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Anzeiger für die Sfabf und den Kreis .Wbo. Amtliches kreisblakk.

| 53. Zadrg

Donnerstaa, 15* April 1926

ZeBchlflvd und die Genfer Studienironllniiiion

wtb London. 14. April. (Eig. Funkmeldg).

ReiGoerkehrNiHel und ReiGlnaßerftrntzen

Reichsverkehrsministeriums.

Nach dem putsch in Saloniki.

Die aufständischen Obersten zum Tode verurteilt.

Das außerordentliche Kriegsgericht in Athen verurteilte die Führer des Aufstandes von Saloniki, die Obersten Djavelas und Karakufas, zum Tode, und sieben weitere Angeklagte zu Freiheitsstrafen.

Bisher hat sich der griechische Diktator Pangelos darauf beschränkt, unbequeme politische Gegner in die Verbannung zu schicken. Das begann mit dem General Plastrias, der seinerzeit auf einem griechischen Kriegsschiff noch Italien transportiert wurde, in der Zwischenzeit allerdinas nach Grie­chenland zurückkehrte, später nach Südslawien floh, und auf dessen Kevf augenblicklich eine Prämie von einer Halden Million gesetzt ist. Es wurde dann in der Verbannung der gefährlichsten politischen Geg- ner unter Führung des ehemaligen Ministerpräst- denten Michalakoyulos fortgesetzt, die gemeinsam auf die kleinen Vulkaninseln Santorini im Aegäi- schen Meer transportiert wurden. Das jetzige Ur­teil ist das erste Todesurteil, das Pangalos ver-

* Die Krise in der sächsischen Sozialdemokratie. Wie die Blätter aus Dresden melden, hat der sonal- demokratilche BezirksvorstandvonOstsachsen eine Reibe dem rechten Flügel der Partei anae- hörende Mitglieder aus der Partei ausgeschlossen, darunter den sächsischen Ministerpräsidenten Heldt, ben Innenminister Müller und den Dresdener Polizeipräsidenten Kühn«

Nach einer vom „Nerenork-Herald" wiederge­gebenen Meldung aus Tientsin sind Amerikaner u. andere Ausländer, die sich im Auto nach Tientsin begeben wollten, in einen Kampf hinein­geraten und dem Feuer der beiden Parteien ausgesetzt gewesen . Sie hätten nach Peking zurück- kehren muffen. Peking selbst sei jetzt so gut wie isoliert und von neuem durch Flugzeuge beschossen worden. ______ ___________

* Zum Empfang PaeelliS beim Pap» wird noch gemeldet: Der Papst bezeugte in seiner Unterredung mit dem apostolischen NuntiuS in Berlin, Pacelli, bei dem Empfang lebhaftes Interesse für die Lage in Deutschland, wobei er seiner Freude über die ausgezeichneten Beziehungen zwischen Deutsch- land und dem Heiligen Stuhl Ausdruck gab. Die zahlreichen Pilgerfahrten seien ein erneuter Beweis für die Liebe und die Anhänglichkeit der deutschen Katholiken zum Heiligen Stuhl. Auch seine Freude über die Anhänglichkeit der jungen Leute der Ber­einigung „Neues Deutschland", die er am gleichen Tage empfangen hatte, gab der Papst erneut Aus­druck.

dckß die Schweizer Delegierten aus der Haupttagung des Völkerbundes für die Aufnahme Deutschlands

in den Völkerbundsrat, aber gegen die Schaffung neuer Ratssihe stimmen sollen, keill die Schweizer Deyeschen-Agentur mit. daß Bundesrat Motta nichts derartiges gesagt habe. Die Schweiz sei aber gegen eine Erweiterung des Völkerbundsrates außer dem Eintritt Deutschlands.

Verschiebung der Kbrüstungs« Konferenz?

