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IPSOKS

JEENPulvek

Fuldaer Zeitung

M 61.

Sonntag, 14. Marz 1926.

2. Blatt.

*fr"*"t* Druck der Fuldaer Aclieadruckerel, Frida.

und auch Sie sollten es sich merken, daß Waschen und Bleichen zweck­mäßig nacheinander und nicht gleichzeitig ausgeführt wird. Ge­webe werden geschont und erhalten durch Waschen mit Dr. Thompson s Seifenpulver und durch Bleichen mit Dr. Thompson's „Seifix“.

Außenprogramm antieuropäisch ist." Wie einfach! Natürlich wstd vorausgesetzt, daß alle Europäer auch schon Demokraten sind. Dom Parlamentaris­mus wird angenommen, er werde ewig leben. Rußland muß natürlich draußen bleiben, wie auch England, denn beide sind Weltreiche, die ein Pan­europa nicht brauchen. Wie einfach wiederum! Es gibt Gelehrte, die sich au-zeichnen durch gute De- weise. Cs gibt andere Gelehrte, die sich hervor­tun durch unbewiesene Behauptungen. Die letzten sind unstreitig dir interessantesten. De sind vtel- keicht auch die wichtigsten. Denn was sollten die anderen noch beweisen, wenn niemand mehr etwas Unbewiesenes behauptete? Das ist einleuchtend. Also nur weiter mit den Paneuropa-Phantasien . . So hat man zu Genf dock wenigstens versprechende Tischmusik. Marianne, kommst du wirklich mäst wieder? Ich denke mir, daß sie in Gens setz, dauernd nach Paris schauen. Kommt. sie oder kommt sie nicht? So war es einmal in einem Zua, der abfahren sollte. Sie war da, ober er noch nicht. Und so stand sie vor mir am Fester, seuf­zend, weinend, hoffend, stcmmmlnd: Er kommt. Nein, er kommt immer noch nicht . . Dock^ da kommt er . . . Nein, er ist es nicht. Acch, er kommt sicker zu spät . . . (Inguschen Schaffner­rufe: Einsteigen. Fertig! - . . Fertig! . . 3 Ach, er kommt immer noch nicht. (Neues Wernen. Sanfter Trost aus dem Abteil.) Verzweifelnde Blicke. Kreischender Ruf: Ah ... da kommt er . . Ob's in Genf anders ist? Oder ob es gehen rmrd, wie mit meiner Flafcke Schwefelwasser in den Tagen meiner Kindheit? Die Mutter hat es so gern. So wundervolle Heilkräfte liegen im Schwe­felbad. Und so wandere ich denn über die Berge bis zum eine Stunde weit entfernten Bad. Und fülle die Flasche am Brunnen Trage sie sorgsam heim. Das herrliche Wasser. Wie wird die Mutter sich freuen? Habe sie so schön eingewickelt in die vavierreicke Leitung. Und bin schon an Pastors Ecke. Da braucht man aerade noch über die Straße zu geben. Und da rutscht mir dos Dmg aus dem Papier und knallt gerade auf die Rinnstein-Ecke . . In den Lüften breftet sich leise aus ein feiner Duft, der an Sckwefel erinnert oder auch an faule Eier.. Luther, halt nur die Schwefelflasche fest' Wir sind schon an Bastors Ecke. Das >st ein gefuhrllcker Rinnstein. Sonst, ja sonst. Na ja, sonst gibt s bald eine euroväiscke Atmosphäre, die nach Schwefel riecht und nach faulen Eiern

