'M 74.
Dkenstag, 30. März 1926.
Fuldaer Zeitung
2. Blatt.
Druck der Fuldaer Actiendruckeret, Fulda.
Nachrufe fflr gehrenbach.
Es liegen zahlreiche Aeußerungen herzlicher Teil- nähme von allen Seiten zum Linscheiden Fehren- bachS vor. Einige seien noch verzeichnet:
Der Päpaliche Nuntius Vaccelli: „Zu dem Sin- fiSeibcn des hochverehrten Führers, des gütigen Men. scheu und treuen Sohnes der Kirche^ spreche innige Teilnahme aus und bete für ferne Seele. Nuntius Paccelli."
Kardinal Schulte-Köln telegraphierte: „Ich nehme in treuem Gedenken und Gebet eintetl an der Trauer ob des Hinscheidens des Altreichskanzlers Fehrenbach, der einer unserer edelsten Führer war. Er ruhe m Frieden."
Der Vorsitzende der demokratischen Reichstagsfraktion, Reichsminister a. D. Koch, hat aus Anlaß des Todes des Reichskanzlers a.D. Fehrenbach an die Tochter des Verstorbenen in Freiburg nachstehendes Telegramm gerichtet: „Namens der demokratischen Frak- tion des deutschen Reichstags spreche ich Ihnen und Ihrer Familie das herzlichste Beileid aus zu dem schweren Verlust, den Sie erlitten haben. In allen deutschen Herzen werden die hohen Verdienste unvergessen bleiben, die der Verstorbene, dieser ritterliche, würdige, takt- volle und warmherzige Mann in guten und in schweren Zeiten sich als Reichstagsabgeordneter, als Reichstags- prüfibent und als Reichskanzler um das Vaterland erworben hat."
Vizepräsident des Reichstages Dr. R i e ß e r (Deut- kche Volkspartei) „Der Zentrumsfraktion des Reichs- rages bitte ich anläßlich des Hinscheidens unseres frühe- ren Präsidenten und Kanzlers, der bis zum Tode unermüdlich und opferwillig mehr als feine Pflicht getan bat, meine tiefgefühlte Teilnahme aussprechen zu bür« fen. Seine menschliche schöne Art, seine stets bewährte tiefe Ueberzeugung, daß es Pflicht fei, die klaffenden Streitigkeiten auszugleichen, die Menschen näher anein- anderzubringen und zu versöhnen, hat ihm die unendlich schweren Aufgaben und Pflichten erleichtert, die er im Interesse der Rettung und des Wiederaufbaues des Da- terlandes auf sich nahm. Wie ein Apostel des Friedens und der Versöhnung schritt er durch die Welt. Vieles hat er durch diese seine, von untilgbarem Humor gewürzte Art erreicht, viel Schlimmes verhindert. Sein Name bleibt lebendig und in Ehren, er bleibt leben in ber dankbaren Erinnerung des deutschen Volkes. Ich verharre in aufrichtiger Hochschätzung Ihr sehr ergebener Dr. Rießer, Vizepräsident des Reichstages.
Der Preußische Ministerpräsident Braun (Soziald.) „Der Reichstagsfraktion der Zentrumspartei spreche ich anläßlich des Hinscheidens des Reichskanzlers a. D. fehrenbach zugleich im Namen der Preußischen Staatsregierung tiefgefühltes Beileid aus. An Der Bahre des Dahingegangenen trauert mit feinen An- igehörigen und Freunden das deutsche Volk, das in ihm «nen Mann verehrt, der als Präsident der Verfassung- gebenden Deutschen Nationalversammlung in hervorra- gendem Maße Anteil an den Arbeiten zur Schaffung einer Grundlage für eine bessere Zukunft unseres Vater- landes hatte. Auch die großen Verdienste, die der Verblichene in langjähriger parlamentarischer Tätigkeit und als Präsident des früheren Reichstages, sowie in schwerer Zeit als Reichskanzler durch zielbewußte und tatkräftige Führung der äußeren und inneren Politik dem Reiche geleistet hat, werden unvergesien fein und ihm im deut- scheu Volke ein dauerndes Andenken sichern. Braun, Preußischer Ministerpräsident."
