung des Vorganges gerichtet fein müllen, einmal, um der Regierung die Möglichkeit

Um öas zürftenbompromih.

Wie mehrere Blätter melden, sollen stch an die für Freitag vorgesehenen Besprechungen von M i t- gliedern der R e g i e r u n g s k o a l i t i o n über den Kompromißentwurf zur Fürstenabfin­dung außer mit den Sozialdemokraten auch Besprechungen mit den Deutschnationa­len anschließen.

Von der Regierung sind Reichsminister Dr. Külz und Reichsminister Dr. Marx als Verhandlungs- sichrer beauftragt worden.

wtb Berlin, 18. April. (Lig. Funkm.) Die „B. 5." meldet: heule vormittag um 10 Uhr haben beim Reichskanzler Besprechungen über die endgül­tige Fassung für das Kompromiß in der Fürskeuabfindungsfrage begonnen. Die Verhandlungen sollen mit Rücksicht auf die heule abend siattfindende Abreise des Reichskanzlers nach München auf jeden Fall heute beendet werden. In der Konferenz soll auch für das Duell-Gesetz eine neue Fassung vereinbart werden, wahrschein­lich wird die Form gewählt werden, daß ein duellie­render Offizier ober Beamter „entlassen werden kann; in schweren Fällen entlassen werden mutz."

hätte ja nach dem Wortlaut und dem Geist der Ärcarno-Vereinbarungen gar keinen Sinn. Die Vereinbarungen haben gar keinen anderen Charak­ter^ als den, die Sicherung friedlicher Beziehungen zwischen den beiden großen Völkern auf der Grund- lege einer Verständigung in politischen und wirt­schaftlichen Dingen. Diese Abmachungen dienen der Sicherung des europäischen Friedens in dem Meichen Maße wie die mit den Westmächten ge­troffenen Vereinbarungen und gerade diese West-

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Oesterreichische Zolltarifnovelle.

In der Sitzung des Wiener Nationalrates legte die Regierung die Zolltarifnovelle vor, die eine Ausdehnung 6er Produktion und damit neue Ar­beitsmöglichkeiten im Inlands erzie­len soll. Die Zollerhöhungen betreffen insbesondere Schlachtvieh Mehl, Gefrierfleisch, Schweinefett, Baumwollgewebe, Leinengewebe, wollene Web» waren, Handschuhe, Bereifungen für Kraftfahr­zeuge, Holzwaren, Glaswaren, einzelne Chemika­lien, Bleistifte, Eisenwaren wie Stahlroheisen und einzelne Drahtgattungen. Bundeskanzler Dr. Romek legte den Standpunkt der Regierung dar, die sich n i ch t auf die Bahn des H o ch s ch u tz zo ll- systems drängen lassen werde. Die Negierung halte nach wie vor den möglichst freien Warenaus­tausch als das im Interesse aller Staaten gelegene System. Bei den bevorstehenden Handelsvertrags­verhandlungen müsse für die Sicherung von genü­genden Ausfuhrmöglichkeiten gegen Einräumung von Einfuhrmöglichkeiten gesorgt werden.

Der Nationalrat wird am Dienstag die erste Lesung der Zolltarifnovelle vornehmen.

Mussolini; Rückkehr.

Mussolini bett am Donnerstag abend an Bord der „Cavour" die Rückreise von Tripolis nach

Erscheint sechsmal wSchentüch WochenbeUage«: .Illustrierte Bei­lage" und .Bucheublätter" RotatiaaSdruck mtb Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9.

Monatlicher BerugsvreiS: 1.50 Mk.

ren, zu denen der Völkerbund Stellung zu nehmen habe._______________ t Lastr

— verblnhllchkt tterklSrung der Schiedsspruchs für die IfitlaU nbuittte. Der vom Scvlichtun.'sausschub Groß. Berit» am 20. März gefällte SchtedS sprach für die Transportarbeiter der Metallindustiie, der von Arbeit» gederseite abgelehnt worden war, ist jetzt aus Antrag der Arbeitnehmerorganisationen für verbindlich er­klärt worden. Durch diese Regelung bleiben die bisher gezahlten Löhne, die um 10 pCt. reduziert werden sollten, ungekürzt für zwei Monate in Gllttiakeit.

möchte sollten, statt die gegenwärtigen Vorgänge mißgünstig anzusehen, diese Haltung der deutschen Regierung begrüßen, und sie als ein weiteres siche­res Unterpfand für den festen Willen und die aus­drückliche Bereitschaft des deuffchen Reiches anzu­sehen, dem Frieden Europas und damit dem Frieden der Welt zu dienen. .

tiert, der mit Energie für jede einzelne Bestimmung der Vorlage eintrat.