Nur keine Geschäfte zweifelhafter Art. Nur nichts geheim versprechen, wie der unglückselige Chamberlain. Gelingt es jetzt nicht, gelingt es iväter. Cs ift ja nicht aus Liebe, es ist dock aus Vernunft. Man heiratet hi-r dach keine Frau, sondern die Vortemonnaies. Könnten -dir Kaliberg­werke, die Naobtaquellen. die Kohlenaruben, di- Eisenwerkec könnten die sprechen, es bedürfte gar keiner Ministerpräsidenten dabei. Sie würden so­gar viel aufrichtiaer fern. De würden der Huma- rrr+ät bedeuten, daß sie aütiast verschwind->n rnooe. Sie verwirre dach bloß die Situation Rur nicht von Liebe reden in G-fcköstsiack-'n. Das wäre so­zusagen eine gasckäf'liche Toktlosigke-t . . . D'lle, meine Seele, bald kommen die ersten Sckwalben. Sie werden bauen über meinem Fenster. Bei den Spatzen sieht man's sckan, wie es ihnen im ganzen G°fieder juckt. Das ist viel wichtiger. Die paar Minuten, mo ich ihnen znfchoue, bedeuten fur meine Seele mehr, als tausend Leitartikel über Genf. Marianne? Tu, was du willst. Aber ihr lieben Schwalben, ihr müßt wiederkommen. Und die Sanne muß aut bleiben und der fünfte Regen. Und dann Hinaus und mit den Schulbuben singen: Alle Vöglein sind fchon da . . . Betrachtet die Lilien des Feldes und die Vögel des Himmels - . . Der Lenz ist gekommen . , .

Der Mann im Monds.

noch zum Rauchen. Von Hier aus Hätten wir nicht mehr allzuweit nach unserem Ziele, allein es führt nur ein schmales Sträßchen dahin und so müssen wir einen wei­ten Umweg machen.

Als es schon fast Nacht war und wir kaum noch .zwei Kilometer bis an unser Ziel hotten, blieb unser Wagen plötzlich stehen, mitten auf der recht schmalen Straße. Mas nun? — Doch die Fahrer haben noch eine eiserne Ration Betriebsstoff, der aber leider im Wagen drinnen unter all unferm Gerümpel liegt. Nun müllen wir um­packen und die Könne herausholen. Ein Wagen kommt uns entgegen. Er muß über die Felder ausweichen. Dann kommt ein Personenauto, das aber nicht von der Straße herunter kann. Es versucht vorbeizukommen und indem wirs stützen und vor dem Abrutschen bewahren, gelingt es auch. Es ist so dunkel, daß das Auffüllen des Tanks große Schwierigkeiten macht, doch endlich find wir wieder flott.. Nach fünf Minuten fahren wir zwi­schen zwei Reihen hoher, alter Räume hindurch und hal­ten dann vor dem Portal eines langgestreckten, schloß­artigen Gebäudes. Drinnen auf dem großen Flur ists hell; desto dunkler hier draußen. Einer unserer Rad­fahrer sagt uns, daß Biedermeiers Küche hier abgeladen werden mühe; die Registratur, wo die Druckerei ihr Quartier habe, liege noch etwas weiter. Just zieht fei­nen Mantel aus, reicht ihn mir herunter und wir laden ab. Den Mantel habe ich irgendwo hingeworfen, denn hier gilt es zugreifen. Später, als Just wieder an seinen Mantel denkt und holt, ist ihm aus der Tasche em Kar­ton mit hundert Zigaretten gestohlen worden. Und ich soll die Schuld tragen, well ich mich so wenig um den Mantel gekümmert habe.

Das Auto fährt dann wetter bis ans andere Ende des langen Gebäudes und nun laden wir auch die eige­nen Sacken ab. Beim Schein einer Karbidlampe, die uns die Radfahrer leihen, schaffen wir unsere Kesten und Kasten über einen winkeligen Gang und durch enge Türen in ein kreisrundes Zimmerchen. Die Radfahrer sagen, wir seien in einem Eckturm des Schlosses. In der rabenschwarzen Finsternis konnte man draußen ja nichts erkennen.

Nun sitzen wir auf unseren Kisten und schauen uns an. Eine elektrische Birne, die mitten im Raume au- melt, ermöglicht uns dies Just ist in denkbar schlechte­ster Laune. Erstens die gestohlenen Zigaretten und zwei- tens das runde Zimmerchen, mit dem er nichts anzu­fangen weiß. Ick suche ihn zu trösten. Die Zigaretten sind freilich verloren, aber das Quartier wird ganz nett.

