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Anzeiger für die Stadt und den Kreis Fulda. Amtliches kreisblatk

Donnerstag, 1. April 1926.

53. Zahrg.

Nr. 76

DerSntpero" bringt die Meldung, daß von Seiten des Ministerpräsidenten die Nachricht voir der bevorstehenden Berlobunq der Prinzessin Maria von Belgien mit dem italienischen Kronprinzen dementiert wird.

* Tie Königin von toeicn ist bedenklich er. krankt. Die Königin leidet an einem Bronchial, kartarrh bei zeitweise geschwächter Herztätigkeit.

* Urlaub des Retchswehrmknisters Gehler. Reichs Wehrminister Gehler, der vor kur-em auf eine KsährigeMinisrertätigkeitzui ückblicken konnte, tritt nach einer Meldung der ,Boss. Ztg.' demnächst einen zweimonatigen Erholungsu-laub an. Er wird jebM? am 7. April noch an der Feier des 60. Soldatenjubiläums des Reichspräsidenien teilnehmend

* LandtggSabgeordncter Tomkopitu'ar Wilder- mann ist vor etwa 3 Wochen zur Wi-derhernellung seiner stark angegriffenen Gesundheit nach Baden« weiler im Sckwarzralü gefahren. Wie wir hören, hat fein GeiundgeitZzustand sitz jetzt erheblich ver­schlimmert, sodaß er zu Besorgnissen Anlaß gibt.

= Anrufung des fiammergetidjfg durch dle Eisen, bahnergewerkschaslen. Die Eisenbahnergewerk- schäften haben in ihrer Sitzung, die am Dienstag in Berlin stattfand, beschloisen, in dem Prozeß ge­gen die Reichebahngefellfchaft auf Aner­kennung des Schiedsspruchs des Reichsarbeitsministers, der in erster Instanz vom Landgericht I in Berlin zu Künsten der Reichsbahn entschieden worden war, nun­mehr das Kammergericht anzurusan. Der Prozeß hat bisher bereits 50 000 Mark Kosten verursacht, und da beide Parteien ohne Zweifel auch noch das Reichsgerichr um eine engiiltige Entscheidung angehen werden, dürf­ten die Kosten dieses Streitfalles mehrere 100 000 Mark ausmachen.,

* Umläufe der Buckau. Wie die »Kieler Zei­tung" meldet, findet am Donnerstag in Kiel die Umläufe des Flettner-RoiorschiffeSBuckau" inBaden-Baden" statt. Oberbürqermeifter Fieser von Baben - Baden, der in Kiel anwesend ist, stiftete für die Kommandanteukabine ein Bild von Baden-Baden. Das Schiff geht tm Anschluß an die F iet durch den Nardo «seekanal nach Hamburg und tritt von do>t die Reife nach Amerika an. Auf der Fahrt wird eS auf verschiedenen Insel­gruppen Station machen.

Erscheint 'echSmal wöchentlich. Wochenbeilage«: «QUuflrierte Bei­lage' und .Buchenblätter'. Rotationsdruck und «erlas der guldaer V ktundivürrei in Pulba. Fernsprecher Nr. 9. °wonatNO>er Be-noSbreiS! 1.50 Mk.

Dar weihe Rchlanö.

Ruffischer Weltkongreß gegen den Bolschewismus.

Am 4. April 1926 wird in Paris der Russische Weltkongreß eröffnet werden, zu dem die r u f s i= schen Emigranten aller politischen Parteien etwa 400 Delegierte entsenden werden. Dor Kr>.- greß will eine russische Zentrale schassen, um die Ausarbeitung eines Programms fik das nationale Rußland und die Einigung aller Ruffen herbeizuführen, die ihr Vaterlank von der bo 11.1/0= wistifchen Herrschaft befreien wollen. Unter den Leitern dieser Bewegung befinden sich der frühere Präsident des russischen Reichsrats Trepeo, der frühere ruffifche Generalstabsches Gubemitz und der bekannte Unwersitätsprofessor Struve.

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China.

