* WzewmAer 10 Vks. (mlOHt.Mgge 15 M.)
FuldaerZertung
Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stabt Fulda.
51. Zahrg.
Dienstag, 30. Dezember 1924.
Nr. 302
Verantwortlich >ür die Schriitieiiung: Dr. Johannes Srawer- Ameigen: I. D arretier, Fulda. Rotationsdruck und «erlas der guldoer i ktiendrrüerei in f rrlda. Fernidrecher Nr- v. Monatlicher BeruaSdreiS: 1.50 Mk.
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Kölner Zone und europäische Politik.
Der Beschluß der VotschasterLonferenz. — Die Franzosen wollen etwas herausschlagen. — Die vorsichtigen Engländer. — Amerika und der Dawesplan im Hintergrund.
Nach längerem Hm und Her hat die Pariser Potschasterkonferenz über den Beschluß, den sie am Samstag gefaßt hat, folgende Mitteilung gemacht:
Die Botschafterkonferenz stellt mit Einstimmig- kett fest, daß die Kölner Zone am 10. Jan. nicht geräumt wird, und hat das Verfahren festgesetzt, durch das dieser Beschluß Deutschland zur Kenntnis gebracht werden soll. Sie wird sich n ä ch st e n Mittwoch wieder versammeln, um den Text der Veröffent- l i ch u n g auszuarbeiten. Marschall Fach, General Desticker und Jules Cambon haben der Sitzung beigewohnt.
Außer dem Bericht der I. M. K. K. lagen der Dotschafterkonferenz ein von Marschall Fach unterzeichneter Bericht des interalliierten Komitees von Versailles sowie Memoranden der französischen und der englischen Regierung über die Frage der Kölner Zone vor. Beide Denkschriften wurden von den Vertretern Belgiens, Italiens und Japans studiert.
Dieser Beschluß, der für Deutschland eine neue schwere Bedrohung seiner nationalen Belange darstellt, steht heute imMittelpunktder Aüs- «inandersetzungen in der W e l t p r e s s e. Was die englische Presie anbelangt, so erfährt der Pari- ’ifer Berichterstatter des „Sunday Expreß" aus zuverlässiger Quelle, die Vereinbarung der Botsc^if- terkonferenz fei nur vorläufiger Art. Man befürchte ernstliche Schwierigkeiten für die Zukunft, insbesondere über die Auslegung des Wortes „Verzug". W^rend Großbritannien, wie verlaute, eine milde Ansicht vertrete, bestehe Frankreich, wie angenommen werde, auf vollständiger Entwaffnung Deutschlands und auf Aufrechterhaltung der militärischen Besetzung Kölns bis zur völligen Erfüllung dieser Bedingung. Ein hoher Beamter im französischen Auswärtigen Amt habe dem Berichterstatter des Blattes mitgeteilt, Frankreich werde sich mit zwei oder drei Inspektionen nicht begnügen. Es vertrete die Ansicht, daß ein ernster Verzug Deutschlands bestehe, der Sanktionen notwendig mache.
Scharf ist die Krittk, die an dem Beschluß der Botschafterkonferenz in den nordischen Ländern geübt wird. Das schwedische „Aftonbladet nennt Äe geplante Note der Botschafterkonferenz ein Attentat auf de »Frieden Europas und schreibt, angesichts der in der Note Strafe» manns mitgeteilten Ziffern könne ein ehrlicher Mensch an die Aufrichtigkeit der französischen Beschuldigungen kaum glauben; viel eher werde man jetzt an den Satz erinnert, daß der Zweck die Mittel heilige. Man könne schon jetzt feststellen, daß der Versailler Vertrag, wenn er einmal die deutschen Interessen gegenüber der Entente zu wahren suche, von den Siegermächten recht skrupellos an- gewendet werde. Die verhängnisvolle Bedeutung einer so souveränen Nichtbeachtung der von den Siegern selbst aufgesetzten Derttäge für den Frieden Europas könne kaum übertrieben werden.
