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Anzeiger für die Stadt und den kreis Fulda. Amtliches kreisblatt.

Nr. 6.

Srkbeint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen! .Illustrierte Bet- laae* nnb .BnchenblLtter". Rotatwnsvruck und Berlaa der s>vlt»aer 9 chtnbwderet in nulda. Nernlvrecher Nr. 9.

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Samstag, 9. Januar 1926.

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53. Zahrg."

Diktatur?

gin Wort an die freiheitkch gesinnte Sagend. Von Abg. Dr. Krone. M. d. R.

Das Jahr 1925 ist zu Ende gegangen. Es hat «ns eine Regierungskrise hinterlassen genau wie das Borjadr. Nicht die Steuer-, Zoll- und Auf- Wertungsgesetze des verfloßenen Sommers mu all ihren nicht erfüllten Wünschen und Hoffnungen werden den politisch sehenden Menschen veang- stiaen, sondern daß wir keine Regierung Haden. Gestehen wir es uns doch offen ein, errennen wir es mit all den Konsegnenzen, die vielleicht iiber unser Staatswesen hereinbrechen werden: ^er Eigennutz und die S e l b st s u ch t der Parteien, ihre Unfähigkeit, über Men eigenen Zaun hmuber- »usehen, trägt die Schuld. Wir wollen hiervet den Grad der Schuld nicht abmessen; nur msge keine Partei von sich den Glauben haben, sie sei vollkommen unschuldig an dem, was geworden ist. Früher, in der Kaiserzeit, waren die Parteien nur Berater, die Führung lag bei der vom Monarchen gesetzten Regierung. Heute, da ist rede Regierung abhängig von der Laune und Gunst der Parteien, und diese mehr oder weniger vom Massenwillen. Vom Führerwillen ist in der mo­dernen demokratischen Regierung wenig zu spuren; wo sich eine Regiermig zu einem großen Schritt entschließt» da versagen die Parteien, die sie stu­tzen. Marx stürzte so; so auch Luther

Und die Konsequenz? Der Parlamentarismus hat bis jetzt versagt; schon erhebt sich fast in allen größeren europäischen Staaten der Gedanke der Diktatur. Mussolini und Lenin sind zu einer europäischen Frage geworden.

Mit innerer Leidenschaftlichkeit hat fich die poli­tisch fühlende Jugend des Krieges und der Revo­lution zum Träger des Gedankens der politischen Eigenführung gemacht. Bis zu den Völkischen ist sie Feind 'jeder Reaktion, haßt das politische Spießertum und seine Kannegießerei. Sie will nicht führen, sondern dienen, doch nur einem Führer, der mehr ist als ein Parteimann. Sie steht in den Parteien, doch nicht, um sie zu ver­göttern, sondern um sie zu einem Werkzeug für das Volks- und das Staatswohl zu machen.

Die Parteien mögen davon überzeugt sein, daß sie mit ihrem bisherigen Gebahren das lebendige Herz der Jugend nicht entfacht haben; denn unser deutsches Parteileben trägt fast nichts von dem Heroismus in sich, der für Volk und Reich alles zu opfern.bereit ist, selbst die Partei. Das sei zu scharf geurteilt? Nein; kann man nicht über unsere heutige Regierungskrise den Sah schreiben: Es lebe das Parteiprogramm, mag auch der Staat dabei in Trümmer gehen. Heute triffi's die Sozial- demokratke und Deutsche Volkspartei, morgen eine andere.

*

Was nun? So kann es nicht weitergehen. In Italien lagen die Verhältnisse ähnlich wie bei uns heute. Mussolini hat aufgeräumt. Auch in Frank­reich hebt es an mit der bangen Erwartung, daß ein Diktator vor den Toren stehe. .In derTschechei auch regt sich der Fascismus.

Und wir Deutschen?

Soll es auch bei uns soweit kommen wie kn ItalÄn? Nein dagegen wehren wir uns mit der Achtung, die wir vor uns selbst noch haben, und mit der Kraft und Entschiedenheit, die aus unserer Selbstachtung fließt. Wir wollen und wer­den uns nicht terrorisieren lassen. Bel uns. in Deutschland würde wahrscheinlich, wie in Spanien, ein General diktieren.