Nun wird er erst recht wild. — »Nein, in diesem I runden Loch kann man keine Werkstatt einrichten. Wo I soll die Presse hin?. Wo der Farbttjch?."

Line seltsame Naturerscheinung. I Itllt htC

Eine eigentümliche meteorologische Erscheinung I tllUl V UU )

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i/,ll Uhr abends zog eine von Norden kommende, I nasche tenj.

etwa einen halben Meter Durchmesser besitzende Ehen sind die besten, jene, die nur mit

ft d t f Icurfjtcnbc ucI mit ®djfoetf im cf* I «x r« not^iriViPYi nwrb<*n ober jpnp bi@ nur «ackkurs, von donnerähnlichem Getöse begleitet, über I Vernunft g s, ” ' . , D:8r

Sen Ort. Auf dieser seiner Babu quer durch den «us der Liebe ^men, oder jene, bei denen,mel Ort wurden von ungefähr 15 Gebäuden, größeren I Vernunft und etwas > , mer'

und kleineren, auf einer teilweise mehrere Quadrat- bsr denen mel Liebe war und auch em wenig De meter grollen Fläche die Ziegel abqesauqt, wobei nunft? Mir will scheinen, daß Ehen aus Vernunft zahlreiche Ziegel zur Erde schlugen. Die Bahn dieses allein bald langwelllg uxrden. Ehen aus Lie wandernden Köipers ist deutlich erkennbar. Es ist allem bald zu romantisch, daß Ehen aus viel V sicher anzunehmen, daß der sehr selten verkommende nunft mit etwas Liebe vielleicht noch das Vernu f- Kugelblitz (eine Feuerkugel, die während eines tigfte, während Ehen mit viel Liebe und etw Gewitters mit ganz geringer Geschwindigkeit die I Vernunft am Ende das Schönste und "echtes e Atmosphäre durchlaufen soll, sodaß man sie oft mehrere I sind. Das sollte nut Rucksickst auf die Ehe gesagt Sekunden lang mit den Augen verfolgen kann) dieses werden, die augenblicklich De^schland mft dem Zerstörungswerk angerichtet hat. Für diese Annahme I Völkerbunde zu schließen sich anschickt. Aber spricht auch die Tatsache, daß ein ein Zentimeter keiner der genannten Falle hier vor, und ww dicker Derichlußriegel an einem Hoftor abgebrochen I müssen an eine weitere Möglichkeit denken nämlich und daß die Bruchstelle noch längere Zeit heiß war I eine Ehe aus Vernunft bei noch Nicht uberwunde- nnb daß das elektrische Licht stellenweise versagte. I nem Haß. Kein Wunder, daß sich bei solcher Es ist auch beobachtet worden, wie bann die Er- I Seelenhaltung noch plötzlich unerwartete EhehlN- scheinung'sich als Feuerkugel explosionsartig aufgelöst I dernisse einstellen. Die schöne Marianne laust so- hat. Don Meteorsragmenten war nichts zu finden. I zusagen vom Altar weg, wo die Zeugen schon da hochinteressant ist der Zerstörungsweg, der noch genau sind und die Lichter schon brennen und von durch die abgebedten Tücher erkenntlich ist. Die Balm, I geistlichem Beistand kann hier ja nicht geredet wer- auf der die Zerstörungen zu sehen sind, ist ungefähr I fen, da die moderne Politik sich ohne den Herr- 150—200 Meter lang. Das hochinteressante Ereig- I aott zu helfen fuckt — das Frühstück schon wartet, «is dürste sicher in bet naturwissenschaftlichen ®e« I Wird die schöne Marianne wiederkommen? Wrrd lehrtenwelt großes Aufsehen erregen und Anlaß zu I pe sich vor Kummer in die Seine stürzen? Oder wissenschaftlichen Untersuchungen geben. I will sie in den strahlenden Cafes der Inflations-

