Fuldaer Leitung
Sonntag, 31. Januar 1926
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Natur, aber jetzt wankte ihr
die vor keiner Untat zurück-
als sie auf den dunklen Flur
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Nichts sah er in dem Raume, als dieses schauerliche Bild, doppelt schauerlich anzusehen in seiner Beleuchtung durch die bleichen Mondstrahlen.
Die Bildfläche glänzte, gespenstisch, feucht, und in ihrer Mitte stand plastisch die volle Gestalt des Ermordeten, dessen Auge ihn im Eintreten empfing.
Büren irrte durch das Helldunkel. Ratlos, planlos, wie von Sinnen. Wie die Augen ihn begleiteten, jeden seiner Schritte verfolgten!
Mein Gott, die Gestalt löste sich aus dem Rahmen! Die Kehle Bürens schnürte ein entsetzliches Grauen zusammen, seine Sinne schwanden und wimmernd brach er in die Kniee.
Die drohende Gestalt kam näher. Sie schien sich auf ihn stürzen zu wollen, um ihn zu erdrosieln, zu zer- malmen. •<
Büren wußte nicht mehr, was um ihn vorging. —
Marie hörte durch die halbgeöffnete Tür ein timratt« ähnliches Geräusch aus dem Erdgeschoß heraufdringen. Es war, als ob sich unten ein heftiger Kamps, ein Kampf auf Leben und Tod abspielte.
Heisere Schreie, wie aus der Kehle eines Ersticken- den herausgepreßt, mischten sich in den Tumult.
Einbrecher? Räuber? Eine ganze Reihe von Möglichkeiten schwirrten blitzartig durch Maries Gedanken.
Sie war keine ängstliche Mut.
Mörder? Verbrecher, schreckten?
Ihre Glieder zitterten, hinauslauschte.
Zahllos wie der Sand am Meer sind die Nachahmungen, die „Palmin“ gefunden hat. Unter allen möglichen Namen werden sie an geboten. Das „echte Palmin“ wird nur in Paketen (niemals lose!) verkauft. Jedes Paket trägt in roter Schrift den Namenszug ,Dr Schlinck*. .
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— 3m Irrsinn des Mordes bezichtigt? Zu aufregen, den Auftritten kam es Freitag abend, als in verschiedenen Wirtschaften ein junger Mann auftrat und sich des Muttermordes bezichtigte. Man hielt ihn schließlich fest und übergab ihn der Polizei, die den jungen Mann, der allerlei dummes Zeug schwatzte, zunächst nach dem Polizeigefängnis verbrachte, um festzustellen, wa» an dem Gerede wahr ist.
— Immer neue Schwindlertricks. Auch heute noch fallen die Menschen auf die plumpsten Schwindeleien hinein. Dieser Tage kam ein junger Mann in ein Ge- schäft am Roßmarkt, kaufte eine Kleinigkeit und er- klärte, als er zahlen sollte, er habe nebenan beim Fn- seur sich das Haar schneiden lassen, und dabei einen Fünft zigmarkschein übergeben, auf den er noch 48 Rm. her- ausbekomme. Er würde den Schein gleich holen, man möge ihm doch inzwischen die 48 Mark herausgeben. Und wahrhaftig! Der Geschäftsinhaber fiel auf den Schwindel herein, gab dem Burschen 48 Mark und wartet yoch heute auf den Fünfzigmarkschein vom Friseur nebenan. — In einem zweiten Fall trat ein Mann in einem Geschäft auf, kaufte Waren, hatte aber nur einen Cinhundertmarkschein. Durch geschickte Ablenkung verstand er es, den Hundertmarkschein, das Wechselgeld in Höhe von fünf Mark und die Ware in seinen Besitz zu bekommen und mit der ganzen Herrlichkeit zu verschwinden. — Und schließlich macht ein dritter Schwindler außerordentlich gute Geschäfte dadurch, daß er alte 10O- Millionenscheine in Zahlung gibt.