Die deutsche Regierung hat durch den Mund des Reichswehrministers Dr. Gehler mit aller Entschiedenheit die angeblichen deutschen Verfehlungen in der Rüstungsfrage bestritten. Auch die Krnpprverke »erneinan We Behauptungen, die über sie aufgestellt worden sind.
Der Inhalt 6er Entente-Note.
: Das Pariser „Journal" will wißen, daß der <a der Konferenz am Quai d' Orsay ausgearbeitete Entwurf der an Deutschland zu richtenden Note auf Artikel 429 des Versailler Vertrages Bezug nimmt und erklärt, die Räumung der Kölner Zone setze voraus, daß Deutschland alle Vertragsverpflichtungen erfüllt habe, daß man aber schon heute fest- .stellen könne, daß sie bis 10. Januar nicht «füllt werden könnten. Die Botschafterkonferenz habe bis jetzt zwar den endgülttgen Bericht der Militär- konttollkommission noch nicht «halten, der ohne Zweifel nicht vor dem 20. Januar vorliegen werde, doch hätten die eingelaufenen provisorichen Berichte schon die einsttmmige Feststellung ergeben, daß zahlreiche sehr ernste Verletzung gegen die 23er« rragsvorschriften vorlägen und noch fortgesetzt begangen würden. Die Note werde darum den Bericht des interalliierten Kontrollkomitees in Versailles über den Stand der Generalinspektton, den Marschall Foch den Botschaftern vorgelegt habe, resümieren und schließlich zu der sehr kurzen Schlußfolgerung kommen. Laß die Räumung der Kölner
* Die Erneuerung des Mainzer Domes. In einer Besprechung des Reichsfinanzministeriums ist der Finanzierungsplan für die Arbeiten am Mainzer Dom festgesetzt worden. Danach will das Reichsfrnanzministerium zunächst 100 000 Mark sofort zur Verfügung stellen, die sofort mit einem Zuschuß der hessischen Landesregierung für die dringlichsten Fundamentterungsarbci- ten verwandt werden sollen. Weitere 240 000 Mark sollen durch zwei Lotterien gewonnen werden. Später sollen dann das Reichsfinanzministerium 500000 und die hessische Regierung noch 100 000 Mark zur Verfügung stellen.
* Brennendes Riefengebirge. An den Abhängen der Kesselkoppe im Riesengebirge wütete ein ungeheurer Brand, dar in dem dürren Gras
Zone nicht erfolgen könne, solange Deutschland sich nicht mit dem Versailler Serttag in Regel gesetzt habe.
Diese Feststellung, so folgert das Blatt, bestätigt, daß die wesentliche Frage der Verlängerung der Besetzung noch nicht geregelt, sondern vertagt werde. Auch das „Journal des Debats" bestättgt, daß hierüber Einigkeit zwischen London und Paris noch nicht bestehe. Das Blatt geht sogar weiter und erklärt, daß man sich über die Begründung und die Folgen, die die nicht getreue Erfüllung der m Artikel 429 erwähnten Bedingungen nach sich ziehen würden, noch nicht verständigt habe. London würde es vorziehen, daß man die flagrante Verfehlung Deutschlands nicht betone, sondern vor allem die Behinderung in den Vordergrund stelle, die die Kontrollkommifsion bei der Durchführung ihrer Aufgabe gefunden habe.
Kölner Zone und Dawes-Plan.
In einem Arttkel der Londoner „Sunday Times" heißt eS: Die Stellungnahme der britischen und französischen Reqiernng sei vielleicht in gewisien Einzelheiten verschieden. Cs bestehe jedoch Neber- einstimmung darüber, daß Deutschland ferne Ent- waffnungSverpflichtungen bisher nicht erfüllt habe.