Ein japanischer Dampfer wurde umenr-gs von chinesischen Truppen unter dem Vorwand beschossen, daß sich militärische Führer der Gegenpartei an Bord befunden batten. Dabei wurden zehn chinesische Schiffsleuie verwundet.

*

Die ausländischen Gesandten in Peking hoben den Chef der Exklusive eine halb» Milbon Dollar zur Beifügung gestellt, um die Löhne der Poli- z ist en und seiner eigenen Wache zu bezahlen, sowie nm ihn in den Stand zu setzen, die Truppen öet buttert Knomintschun-Armee zu en kaffen, dre ohne Offiziere in der Umgebung von Peking herumlungern.

Reform des italienischen Senats.

Mussolini gab vor dem großen faszistischen Rat seiner Genugtuung über die ungeheuren Äunbge« düngen am 28. März aus Anlaß des 7. Jahres­tages der Gründung der faszistischen Partei Aus­druck. Darauf berichtete der Justizminister über die Reform des Senates.

Schließlich nahm der große Rat eine von Musso­lini eingebrachte Tagesordnung an. Darnach bleibt die Zahl der Senatoren unbegrenzt. Sie rverden entweder auf Lebenszeit unmittelbar vom König ernannt und gehören dann keinem Verband an ober sie werden von Verbänden präsentiert und vom König auf 9 Jahre ernannt. Die zeitweiligen Senatoren müssen mindestens 40 Jahre alt fein. Die Zahl der von den Gewerkschaften prüfen- tierten Senatoren darf niemals geringer fein als diejenige der von den Unternehmerverbänden pro» fentierten.

RominunalpolMsches.

Äne Berliner In?and,a«'eihe Die Berliner Stadtverordnetenversammlung bat tue vom Magistrat beschlossene Aufnahme einer FnlandSanlcrhr von 50 Millionen Mart angenommen.

Wien und Prag.

Der Besuch Ramels in der Tschechostowakei.

Zu Ehren des österreichischen Bundeskanzlers, der von Berlin nach Prag gekommen ist, sand beim tscheckw-slowakischen Außenminister Dr. Benesch ein Galadiner statt, zu dem u. a. die Chefs aller diplomatischen Missionen in Prag mit ihren Damen erschienen waren.

Zum Schluß des Diners wurden zwiichen Minister Dr. Benesch und Bundeskanzler Tr. RamekTrink- sprüche gewech'elt. Dr. Benesch verwies in seinem Trink P uch aus den freundschaftlichen Charakter der Beziehungen der beiden Länder und trank auf eine freundschaftliche, dauernde Zusammenarbeit, auf das Aufblühen der österreichtschen Republik, auf die Gesundheit des Bundespräsidenten und des Bundes­kanzlers. In seiner Erwiderung wünschte Dr. Ramek der tschechoslowakischen Republik weitere kräftige Entwickelung und eine glückliche und friedliche Zukunft. _____________

Deutschland und der Völkerbund.

Deutschland im 2Rai wieder in Gens.

wtb Berlin, 31. 2Rätj. (CEig. Funkm.) Auf der Tagesordnung der heukigen Kabinetts- f i tz u n g stehl, wie dieB. Z." meldet, als wichkig- ster Punkt die Entscheidung Über die .Trage, ob Deutschland an den Verhandlungen der S t u d i e n- ftommiffion für Erweiterung des Völker- bundsrakes leilnehmen soll. Die Entscheidung dürste dem Blatte zufolge wahrscheinsich f ü r eine Teilnahme Deutschlands fallen. Maßgebend hier­für werde der Gesichtspunkt sein, daß Deutschland der in Locarno begonnenen und in Gent kortaeseß- ten Politik besser dienen kann, wenn es sich a k t i v an den Besprechungen beteiligt.

* Der polnische Landtag hat sich nach Verab­schiedung des Budgetptovisorium für April in zweiter und dritter Lesung biS zum 20. April vertagt.

Vie französischen Monarchisten.

Zum Tode de- Herzogs Philipp von Orleans.

