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Amtlicher Anzeiger für den Kreis und die Stadt Fulda.
Nr. 303.
8«antteorthd) rür de iScbrit tief tun«: Lr. Jabanner Rtamer. Avreigen, I. D arretier, Fulda. Notar wnidruck und Verlag der IÜILaer yctirrtn-cftn in Fu!do. ?<"nt(tre«Eer Nr. S.
Monatlicher ®etm>g6rei8: 1.50 SSL
Mittwoch, 3h Dezember 1924.
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51. Zahrg.
Zlllvesp!l!8, HMelsoertröge »O Kölner Zone.
Eine offizielle amerikanische Mitteilung an die Kllierten?
Die mit der Kölner Zone zusammenhängenden Fragen enthüllen sich immer mehr in ihrer ganzen Tragweite. Der von Herriot in seiner politischen Schwäche von den französischen Nationalisten übernommene Ruf nach „Sicherheiten" für Frankreich ist durchschaut. Die französische Presse lärmt über deutsche Rüstungen" in geradezu hysterischer Weise. Man hofft, durch dieses abgenutzte Mittel die Weltmeinung einzufangen. Wenn Deutschland die Ruhe bewahrt und in aller Würde seinen Rechtsstand- punkt feschält, so dürste es den Franzosen nicht gelingen, die Amerikaner, von deren Geld ja das stolze Frankreich sehr wesentlich abhängig ist, auch dies- mal mit Phrasen über die deutsche Gefahr zu be- nebeln.
Der Standpunkt Amerikas.
wtb Paris, 30. 2>c$. (Tel.) Line Nachrichten- igenkur verbreikei folgende vom .Malin" wieder- gegebene Nachricht aus Washington: Man erfährt aus glaubwürdiger Quelle, Staatssekretär Hughes habe den amerikanischen Beobachter Logan gebeten, er möge offiziös den Alliierten miffeilen, der Erfolg des Dawssplanes, an den die Vereinigten Staaten lebhaft interessiert seien, sei in hohem Maße von der Arageder Kölner Zone abhängig. Die gleichzeitige Räumung dieser Zone und des Ruhrgebiets im April nächsten Jahres werde in Washington als ein für alle Teile annehmbares Kompromiß betrachtet.
Der „Malin" fügt dieser Meldung redaktionell hinzu, offizielle stanzösische Kreise bezweifelten die Richtigkeit dieser Nachricht. Auf jeden Fall habe der amerikanische veoatcher Logan kein Demarche in diesem Sinne bei der französischen Regierung unternommen. ..
Rückkehr zur Gewalt.
Don einem besonderen Berliner politischen Mit- irbeiter wird uns zu der Entscheidung der Dot- schafterkonserenz in der Frage der Räumung der Kölner Zone geschrieben:
Der einstimmige „Beschluß" der Botschasterkon- ferenz, dahingehend, die Kölner Zone nicht, wie es im Versailler Vertrag vorgesehen ist, am 10. Ian. 1925 zu räumen, sondern den Termin aufzuschieben bis über die vorliegenden vorläufigen Berichte der interalliierten Militärkontrollkommission eine endgültige Entscheidung herbeigeführt ist, muß die allerstärksten Befürchtungen erwecken. Defürchtun- gsn insbesondere dahin, daß alles das, was an ehrlichem Willen und gutem Geist im Dawes-Gutachten seiner Behandlung in London zutage getreten ist, mit einem Mal wieder zunichte gemacht wird. Ein stärkerer Widerspruch, als er bei der Londoner Konferenz zutage trat, und als er sich jetzt . in dem Beschluß der Pariser Botschafter-Konferenz äußert, ist schon gar nicht mehr vorstellbar.
Die ganze Wucht der gegenwärtigen Entscheidung wird erkenntlich, wenn man sich darüber klar ist, daß hier der Anfang ^gemacht wird, um unter irgendwelchen Vorwänden die auf der Gegenseite bestehenden Verpflichtungen gegenüber Deutschland willkürlich hinauszuschieben, die schließlich garnicht innegehalten werden. Erfolgt jetzt keine volle Klarheit darüber» daß mit dem 10. Januar 1925 Deutschland ein feierlich verbrieftes Recht auf die Räumung des ersten besetzten Gebietsteiles erlangt, und daß diesem Recht Anerkennung und Geltung verschafft wird, dann müssen die größten Sorgen hinsichtlich der Innehaltung des Termins für die spätere Räumung der Koblenzer und dann der Mainzer Zone obwalten.