Der Reichskommissar für die besetzten Gebiete, Freiherr Langwerth von Simmern,

sende Fragen zu besprechen. Der Reichskommissar hat sich nureinigeStundeninParls auf- gehalten und bereits die Rückreise nach Koblenz an­getreten.

lieber die drei Unterhändler, die im Nomen A b d elKrims mit der französischen und der spanischen Delegation in Ujda verhandeln wer­den, werden folgende Angaben gemacht: Si Mo­hammed Azerkane ist nicht nur Außenminister, son- dern verwaltet auch das Marineministerium und ist der Schwager Abd el Krims. Der zweite Delegierte, Si Mohammed hitmi, öfters hady Ben hitmi ge­nannt, ist der Vetter Abd el Krims und eine Art Kabinettsrat im Außenminist-rimn. Der dritte Delegierte hady Mohammed Scheddi ist der Kam­merherr Abd -l Krims. Alle drei gehören dem Stamme der Bem Uriaghet an, dem auch Abd el Krim selbst antstammt.

Schweiz und Deutschlands vatssitz.

wtb Bern, 14. April. (61g. Funkmeldg ). Gegenüber Blättermeldungen, wonach Bundesrat Motta im Schweizer Sländerat erklärt haben soll,

fische Beaierung werbe einen dahingehenden Vor- fchlag machen. Dieser Entschluß sei auf Grund von Voncours Warschauer Besprechungen mit ver-

Um den Frieden in Nordafrika.

Vainleve über die Verhandlungen mit den Rifleuten.

Der französische Kriegsminister P a i n l e v e hat nach dem „Petit Parisien" nach Schluß des Mini­sterrats über die mit den Rifleuten demnächst be­ginnenden Verhandlungen erklärt, daß diese meh­rere Wochen dauern würden. Was die in der Presse veröffentlichten Friedensbedingungen betreffe, die von Frankreich und Spanien den Rif­leuten angeboten worden seien, so handele es sich nicht um eigentliche Friedensbedingungen, sondern um Hauptpunkte, die als Verhandlungsbasis dienen sollten. Man muffe immer einen gewissen Spielraum lassen, um den Unterhändlern die Mög­lichkeit zu geben, gereifte Ecken abzurunden.

Ein Vertreter des „Temps" hat mit General Simon, der in Marokko eingetroffen ist und an der Spitze der französifchen Delegation steht, eine Unterredung gehabt. Aus den Ausführungen des Generals fei folgendes hervorgehoben:

Abd el Krim, so erklärte er, ist der Führer eines der nördlichen Rifstämme. Er ist nicht der einzige Führer und man würde in Marokko selbst nicht sehr weit zu gehen brauchen, um gegen­wärtig 5 ober 6 Agitatoren seines Schlages zu finden. Er verdankt feine Berühmtheit nur der außerhalb Marokkos zu feinen Gunsten betriebenen Propaganda und den Ermutigungen überhaupt, die er ernsten hat. Wir werden nicht mit Abd el Krim, auch nicht mit einem Stamm verhandeln, sondern mit den Vertretern aller Stämme, die zu uns gekommen sind. Es handelt sich nicht um Ver­handlungen, die im Namen Frankreichs und Spa­niens geführt werden, sondern um Verhandlungen im Namen der s h e r i f i s ch e n Regierung, deren einer Vertreter an Ort und Stelle zu uns stoßen wird. Der Rifaufftand ist ein örtlicher Ausstand, ein die Innenpolitik Marokkos interessierendes Er­eignis. Deshalb kann die Frage nur durch die Marokkoregierung unter dem Beistand der Protek­toratsmächte Frankreich und Spanien geregelt wer­den. Der Maghzen allein ist berechtigt, die Unter­werfung entgegenzunehmen.

Auf die Frage, wie die Pazifierung in bet Praxis sich werde durchführen lasten, erwiderte General Simon: Durch die Wiederherstellung des Wirtschaftslebens werde der Herd des Rif- aufftandes viel eher erstickt werden als durch irgend­eine andere Maßnahme. Die Besprechungen, die wan beginnen wolle und deren günstiger Erfolg sich in so vielem ankündigt, feien unerläßlich für diese Wiederherstellung.

noch bejahte der Minister die Notwendigkeit, auch heute große $ e 11 e f) r s p o l i t j t au treiben, und sich nicht nur auf das zu beschränken, was der Augenblick fordert. Es dürfe auf keinen Fall der Zustand eintreten, daß unsere Wirtschaft wieder in die Höhe komme, und dann womöglich unzurei­chende Verkehrsmittel vorfinden würde.