Auch in Frankreich gibt es» woran jetzt wieder der_ Tod des Herzogs von Orleans erinnert, trotz 56jährigen Bestehens der republikanischen Slacus- form noch Monarchisten. Den Tod Herzog Philipps meldet das Royalistenblatt, dieAction Francaife", unter der UeberschriftDer König ist tot, es lebe der König". DerKönig", den die historische For- inel in diesem Falle bezeichnet, ist do die Ehe des Herzogs kinderlos geblieben ist derHerzvg Johann von Guise, Enkel einer mecklenbur- gffchen Prinzessin und des Sohnes des Bürger­königs, ein Detter des eben verstorbenen Herzogs Philipp und außerdem der Mann seiner Schwester, der Prinzessin Isabella. Die andere Schwester ist die Exkönigin von Portugal.

Reben dem königlichen Thronerben gibt es in Frankreich auch noch einen kaiserlichen Thron­erben. Als Prätendent für den Thron Napo­leons I. gilt der Gemahl der Prinzessin Clemen­tine von Belgien, Prinz Napoleon Victor, ein Enkel von Napoleons I. jüngsten Bruder Jerome, einst- mals König von Wefrfalen. Die Royalisten sind feit dem Tode (1883) des Grafen von Cham- bord, der sich, als Enkel des vom Bürgerkönig ent­thronten Karls X., Heinrich V. nannte, nicht mehr geteilt, da jetzt nur noch Nachkommen Louis Phi­lipps leben. Es war übrigens der Graf von Cham- oord, der im Jahre 1873, die damals wohl mögliche Wtederaufrichtung der Monarchie in Frank- ret* durch lerne Weigerung scheitern ließ, auf das weihe Lilteridanner zu Gtmsten der Trikolore zu verzichten.

handel; vettragrverhandlnngen.

Die deutsch-sckwedischen Handels- und Schisfahrks- vertraasverhandlunaen.

Die Verhandlungen zwischen der deutschen und der schwedischen Delegation über den Abschluß eines Handels- und Schiffahrtsvertrages, welche in Berlin stattgefunden haben, werden über Ostern ausgesetzt werden. In der bisheri­gen Aussprache sind von beiden Seiten die g r u n d- legenben Fragen des Handelsvertrages zur Sprache gebracht und die einzelnen Materien in erster Lesung erörtert worden. Die Fortsetzung der Verhandlungen ist für Mitte April in Aussicht genommen.

Die schwedische Delegation für die deutsch-schwe­dischen Handelsvertragsverhandlungen war Gast des Reichswirtschaftsministers Dr. Curtius. An diesem Frühstück nahmen teil: der schwedische Ge­sandte Minister Th. Af Wirsen, der Vorsitzende der schwedischen Delegation Finanzminister a. D. Semterften sowie die Mitglieder der schwedischen und der deutschen Delegation.

Aussprache über einen Handesvertrag mit Spanien.

Dienstag nachmittag empfing der Reichs­kanzler in Gegenwart des Reichsministers des Sürswärtigen, des Reichsministers der Finanzen, des Reichswirtschaftsministers und des Reichsmini­sters für Ernährung und Landwirtschaft Vertre­ter von Industrie, Handel, Landwirtschaft, Wein- bau und der Gewerkschaften zu einer Aussprache > über den Abschluß eines Handelsver­trages mit Spanien. Nach einaehenden grundsätzlichen Darlegungen wurde auf Vorschlag des Reichskanzlers ein Ausschuß aus den be­teiligten Wirtfchaftsgrupven gebildet, der mit der Regierung zusammen das gesamte einschlägige Material überprüfen wird.

Russisch-türkische Verhandlungen.