Wie aber soll ein Volk und ein Reich zur Ruhe kommen, wenn es noch nicht einmal über gesicherte Grenzen verfügt. Das ist der Kern und Inhalt all unserer innerpolitischen Unruhe und Sorgen, daß unsere Grenzen noch immer nicht geordnet sind, daß es immer noch in dem Be- lieben und der Willkür der Gegner steht, große Gebiete der deutschen Berwaltungshoheit, wie überhaupt der deutschen Souveränität zu entziehen und politische und wirtschaftliche Maßnahmen zu treffen, hie dann der Zentralverwaltung schroff entgegengesetzt sind. Konnten sich diese Gegner nun bisher auf ihr „Recht" der Besetzung berufen, so würden sie das nach dem 10. Januar nicht mehr können. Ihre Handlungen, die sie dann auf Grund der der Fortdauer der militärischen Okkupation vor- nchmen, sind recht- und gesetzlos und stellen eine dauernde Verletzung des Säbstbestimmungs- rechtes dar.
Daß aus solcher Lage sich keine Versöhnung und Verständigung, sondern nur eine immer weiter forffchreitende Verwirrung und Verfeindung der Völker erwächst, ist doch ganz verständlich. Denn der Vorwand, daß die Kontrollkommission hie und da einige alte verrostete Gewehrläufe noch gefunden hat, ist doch nicht stichhaltig genug, um derart wider den Geist der Dawes-Vereinbarungen zu handeln, die nach dem damals übereinstimmend ausgespochenen Willen der Beteiligten doch gerade dazu bestimmt waren, mit allem Dorangegangenen abzuschließen, unter die Vergangenheit einen Strich zu machen und endlich aus der Atmosphäre des Mißtrauens heraus zu kommen, um auf neuer vertrauensvoller Basis die Verständigung anzubahnen.
Soll wirklich die Gewalt entscheiden* Da muß aber auch mit allem Ernst darauf aufmerksam ge- : macht werden, daß wir nicht wehrlos sind, i fnnnen uns die in der gegneriscken Phan
tasie vorhandenen vergrabenen Geschütze nichts nützen. Aber wir haben andere friedlichere Waffen, deren Anwendung unsererseits vom 10. Ian. aber nun ebenfalls mit dem stärksten Nachdruck vollzogen werden muß und zwar sind das die Wirtschaftsverhandlungen, die gegenwärtig mit dem Ausland und mit Frankreich geführt werden. Zwar hat es England wieder einmal verstanden, seinen Handelsvertrag mit Deutschland noch vor dieser Entscheidung in Sicherheit zu bringen. Und das ist umso bemerkenswerter, als tatsächlich viele Anzeichen jetzt dafür sprechen, daß die auffallenderweise von der jetzigen konservativen englischen Regierung unterstützten Maßnahmen gegenüber Deuffchland sich hauptsächlich aus der Furcht und Angst erklären, daß die deutsche Industie doch allmählich wieder auf ihre alte Höhe komme. Es ist nämlich ganz besonders auffallend, daß die Engländer gerade diejenigen deutschen Industriebetriebe, die für die Erzeugung der Weltmarktprodukte in Frage kommen, und die durch ihre Qualitätsarbeit gerade der englischen Industrie auf dem Weltmarkt Konkurrenz zu machen geeignet sind, am hartnäckigsten mit ihrem Mißtrauen verfolgen, daß gerade gegen solche Unternehmungen neue Zer st ör ungen von Setriebsanlagen gefordert meröen. Gerade mit Rücksicht darauf wird aber der Reichstag, der noch über die Ratifizierung des deuffch- englischen Handels- und Wirtschaftsabkommens die Entscheidung zu treffen hat, sehr sorgfältig nachprüfen müssen, ob unter solchen Umständen Deutschland wirffchastspolitische Bindungen gegenüber einem England eingehen kann, dessen jetzige Regierung fast ausschließlich aufdieenglischeSchwer- i n d u st r i e sich stützt, und ihrerseits wieder mit größtem Mißtrauen den Wiederaufstieg der deutschen Wirtschaft betrachtet.
Und andererseits muß die wirtschaftliche Waffe der Handelsvertragsoerhandlungen nun auch mit aller Schärfe gegenüber Frankreich angewendet werden. Deuffchland kann die wirtschaftliche De- wegungsfteiheit, die es am 10. Januar erhält, nicht wieder beeinträchtigt aber genommen werden. Sa gewiß es ist, daß die Regelung der deutsch-französischen Handelsbeziehungen auch im dringendsten Interesse Deutschlands selber liegt, so gewiß ist es aber auch, daß fürs erste Frankreich viel mehr zu verlieren hätte als wir. Daraus ergeben sich alle Folgerungen, denen unsere Unterhändler, falls für die Räumung der Kölner Zone nicht das deuffchs Recht geachtet wird, gerecht werden muffen.