Den Parteien und ihren Fraktionen, allen ins­gesamt, traue ich im Letzten nicht die Kraft zu, sich einer fascistischen Entwicklung erfolgreich ent« gegenzustemmen; heute erkennen ja sogar erst Nur wenige den Gang der Dinge. Zuguterletzt würden die Parteien sich abfinden.

Die Wirtschaft würde eine politische Diktatur sogar begrüßen, genau wie in Italien; denn mit ihr würde Ruhe und Stetigkeit ins Land kommen. Nur darf die Diktatur sich nicht auf das Wirt­schaftsgebiet erstrecken wollen. Dann würde das Gesicht sofort ein anderes.

Ja. wo sind denn die Kräfte einer deutschen Demokratie? Wir selbst ganz allein; alle jene, die an die eigene Kraft und die unseres Volkes noch glauben, alle jene, die noch nicht müde geworden sind, die noch nicht den Karren laufen lassen, wo­hin er läuft; jene, die noch nicht in Bank und Börse, Geschäft und Geld verstrickt sind.

Diese alle müssen' Nufer im Streite für den hohen und sittlichen Gedanken der Freiheit werden.

Auf ihre Parteien müssen sie einhämmern; ihnen mit aller Kraft zum Bewußtsein bringen, daß höher als materielle Vorteile die innere Freiheit unseres Volles zu bewerten ist; sie müssen ihre Fraktionen zwingen, Staatsnotwendigkeiten anzu­erkennen, sie müssen sie ächten, wenn sie vor der Verantwortung die Flucht ergreifen.

So muß von unten her der Freiheitswille in unserem Volle entfacht werden. Unser Volk ist trotz zweitausendjähriger Geschichte noch jung. Erst wenn wir im Begriffe stehen, uns in das Grab zu legen, mag man mit uns über den Gedanken der Diktatur reden.

Noch leben wir!

* Reichskanzler Dr. Luther bei Hindenburg. Reichskanzler Dr. Luther ist Donnerstag abend wieder in Berlin eingetroffen. Er wird im Laufe des Freitags vom Reichspräsidenten zum Vortrag

empfangen werden.

* Eine Schwester Friedrich Eberts gestorben. Die Frau des Arbeiters St. Schäfer, wohnhaft in der Alphornstraße in Mannheim, eine Schwester if identenEbert, ist im 63. LebenSiaür aestorben.

Ein Zeichen der Zeit.

Dis schwere Wirtschaftskrise, von der Deutschland zur Zeit heimgesucht wird, wird am deutlichsten gekennzeichnet durch die zunehmende Zahl der Konkurse und Geschäftsau f- sichten. Diese hat im Monat Dezember die er­schreckliche Zahl von 2400 erreicht. In Berlin wur­den im Monat Dezember allein 3000 Offenbarungs­eide geschworen, während die Zahl der zu Protest gehenden Wechsel im Dezember aus 23 000 geschätzt wurde.

Im Zusammenhang hiermit dürfte ein englisches Urteil über die Lockerung der Geschäfts- m o r al die Allgemeinheit interessieren, das gerade fick mit Geschäftsaufsicht und Kreditwürdigkeit be­schäftigt. DieFinancial Times" veröffentlichten bett' Brief eines englischen Geschäftsmannes aus Köln, der eine durchaus nicht vereinzelte Ansicht über die Kreditwürdigkeit kapitalsuchender deutscher Firmen enthält, und daher verdient, auszugsweise wiedergegeben zu werden.

