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Anzeiger für die Sfadk und den kreis Fulda. Amtliches kreisblalk.

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Die Neuregelung des Dawesplanes

Um^en Ausweg in der Regierungskrise

Baldwin für den Frieden

Die Budapester Polizei hat auch den Feldbischof Stephan Zadrayecz einem Verhör unterzogen, in dem er zugab, daß er tatsächlich von dem Ziel Kenntnis erhalten habe, mit welchem die Beschul­digten sich verteidigen, daß er aber seine weitere Mitwirkung abgelehnt habe, als er ersah- ren hatte, mit welchen Mitteln man dieses Ziel er­reichen wolle. Ferner wurde der Abg. Julius Goemboes als Zeuge vernommen, weil einer der Beschuldigten von der FSlschungsaffaire keinerlei Kenntnis habe. Außerdem hat die Polizei im Laufe des Tages einen aktiven und einen pensionierten Angestellten des Kartopraphifcheu Instituts in Ge»

Aus Oesterreich. Aus Wien wird gemeldet: Die nächste Sitzung des Nationalrates, in der der Rücktritt und die Wiederwahl der Regierung erwartet wird, findet am 14. Januar nachmittags statt.

Italien.

wtb Rom ,9. Jan. (Eig. Runds.-Meld.) Rach dempopolo bi Roma" beschloß gestern die $ r ak. tion der Volksparkei bei der Lammer-Er- öfnfung wieder im Parlament zu erschei­nen. Die italienische Volkspartei. die Populari, entspricht dem deutschen Zentrum.

Aus Rom wird gemeldet: Das itallenische Marine-Ministerium verlangt von allen Marine- Offizieren und Beamten eine Erklärung darüber, ob sie einer geheimen Gesellschaft, be­sonders der Freimaurerei, angehört haben. Wenn die Zugehörigkeit zur Freimaurerei bejaht wird, müssen die Beteiligten erklären, daß sie ihr nie wieder angehören wollen.

Die Notensiilschungen in Ungarn.

Fortsetzung des Zeugenverhörs in Budapest. Schritte der kleinen Entente gegen Ungarn.

wahrsam genommen. Gegen die anderen sechs be­reits verhafteten Angestellten des Kartographischen Instituts ist unter vorläufiger Enthebung dem Amte das Disziplinarverfahren eingeleitet worden

Bon der Gendarmerie wurde indemSchloß des Prinzen Windisch-Grätz in Saros- patak eine Haussuchung vorgenommen und das Personal eingehend vernommen. Die Mitglieder der Budapester Polizei standen in den Mittagsstun­den vor dem Absckfluß der Erhebungen, als aus Bu­dapest zwei französische Detektive eintrafen, welche zusammen mit der ungarischen Polizei das Verhör fortfetzten.

Naächem sowohl Prinz Windisch-Grätz als auch der gewesene Landespolizeiches Nadossy nach Verkündung der Präventivhaft zu Protokoll gaben, daß sie keinen Rekurs erheben, ist die Hast rechtskräftig geworden.

Das nationaldemokratische Prager BlattNa- rodni Politika" kündigte ein gemeinsames Einschrei­ten der Kleinen Entente zwecks Bewirkung einer Entschädigung für die Fälschungen tschechischer, füdslavischer und rumänischer Staats- noten an.

Aus London lottb gemeldet: In einer Röde vor der Clnsfical Association sagte der englische Premier­minister Baldwin, nachdem er auf das alte römische Reich Bezug gekommen hatte «. a.:

Wenn man, wie ich glaube, daß vieles von der Zivilisation urro der Kultur der Welt mit dem Leben Westeuropcus verbunden ist, dann ist es gut, wenn wir uns erinnern, daß wir Westeuropäer in ge­schichtlichen Zeiten gemeinsam Mitglieder eines großen Reiches waren und daß wir, wenn auch in verschiedenem Grade, Sprache, Gesetz und Tradition gemeinsam haben. Ein Krieg zwischen Nationen, die chre ersten Lehren im Bürgerrecht von einer ge- mrinfamen. Mutter erhiellen, erscheint mir a l 8 b rüder mörderisch er Wahnsinn. Wir sollen imS vielmehr bestreben, uns selbst und uns gegen­seitig zu helfen und diejenigen Eigenschaften des Charakters wieder zu erlangen, die bezeichnend für die Römer waren: Frömmigkeit, Ernst und Wahrhetzsliebe. Auf solchen Grundlagen allein kann die Zivilisation ausgebaut werden und auf ihnen allem känn sie sich halten.

Die Lage in Syrien.

Havas berichtet aus Beirut, daß Sultan Attrcfich einen Aufklärungsdienst organi­siert Habe, der Kommuniquees herausgebe, um die vom, französischen Oberkommissariat herausgebe- nenc Ankündigungen zu dementieren. In Aeleppo berUübexl sich.die Extremisten bei der Bevölkeruna

fchaftsleben tragt, würde nur noch vermehrt wer- 4>en. Das ist aber im jetzigen Augenblick, wo wir ganz besonders einer festen Führung bedür- fen, nicht zu ertragen.

Die Parteien werden schon danach trachten müs­sen, eine wirklich feste, in sich geschlosien« Mehrheit zu schaffen, die der Regierung für die von ihr zu bewältigenden politischen und wirtschaftlichen Auf­gaben mit der ganzen Kraft und der Autorität eines geschlossenen Blockes zur Verfügung steht. Aus an­deren Wegen und mit anderen Mitteln werden wir aus dieser leidigen Regierungskrists, die mit die unseligsten Formen von allen den zahlreichen, bis­her durch ihren Ablauf stets nur peinlich wirken­den Krisen genommen hat, nicht herauskommen.

vsr Zentrumsparteworstand tagt.

Durch die Tagung, welche der Reichspartelvor- stand der Deutschen Zentrumspartei in Verbin­dung mit dm Vorständen der Frakfionen des Zent- rums im Reichstag und im Prmßischm Landtag am Sonntag abhält, wird die gesamte Postfische Situation entscheidend beeinflußt. Alle anderm Parteien machen mehr oder minder von dem Er- gebnis dieser Besprechung ihre eigene Entschließung abhängig.

Schon aus dieser Tatsache ergibt sich die ftei- lich manchen polifischen und parlammtarischen Krei­sen im höchsten Grade unbequeme ausschlaggebmde Mittelstellung des Zentrums und die Bedeutung, die dieser Partei für die Gestaltung der politischen Dinge zukommt. Damit ist aber auch die gwße Verantwortung umschrieben, welche die Zentrums­partei auch in dieser schweren Stunde zu tragen hat.

Das Zentrum wird eine politische Tat fordern und seine Entschließung wird die Wege dazu bereiten müssen. Wir müssen aus dieser sinn- und geisterverwirrenden parlamentarischen Unreife endlich einmal herauskommm, wenn wir nicht das ANerschlimmste für unser gesamtes Staatswesen selber riskieren wollen. Das Zentrum wird noch einmal die Notwendigkeit der Zusammenfassung aller posifiven Kräfte schon als logische Folgerung aus der Gestaltung der Außenpolifik der letzten Wochen fordern müssen, um so mehr, als es jetzt darauf ankommt, auch die Folgerungen dieser po­lifischen Entwicklung nach innen zu ziehen.

Wenn dieser letzte Appell an das Verant­wortungsbewußtsein scheitert, werden eben andere Mittel und Wege gesucht werden müssen, um die durchaus richtige Außenpolifik auch weiterhin zu sichern und alle Schäden abzuwenden zu suchen, die sich aus einer Umkehrung des Sinnes dieser Positik notwendigerweise ergeben müßten. Die Zentrums- partei wird aber auch andererseits dafür Sorge wagen, daß die innenpolitischen Forderungen, die sich gebieterisch gerade in der Sorge für die Ruhe und Stetigkeit im Lande erheben, jenen Kräf­ten zum Trotz verwirklicht werden, die gerade durch die Zuspitzung der parlamentarischen Vorgänge der letzten Zeit parteipolitischen Nutzen zu ziehen hoffen.

