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FuldaerZerlung

Anzeiger für die Stadt und den Kreis Fulda. Amtliches Kreisblakk.

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Erscheint 'echsmai wöchentlich. Wochenbeil egen: Illustriert« Bei­lage" und .Buchenblötter". Rotarwlirvruck und Verlag der sluldaer ? ctiendrvcherei in stvlda. ssernivrecher Nr- 9. eronntNcher Beiu»?l»rein- <.sn wf.

Freitag, 2. April 1926.

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53. Zahrg^

Jas ReichsKahinett über die VölKerbundssrage.

Das R e i ch s k a b i n e t t hat sich in feiner Sitzung am Mittwoch mit dem vor kurzem von dem Generalsekretär des Völkerbundes der deutschen Re­gierung mitgeteilten Beschluß des Völkerbundes be­schäftigt, durch den Deutschland eingeladen worden ist, an den Beratungen der Kommission teilzuneh­men, die demnächst die Frage der Zusammensetzung des Rates sowie der Zahl seiner Mitglieder und das Verfahren ihrer Wasil prüfen soll. Im Reichs- sabinett ist bei dieser ersten Erörterung der Ange- leaenheit die einmütigeAuffassung zutage getreten, bei der weiteren Behandlung der vor­stehend gekennzeichneten Ratsfrage m i t z u w i r - k e n. Die Beschlußfassung über die sachlichen Ein­zelheiten ist einer späteren Kabinettssitzung Vorbe­halten worden.

Zu dieser halbamtlichen Mitteilung über die Stellungnahme des Reichskabinetts, zu der an Deutschland ergangenen Einladung, an den Bera­tungen der Kommission für die Erörterung der Ratsfrage tsilzunehmen, schreibt die „Tägliche Rundschau" u. o.:

Der Beschluß des Kabinetts ist dahin zu ver­stehen, daß die deutsche Regierung bereit ist, die Einladung zur Teilnahme an den Arbeiten der Studienkommilsion anzunehmen. Dieser Be­schluß liegt durchaus im Sinne der deutschen Au­ßenpolitik. Bei der Stellungnahme zu der Ein­ladung war zunächst zu berücksichtigen, daß die An­regung zur Einsetzung der Kommission von Deutschland ausgegangen ist. Ferner fiel ins Gewicht, daß in der in Genf veröffentlichten Kund­gebung der L o c a r n o m ä ch t e die Aufrecht­erhaltung und die Fortentwicklung der Locarnopo­litik als notwendig bezeichnet worden ist. Es kann hinzugefüat werden, daß von französischer Seite in­zwischen Mitteilungen erfolgt sind, die darauf schlie­ßen lasten, daß man in Paris das Verhältnis zwi­schen Frankrei chund Deutschland so auf­faßt, als ob Deutschland tatsächlich schon in den Völkerbund ausgenommen würden sei. Es handelt sich dabei nicht nur um Worte, sondern man wird auch damit rechnen können, daß die Ab­

wicklung der Fragen, so z. D. auch die D e r h a n d- lungen über die Luftfahrt vor einem be­friedigenden Abschluß stehen. Auf jeden Fall ent­sprechen die Beziehungen zwischen den Locarno­mächten vollständig der Kundgebung, zu der sich die Vertreter dieser Mächte in Genf bekannt haben. Wer als Vertreter in die Studienkommission von deutscher Seite entsandt wird, und in welcher Form Deutschland teilnimmt, ist noch nicht be­stimmt worden. Die Cntschließungsfreiheit Deutlch- landss durch die Teilnahme an den Arbeiten der Kommistion wird in keiner Weife beeinträchtigt, und Deutschland behält nach wie vor s r e i e ch a n d, seinen Eintritt in den Völkerbund zurückzuziehen, wenn die Verhandlunaen sich in einer Richtung ent­wickeln, in der Deutschland nicht folgen kann.