Prälat Leicht, Vorsitzender der Bayerischen Volks- Partei: „Hochverehrter Herr Geheimrat! Ihre Fraktion und Partei hat mit dem Heimgang des unvergeßlichen Konstantin Fehrenbach einen neuen schweren und schmerzlichen Verlust erlitten. Aus tief bewegtem Her- zen spreche ich der sehr verehrlichen Zentrumsfraktion na- .mens der Reichstagsfraktion der Bayerischen Volkspartei das herzlichste Beileid und die innigste Teilnahme aus. Es war mir persönlich vergönnt, mit dem Heimgegangenen Führer noch Jahre lang in der gemeinsamen Zentrumsfraktion zusammenzuarbeiten und auch später in ständiger Fühlungnahme und freundschaftlicher Gesinnung vereinigt zu bleiben. Möge Gottes Güte dem edlen Entschlafenen mit unvergänglichem Lohn vergelten, .was er für Kirche und Vaterland geleistet! Dankbar werde ich mit meiner Fraktion fein Andenken stets in s hohen Ehren halten. Leicht."
s Dr. Adenauer, Präsident des Preußischen Staats» >rats: „Mit tiefem Bedauern habe ich die Kunde von idem Hinscheiden des hochverdienten Vorsitzenden der i Reichstaasfraktion der Deutschen Zentrumspartei, des Herrn Altreichskanzlers Fehrenbach, vernommen. Ich gestatte mir, der Fraktion mein aufrichtigstes und herzlichstes Beileid zu dem überaus schweren Verlust auszusprechen. Ich werde dem von mir stets hochverehrten Manne, der sich namentlich in den Zeiten Deutschlands größter Not in führender Stellung unvergängliche Verdienste um das deutsche Volk erworben hat, allzeit ein ehrendes Andenken bewahren. Oberbürgermeister Dr. Adenauer, Präsident des Preußischen Staatsrats."
Präsident des deutschen Städtetages: Namens des Vorstandes des deutschen Städtetages spreche ich Ihnen und Ihrer ganzen Fraktion zu dem schweren Verlust, den Sie durch den Tod Ihres hervorragenden Führers erlitten haben, das herzlichste Beileid aus. Auch die deutschen Städte werden ihm, dessen Lebensarbeit ganz dem Wohle der Allgemeinheit gewidmet war, ein dauerndes ehrendes Andenken bewahren, wie ich selbst
tat erhalten Sie ohne Mühe ie mit „Echaumpon mit dem
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Das Ergebnis der Steuerreform.
Von Abgeordneten Dr. Brüning, Mitgl. d. Reichstags.
Die Kompromißverhandlungen über das Steuer« milderungsgefetz haben nunmehr nach vieltägigen Verhandlungen zu einer Lösung geführt. 2er Steuerausschuß konnte in einer N 0 ch t s i tz u n g das ganze Grieß mit den getroffenen Abänderungen erledigen. Es ist inzwischen auch 'm Plenum des Reichstages ohne besondere Schwierigkeiten verabschiedet worden.
Das Kompromiß ist unter Führung der Zen» trumspartei im wesentllchen aus polnischen Gründen zustandergekommen. Reine Freuds wird wohl keine Partei an der Lösung haben, am wenigsten die Zentrumsportei. Die Zsntrumspartei mutz auch die Verantwortung für die finanziellen Konsequenzen, namentlich für das Jahr 1927 ablehnen. Diele Verantwortung trägt in erster Linie der Herr Reichrkanzler Luther selbst, der ohne stäik r» Fühlungnahme mit den Parteien von der vorsichtigen Politik der Deckung aller voraussichtlichen Ausgaben durch sichere Einnahmen übergegangen ist zu der Methode der Deckung von Defizits durch Anleihen. Möglicherweise wird allerdings das Jahr 1926 noch ohne Defizit zu Ende gehen, falls die Wirtschaft sich in erheblichem Maße bessern sollte. Dagegen ist die Situation für das Jahr 1927 eins außerordentlich bedenkliche.