Folgerichtig müssen diejenigen Parteien, die die Außenpolifik ermöglicht haben, nun auch die Innen­politik gemeinsam führen. Die Zusammenfassung dieser Kräfte würde nicht nur den Sinn des parla­mentarischen Systems, sondern auch den politischen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten der Stunde entsprechen. Das Zentrum ist bereit, der Erfüllung dieser Notwendigkeiten sich zur Verfügung zu stel­len und es ruft noch einmal zur Mitarbeit in diesem Sinne auf. Wird die polifische Tat, die das Zentrum jetzt fordert, sich durch die Gegenwehr irgendwelcher politischer oder parlamentarischer Kräfte nicht verwirklichen lassen, dann wird die Verantwortung dafür und für alle Folgen, die sich daraus ergeben müßten, von jenen zu tragen fein, die die parteipolitische Engherzigkeit und Verblen­dung soweit treiben, daß sie um augenblicklicher, kurzlebiger Agitationserfolge willen das Interesse der Gesamtheit und der Zukunft des deutschen Staates selbst auf das Spiel setzen.

Am Freitag nachmittag hat Reichspräsident von Hindenburg die politische Lage und die «frage der Regierungsbildung mit Reichskanzler Dr. besprochen. Später empfing er zu $efp-ed)imgen über den gleichen Gegenstand die Retchsmmister. Dr. Branns, Dr. Geßler, Dr. Strese-- m a n n und S t i n g l.

Für Samstag vormittag ist eine weitere Unter­redung mit Dr. Luther in Aussicht genommen. Die Blätter halten es für zweifelhaft, ob im Anschluß daran, eine Entscheidung getroffen werde.

LautTäglicher Rundschau" spricht die Wahr­scheinlichkeit dafür, daß die FrattionSatzun­gen abgewartet werden, ehe fettens des Reich ^Prä­sidenten weitere Schritte erfolgen.

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Rach den Weihnachts- und Neujahrstagen nttnmt nun das politische Leben wieder seinen Lauf. In der Zwischenzeit sind die Erörterungen über die Art und Form der Beendigung der RegterMgs- krisis um keinen Schritt vorwärfis ge- kormnen. Die Ange stehen genau noch fo wie zu der Stunde, da der Reichstag vor Weihnachten nach Hanfe ging: Die Sozialdemokraten bleiben wach wie vor dabei, daß sie die Beteiligung an einer,-großen Koalition ablehnen und M ü l le r-Franben hat in einer sozialdemokrafifchen Versammlung m Mün­chen davon gesprochen, daß die Sozialdemokraten feine Lust mehr hätten, sich an einem solchenEx­periment" noch ein zweites Mal zu beteiligen. Da­chst ist wenigstens fürs erste die Situation umschrte- ben. Heber Möglichkeiten, daß die sozchldernokra- tische Reichstagsfraktion, die ja dazu, berechtigt wäre, die Enfickfließungen der Parteiorganisationen im Lande umgestaltet, kann man nur Vermutungen hegen, sichere Anhaltspunkte fehlen vollständig.

Die Regierungskrists, die wir jetzt.durchmachen, ist wohl die längste und schwierigste, ifie wir je ge­habt haben. Der Verlauf zeigt, wie richtig wir die Situation beurteilten, als wir an dieser Stelle ge­gen die Stimmen derjenigen warnbnd auftraten, die glaubten, diese Regierungskrisis werde die kür- zeste sein, weil es sich einfach darum handele, die- jenigen Parteien parlamentarisch züsammenzuschlie- ßen, die auch die Außenpolitik bezüglich Locarno getnetnfam vertreten haben. Folgerichtig wäre ein derartiger Zusammenschluß gewejpn und er wäre es auch noch. Denn es ist auf die Dauer eine Un­möglichkeit, Außenpolifik mit der Linken, Jnnen- polrtik mit der Rechten zu machen, umso mehr, als es sich ja für das polifische Lebe« und für die poli­tischen Entschließungen der Zukunft darum handelt, die innenpolitischen und mehr inner wirtschaft­lichen Folgerungen aus der mit Locarno bezeich­neten Außenpolifik zu ziehen.

