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53. Zahrg

Sonntag, 2S. Zebruar 1926. 1

Nr. 49

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gcmgenen Woche generelle Anweisung« Durchführung des Volksbegehrens und

;en über die

des Dolks-

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schungsangelegenheit zugegangen ist, wurde Graf der Polizei vernommen. Sein

Ae LmMMte in der smnzöMen Kammer.

Vriand will den völkerfrieden. — Was er fich im Augenblick des Höhe­punktes der Menschenschlächterei gelobt hat.—gürein einheitliches Europa.

aufgegangen, von denen der erstere seine Zustim­mung zu den Verträgen mit gewissen Einschrän­kungen äußerte, der zweite die bekannten Thesen des französischen Nationalismus entwickeste.

entfcheides über die Fürstenabfindung der Länder­regierungen hatte zukommen lassen, sind die Vor- bereiwngen für das Volksbegehren in asten Län­dern im Gange. Preußen und verschiedene andere Länder haben bereits Ausführungsbestimmungen erlassen. Nach einer Meldung der Voss. Ztg. hat auch das Statistische Reichsamt bereits aste Vorbereitungen zur Auszählung und Prüfung der bevorstehenden Unterschriftensammlung zu Gunsten des Volksentscheides getroffen.

Aus Madrid meldet Agentur Fabra: Bei Besprechung der Erklärungen des Außenministers Panguas betonen die Zeitungen übereinstimmend die Notwendigkeit einer ständigen Vertretung Spaniens im Völkerbundsrat.

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Nur so könne die Friedens- und Menschheitsarbeit eines Volkes fortgesetzt werden, das in den großen europäischen Zusammenstößen neutral und mit allen Staaten befreundet geblieben sei, und das der Sache des Friedens, für die der Völkerbund wirken will, so wertvolle Dienste geleistet hat und noch leisten kann.

Neue Rats-ttandidaturen.

wtb London, 27. Febr. (6ig. Funkmeld.) Der diplomakische Verichkerstakker der „®ai(t) Mail" meldet: Nicht nur die ch i n e s i s ch e, sondern auch die persische Regierung habe einen ständigen Raksfih verlangt für den Fall, daß ein sol«her an andere Lander als an Deutschland gegeben werde. Der parlamentarische Berichterstatter des „Daily Telegraph" sagt, unter den Mitglledern aller Par­teien des Unterhauses herrsche einiges Unbehagen wegen der Politik der Regierung. Der Bericht­erstatter fügt hinzu, die Regierung sei nicht für die Gewährung eines ständigen Ratssihes an Polen. Der diplomatische Berichterstatter des .Daily Telegraph" schreibt, daß der Haag einer Vermehrung der Mitglieder des Rakes äußerst un­günstig gegenuberstehe. besonders aus der Erwä­gung heraus, daß eine geringere Anzahl von Mitgliedern die beste Gewähr für Einstimmigkeit biete. Der Berichterstatter hört, Finnland habe im wesentlichen dieselbe Meinung vertreten wie Schweden, Norwegen und Holland. Die Zurück­haltung Toftos erklärte der Berichterstatter damit, daß man dort darmis warte, in welchem Sinne die Entscheidung in verschiedenen anderen kiaupk» städken, namentlich in London fallen werde.

Neue Drohungen Mussolinis.

Wie die Voss. Ztg. aus Paris meldet, veröffent­licht der Petit Parisien ein Interview mit Mussolini. Der italienische Ministerpräsident kam auf die Kundgebung des Reichsbanners in Hamburg zu forschen. Parademärsche der Republikaner mit hu dertcn von Fahnen und die Teilnahme einer österreichischen Delegation bewiesen ihm am besten, wie sehr seine Jnterven- tian berechtigt und notwendig gewesen sei. Auch die Entwicklung der deutschen Handelsluft­schiffahrt gemahnten ihn, Vorsichtsmaßregeln gegen die drohende Gefahr zu ergreifen.