In entern Leitartikel schreibt dasselbe Blatt dagegen, es sei klar, daß Deutschland nicht nur in diesem Augenblick, sondern auf lange Zeit hinaus unfähia sei, einen europäischen Krieg zu führen. Aber die'Franzosen hätten als die Bewohner eines . Landes, das einem deutschen Angriff hauptsächlich ausgesetzt sein würde, vollkommen recht, sich in einer so lebenswichtigen Frage keinem Risiko auSzn- setzen und bte Politik Englands müsse notwendigerweise dahingehen, Frankreich loyal zu unterstützen. Im übrigen sei die Frage der deutschen Entwaffnung nicht das einzige mit der Besetzung Kölns zusammenhängende Problem. Es sei so sicher, wie nur irgend etwas, daß, wenn die Engländer Köln verlaflen, die Franzosen es morgen besetzen wurden. Tie Deutschen würden nun klug tun, die Hinausschiebung der Räumung seitens der Engländer nicht als Borwand für eine Weigerung weiterer Ausführung des DaweSplaneS zu benutzen. Mit Geduld und Einsicht müßte es möglich fein, zu einer Vereinbarung über eine gleichzeitige Räumung Kölns und deS Ruhrgebiets innerhalb der nächsten 4—5 Monate zu gelangen.
Englische Betrachtungen.
wtb London. 29. Dez. (Tel.) Der Beschluß der Alliierten. SS l« am 10. Januar nicht zu räumen, stehl weiterhin im Mittelpunkt der Erörterungen. Die Blätter veröffentlichen Telegramme aus Berlin über die Entrüstung der deutschen öffentlichen Meinung.
Der Berliner. Berichterstatter des „Daily Telegraph" schreibt, feil dem Einmarsch der .Franzosen und Belgier in das Ruhrgebiet habe kein derartiger Geist nationaler Bitterkeit alle Teile der Bevölkerung und alle Schattierungen der polltischen Meinung in Deutschand bewegt.
„Daily Rews", schreibt, daß Deutschland jetzt fähig sei oder in absehbarer Zeit fähig sein werde. Krieg gegen irgend eine andere Macht jn führen, sei nicht ornst ;« nehmen. Menn Frankreich von Deutschland die moralische wie technische Abrüstung eer- simge, werde es für Deutschland Pflicht sein, zu antworten, daß die Haltung Frankreichs {eit dem Krieg die moralische Abrüstung numögllch gemacht habe. Die deutschen Staatsmänner würden jedoch klüger sein, sich vor Augen zn halten, daß die Annahme des Dawesplanes durch Frankreich die Lage um- gestelll habe und daß die Hoffnung Deutschlands auf Medergewinnung feiner europäischen Stellung sowohl hi moralischem wie auch wirtschaftlichem Sinne nicht in einer Kontroverse über die Kriegsschuld liegt, sondern in einer klaren Kundgebung seiner Aufrichtigkeit und seines guten Dillen,, sowie der Promptheit, mit der es alle seine Derpflich- tangen erfüllt. Das Blatt fährt fort, aus verschiedenen offenkundigen Gründen müffe der Beschluß, die britischen Truppen in Köln zu belassen, bedanertwerden. Dieser könne den Erfolg des Baroesplans, der bereits Wunder gewirkt habe, indem er Europa aus der Derzweif- tuug heraustrug, gefährden. Lr würde auch eine schlechte Wirkung in Amerika haben, das au die Fähigkeit Europas, sich selbst zu helfen, za
I glauben begonnen habe.
reiche Nahrung sand. Die haushohen Flammen griffen auch auf die beiden Kesselgruben über und vernichteten den ganzen Knieholz- und Waldbestand aus einer Fläche von 200 Hektar.
* Der gestkanvete Hermgsoampfcr. Der Londoner .Observett berichtet, daß ein deutscher Fischdampfer mit einer Ladung von Heringen auf der Fahrt von Lochsyne (Hebriden) nach Deutschland auf der Höbe von Islay gestrandet ist. Man befürchte, daß 13 Personen ums Leden gekommen finb.
. * Mehrere hundert Verletzter. Aus Tokio wird berichtet: Bei einer Explosion, die sich auf einem Schiff im Hafen von Dtaru ereignete, wurden mehrere Hundert Personen verletzt-. Infolge der Explosion brach auf dem Schifte ein großer Brand aus.