Havas meldet aus Angora: Am 1. April wer­den Verhandlungen zwecks Abschluß eines Han­delsvertrags zwischen der Türkei und Ruß­land beginnen.

liens Haltung während und nach dem Kriege sehr geteilte Anerkennung findet. Während das ameri­kanische Volk als solches gegen den Faszisrnus und den Schuldenerlaß an Italien ist, ist die in Washing­ton noch stets ausschlaggebend gewesene Geldaristo- tratie für Mussolini, in welchem sie den Banner­träger des Großkapitalismus gegen den Bolschewis­mus in Europa erblickt und demgemäß unterstützt. Immerhin hat diese Richtung es bis jetzt nicht ver­mocht, das Kriegsschulden-Settlement im Senat durchzudrücken, trotz der Auslieferung der italieni­schen Industrie an die amerikanische und davon hängt neben Englands Haltung viel für die italie­nische Wirtschaft ab, wenn die Stabilisierung der italienischen Valuta auf Goldwährung durchgeführt werden muß, wie es beide angelsächsischen Gläubi- ger-Nattonen verlangen.

Die ttrise im Faschismus.

Wie die Blätter aus Rom melden, bat Dienstag vormittag F a r i n a c c i dem Nationaldirektorium der Faszistischen Partei seinen Rücktritt als Generalsekretär mitaeteilt. Das Direkto­rium hat sich darauf zum Zeichen sein-r Solidarität mit Farinacci zur Demission entschlossen.

Don Dienstag abend 10 Uhr bis Mittwoch früh M6 Uhr tagte unter Vorsitz Mussolinis deraroße faszrstische Rat. Rach Erledigung verschiede­ner Fragen ernannte der Rat als Nachfolger Farinaccis zum Generalsckre.8» foer faszistischen Partei den Abgeordneten Augusto Turati, Ihm werden 4 DizesekretSre zur Seite stehen.

Die zinanztebatte in Paris.

Das Schicksal des Franken.

Die französische Kammer hat dir Diskussion der Steuergefetze begonnen. Zu Beginn der Diskussion hat der Generalberichterstatter des Finanzausschus­ses, der Fraktion Loucheur angehörende Abgeord­nete de Chappedelaine, den vom Ausschuß ange­nommen K o m p r o m i ß e n t w u r f zur Annahme empfohlen, da er den Ausgleich des Budgets herbei- führen solle. Der Berichterstatter verbreitete sich besonders über dir Kopfsteuer und über die Er­höhung der Umsatzsteuer. Kein Mitglied der Kammer dürfe sich im Augenblick bei seiner Ab­stimmung von Wahlrücksichten leiten lassen. Werde das Budgetdefizit nicht beseitigt, dann fei mit einer starken Verteuerung des Lebensun. terhaltes zu rechnen. Die Kammer müsse den vorliegenden Gesetzentwurf annehmen, dann werde sich die Währung bessern und den Lebens­unterhalt verbilligen. Nachdem man das Budgei ausgeglichen habe, könne man zur Amortisierung der schwebenden Schuld und zur Stabilisierung des Franken schreiten.

Nach einer Berechnung der Havasagentur bürg­ten bei der Abstimmung über das Finanzgesetz das Ministerium 200 bis 220 Stimmen gegen sich und 230 bis 250 Stimmen für sich haben, sodaß mit einer Mehrheit von 20 Stimmen zu rechnen wäre.

Engsische (Erörterungen jutn französischen Dährnngsproblem.

Auf der Jahresversammlung der Vereinigung für eine gesunde Währung erwähnte der Vorsitzende Mason in einer Rede, er fei kürzlich aus Frank­reich zurückgekehrt. In Paris habe er mit den meisten führenden Bankiers gesprochen, auch mit Berthelot. Er habe versucht, die betref­fenden französischen Persönlichkeiten von der Not­wendigkeit zu überzeugen, auf die Wiederher­stellung des Goldstandards hinzuarbei- ten und habe Berthelot die Bildung einer Kom­mission fachkundiger Franzosen, Engländer und Amerikaner vorgeschlagen. Berthelot habe aus un­bekannten Gründen einen solchen Schritt a l s oei- fr übt bezeichnet, wenn er sich auch mit der Idee der Schaffung einer französischen Sachverständigen, kommission einverstanden erklärt habe.

Amerika kein Dcihnachksmann für Europa.