Dann habe Mussolini, nach dem Petit Parisien, von der Südtiroler Frage gesprochen und u. a. erkläft: Ich habe kürzlich eine Reise durch das Ober-Etschgebiet gemacht. Dort war alles deutsch. Beamte, Lehrer, Klerus. Eisenbahn und Post. Man sprach nur deutsch und sang Lieder, die, wenn man sie in Rom gesungen hätte, die Sofortige Ver­haftung der Sänger nach sich gezogen hätten. Ueberall ist der italienische Sprachunterricht jetzt obligatorisch. Post- und Eisenbabnbeamte sind italienisch. Wir betteiben die intensive Koloni­sierung des oberen Etschgebietes mit, italienischen Familien. Wir werden tausend Familien früherer Kriegsteilnehmer als Landwirte dort ansiedeln. In Meran haben tofr in einer Stickstoffgrube bereits 400 italienische Familien untergebracht und mehr als 100 Familien in einer Zinkgrube. Wtt werden das Land italianifieren. Es gibt Drohungen, gegen die man sich schützen muß. Die pangerma­nische Drohung ist eine solche.

Mussolini kam dann schließlich noch auf die Frage der Vermehrung der Völkerbunds­ratssitze zu sprechen und sagte, wie es in dem französischen Blatt heißt, er habe dem polnischen Botschafter iwch am Samstag versprochen, daß er Polen bei seiner Kandidatur für den Völkerbunds­rat unterstützen werde. „Polen soll gleich- zeittg mit Deutschland eintteten und nicht nach ihm, ebenso wie es mit Deutschland im gleichen Range in Locarno war."

* Aus Holland. Der mit der Kabinettsbildung beauftragte freisinnige Rechtsanwalt Dr. Limburg hat der Königin mitgeteilt, daß feine Bemühungen um die Zusammenstellung eines außerparlamen­tarischen Kabinetts gescheitert seien. Er hat um Enthebung von dem ihm erteilten Auftrag gebeten.

Die ZranKenfalschungsangelegenheit

In Verbindung mft einem anonymen Briefe, der der Budapester Polizei in der Frankenfäl-

Verhör dauerte nur einige Minuten, doch hielt er sich längere Zeit hn Polizeigebäude auf, weil er Wert darauf legte, daß bei seinen Zeugenaussagen auch die französischen Emissäre anwesend sein sollen, die zur selben Zeit an dem Verhör des Grafen Emmerich Karolyi als Zeugen teilnahmen, die längere Zeit währte. Vor der Polizei erklärte Graf Telecft, daß er weder von dem Bestände der Tuezhely-Bank, noch weniger von dem Lombard- darlehn, das der Bank gewährt wurde, noch von Kankovich und Genoßen jemals etwas gehört habe, bevor er diese Namen in den Zeitungen gelesen habe.

Unter diesen Umständen ergab die Zeugenaus­sage des Grafen Telecki nichts Positives.

Aus Berlin wird gemeldet: Gegen den in die ungarische Frankenfülfchungsangelegenheit ver- wickelten und fett einiger Zeit in Berlin in Unter­suchungshast befindlichen früheren Angestellten Schulze ist die Voruntersuchung eröffnet worden. Der Untersuchungsrichter hat bereits Schulze vernommen, wobei dieser einen so gei­ste so erwirkten Eindruck machte, daß er zur Beobachtung seines Geisteszustandes in ein Lazarett ÄdersMtrt wurde. - ~

Melmmm iSW. lrnnMskl. Beilage l'W

FuldaerZettung

Anzeiger für die Skadt und den Kreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

In der französischen Kammer wird zurzeit über die Verträge von Locarno verhandelt, die m Frankreich bekanntlich infolge der Finanzmisere mrd der Kabinettskrise noch keine parlamentarische Erledigung gefunden haben. Den Höhepunkt der Verhandlungen bildete die Rede des Ministerpra- fidenten und Außenministers B r i a n d.