—>---------- I zeit noch em paar freie Fsttterwochen verleben, ehe

Hphpc Srntlfofutt sie sich entschließt, dem deutschen Barbaren die Hand

neues aus -ranksurr. I ,u reichen? Hoffentlich ist sie, wenn der Leser

— Schwere Wohnungseinbrüche. Zahlreiche überaus biereg Iiert wieder in Genf. Aber wer kann

jchwe^ Wohnungseinbrüche, die vermutlich von der glec- wissen bei hysterischer Veranlagung? Es wird

fjen Bande verübt wurden, kamen m den letzten Tagen JL. a>'rh tv>r m>ann bald wartet

mr Anzeige. Es handelt sich in der Hauptsache bei den schon werden. Bald wartet ter Mcarn, omo roarier Verbrechern um die Erlangung von Geld und Schmuck- I die Frau. Das ist m der Ehe e J ’ „1

üütfen, dann aber auch um Lebensmittel. Die einzelnen wenn man sich schon vorher daran gewohnt. L.»

Familien zugefügten Verluste sind sehr schwer und kaum sind noch lange nicht die schlechtesten Eben, wo man pl ersetzen. Zwei der Einbrecher erwischte man. In I wenigstens noch aufeinander wartet. Es kommt ja hrem Versteck sand die Polizei eine große Fülle ge- I Dor man einander zu allen Teufeln tohlener Sachen aller Art. wünscht. Allerdings wartet hier nur die Vernunft.

JSÄÄ ifÄ m, X' &

ÄTXLSÄW? ää?»

Benüffe, wie die Garderobe der Besucher fesselte. Als der I nicht tm Galopp auskriechen. Die Brutmajchine Kann einen Ueberzieher abgehängt hatte und damil I der Vernunft arbeitet langsam. Lust und Liebe ^rschwinden wollte, wurde er festgenommen, da er sich I sind die Fittichs zu großen Taten. Hoffen wir, daß in dem Eigentum eines Besuchers vergreifen wollte. Der I ,ur Vernunft noch ein bischen Siebe kommt. Es Dieb wurde der Polizei übergeben und es ergab sich, daß . . - Frühling. Die Zugvögel kehren beim. «« -M°» will»« T-d-n«-Sb-, °°, sich W«. er Z-m N-stb-u u»d träumen M auf der, '"-"-Leier 5wW In t« --»Ifchn-tioa-Ie« T-I-gr-p»-nstm,q-n Süden- Etnine

larfel. Seit Monaten herrscht im Frankfurter kommen gewiß über Genf Dann, Marianne ist ireisoer ein der Deutschnat. Volkspartei I es Zeit . . . Der Nestbau des kommenden Europa, itn sich immer mehr verschärfender Bruderzwist. Die I bas ist doch eine Sache!

Deffentlichkeit erfuhr erst davon, als sich beide Gruppen 1 Da ist nun wieder ein Unterschied zwischen den »ffentlich in der Presse bekämpften. In einer am 26. I unh Menschen. Ich weiß nicht, aber

Februar im Palmengarten abgehaltenen Versammlung, I , , • / < h in u. settten Taaen zuviel

He vom Lande-vorsitzenden in Kassel geleitet wurde, ^.^anbe, ich habe m dm letzten Tagen zE vrach mit dem Führer der Gegenpartei, dem Fabri- Roselieb gelesen. Besonders die spanischen Geschich-

Santen Heinz Schütz das Vertrauen aus und nahm die I ten haben es mtr angetan und dann wieder vor

wm Landesvorstand oorgelegten Satzungen an. An die- I allem der „Barbar". Seither bleibe ich vor jeher jer Versammlung nahm der seitherige Vorstand nicht I stummen oder auch brüllenden Kreatur stehen und