Anschließend begrüßte der Minister die zahlreich anwesenden Ländervertreter und den Vertreter der Deutschen Reichsbahngesellschaft. Alsdann hielt Ministerialdirektor Gährs vom Reichsverkehrs. Ministerium ein Referat über die Aufgaben der Reichswafferstraßenoerrealtung, wobei er erwähnte, daß die Reichswasserstraßenverwaltung es sich an­gelegen fein lasten werde, Hamburg, Bremerhaven und Emden für die größten Schiffe des Weltver­kehrs zugängig zu machen. Graf Rödern brachte den Wunsch des Beirates zum Ausdruck, vor der Entscheidung der Parlamente Gelegenheit zur Be­gutachtung der Haushaltsanschläge der Reichswas­serstraßenverwaltung zu geben. Der Vorsitzende sagte dies zu. Hinsichtlich der Frage der zukünftt- gen Organisation einer eigenen Reichswasserstra­ßenverwaltung beschränkte sich der Beirat entspre- chend einem Antrag des bayerischen Ministerpräsi­denten Held auf Kenntnisnahme her Ttenffdirift bes

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„THorning Post" meldet, die endgültige Weige­rung Soivjetrußlands,an der Abrüstungs- konferenz teilzunchmen, werde vielleicht dazu füh­ren, daß die gesamte Frage der Abrüstung zu Lande und zu waffer vorläufig verschoben wird. „Daily Herold" hält es für fast sicher, daß hie Ab- rüsfunoskonferenz verschoben wird. ?* '

Wie die Agentur Indo-Pacific aus Shanghai berichtet, sind gegen das japanische Kosulat tn Shanahai Bomben geworfen worden. Japan, das mit Sicherheit festgestellt hat, daß das Attentat von Chinesen unternommen worden ist, erhob energi- schen Protest in China.

Wie Havas aus Peking berichtet, ist nunmehr festgestellt worden, daß Tuanschijui nach dem Staatsstreich vom Samstag in das Legationsviertel geflüchtet fei und das Siegel des Chefs der Exekutivgewalt mitgenommen habe Er hat bekannt geben lasten, er übernehme nicht die Der- antmortung für die während seiner Abwesenheit veröffentlichten Dekrete.

Wie Havas aus Peking berichtet, habe der ehr- malige Premierminister Schia Tehyav, der sich m das Legationsviertel geflüchtet habe, an den Doyen der Minister eine Rote gesandt, rn der er erklärt, Tuan Schi Yui, der durch Gewalt verhindert fei, , feine Funktionen zu erfüllen, sei nicht ücfgetreten.

Die franzö- Tuan Schi Yui habe Instruktionen nach den Pro- ringen gesandt, damit die Ordnung aufrechterhal- ten und keine der Wellungen bei Zentralregierung aitsgefubrf werden. Die militärischen und zivilm Füh.er billigen den Staatsstreich nicht. Tim echt Yui hoffe, die Bewegung einbämmen und die Re- gierung wieder einsetzen zu können Tien Wei Scbin sei in Peking angekvmmen und habe nntge- teilt, daß 40 000 Mann Nan Juan besetzen würden. Die Streitkräfte Kuo Min Schurigs hat» ten die Truppen Li Schin Lings bis über Feng Tai zurückgeworfen. Sie hätten ebenso auch die Truppen der Mukdenarmee aus Tung-Scheou ver­trieben. In der Stadt herrsche Ruhe.

ist in Paris eingetroffen, um mit Botschafter von I frefern der polnischen und rumänischen Regierung Hösch verschiedene, das Besatzungsregime betreff I zustandegskommen.

