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ulb aerZeitung

Mittwoch, 14. April 1926

Nr. 85

IM die

6us dem Saargebiet.

Tagung des saarländischen Landesrats.

Der Landrsrat in Saarbrücken nahm zu den neuen Steuerngesetzen der Regierungskommission Stellung. Dor Eintritt in die Tagesordnung gaben die Vertreter der einzelnen Fraktionen kurze pro­grammatische Erklärungen über ihre Stellungnahme zu den Veränderungen in der Zusammensetzung in der Regierungskommission ab. Sämtliche Parteien sprachen im Anschluß daran nochmals die Forde» rungen aus, die di« Saarbevölkerung an die Regie­rungskommission zu stellen habe. Sie gipfelten im wesentlichen in dem Wunsche: Wahrung unserer Rechte und Vorbereitung der Rückkehr des Saargebietes zum deutschen Vater­land e durch die Anpassung der Gesetzgebung aus allen Gebieten an die deutsche. Bezüglich des neuen Präsidenten der Regierungskommission, des Kana­diers St e p h e n s, wurde einhellig erklärt, daß bis­her wenig Grund vorliege, ihn zu rühmen, daß man vielmehr vorläufig noch Zurückhaltung beo­bachten müsse. Auch die Tatsache, daß zum fran­zösischen Mitglied der Regierungskommission der bisherige Generalsekretär Moriz«, der Reffe des ab« gedankten Rcmlt, ernannt worden sei, sei weniger begrüßenswert, denn man dürfe annehmen, daß er selbst im Sinne seines Oheims wirken werde. Im- merhin, so wurde betont, seien zwar keine neuen Männer in die Regierungskommission eingezoZen, doch sei ein Mann geschieden, Victor Rault, der das westlich orientierte System verkörpere, das mit seinem Weggang hoffentlich für immer g e b r o- ch e» sei.

* Nuntius Pacclli beim Papst. Der Papst empfing den apostolischen Nuntius in Berlin, Pacelli. ___________

Vie Verhandlungen in Udjda.

Wie chavas berichtet, ist General Simon, einer der französisechsn Delegierten für die ht Udjda stattfindende Friedenskonferenz nach Mar- feine abgereist. Der Unterdirektor im Auhemmm. sterium, Ponfot, der ebenfalls zur sranzösrschen Delegation für die Udjda-Konferenz gehört, wrrv Paris verlassen, um nach Madrid zu reisen.

Ministerpräsident Driand hatte auch eine Bespre­chung mit Kriegsminister Painlev« und dem Gene- ralresidenten in Marokko, Steeg, der den am Id. April in Udjda beginnenden Friedensverhandlun­gen mit den Rifleuten beiwohnt.

Rach dem „Paris-Soir" sollen endgültig die den Rifleuten zu unterberitenden Friedensbedin­gungen festgelegt werden.

Im Uebrigen steht nach einer Havasdepejche aus Rabat fest, daß die Unterwerfungsbe­wegung unter den bisher noch nicht unterworfe­nen Beni Serual und Senhadja weiteren Um-

Rumänien.

Znr Rückkehr des Prinzen Carols.

An au'orisierten Stellen dementiert man, fo be­richtet Hovn?, in kategorischster Weile die phantasti­schen Gerrche über die Piäne des Prinzen CcnolS von Rumänien und über seine Beziehungen zu dem Hoke in Bukarest. Man bemerke übrigens, das, die Wiederverlöhnnng, auf der gewisse ausländische Zeitungen so oft bestünden, nicht vonstatten zu gehen braucht, da ja die guten Beziebunaen zwischen Carol und der rumänischen Königsfamilie nicht ge­trübt worden seien.

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Mussolini in Tripolis.

Rach einer Meldung der „Agencia Stefan!" aus Tripolis hat Mufolini das K ü st e n g e b i e t west­lich von Tripolis bereist. Ueberall wurde ihm von der Bevölkerung ein feierlicher Empfang bereitet.

