■ i Fuldaer Zeitung
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Burg Rosenstein.
Eine schwäbische Geschichte von Fritz Ritzel.
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Ihre lichte Erscheinung wirkte offenbar achtunggebietend auf die Männer, denn alle gaben die mehr oder weniger nachlässige Haltung auf, mit welcher sie um den Tisch saßen, und neigten sich grüßend gegen die Jungfrau, vor allem Kurt von Lauterburg, der plötzlich seinen Groll vergessen zu haben schien und über dessen Antlitz es wie freudige Erregung flog. Sein Schwert in die Scheide stoßend, legte er mit einer unbeholfen gezierten Gebärde die Rechte auf die Brust und stammelte:
„Ihr kommt zu uns, holdsel'ge Burga? Seid hoch willkL-mmen. Voll Sehnsucht hab' ich Eurer geharret."
^Jch höre, daß ein Sänger Einkehr hielt", unterbrach die Jungfrau den Sprecher, indem sie chn mit einem verächtlichen Blick miß, „und bin gekommen, mich an seinem Liede zu erfreuen."
Und einen auf dem Tisch stehenden gefüllten Becher ergreifend und sich an Heinz von Horn wendend, fuhr sie fort:
„Vergönnt mir, edler Sänger, daß ich Euch den Willkomm biete, wie es sich nach ritterlichem Brauche geziemt. Burg Rosenstein entbehrt der Herrin — drum ist es mein, der Schwester Amt, die schuld'ge Ehr Euch zu erweisen!" —
Verwundert sahen Haug und Jörg von Rosenstein bei diesen Worten ihre Schwester an, und ersterer rtef lachend:
„Ei was der Tausend, Schwesterlein? Was ist denn ta dich wildes Ding gefahren, daß du auf einmal so gesittet bist? Hast dich doch sonst gesperret und ge- wehret, den Gästen der Burg Rosenstein den, Willkommstrunk zu bieten!
„Darüber wollen wir nicht rechten, Haug!" erwiderte die Angeredete, den Kopf halb nach dem Bruder men- benb. „Du weißt, daß ich nur tue, was ich will!"
„Und wie's gerade deinen Launen paßt!" warf chr Bruder Jörg ein.
„Und dir töt es wohl bester paffen, Jörg, wenn ich mich willenlos m eure Launen fügte?" klang es schlagfertig zurück. „Wenn jederzeit berett ich mär', den wilden Genosten Eurer (Belage zur Kurzweil und zum losen Spiel zu dienen? Dagegen wehret sich mein ganzes Selbst! Wer mir willkommen ift, dem biete ich den Willkommstrunk, und daß mir eure Spießgesellen nicht Willkommen sind, das wißt ihr!"
„Straf mich Gott, das holdselige Jüngferlein hat eine spitze Zunge!" rief ein älterer Ritter mit weingerötetem Gesicht. „Die sagt es frei heraus, daß sie uns alle lieber vom Rücken sieht!" i
„Hab nie daraus ein Hehl gemacht, Herr Hacho von Alfingen, daß euer aller Gegenwart mir von je ein Greuel ist!" versetzte die Jungfrau.
Mit funkelnden Augen erhob sich da der Hacho von Alfingen Genannte und wendete sich an die beiden Burgherren:
„In solcher Art mirb auf Burg Rosenstein dem Gast begegnet? Und Ihr bleibt ruhig und gelassen, Haug und Jörg — verbietet nicht der Hoffärttgen das Wort?"
„Laß dich's nicht anfechten, alter Hacho!" erwiderte Haug von Rosenstein achselzuckend. Längst haben wir es aufgegeben, das lose Mundwerk dieser Katze zu äugeln. Der Weiber Schmalen und Schelten darf dem rechten Mann nichts gelten! Wir wollen uns die frohe Saune nicht verderben lasten! Herr fahrender Sänger, singt uns ein Lied, doch lustig muß es fein!"