Warum bat Deutschland einen verhältnismäßig hohen Preis für seine Kreditaufnahmen zu zahlen? (so- aar so hervorragend gesicherte Anleihen wie die Kali- ünd Blumenstein-Emission haben eine Netto-Verzinsung von zirka 8 Prozent. D. Korr.s Weil der ausländische Geldgeber relativ geringes Vertrauen in das deut­sche Zahlungsversprechen fetzt' und dies nur, weil die heutige deutsche Gesetzgebung und Rechtsprechung in- stinktiv den säumigen Zahler begünstigt lGeschäftsauf- ficht!). Ich will weder der heutigen deutschen Regierung noch den repräsentativen Elementen der deutschen Wirt­schaft die Schuld hieran zuschreiben. Der heutige Zu­stand ist vielmehr einZeichen der Zeit", eine Folge d e r I n f l a t i o n, in der die Gerichte zum Schutz der unschuldig Verlierenden" tendierten. Der beste Rat, den ein wohlwollender Ausländer der deutschen Regie­rung geben kann, ist daher der: Wenn ausländisches Kapital gewünscht wird, muß der notwendige Schutz des Gläubigers von der Regierung durchgesührt werden. So­mit ist gleichzeitig die Forderung aufgestellt, die deut­schen Bona-fide-Gläubiger zu schützen. DerJnflations- geschäftsmann" ist derjenige, gegen den der wirkliche, ehrliche und hart arbeitende deutsche Geschäftsmann ge­schützt werden muß, da er desien wohlverdienten Kredit untergräbt. Daher muß, ehe weitere Auslandskredite an Deutschland zu gewähren sind, die deutsche Regierung ersucht werden, diesen Sd)us der Gläubiger im eigenen Interesse der besten deutschen Firmen durch eine geeignete Gesetzgebung durchzuführen."

Der Einsender an dieFinancial Times" betont mit einigem Recht, daß eine Wiederherstellung der durch die Inflationspraxis beschädigten Znhlungs- moral nicht nur mit Rücksicht auf das deutsche An­sehen im Auslande notwendig ist, sondern ebenso sehr, um innerhalb Deutschlands wieder jene Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens auf die pünktliche Innehaltung finanzieller Abmachungen zu schaffen. Auch die deutsche Regierung verkennt keineswegs die Notwendigkeit eines besseren Schutzes der Gläubiger, das geht aus den Vor­schlägen zur Reform der Geschäfts­aufsicht hervor. Man wird aber der Hoffnung Ausdruck geben dürfen, daß mit der Besserung der Wirtschaftslage und mit der Ueberwindung der In­flationskrise, deren Nachwehen noch bis in unsere Zeit bineinreichen, auch das Ansehen der deutschen Wirtschaft und das Vertrauen an die Kreditwürdig­keit wächst. _________ _____________

Mmisterkrise in Belgien?

wtb London, 8. 3an. (Eign. Rundf.-Alsldg.) Times" berichlel aus Brüssel: In gut unlerrich- keken Kreisen wird seit einiger Zeit mit der Mög­lichkeit des Rücktritts des Ministers für nationale Verteidigung. General Kestens, und mit einer sich aus diesem RüSkrilt ergebenden teilweisen Mni- stcrkrise gerechnet. Kestens beabsichkige, an seinen Vorschlägen hinsichtlich der Dauer der Rlili- tärdienftzeik festzuhakten.

Die Lage in Marokko.

Der Korrespondent derTimes" in Fez berich­tet, daß die Franzoien ht Marokko seit anjang De- zember Zwei große politische Erfolge erzielt hätten. Dadurch, daß die Marmrffos sich für Frankreich erfläd hätten, sei es möglich gewe­sen, den vorgeschobenen Punkt von Tisi-Usl: zu er­weitern und ihm eine Operationsbreite zu geben, die ihm bisher gefchli habe. Zum änderet! habe die Unterwerfung der Senhadjas die Franzosen in den Besitz des gebirglfchen Geländes gebracht, das das ganze Ouergha-Tol von Ain-Meiünna d's nach Kef-el-Gharb und Kelaa absperre und so Fez im Norden schütze.

Diese beiden Erfolge seien zuletzt den franzö­sischen An-klürungsosfizieren und der versönlichen Tätigkeit zweier Gin geborenen- f u hr er zu verdanken. Die Erfolge hätten unter den Eingeborenen eine große Wirkung ausgeübt, weil sie ihnen den Beweis lieferten, daß A b d e l Krim nicht mehr Herr derLage sei. Man müsse nun materiell wie moralisch diese Erfolge ausnützen, und zwar so schnell wie möglich, denn Abd el Krim bemühe sich, die Stämme davon zu überzeugen, daß es sich nur um Augenblickserfolge handele. In der Nachricht heißt es übrigens wei­ter, daß Abd el Krim jetzt auch den Versuch mache, die Moral der französischen Truppen dadurch zu untergraben, das er durch Emissäre er­klären lasse, man entlasse lediglich die weißen Truv- pen, und nicht aber die eingeborenen Truppen.