Die deutschen Unterhändler.
Wtb Paris, 30. Dez. (Tel.) Die deuffche v e- legation für die Handelsverkragsver- handlnngen, an deren Spitze Staatssekretär Trendelenburg steht, trifft beute vormittag 11 Ahr in Paris ein. Vermutlich findet die erste Sitzung mit den französischen Delegierten he u t e nachmittag 3 Ahr im Handelsministerium statt.
Der Text der Note.
Wie der „Temps" mitteilt, ist der Text der an die deutsche Regierung von der Botschafterkonferenz zu richtenden Rote über die Besetzung der Kölner Zone f er t i g g e ft e 111 und den Regierungen von Großbritannien, Belgiens Frankreich, Italien und Japan zur Prüfung unterbreitet worden. Am kommenden Mittwoch wird die Botschafterkonferenz zu einer Sitzung zusammentreten, in deren Verlauf auf Grund des Tertentwurfs diskuffert werden wird, um den endgültigen Text der Note fertig’ zustellen.
Die englische Regierung.
wtb Paris, 30. Dez. (Tel.) Rach einem Londoner Telegramm des „Malin" hält Die britische Regierung daran fest, daß die Roke, die die Dolschafterkonferenz an die deutsche Regierung in der Frage der Räumung der Kölner Zone richten wird, rein provisorischen Eharak- k e t habe, da der Schlntzbericht der Soutrollkommis- sion noch nicht vorliege. Man spreche nach dem Berichterstatter in englischen Kreisen, wo man an dem guten Villen Deutschlands nicht zweifele, sogar davon, daß die Räumung i m M a i erfolgen könne, indem man sie mit der Räumung des Rnhr- gÄüeks verbinde.
Die Stellungnahme Italiens.
wtb Rom, 30. Dez. (Tel.) Die „Icibuna“ meldet aus Paris, daß man dort zuerst versucht habe, Italien von den Besprechungen über dte Räumung der Kölner Zone fernzuhalten, weil Italien an der Besetzung Deutschlands nicht beteiligt sei. Man habe aber Italien nachgegeben. Der itafieni- sche Botschafter habe darauf hingewiesen, daß die Räumung der Kölner Zone nicht ausschließlich von der Erfüllung der milttärischen Klauseln abhängig • gemacht werden dürfe, sondern von der Erfüllung der durch das Dawesgutachten angenommenen Verpflichtungen. Auf Vorschlag des italienischen Botschafters hätte sich die Konferenz schsießlich auf die Formel geeinigt, daß fein Interesse bestehe, die Besetzung der Kölner Zone über den Augenblick hinauszuschieben, wo Deutschland seinen hauptsächlichsten Verpflichtungen in der Entwaffnung uach- gefommet
Slotbad in China.
General Feng läßt 800 plündernde Soldaten erschießen.
wtb Paris, 30. Dez. (Tel.) Die „Chicago Tribüne" meldet aus Tientsin, General Feng habe am Mittwoch abend 8 00 Soldaten erschießen lassen. Die Soldaten, die monatelang keinen Sold erhalten hätten, hätten die Stadt Saigon, die etwa 100 Meilen von Peking entfernt liegt, geplündert. General Feng verhandelte persönlich mit den Soldaten und bewog sie, in ihre Kaserne zurückzukehren und ihre Waffen niederzulegen. Dann wurden die Türen geschlossen. hierauf wurden se 1 2 M a n n der ein- geschlossenen Soldakenabteilungen von der eigenen Leibwache des Generals herausgeholt und erschossen.
Afrika und die Weltpolitik.
Eine deutliche Erklärung über den Völkerbund.
Aus Kapstadt wird gemeldet: Sir Abey Bailey, der lange Zeit ein enffchlofsener Anhänger des Generals Smuts war und eine führende politische Rolle spielte, sagte in einer öffentlichen Erklärung, der Völkerbund sei eine Farce, solange Amerika und Deutschland nicht eingeschlosien seien. Bailey erklärte sich weiter gegen die Annahme des Genfer Protokolls, wobei er betonte, daß es nur Sache des südafrikanischen P a r l a m e n t s fei ,zu entscheiden, ob Südafrika Krieg führen solle oder nicht.
Der Nationalkongreß der in Ostafrika lebenden I n d e r hat beschlosien, für die Dauer von drei Jahren von der Politik der Nichtmitarbeit abzugehen und im gesetzgebenden Exekutivrat und den städtischen Körperschaften Sitze zu übernehmen. Der Präsident des Kongresses sprach die Hoffnung aus, daß das Ergebnis in diesem Falle eine dauernde Freundschaft mitdenEuropäern bedeuten werde.