Heinz von Horn hatte indessen mtt ritterlicher Verbeugung den Becher von dem Burgfräulein entgegengenommen und leerte ihn mit einem Zuge. Er befand sich in einer seltsamen Gemütsverfassung. Sein fast zum offenen Streit ausgearteter Wortwechsel mit dem Ritter Kurt von Lauterburg hatte ihn nicht minder erregt, wie der schönen Burga rücksichtslose Art, mit ihren Brüdern und deren Genossen zu verkehren. 2n heißem Bangen hatte er erwartet, daß die Jungfrau ihre freie und ungeschminkte Rede schwer büßen müsse, und war entschlossen gewesen, sie, selbst mtt Gefahr seines Lebens zu schützen, und erstaunen muhte er darüber, daß Haug von Rosenstein seinem Unmut nur in bissigen Worten Luft machte. Fast kam es ihm vor. als würde von diesen rauhen Gesellen stillschweigend eine gewisse geistige Ueberlegenheit der schönen Burga anerkannt, die ihnen Zurückhaltung auferlegte und sie verhinderte, ihren Groll an der Jungfrau auszulassen. Mochte dem aber sein wie ihm wollte — jedenfalls war die Stimmung in der Halle eine sehr gereizte, und tarn es deshalb Heinz sehr gelegen, daß Haug von Rosenstein ihn zum Singen aufforderte. Das lenkte ab.
So ergriff er denn rasch die auf dem Seitentische Kegende Harfe, rührte die Salten und sagte mtt gezwungener Laune:
„Gin luftig* Lied begehrt Ihr, Herr Ritter? Wohlan, jo hört das Lied vom Ritter Kunz vom Reichenstein und seiner roten Rase.
Mit glockenheller Stimme begann Heinz von Horn pt fingen:
„Dreihundert Gulden gab* ich her. Wenn rot nicht meine Rase mär’!
So seufzte einst beim Weine .
Der Kunz vom Reichensteme. j |
Zur Unterhaltung. ;
Da trat fein Knappe Veit heran
Und sprach: Herr Ritter, hört mich an: Ihr müßt bet guten Zeiten
Nach Mainz, dem goldnen, reiten!
Dort wohnt ein großer Medikus, Des Wissens voll zum Ueberfluß: Der kann gewiß Euch raten Und helfen von dem Schaden!
Der Ritter gab dem gern Gehör, Nahm einen Beutel Goldes schwer Und rüstet sich, zu reisen
Zum Medikus, dem weisen.
In Mainz der hochgelahrte Mann Sah sich des Ritters Nase an. Schloß drauf mit großer Ruhe Das Gold in feine Truhe.
Dann nickt* er mtt dem weifen Haupt
Und sprach: Herr Ritter, Sljr erlaubt: Das Rot von Eurem Zinken, Das kommt vom vielen Trinken!
So sorgsam ich auch hin und her Den Kasus wäge — er liegt schwer: Sein Salben und kein Streichen, Kann Eure Gurke bleichen.
Doch seid getrost und frohen Mufs, Ein Mittel nenn* ich Euch, ein gut*s, Das wird nach Jahr und Tagen
Das Purpurrot verjagen.
Neigt früh und spat zu jeder Stund' Die Nase nach des Bechers Grund — Und hört nicht auf zu saufen. Bis blau sie angelaufen."
Ein johlendes Beifallsgebrüll der Zuhörer übertönte die fröhliche Weise, die nach Schluß des Liedes den Saiten unter den Händen des Sängers entquoll.
„Straf mich Gott — das ist ein kernhaft Liedlein, wie ich selten eins gehört!" rief Jörg von Rosenstein lachend, indem er seinen Becher leerte, und sein Bruder Haug wendete sich an Hacho von Alfingen und fagta
„Das Liedlein ist auf dich gemünzt, alter Hacho! Kannst dasselbe Mittel brauchen, wenn dir die Erdbeerröte deines Kolbens nicht mehr behagt!"