Der Demokratische Zeitungsdienst will wisten, daß der Plan, lediglich „einen deutschen Beobach­ter" in die Genfer Studienkommission zu entsenden, fallen gelassen wurde. Cs sei anzunehmen, daß die Art der Instruktionen des deutschen Vertreters sich kaum von den Vollmachen der Vertreter der anderen Mächte unterscheiden werde. Anaesichts der für olle Mächte bestehenden Notwendigkeit einer besonders sorgfältigen Vorbereitung der Stu­dienkommission werde auch von deutscher Seite bald nach Ostern eine diplomatische Fühlung­nah m e mit den beteiligten Regierungen eingelei­tet werden.

Stresemann in klnnaberg.

wtb. Berlin, 1. April. (Eigne Funkm.) Der Reichsaußenminister hat sich der ,B. Z.' zufolge nach Annaberg begeben, wo er beute abend im Rahmen einer internen Partei-Veranstaltung an­läßlich des Bismarcktages tprecken wird Strese- mann dürfte am Freitag einen länacren Oster­urlaub antreten, besten Dauer und Ziel noch nicht bekannt ist. Reichskanzler Dr. Luther bleibt in Berlin.

Grotz-veutschland.

Stresemann über Rameks Besuch.

Dir „Voss. Ztg." veröffentlicht eine Unterredung des Reichsaußenministers Dr. Stresemann mit dem Berliner Vertreter der „Reuen Freien Presse". Dr. Stresemann erklärte u. a.: Der dreitägige Besuch des Bundeskanzlers Dr. Ramek hat hier einen tie- len und dauernden Eindruck hinterlassen. Zu den Kommentaren der ausländischen Preste über den Besuch des Bundeskanzlers sagte Dr. Strese­mann, nach der oben zitterten Quelle: Aus allen diesen Presiekommentaren spricht das schlechte Gewis. sen derjenigen, di« den Gedanken des Selbst­stimmungsrechtes der Völker im Kriege so sehr zu betonen wußten, und die sich durch die Tatsachen ungern daran erinnern lasten, wie sie in den Bestimmungen ihrer Friedensverträgr diesen Gedanken behandelt haben. Wir wisten uns, sy schloß Stresemann seine Erklärungen, in der Be­handlung der Frage der Beziehungen zwischen Oesterreich und Deutschland völlig eins mit den Lei- fern der österreichischen Regierung.

Vie Führung des Zentrums.

Nach dem Tode des Vorsitzenden der Zentrums- Fraktion im Reichstag, Fehrenbachs, macht sich »mdie Führung im Zentrum große Sorge ~ die „Kasseler P o ft", ein Organ, das sonst von der schweren Aufgabe geplagt wird, deutsch- nclliouale Oppcsitionspolitik a la Gras Westarp mit deutsch-volksparteilicher Realpolitik a la Strese­mann unter einen Hut zu bringen. In einem län­geren Aufsatz wird es so dargestellt, als ob dis Frag«, welche Persönlichkeit an Stelle Fehrenbachs die Führung der Zentrums-Fraktion übernehmen soll, von Wünschen der Sozial-Demokraten und Demokraten abhängen würde. Die Zen­trums-Partei ist es nicht geuwhnt, die Auswahl ihrer Führer nach den Wünschen der Herren G e g. st e r zu treffen. So wenig wir uns im Zentrum ge­fallen lasten, daß Sozial-Demokraten oder Demo- kraten die Auswahl des Mannes beeinflussen, dem das Zentrum Vertrauen entgegenbringen soll, eoenfo wenig haben wir deutsch nationale Ratschlage nötig. Man könnte mi, einem Achsel- ^rcken darüber hinweggehen, daß das Kasseler Rechtsblatt in der herkömmlichen „Bescheidenheit" dem Zentrum seine Meinung aufdrängen will, wenn nicht zum Schluß des Aufsatzes von dem ver- ehrten Führer der gesamten deutschen Zentrums- Parte,, Wilhelm Marx, gesprochen würde. Man ver^ichnet dort die Absicht, daß Marx sein An t als ^uftizmmstter niederlegen und zur Führung ter Wbon. berufen werden soll, ein Gedanke, der tot- w Zentrums-Kreisen ernsteste Erwägung deutschnationale Blatt schreibt dazu: r<nrt»et7- als Vorsitzender der Zentrums- und feine innen- sowie crS*? Belange jedenfalls em Unglück beufriÄ solche Bemerkung läßt wieder erneut öeuHrbn FCn ? e n Haß erkennen, der ln Kreisen gegen Marx, den UN- ru?rer, bes politischen Katholizismus tn rooenbJ^sm ^rr,d)t- hat in ganz hervor- - J »n cmer Wendung zum Besser« •ton U - n Hünen» und Außenpolitik beigetra- wrr dank der deutschnationalen und völ- r,; n® r?1?ins tiefste Elend geraten waren.