Die Erkundigungen der deutschen Missionschefs frt Paris, London, Rom und anderen Hauptstädten haben soweit befriedigt, daß die e i n m ü t i ge A uf- faffung des Reichskabinetts zurMitwlr- kung der Vereinfachung der Ratsform aufrechter-, halten werden konnte.

Wie das .,B. T." erfahren haben will, dürfte in den nächsten Tagen dieAbsendungder deut­schen Antwort auf die Einladung des Dölkerbunds- fetretariates zu erwarten fein. Nach der Rückkehr des Außenministers Stresemann sollen bann die Vorbesprechungen mit den übrigen Regierungen fortgeftihrt und die Ernennung des deutschen Ver­treters vollzogen werden. Das Blatt hält die Er­nennung von Ministerialdirektor Gauß für wahr­scheinlich.

Gegen die Geheimdiplomatie.

Der englische Lord Parnoor sagte in einer Rede fn Sheffield: Bei der letzten Genfer Völkerbunds­tagung wurden die alten Grundsätze der Geheim- viplomatie angewandt. Wer aufrichtig den neuen Geist in den internationalen Beziehungen wünsche, sei von dem aus solcher Geheimdiplomatie sich er­gebenden Mißerfolg nicht überrascht. Für die Septembertagung in Genf aber müsse die Gefahr eines neuen Fehlschlags beseitigt wer­den. Die Ernennung einer Kommission sei ein zweifelhaftes Experiment. Die Lösung der «Schwierigkeiten sollte in erster Linie öffentlich in der Dölkerbundsversammlung erörtert werden. Es sei unbedingt erforderlich, daß England end­gültig unverzüglich erkläre, die einzige Frage, bie zunächst geregelt werden müsse, sei der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund. Dieser Ein­tritt dürfe nicht zum Anlaß für geheime Verein­barungen oder Intrigen gemacht werden. Wenn die Locarnovereinbarungen wirklich eingebalten wer­den sollten, müsse jede Frage einer künftigen Um­bildung des Rates in der Schwebe bleiben, bis Deutschland Mitglied der Versammlung und des Rates und imstande sei, seinen Einfluß in den beiden Körperschaften auszuüben.

£orb Grewe bei Vriand.

Ministerpräsibent Briand hat den englischen Botschafter Lord Grewe empfangen.

Die Fürstenabfindung.

Um die endgültige Formulierung des Abfinduvgs- kompromifses.

Zu Verhandlungen der Regierung Spar- teien über den Kompromißentwurf zur Fürsten- abfindung, die am Dienstag stattfanden, teilt das B T." mit, daß der Kompwmißentwurf während der Osterferien noch einmal vom Reichsjustizmini- sterium übercrrbeitet und eine Reihe von Aende- rungen vorgenommen worden ist. Die Bespre­chungen ergaben eine Reihe von Differenz» punkten, vor allem in der Frage der Rück­wirkung. Das Blatt rechnet damit, daß der Reichskanzler bie Führer der Regierungs- Parteien für Freitag zu einer Besprechung zu- sammenberufen wird, bei der dann, soweit die Re­gierungsparteien in Frage kommen, die Entscheidung über den abgeänderten Kompwmißentwurf fallen soll. Wahrscheinlich wird der preußische Fi» nanzminister am nächsten Dienstag im Rechts- ausschuß für die preußische Regierung eine Er­klärung für den Kompwmißentwurf abgeben. Das Plenum des Reichstages dürste sich in den letzten Tagen des April mit der Angelegenheit be- fassen.___

Bombenattentat in Zhanghai.

Der endgültige Reichswasserstraßenbeirat trat am Diensatg in Berlin zu seiner ersten Tagung zu­sammen. Der Borsitzenbe. Reichsverkehrsminister Dr. K r o h n e, machte zur Eröffnung einige gründ- süßliche Ausführungen, in denen er darauf hinreies, daß fünf Jahre über den vorbereitenden Ar­beiten für die Zusammenstellung dieses Kreises ver­gangen seien, und begrüßte in den Erschienenen die prominenten Persönlichkeiten aus Wasserwirt­schaft und Verkehrsleben .