Lanning in Madrid.

wtb Paris, 8. Ian. (Lig. Ruudf.-Meld.) Wie demJournal" aus Madrid gemeldet wird, ist dem Rifabgeordneken Lanning bei feiner An­kunft in Madrid mitgekeilk worden, daß er vom Lhef der fpanifchen Regierung nicht empfangen werde. Bekanntlich ist Lanning, der für Abd el Krim Verhandlungen führen will, auch in Paris nicht empfangen worden. ____ ______..; <. ....

Zur ungarischen KanKenfSIschung

Der ungarische Ministerpräsident Graf B e t h l e n steht sich veranlaßt, die von ihm in einer vertraulichen Konferenz mit sämtlichen Par­teiobmännern abgegebenen und teilweise entstellt in die Presse gelangte Erklärung öffentlich zu wie­derholen und in entschiedenster Form zu erklären, daß er die Frankenfälschung als eine Straf­sache betrachte und seinerseits deren Aufdeckung unerbittlich betreiben werde. Entweder gelinge es ihm, die Sache aufzuklären, ober er werde feinen Posten verlassen.

In Sachen der Fälschungsaktion des Prinzen Windifch-Grätz läßt der Erzherzoa Albrecht erklären, daß er mit dem Prinzen Windisch-Grätz seit mehreren Jahren keinerlei, weder mittelbare noch unmittelbare, Berührung hatte. Der Erzher­zog Albrecht ist bekanntlich der Kronpräsident jener ungarischen Kreise, die die Nachfolge des Sohnes des Kaisers Karl nicht wollen.

Die Blätter melden aus Budapest, daß der Direktor der Windisch-Grätzer Weinverwaltungsge­sellschaft, Halsz ,verhaftet wurde. ____

Der verhaftete Gero gab im Verhör an, daß das benutzte Notenpapier durch fünf Angestellte beim kartographischen Institut berge st ellt wurde. Die Angestellten find geständig. Eerö gab auch an, daß die Klischees von jeder Seite und je­dem Farbdruck in je zwei Exemplaren hergestellt wurden. Gero sagte ferner aus, daß 2 5 000 Stück 1000 Franksnoten hergestellt worden sind. Die fertigen Banknoten seien von Windisch-Grätz aus dem Kellerraum getragen worden. Die Poli­zei nahm die Komplizen Geros in Gewahrsam.

Das Tschechoslowakische Preßbüro meldet: Im Zusammenhang mit der ungarischen Falschmün­zerangelegenheit hat die Prager Polizeidirektion Haussuchungen bei den Führern der ungarischen politischen Parteien sowie in deren Sekretariaten und in den Redaktionen der ungarischen Blätter Karpatho-Rußlands durchgeführt. In Ungvar wurde ferner gegen den Führer der Ungarisck- Christlichsozialen, Arki-Akose, ein Haftbefehl erlas­sen, der in seiner Wohnung interniert wurde. Die Polizei hat festgestellt, daß allein für die Gehälter der Sekretäre in sieben Sekretariaten und für die Redakteure von vier Blättern 55 000 Kronen mo­natlich notwendig waren, wobei fastkeineEin- nahmen vorhanden waren. Nack den Aussagen der verhörten Personen wurden diese Ausgaben von Senator Ergy und dem Abg. Sandor Korlat bestritten, welche beide in Ungarn weilen.

Dem Budapester BlatteAz Est" zufolge hat Prinz Windisch-Grätz bei seinem Verhör die Gesetzwidrigkeit seiner Taten zugegeben und hinzugefügt, er habe für Groß-Ungarn ge­arbeitet und werde vor der Geschichte nicht schul­dig erscheinen. Als er zuerst von seinem Diener Kovacs von den Frankenfälschungen erfahren habe, habe er Nadossy gefragt, ob er Anzeige erstatten solle. Da aber der Polizeichef keine An­zeige für notwendig gehalten habe, habe auch er es nicht für feine Aufgabe angesehen, Anzeige zu erstatten. Als er sich später mit Nadossy unterhielt, daß falsche Frankennoten ins Ausland geschickt wor­den seien, habe er den Eindruck bekommen, daß Nadossy bereits darüber informiert war. Nadossy habe sicher cbenfo gut wie er selbst gewußt, wer die Urheber und Helfershelfer seien, und wo die Noten gedruckt wurden.