»Basteler Post" spekuliert auf die Veraeßlick-

keit. Der hinter der deutschen Zentrums-Partei in seiner großen Mehrheit unerschütterlich stehende ka­tholische Volksteil ist nicht so vergeßlich. Er wird sich jedenfalls durch die anmaßendm Ratschläge der deutschnationalen Preste nicht irre machen lasten. Es wahrt einem Wilhelm Marx die Treue und sieht auch weiterbin in ihm einen Führer, den es unter keinen Umständen mit den „Größen" der Rechts-Parteien vertauschen möchte.

Marokko.

Kein Borriicken Abd el Krims.

Wie HavaS aus Rabat berichtet, werden von dem Generalresidenten in Marokko die Nachrichten ge» wister Zeitungen in Tanger und Algier, nach denen Abd el Krim an der französischen Front vorgerückt sein soll, und die unterworfenen Stämme sich wieder erhoben hätten, dementiert. Die Lage habe sich keineswegs an der Nordsront geändert.

* Preußen für daS Fürstenabfiuduugskompromiß. Das preußische Finanzministerium hat nach einem Bericht der ,Voisischen Zeitung' aus Anfrage des demokratischen Abgeordneten Grziwek mitgeteilt, daß nach seiner Austastung die Annahme deS jetzt ge» plantenFürstenabfindungSkompromistes dem preußi­schen Staate alles sichern würde, waS er haben müsse.

* Die Zentrumssraktion zur Schulgelderhöhung. In einer Kleinen Anfrage der Zentrumsfraktion des Preußischen Landtags wird das Staatsmini­sterium gefragt, was es zu tun gedenke, um die verhängnisvolle soziale und kulturelle Auswirkung der Schulgelderhöbung zu verhüten und ob es be­reit sei, zu erklären, daß die zuschußbedürftigen kommunalen und privaten Schulen unter keinen Umständen genötigt werden sollen, ein über die staatlichen Sätze hinausgehendes Schulgeld zu erheben.

* Volksabstimmung über den Anschluß von Schaumburg-Lippe an Preußen. Aus Bückeburg wird gemeldet: Ter schaumburg-lippesche Landtag beschloß einstimmig, angesichts der Wichtigkeit der Anschlußfrage an Preußen eine Bolksab- stimmung darüber entscheiden zu lasten.

* Severing sechs Jahre Innenminister. Die sozialdemokratische Landiagsfroklion hat dem preu­ßischen Innenminister Severing am Dienstag, an dem er vor sechs Jahren die Leitung des Innen­ministeriums übernahm, feine von Prof. Kolbe ge­fertigte Poriräk-Büste in Bronze überreicht.

Mussolini und de Nivera.

Nach einer Havasmeldung aus Madrid wird der Arbeitsminister Annosk nach Besuch ber Mai­länder Mustermesse sich nach Rom begeben, um Mussolini, dem italienischen Diktator, ein persön­liches Schreiben General Primo de Riveras, des spanischen Diktators, zu überreichen.

Vertagung des italienischen Philosophenkongresses.