Briand wies einleitend auf die stark ausein­ander gehenden Interpretationen hin, die die Ver- ttäge von Locarno in den beteiligten Ländern ge- eip hätten. Ein großer Teil der deutschen e habe behauptet, daß Deutschland in Locarno genarrt worden fei, während gleichzeitig Cham­berlain von verschiedenen Seiten der Vorwurf ge­macht worden fei, daß er sich „von Briand in die Tasche habe stecken lasten". Alle diese Polemiken hätten nur geringe Bedeutung. Das Entscheidende sei, daß die Verträge von Locarno keinem der be­teiligten Länder Unrecht zufügten. Sie seien ver­faßt und abgeschlossen in einem wahrhaft euro­päischen Geiste und mit dem Ziel der Befestigung des Friedens. Gewiß schafften sie nicht alle Kriegs­gefahren aus der Welt. Die einzig richtige Ein­stellung zu Locarno fei die Frage, was vor dem Abschluß der Verträge gewesen fei und welche Fol­gen sie für Europa haben würden. Gegenüber den Ansätzen zu einer neuen Gruppierung der Mächte in Europa und den zahlreichen internationalen In­trigen, die damit in Zusammenhang gestanden hätten, habe Frankreich sich entfchlleßen mästen, zu handeln. Als man den Dertragvon Versail­les diskutiert habe, sei die Hauptsorge die Frank­reich von feinen Verbündeten versprochene Garan­tie seiner Sicherheit gewesen, und Elemenceau habe gesagt, daß, wenn die Vereinigten Staaten diese Garantie nicht ratifizieren würden, der ganze Friedensverttag in sich zufammenbrechen müsse. Seine (Briands) .auswärtige Politik fei deshalb seit dem Jahre 1921 unablässig darauf gerichtet ge­wesen. diese Lücke auszufüllen. Der Grundstein zu dem Protokoll von Genf fei in Cannes und in den vorbereitenden Verhandlungen zu der Konferenz von Genua gelegt worden. Erst die Verhandlun­gen zwischen Paris und London hätten Strefemann zu feiner Initiative vom Februar des vergangenen Jahres bestimmt. Die französische Regierung habe in seinen Vorschlägen einen geeigneten Weg zu dem von ihr selbst erstrebten Ziel gesehen und sie sich deshalb zu eigen gemacht. In dem kritischsten AugenblickedesRingensum Verdun, auf dem Höhepunkt der Menfchenschlächterei habe er sich geschworen, den Rest seines Lebens aus- fchlleßllch der Sache des Friedens zu wid­men. (Stürmischer Beifall auf allen Bänken.)

Aber um den Frieden wirklich zu haben, ge­nüge es nicht, ibn lediglich im Munde zu fuhren. Seine Sicherung verlange große Hingabe und Ausdauer und Geduld, kein Zweifel. Auch gegenüber Erzberger und Rathenau fei man in Frankreich von äußerstem Mißtrauen geroefen, und doch feien diese beiden von Mörderhand gefallen. Auch dem neuen Versuch, den Frieden zu sichern, könne man mit ähnlicher Skepsis begegnen. Das Mein Entscheidende sei, daß Locarno zur W i e- derherstellung des Vertrauens beige­tragen und den Völkern den ersten H o f f n u n gs- strahl für eine bessere Zukunft gegeben habe. Aufgabe der verantwortlichen Staatsmän­ner tnüffe es heute fein, Europa für den Fri-den zu oraanisieren und die Barrieren, die der Krieg zurückgelassen habe, aus der Welt zu schaffen. Die unterzeichneten Verträge seien nur ein An­fang, sie feien ein kleiner, fchonungsbedürstiaer Keim, den man sich hüten mäste, mit plumpen Fü­ßen zu zertreten. Auf jeden Fall aber dürfe es fein französischer Fuß sein, der dieses Verbrechen begehe. Das verhängnisvollste bei allen Kriegs- erklärungen sei, daß jeder Krieg ausbreche, ohne daß die beteiligten Völker Gelegenheit hätten, ihre eigene Meinung zu äußern. Das werde immer fo fein, wenn nicht über den Völkern ähnlich wie über den Individuen unparteiische Richter ihres Amtes matteten.