Wiederum erscholl brausendes Gelächter, und von allen Seiten hagelten anzügliche Bemerkungen auf Hacho von Alfingen nieder. 1
Heinz freute sich, seinen Zweck erreicht und die gewitterschwüle Stimmung verscheucht zu haben. Er sah nach dem schönen Burgfräulein hinüber, das sich auf einem erhöhten Sitz im Hintergrund der Halle niedergelassen hatte, und begegnete einem verständnisvollen Blick, aber es schien ihm auch, als ob sich in den Mienen Walburgas etwas wie Enttäuschung ausprägte. Und bestätigt wurde diese Annahme, als die Jungfrau sich jetzt erhob und auf ihn zutretend leise, so daß es die lärmenden Zecher nicht verstehen konnten, sagte:
„Ein Sang von solcher Art mag wohl den Gästen hier behagen, und klug habt Ihr daran getan, den allgemeinen Frohmut zu erwecken. Doch ich begehre andere Weisen, die Hohes, Edles künden und das Herz erheben. Singt mir ein Lied, Herr Ritter!"
Der wohllautende Klang der Stimme und der warme Blick, welcher die Wotte begleitete, wirkten wieder wie am gestrigen Abend auf den Jüngling wie bestrickender Zauber. Sich tief verneigend, griff er wieder zur Harfe, ließ eine feierliche Weise erklingen und wartete, bis der Lärm der Zechenden sich gelegt hatte. Dann rief er mit schallender Stimme:
„Der holden Jungfrau, die den Willkommstnmk mir bot, weih* ich mein zweites Lied!"
„Als fahrender Sänger durchzog ich das Land,
Durch Wälder und lachende Auen,
Don jugendlich stürmischer Sehnsucht entbrannt, Das schönste auf Erden zu schauen.
An ragender Berge erhabener Pracht,
Am Farbenglanz blühender Heiden,
An sprudelnden Wassern aus felsigem Schacht Vermocht* ich das Auge zu weiden.
Gar oft hat Entzücken die Brust mir geschwellt, Die Seele zur Andacht erhoben —
Dann griff ich zur Harfe, den Meister der Welt, Den Schöpfer der Wunder zu loben. i
Doch deucht* es mich stets dann, als raunten mir zu Die Saiten mit flüsterndem Wehen:
Noch immer nicht hast das Erhabenste du. Die Krone der Schöpfung gesehen.
Ein Wundergebild, das dem Himmel entflammt Dom Schöpfer zur Liebe ersonnen,
Deß Wesen/mit Zauber das Herz dir entflammt Zu seligsten Freuden und Wonnen.
Da ritt ich, von zehrender Sehnsucht erfüllt. Durch Wälder und blumige Auen — Die Krone der Schöpfung, das Wundergebild, Aus himmlischen Höhen zu schauen.
Gezeigt hat den Weg mir ein freundlich Geschick, Zum Felsen, von Rosen umwunden:
Dott hab* ich, berauschet vom seligsten Glück, Die Krone der Schöpfung gefunden.
Ihr weih* ich mein Herze, mein irdisches Sein; -
Des Sanges erhabenste Weise
Erklinge der Jungfrau vom rosigen Stein, Der Schönsten auf Erden zum Preise!"
Sprüche zu Silvester.
Zum Silvester ein gut’ Gewissen, Ist besser, als Punsch und gute Bissen.
(Dolksspruch.)
’’—r !" ~ «
Ein Jahr sollt'S sein? — Ein Blitz war eS!
»
Das Jahr hatte ein weites Maul und großen Magen (Bauernspruch.'
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Gleich vollen Segeln flieh'« die Jahre Mit ihren Augenblicken fort.
Frhr. v. Creutz (1753).
Silvester, letzter Tag des Jahr’s, Du Bild des letzten Lebens!
Lehr', o lehre mich. Daß nicht mein Leben einst fei Geflohen und verschwunden Wie daS verschwundene Jahr!
(Klopstock, 1724—1503.) L r.
Goethes Neujahrskarten.