Aus Washington wird gemeldet:

Im Senat wandte sich Senator Howell gegen d i e Ratifizierung des italienischen Schuldenabkommens und erflärte, die Zeit fei gekommen, wo Amerika aufhören müsse, die Rolle des Weihnachtsmannes für Europa zu spie­len. Dem amerikanischen Volk sei ein Defizit an Zinsen von 67 Millionen Dollars jährlich auferlegt worden. Howell sagte, Großbritannien habe bessere Bedingungen von Italien erhalten als Amerika.

Die italienische Außenpolitik

Don unserem besonderen römischen Vertreter.

Nachdem Mussolini den Berliner Vertreter Bos- d a r i durch den Grafen Aldrovandi Mascotti er­setzt hat, soll jetzt auch der italienische Gesandte in Wien ersetzt werden, welcher an die Stelle des Generalsekretärs im Palazzo Chigi, Contarini, tritt. Damit soll eine allgemeine Umänderung im diplo­matischen Dienst Italiens eingeleitet werden.

Die Absicht Mussolinis ist ohne Zweifel dabei, nur Leute an die wichtigeren Posten zu bringen, welche ihm in politischer Beziehung ganz sicher erscheinen und nicht solche, die sich nach dem Marsch auf Rom" wohl ober übel auf den Fas- zismus umgestellt haben, wie Scialoja, Bosdari und Contarini. Der Gegensatz des Unterstaatssek­retärs Grandi, Mussolinis eigentlichem Vertreter in Genf und den Diplomaten der alten Schule ist bekannt und oft genug in die Erscheinung getreten.

Bordonare, ein ehemaliger Militär, welcher bis jetzt Gesandter in Wien war, ist persönlich der schärfste Gegner des Anschlusses Oesterreichs ans Deutsche Reich. Er begünstigte das Zusammenhal­ten der Slawen und Italiener gegen den An­schlußgedanken. Er brachte Nincic nach Rom und wird bei seiner neuen einflußreichen Stel­lung im Außenministerium diese Politik fortsetzen bezw. sie in Berlin vertreten lassen.

Unter diesem Gesichtspunkte sind die Ausführun­gen des Regierungsblattes Tribuna über die Re­den Aldrovandis und Hindenburgs beim Heber» reichen der Beglaubigungsschreiben bezw. der Ab­berufungsschreiben Bosdaris charakteristisch. Das Blatt zählt dabei in gönnerhaftem Tone Deutsch­land dieWohltaten" Italiens auf, die es erfahren habe, die aber merkwürdigerweise meist aus der Zeit stammen, wo der Faszismus außenpolitisch noch keine feste Einstellung genommen hatte, um sich bann halb über bie Floskeln blefer diplomati­schen Rhetorik lustig zu machen und daran bie vä­terliche Ermahnung zu knüpfen, daß Deutschland auch fernerhin auf dieGunst" Italiens rechnen könne, wenn es recht schon brav fei und sich nicht um seine Stammesgenofsen in Tirol, Oesterreich und der Tschechoslowakei bekümmere.

Die Tschechoslowakei wäre Mussolini ein äußerst willkommener Bundesgenosse ge­gen Deutschland, wenn ja wenn^sie nicht in ihrer Regierung und Bevölkerung so durchaus antifafzisiisch und sozialistisch eingestellt märe. Das­selbe gilt von Frankreich, bas bie Hochburg bes Antifaszismus ist. Die meisten der verfehmten Fueroscitioolitischen Perbannten befirben sich dort und kämvfen von dort aus gegen Mussolini, trotz Konfiskation ihres Privateigentums in Italien und Aberkennung der italienischen Staatsangehörigkeit.

Maßgebend für die italienische Außenpolitik ist nach wie vor England und wird es wohl für 68 Jahre noch bleib-ür, wenn eben Englands Regie­rung in fonfemarioen Händ-n bleibt und Italien in den'Händen Mussolinis. Ein besonderes Bornen» lind Italiens ist die Politik Nordamerikas, wo Ita-

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Zentrum und Landwirtschaft.