Die Suche nach Kalilagern.

Aus Washington wird gemeldet: Dir Senat nahm den Gesetzentwurf, der die Bewilligt ng von 2 750 000 Dollar für die Durchführung des a if fünf Jahre berechneten Programms vorfieht, zweck? Ein­leitung von Untersuchungen, um Kalivor ' om- men in den südwestlichen Geger den festzustellen, an. Der Gesetzentwurf wurde tro t her Weigerung des Präsidenten Coolidges, das '"ro« gram in der jetzigen Zeit zu bestätigen, angen im- men. Einer der dringlichsten Gründe für den Ge- fetzentwurf ist der Wunsch, die Stellung d 'r Bereinigten Staaten auf dem Kalimar't zu stärken.

Der Kamps um den Alkohol.

Das republikanische Kongreßmitglied Hill er­klärte im Senat, der Prohibitionsausschuß des Kon­greffes habe die Macht, den Genuß von 2,7prozentt- gen Apfelwein und Wein mit höchstens 12,8 Prozent Alkoholgehalt im eigenen Haufe zu ge­statten. Hill begründete seine Behauvtungen mit Enffcheidungen der Gerichte in Prozeffen, die die Regierung gegen ihn wegen Herstellung derartigen Weines in seinem Hause angestrengt hatte.

Die augenblickliche politische imd parlamenta- rische Lage in Preußen ist recht eigenartig. Be­kanntlich ist der Landtag mst einem Zwischenfall auseinandergegangen, nachdem das lange müh­selig vorberatene und nach außerordentllchen Mü- hen endlich im Plenum beratungsreife und dann auch in den Verhandlungen erledigte Hauszins­steuergesetz zur Abstimmung kam, dort aber nicht die Mehrheit fand. Die Absttmmungsnieder- lage ist von der preußischen Regierung nicht ernst- haft aufgefaßt worden, so zwar, daß sie zum Anlaß beftimmter politischer parlamentarischer Konseguen- zen genommen worden wäre, weil es sich tun eine Zufallsmehrheit handelte, hervorgerufen dadurch, daß eine ganze Anzahl von Mitgliedern der Regie- rungsparteien, darunter vom Zentrum nicht weni­ger als 21 und von den Sozialdemokraten 11 vor der Vornahme der Abstimmung abgerefft find. Daraus konnte die preußische Regierung mit Recht den Schluß herleiten, daß das Gesetz unter anderen Umständen glatt angenommen worden wove. Das Hauszinssteuergesetz wird von der preußischen Re­gierung als ein unerläßlicher Bestandteil der gan­zen preußischen Finanzpolittk angesehen.

schrieben:

Wohl mit der Absicht, die nicht erst seit kur­zem, sondern seit mehr als einem Jahr in Gang befindlichen deutsch - russischen Verhand­lungen wegen des Abschlusses gegenseitiger politi­scher Vereinbarungen zu stören, sind in der aus­wärtigen Preffe irreführende Nachrichten über den Stand und den Inhalt dieser Verhandlungen er. schienen. Damit ist die Frage der deutsch-russi­schen Beziehungen wieder einmal zur internationa­len Debatte gestellt. Das geschah im Auslände wie schon seinerzeit bei Rapallo in der Weise, daß man Deutschland Zwiespältigkeit in seiner

für ihre finanziellen und wirtschafttichen Maßnah­men zu geben und zum anderen aber auch, um b« Parteien auch wirklich akttonsfähig zu machen. Namentlich das Zentrum wird nachdrücklichst dafür zu sorgen haben, daß solche Zwischenfalle, wie sie sich jetzt ereignet haben, sich nicht mehr wiederholen. Nich nur mit der Stellung einer Regierungspartei, sondern auch mit dem Grade der Stellung der Zentrumspartei innerhalb der Re­gierung ist es nicht zu vereinbaren, wenn angesichts so schaff zugespitzter parteipolitischer Konstellatio- nen Gefahren heraufbeschworen werden, die nicht nur für die Regierung, sondern auch für die Partei selbst von sehr empfindlicher Rückwirkung sein ton­nen.