Das Aufgabengebiet des Wafferstraßenbeirates umriß der Minister im Gegensatz zu den entspre­chenden Umgrenzungen, bie für den Reichseifen» bahnrat und für den Beirat der Reichspostverwal» tung gelten damit, daß der Reichswasferstraßenbei- rat in allen Angelegenheiten der Wasserstraßen mit- zuwirken habe Analog der Tätigkeit des Reichs» reirtfchaftsrates habe auch der Reiibswasierftrahen- beirat lediglich eine begutachtende Tätigkeit auszu­üben. Die Abgrenzung gegen bie Aufgaben der Bezirksbeiräte fand der Redner darin, daß der Reichswasferstraßenbenrat sich auf bie ganz großen Fragen zu beschränken habe. Besonbers habe er das Recht, von den Einnahmen und den Aus­gaben des ordentlichen und außerordentlichen Haus- Halts der Reichsreasierstraßenverivaltung rechtzeitig Kenntnis zu erhalten. Der Minister betont die Schwierigkeiten der augenblicklichen Lage. Den«

hängt.

Lin weiteres Todesurteil.

wtb Athen, 14 .April (Eig. Funkm.) Das außerordentsiche Kriegsgericht hat noch einen wei­teren Führer der Anfftandsbewerung in Sa­loniki, Oberstleutnant paklrdjls, zum Tode verurteilt.

• Neue ArbeitSloseudemonftrationen in War­schau. Dienstag vormittag rotteten sich in Warschau abermals vor dem Staatlichen AibeitsvermittlungS« amt und dem Arbeitsministerium gegen 1000 Er­werbslosen zusammen, bie in daS Innere der Ge­bäude einzuvringen versuchten. Erst herbeigeholten Verstärkungen gelang eS, die Ordnung wieder her­zustellen. Bei bet Säuberungsaktion wurden viele SchutzpoliMen verletzt. Gegen 70 Demonstranten wurden Verhaftet.

♦ Die Rückkehr Mussolinis. Mussolinis Rück- kehr aus Tripolis wird für den 18. oder 19. April erwartet, sodaß er dem Fest der Gründung Roms am 21. April beiwohnen kann.

* Faszistische Ausschreitungen in Prag. Nach I einer faszistischen Versammlung in P r a g, in der es zu scharfen Angriffen gegen den Minister des Aeußern, Dr. D e n e f ch, und zu Tätlichkeiten ge­gen Angehörige anderer tschechoslowakischer Par­teien kam, drangen nachts etwa 30 Faszisten in bas Restaurant des deutschen Hauses ein, reo sie tschechi- sche Lieder sangen und durch herausforderndes Lär- men das Eingreifen der Polizei veranlaßten. Diese nötigte schließlich die Demonstranten, den Saal zu verlassen. . t ,

♦ Die Teilkrife m Belgrad beendet. Die durch den Rücktritt des Verkehrsministers Miletitsch ver» ursachte Teilkrife wurde beendet. Das Finanz­ministerium erhielt der radikale Abgeordnete Ninko Peritsch, ehemaliger Minister, und das Verkehrs- mmisterium der . bisherige Landwirtschaftsminister Wanr Iwanowitsch, der sein früheres Departement ‘ bis auf weiteres intermistisch verwalten soll.

I Erscheint sechsmal wScheutllch «ockenbeNageni „Illustrierte Bei» läge" nttb „BuckienblLtter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Act'endruckerei in stulda. 0ke-nlvrecher Rr. 9-

Monatlicher vernaSnreiS: 150 ____

Die hailSelrveMäge.

Das deutsch-französische Zusatzabkommen zum Handelsabkommen.

