Fuldaer Zeitung
Rund um die Woche
Der Mann im Monde.
ohn-
auch von
seiner Stirne standen Schweißtropfen, seine Fäuste wa> ren geballt: wie ein gefesselter Löwe, der vergebens
sind nur Katarakte in diesem Strom. Das Weinen von Müttern, der Todesschrei von Geopferten, die Verzweiflungswut der Massen, das brarcket in dieses Schweigen hinein wie ein ferner Ozean. Es beunruhigt niemanden. Es ist nicht einmal ein Posten im Kalkül. Ein Niagara, der dauernd seine schäumenden Masten in die Tiefe stürzt, daß der weiße Gicht hochhinaufspritzt und die ganze Landschaft nur ein einziges Toben und Brausen ist, das ist zweifellos eine furchtbar-herrliche Naturerscheinung. Würde dies Schauspiel aber auf einmal schweigen, indem alles bliebe, wie es da ist, das Fallen der Wasser, das Aufbrodeln der Strudel, das Rollen der weißen Wellenkämme und würde dies alles lautlos geschehen, so still wie der Schritt eines zarten Rehtierleins im unendlichen Urwald, das wäre geradezu ein dämonisches Mysterium. Brrand, Chamberlain, Mussolini, Luther und die ganze Schar der kleinen Trabanten des Völkerbundes, klagen wir sie nicht an. Unschuldige Lämmer sind sie alle. Sie weiden, an ihrem Pflock gebunden, soweit sie dürfen. Und selbst der bewegliche Strrse- mann in seiner wichtigen Gescheitheit, ich sehe ihn immer rote eine idyllische Bachstelze mit chrem nimmerruhenden Wippstrrt am blumigen Bachlem. 9m Hintergründe aber sitzen die Schweigenden. So rote im Zauberberg von Thomas Mann die Hexen hinter dem Tempelpark hausen. Schweigend zer- reißen sie ein zftterndes Kindlrin und führen die Stücke zum bluttriefenden Mund, zerbeißen sie, daß die Knöcheln knacken, und dies olles m lautloser, unheimlicher Stille. . .
Genug davon. Und doch, das kann nicht die ganze Welt fein. Es muß, wenn sie nicht er- starren soll im Eise jenes Schweigens, doch noch eine Sonne geben. Sankt Franziskus, hat von ihr gewußt. Er warf fein Geld dahin, das fluchbe- ladene. Er riß die Kleider vom Leibe, bis er nackend vor seinem Vater stand. Und so verließ der begnadete Sohn Dernadones die Gegend des Schweiaens und kehrte ein in das Land jenes anderen Mysteriums, in dem die Sonne der Gotteskindschaft leuchtet. Einen anderen Weg der Rettung gibt es nicht. Hier allein winkt noch jene Freiheit, die über den Zwang mammonisti.fcher Ketten lacht- allein ist ein Gebiet, dos dem Dämon verschlossen bleibt. Und siehe, es blüht das Paradies wieder auf. St. Franziskus spricht mit den Tieren der Felder. Stumme Fische lauschen feinem heiligen Wort. Bruder Mond und Schwester Sonne schauen liebend herab. Kennst du das Land? . , . Nichts gebe ich mehr auf Führer des Volkes, in deren Herzen nicht der Thron dieser inneren Freiheit steht. Denn alles andere verfällt dem Mammon und liegt fcksiießlich aus den Knien vor dem verschleierten Götzen. Nur diese innere Freiheit wird das Paradies wieder aufbauen. Und darin erst und darin allein wird man in Wahrheit sprechen können von Bruder Mensch und Völkerbund.
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»Zum Teufel!? rief Friedrich, „eine schöne Litanei!" „Lästere nicht!" sprach das Weib zürnend. Es kommt noch schlimmer! Deine ärgste Feindin aber — ist Jennette. Sie ist furchtbar gegen dich erbittert. Nicht nur, weil du ihr die Lehnsherrschaft gekündigt hast: Das tr-äre das kleinere liebel. Aber du hast das Weib in ihr tödlich beleidigt! Mit beißendem Spott überschüt- test du sie bei jeder Gelegenheit: beim Turnier und im Feldlager, beim Jumpen in tollem Zecherkreise am öfteren. Aber das Allerschlimmste ist, daß du, als dein Name noch an ihrem Jose glänzte, ihre Liebe zurück- wiesest und sie schnöde verließest, die dir, nach dem Tode ihres Gemahls, in Minne entgegenkam. Das traf sie mitten ins stolze Herz. Und diese Demütigung wird sie dir nie — hörst du! — nie verzeihen!"