Seit, wohl aber in einer am nächsten Tage stattgefun- | i(üftere (ejTe: Bruder Mensch . . . Seitdem denke

Besprechung im engeren Kreise, in der sich der m{e ^rnünftig das unvernünftige Tier

£mJnnna^ ift Es arbeitet nämlich NUS dm Tiefen und aus

Kerben sollte Diese Versamml^g^ sollte im Amen- der ganzen Fülle seines ?Desens heraus Niemals pikten stattfinden. Freitag früh wurden ober an die I kommandiert Meister Buchfink: Beste Frau, w'.r Mitglieder Einladungen versandt, in denen mitgeteilt I wollen em Nest bauen! . . . Ach nein, sedes sucht ourbe, daß die offizielle Wahlversammlung in einem I Halm und Flocken und dann bauen sie einfach, mberen Lokale, im SchLtzenbof, abgehalten werden I Immer sind sie ganz dabei und immer also reinste solle und daß man gegen die Mitglieder des alten Dor- Gegenwart. Und eines Taaes ist das Nest fertig, tanöes bas 2t u s f 4 ■ u Si o "bohren aus ber Wo-ttet ^er Mensch aber sagt, besonders wenn er ein Deut- xr8 alte Vorstand an ine Mitglieder Handzettel, auf I f^her moberrten 3nbnftrte3etten ober ber^öfen »enen er mitteilt, daß die Einladung des Landesvorstan. nenhofe, ist, fortgesetzt: Machen wir! . . . Volker. »es nach den SchützensSlen „eine grobe Irreführung" I bunb? Macken wir. Paneuropa? Machen wir. sei, und daß die eigentliche Versammlung trotz alledem I Hast du noch etwas? Machen wir. . . . Graf bn Palmengarten st'attfinde. weil sie allein zuständig sei. I Cuodenhove hat , den Plan des kommenden I Europa fertig. Es ist darin schon alles geordnet.

Wk machen unsere Leser belonbers auf die unserer I „Wenn die Völker Eurovas es wollen — wird Pan- >ungen Stabtaustage befnefflgte Werbeschrift des stöbt. I europa entstehen: sie brauchen nur ihre Stimmen Das- und Wafferwerks aufmerksam. I allen Kandidaten und Parteien zu versagen, deren

I Rouge. Unser Armee-Oberkommando bat seither darin ritl<8 Som ‘Wnnfinnfflfi gewohnt. Sn den nächsten Tagen schießen es die Fran- UUV Will *fllVU9VUIU|l. I gofcn zusammen, obwohl sie sich doch denken konnten, Line Voblnsonade aus der Sriegszeik. I daß es, so nahe an der Front, nicht eigentlich militärisch

Von Fr. Donatus P s a n n m ö 11 e r. ' - benutzt werden konnte. In Wirklichkest war dort nur der ” ö | Hauptverbandsplatz vorgesehen.

36] I Wir kommen inrrch das hübsche Städtchen Le Ehesne.