Nach dem gleichen Blatte erklären Nadossy in seinem Verhör, daß er nicht aus Gewinn­sucht gehandelt habe. Es sei richtig, daß er dem Obersten Iankowicz die Kurierlegitimation ver­schaffte und dessen Pakete mit den gefälschten Bank- noten amtlich versiegelt habe. Er habe aber nicht gewußt, daß dieser die gefälschten Noten im Aus­land in den Verkehr bringen wollte. Er leugnete schließlich, daß er bei den Recherchen wegen der Fäl- ichungsaffäre irgendwelchen Einfluß auf den Gang der Untersuchung genommen habe.

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Aus Berlin wird gemeldet: Gegenüber Ver­tretern der deutschen Presse erklärte der ungarische Geschäftsträger Wettstein, daß es sich nach den bis­herigen Erhebungen bei der ungarischen Fäl­schungsangelegenheit um eine Aktionvon Per­sonen handele, die sich in bedrängter m a- teriehlerLage befinden und die unter V o r> fpiegetung abenteuerlicher politi­scher Ziele die Unterstützung einiger Beamten zu erlangen wußten.

wtb Paris, 8. Jan. (Eign. Runds.-Rleldg.) Makin" berichlek: Vrrand habe gestern mit dem zur Regelung persönlicher Angelegenheiten in Paris eingefrorenen französischen Gesandten in Budapest, Llinchank, über die Banknoten- Angelegenheit gesprochen. Seit 1924. bemerkt der Malin" weiter, wisse man in Paris, daß Prinz Ludwig Vindisch-Grah falsches Geld h e r st e l l e und daß er im Jahre 1925 nach feinem Schlöffe russische Arbeiter, ehemalige Techniker der Petersburger Münze, habe kommen lassen. Man habe in Frankreich die Angelegenheit nicht sehr tra­gisch genommen, da man gewußt habe, daß die Fälschungen schlecht seien und daher nur sehr schwer abgesehk werden könnten.

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wtb Berlin, 8. Jan. (Eign. Rundf.-Meldg.) Wie dieB. Z." wissen will, sollen in der Ange­legenheit der ungarischen Rotenfalschungen fran­zösische Beamte nach dem Ruhrgebiet und dem Rheinland entsandt worden sein, um dort, be­sonders in Essen, Düsseldorf, Köln und Aachen Rachsorschnngen nach etwa vorhandenen falschen französischen Roten aus der ungarischen Aälscherquelle anzustellen.

Das Deutschtum im Kampfe.

Der Samos gegen die deutschen Schulen in der Tschechoslowakei.

wtb Prag, 8. Jan. Eig. Runds. - Meld.) Seit 1918 wurden in der Tschechoslowakei 300 deutsche Schulen mit 3768 Klassen aufgelöst. Der gesamte Verlust des deutschen Schulwesens beträgt sei­nes ursprünglichen Standes.

Eine deutsch-nationale Anfrage an die bayerische Regierung.

Der Abgeordnete Graf Treuberg hat mit Unter- stützung von Mitgliedern der deutsch-nationalen Fraktion an die Staatsregierung eine kurze Anfrage gericht»t, in der u. a. gesagt wird: In letzter Zett dehnen sich die faschistischen Expansiv ns- bestrebungen auch unverhohlen bis an die bäuerische Grenze aus. Man erklärt, daß Italien sich bis an den Monte CaravLte (Karwen- del). nach Porta lllaudia (Scharnitz) und Msdullum (Feste Kufstein) ausdehnen rnüsie. In der Anfrage wird weiter ausgeführt, daß die Italiener in S'id- tirol nun daran gingen, den Deutschen Namens­änderungen aufzuzwingen, um so das Deutsche we­nigstens äußerlich ganz verschwinden zu lasset. I n Deutschland lebende Italiener schlössen sich zu fafdjiftifcben Gruppen zusammen und trü­gen ihre deutschfeindlichen Faschistenabzeichen offen zur Schau. Die Anfrage richtet an die Staats­regierung die Frage, ob die B i l d u n g f a s ch i st i- sckerOrtsgruppenvor allem in München bekannt fei und welche Beweggründe die deutsche Regierung habe, diese deutschfeindlichen faschistischen Gruppen in Bayern, vor allem in München, zu dulden

Es muß in Boyern merkwürdig zugehen, wenn sogar die D e u t j ch n a t i o n a l e n sich zu einer Anfrage über das Treiben bet Faschisten veranlaßt fühlen.