Die Reichsregierung hatte ursprünglich den Plan gehabt, Steuersenkungen im Betrags von 565 Millionen vorzunehmen und dafür gewisse Ausgaben des außerordentlichen HaueHalts auf Anleihen zu übertrugen. Der Reichsfinanzmini st er hatte in der Zwischenzeit jedoch selbst eingesehen, daß sein ursprüngliches Programm nicht zu halten sei, vor allem nicht die Senkung der Umsatzsteuer auf 0,6 Prozen.t Er selbst äußerte sich vor dem Kompromiß, daß nach den inzwischen notwendig gewordenen Ausgaben nur noch eine Senkung auf 0,7 Prozent möglich sei. Die Regierungsparteien sanden sich angesichts der Kritik, die überhaupt gegen das ganze Programm fast in allen Parteien erhoben wurden, schließlich zusammen in dem Beschlüsse, die Umsatzsteuer um % Prozent zu senken, dafür aber einen Weg zu finden, der die außer- ordenllichen politischen Gefahren, die sich aus weitergehenden Anträgen der beiden Oppositionsparteien ergeben könnten, zu vermeiden.
Deshalb wurde in Beratungen der Regierung-. Parteien am vorletzten Samstag und Sonntag, beschlossen das Gesetz über die Steuermilderu'.gen so zu gestalten, daß auch die Oppositionsparteien, die zusammen über die Mehrheit im Reichstag verfügen ein stärkeres Interesse an einer verantwortlichen Mitbeteiligung an den Verhandlungen bekam- men. Zu diesem Zweck wurde eine Senkung der Vermögenssteuer unter 50 000 Mark vorgenommen und gleichzeitig in Aussicht gestellt, daß man neben der Herabsetzung der Umsatzsteuer auch noch an dir Beseitigung der kleinen nichtverpfändeten Steuern denken würde. Hierzu kam, daß die Zentrumspartei von vornherein erfolgreich als Vorbedingung für ihre Mitarbeit das Verlangen gestellt hatte, daß der Reichsfinanzminister für die Beschaffung von er st en Hypotheken für Neubau- zwecke den Ländern einen Kredit von 200 Millionen Mark zur Verfügung stellte,um auf diese Weise den Baumarkt zu beleben. Außerdem erklärte sich der Reichsfinanzminister bereit, aus Verlangen der Zentrumspartei einen Weg zu suchen, ber den durch die lange Erwerbslosigkeit und die steigende Zahl der ausgesteuerten Erwerbslosen besonders schwer belasteten Wohlfahrtsetats der Gemeinden eine Entlastung bringen sollte. Der Weg, auf den sich die Zentrumspartei schließlich mit dem Reichsfinanzminister einigte, bestand in einer Der- längerung der Erwerbslosenunterstützung um 13 Wochen und eine finanzielle Berücksichtigung der besonders durch dauernde Erwerbslosigkeit bedrückten Gemeinden.
Durch diese beiden Erfolge und durch die Umänderung des Steuergesetzes wurde die Neigung
der Sozialdemokraten, dem Kompromißentwurf zu- zustimmen, größer. Unter Führung der Zentrumspartei fanden Verhandlungen zwischen den Regierungsparteien und der Sozialdemokratie statt, die schließlich zu einem Kompromiß führten. In diesem Kompromiß stimmten dir Sozialdemokraten der sofortigen Aufhebung der Weinsteuer und der Verschiebung der Erhöhung der Diersteuer bis zum 1. Januar 1927 zu. Aus der anderen Seite wurde ihnen angeboten die Wiedereinsührung der Sektbande- rolle-Steuer von einer Mark pro Flasche, die Auf- Hebung der Salzsteuer und ein Sperrgesetz über die Mietserhöhung bis zum 1. April 1927. Das letztere Gesetz soll im allgemeinen die Miete bis zum 1. April 1927 auf Höhe der Friedensmiete lassen. Es soll jedoch überall dort, wo entsprechend dem Fi- nanzausgleichsgesetz von 1925 bereits durch hohe Inanspruchnahme des für allgemeine Finanzzwecke bestimmten Anteiles der Hauszinssteuer und durch Verwendung eines hohen Teiles der für den Woh. nungsneubau bestimmten 20 Prozent der Hauszinssteuer zugelassen werden. Ebenso darf die Friedensmiete über 100 Prozent erhöht werden, wenn dies zur vollen Verwendung des zwanzigprozentigen An. teils der Hauszinssteuer für WohnungsNeubau, zwecke notwendig ist.