Es wird aber auch noch über die ganze Hal­tung b er Deutschen Volkspartei noch eindringlich zu sprechen sein. Im Reichstag ist sie ^Regierungspartei, im Preußischen Landtag hat die­selbe Partei die Politik ihrer eigenen Gesinnungs- genoffen im Reichstag und den ihren eigenen Rei- hen angehörenden Außenminister Sttefemann glatt desavouiert. Im Reichstag Regierungs-, im Land­tag Oppositionspattei, hat die deutsche Volksparttt sich zwischen zwei Stühle gefetzt, die das Vertrauen zu ihrer Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit außerordenllich erschüttern müssen. Auch das kann nicht ohne bestimmte Folgerungen bleiben. Wird der Landtag nicht zu einer sichergestellten Arbeits­fähigkeit kommen, bann bleibt gar nichts andere» übrig, als die Auflösung.

Italien angerieten. .

Vor seiner Abreise bffuchte Mussolini in Be­gleitung des Gouverneurs Debcmo und seines Ge­folges mehrere Konzessionen zwischen Tripolis unb Tadjura. Er wurde von den Behörden, der em» geborenen Bevölkerung und den Ansiedlern be­grüßt. Muffolini gab feiner Bewunderung für die in den Konzessionen geleistete Arbeit und für die Bodenerzeugnisse Ausdruck. Er stattete dann der Stadt Tadjura einen Besuch ab und eröffnete in Gegenwart aller Behörden einen Nationalkon­greß für die koloniale Landwirtschaft. Er erklärte, von langanhaltenden Kundgebungen begrüßt, er sei von dem bisher Gesehenen hoch beftiedigt. Die Wirklichkeit habe alle seine Er­wartungen übertroffen. • Die Regierung werde das Programm der kolonialen Entwick­lung weiterführen. Der Fascismus habe zahlreiche Probleme gelöst, die seit Jahrzehnten ihrer Lösung harrten und werde ebenso schnell auch das koloniale Problem zu Öfen wissen. Mussolini fand dann warme Worte der Anerkennung für die von Gouverneur Debono geleistete Arbeit. Er wies weiter darauf hin, daß Italien Land nötig habe, das es nutzbar machen müsse. Er schloß: ,Zch werde Erzeugnisse dieses Landes mit nach Rom nehmen und werde den Italienern das Beispiel dieser Pioniere vor Augen halten und sie zur Nachahmung auffordern." Der Rede Mussolinis folgte wieder langanhaltender Beifall.

In einigen Zeitungen wird angenommen, daß die Mitteilungen über die deutsch-russischen Ver­handlungen in der Londoner Presse nicht etwa aus englischer oder französischer, sondern aus russi­scher Quelle stammen, da Sowiet-Rußland em .......--------- „----, ------- . , Interesse daran hat. die bestehenden Locarno-

Außenpolitik vorwarf, indem man ihm unterstellt, I Abmachungen zu gefährden, daß es nach der einen Sette Verständigung, nach I der anderen Seite hin „Rückversicherung" betriebe. I Der Hilf ttdu) ZtreseMONN.

Demgegenüber haben wir folgendes festzustel- I Urteile der deutschnationalen Preffe (en: An dem großen unb einheitlichen Zrel der I ß6a Londoner Veröffentlichungen sind von deutschen Außenpolitik, bas den europäischen Fne- I besonderem Interesse. Die „Deutsche Tageszestg. Öen unter Verständigung mit allen Nachbarvol- tion der Wendung nach der ruffffchen Seite kern erfriebt, wird nicht das Geringste geändert. I hin durchaus befriedigt. Sie kommt zu dem Schluffe,

Das deutsche Volk ist bei seiner politischen Ohn- I der deutsch-russische Vertrag sei als eine erste, macht nicht in bet Sage, zwischen dem Osten und vielleicht noch unbewußte Anerkennung der Tat- bem Westen zu optieren, das heißt also, sich für die I wetten, daß man zur Loslösung von den «ne ober gegen bie andere Seite zu erklären. Fesseln der Friedensvetträge und $ur Wlederher-