Der tiefsinnige Kant schrieb einmal etwas Philosophisches, was er Antinomien nannte. Es sollte das heißen, daß jedes Ding zwei Seiten hot. Denkt man einen Gedanken ganz durch, dann landet man in seinem Gegenteil. Auch die geistige Welt ist eine Kugel. Versuchst du herum zugehen, so trittst du dir ganz gewiß einmal auf die eigenen Sohlen. Bist du ein gerechter Mann und denkst du nur daran, -.rne du deine Gerechtigkeit steigern könntest, so hast du nicht weit bis zur Hartherzigkeit. Legst du es aber nun bloß auf Liebe auf und auf weiter nichts, so kannst du auf diese Weise auch zu einem Waschlappen werden. Darum waren ganz große Köpfe immer auf die goldene Mitte bedacht, die deshalb so berühmt geworden, daß es schon ein Gemeinplatz ist.
Vor kurzem st'eg ein Bauer in den Zug. Er hörte einen Industriellen über Landwirtschaft reden und brummte in seinen Bart: Was ist das für ein dummer Kerl . An einer anderen Station stieg ein Industrieller in den gleichen Zug und hörte den Bauer über Großindustrie reden und brummte in seinen Bart: Was ist das für ein dummer Kerl. Auf der dritten Station stieg ein Professor ein und redete über Landwirtschaft und Großindustrie im Lichte der reinen Idee. Da lachten die beiden anderen und brummten beide in den Bart: Was ist das für ein dummer Kerl. Gewiß waren sie alle drei gescheit und doch hatten sie auch alle drei in ihrem Urteil über einander recht. Denn dumm waren sie, insofern sie nicht daran dachten, daß jedes Ding seine zwei Seiten hat und oft noch einige mehr.
In einer großen deutschen Provinzhauptstadt beschloß der Magistrat nach endlosen Verhandlungen, Kämvfen und Debatten die Zubilligung von 20 000 Mark für die Herstellung eines weltberühmten alten Rathauses und des darin befindlichen Rittersaales. Das war dis eine Seite. Rach Fertigstellung der Renovation aber will es den würdigen Stadtvätern nicht behagen, daß sie in dem, im alten Glanz strahlenden Saal nun auf den ebenso alten Holzstühlen sitzen sollten. So beantragten sie weitere 60 000 Mark zur Anschaffung von Klubsesseln. Das war die andere Seite . „ . .
In Amerika tobt noch fortgesetzt der Kampf um den Alkohol. Ganz gewiß haben die getroffenen Maßnahmen die öffentliche Anständigkeit gehoben. Andererseits sagte mir neulich ein Amerikaner, der es absolut wissen mußte, daß sich nunmehr in unzähligen Häusern private Schnapsbrennereien befänden. Das ist die andere Seite.
Bei uns hat es eine Reihe Erlasse gegeben hinsichtlich der Mode. Wer will leugnen, daß das feine guten Folgen hat? Es ist der letzte Ausweg. So hat fetzt in Griechenland eben die Ausführung des Gesetzes begonnen, daß Mädchen von dreizehn Jahren an aufwärts keine Kleider tragen dürfen, die mehr als 35 Zentimeter vom Boden absteben. Im ersten Uebertretungsfalle gibt es eine Geldstrafe, im Wiederholuansfalle 1 bis 3 Tage Gefängnis. In ähnlicher Weife wollen die ober- bayerischen Trachtenverbände Vorgehen, indem sie sich an die Regienmg wenden mit einem herzhaften Aufruf, der von dem Sprüchlein ausgeht:
Sitt' und Tracht der Alten Wollen wir erhalten!
Sie bitten den bayerischen Landtag, dafür Sorge zu tragen, „daß das unsittliche, unser Gebirgsvolk verderbende Betragen gewisser Kreise, besonders in den Sommermonaten, gesetzlich unterbunden wird." Sie würden zur Selbsthilfe greifen, wenn es wahr sein sollte, daß eine Hohe Behörde geantwortet habe, „daß für ein Verbot der modernen Tänze und anderer Zeiterscheinungen die gesetzliche Errmdlage fehle". Alle? gut, aber es hat auch eine andere Seite. Man soll bei der Gewalt, wenn sie schon notwendig wird, nicht rcrgesien, daß oi-i Ret tung von innen kommen muß. Gewiß kann man
kleine Wunden an Auge und Ohr von außen reparieren, aber wenn es fid: i-.m schlimmere liebel handelt, wie Seuchen, so können sie nur durch eine Besserung des ganzen Organismus geheilt werden. Das ist die andere Seite.