Gemeinsam mit den Regierungsparteien und der Sozialdemokratie wurde die Saizsteuer zum 1. April 1927 ausgehoben. Auf Anregung der Zen- trumspartei wurde eine Entschließung eingebracht, die dahin zielt, zum 1. Oktober 1927 eine Herao- senkung der verpfändeten Zucke^steuer durch Mehr- einnahmen aus der Branmweinöesteuerung zu ermöglichen. Zu diesem Zwecke !oll di« Regierung die Vorlage eines Gesetzes über die Umorganisation des Branntweinmonopols zwecks Erzielung höherer Erträgnisse beschleunigen. Dann brachten die Re- ffierungsparteien einen Antrag über die Regelung der Derrnögenssteuerzahlung im Jahre 1926 ein, der auch für diesen Punkt der Sozialdemokratie die Zustimmung ermöglichte.
Die Zustimmung der Sozialdemokraten allein konnte jedoch nicht genügen, um die Schwierigkeiten für das Gesetz zu beseitigen, da die Sozialdemokra. ten auf die Abstimmung einer Reihe von ihr vorher gestellten Anträge nicht verzichten konnte. Es mußte daher auch ein Weg geschaffen werden, de Deutschnationalen zur Mitarbeit heronzu- ziehen und dadurch die Garantie zu schaffen, daß nicht durch zufällige Abstimmung der beiden die Mehrheit bildenden Oppositionsparteien Opposi. tionsanträge Annahme fanden, die unter Umständen das ganze Finanzgebäude des Reiches und der Län- der in bedenkliche Erschütterung bringen konnten. Die Deutschnationalen erklärten sich bereit, der Verabschiedung des Gesetzes keine Schwierigkeiten zu machen, ein Teil ber den Sozialdemokraten an- gebotenen Zugeständnisse sowie die Regelung der Umsatzsteuerfrage, Aufhebung der Luxussteuer (Kleinhandelssteuer) waren ihnen sehr willkom- men. Aus diesem Grunde ist es schließlich der Jni. tiative der Zentrumspartei gelungen, das Gesetz in einer für die zukünftige Finanzgebahrung tes Reiches immerhin erträglichen Form zu verabfchie- den und dabei die großen und zukunftsreichen Richtlinien der Steuerreform des Jahres 1925, deren volle Auswirkung sich erst in den nächsten Jahren geigen werden, aufrechtzuerhalten.
Cs ist gleichzeitig dabei der Erfolg erzielt war- den, zu verhindern, daß gegenüber einer taktisch von der Regierung sehr übereilt und ungeschickt eingeleiteten Maßnahme sich Schwierigkeiten her- ausbildeten, die eine politische Krise in die Nähe rückten. Durch die Politik der Zentrumsfraktion ist diese Krise überwunden und sind die beiden großen Oppositionsparteien aus einer völlig negativen Oppositionseinstellung und zum mindesten zu einem Abstand von einer völlig verneinenden Poli» ist gebracht.
die Stunden gemeinschaftlicher Arbeit und gemeinschaftlichen Beisammenseins mit diesem prachtvollen Manne zu den liebsten Erinnerungen zähle. Der Präsident des deutschen Stäbtetages: Dr. M u l e r t."
Neues aus Frankfurt.