Die Generale bei Herriot.
Ministerpräsident Herriot bat den Kriegsminister General Rollet, den französischen Oberkomman- dierenden der Rheinarmee, General G u i 11 a u tn a t, und den französischen Delegierten der Rheinland- kommission, Tirard, empfangen. Die Informa- Hon' glaubt zu wissen, daß im Verlaufe dieser Beratung die Frage der Besatzungskosten in den Rheinlanden, die von den Annuitäten des Dawesplanes abgezogen werden muffen, besprochen wurde.
Frankreich soll bezahlen.
Drohende Sprache der amerikanischen Gläubiger.
Aus Washington meldet ein Funkspruch:
Während der Senatsdebatte über die französischen Kriegsschulden erklärte der republikanische Senator Roed, Frankreich möge ernstlich begreifen, daß es bezahlen müsse. Er sei veranlaßt worden, diese Meinung auszusprechen, well der französische Äusgabenvoranschlag die Schulden an Amerika nicht berücksichtige. Roed betonte, es sei seine persönliche Meinung, daß der französische Finanzminister nicht beabsichtige, irgendwelche Schulden abzuzahlen. Er glaube aber nicht, daß eine solche Politik die Ansicht des französischen Volkes Wiedergabe. Der Senator sagie weiter, es sei an der Zeit, daß ein Freund Frankreichs ihm klar mache, daß der gegenwärtige K u r s ein F e h l e r sei, selbst vom eigenen selbstsüchtigen Standpunkte aus. Gegen Frankreichs Rüstungsausgaben gegen eine etwaige Invasion sei nichts einzuwenden. Aber wenn die Invasion kommen sollte, brauche Frankreich auch Geld. Es würde aber unmöglich Ärebit erhalten, wenn es feine Verpflichtungen nicht erfülle.
Beamtenfragen.
— Richtlinien für die Einheikskurzschnft. Der Reichs- minister des Innern hat nach Verhandlung mit öe« Spitzenorganifationen Richtlinien für die Verpflichtung der Reichsbeamten zur Erlernung der Einheitskurzschrist bekanntgegeben aus denen wir folgendes entnehmen: Von den am 1. Oktober 1925 ober später in den Reichsdienst eintretenden ^Beamten, die ihre Eingangsstellung von Besoldungsgruppe IV an aufwärts haben, ist bet Eintritt in den Vorbereitungsdienst die Kenntnis der Ein-, heitskurzfchrist (Str. 5) zu »erlangen. Für die am 1. Oktober 1926 vorhandenen Beamten gilt folgendes: et) Die Beamten, die eine Kurzschrift auf Grund einer bereits bestehenden dienstlichen Verpflichtung be« herrschen, haben sich bis jum 1. Oktober 1926 die Kennt- nis der Einheitskurzschrist anzueignen. Treten die Beamten nach dem 1. April 1925 in den Reichsdienst ein, so haben sie zur Erlernung eine halbjährige Frist, b) Sie Beamten, die zur Beherrschung einer Kurzschrift bisher dienstlich nicht vervpflichtet sind, Haden sich, sofern sie am 1. April 1926 das 30. Lebensjahr noch nicht vollende» haben, bis zu diffem Tage die Kenntnis der Einheitskurzschrist anzueignen: haben sie am 1. April 1926 das 30. Lebensjahr bereits vollendet, so ist ihnen die Erlernung der Einheitskurzschrist anzuempfehlen. Die Angeftllten, insbesondere die K a n z l e i tr ä f te, sind darauf aufmerksam zu machen, datz vom 1. Oktober 1925 ab im vehördenbetrieb die Einheitskurzschrist verwendet unv ihre Kenntnis insbesondere bei den Angestellten des Kanzleidienstes vorausgesetzt wird. Die obersten Retchs- behörden können Gruppen von Beamsten und Angestellten, die nur wenig zu schreiben ober Akten usw. zu lesen haben, von der Erlernung der Einheitskurzschrist b fr- fr e i e n. Auf die Kriegsbeschädigten ist angemesiene Rücksicht zu nehmen. Die Behörden haben die Bestrebungen der Beamten und Angestellten, die Einheitskurz, schrift zu erlernen, möglichst au förbem
Der ferne Osten.
Bündnis zwischen China, Rußland und Japan? -- Besorgnisse in England. — Eine äußerst ernst» Drohung.
wtb London, 30. Dez. (Tel.) „Daily Mail' meldet aus Peking, die Wiedereröffnung der ruf- fisch-japanischen Besprechungen werde von den Ge saudischasten als der Vorläufer einer baldigen j a - panischen Anerkennung der Sowjetregie rung angesehen, auf die ein B ü n d n i s z w i sch e n Ehina, Rußland und Japan folgen werde, das die gemeinsame Kontrolle des fernen Ostens und die Verminderung des fremden Einflusses bezwecke.