In Locarno habe man zum ersten Male euro­päisch gesprochen. Das fei eine Sprache, die von allen Beteiligten erst gelernt werden mäste. Locarno bedeute für die europäischen Völker die Möglichkeit, in Zukunft zu vermeiden, wie so oft übereinander herzufallen. Der Pakt beraube Frankreich keines seiner Verteidigungsmittel. Wäh­rend der Versailler Vertrag Deutschland auferiegt worden fei, habe es die Verträge von Locarno freiwillig und ohne Druck angenommen. Daß es versuche, für sich Vorteile daraus zu Wagen, fei durchaus natürlich. Deutschland einen permanenten Sitz im Völkerbundsrat zu ver- weigern, wäre völlig abwegig, denn Deutschland habe int Rat eine Rolle zu spielen. Was unter Een Umständen verhindert werden mäste, fei. daß £»et aufrechte Völker fortführen, durch die Jahr­hunderte hindurch sich periodisch aufeinanderzustür- L" und eine Zivilisation zu gefährden, die die Mut der Armeen immer wieder bedrohe und mit -ölut befubele. Was man in Locarno versucht habe, IS1 °te Schaffung eines einheitlichen vur opa Frankreich könne durch die Teilnahme n»,t?me.r Diskussion, die das Europa der Zukunft tVe' uur gewinnen. Mit seiner Unterschrift dte Verträge fei es sich selbst, feiner Ver- »unqenbeit und seiner Zukunft treu geblieben.

dessen Rede zu widerholten Malen von

„‘Wm Beifall unterbrochen wurde und dem inn^am*e Nnke bis weit in die Mitte hinein eine büv-Ovation darbrachte, waren auf der Tri- Livks» Abgeordneten Plaisant von der radikalen rniSlj ucq Sax’theitny, tmm Matümalen. Block vor-

Aus London wird gemeldet: Chambeftam wurde ausgesordert, vor seiner Abreise nach Genf nocheineAussprache in einer Sondersitzung des Parlamentsausschusses für Völkerbundsfragen im Unterhaus zu halten. , -

In einer Rede in Newcastle sagte Discount Grey, die Konttoverse über die Zulassung Po­lens zum Völkerbundsrat hätte Unheil a n ge­richtet. Er hasse, die Regierungen würden sich ruhig verhalten, bis sie in Genf seien, wo sie das Unheil begraben und die Verhandlungen in voll­kommen harmlosen Formen führen könnten. Deutschland müsse m durchaus fairer Weise in den Völkerbunid auf genommen werden, ohne irgendeine vorherige Aenderung in der Zusammen­setzung des Völkerbundsrates. Die wichtige Frage der Zusammensetzung des Dölkerbundsrates sollte erst erörtert werden, wenn Deutschland an diesen Erörterungen teilnehmen könne.

Wie der Londoner Berichterstatter des Man­chester Guardian zu berichten weiß, hat die Intrige im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Eintritt Deutschlands in den Völkerbund eine neue Wen­dung genommen. Die Verschwörer gegen Deutsch­land hätten eine neue Taktik angenommen, wo­nach Spanien anstelle Pcckens ständiges Mit­glied des Rates werden soll, während Polen als nichtständiges Mitglied an die Stelle Spaniens rücken würde. „

Der Manchester Guardian, der in der Bekämp­fung der Zulassung anderer Staaten außer Deutsch­land in den Völkerbundsrat hn gegenwärtigen Zeitpunkt an erster Stelle steht, spricht in seinem Leitartikel von einem internationa len Skan­dal. Das ganze Mannöver hätte schon ein un- rühmliches Ende nehmen können, wenn es nicht von neuem von Chamberlain aufgewiegelr worden wäre. Das Blatt tritt mit besonderem Nach­druck dafür ein, daß eine Aenderung der Verfassung des Dölkerbundsrats nicht vor September erwogen werden soll.