Goethe pflegte bekanntlich an feinen in Berlin lebenden Freund, den Musiker Zelter, recht oft die Bitte zu richten, ihm irgend etwas zu besorgen, was er im kleinen Weimar nicht so erhalten konnte, wie er es wünschte, und so finden wir denn in einem Briefe vom 10. Dezember 1816 auch einmal eine Neujahrskartenbestellung. — „Auch tu mir die Liebe," schreibt er an Zelter, „mir vor Neujahr von denen artigen Neujahrswünschen zu senden, die sie beweglich durchscheinend und auf sonstige Weise in Berlin gar artig fabrizieren."
Zelter scheint sich nun zwar sofort an die Besorgung der gewünschten Karten gemacht zu haben, aber die Auswahl befriedigte ihn so wenig, daß er zunächst einmal nur ein paar Probekärtchen schickte. Denn er schreibt am 16. Dezember: „Zur Probe schicke ich drei Exemplärchen, welche unter mehreren hundert ausgesucht sind, die alle mehr ober weniger durch Angreifen und Probieren beschmutzt sind. Auch diese — reinsten sind nicht ganz rein. Gegen Neujahr sollen bessere folgen. Ich suchte solche, worauf keine Verse stehen: die sind gar nicht zu bekommen. Recht gute reinliche sind mir noch zu- gefagt“
Gewissenhaft wie immer, so sandte er bann auch richtig zur versprochenen Zett die „guten reinlichen" Kärtchen — wohl die mit den Versen! — und sie langten auch pünktlich in Weimar an, da Goethe schon am 1. Januar nrieber an Zelter schreibt und meldet: „Die Neujahrskarten find am Sllvestertage glücklich angekommen und konnten daher am Abend sowie am andern Morgen dem geselligen Scherz hülfreiche Hand leisten. Sie find artig genug; man muß denken, daß sie nicht für uns, sondern für das junge verliebte Volk erfunden und gestempell Pud." —
Da Goethe ta gleichen Brief die Verlobung feines Sohnes mit Ottilie von Pogwisch ankündigt, so mag das Neujahr 1817 wohl überhaupt sehr lebhaft begangen worden fein im Hause am Frauenplan, wie er beim auch an Knebel schreibt, daß es im neuen Jahr „etwas bunt" um ihn herging. M. s. v. L.
volbrdrSuchr zur Neujahrszeit.
Bon Hans Gäfgen.
Im Limburger Land wird eine Anzahl der Schüsse, die vor dem Fenster eine Mädchens in der Silvesternacht abgegeben werden, genau registriert, um aus ihnen Schlüsse auf die Beliebtheit bet Dorfschönen zu ziehen. In manchen Gegenden am Rhett» ist es üblich, den schießenden Burschen die Tür zu öffnen und sie mtt Kaffee und Kuchen zu bewirten, wogegen die Burschen dem Mädchen einen gebackenen Kranz überreichen. Das „Neujährchen" und der „Schorn" sind andere in der Neujahrsnacht mit besonderer Vorliebe angefertigte Gebäcke.
Das Wetter in der Neujahrsnacht und am folgenden Tage ist von Bedeutung für die kommenden Monate. Nordwind beutet auf Sturm und Kälte, Nebel läßt hundert Tage später Blitz und Donner erwarten. Viel Obst ist zu ermatten, »nenn in der Neujahrsnacht Winde von Osten wehen; Südwind bedeutet eine gesegnete Kornernte, Westwind Ueberfluß an Milch und Fischen.
Sehr bekannt war der Brauch der Halloren (b. h. der Arbeiter 1>er Salinen in Halle) in früheren Jahren, dem König von Preußen zur Jahreswende eine Salzpyramide, in der Wurst und Gier eingeschlossen waren, zu überreichen.
Allen, die an Geldmangel leiden, wird empfohlen, in der Silvesternacht Heringssalat und am Neujahrstage gelbe Rüben zu essen, da, wie der Volksmund behauptet, diesen Speisen eine gelbschaffende Kraft innewohnt.