Dar deutsche Koloniolprobkm

Unter dieser Ueberschrift veröffentlicht Steidg innenminister Dr. Külz, der als Kommissar für das Reichskolonialamt in den Jahren 1907 und 1908 in Deutsch-Südweftafrika dw Selbftverwal tung für die Gemeinden eingerichtet hatte, tm „B. T." einen Artikel, in welchem er betonte, daß die Kolonialsehnsucht Deutschlands mit Imperialis­mus und Materialismus nichts zu tun habe. Di« Wiedereinreihung Deutschlands m die Kolonial­mächte sei vielmehr eine Sache des deutschen Rech­tes, der deutschen Ehre und der wirtschaftlichen, po- litischen und kulturellen Gleichberechtigung. Unter Berufimg auf eine Aeußerung des amerikanischen Staatssekretärs Lansing erinnert Dr. Kulz daran, daß die Aufteilung der deutschen Kolonien dem Punkt 5 der Wilsonschen 14 Punkte widerspricht.

Der Verfasser weist ferner entschieden Vie Ko - lonialschuldlüge über die deutsche Unfähig­keit zur Kolonisierung zurück, die die Kolonialfrage zu einer Frage der nationalen Ehre mache. Dr. Külz beruft sich dabei auf eine Reihe von Zeugnis- sen, insbesondere auf die Ausführungen des Vrs- count Milner im Kgl. britischen Kolonial,nst,tut vom 13. Januar 1914. Auch der frühere englische Kolonialgouverneur Sir Harry Johnston habe kurz vor dem Kriege- in einem Kolonialvortrag m Stutt­gart gesagt: „Wenn von den großen Kolomalvol- fern derWelt gehandelt wird, ist es schmierig,zwischen den Deutschen und den Engländern einen Unter­schied zu machen." Vom Standpunkt der Glmchbe- rechtigung der Völker untereinander habe Deutsch­land das historische und sittliche Recht, in der Reihe der Nationen zu verbleiben, die an der kulturellen und wirtschaftlichen Erschließung der überseeischen Länder beteiligt seien. Die koloniale Sache se, durchaus geeignet, zu einer putschen Dolkssache zu werden und sie vor der Welt zu vertreten als ein Gebot, ohne dessen Erfüllung eine t irkliche Gleichberechtigung Deutschlands nicht denkbar sei. _

Der Ausschuß des deutschen Volkes, von dem an der wirtschaftlichen und kulturellen Erschließung der Welt beteiligten Mächten sei eine einfache Unmög- feit. Die Teilnahme Deutschlands an der Entwick­lung der Kolonialgebiete gehöre zu den wirtschaft­lichen Lebensnotwendigkeiten Deutsch­lands. —

* Rücktritt des südslawischen Verkehrsministers. AuS Belgrad wird gemeldet: Infolge einer von Raditsch in Cakrac gehaltenen Rede, in der dieser den VerkehrSminister anklagte, für Zwecke der Elsen- bahn Kohlen geringerer Qualität eingekauft zu haben, reichre der Verkehrsminister Milet,teh seine Demission ein.

* DaS amerikanische Marineluftflottenprogramm. AuS Wasbiugton wird gemeldet: Die Gesetzesvor­lage, die 85 Millionen Dollar für das fünfjährige Bauprogramm für den Marineluftdienst vwsieht, wurde vom Repräsentantenhaus angenommen und geht nunmehr an den Senat.

wtt> London, 13. April. (Eig. Funkm.). Wie Reuter aus Peking meldet, steh, yunmehr fest, daß T u a n t s ch i j u i nach dem am Samstag erfolgten Staatsstreich sich auf ein Handelsschi s I" Gesandschaftsviertel geflüchtet hat. Er Hot

Aus Wien wird gemeldet: Bei der Dorstel- hing der Haller-Revue im Apollo-Theater kam es, als ein Komiker eine scherzhafte Be­merkung über Mussolini machte, zu einer italieni­schen Demonstration. Ungefähr 15 i t a l i e n i s che Studenten auf der Galerie brachen auf einen Signalpfiff in wüstes Lärmen aus und riefen einen tosenden Tumult im ganzen Hause hervor. Das Publikum wies die Ruhestörer energisch zurecht, die aus dem Hause entfernt und auf die Polizeiwache gebracht wurden. Die weitere Vor­stellung verlief ohne jede Storung.