Wir laden erst unsere Sachen auf, dann gehts zu | ymei Kilometer bevor wir das Städtchen erreichen, über« Biebcrmcier. Um ein Viertel nach vier Uhr können wir I |aj>rcn wir eine von uns vorbereitete Stellung. Für obfahren. Ich sitze vorn bei den Fahrern, Just und I t>en Fall, daß wir auf höheren Befehl die Brunhildestel- Biebermeier hinten im Kasten. Die Fahrt ist wunder- I [ung aufgeben muffen, sind diese Gräben als Zwischen- schön. Die Sonne scheint, es geht durch eine hübsche fteUung gedacht. Le Ehesne ist noch ganz unberührt vom Gegend, jeder Augenblick entrollt neue kriegerische Bil- Kriege, nicht eine Fensterscheibe ist bis jetzt unter der der und vor allem: man wird bas häßliche Gefühl los, I Einwirkung des Krieges zersprungen. Nach zehn Tagen daß einem jeben Augenblick eine feindliche Granate in I aber ist es -in Trümmerhaufen. Die Franzosen haben den Topf fallen kann. Es geht durch die kleinen Dörfer I bies fleißige Städtchen unter ihre schwere Artillerie ge- 2uartre-Champs und Les Alleux, wo der Wagenführer | nommen und dabei auch viele feiner Einwohner getötet. Benzin zu erhallen hofft, denn fein Tank ist fast leer I Eine kriegerische Notwendigkeit zur Beschießung lag od- unb er fürchtet fein Ziel nicht mehr zu erreichen. Doch I sMt nicht vor. Von ihren Fllegern her mußten sie wis- er kaim mchts bekommen; die Betriebsstoffniederlagen | |en, daß die deutsche Stellung nur aus einem einzigen sind schon nach rückwärts verlegt. Dagegen finden stch I Graben bestand und nur als Ruhepause für eine größere überall hinter stecken und Zäunen und im Schutze der I Bewegung gedacht war. Wenn für den kurzen Aufent- Dbfämume provisorische Munitionslager. Pa liegen die I halt der deutschen Truppen die Stadt wirklich als Quan Granaten aufgestapelt, wie die Weinflaschen im Keller I per und als Standort für die Gefechtsbagagen in Frage und sind mit grünen Zweigen gegen Fliegersicht ge- | fam< f0 konnte dies eine Beschießung nicht rechtfertigen schützt. Es ist wunderbar, wie glatt alles funktioniert. I Die Sorge um das eigene Land und seine Bewohner Bor dem Abrücken des Generalkommandos haben wir die I mußte sie davon abhallen. Aber nicht allein durch Ar- betreffenden Befehle gedruckt und überzeugen uns nun I tilterie, sondern auch durch einen gewaltigen Flieger­auch, wie sie ausgeführt find. Wir fahren an schweren I angriff wurde das unglückliche Städtchen heimgesucht. An Mörsern vorüber und an riesigen Langrohren,' die durch I einem Nachmittage gegen den 25. Oktober vernahm ich Motore geschleppt werden. Sie erhalten ihre Stellung I DOn La Cassius aus ein merkwürdiges Trommelfeuer, weiter hinten Unterwegs will ein Feldwebelleutnant I wie ich es bisher noch nie gehört. Am nächsten Tage ton ber schweren Artillerie, der eine Feldküche und dazu I erfuhr ich, daß etwa 100 feindliche Flieger Le Ehesne »inen Wagen voll steu mit nur zwei Pferden zu bewegen I mit Bomben angegriffen hätten Das also war das siecht, uns den steuwagen anhängen; aber cs geht richt; I Trommelfeuer, das fo eigenartig klang.

«totl wir fo wenig Benzin haben. Abseits liegt in Bei unserer Durchfahrt durch Le Ehesne zeigte sich kmem riestg-n Park das wunderschöne Schloß Macsrn I un3 ein erwähnenswertes Momentbild. Vor einem Ge- "»i । o I h^ube, Has ich für ein Krankenhaus hielt, stanb ein beut»

CinkAWeiß es sches Lastauto und zwei Kraftfahrer verhandellen mit einer französischen Krankenschwester. 3m Wagen aber, auf eine Matratze gebettet, lag eine junge, m Decken gehüllte Frau. Mit rührenber Hilflosigkeit schaute sie uns an. — Wie diese Deutschen sich doch im feindlichen Lande um alles sorgen! Ich vermutete, daß die Kranke aus einem jener Orte war, die am Morgen geräumt wer­den mufften. Hoffentlich hat sie nicht in Le Ehesne unter dem Feuer ihrer Landsleute den Tod gefunden, nachdem sie von deutschen Soldaten ber Gefahr entrissen würbe.

In Tanney hallen »zr einen Augenblick. Unsere Fahver sind Banern und möchten in der Kantine einmal Bier trinken. Doch es gibt wedtt etwas zum Trinken

Bad Salzfchlivf.