Friedrich senkte das Jaupt; der trotzige Zug von herber Bitterkeit, der einen Grundzug seines Charakters bildete, trat deutlich auf sein Gesicht und gab ihm einen unangenehmen Ausdruck. In feinem Innern wogte und stürmte es, und seine Züge verrieten den Kampf, der m ihm tobte. Wie manches hätte in seinem Leben an- oers fein können. Vieles, das meiste feiner gegenwär. tigen Sage, hatte er selbst verschuldet.
2Bie ein Nebelbild stieg die Vergangenheit vor ihm cuf, unb dunkle Schatten traten hervor, drohend die Jand gegen ihn erhoben, die Schatten, die er ins loten- gesandt, die ihn nun anklagten und richteten.
Wie ein schwerer Alp legte es sich auf ihn und es gelang ihm nicht, sich davon zu befreien; es war, wie wenn ein Riefe ihn mit gewaltigen Armen umspannt und jede seiner Bewegungen gehemmt hätte. Seine Auoen rollten wild unter den buschigen Brauen, auf
hier oder — bei St. Michael — ich zerschmettere dich."
Drohend erhob er seine Faust, aber sie sank In wildem Grimme herab, als er den Dolch des -Weibes auf sich gezückt sah. „Wae wagst du mir zu sagen?" stieß er hervor.
„Die Wahrheit, die dir keiner zu sagen wagt. Jöre weiter: Es gibt einen Rettungsweg, gehe zur Gräfin, allein! — sprich dich aus mit ihr, biete ihr Frieden an: und du bist gerettet!"
„Nimmer!" rief Friedrich wild, froh, feinem Zorn endlich Ausdruck geben zu können. „Eher würde ich Jüngers sterben, als ihr einen Schritt Weges engegen- gehen. Verdammt — verflucht fei sie in den tiefsten Jöllengrund!"
„Du bist es nicht allein dir, du bist es deinen Getreuen schuldig, sie vor dem Jungertode zu erretten", sagte das unheimliche Weib zu Graf Friedrich.
„Keiner wird von meiner Seite weichen" — rief der Graf frohlockend, „dafür stehe ich mit meinem Kopfe!"
„Baue nicht zu fest auf Mensckientreue — sie ist wankelmütig, besonders, wenn das gräßliche Gespenst des Jüngers am Leibe zehrt. Besinne dich noch einmal — es ist der letzt, Rettungsweg, der dir offen bleibt, et heißt Jenriette!"
„Nie — in Ewigkeit nicht — werde ich diesen schlimmen Rat befolgen."
„So wirft du verloren fein!* erwiderte die Gestalt dumpf. „Unb das ist schade! Denn er schlummert in dir ein edler Stern, der sich zu großen Taten entfalten könnte, würde er nicht überwuchert werden und erstickt durch deinen unbändigen Trotz, durch finstere Dä-
2. Blatt.
Druck der Julbaet Mcfienbruderei, Fulda
feine Stetten zu zerbrechen versucht, und sich in mächtiger Wut krümmt, so war er anzuschauen.
„Verflucht!" knirschte er grimmig. „Wer du fein magst, Engel oder Teufel — Hede dich weg
M 67.
Sonntag, 21. Mär; 1926.
Frauendaß.