Vie preußische Verwaltung.

Dem Amtlichen Preußischen Pressedienst zufolge wurde im preußischen Ministerium des Innern un­ter dem Vorsitz des preußischen Ministers des In. nern, Seo er in g, eine Konferenz sämtlicher preu­ßischer Ober- und Regierungspräsidenten über di« Frage der preußischen Verwaltungs­reform abgehalten. Zwei Referate, die von den RegierungspräsiderUen Bergemann-Düsseldorf und Krüger-Lüneburg erstattet wurden, brachten di« Wünsche und Gedanken der Vertreter der Provin- ziaibehörden zur Sprache. Die Staatsregierung müßte mehr dazu übergehen, die Obliegenheiten der Provinzbehörden zu erweitern und ihre Selbst­verantwortung zu stärken. Die Notwendigkeit eines engen Zusammenarbeitens der Provinzbehörden mit der Bevölkerung lass« den Plan, eine von den beiden Instanzen (Regierungs- oder Oberpräsiden­ten) fortfallen zu lassen, bedenklich erscheinen.

In der Aussprache stimmten fast alle Rednei den Grundgedanken der beiden Referate zu. Immer wieder wurde von den Vertretern der Provinzen betont, daß die Erhaltung der Regierungsbezirk« sowohl im Interesse des Staates wie der Bevölke­rung notwendig sei. Seoering betonte, daß er nach wie vor entschlossen sei, die Frage der Verwaltungs- reform vor die gesetzgebenden Körperschaften zu bringen, und zwar noch in diesem Jahre.

Ministerialdirektor Dr. Abegg berichtete über den StandderPolizeiorganisationunddie Verhandlungen mit den interagierten Mächten in den Fragen der Polizei. Sobald das Rrichsrahmen- gesetz für die Polizei vorhanden sei, werde das neue Polizeibeamtengesetz dem Landtage vorge­legt werden, das die Recht« der Polizeibeamten end- gültig regele. Die Neuordnung der Landjägerei sei ebenfalls m ihren Grundzügen vollendet. Seoe. ring führte sodann aus, nach feiner Uebergeugung feien wir aus dem Gröbsten noch nicht heraus. Di« starke Arbeitslosigkeit würde auch im Som­mer und nächsten Herbst noch nicht überwunden sein. Auch Ausschreitungen politischer Gruppen müsse m Rechnung gestellt werden. Der Minister richtete an die Over- und Regierungspräsidenten die Bitte, nach wie vor die wirtschaftlichen und politischen Vorgänge mit größter Aufmerksamkeit zu verfolgen. Er überschätze gewiß die Wirksamkeit der sogenannten Wehrorganisationen nicht. Bei der regen Tätigkeit der Radikalen auf beiden Flü­geln aber bestände stets die Gefahr, daß einmal die Flinten von selbst losgingen. Er erwarte von den Prooinzbehörden, daß sie mit ruhiger und vorsichtiger Entschlossenheit ohne jede Nervosit- aber mit der notwendigen Entschiedenheit bei gl gebenen Anlässen austreten würden.

Staatssiegel mitgenommen.

Vie Reparationszahlungen.

Die Monatsübersicht des Generalagenten für die Reparationszahlungen verzeichnet für Ttä r<; Gesamteinnahmen in Höhe von 86 460 966,3-- Goldmark und einen Barbestand am Monatsende von 60 680 514,32 Goldmark. Die Einnahmen für die ersten sieben Monate des zweiten Reparations­jahres betragen einschließlich des Barbestandes von Ende August 1925 insgesamt 709 723 729,75 Gold- { mark. Unter den Märzeinnahmen befindet sich ein Posten aus dem Reichshaushalt von 20 Millionen, Goldmark, eine Leistung der Reichsbahn von 50 Millionen Goldmark und der Ertrag der Beförde­rungssteuer mit 16,2 Millionen Goldmark. Ver­rechnet sind an Besatzungskosten 8,9 Millionen Goldmark, an Sachlieferung 60,4 Millionen Gold- mark und aus Eingängen aus dem Recovery Akt 18,6 Millionen Goldmark. An Zahlungen im im März bezw. in den ersten sieben Monaten des zweiten Reparationsjahres sind u .a. angewiesen: Für Frankreich 47,5 Millionen Goldmark (316,8), England 17,5 Millionen Goldmark (121,1), Italien 8 Millionen Goldmark (37.7) und Belgien 10,1 V Millionen Goldmark.