Daß jemand ein tüchtiger Spezialist sei, ist notwendig. Denn wer in seinem Fach nichts versteht, ist eiu Schu ätzer. Ebenso notwendig aber ist, daß man womöglich von ollem etwas verstehe, sonst wird man sein Wisien niemals richtig anwenden. Wir klagen über das Spezialistentum an unseren Universitäten. Ist es im breiten Leben damit noch viel schlimmer? Ist das nicht auch Spezialistentum, und zwar eines übelster Sorte, wenn die Parteien nur Sinn haben für ihre eigenen Programme? Oder wenn die Kaufleute, die Bauern, die Arbeiter, die Beamten nur denken an die eigene Kaste? Daß sie schließlich meinen, es könne auch in der politischen Welt niemand anders sie vertreten als nur eben ein Kaufmann, ein Bauer oder ein Ar- beiter? Während es doch sicher ist, daß die größten Arbeitersiihrer gar keine Arbeiter gewesen sind, was sich ebenso bei den anderen Ständen verhalten dürfte.
Volksgemeinschaft und europäische Gemeinschaft, das alles kann nicht werden ohne Ueberwindung der Einseitigkeit. In früheren Zeiten war diese Einseitigkeit nicht so schlimm. Denn es gab doch etwas, was allen gemeinsam war, ein Glaube und eine Weltanschauung. Was war wie ein Wasser, das olle Schiffe hob, das in alle Spalten drang, mit dem immerfort jeder einzelne verbunden war, dem man überhaupt nicht entfliehen konnte, fo wenig wie man am Tage der Hellen Sonne entflieht. Das ist nun nicht mehr so. Derartige Gemeinsamkeiten gibt es heute nur noch im materiellen Gebiet, denn natürlich sind wir darin einander gleich, daß wir alle Kartoffeln und Brot essen. Aber in allen anderen Beziehungen sind wir ungleich geworden, Spezialist und das müssen wir überwinden
In seinem großen Roman „Der Zauberberg" hat Thomas Mann eigentlich keine andere Lehre gegeben das die, daß wir nicht einseitig sein sollen. Sein junger Held kommt mit dem Freidenker Settembrini zusammen und merkt, daß er in diesem und jenem Punkt ganz gesunde Ideen habe, daß er aber in anderen Dingen, wo die mehr „fromme" Art in Frage steht, ohne Verständnis sei. Er kommt mit dem Galizier Navbta in Berührung und fühlt auch bei diesem einen Sinn für stärkere Kräfte, für die der Religion und der Tradition. Aber euch der ist wieder ertrem, so extrem, daß er sich schließlich selber totschießt, das Opfer eines einseitigen Fanatismus. Hans Eastorp aber überläßt sich weder dem einen noch dem anderen, sondern lernt von beiden, und das ist eben deutsch, das ist gesund, das ist Goetbeweisheit, as ist eine menschliche Auswirkung des Christentums.
Wie eit hoben wir das arme Indien beklagt, weil in ihm das Kastenwesen herrsche. Es steht zu fürchten, daß km neuen Europa sich etwas Aehn- llches entwickele, eben weil feder Gedanke, fanatisch durchgeführt immer in feinem Gegenteil landet. So endet die übertriebene Freiheit im Terror, und so eine unklare Gemeinschaftsduselei im Kastenwesen Und doch muffen wir darüber hinaus, was am besten geschieht durch einen weiten Geist, durch praktisch-s Wohlwollen, durch den inneren Menschen. Weg mit allen Gehässigkeiten in Presse und auf Versammlungen. Weg auch mit allen unmöglichen Forderungen. Jedes Haus ist ein Kasten, wenn man will, und es muß darin wohnlich und nett fein. Merkwürdig, und gerade solche, die im kleinen Kreise Gemeinschaft haben und üben, finden am besten den Weg zur größeren Gemeinschaft, eben weil sie den Geist haben, der allein lebendig macht. — Cuique fuunf. . .
Der Mann im Monde.
vorbei zu sein, nur ein qualvolles Stöhnen, wie da» Röcheln eines Sterbenden, drang an ihr Ohr.
Mit einem scharfen Ruck stieß sie die Türe weit auf. Das volle Mondlicht quoll ihr entgegen. Blitz- schnell preßte sie sich in den Schatten. Das Auge spähte scharf. Nichts regte sich, nichts zeigte sich, nur da vorne, vor dem Tische, lag eine dunkle Gestalt, von der die qualvollen Töne aufftiegen.