Diese Auffassung, bie immer wieder im Reichstag steNung der wirklichen Souveränität Deutschlands von Regierungs- und Parteiseite zum Ausdruck ge- I andere Wege gehen müsse als die nach Locarno bracht wurde, ist auch in der deuffchen Oeffent- I und Genf. Verschieden davon benft fedoch die lichkeit niemals ernsthaft bestritten worben. Wenn I „Kreuzzeitung". Ihre Meinung gipsest in dem nun Deutschland mit Rußland, wie bereits er- Urteil, Deutschland habe sich mit bet deutsch- , ,___

wähnt, auf Grunb langer Vorverhandlungen, nicht russischen Annäherung allem Anscheme nach wieder * Znm Sturz des franEch°n ^ranken Ans erst aus Anlaß jüngster Ereignisse, etwa der Genfer I einmal zwischen zwei Stühle gefetzt. Em Newyork wird gemeldet: Der

Vorgänge zu politischen Vereinbarungen zu kom- Gewinn aus dieser Polittk sei nicht sichtbar, zumal bet am 14. April 3,415 notiert hatte erreichte am

men fX so steht das keineswegs im Wider- man von den ruffffchen Gegenleffttrngen nichts 15„Apr.l den bisherigen Stefftanb nut 3,375. .Man

f n r n rhtnit der Locarno-Dolitik sondern bedeutet I wiffe, der Schaden aber sei unzweifelhaft. Denn I erklärt diese weitere scharfe Baisse damit, daß immer

lediglich eine Bekräftigung dieser Politik, also während dieVerständigung Russen keines- n°ch eine Befferung der ftanzosischen Finanzlage

der Polltik des Friedens und der Verständigung. Wegs sicher sei, wurden die WesriiSchte verstimmt. I vermißt werde.__________ ___________

Selbstverständlich kann dieser beuffch-ruffffche Pakt Die „Frankfurt« Zestung schrestWdl es en

nicht als Locarno-Pakt angesehen werden. Es Han- Aeußerungen: Ww heben d-ese Aeußerung von Die Lüge in PeKlNg.

beit sich vielmehr um einen eigenen unb be- deutschnationaler Seite um s ^.h 'm ' I ~

tonten Staatsakt -zwischen Deusch- es nahe gemig lag, m den deutsch-russischen Ver- wtb Peking, 16. April. (Eig. Funkm.) Die land und Rußland, der ganz auf der glei- Handlungen eine AnnahEgdes ^binettsLuther Truppen der Kuomintschun-Armeeruckenauf Pe­chen Linie der auswärtigen Politik des deuffchen an die auswärtigen M-wungen der Den t s ch - Reiches wie die Vereinbarungen nach dem Westen I ,na^on a en P „nstrer Deleoation von

stehen, so zwar, daß Deuffchlanb die friedlichen Be- I“ ^fott nach der Rückkehr unserer TelegatiM von ziehungen zu seinem östllchen Nachbarn sichern und ^^s^nach J Mattiakeit in

auf diesen politischen Unterbau gestützt, wirtschaft- Zurü^altung, um Nicht zu sagm Mattigkeit m lich Mitarbeiten will. Ebenso wenig wie bei Ra- der Kritik die Herr von T^-itz im Reichst-^ pallo kann .« dnm .SÜnMs mit mbahnmd- Sntolcb

* D-rn R-ichSIan,,« ST. SitM.r wird nach länger« Enffremdung von den Deutsch- Atmosphäre des Mißtrauens, der Unruhe und des nationaIe„ t,ie Stärkung der alten Beziehungen

Unfriedens aufkommen zu lassen denn die fried- f(6K unlieb sein. Etwas merkwürdig ist

"che Gmstellung der Lander im Osten gegenüber X, bafi d« Minister des Auswättigen, Dr.

Deuffchland ist für uns von derselben Wiästigkeit, Stresemann, in dem Augenblick, wo sich so

wie die Sicherung im Westen. 1 — - .... .tr..,.-—

Cs ist vorauszusehen, daß diese neue Etappe der deuffchen Außenpolitik Mißdeutungen und vielleicht auch schweren Angriffen begegnen wird. So ganz behaglich ist es naturgemäß keiner der auswärtigen Mächte, einmal, weil die wiederer- wachende außenpolitische Aktivität des deuffchen Reiches manch«otts mißgünstig angesehen wird, zum anderen ober auch, weil — und das ist bas wichtigste — gewisse politische Zirkel burch Deuffch­lands selbständiges Vorgehen geftört unb manche, Deuffchlanb sicherlich nicht allzusehr gewogene Ab­sichten zerstört werben. Dor allem wird es P o­len, unterstützt burch Frankreich sein, das hier scharfe Opposition machen wirb. Aber nachdem Polen gerade in letzter Zeit sich die denkbaffte Mühe gegeben hat, seinerseits zu Abmachungen auf dem Balkan zu kommen unb auch im Bunde mit Italien Ziele zu verfolgen, die ausgesprochen gegen bie deutsche Politik sich einstellen, hat es. am allerwenigsten bas Recht, sich über diese Entwick­lung zu beschweren. Möglich ist aHerbings, daß nunmehr Polen auf Frankreich einzuwir- ken sucht, um eine Erweiterung der tatsächlich schon bestehenden französisch-polnischen Abmachungen zu erlangen. Ab« weder Polen noch Frankreich ha­ben das Recht, Deuffchlanb etwas zu verbieten ober doch verübeln zu wollen, was sie selber für sich so reichlich in Anspruch genommen haben.