Aus dem Reichstag wird uns geschrieben:

.Der Redner des Zentrums beim Reichshaushalt für Ernährung und Landwirtschaft, der Abgeord- nete F e i I m a yr, legte die Stellung der Zen- ^^bpariei zu den einschlägigen Fragen dar. Zu- "?chst..^klt er energisch für die Beibehaltung der Selbständigkeit des Ernährungsministeriums und gegen den Gedanken einer Verschmelzung mit dem Reichswirtschastsministerium ein. Der Landwirtschaft mürbe von der Reichsregierung nicht immer bie nötige Beachtung geschenkt, bie sie verdient. Zwar mache die landwirtschaftliche Bevölkerung in Deutsch­land nur etliche zwanzig Millionen aus. Was aber im Handel und Gewerbe, in der Industrie auf Gedeih und Verderben mit der Landwirtschaft ver­bunden sei, betrage noch einmal zwanzig Millio­nen. Die Werte, welche die Ladnwirtschaft schon aÄein gemessen an ihrem zahlenmäßigen Anteil am Volke produziert, seien demgemäß unverhält- yismäßig hoch. An Ackererzeugnissen werden 37 Prozent, an tierischen Erzeugnissen 52 Prozent der gesamten Bodenerzeugnisse gewonnen. Bei inten- '-wer Wirtschaft könnte diese Werterzeugung noch gehoben werden. Der Redner legte dann bie Schwie­rigkeiten dar, unter denen die Landwirtschaft in ^en letzten Jahren arbeiten mußte, wobei sie sich Wiederholt starken Hemmungen nicht nur im Par­lament, sondern auch in der Regierung gegenüber mh. Der Zollschutz der Landwirtschaft war lange -ngenügcnb und entspricht auch jetzt noch nicht den Endwirtschastlichen Interessen. Die Reichsregierung sucht mit allen Mitteln die Ausfuhr zu heben, dem Jnlandsmarkt schenkt sie immer weniger Aufmerk­samkeit. Cs wird aber der Reichsregierung nie Olingen, bei Exportförderung allein die Wirfschafts- Erffe zu bannen und den Arbeitern Verdienst zu geben, es wird ihr auch nie gelingen, damit allein 616 Handelsbilanz zu beorbnen.

Redner warf bann bie Frage aufWas wird Wen?" Dazu hält er für notwenbig, einmal me Erleichterung der Steuern, ferner bie -Verbilligung derBedarfsartikel, brü­tens einen wirksamen Zollfchutz. Das ge­genwärtig auf ber einen Seite von der Sozial­demokratie und auf der anderen Seite von den ^eutfchnationalen propagierte Getreideein.

^/Monopol ist nicht der Retter de; Ge- et-ebenes. Wir stellen uns <tn sich mist den -canfen, glauben aber, daß be Frage e-nsiliw

r ";nrufr vuden muß. D-e Wirtschaftspolitik P! B.Mg auf die Zölle für tierische Pro- c,Ie, OJ immer gut beraten gewesen. Der

fi'rt a ^Eschen Arbeit muß auf diese Dinge fömrt* Die Vernachlässigung ber Landwiti- guA-£,tm 'pantschen Handelsverttag bezüglich des lid>m_Jtal5cpWn Haird-lsvertrag bejüg.

?^ufe und im belgischen Vertrag tttation^örirf^h£3Düsc /ine sehr schwierige Si« klärten Lommcn noch die unge«

rei-b ^Ä!^e beim Provisorium mit Frank- mus" rmf hi/w ? ^"ß künftiger Hande-sverträqe kteffen naAh5rfr^n9?eT landwirtschaftlichen In- »«ftchlnhe?0 gewirkt werden. Die be. Tein Handelsverträge mit Dänemark und sein. B>eriKn Tur dtefe Fragen besonders wlcht'Z tigen^r^su^11^ spricht Fsilmayr dem gegenroär-

Dr. Haslinde das (en ihn r Zentrumsfraktion aus und den Wil- bet feiner Tätigkeit nachdrücklichst zu unter. I