Noch einmal prüfte sie suchend in allen Ecken und Nischen, aber es wollte sich nichts zeigen. Sie entzündete Licht. Der Mann am Boden war Joseph. Weißer Schaum stand auf seinen Sippen, die Augen waren aus den Höhlen gequollen und ftierten schauerlich aus dem milch, weihen Gesicht.
Mattes Blick schweifte schnell durch das Zimmer. Ueberall zeigten sich die Spuren eines heftigeng Kampfes. Das Tischtuch war vom Tische gerissen und tag zwischen zerschlagenen Gläsern und Flaschen am Boden. Dott lag ein zerbrochener Stuhl und da —
— mein Gott, da lag das gertrümmerte Bild ihre» Vaters.
Es war von der Wand heruntergerisien und lag bart mit zersplittertem Rahmen, durchstoßen und durchlo- chett von harten Gegenständen.
Ein namenloses Entsetzen ibeschlich Marie.
„IosephI" Sie wandte sich dem hilflos Daliegen, den zu.
Der ächzte, wie ein zu Tode getroffenes Wild.
Joseph! — Was ist dir, — was ist oorgegangen? —*
Die Augen Bürens spannten sich noch weiter aus und traten noch weiter vor die Stirnhöhlen. Seelenlos starrten sie auf seine Frau und von den Lippen löste sich ein Laut, der nichts gemein hatte mit der menschlichen Sprache.
Mühsam erhob er sich und wankte, wie geiftesab- wesend, zum Fenster:
„Lust, Lust, — ich ersticke —*
Matte stand ratlos.
Büren riß mit wilder Wut das Fenster auf — und prallte mit einem Entsetzensschrei zurück.
„Auch der noch? — Auch der noch? — Tod und Teu- fei — so erwürgt mich doch — hier bin ich ja — ihr —"
Grauenhaft gellte sein Angstschett durch die Nacht.
Auch Matte, die schreckensbleich da stand, stieß einen Schrei aus, mehr erstaunt als erschrocken.
(Fortjetzuns fol*X
2. Blatt.
Druck der Fuldaer Actteudruckerei, Fulda.
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Ile Berten es nicht bereuen!
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Büren schauderte. Was da leuchtete und aufblitzte, wie feurige Kohlen, das waren die Augen. Die Augen eines blutlechzenden Raubtieres, das sich auf die Menschen stürzen will, um Blut zu trinken.
Seine Hand suchte die Hand Mattes, um sich verzweifelt daran festzuklammern.
»Führ' mich, ich könnte anstoßen," entschuldigten seine bleichen Lippen sein kindisches Tun. Unb Matte führte ihn durch den dunklen Flur und über die schwarz« Treppe zum Schlafgemach.
Erne tiefe Dankbarkeit quoll dabei in seinem Herzen auf. Er wollte > diese gütige Hand an sein Herz presse», er wollte sie küssen, die Hand, die ihn in seiner Der- zweiflung durch diese schauttgen Gänge fühtte, in denen sich die Geister zu nächtlicher Stunde trafen, und in denen das Entsetzen ttnherschlich. O, diese gesegnete Hand; es war ihm, als ob sie einen Schild aus unverletzbarer Bronze über ihm hielt, hinter dem er gegen alle Angriffe geschützt war. O, diese himmlische Hand! Er drückte sie dankbar. —
Aber seiner Führerin wollte es scheinen, als ob bas Zucken und Zittern in seinen Fingern nur stärker würde. „
Das Licht flammte auf in dem großen Zimmer. Ma. tte entledigte sich ihres Schmuckes.
Plötzlich stieß sie einen leichten, erschrockenen Schrei aus.
»Joseph, denke nur, ich habe unten irgendwo dar kleine goldene Armbandkettchen liegen lassen. Es ist ein Geschenk meines toten Baiers; das letzte Geschenk oon ihm. Das muht du mir holen. Bitte, sei so gut. Ich könnte es mir mein Leben lang nicht verzeihen, wenn mir das durch meine Nachlässigkeit abhanden käme. Bitte, Joseph, hole es mir. Es muß irgendwo auf dem Tische oder auf dem Schreibtische liegen — —- 2u wirst es schon finden--Bitte, lieber--"
»Verflucht — verflucht!"