Das besetzte Gebiet.

Marx' und Severings Besuch in Koblenz.

Bor dem Gewerkschaftsausschuß für die besetzten Gebiete hielt Minister Dr. Marx eine Rede, in der er u. a. ausführte: Politisch und wirtschaftlich hat das deutsche Volk und besonders das rheinische, die schwierigste Zeit durchlebt. Selbsthilfe und Einig­keit haben das deutsche Volk aus seinem Chaos wie- der herausgesührt. Die Industrie hat mit allen Mitteln für den Wiederaufstieg des deutschen Vol- kes gekämpft; aber in der Hauptsache waren es der deutsche Arbeiter und die rheinischen Ge­werkschaften. Die Früchte dieses Kampfes sind Ein­heit und allmählicher Wiederausstieg des deut­schen Volkes.

Der preußische Innenminister Seoering führte aus: Der Ruhrkampf war ein weltgeschicht­liches Ereignis, der vor allem von den Arbei­tern und Beamten des Westens ausgefochten wurde. Don einem Mißerfolg des Ruhrkampfes kann keine Rede fein, denn dieser allein hat das ftanzösische Volk zum Verhandeln gezwungen und dieses große Moment ist der Erfolg des passiven Widerstandes. Wie hier Einheit und Einigkeit den Sieg errungen haben, so sollen sie auch unser Leit­stern sein für die zukünftige Arbeit.

Der Reichskommissar für die besetzten Gebiete, Freiherr Lang von Simmern, erklärte, er betrachte es als feine höchste Pflicht, am weite- ren Ausstieg des rheinischen Volkes mitzuwirken.

Nachmittags brachten in einer Versammlung vor allen die Vertreter der Landwirtschaft und des Weinbaues ihre Forderungen zum Ausdruck.

Innenminister Seoering versicherte, er werde alle Forderungen an die betreffenden Ressorts wei- tergeben, und dazu beitragen, daß diesen Forde­rungen stattgegeben werde.

Nach Meldungen aus Mailand hat der aus Anlaß der Eröffnung der Mailänder Messe dort an­wesende französische Handelsminister, Daniel

China und die Machte.

„Daily Mail" meftret aus Peking: Niemals in der Geschichte der Beziehungen der Mächte zu China sei ihr P r « st i g e so g e r i n g gewesen wie gegenwärtig. Die einzige Methode zur Wahrung irgend einer Achtung vor den Ausländern sei die Uebereinftimmung der Mächte bei einem allgemei­nen Plan zum Schutz ihrer Interessen zusammen- zuwirken.

Bei einem Bombenangriff eines „alliier­ten" Fugzeuges auf den Bahnhof Hsiehimen mür­ben viele Chinesen getötet. Wu Pei-Fu hat dem Führer der Kuomintschungarmee noch nicht geantwortet. Da di« „alliierten" Generäle Lilschinglin und Tschanghsuchl'ang setzten ihren Vor­marsch fort. Auf der Linie Peking-Hankau wurde jedoch der Eisenbahnverkehr wieder ausgenommen.

Die Mexikaner in Berlin.

Die aus 40 Herren bestehende mexikanische Studiengesellschaft, die sich au8 Industriellen, Kaufleuten. Landwirten, Ingenieuren, Aerzten und Hochschullehrern zusammensetzt, ist unter Führung deS stellvertretenden Präsidenten des mexikanischen Handelstages Fernandez auS Hamburg kommend in Berlin eingetroffen. Zu ihrem Empfang hatten sich Mitglieder der mexikanischen Gesandtschaft, bet deuisch-mexikanischen Handelskammer und der mexi­kanischen Kolonie sowie zwölf Herren deS Auswär­tigen Amte? eingesunden, die die Kommission auf? tÖärmfte begrüßten. Die mexikanischen Herren bt» ^»sichtigen, bis zum nächsten Montag in Berlin zu Meiben, um sich dann nach Leipzig zu begeben.