Geschichtliche Erzählung aus dem 15. Jahrhundert von Felix Rabor. -
gegen 300 Glocken mit einem Gewicht von rund 200 00- £ Di/ Glocken der Firma Otto kfftn selbst in Jerusalem auf dem Turme der SionSkirche ihren ehernen Mund ertönen. Die dortigen vier Glocken wurden im Jahre 1909 geliefert. Ihr Aufzug zum Glockenstuhl gelang durch einen wahren „Schwabenstreich". 3m April 1909 waren die Glocken in Jaffa ausgeladen worden, ie sollten zu Pfingsten auf Sion ihre Stimme er- chalien lassen. Die neutürkische Regierung verwehrte edoch das Äufhängen und Läuten der Glocken, weil die Derwische, die auf dem nahen Zönaculum das Grab Davids bewahren, behaupteten, der königliche Sänger würde sich alsbald mrs dem Grabe erheben und schwere Heimsuchungen über Land und Volk bringen, wenn die Christen nebenan die Glocken läuteten. Auf Befehl des Papstes lagen die Glocken bis zum 18. AuMlst wohlverpackt im Freien am Fuße des Turmes und harrten ihrer .Erhöhung". Da ward einigen Schwaben, die als Teilnehmer einer württembergischen Pilgerfahrt m Jerusalem anwesend waren, die Zeit lang, und sie zogen kurzerhand trotz Konstantinopel und Diplomatie die Glocken lustig hoch. Den gangen $I<m 5«» «« Baurat und Architekt ausgeheckt. Die Reiseist>en teilten die Glocken hinaufziehen ohne Wissen der Patres uns Laienbrüder. Dann konnte die türkische Behörde denselben keine Schererei machen. Gracht, getan! Die Sache wurde durchgeprobt, und dann beförderten wehr als 50 Herren: Professoren, Geistliche, Lehrer, Kaufleute, Abgeordnete und Privat« mit Flaschenzügen trn Schweiße ihres Angesichts die Glocken in die stolze, luftige Höhe. Die Damen bildeten währenddessen einen Schutzkreis um die Arbeitenden; die türkischen Behörden, selbst die Kawassen, wagten au8 Hochachtung vor dem weiblichen Geschlecht nicht, di« Postenkette zu durch- brechen. Die Türken und Derwische ärgerte- sich nicht wenig über den gelungenen Schwabenstreich, die übrigen Bewohner aber bezeiigten den Deutschen ausnahmslos ihre Zustimmung und fteudige Genugtuung über den wohlgelungenen Spaß. Der Pascha von Jerusalem erhob beim Deutschen Konsulate Einspruch, doch blieb diese Beschwerde auf dem Papier. Als die erwähnten schrecklichen Prophezeiungen sich nicht erfüllten, beruhigten sich auch die Derwisch«.
Die sechs Glocken der Fuldaer Stadtpfarrkirche werben sicherlich nicht solche Schwierigkeiten zu Überwinden haben wie ihre Schwestern in Jerusalem. Schon ,etzt ist man eifrig damit beschäftigt, für sie den Elocken- stuhl zweckentsprechend einzurichten. Und die gesamte Bevölkerung der Stadt sieht mit Spannung und Erwartung dem Augenblick entgegen, wenn sie zum ersten Mal ihren Mund öffnen in harmonischem Geläute zur Verkündigung von Gottes Lob und Ehre. «Hw.
Passionssonntag.
Sie hoben Steine auf, ihn zu ft einigen.* Ev.
Man sieht, es fängt an, Ernst zu werden. Jesus entzieht sich seinen Feinden für diesmal. Der starke sucht sich selber feinen Tag. Dann aber wird er selbst ärgeren Dingen, als Steinen, nicht aus dem
„Der Schneckengang der Verhandlungen", „Hin und Her", „Der Stuhl immer noch leer", so lauteten bis zum endgültigen Scheitern der Konferenz em Mittwoch die Leitartikel über Genf. Man tonnte die intereffante Reihe fortfetzen, etwa: „Der ratlose Rat" oder „Das lächelnde Amerika" oder „Mussolini macht sich lustig" oder „Die polnische Laus im europäischen Frietzenspelz" ober „Die verstimmten Marquis Posa" ober „Das enttäuschte Kaffeeland" oder „Großmacht und Größenwahn" ober, um alles zusammenzufassen: „Die blamierten Europäer".