. ’ „Was sagst du? — Bitte, Joseph, in zwei Minuten i bist du zurück."
.3d) bin so müde, Marie."
»3o — sephü"
•3a, ja, ich gehe schon."
Gottesdienstordnung.
Sonn tag, 31. Jan. Sonntag Septuagesima. do«. 1. Beichtgelegenheiten: Samstag morgens von /io upt ab, nachm. von 2—3 für Kinder, von 1/i5 Uhr ab für Erwachsene. Sonntag morgens von "?6 Mr ab. 2. Sonntags-GotteSdienste: V26, 6, */i7 und 7 Uhr vt. Messen mit Spendung der bl. Kommunion. 8 Uqr Pfarramt mit Predigt und Komm. V*1O Kathedralamt m. Pred., 3/«ll Christenlehre für die Jünglinge. /<12 Uhr ist die letzte bl. Mefle mit Pred., */.2 Mr St. Michaelsbruderschaft mit Segen. 2 Uhr Christenlehre fü- die Jungkr. 4 Uhr Predigt mit Andacht und Segen. 6 Uhr abds. Andacht mit Segen in der Marienkapelle. Montag nachm. 5 Uhr Andacht mit Segen für me armen Seelen. Freitag, 5. Febr., Herz-Iesu-^reitag. 3 Werktags-Gottesdienste: Jeden Morgen von V,6 Uhr bis 7 Uhr hl. Messen mit Komm.-Austtg. Die Pfarr- messe ist an Werktagen um 3/«8 Uhr, während derselben Komm. An Montagen und Herz-Iesu-Freitagen ist während der Pfarrmeffe das Allerdettigste aus- gesetzt und am Nachmittag dieser Tage ist um d Uhr Andacht mit Segen. Die letzte Messe ist um 9 Uhr, danach ist nochmals Austeilung der hl. Kommumon. — Stadtpfarrkirche. Beichtgelegenheit: Am Samstag nackm. 3—7, 7V,—8V1 Uhr und am Sonntag morgen von 51/2—7‘/s Uhr. Hl. Kommunion: 5V», 6, 6V-, 7, 7>/s und 8*/2 Uhr. Gottesdienste: 5*/« 61. Messe. 6*/« Uhr hl. Messe. 8 Uhr erster Schulgottesdienst mit Predigt, um 9V2 Uhr vormittags ist Pfarramt und Predigt. 11 zweiter Schulgd. u. Pred. Um 9' « Christenl. für die Jünglinge in der Severikirche. Um 1 /» Uhr Christen!, für die Jungsr. 2*/» Bruderschaft vom HI. Erzengel Michael. Werktags-Gottesdienste: 6'/,, 7, 7.45 und 8‘/,. Freitag 5 Andacht. — Pfarrkirche zum heiligen Geist 7 Uhr Frühmesse und Ansprache, 8 Uhr Hochamt mit Pred., y-5 Christenl., 5 Uhr Andacht. Dienstag, 2. Febr., 5 Ubr abends Muttergottes - Andacht, vorher und nachher Blasiussegen. Mittwoch um 5 Uhr Abend-Andacht. Donnerstag Beichte nachm. von lM bis 6 Uhr. Freitag V,8 Herz-Jesu-Amt, 5 Andacht. Beichtaelegenheit: An allen Wochentagen eine halbe Stunde vor dem Gottesdienst, an den Tagen vor Sonn- und Feiertagen von V«4—6 Uhr abends. Kommunion- Austeilung: An den Wochentagen vor und nach dem Gottesdienst, an Sonn- u. Feiertagen auch im Hochamt.— Kbteikirche 6. Benediktinerinnen. Sonntags um 6 Uhr Conventamt, wochentags '<46 Uhr stille Messe, Vi9 Uhr Covventamt, tag lich 3 Uhr Vesper. — Sttedhofskape lle am ^ranzofenwäldchen. Sonntags g^Uhr hl. Messe, Ansprache und Komm-Austeilung. An den Werktagen 7^ Uhr hl. Messe mit Kommun.-Austlg. — Herz-Jesu-Heim Vormittags V,9 Uhr Predigt und Amt. nachmittags 2 Uhr Segensandacht. Werktags */,7 Uhr hl. Messe. Mittwoch abends 7-/4 Segensandacht. — Frauenberg. 5, *'»6, 6, Vi7 und 7 Uhr hl. Messen, um 8 Ubr ist Sinameffe mit Pred. und ltturaischen Gebeten, 9 Uhr Hochamt mit Pred., nachm. 2 Uhr Pred., Andacht und Umgang für die Marianische Bruderschaft. — St. INickaelrKirche. Nachm. 2 Uhr IesuS-Maria-Joseph-Bruderschaft, Pre- digt und Andacht.