D« beuffch-russische Vertrag wird bestimmt kein Geheimoettrag sein, « wird in allen seinen Einzelheiten, bie übrigens sehr kurz unb knapp gehalten sind, der Weltöffentlichkeit über­geben. Es wird sich aber auch nicht um einen Rückversicherungsvertrag im Sinne des in der kai- fettichen Zett bestehenden Vertrages handeln, da dafür ja bie politischen Voraussetzungen gar nicht gegeben sinb. Ein solcher Rückversicherungsvertrag

Aus N e w y o r k melbet ein Funkspruch: Die Verhanblungen über bas Gesetz für bie Freigabe bes deutschen Eigentums in der Unterkommission

fern von Beran auf Ur. I kommission die Vorlage zur Annahme empfehlen

_ o m .. „ . . _ - T ,a„ - -. . wird, entscheidet sich erst in der jetzt einsetzenden ge-

Das Pariser ,Journal des Debats sieht in der f)e(men Beratung. Sehr wahrscheinlich wird die östlichen Orientiermtg E Zuruck greis en ans Entscheidung günstig ausfallen. Bei der folgen» bre Bismarcks<^e,Po^^k und schreibt, Bis- 6en Debatte im Plenum ist mit.Sicherheit lebhafte marck fei stets der ^sicht gewe'em Bruch Opposition zu erwarten, bie aber schwerlich stark J“r. ^clOT-rf.a?^ TrneL; I aenug sein wird, um die Annahme der Vorlage zu

gleichkominen wurde. Wllhelm ll. fei vyn emcm verhindern. Sm Senat wirb Borah bie Vorlage gewissen Zeitpuntt an dieser Politik des eisernen np / ,.n Kanzlers nicht mehr gefolgt, und viele Deutsche ' - - -

sähen darin die Ursache ihres Unglücks. Man dürfe nicht v«geffen, daß Stresemann von Bis- marckschen Ideen erfüllt sei. An Frank­reich fei es. Acht zu geben, baß die Politik von . „ „

Locarno nicht der Wandschirm sei, hinter dem ein tage ausdrücklich festgestellt, daß die Regierung Bismarcksches Programm verwirllicht werde. hinter der Vorlage stehe. Der Treuhänder „ , . für bas frembe Eigentum, der sich warm für die

Ist Rußland vundmsfayrg? I Vorlage einsetzte, hat das beschlagnahmte deutsche Aus Moskau wird eine Rede Bucharins mitt Privateigentum

geteilt, worin der bekannte russische Aibeiterführ« Don^1 Millionen aus 218 Millionen Do foqt, daß Riitzland vor dem wirtschaftlichen beziffert. Die Stellung der Mehrhett des Ausschus- Zusammenbruch stehe, wenn die Bauernbevölke- | ses wurde durch den Abgeordneten Mille reprafen- rung nicht sofort helfend eingreife, um die Lage zu retten. Schnelle Hilfe sei erfoiberlich, da der Zu­sammenbruch unmittelbar bevorstehe, zumal mit a'usllänbischer Hilfe nicht zu rechnen sei. D« starke weitere Rückgang des Tscherwonetz hat ,

dazu geführt, daß die Sowjetregieiung die Moskauer Aus dem Preußischen Landtag wirb uns mtt- Börse schließen ließ. Der Handel mit ausländischen I geteilt:

Devisen wurde aber auf der schwarzen Börst rnrf« gesetzt, wobei der Tscherwonetz zu einem weite k fallenden Kurse gehandelt wurde.

Hoffentlich haben sich die Berliner Verantwort­lichen Außenpoliliker vergewissert, daß sie sich j« Westeuropa jetzt nicht um eines lebenden Leic'« nams willen in Schwierigkeiten gebracht haben.