Nachdem Europa sich im Weltkrieg vor aller Welt In seiner Schwäche gezeigt bat, nachdem es zu diesem blutigen Theater seiner Schande auch noch Neger und Inder als Mitspieler und Zuschauer ein- geladen, fügt es nunmehr auch noch den Fluch internationaler Lächerlichkeit hinzu. Da kommt Briand die Treppe herunter, im Antlitz bekümmert,
Ei/Stein ist ein starkes Ueberzrugungsmrttel - für den, der ihn furchtet. Darum kann auch nur ein feiner Mansch hoffen, mit Steinen unbequem* Mäule? zu stopfen Wenn das richtig ist, dann müssen wir in einem üblen Zeitalter leben unb bis Feigheit muß epidemisch sein, denn — es fliegen heute viele Steine. Die sind nicht immer von der Straße aufgelesen. Es gibt der Steine non vielerlei Art, mit denen man aufrechte Menschen treffen kann. Unb es hat nun jeder Feigling leine ausgesuchte Fertigkeit, sie noch feiner Sinnesart auszuwählen, daß sie ihm ihre Dienste tun, wie er es gerade braucht. Immer aber sind es nur die Besten, bi>e ihm als Zielscheibe gerObe recht sinb, just, wie Christus ben Juden. Es braucht es ober gar nickst einmal, baß bu im öffentlichen Leben stehst uni ha deinen Schild blank hast, nein, du brauchst nur schlicht für dich allein ein aufrechter ehrenhafter Mensch zu sein, so wirst du mit Jesus sagen müssen: ..Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem'; dein Leidensweg ist dir sicher und dein Passionssonntag im Kalender angeitricksn. Da ist bann kein Zaun so hoch, baß nicht die Bosheit hinüberwerfen formte und keine Hecke so dicht, daß sie nicht ihr Loch darin fände. Du hast die Wahl, entweder mit ben Wolfen zu heulen, ober von ihnen gebissen, vielleicht zerrissen zu werben. Ich sage nicht, was bu tun sollst,
am Gründonnerstag (2. April) die erste Bestellung einlief, ein noch größeres und folgenschwereres, als man gegen Pfingsten zum Guß der ersten vier Glocken schritt. Er verlief tadellos, und die Glocken fanden bei ben Bestellern nach Ausführung und Ton den vollsten Beifall. In den ersten Jahren blieb es bei 3 bis 4 Glocken im Jahre, dann stieg die Zahl der Bestellungen von Jahr zu Jahr. Im Jahre 1876 wurden 10 Glocken im Gewicht von 4156 kg gegossen, 1877 stieg die Zahl auf 15, deren Gewicht 7 640 kg betrug. Unb nun ging es rüstig vorwärts, aus allen Gegenden Deutschlands liefen Aufträge ein, bald auch aus dem AuSlande und Amerika und Asien. Im Laufe der Jahre beschickte die Firma verschiedene gewerbliche Aus- stellungen. Stets wurden ihre Leistungen auf dem Gebiete deS Glockengusses anerkannt. So erhielt sie 1881 ein ehrendes Diplom in Braunschweig. 3nt Jahre 1888 wurde die Vatikanische Ausstellung mit einem Geläut beschickt, die Firma hatte die Freude „für hervorragende Leistungen" mit der silbernen Medaille ausgezeichnet zu werden. Zwei Jahre später, als das Geschäft auf die beiden Söhne des GeschästsgründerS übergegangen war, erhielt die Firma auf der „Nord- westdeutschen Gewerbe- und Industrieausstellung in Bremen" die bronzene Medaille zuerkannt. Die späteren Jahre haben dem Geschäft noch manche ehrende Auszeichnung gebracht. Heute werden in der Otto'scheu Glockengießerei nicht jährlich 3 bis 4 Glocken, sondern
monen wilder Leidenschaften, die in deiner Seele schlum» wem. Du könntest eine Blume der Ritterschaft werben — auch jetzt noch, wenn milder Einfluß unb garte Fürsorge deine ungezähmten Leidenschaften dämpfen unb mäßigen würben. So aber rollt bein Lebensrad bergabwärts, unaufhaltsam, unabänderlich — bis es an Fels und Klippen zerschellt."
So prophetisch klangen die Worte, baß Friedrich erschrak unb an ihrer Wahrheit nicht zu zweifeln wagte. Aber statt ihn zur Einkehr unb Einsicht in sich selbst zu führen, weckten sie seinen Zorn unb seine Rachsucht auf- neue unb mit zorniger Stimme rief er: „Wußtest bu mir nichts Besseres zu künben, hättest bu bleiben können, woher zu kamst: sei es Himmel, sei es Jolle. Jilfe schaffe mir! — und ich glaube dir; billigen Rat begehre ich nicht!"
„Weiser Rat schafft schnelle Hilfe! Das merke dir! Noch einen Rat muh ich dir geben: Eitelfritz, bein Stuber, steht im Heere ter Gräfin unb reizt sie, dich zu vernichten. Unholb muß ich solch Beginnen schelten: aber bu Hafts selbst verschuldet. Gib ihm sein Erbteil heraus, bas bu ihm unbilligerweise entzogen hast unb versöhne dich mit ihm. Noch ist es Zeit! Er vermag viel bei der Gräfin unb wirb sie beschwichtigen. Aber bu tue ben ersten Schritt zur Versöhnung!"