M 0 n t a g, 1. Febr. Frauenberg. Nachm. V>5 Uhr feierl. Vesper mit sakram. Segen.
Neues aus zrankfurl.
__ Ein schwerer Einbruch vereitelt. Die drei soeben .rft aus dem Zuchthaus entlassenen Arbeiter Zimmer- mann-Offenbach, Neuner-Rimbach und Schuster-Frank- kurt a M., ließen sich in der Nacht zum Donnerstag nach Geschäftsschluß in einem bedeutenden Pelzwarengeschäft “i ber Kaiferstraße einschließen, um nachts das Geschäft auszuplündern. Kurz nach 1 Uhr kamen sie aus ihrem Versteck heraus, kletterten einen Lichtschacht empor, be> feitiaten von einer Tür die schwere Eisenstange, durch- ldmitten dann das Glas eines zweiten Luftschachtes und kletterten katzenattig in die Tiefe, um nun in die Ge- frfmftsräurne einzudringen. Kaum waren sie in der Dese,' als ein Wächter der Wach- und Schließgesellschaft ha5 Haus betrat und die losgemachte Eisenstange sah. Er legte die Stange wieder vor die Tür und hatte so die Einbrecher gefangen. Inzwischen war aber auch der Hausmeister aufmerksam geworden. Beide Personen alarmierten die Polizei, die nunmehr das gefangene Trio festnahm.
= Seine Hochwassergefahr. Die starken Schnee- masten, die der letzte Schneefall brachte, sind bis auf einige Reste in den Gebirgen geschmolzen, haben aber, da der Schmelzprozeß nur sehr langsam vor sich ging, bisher zu keinem Hochwasser geführt. Die Flüsse sind wohl wieder gestiegen, namentlich die Gebrrgswäfser. Doch liegt nach den Mitteilungen der Wasserbauämter nirgends eine Gefahr für die v.ferbewahner vor.
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Können fleetöosößnchenken?
Es dröhnte herauf wie von zerbrechenden Gegenständen, cs knackte und krachte imb dazwischen erschollen die angstvollen Rufe eines Mißhandelten.
Was ging dott unten vor?
Das verzagte Angstgefühl schwand schnell, rote es gekommen war, aus ihrer Brust. Ein trotziger, etn verzweifelter Mut kam über sie. Einbrecher? Mör. der? Hier in ihrem Hause? — Es galt zu handeln.
Geräuschlos huschte sie über den Flur in das Zimmer, wo der Gewehrschrank des toten Baiers stand. Sie ergriff eines der dort stehenden Gewehre und langte in den Patronen gürtet. Es knackte ein paar Mal leicht unb hell und scharf, bann trat sie bewaffnet heraus. Im Augenblick war sie dis Treppe hinunter und stand im dunklen Hausflur vor der angelernten Tür. Sie lauschr, kurz; die Geräusche waren verstummt, der
„Nimm die Kerze mit. Du wirst es schnell finden." „Herrgott, steh mir bei."
„Was sagst du?"
„Ich gehe schon, — ich gehe schon."
„Hier, das Licht! — Mein Gott, wie bu zitterst! Was ist dir? Bist du krank? Was fehlt dir nur? I» einer Minute kannst du zurück fein. Es ist ja nur wegen des Vaters, verstehst du? Sein letztes Geschenk —*
„Sa, ja."
„Nimm bas Licht. — So hatte doch fest. Nein, rare du zitterst —*
.Ych gehe."