Man wird noch einmal dsntVersuch machen, trotz allem die Große Koalition z« ermöglichen. Man wird Mittel und Wege suchen, welche diese Par- teienverblndung zwar nicht formell nach außen hin in die Erscheinung treten lassen, die aber in der Tat diese Verbindung bedeuten. Man denkt also an eine lose Gemeinschaft der Locarno-Parteien mit der Freiheit, sowohl für die Rechte wie für die Linke in gegebenen Füllers die aber die gründ- faßliche Einstellung zu Locarno und die damit «ach innen bezeichneten Forderungen nicht b?» ,-ikhren dürfte, ihre eigenen Entschließungen zu tref« len. Ob man aber mit einer derartigen Konstruk- non den wirklichen parlamentarischen und politischen Notwendigkeiten gerecht werden kann, ist doch mehr als fraglich. Was wir jetzt benötigen, ist eine feste Regierungsmehrheit, auf die sich das Reichs- fabtnett bei allen feinen sehr wichtigen Maßnahmen, die in der nächsten lZeit getroffen werden müssen, stützen kann. Wird das nicht erreicht, dann müßte doch immer wieder ren Fall zu Fall eine Mehrheit gesucht werden. Die eine Partei würde sich hinter die andere verschanzen, um nicht in erster Linie die Verantwortung tragen zu müssen, kurz, die Un­sicherheit, welche gerade das Kennzeichen der bis­herigen Situation war, und welche mit in der Hauptsache die Schuld für die Unruhe im Wirt-

Schon seit einiger Zeit wird über eine Aenderung hes Dotvesplcmes nach der einen ober anderen Richtung hin gesprochen. Die Oeffentlichkeit hat sich dieser Frcwe besonders angenommen, nachdem die Diskussion über den Bericht des Reparationsagenten Gilbert über das erste Reparationsjahr sich ent- wickelie und nachdem jetzt Gilbert mit dem fiSonberneur der Bank von England, maßgebenden Vertretern großer amerikanischer Danken und dem Ches der belgischen Staatsbank zu einer Konferenz zusammengetroffen ist. ^ebenfans hat sich schon bisher herausgestellt, daß das Dawesabkommen in der ur» sprünglichen Form keineswegs auf die Dauer von uns erfüllt werden kann. Es wird alsbald die Zufuhr neuer ausländischer Kapitalien Platz greifen müssen, wenn Deutschland seinen Verpflichtungen nachkommen will. Andererseits wird es sich aber auch darum handeln, die schweren Lasten, die der Hobe Diskontsatz mit sich bringt, herabzumildern.

Nun ist aber neuerdings eine besondere Frage aufgetaucht, die in Verbindung mit dem Dawesplan und seiner eventuellen Neuregelung gebracht wurde. Es handelt sich darum, daß von den deutschen Reichsbahnobligationen ein Teilbetrag Frank­reich zugewiesen werden soll, als Fond für die Stützung der französischen Währung. Man geht Wohl nicht fehl in der Annahme, daß über diese Dinge jetzt jedenfalls bei den in London stattfindenden inter- nationalen Finanzverhandlungen gesprochen wird. Hier wäre also bte Verbinbung zwischen bem Dawes- abfommen und einer Beteiligung Amerika? an her französischen Schuldentilgung ge­schaffen, eine Verbindung, gegen die sich Amerika bisher immer am schärfsten zur Wehr gesetzt hat. Da die Eisenbahn-Obttgationen von Amerika über­nommen worden sind, würde eine Hergabe für die Stützung der französischen Währung förmlich einer indirekten amerikanischen Anleihe an Frankreich gleichkommen. Wir in Deutschland haben es ja gewiß nicht in der Hand, über die Ver­teilung dieser Obligationen selbst Bestimmungen zu treffen; wir müssen aber doch mit allem Nachdruck geltend machen, daß keine Regelung erfolgen darf, die letzten Endes die Reparationsverpflichtungen Deutschlands auf eine ganz andere Grundlage zu stellen geeignet wäre, als sie ursprünglich gedacht war.