Sonntag, den 14. März, abends um 7% Uhr

Volksvereinr-Verfammlung.

Referent: Dr. Wenz»Fulda.

Aber ich habe schon meinen Plan fertig. Heute wol­len wir schlafen und morgen uns einrichten. Nur Hun­ger hoben wir noch und schrecklichen Durst. Heute war ja Fasttag. Just schnallt sein Kochgeschirr vom Tor­nister und ich gebe ihm meine Taschenlampe und er ver- schwindet draußen in der Finsternis. Unterdesien spinne ich meinen Einrichttingsplan werter.

Als Just mit einer Ladung Kaffee wiederkehrte, stärk­ten wir uns zunächst und erholten uns von unferm lan» gen Fasttag. Dann entwickelte ich meinen Plan.

„Also 3uft, mm passen Sie mal auf! — Zwei Bett­stellen von diesen vieren bauen wir morgen ab und ha­ben dann Bretter zu unserer Einrichtung. (Es waren dies aus rohen Brettern $ufammengenagelte Bettkastens. Der wunderschöne Spiegelschrank wird dann neben die beiden Betten gestellt und hinein kommt unsere kriege- rische Ausrüstung und unsere „Fressalien". Dort vor und ein bißchen in die Fensternische kommt die Prefie.

Großer Widerspruch Justs. „Det jetzt nick. Dakür ift ber Raum zu kleene. Und wo soll denn der Farbtisch bin?" — Just ist Berliner und redet auch die Sprache seines Landes. Und er stellt sich dahin, wo er stehen muß, wenn er nach meinem Plane die Druckplatte einwalzt.. Er walzt mit einer eingebildeten Walze auf einer ebenso eingebildeten Druckplatte und behauptet, daß er sich ben Rücken verrenken würbe, wenn der Farbstetn dahur käme, wohin ich ihn plane.

„Es geht schon. Just. Warten Sie nur bis morgen. — Und hinter ber Presse, dort, wo der wunderbare Mar- morkamin beginnt, werde ich stehen, wenn ich Ihnen einlegen helfe. Der Raum ist zwar ein wenig eng, aber ich bin auch schlanker als ein Bierbrauer. — In die Mitte vor den Kamin müsien wir uns ein kleines Oefcken zu verschaffen suchen, damit wir einheizen können. Wir hätten uns unseren Ofen aus Ballet) doch mitbringen fallen. Rechts daneben in die Fensternische werde ich imfere Kisten stellen und davor einen Arbeitstisch, den ich natürlich auch erst irgendwo auftreiben muß. Das vorhandene Tischchen werden wir dann m die Mitte stellen für Ihre Bedürfnisse und als Speisetisch."

„Na, mir soll recht sinn, aber ick jlobe nid), bat alles so schön klappt."

„Nun bann wollen wir uns jetzt gleich unsere Stop­pen bauen und uns aufs Ohr legen. Sie können sich bann mit bem roten Plumeau zudecken." —

— Sermaniumalas. Germanium ist ein Element, das dem Silicium ähnlich ift. Bisher ist es nur m kleinen Mengen gesunden worden. Neuerdtngs hat man davon größere Lagerstätten entdeckt, so daß eS nun technischen Zwecken zugänglicher gemacht werden kann. DaS Germanium gibt nämlich ausgezeichnete ®tafer, in denen es die Rolle deS Siliciums ftnelt. Dtese Gläser sollen bemerkenswerte optische Eigenschaften besitzen. Es ist daher möglich, daß dieses Element eine Rolle bei der Herstellung von photographi,chen Suife» spielen wird. __________

töte wird das Wetter?

Der kräftige Tiefdruckwirbel, der unsere Witterung beeinflußte, zieht im Nordosten ab. Erblich von Island lient jedoch bereits ein neuer Trefdruckwirbel; infolge­dessen bleibt die Westströmung bei uns erhalten, sodaß die Temperaturen keine wesentliche Aenderung erfahren. Zeitweise wird die Bewölkung etw-S zuruckgehen. ft doch ist späterhin wieder Bewölkungszunahme wahrscheinlich.