Vie Politik der griechischen Generale.

Wie eine Meldung aus Athen besagt, ist dort das Gerückt im Umlauf, Pangalos habe deshalb die Militärdiktatur ausgerufen, um einem Staats­streich des Generals Plastiras vorzukommen. Man schreibe General Plastiras, den Pangalos vor ein Kriegsgericht stellen wolle und der im Heere ohne Zweifel beliebt sei. die Absicht zu, innerhalb des Heeres "eine Revolte anguxetteln, um unter seinem Vorsitz mit Rnffow Kasandaris und Anderen unter Benizelos als Präsident von Griechenland ein gemischtes aus Militär und Zivilpersonen bestehendes Kabinett zu bilden.

Aus Anregung des Ministerpräsidenten Pangalos hat der Ministerrat beschlossen, in allen Zweigen der Verwaltung umfassende Spar samkeits- maßregeln anzuwenden. Man bat vor, das Wirt» schaftsministerium und das Ministerium für soziale Fürsorge aufzuheben. Die unentbehrlichen Dienst­stellen dieser Ministerien werden den Ministerien des Innern und für Landwirtschaft angegliedert. Die Regierung hat außerdem beschlossen, die Eintrittszölle auf Getreide bedeutend herabzuletzen. Auch wird sie alle nötigen Maßnahmen ergreifen, um die Teuerung zu bekämpfen.

In einer Erklärung an die Presse äußerte Pän- galos, die nächsten Kammer Wahlen würden nach dem Prinzip der Verhältniswahlen vor­genommen werden. Die Mitglieder des Kabinetts würden sich jeder Parteipolitik fern halten muffen.

Griechisch-türkischer Grenzstreit.

wtb London, 8. Jan. (Big. Rundf-MslÄg.) Times" meldet aus Athen: Es verlautet von gut unterrichteter Seite, daß fich zwischen grie­chischen nnd türkischen Delegierten in der mit der Festlegung der griechisch-türkischen Grenze be­trauten internationalen Kommission wegen der Insel Dschia« Lba Meinungsverschiedenheiten ergeben hätten. Der griechische Generalstab habe eine Denkschrift für den internationlen Gerichts­hof ausgearbeitet.

Rücktritt des Präsidenten von China

wtb Peking. 8. Jak. (Gig. Ruuds-Meldg.s Der Priisident von China, Tuantschijui, richtete gestern nacht ein Rundtelegramm an die Provinzen, in welchem er seine Absicht kundgibt, am 15 Januar von seinem Amte znrückzutreten.

Der deutsch-spanische Handel.

Das Handelsprovisorium mit Spanien vom Reichsrat gesichert.

In seiner Sitzung am Donnerstag genehmigt» der Reichsrat zunächst den neuen Handelsvertrag mit den Niederlanden, wonach beide Staaten sich gegenseitig die Meistbegünstigung zusichern. Ferner wurde der deutsch-niederländische Handelsvertrag ge- billigt. Nach diesem Vertrage wird der frühere Deutschland von Holland bewilligte Kredit bon Millionen Gulden zum Ankauf von fRob^r"na()re 7 Jahre verlängert und demgemäß a^nuar ^927 erstreckt. Der Zinsfuß wird vom lüftens am ab auf 51/» Proz. herabgesetzt, k^nen Gulden

31. Dezember 1936 werden 70 6e§ Jahres

von Deutschland abgedeckt. Im rf.Jraae§ statt. 1937 findet die Abdeckung des ba§ vorläufige

Der Reichsrat nahm außerd, Deutschland Wirtschaftsabkommen zwis cheA^ommen tst am und Spanien an. Dieses Notenwechsel in 18. November vorigen Jahres