„Herbe- rätst du mir zum zweiten Male!" sprach fetzt Friedrich grollend. „Und auch hierin folg ich dir nicht. Denn was diese Faust einmal ersaht hat, bas läßt sie nimmer los."
„Serbienbeter!" rief drohenb die Stimme, „du gehst deinem Untergang entgegen und siehst den Abgrunb nicht, an dem du stehst. Wehe dir! Wehe diesem Jause! Zum letzten habe ich dir zu künden: Ein Unstern steht über deinem Haupte; er wirb dich vernichten Hundertfachen Fluch hat er schon auf dich geladen, unb biefer Fluch wirb bich wie ein hungriger Wolf burchs Leben begleiten. Erwürg ben Wolf unb stoß ihn von bir, wenn anders du nicht unter der Last deine, bösen Eewisiens erliegen willst. Vergiftet ist bein Le
Mm Mr SM sondern auch in alle« Dörfern deS Kreises Fulda und in vielen Familien in den Kreisen Gersfeld, Hünfeld, Schlüchtern, ferner in Oberhessen und im Grisaer Amt lieft man
die Fuldaer Leitung.
Die blamierten Europäer. - Di« Herren der Welt. - Anonyme Kapitalkonzerne. - Die Unschuldigen von Gens' — Sankt FranztSkuS.
• Menschenliebe aus Vorsorge. Wiederholt hatte es den Anschein, als ob di* Nero D o r k s r Polizei nichr die Macht besitze, die Bewohner der Stadt vor den zahllosen Ueberfällen und Betäubungen zu schützen, denen sie feilens berüchtigter Banditenbanden ausgesetzt ist. Nunmehr haben die Nero Yorker Bürger beschlossen, einen Fonds aufjubringen, zu dem Zwecke, den Banditen zu Helens, wieder ehrliche Menschen zu werden und ihnen eine ehrliche Existenz zu sichern. Jeder, der zu diesem Fonds beiträgt, wird ein Erkennungszeichen erhalten, das, rote es scheint, ihn vor den Banditen schützt. Die Erfahrung wird lehren, ob die Banditen ebenfo edelmütig sind rote die mildherzigen Geber. .
* Das g roßte Buch der Weit. Di« Rekord- Hascherei greift anscheinend auch aus das Druckerei» geroerbe übet. Eine Druckerei in Nero York brachte kürzlich ihr neuestes Erzeugnis auf den Markt ein Riefenbuch, deffen Seiten drei Meter lang^und 1.80 Meter breit waten.
3m Flugzeug viermal um die Erde kn einem Iaht, das ist der Rekord des amerikanischen Fiie. gerleutnants Thomas. Et hat keine Umflüge im eigentlichen Sinne des Wortes gemacht, fon- detn im letzten Iaht nur eine Strecke durchflogen, welche dem vierfachen Umfang der Erde entpticht. Eine Leistung, auch fo noch äußerst beroun» öernsroert!
den durch jenen Namen, den du kennst und den die Wett ahnt; dein Unstern, das Unheil, der Fluch deines Leben» — er heißt: Amasta!"
Hochauf richtete sich die jungfräuliche Gestalt wie em Cherub, ein drohendes Feuer blitzte in ihren Augen unb während der Graf entschlossen schien, auf sie zuzustürzen, erhob sie ihre Hand und Friedrich fühlte einen feuchten Strahl, der sich auf fein Gesicht senkte und dessen durch- dringender scharfer Geruch ihn betäubte und seine Sinne verwirrt«, rote, glühende Lohe schien aus dem Gemäuer zu dringen unb blendete seine Augen, so daß er bestürzt zurückwlch und die Augen schloß. Als er sl« wieder öffnete, waren Sonnenschein und Licht verschwunden, und auch die weiß« Gestalt suchte er ver- geben».
„Es war ein Himmelsbote — oder ein Jöllendämon . flüstert« er. Es schauerte ihn und alles um ihn her erschien ihm kalt, öde, leer; es war, als ob ein guter Geist von ihm gewichen und einen Teil seiner Straft unb — auch feines alten Trotzes — entführt hätte.
Mißmutig stieg er zum Burghof hinab, um bei ben Genossen sich zu erheitern; aber sie waren nirgenbs zu leben. Nach btr reichlichen Mahlzeit unb dem unmäßig genossenen Wein waren sie matt und schläfrig in ihre Kammern geschlichen, um Rausch unb Sorgen zu verschlafen.