Die Gesellschaft richtete an Reichsaußenminister Dr. Stresemann ein herzliches Begrüßungs­schreiben.

Luthers Besuch in München.

Wichtige Besprechungen.

Der dieswöchigen Anwesenheit des Reichskanz­lers Dr. Luther und der beiden Minister Dr. R e i n h o l d und Dr. K ü l z in München wird in einem Berliner Blatt eine unpolitische Bedeutung beigelegt. Zutreffend ist nach guten Münchener Informationen, daß der Besuch des Reichskanzlers rein äußerlich der Gründungsfeier der Deutschen Akademie gilt. Es versteht sich aber von selbst, daß bei diesem Anlaß auch Besprechungen mit dem Mi- nisterpräsidenten Dr. Held und einigen Ressort- Ministern ftattfinben werden. Noch bedeutsamer ist die Reise der Minister Dr. Reinhold und Dr. Külz nach München. Für Bayern ist die Gestaltung eines möglichst günstigen Finanzausgleichs um so mehr zu einer Lebensfrage geworden, als dadurch auch die Durchführung der Derwal- tungsreform in Bayern nicht unwesentlich beeinflußt wird.

Daneben gibt es noch eine Reihe anderer Fra- gen, die das Verhältnis zwischen Bayern und Reich betreffen. Es wird behauptet, insbesondere Mi­nister Dr. Külz habe den.aufrichtigen Willen, mit Bayern zu einer Verständigung über eine Reihe schwebender Fragen zu kommen, damit Rei­bereien möglichst ausgeschaltet werden und ausge- schaltet bleiben. Wir glauben deshalb, daß bei den bevorstehenden Ministerkonferenzen Angelegen­heiten grundsätzlicher Natur zur Verhandlung kom- wen werden. Dem Ministerpräsidenten Dr. Held liegt namentlich auch daran, daß auch das Reich zu einer Vereinfachung der Verwaltung kommt. Er ist der festen Ueberzeugung, daß alle Sparmaßnahmen der Länder im Grunde wir­kungslos bleiben müssen, wenn nicht auch das Reich feinen großen Verwaltungsapparat abbaut. Cs hat deshalb in bayerischen Regierungskreisen die Aeußerung Dr. Reinholds, daß eine durchgreifende Derwaltungsreform im Interesse der Sanierung oer deutichen Wirtschaft nicht zu umgehen ist, um die notwendige erhebliche Reduzierung der öffent­lichen Lasten herbeizuführen, einen starken W i - "erhall gesunden. Wenn Dr. Reinhold dabe an die Mitarbeit von ganz Deutschland appelliert Hot, so wird er dafür bei der bayerischen Regierung volles Derftändnis und Entgegenkommen finden.

Einstweilen hat der bayerische Ministerpräsident freilich noch mit seiner eigenen Dermal- tungsreform Schwierigkeiten genug, denn von allen Seiten regnet es Proteste gegen den Abbau von A e m te r n, fo daß die Bayerische ®taatsgeitung ihr Entsetzen über dieses „Bombarde­ment und Trommelfeuer von Protesten, Entschlie- Bungen, Aufrufen, Telegrammen und heißblütigen Erörterungen", nicht verbergen konnte. Der Mini- , rpräsident ist aber sest entschlossen, sich durch "in« Hindernisse abschrecken zu lassen.

Anzeiger für die Stadt und den kreis Fulda. Amtliches kreisblakt.

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Griechenland. I Nach einer Hcwasmeldung aus Beirut macht

- ze • x. t < r » I die Unterwerfung der Aufständischen im Her- Die Präsidentenwahl m Griechenland sand mon-Gebiet weitere Forsschritte. 3m Verlaufe der am Montag in 23 Bezirken bet vollkommener Ruhe .jer durchgeführten Säuberungsaktion hätten die ftatt. Mehr als 90 Pro,ent der Wähler atnren ,u I -rrmzösischen Truppen 18 Tote, darunter drei Fran- den Urnen Pangalos wurde mit erdrückender n £ W verwundete, darunter ebenfalls drei Mehrhe11. an manchen Orten einstimmig, gewählt. Die Verluste des Gegners bezifferten

* I sich an Toten und Verwundeten auf ungefähr 700.