Frankreich und der Artikel 18.

Don einem unserer außenpolitischen Mitarbei- ier wird uns geschrieben:

Dieser Tage ging durch die Presse eine Mit­teilung vongutunterrichteter französischer Seite , wonach diedeutsche Regierung die Aufhebung des berüchtigten § 18 der 2. Anlage zu Teil 8 des Versailler Vertrages beantragt habe". Das ist jener Paragraph, mit dem Frankreich seinerzeit auch den Einbruch ins Ruhrrevier zu rechtfertigen gesucht hat. Er lautet:

Maßnahmen, zu denen die alliierten und associerten Reaierungen, falls Deutschland vorsätzlich seinen Der-

Das Budapester AbendblattEsti Kurier" bringt eine Unterredung mit dem Direktor der Banque de France, Emery, der äußerte, daß die genannte Summe von 20 Millionen falschen Tausendstanken­scheinen der Wahrheit nicht entspreche. Diese Summe sei zu hoch, wenn auch keine Zweisel dar­über vorhanden seien, daß bedeutende Sum­men im Umlauf seien. Ganz Europa sei von falschen Banknoten voll, und stän­dig träfen aus verschiedenen Ländern, namenttich aus Italien, Deutschland unb Frankreich, Nach­richten ein, daß neue falsche Tausendstankenscheine zum Vorschein gekommen sind. Die Haupteinlöse­stelle der Frankenfälscher scheine sich in Paris oder in der unmittelbaren Umgebung zu befinden. Weitere Verhaftungen seien selbstverständlich noch zu enrarten. Es seien aber bereits außerordentlich viel überraschende Dinge zutage getreten. Zu viele hervorragende Persönlichkeiten seien kompromittiert worden, so daß selbst wei­tere Verhaftungen nicht mehr überraschen würden. Jedenfalls dürfe man trotz alledem mit wetteren Sensationen für die nächste Zukunft rech­nen. Bis zur vollen Aufklärung dieser Kriminal- affaire bzw. bis zu dem Zeitpunkt, da sSmüiche Teilnehmer an dieser Angelegenheit dem Gericht überliefert worden seien, werde wohl noch eine kleine Zeit vergehen.

In Budapest hat unter dem Vorsitz des Mi­nisterpräsidenten B e t h l e n ein neuer Ministerrat stattgefunden, in dem der Ministerpräsident über die Ergebnisse der Erhebungen in der Franken­fälschungsangelegenheit berichtete.

pflichtungen nicht nachkommt, berechtigt sind, und die Deutschland sich verpflichtet, nicht °ls feindselme Hand­lungen zu betrachten, können m wirtschaftlichen, und finanziellen, Sperr- und Dergeltungsmahregeln, über­haupt in solchen Maßnahmen bestehen, welche die ge­samten Regierungen als durch die Umstande geboten er­achten."

Die Meldung wußte weiter zu berichten, daß es der deutschen Regierung gelungen sei, die franzö­sische Regierung zu bestimmen, die Aufhebung die­ses Artikels wenigstens in Aussicht zu stellen. Es handelt sich hierbei um einen Verzicht Frankreichs auf das Recht, das ihm zwar formell nach Artikel 18 des Versailler Vertrages zusteht, deutsches Ei­gentum in Deutschland zu beschlagnahmen, um sich dadurch gegebenenfalls schadlos zu halten, falls Deutschland seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt.