Der Silvesternacht prophetische Eigenschaften zuzu- schreiben, ist ein auch den Stadtmenschen nicht unbekannter Brauch. Manche Dorfschöne soll sich, so wird erzählt, auch heute noch in der letzten Nacht des Jahres in den Schafstall schleichen, um im Dunkeln nach den Tieren zu greifen und daraus, ob sie einen Bock ober einen Hammel berührt, Schlüsse auf ihre Verheiratung oder ihr Ledigbleiben zu ziehen. Andere klopfen an den Hühnerstall und rufen dabei: „Gackert der Hahn, so krieg ich
'nen Mann, gackert die Henn', so krieg ich noch kenn " In der Stadt pflegt man in manchen Gegenden die Buchstaben des Alphabets an die Tür oder auf eine Tischplatte zu schreiben. Wer den Namen des oder der Zukünftigen erfahren will, greift mit verbundenen Augen nach den Buchstaben; aus dem Ergebnis werden dann Schlüsse ge- zcgen. Das Werfen von Apfelschalen, aus denen man mit etwas Phantasie und gutem Willen den Anfangsbuchstaben des Namens des ober der Erkorenen feststellt, ist gleichfalls weit verbreitet» ebenso das Bleigießen. Das Glückgreifen geht in folgender Weife vor sich: Gute Anzahl aus Teig ober aus Papier gefertigter Figuren (z. B. Ring, Goldstück, Leiter zur Ersteigung hoher Ehrenstellen, Wickellind) werden in eine verdeckte Schale gelegt. Wer bas Geldstück greift, wird reich, wer den Ring faßt, heiratet, ufw. Auch das Wunschzettelfchreiben ist noch nicht völlig verschwunden. Drei Wünsche schreibt man auf drei Zette!, die man unter bas Kopfkissen beim Schlafengehen in der Silvesternacht legt. Aus dem Inhalt des Zettels, den man am folgenden Morgen zu- erst ergreift, ersieht man, welcher Wunsch Erfüllung findet. Der ©lürfsfprung, etwa von einem Stuhl, ins neue Jahr, erfreut sich gleichfalls noch heute großer Be» liebtbeft.
Eine früher häufig anzutreffende Sitte war der Neujahrskuß. Schon im alten Rom war es Sitte, die Wünsche, die man sich zum Jahresbeginn darbrachte, mtt einem Kuß zu besiegeln. Wenn der Beamte seinem Vorgesetzten ein Geldstück, das übliche Neujahrsgeschenk, überreichte und als Gegengeschenk ebenfalls ein Geldstück erhiell, war ein Kuß der gegenseitige Dank. Auch der bekannte englische Brauch der Kußfreiheit unter dem von der Decke herabhängenden Mistelzweig ist ursprünglich ein Neujahrsbrauch gewesen und stammt aus der Zeit, ba man bas neue Jahr mit dem 25. Dezember beginnen ließ. Gin heiterer Neujahrsbrauch hat sich m manchen Gegenden der österreichischen Alpen bis heute erhallen. Arn Silvesterabend versammelt sich das junge Volk in der festlich geschmückten Wirtsstube, in deren Mitte ein großer, grüner Kranz hängt. Nahe dem Ofen versteckt sich eine häßliche, grotesk verkleidete Gestalt, derSilvester, der auf dem Kopf em Gewinde von Mistelzweigen trägt und sich ganz still verhält. 3m Augenblick aber, ba ein Bursche oder ein Mädchen zufällig unter den Kranz zu stehen kommt, springt er aus seinem Versteck hervor und gibt dem ober der Erschrockenen einen derben Kuß. Das dauert solange, bis die Uhr die Mitternachtsstunde verkündet. Dann schlägt alles unter Gelächter und Jubel mit Tannenzweigen auf den armen Vermummten los und jagt ihn zur Türe hinaus. Silvesters Herrschaft ist beendigt, das neue Jahr beginnt.
Zum Schlüsse mag nicht unerwähnt bleiben, daß in vielen Gegenden der Glaube herrscht, daß die Traume der Silvesternacht in Erfüllung gehen; auch ist die Meinung weit verbreitet, daß, wer um die Mitternachts- stunde am letzten Tage des Jahres an einem Kreuzweg steht, den Himmel offen sieht.