Auf dem italienischen Philosophenkongreß in M a i l o n d, der in den Räumen der dortigen staat­lichen Universität tagt, entspannen sich Streitig, k e i t e n zwischen fascistischen und nicht fascistischen Professoren. Der Rektor der Universität teilte daraufhin dem Kongreß mit, daß er ihm die weitere Benutzung der Unversitätsräume entziehen müsse, worauf ber Kongreß vertagt wurde.

neue französische Steuergesetz angenommen.

wtb Paris, 1. April. (Eig. Funkm.) Die Sam. mer Hot mit 236 gegen 159 Stimmen den Steuerge- fehenkwurf Pereis lnseinerGefamtheit an­genommen. Um 1054 Uhr deutscher Zeit war die Nachtsitzuag b een bet

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Die große Finanzdebatt'e, die der monatelangen Krise der französischen Innen- u. Finanzpolitik ein Ende machen sott, hat während der ganzen Nacht von Mittwoch auf Donnerstag gedauert. Kurz nach Mitternacht begannen die entscheidenden Abstim­mungen. Die Kammer nahm mit 293 gegen 265 Stimmen das Monopol auf die Petro­ls u m e i n f u h r an. Die Kammer beriet darauf dieU mfatzsteuervorlage. Der Generalbe­richterstatter erklärte, daß der Finanzausschuß die verlangte Erhöhung als eine nurfürdas Bud­getjahr 1926 in Aussicht genommene Maßnahme ansehe. Während die Kommunisten Zurückstellung

der Vorlage verlangten, ließen die Sozialisten und die republikanisch-demokratische Vereinigung er­klären, daß sie sich der Abstimmung enthalten mür­ben. fDagegen betonte Tardieu, daß er die Steuer- gesetze und auch die Erhöhung der Umsatzsteuer an­nehmen werde. Auch ber radikale Abgeordnete Bonnet erklärte, daß er für die Umsatzsteuer stim­men werde. Aus dem weiteren Verlauf der Aus< spräche ist zu erwähnen, daß der kommunistische An- trag auf Zurückstellung d-s Umlatzsteuerartikels, nachdem Finanzminister Perets dagegen aesvro- chen und die Vertrau en sfrage gesteht hate, mit 227 gegen 103 Stimmen abaelehnt wurde. Uw 7,20 Uhr morgens deutscher Zeit am Donnerstag wurde ber Paragraph bes Steuergesetz-utwurfec betr. die Erhöhung der Umsatzsteuer mit 207 gegen 166 Stimmen angenommen.

Kurz darauf hat die Kammer die Einführung des Einfuhrmonovoks fürZucker mit 269 gegen 259 Stimmen beschlossen.

Das Erwerbslosenproblem.

Wie der „Lok. Anz." berichtet, hat der Z e ch e n- verb and in Essen in einer Eingabe an die Reichsregierung feiner Besorgnis über b?e Hand­habung der heutigen Erwerbslosenfürsorge Ausdruck gegeben. Diese belaste nicht nur die Wirtschaft, son­dern wirke auf den Arbeitsmarkt demo­ralisierend. Im Bergbau würden die Arbeits­losenunterstützungen zuzüglich der Sonderleistungen der Gemeinden so nahe andieArbelts- löhne herankommen, daß arbeitsunlustige Arbeiter durch ordnungswidriges Verhalten Entlast sungsgründe suchen, um in den Genuß de, Er- werbrlosenunterstützung zu gelangen. Es sei höchst« Zeit, daß die Regierung zum Arbeitslosenproblem erneut Stellung nähme.

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Aus Stettin wird gemeldet: 3m Anschluß an eine Stadtverordnetenversammlung, der von einem Ausschuß der Erwerbslosen eine Reihe von Forde, rangen unf erb teilet worden war, versuchte eine grö­ßere Zahl Erwerbslossr eine Demonstration. Der Polizeipräsident hatte das Rathausviertel ab­sperren lasten. Weil die Demonstranten versuchten, dennoch zum Rathause oorzudringen, schritt die Polizei ein und machte von Gummiknüppeln Gebrauch. In einigen Fällen mußte die Polizei mit ber blinken Waffe voraehen. Von Verletzungen oder schweren Zwischenfällen ist nichts bekamt ge­worden. Ueber 20 Demonstranten wurden von der Polizei s i st i e r t.