Er war braunen auf dem dunklen Ftttr. Das Acht in seiner Hand flackerte. Gespenfttge Schatten huschten an den Wänden vorbei. Einmal waren es tanzende Gliedmaßen von menschlichen Körpern; dann waren es bizarre Gesichter, die aus den Schattenschleiern höhnten und grinsten. Und dort, wo der Lichtkreis der matten Kerze an die Finsternis grenzte, jenfeits dieser Lime dort stand das schwarze Grauen, das Entsetzen. —
Ein Lusthauch wehte ihm entgegen. Er hätte nicht sagen können, ob es ein kühlender ober heißer Hauch war. Ihm war» als ob ein warmer Atem aus einet Menschenbrust tarn und in fein heißes Antlitz schlüge.
Eiskalt lief cs ihm über den Rücken; feine Kopfham war wie elektrisiert, das Haar sträubte sich.
Seiner Sinne kaum mächtig, schlich er die Treppe hinunter, die Linke krampfhaft um die Lehne gekrallt. Herrgott I Wie seine Knie bebten t Wenn sie nur den Dienst nicht versagten!
Unten im Flur knisterte etwas. Der Kerzenhalter entgtüt beinahe feiner Hand. Es war ihm, als ob et m Grauen unb Todesangst hätte aufschreien müssen. Et preßte die Zähne aufeinander, daß sie knirschten. Setz» stand er an der Zimmertür, die Hand auf den Drücker des Schlaffes gelegt.
O Gott, das Bild, das schauerluhc Dill»!
Er klinkte auf. Die Kerze schwelte und flackerte. Ein neuer Luftzug strömte ihm entgegen. Das Licht leuchtete noch einmal hell auf und erlosch.
Der Mond schien hell und bleich in das Zimmer. Sein fahler Schein fiel durch den Türspalt. Langsan, öffnete Büren mehr; er handelte wie ein feiger, ängstlicher Sieb.
„Mut! Mut!" flüsterten die bleichen Lippen unb er trat em. Er hatte sich vorgenommen nicht auf bas furchtbare Gernäld- ^nZUdimen. Aber er stand unter tän LmMtze einer ungeheuren, unerklärlichen Macht.
Des Geschickes Mächte
Roman von Ettch Bonde.
Eingesandt.
Bor einiger Zeit wurde in der Fuldaer Zeitung über die Verschandelung des Straßenbildes durch unschöne Schilder gesprochen. Ich möchte einmal auf etwas anderes Hinweisen: nämlich auf das Straßenbild der Leipziger Straße zwischen Hohcnzollern unb Leipzigerhof rechts. Wenn man diese Straße nach dem Leipzigerhof geht, fo sieht man, wie Fuhrwerksbesitzer und Finnen mit Autos aus Fulda die Grundstücke des Herrn Otto Lederle sowie das Veldung'sche gegenüber dem Wagen- Haus nach dem Galgenqraben, unberechtigter Weise mit Schutt, Glasscherben, Blechqeschirr und anderem Unrat befahren. Dadurch kann schließlich Krankheit entstehen. Ein Zigeunerlager allergrößten Stils könnte nicht schlimmer ausfehen wie diese Straße. Auch der Bürgersteig, welcher von der Stadt zu unterhalten ist, wird in kurzer Zeit einem verwahrlosten Feldweg ähnlich sein. Es wäre angebracht, daß die Stadtverwalttmg einmal dazwischenfährt und die Firmen anweist, die Reinigung der betreffenben Grundstücke sofort vorzunehmen auf Kosten der Betreffenden oder das selbst bewerkstelligt. Sonst ist cs unmöglich, das Land, welches verpachtet ist, zu bewirtschaften, wodurch dem Pächter und dem Eigentümer große Verluste entstehen. Ich bin bereit, einige Schuldige der Stadt mit Benennung von Zeugen namhaft zu machen. (Folgt Unterschrift.)
Rund nm die Woche.
Die eine Seite und die andere. — Der Bauer, der Industrielle und der Professor. — Klubsessel im Magistrat. — Die wackeren Oberbayern. — Der Zauberbcrg. — Cniqne snum.
So fragen wir jeden Gewerbetreibenden, jeden Unternehmer. Er wird uns auf Grund der heutigen schwierigen Wirtschaftslage sagen müssen: Nein! Und die Handelskammern unddieHandwerkskammern und sonstige wirtschaftliche Auskunftsstellen werden gleichfalls sagen: Nein! Bei reeller Leistung bleibt zum Verschenken nichts übrig. Wir liefern Ihnen zum Bezugspreis von 1,50 Mark die fuldfler Zeitung*