Ein aus Lankon nach London zurückgekehrter hochgestellter britischer Beamter erklärte dem Vertreter des „Daily Expreß", die fremden Mächte würden sich in nicht allzuferner Zeit einer neuen, äußerst ernsten Drohung im fernen Osten gegenübergestellt sehen. Die Lage in E h i n a und im Zusammenhang damit die Tätigkeit des Sow- jetbotschafters Karachan, wie die Machenschaften der Japaner verursachten nicht nur den Vereinigten Staaten, sondern allen fremden Mächten äußerste Besorgnis.
Beamtenstreik in Paris.
Die Postbeamten fordern 500 Franken Weihnachtsgratifikation.
wtb Paris, 30. Dej. (Tel.) Vie post beamt en, die im Lyoner Bahnhof in Paris Dienfi tun, sind gestern von 11 Ahr abends bis 1 Uhr nachts in den Streik getreten, um die Auszahlung einer Weihnachtsgratifikation von 500 Franken zu erzwingen. Rach dem „Ma tin" soll diese zweistündige Arbeitseinstellung auch bei verschiedenen andern Postämtern stattgefunde» haben. j .: .-, ;
Das Jubeljahr als Butzjahr.
wtb Rom, 30. Dez. (Tel.) Die „Tribuna berichtet, daß infolge der Audienz der römifchen Aristokratie beim Papst, der das Jubeljahr als Bußjahr erklärt hat, die Aristokratie keim offiziellen Bälle abhalten wird, ebevfs auch nicht der Hof und das diplomatische Korps.
wirtschaftliche Kampfbewegungen.
= Um öle grbeltrzeit. Siner Meldung aus Esse: zufolge haben die vier Bergarbeiterverbände beschlösse« das Arbeitszeitabkommen vom 28. Februar 1924 zi kündigen.
— Schiedrspruch im Braunkohlenbergbau. Wie den .Berliner Tageblatt" aus Halle gemeldet wird, wurdl für den mitteldeutschen Braunkohlenbergbau eti Schiedsspruch angenommen, wonach das Av beitszeitabkommen und der Manteltarisvertrag bis zur" 30. Juni verlängert werden.
Der große Bankraub.
wtb Rom, 30. Dez. (Tel.) Zu dem große, Kasseneinbruch tn die Filiale der Banke Eommerziale di Genua wird noch gemeldet, daß di« Einbrecher von einer 100 Meter entfernten Schenke ausgegangen sind. Der Inhaber der Schenke ist verhaftet worden. Die Einbrecher waren von dort aus in das Sanalsystem eingedrungeü und hakten nach der Tat das Loch wieder zuge- mauerk. Ein Test des Raubes wurde in einem Paket aufgefunben, ferner eine eiserne Kassette, die wahrscheinlich einen weiteren Teil des Diebstahls, enthalten dürste. Die Einbrecher ließen in der Bank Ramenspapiere in Höhe von 200 Millionen Lire zurück. »
Brandunglück in Amerika.
Die berühmten Vergnügungsstätte» von Eoney-Island bei Newyork sind durch eine Feuersbrunst mit Zerstörung be- droht worden. Das Feuer brach in einem Seitenweg aus und griff auf den ganzen Block über, bevor die Feuerwehr eintraf. Die Flammen türmten sich hoch in die Luft und wurden auf große Entfernung von der See aus gesehen. Nachdem sie vier Badehöuser vernichtet hatten, dehnten sie sich auf die zurzeit nicht bewohnten Sommer- häuschen aus. Die gesamte Feuerwehr von Brooklyn und verschiedene Löschzüge aus anderen Bezirken wurden herbeigerufen.
Eine weitere Meldung aus Newyork besagt:
Das Feuer auf Coney-Island wurde gelöscht, nachdem eine Reihe von Gebäuden an dem Promenadenweg zerstört und vier große Badehäuser sowie vier Sornmerokllen vernichtet worden waren. Der Schaden wird auf 200 000 Dollars geschätzt.
gusland.
* Amerikanischer Zollkampf gegen Deutschland Präsident Coolidge hat den Tarifzoll für Oxalsäure von 4 auf 6 Cents für das Pfund erhöht. Die Erhöhung erfolgte auf Grund einer Untersuchung der Tarifmiffion, die erklärte, daß Deutschland der Hauptkonkurrent fei.