Nut bet Wächter sah allein beim Kellermeister unter bet alten ßinbe unb fang roeinlelig ein lustig Reiter- lieb; schwerfällig erhob er sich, als bet Graf nahte, unb die Kanne erhebend, rief er, indem die kiemen Aeugiein lustig glänzten: „Euer Wohl, gestrenger Herr Graf! Heil Euch!" Die Zunge war ihm schwer und die Füße auch. Langsam sank er auf seinen Sitz zurück unb lehnte sich breit an ben Stamm ber ßinbe.
Unmutig schritt ber Graf weiter. ,2ch werbe heute selbst Wache halten müßen", sprach et vor sich hin. ..So kann rch mich überzeugen, ob bie Warnung wahr wirb. Unb er suchte sich von. ber Besatzung bie am wenigsten Betrunkenen auf unb verteilte sie an bie Tore. (F. f.)
die Schultern rote bedrückt vom Prestige Frankreichs, wirft ein Witzwort, ein wohlüberlegtes, wie von ungefähr unter dir fpitzohrigen Journalisten und tut „Als Ob" — in Wirklichkeit eint wandelnde Chtakterlosigteit, die vorne die Frieden-sschafmel bläst und hinten sich rückversichert durch sorgsam behütete militätische Sondrtbündnisie. Da stolziert 6er lange Ehamberlain, sammelt um sich das ganze Orchester des britischen Imperiums, markiert den Beherrscher der Welt und ist doch nichts mehr und risien zu iw'scn. ^m-nn^du^es "nicht" febon I nicht» weniger als ber Sir Oracle de, „Kaufmanns r!5 ^Ul 6 n $ts' roenn Jodokus I von Venedig". „Und wenn ich meine Lippen öffne,
wußtest. ___________. ____')0TOr soll kein Hund mehr bellen . . ." Sir Oracle aber
£ mtto I öffnet seine Lippen nickt, und alle Hunde bellen und
Ute ©lOmerttJlCfteret 3- I heulen. Am sympathischsten wirkt noch Luther, der
m kemelingen. I Tag für Tag seinen ruhigen Spaziergang macht,
„ s:» eiflhfhfarr- I genau rote weiland Kaut in Königsberg. Rur daß Tie neuen Glock en f ü in auch bei ihm weder die praktische noch die reine
’ r $e .’6n $ ~ br. Jl <s#meTinaen~f6ei Bremen) I Vernunft zu einem gedeihlichen Ende kommt. Er SÄ? Ä Ä San», und da- smd d>°
&SV&5 Sn« nicht DI. Ich-n «an, and-...»
S»""°"n°a"--- Unb SfiÄTÄÄE t "an Deutschland besitzt eine Anzahl leistungsfähiger Zeit zu Zeit in Dr. Eberles „Schönere Zukunft" Glockengießereien, die zu Hemelingen gehört nicht zu schaut und sich über das Wesen der neuzeitlichen den ältesten, wohl aber zu ben rührigsten unb hervor- I internationalen Plutokrakie informiert. Diese ragendsten. Sie konnte im Jahre 1924 auf bas Macht wird weniger und weniger durch Einzel- 50jährige Jubiläum ihres Bestehens zurückblicken. Mäh- Persönlichkeiten vertreten unfc mehr und mehr durch renb dieser Zeitspanne sind weit über 4000 Glocken I anonyme Kapitalkonzerne und Banken. Schweigend aus ihrer Werkstatt hervorgegangen, die in allen Erd- herrschen diese Mächte, indem sie willig die Pose und teilen das Lob Gottes singen unb bas Gemüt des fc« Sprache der Herrschaft Parlamente und Völker- christlichen Volkes zum Himmlischen erheben. I Hunden überlassen, die ebenso geschwätzig werden, Die Firma F. Otto hat sich aus kleinen Anfängen I ß[g fje in Wirklichkeit machtlos sind. Gerade das zu ihrer heutigen Bedeutung emporgearbeitet. ~ Diel I Schweigen dieser Herren der Welt ist das Unheirn- Betriebskapital stand dem Gründer nicht zur Verfügung, I [[(Je. Ihr Palast ist di« Bank, eine Riesenbank. Er nur Liebe zum Glockenguß, ein feines musikalisches I jst f0 stift darin, daß man bte Federn kratzen hört. Gehör und em gut Teil WillenSenergie. Diese Eigen- Auf Zehenspitzen gehen die Angeftellten und reden schäften waren in fast noch höherem Stabe dem Bruder