AuS Athen wird weiter aemelbet: Auf einer I Wie Havas aus Damaskus meldet, sind an zwei großen Versammlung führte PangaloS zu dem Auf. I Stellen, nämlich bei Kedem und in der Nähe von siande in Saloniki u. a. aus: Dieser Aufstand I Tarse, franzofentreue Stämme mit Drusen zusarn- ist das letzte Zucken des sterbenden Ungeheu-rs der I mengestoßen. Letztere seien zerstreut worden und volitilchen Fraktionen. Niemand wird mehr eine I hätten sieben Tote auf dem Kampffelde zuräckge- Empörung wogen. Dieser Ausruhr hat im Lande I lassen. In der Gegend von Aleppo hätten berittene wie im AuSlande gezeigt, daß das ganze Bolk wie I Streifkommandos die Drusen in der Gegend von ein Mann in einem Gedanken geeinigt ist: Es ist I Teil Hamad, 20 Kilometer südwestlich von Harim, dazu entschlossen, in Frieden zu leben! I angegriffen. Nach heftigem Kampfe hätten die

Drusen die Flucht ergriffen und 12 Tote, darunter einen Abteilungsführer, zurückgelassen. Flug­zeuge hätten die frangofentreue Stämme unterstützt.

fang annehme.

Ueber die Friedensverhandlungen mit den Nif. wesende franzofiicye j)anueismuu|iei, jjuiu« ■ Ruten will der „Petit Parisien wissen, daß 3™ar sßinent mit dem italienischen Wirtschaftsminister eine gewisse örtliche U n a b h a n g l g k e l t den die Frage der E r h ö h ung der f r a n zö s i s ch en Rifleuten zugebilligt werden könne, von einer vol- Griffe um 30 Prozent verhandelt. Es wurde I len Autonomie könne aber keineswegs die R.de vereinbart, daß darüber eine Konferenz zwischen fein. Dem W af fenstill stand mußte sofort die Sachverständigen beider Regierungen stattftnden allgemeine Entwaffnung der Risleute folgen.Man soll Die italienische Regierung soll für Italien werd« die Entfernung Abd el Krims fordern, der eine Dor Juasbehandlung fördern. eine Entschädigung erhalten wurde

eme ^orzugsoeyanvi y i „Journal" schreibt, man werde zunächst ver-

SAwiertahtiten im Somaltland. langen, M die französische Fronttime vorgeschoben ™ o I und durch eine Verbindung der spanischen mit den

wtb London, 13. April. (Lig. Funkm.) Rach frQn3öfij£f)en Stellungen die Einschließung des Rif- einer Meldung der „Times" aus dem l l a l i e n i - gebiete» im Osten vollendet werde. Wenn die Rss-

scheu Somaliland sind die Versuche, eine Rege- leute diese Truppenbewegung annähmen, wurden

lang mif dem Sultan des IMdschertin-Slammes zu- die eigentlichen Friedensverhandlungen folgen, stand« zu bringen, an Gebietsfragen gescheitert und Würden dreF'i^ensbedmgungen mch angenom- die Feindseligkeiten wurden wieder aufge- men, so wurden die Feindf eli gIe 11en soso« nommen. Das vlatt erinnert daran, daß gegen wieder^ktt-h so anspruchsvoll Ende Oktober italienische Truppen in Aluta und Mei&en, wenn man einmal am Verhandlungstisch hafun im Sultanat von Midschertin gelandet wur- I ^er Druck der Parlamentsmehrheit in Paris den, was einen Teil des Planes bilde, das gesamte I j m Sinne eines Friedensschlusses ist italienische Somaliland unter die direkte Son- I erheblich.

trolle des Gouverneurs der Kolonie zu bringen. I ~ ~

------------- Zur Lage in Syrien.