Blutige Kundgebungen in polen.

wtb Warschau, 1. April. (Eig. Funkm.) In der Stadt S t r i i in Ostgalizien rotteten sich gestern un­gefähr 1000 Erwerbslose vor der Starostei zusam­men. Die Menge, die durch die Ablehnung einer geforderten Osterzulag? in Erregung versetzt wurde, drang in das Gebäude, mißhandelte den Starost- Stellvertreter schwer und zertrümmerte die Büro- Einrichtungen. Die eingreifende Polizei gab, als ihr tätlich Widerstand geleistet wurde, Feuer. 7 Personen wurden getötet und 9 schwerverletzt. Herbeiaeholtes Militär stellte die Ordnung wieder her. In der Stadt herrscht große Erregung.________

* Zusammenstoß zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten. Aus München wird gemeldet: In einer von der National ozialistischen deutschen Arbeite»Partei einberufenen Versammlung, in der der russische Hochschulprofessor Dr. Gregor über die heutigen Verbältnisse in Rußland sprach, kam es im Verkaufe des Vortrages zu Störungen seitens der zahlreich betretenen Kommunisten. Die Ruhe­störer wurden von bet anwesenden Saalwache ent­fernt, wobei die Kommunisten heftigen Widerstand leisteten, sodaß es zu Zusammenstößen mit der Polizei kam, wobei mehrere Personen ver­letzt toutben. Nach Entfernung der Kommunisten nahm die Versammlung ruhig ihren Fortgang.

_ * Der Bayerische Städtebund gegen die baye­rischen Re-ormpläne. Der Vorstand deS Bayerischen Städtebundes wandte sich in einer außerordentlichen Sitzung entschieden gegen bi« bekannt gewordenen Plane der bayerischen Staatsregierung über Steuer­senkung, Vereinfachung der StaatSver« Wallung und Aufbürdnng der Schullasten auf die Gemeinden, soweit durch diese Maßnahmen die Existenz der Gemeinden bedroht wird. Andererseits erklärt er sich bereit, an der Vereinfachung der Staatsverwaltung vom Standpunkt der kom­munalen Belange aus gern mitzuarbeiten. Es wurde beschlosien, zur nochmaligen Stellungnahme eine außerordentliche Tagung der im Bayerischen Städtebund vereinigten Gemeinden einzubciufen.

Französisch-persischer Zwischenfall.

Nach einer Meldung aus Bagdad traf bon aus Persien ein Franzose namens Debaunnay unter Bedeckung ein, der nach Frankreich zur Aburteilung übergeführt werden soll. Er wird beschuldigt, die Kovie eines vom früheren französischen Gesandten in Teheran, Bonzon, an Derthelot gesandten Brie­fes an sich gebracht zu haben, in dem der neue Schah abfällig beurteilt und eine Politik der Unter« stützuna des früheren Schahsangeregt wurde. Abschriften dieses Briefes sollen der neue Schah und der Sowjetvertreter erhalten haben, was zur Entlassung Donzons sowie aller franzö­sischen Offiziere irn Dienste der persischen Regierung geführt habe. Zu dem in der letzten Woche vom neuen Schah veranstalteten diplomati­schen Empfang sollen die Vertreter aller auswärti­gen Länder außer den französischen geladen wor­den sein. Der Zwischenfall hohe dem französischen Prestige bei der jetzigen persischen Regierung in politischer und kommerzieller Beziehung b e • trächtlich geschadet.

Die Handelsbeziehungen.

Die deuksch-porkuglefischen Handelsbeziehungen.