miteinander im Flüsterton. Und schweigend stürzen des Geschäftsgründers zu eigen. Derselbe hatte zwar als I Don jf)ren Höhen die Kurse, um morgen in eben» • katholischer Geistlicher manches mit ber Ausgave ber I solchem Schweigen wieder hi naufzuschnellen. Und in Glock« gemein: Beide fordern auf zum Lobe Gottes, diesen Milliarden rollt das Schicksal der Welt. Glück hie von der Kanzel, dort vom Turm. Trotzdem wollen unb Unglück, Sieg und Niederlage ganzer Völker Pfarre: und Glockengießerei nicht ohne weiteres zu- I fammen paffen. In Hemelingen war das im Jahre I
1874 anders. Der dortige Missionsgeistliche I Bereits als Gymnasiast in Hildesheim hatte er den Karl Otto war die Hcmptttiebkraft zur Erünbung I Lebensweg des älteren Bruder? beeinflußt. Ms sein der Glockengießerei und auch jahrelang der eigentliche I Anraten hatte derselbe feinem ersten Beruf, in den jener technische Leiter im brüderlichen Geschäft. DaS Interesse wider Anlage und Neigung durch Familienrücksichten an der Glockengießerei war in ihm wachgerufen worden I gedrängt worden war; zum Teil aus Rücksicht auf die in feinen Gymnasiastenjahren, führt« ihn zum Studium I jüngeren Geschwister, entsagt und in dem Langeschen der Glockengießerkunft und machte ihn zu einem nam- I Geschäft zu Hildesheim die Glockengießerei erlernt. Jetzt hasten Kenner derselben. I übernahm der Missionspfarrer Otto fozusagen Paten-
Nachdem er in feiner Vaterstadt Duderstadt daS I stelle bei der jungen Geschäftsgründung. In den ersten Progymnasium absolviert hatte, besuchte er in Hildes- zehn Jahren war er der eigentliche glockentechnische heim die oberen Klassen deS bischöflichen Gymnasiums Betriebsleiter und auch später, alS er eine Pfarrei in Josephinum. Dort wohnte et bei dem Glockengießer I seiner engeren Heimat übernahm, blieb er als fach- Lange unb kam dadurch mit ber Glockengießerei zum I kundiger Berater mit dem aufblühenden Unternehmen ersten Mal in Berührung. Seme Vorliebe für physi- auS Liebe unb Anhänglichkeit in stänbiger Verbindung, kalifche Probleme und fein außergewöhnlich feines muff- Pfarrer Otto hat sich auf dem Gebiete der Glocken- kalisches Gehör fanden in der Gießerei manches Beo- kunst auch schriftstellerisch betätigt. Im Organ für
bachtungs» und Betätigungsfeld, fo daß er sein« freie Christliche Kunst 1871, XXI. Jahrgang, veröffentlichte Zeit fast täglich im Geschäftsbetrieb zubrachte. Als er er die Abhandlung „Geschichtliche und artistische No- in das Priesterseminar zu HildeSheim emtrat, besaß tizen über Elockenkunde. Em Beitrag zur Geschichte et bereits eine gründliche Kenntnis in ber Kunst dis I ber Glockengießerei." Als Pfarrer auf bem UntereichS- GlockengießenS, bie er als Alumnus und als junger felbe gab er im Selbstverläge heraus: „Theorie der Kaplan durch Studium der Literatur über den Glocken- I Glockentöne. Musikalisch-akustische Monographie". Er guß und Besuche anderer Glockengießereien vermehrt« I starb 1917 hochbetagt. Den Ausstieg deS kleinen Unter- und vertiefte. Inzwischen war er Missionsgeistlicher nehmens in die Reihen der bedeutendsten Elocken- in Hemelingen bei Bremen geworden. Die dortigen gießereien konnte er, der geistige Gründer, noch mit- Verhältnisse schienen ihm für die Anlage einer Glocken- I erleben.
gießerei günstig zu fein, und er veranlaßte feinen I Für die neue Glockengießerei F. Otto in Hemelingen Vieren Bruder, dort eine Glockengießerei zu begründen. I war es im Jahre 1874 ein wichtiges Ereignis, aI8