— Ci» vierundneuuzig jähriger Schachspieler. Im technischen Verein bereitete man dem viernndneunzig. jährigen MitgtieSe, dem ehemaligen Ingenieur Julius Schlösser besondere Ehrungen, als dieser feine um- fangreiche Bücherei dem Verein, den er vor einundsechzig Jahren mit gründete, übertotes. Der hochbetagte Herr spielt noch regelmäßig zweimal in der Woche in einem Klub mit den erfahrensten Spielern Schach und be« schästigl sich täglich noch mit der Lösung schwieriger mathematischer Aufgaben. Körperlich ist er noch un- gewöhnlich rüstig,
- 3nternaHonale Postwertzeichen-Ausstellung. Im Kuppelj aal des Werkbundhauses fand heute oormittag vor einem großen Kreis geladener Gäste die feierliche Eröffnung der „Internationalen Postwertzeichen-Ausstel-
lung statt, wobei dem verdienstvollen Schöpfer und Organisator der ausgezeichneten Schau, Wilhelm Link, die von der Stadt Frankfurt gestiftete große goldene Medaille überreicht wurde. Die Ausstellung, deren einzelne Abteilungen die weiten Hallen und Räume des Werk- bundhaufes vollständig ausfüllen, bietet eine wundervolle Uebersicht über den schimmernden und schillernden Reichtum der Welt der Postwertzeichen seit der Einführung derselben vor nahezu achtzig Jahren. Die prachtvolle Ausstellung, die jeden, Laien wie Fachleute, inter- elfteren dürfte, ist zweifellos die bedeutsamste ihrer Art fett vielen Jahren.
— Aus dem Fenster gestürzt. Aus dem Fenster eine» Hauses ber Kronprinzenstraße stürzte sich eine 25jährige Tänzerin. Wie es heißt, soll die Polizei bei ihr ringe- brungen sein, um die Feststellung ihrer Personalien vor- zunehmen. 3n ber Aufregung habe sie den Sprung getan. /.
— Die „größte" Sitzung. Die Stadtverordnetenversammlung verabschiedet in zwei Sitzungen am Dienstag und Mittwoch den Haushattsplan. Zu den Sitzungen liegen nicht weniger als 77 Anträge der zu
ständigen Ausschüsie, ferner 11 andere Anträge, zahlreiche Anfragen von verschiedenen Seiten vor. Die vorliegende Tagesordnung ist die größte, tue jemals der Stadtverordnetensitzung vorlag.
- Revision im Fall Flessa. Die am Freitag zum Tode verurteilte Krankenschwester Fiesta befand sich m stundenlanger Erregung über das gegen fie ergangene Urteil. Gegen das Urteil hat der Verteidiger Revision eingelegt. — Aus dem Wege vom Untersuchungsgefängnis nach der Strafanstalt Preungesheim machte die Fiesta Samstag nachmittag in dem Transportwagen einen Selbstmordversuch. Sie versuchte sich die Puls- adern aufzubeitzen, konnte aber von ihren Begleitern im letzten Augenblick daran gehindert werden. Im Strasgefängnis steht die Verurteilte, die übrigens sofort nach der Verurteilung eine besondere Kleidung erhielt, unter strengster ständiger Aussicht, die jeden Selbst- Mordversuch unmöglich macht.
_. Die Lage am Frankfurter Arbeitsmarkt. In bei oeraangenen Woche ist eine A-nderung der Arbeite- Marktlage nicht eingetreten. Zu Beginn der Woche standen 24 590 Arbeitsuchende zur Verfügung. Dazu haben sich 1740 Leute neu arbeitslos gemeldet, sodaß die Gesamtzahl der oorgernerkten Arbettslo en 26 390 betrug. Nach Abschluß der Verrntttlnngstattgketi standen hiervon noch 24 456 Mann zur Verfügung.
- Arntseinsiihri'ng des neuen Pollzeivrasid nten. Der zum kommisiarischen Polizeipräsidenten von Frankfurt ernannte Landrat Zimmerman n von Höchst wird am 8. April durch den Regierungspräsidenten von Wiesbaden In fein neues Amt eingefüM werden. Zum kommissarischen Lanbrat bes Kreises Höchst ist. mte rott weiter vernehmen, ber berzeitizge Lanbrat bes Kreises Schleusingen (Regierungsbezirk Erfurt) ernannt war. ben. ___________________
Lateinschule Amöneburg.