Die Erörterungen über diese Frage schwebten schon seit einiger Zeit und sie spielen vor allem in den Handelsvsrtragsverhcrndlungen zwischen Frankreich und Deutschland eine Rolle, denn ge­sicherte Hmtdelsbeziehungen können nicht bestehen, solange ein Staat, der mit uns derartige Bezie­hungen anknüpfen will, sich ein solches Recht vor­behält. In früheren Fällen ist der Verzicht auf das Recht des Artikels 18 wiederholt ausgesprochen worden. Frankreich fit überhaupt noch das einzige Land, das für sich den Artikel 18 in Anspruch nimmt. Wie erinnerlich ist, hat seinerzeit die eng­lische Regierung gegen die Besetzung Frankreichs Protest erhoben, später aber die Ruhrbesetzung zu- gelassen, weil eben formell Frankreich ein Recht dazu hatte und weil auf der anderen Seite die englische Politik die französische Unterstützung im Orient notwendig hatte.

Man darf nun wohl beftimmt damit rechnen, daß nun auch Frankreich sich der Ansicht nicht ver­schließen wird, auf das Recht des Artikels 18 aus­drücklich Verzicht zu lei st en und daß infolge­dessen die Verständigung zwischen Frankreich und Deutschland über diesen Gegenstand nicht allzu lange mehr auf sich warten lassen wird. Frankreich kann das ja auch umsomehr, als es sowohl nach der wirtschaftlichen Seite hin, was die Reparationen anlangt, durch das Dawes-Gutachten gesichert ist und nach der rein politischen Seite hin durch den Vertrag von Locarno hinreichende Sicherungen zu» gestanden erhalten hat.

Dom Völkerbund.

Aus Genf wird gemeldet: Die Britische Regierung bat dem Generalsekretariat des Völkerbundes zwecks Registrierung unb Veröffentlichung eine Reihe von Verträgen unb Abkommen überwiesen, darunter den am 2. Dezember 1924 zwischen Groß­britannien und Deutschland Unterzeichnern Handels» und Schiffahrtsvertrag. Die estnische Re­gierung übermittelte zwecks Registrierung den am 12. Juli 1921 in Riga zwischen Estland und Litauen abgeschlossenen Auslieferungs- unb Rechtshilfeverirag.

die Wahlen zu Hintertreiben, doch hätten diese trotz verschiedener Wahlbeeinflussungen auch an anderen Stetten in aller Ruhe bereits begonnen. In Has- baja habe eine aufftändische Abteilung von unge­fähr 150 Mann die Ortschaft Rachaja-Fachar ange­griffen. In Ghuta wurden französische Posten und Proviantzüge von einzelnen Aufftändischen be­lästigt.

In Damaskus sei alles ruhig. Der von einer Bande zerstörte Verbindungsweg zwi­schen Damaskus und Beirut sei wiederhergestellt.

Englisch-türkische Verhandlungen.

Havas berichtet aus Angora, nach einer Mit­teilung der Anatolischen Telegraphenagentur werde der englische Botschafter nach Ango.-a kommen, um Berhandlungen wegen einer für beide Lander an­nehmbaren Grenzregelung in der Mosfulfrage auf­zunehmen.

Aus dem Fernen Osten.

China.

AuS Peking wird gemeldet: Das Zirkular­telegramm Tuanschijuis an die Provinzen, in dem seine Msicht, sich aus dem öffentlichen Le­ben zurückzuziehen, kundgegeben werden sollte, ist im letzten Augenblick m Anbetracht einer neuen Er­wägung zurückgezogen worden.

'Uri-beint sechsmal dvchentlich. Wockenbeilasen: .Illustrierte Bei- I

I luge' und .Buchenblütter'. Notat,ontzvrnck und verlaa der I SOttltfSlÜ, 10. |92O,

I plildcer t ciiertivdwi m Iviba. Oiernsvrech-r Nr. 9. I " w

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