In einer Rede erklärte Lord Parmoor: Der VorWag, daß der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund gleichzeitig Anlaß dafür feilt soll, die allgemeine Frage der Verfassung des Dölker- bimbsrats aufzuwerfen, ist wie ein Blitz aus heiterem Himmel für die gekommen, die den Völkerbund als einen Mittelpunkt und ein Symbol des internationalen Friedens und der Freundschaft ansehen. Ich stimme vollkom­men mit der Entsckstießung des Parlamentsaus- fchustes überein, in der die britische Regierung drin­gend aufgefordert wird, einen starken Widerstand gegen irgend eine derartige Veränderung im gegeir- wärtigen Zeitpunkt auszuüben. > . ! ! -

* Aenderung deS Zolltarifs in Norwegen. Aus Oslo wird gemeldet: In der S'hung des Staats­rates wurde ein Vorschlag betreffend, Revision der Zolltarife eingebracht. Das Ministerium steht auf dem Standpunkt, daß die Produktionskosten in Län­dern wie Deutschland nach Einführung der Gold­basis nnd der darmiS folgenden Stabilität, sowie der Lebenshaltungskosten steigen werden. Das De­partement hat daher Herabsetzungen vorgeschlagen, wen igstens in Bezug auf einige wichtige Prodnktions. mittel, um dadmch zu einer Senkung des Preis­standes beizuttagen. __

vom Reichspräsidenten.

Reichspräsident v. Hindenburg fährt am 2. März nach Leipzig zum Besuch der dortigen Messe und des Reichsgerichts. Der Rat der Stadt Leipzig hat beschlossen, am 2. März aus Anlaß des Besuches des Reichspräsidenten zur Leipziger Frühjahrsmesse an den höheren Schulen den Unterricht aus­fallen zu lassen. Dagegen ist für die städttschen Volks- und Berufsschulen ein dahingehender Be­schluß des dafür zuständigen Bezirksschulamtes nicht zustande gekommen. .'

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Reichspräsident von Hindenburg besuchte Freitag imchmittag die Vorsührungen des Reit- und Fahrturniers in der neuen Auwhalle am Kaiserdamm in Berlin. Der Präsident wurde bei seinem Erscheinen vom Publikum stürmisch be­grüßt. Den Vorführungen wohnten auch die bei­den Töchter des Reichspräsidenten und sein Enkel­kind, sowie Reichswehrminister Dr. Geßler, Gene­raloberst v. Poseck, bei.

Wie verlautet, begibt sich Reichskanzler Dr. Luther am Montaa abend nach Hamburg zum Besuch des ersten Bürgermeisters Dr. Peter­sen. Am Dienstag fährt der Reichskanzler wieder nach Berlin zurück.

Vas Volksbegehren.

Halbamtlich torrb aus Berlin gemeldet: Nachdem die Reichsreqierung bereits in der ver-

Kundgebung

aus Anlaß des Volkskrauerkages.

Berlin, den 28. Februar 1926.

Der Reichspräsident: von Hindenburg. Die Reichsregierung: Dr. Luther.

In stiller Trauer geben» das deutsche Volk am heutigen Tage seiner Brüder, die in dem größten aller Kriege ihr Leben gaben für die Verteidigung der Heimat.

Für uns sind sie in den Tod gegangen. An den Grabern unserer Gefallenen, die sich für uns alle opferten, soll die Zwietracht schweigen. Mahnend steht vor uns das deutsche Leid, das heilige Opfer der im Kriege Gefallenen. Sie starben, damst Deutschland lebe.

Aus dem Leid wuchs immer des deutschen Volkes höchste Kraft. Wenn heute die Flagge Halbmast weht, wenn große Scharen sich zu würdigen Gedächtnisfeiern still vereinen, soll sich der Entschluß in uns befestigen, im Glauben an Deutschland das Wort zu ver- wirklichen:

Nimmer wird das Reich zerstöret, Wenn ihr einig seid und treu!

Illi II