Nach einer Havasmeldung aus Lissabon pro­testiert die Preste gegen den Artikel 5 des deutsch- portugiesischen Abkommens, ber den deutschen Be­wohnern ber portugiesischen Kolonien das Mei st- begünstigungsrecht für Handel und Industrie gewährt und Ihnen den Erwerb von Grund­stücken gestattet. Der Abgeordnete Porsa verlangt in einer von ihm in ber Kammer eingebrachten Anfrage, daß bas Parlament diesen Artikel nicht ratifiziert.

Ratifizierung beuksch-polnischer Rechkeabkommen.

Am 31. 3. hat im Auswärtigen Amt in Berlin der Austausch der Ratifikationsurkunden zu den deutsch-polnischen Vorrnundschaftsobkom- men vorn 5. März 1924 ftattgsfundcm. Am glei­chen Tage sind in Warschau die Ratifikationsurkun­den zu dem deutsch-polnischen Vertrag über den Rechtsverkehr vorn 5. März 1924 ausgewechselt wor­den. Die beiden Vertrüge treten zwei Monate nach dem Austausch ber Ratifikationsurkunden In Kraft. ,

* Die griechischen PrSfldentschastSwahlen. Wie Havas aus Athen berichtet, finden die Präsident' schaftswahlen am 4. April statt. Nachdem die Verhandlungen wegen einer EinhenSkandidatur Zaimis gescheitert seien, habe General PangaloS sich bereit erklärt, seine Kandidatur aufzustellen.

Die Krise in Rumänien.

Stellungnahme ber Pariser Presse jum Sabinekb- wechsel in Bukarest.

Das „Journal bes D-bats" schreibt zur rumä­nischen Ministerkrise, General Avarescu, d« neue Ministerpräsident, fei nicht mehr jene An Messias, zu dem bas Heer unb das Land nach Be­endigung des Krieges eine Art mystischen Ver­trauens gehabt Hobe. Sein damaliges Ministerium sei unproduktiv geblieben. Obwohl er damals fast alles hätte tun können, was er wollte, hätte er in keiner Hinsicht die in ihn gesetzten Hofs- nungen erfüllt. Weder er noch feine Mitarbeiter hätten etwas zum guten End« geführt. Man tönne sich heute nicht erklären, wie König Ferdinand ihn zum zweiten Mal ernennen konnte, außer da­durch. daß Ihn die Uneinigteit der Opposition dazu veranlaßt habe.

* Ter Vertrag zwischen England und dem Irak. Reuter erfährt, daß der formelle Austausch der Ratifikationsurkunden des Vertrages zwischen Groß­britannien und dem Irak tm Foreign Office von Chamberlain und dem diplomatischen Vertreter des Irak in London vollzogen wurde.

wirtschaftliche Kampfbewegungen.

— Neue Krisis Im englischen Bergbau. (Eig. FunkmZ Die Beratungen zwischen Vertretern der englischen Ze- chenbestger und Delegierten der Bergarbeiter über den Bericht der Kohlen-Kommission haben „Daily Chronicle" zufolge eine ernste Wendung genommen. Berschte« dene Bergarbeitersührer sollen die Konferenz unter dem Eindruck verlassen haben, daß die Unternehmer ihre für die Bergarbeiter unannehmbaren Forderungen in neuer Gestalt ueltenb machen wollten.

(Eine Windhose in Sachsen.

wtb Berlin, 1. April. (Eig. Funkm.) Di« „S. Z." meldet aus Leipzig. 3n der Umgebung des StSbtchens R o tz w e l n hat eine Windhose, die bei einem heftigen Frühlingsgewitter in Erschei­nung traf, außerordentlich argen Schaben angerich­tet. Besonbers hart würbe die Ortschaft Böhr­gen heimgesuchf. von ber sogenannten alten Schmiebe wurde bas über 50 Quadratmeter messende Dach abgehoben, bvrchgeknickt und ungefähr 150 Meter weit gegen ben Ei- fenbahnbamm geschmettert. 3n dem aus Birken bestehenden Bah: hofswölbchen wurde» 40 Stämme, darunter einige von 14 Bieter höhe und mehr als einem Meter Umfang entwurzelt.

. Menschenleben find nicht zu beklagen.