Witterungsaussichten biS Sonntag: Bewoltt, zeit- weise Regen, nach leichtem Tewperaturruckgang Tempe, raturen wieder ansteigend, westliche Winde.

Radio-Programm.

Sonntag, den 14. März.

Frankfurt (470 m), Kastel (273L m). 8-9- Mor­genfeier veranstaltet vom Wartburgvnem. .AnsprE- Pfarrer Struckmei-r. 11.30—12: Große den Diakonen des Plato 2. Spr.: Oberreg H. 12-1: Mittagsständchen, veraast, v. Ersten Mandolinenorchester. 3: Uebertragung des Meister­schaftsspiels zwischen Fnßball-Sportvermn Frankfurtmst» Spielvereinigung Fürth auf dem ?vortv^en^ IM. 4.30—5.30: Die Oper der Woche. Mckv.. R. Riedel. 6—7: Rhein-Main. Verband si D°»sbldg^ ®py£ag Wittgen: „Von nassauischer Mundart . 8 . Bucher-

stunde. 8-8.30: Die Stunde der -Zransturter Zn- tung“: „Sakkara" v. Meier-Graefe Svr.: E. C. 8.30 bis 9.30:. „Das Salzburger große Weichster,.von H. v. Losfmannsthal. Spr.: Dc. E. Fortnea. 9.30^2 10„30: Volkstüml. Konzert des Franks. O^chefterver- eins. Mitw.: I. Gareis. Anschi.—12: Uebertragung aus Berlin: Tanzmusik.

Deutsche Landwirtschaft.

---- Düngermitteloersorgung der Landwirtschaft ge­fährdet. Die Düngermittelaufträge der Landwirte oer den landwirtschaftlichen Organisationen haben stch « den letzten Tagen stark vermehrt. Fnfolge emgetretenm Kreditmangels der landwrttschaftlichen- Orgam- wtonen ist aber die wettere Düngerrntttelversorgung der Landwirtschaft im Augenblick ins Stocken und wird gefährdLet sein, wettere bedeutende Kredite miete Bürgschaft d«s Reiches der Pr-uW« Zentralgenostenschastskasse, die die Düngerrntttelkredtt- verteflimg übernommen hat, zur ^Derfuguna gestellt werden. Es soll auch bereits em diesbezügliches drin­gendes Gesuch des Herrn Reichskanzler von emer ber großen landwirtschaftlichen Crgamfcrttonen vorltegen. Nickt nur im Interesse der Landwirtschaft, sondern auch der D^erindustrie sind die bereits ,etzt emgetretenen Lieferungsstockungen sehr beklagenurchmuß daher vom Reichskabinett eine rasche Eittschetdunq m dieser auch für untere Dosiksernährum so wichtigen verlangt werden. Soviel wir hören,, soll das Reich eine Bürgschaft von mindestens 50 Millionen Mark für die Düngmnittelkredite der Frü^gh^ertorg,,ng uber. nehmen. Msdann werden alle Wunsche der Landwntt schäft erfüllt mtb der Düngermdustrie lern Schaber zugesü^. _ __________

— sine griechische National-Gver i« Rtz«. Obwohl Athen 15 Theater besitzt, erhob sich dock keines der. selben in musikalischer Hinsicht über dte flachste Operette, obwohl die sonstigen musikalischen Leistungen, z. -8. tn den zahlreichen Shmpbonie-Konzerten dieses Winters vorzüglich zu nennen find Nun will man mit staat­licher Unterstützung eine National-Oper ersten Ranges schaffen. Der Etat sieht 20 Sanier und Sängerinnen vor, einen 6>or von 40 Mitgliedern und ein Orchester von 55 Musikern. Dazu tritt noch ein Ballet von 10 Personen. Zur Schaffung griechischer Opernwerke wird die Regierung Preisausschreiben erlaffen.

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