Die Bischöfliche Lateinschule in Amöneburg. Kreis Kirchhain, welche die Klassen S xta bis einschließlich Obertertia umfaßt, und an der ausschließlich nach dem L.hrplan be8 humanistischen Gymnasiums unterrichtet wir", zeigt in ihrem jüngstcn Ausstieg, daß der humanisti che Gedanke noch lcbenskräsiig ist, und daß man nicht allzu eilig an das Reformiere» und .Realisieren" humanistischer Anstalien gehen sollte.
Die Lateinschule, die ihrem Zweck entlvrechend talentierten Knaben aus den katboluchen Gemeinde» ObeiHessen? eine gründliche Vorbildung für ben weiteren Besuch des Gymnasiums vermitteln unb Rinbern bet ärmeren Bevölkerung eine höhere Schulbildung überhaupt ermöglichen will, wird im neuen Schuljahr 90-100 Schüler haben; mit wenigen Ausnahmen stammen diese au8 Oberhessen.
Da seit dem Brand des Stiftsgedänbes, in dem die Lateinschule untereebracht war, nur unnenüaenbt Raume zur Verfügung stehen, hat man ernstlich den Plan eines Schulneubaues ins Auae gefaßt, In schöner freier Sage an „ber Mauer" hat bi< Bischöfliche Behörde einen Bauplatz erworben. Ehemalige Schuler und Freunde der Schule werben gebeten, ein Scherflein beizutragen, daß in nicht allzu- ferner Z it auf ragender Höhe im Mittelpunkt Ober- Hessens ein Wahrzeichen des Idealismus und bei Giunvlage aller Kultur ersteben fann._ Gaben können eingesandt werben auf das Postscheckkonto Frankfurt a. M. 82017. .
*= Groß-Auheim. Am 20. März fand an hiesiger Rektoratsschule die mündliche Abschlußprüfung statt unter dem Vorsitz des Direktors ber Hohen Lanbesschule, Prof. Zeller, als Kommissar bes Provinzialschulkollegiums. Es unterzogen sich ihr 7 Obertertianer; allen würbe die Reife für Untersekunda zuerkannt. Einer von ihnen hat in d r e i Jahren unsere fünf Klassen durcheilt und ein glän. zendes Examen gemacht. Er wird bas humanistische Gymnasium in Fulda besuchen. Die übrigen sechs Untersekundaner werden in dos Reform-Realgymnasium (Hohe Lanbesschule Hanau) eintreten. Am Passionssonntag erlebte bie Rektoratsschule btt große Freube, in ber Et. Pauls Kirche einen ihrer ehemaligen Schüler ein Erstlingsopfer feiern zu sehen. Herr Neupriester Rubolf Lenz war einer ber ersten Schüler unserer Anstalt. Die Schule beteiligte sich mit Fahne an der Prozession, bie den Primizianten vom Elternhaus zur Kirche geleiteten und wünscht dem Neopresbyter eine recht gesegnete Wirksamkeit. Mögen viele Rektorotsschüler seinem Beispiele folgen.
wie wird das Wetter?
Das noch übet dem westlichen Kanal liegende Tief war bis zur Nordsee vorgedrungen Seine ÄuSläuiez brachten auch unserem Bezirk Bewölkung unb zeitweise Siegen. Gleichzeitig fetzt durch da» Vordringen von Luftwaffen vom Ozean her ein Temperaturrückgang em. Südlich von Irland liegt ein neuer Tiefdruckwirbe^ der ostwärts Vordringen dürste unb auch bet uns allmählich eine Westwindwettetlage hetvorrufen wird. Vorläufig find jedoch bet unS keine stärkeren Nieder, schlüge sowie Winde aus wechselnden Richtungen wahrscheinlich.
Aussichten bis Dienstag abend: Tagsüber no<$ etwas wärmet, sonst ferne wesentlichen Niederschläge,
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