Mit der sranzössichen Regierung ist, wie gemefc bei, am 8. April 1926 ein Zusatzabkommen zu dem Handelsabkommen vom 12. Febr. 1926 geschlossen worben, burch das u. a. unter den gleichen Bebin» gungen wie früher ein neues Kontingent von <-1000 Doppelzentnern für frische Küchengemüse der Tarif» nummer 33, jedoch mit Ausnahme von Btumen- kohl, Weißkohl, Rotkohl, Wirsingkohl und Rosen» kohl vereinbart worden ist. Das Zusatzabkommen bedarf noch der Ratifizierung. Es findet jedoch be­reits mit Mutung vom 16. 4. 26 an Vorbehalt» sich späterer Ratifizierung in der Weise Anwendung, daß die Unterschiebsbeträge zwischen ben nach Dem Zusatzabkommen anzuwenbenden Zollsätzen und ben autonomen Sätzen einstweilen ohne Sicherheitslei- ftung und Verzinsung gestundet werden.

Nach dem Zusatzabkommen soll ferner für die- jenigen früheren Sendungen von stifchen Kuchen- gemüfen, auf bie zunächst bie niedrigeren Zollsätze des Abkommens vom 12. Febr. 1926 angeroenbet sind, weil bie Erschöpfung des ersten Kontingents von 27 000 Doppelzentnern ben Zollstellen noch nicht bekannt war, eine Nachsorberung der Unterschieds- betröge nicht eintreten. Auch werden die Differenz- betrage einstweilen gestundet. Es wird ledoch ganz besonders daraus hingewiesen, daß mit einer glei­chen nachträglichen Zollerrnäßigung für etwaige, bas neue Kontingent übersteigende Einfuhrmengen auf keinen Fall zu rechnen ist.

Zufahabkommen der belgisch-luxemburgischen Dirtschaftsunion.

Wie Havas aus Brüssel berichtet, hat die belgisch­luxemburgische Wirffchaftsunion und Frankreich am 10. April in Paris ein Zusatzabkommen unlerzeich» net, bas bie Bestimmungen ber zwischen ben bei» ben ßänbern bestehenden Abmachungen an die durch bas Inkrafttreten der 30prozentige Erhöhung der französischen Zollsätze geschaffenen neuen Lage anpaßt.

Die englischen IndustrieschutzzSlle.

Im englischen Unterhaus teilte der Präsident des Handelsamtes, Cunliffe Lister, auf eine An- frage mit, daß nach feiner Information eine Ver­einbarung zwischen den Glühstrumpfvereimgungen in England und Deutschland sowie ande­ren Ländern geschlossen worden sei, wonach die deutschen und anderen Vereinigungen keine Glüh- strümpfe im Vereinigten Königreich und gewissen anderen Teilen des britischen Reiches verkcmfen würden, während die brisischen Fabrikanten ferne Waren auf dem europäischen Kontinent und m ben «Bereinigten Staaten verkaufen würden Cun- liffe Lister teilte ferner mit, daß fett Suh des ver­gangenen Jahres zehn Kunstfeidefabriken in London eröffnet worden feien. Sechs weitere würden binnen kurzem eröffnet werben. Eine An­frage, ob nicht bie Zunahme der Einfuhr von Packpapier nach England steige und daß eine ^n- dustrieschutzabgabe ratsam wäre, wurde von Cun- liffe Lister bejaht.

Amerika und Mussolini.

In der Senatsdebatte in Washington über die italienische S ch u l d e n r e g e l u n g bezeich­nete Mc. Kellar, demokratischer Senator von Ten- nessee, Mussolini als einen Despoten und das schlimmste Uebel, das bas italienische Volk feit einem Iahrhunbert befallen habe. Der republika­nische Senator von Pennsylvania Reeb warnte vor solchen Aeußerungen, da diese als Unfreunblichkeit gegen Italien aufgefaßt werden könnten.

• Oesterreichisch-voluischer Schiedsvertrag. Der in Wien abgeschlossene Schiedsvertrag zwischen Oesterreich und Polen, der während der Anwesenheit des polnischen Außenministers und Ministerpräsi­denten Skrzynski unterzeichnet wurde ch dem österreichisch-tschechoslowakisch. Schieds- gerichtsvertrage nachgebildet. _________