Aus aller wett.
— Der unsichtbare Dirigent Es ist eine jedem Rundfunkteilnehmer bekannte Tatsache, daß bei Rund- funkkonzetten das Gleichgewicht unter den Instrumenten mitunter gestört erscheint. Gewisse Instrumente — besonders ist dies bei den Pauken oft zu beobachten — drängen sich unangenehm vor, während andere zurück- treten. Es liegt dies daran, daß sich die Instrumente nicht gleichmäßig zu der Rundfunkübertragung verhalten. Auf Grund dessen kommt Wilhelm Heinitz in der „Funkweit" zu einer Erörterung über die Abstellung dieser Mißstände. Gr ist der Meinung, daß ein vollendetes Rundsunkkonzett nicht vom Sender, sondern nur vom Empfänger aus geleitet werden kann, und häll es nicht für möglich, baß man über kurz oder lang zu dem für die Musiker unsichtbaren, im Empfänger befindlichen Dirigenten gelangen wird, der seine Weisungen an die Musiker durch Lichtsignale, die an den Pulten erscheinen, gibt. Ja, man wird noch einen Schritt weitergehen und die für den Rundfunk bestimmten Konzertstücke einer auf den Rundfunk berechneten inftrumentaleu Durcharbeitung unterziehen müssen.
heiterer.
Vor Gericht. Vorsitzender: „Also, was können Sie beschwören, haben Sie dem Kläger die Summe bezahlt?" — Beklagter: „Höchstwahrscheinlich." — Vorsitzender: „Höchstwahrscheinlich gibts nicht beim Eid. Sie haben zu schwören, ich hab's bezahlt ober ich hab's nicht be« zahlt." — Beklagter: „Ja, fo möcht ich schwören!"
Teilnahmsvoll. Richter: „Es ist schon bas vierzehme Mal, daß ich Sie wegen Trunkenheit verurteile. Ich hoffe Sie nicht mehr hier zu sehen." — „Herr Richte^ haben die Absicht, in den Ruhestand zu treten?"
Dann freilich. „Aber Kinder, habt ihr denn so wenig Geschmack?" sagte die Tante, das Zimmer des jungen Ehepaares musternd. „Eure Einrichtung zeigt ja gar keine Stileinheit." — „Ja, sieh mal, Tantchen," sagte der Neffe strahlend, „wir haben die Stücke alle einzeln iu verschiedenen Preisausschreiben zusammengewonnen."
F=r==r: Für SiEvester! la. Rum - Punsch - Essenz, I». Afiac - Punsch - Essenz.
Branntweine
Weine m. Steuer:
Mk.
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Fl.
M
Drogerie Hugo Wohigemuth, Fulda I
Langenbrücke 4 ----------------- Telephon 586.
Fruohtbranntwein . . .
■ffordhäuser......
Wacholder ......
Kümmel.......
Zwetschenwasser „ . . Kirschwasser . ... .
Kognak . Steinhäger
Edenkobener Tarragna Ddrkheimer .......
Ungar. Rotwein
Malaga (Dkl.)
Därkhelmer (Feuerberg) .
. . Vi Fl. Mk. 2.00 . . „ „ . 2 40
. . . » „ 1.50
. . „ „ „ 2 60
2160
... . . 3 20
Champagner (Feist-Cablnet). -
„ (Flucht)
Vi Fl. 3.00, 2.00 und 1 60
>....'/» Krug „ 5.00
9.00 200
1.60 2.80 1.80 2.00 4.00
4.50 2.50
Jam. Rum (Versöhn) . . . . Vi FL Mk. 2.00
M« D> IM Riesenhafte Auswahl!
I Jk Scherzartikel, Hiess- u. Juckpulver, Parfüm und Stinkbomben usw.
Mk. 1.50 „ 2 50 . 2 20 , 2.50 „ 3 00 „ 2.60
Liköre:
Pfefferminz ........ Vi Fl.
Caracao „
Bergamotte .
Cherry-Brandy ....... „
Blutorangen . ,
Aha’s Exoelsior ...... „ „
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