Amerikanisches Kapital für Krupp.
wtb paris, 29. Dez. (Tel.) Die .Chicago Tribüne" meldet aus Neroyork, ein Jlerogorter Bankensyndikal werde heute zum fiurs von 99% Prozent eine Anleihe zugunsten der Firma Krupp in Höhe von 10 Millionen Dollar, verzinsbar zu 7,17 Prozent, an der Börse auflegen. Das Blatt fügt dieser Meldung hinzu, das Bankensyndikat habe zuvor an die Firma Lrupp telegrafiert, daß gerüchtweise verlaute, daß Deutschland den (Enfroaffnungsbeftim- mungen des Versailler Vertrags nicht nachgekommen sei, woraus die Firma Krupp zurücktele- graphierke, daß das Gerücht darüber unrichtig sei. .--n,
Eine Stimme aus der Schweiz zu dem Magdeburger Urteil in der Beleidigungsklage des Reichspräsidenten verdient noch besondere Beachtung. Die „Neuen Züricher Nachrichten" schreiben:
Ob der grüne Jüngling, der das würdige Staatshaupt anvöbelle, einige Monate Gefängnis mehr oder weniger erhält, tft nicht so bedeutsam als die Tatsache, daß ein solcher Prozeß vor einem kleinen Schöffengericht und nach dem geltenden gesetzlichen Verfahren in einer Weise geführt werden konnte, als ob nicht der Beleidiger, sondern der Beleidigte eigenttich der Angeklagte war. Darin tut Abhilfe not Wenn im Volk noch nicht genug politisches Anstandsgefühl bei allen Parteien obwaltet, das gewählte Oberhaupt der Nation freiwillig zu respektieren, so ist es ein Gebot der Selbstachtung, den erkorenen Vormann von Gesetzes wegen würdig zu schützen.
Die Kundgebungen für Ebert haben sich in wachsendem Maße fortgesetzt Die namhaftesten deutschen Juristen haben das Magdeburger Urteil einer vernichtenden Kritik unterzogen. Zahlreiche Männer des Geisteslebens, z. D. der bekannte führende protestantische Theologe Prof. Dr. v. Harnack, haben dem Reichspräsidenten ihre Wertschätzung zum Ausdruck gebracht.
Mussolinis Wahlreform.
Die italienischen Blätter veröffentlichen den Bericht Mussolinis zur neuen Wahlreform vor läge die in folgende Punkte zusammengefaßt wird: 1. Er» Höhung der. Mandate von 535 auf 560, sodaß auf 50000 Einwohner ein Mandat entfällt; 2. Wiederherstellung des Emmännerwahlkreises; 3. Aufhebung der Ballotage zur Vermeidung von Wahlkompromiffen; 4. Einführung der Wahlkouverts; 5. Verschärfung der Bestimmungen über die Wahlzulaflungen für Beamte und Militär.
Weitere politische Mordtaten.
wt-b K 0 m, 29. Dez. (Id.) Einer Meldung der Nationale" zufolge wurde in Mailand ein Faszist durch Kommunisten erschossen. In Berga m 0 wurde dn Aaszist aus politischen Gründen erstochen und in Ferrara fanden Angriffe von Kommunisten auf Aafzifieu patt, ebenso in Neapel.
Spanien und Deutschland.
Aus Madrid wird gemeldet: Der deutsche Botschafter, begleitet von den Präsidenten des Klubs Germania und deS Turnvereins, hat dem Präsidenten des Direktoriums 17 000 Pesetas als Beitrag der deutschen Kolonie für die Deih- nachtsspende an Die ©olbaten in Marokko überreicht.
Dr. Moldenhauer hielt in der deutschen Schule in Madrid einen Vortrag über „Fuan Vaiera und Deutschland" anläßlich der Eröffnung seiner Tätigkeit au der neuen deutsch-spanischen wiffenschastlichen Arbeitsstelle.
Der Erzberger-Mörder Schulz.
Nach dem Bericht eines Gewährsmannes des ,.Acht-Uhr-Abendblatts" ist der Erznerger-Mörder Schiäz, den Ungarn abgeschoben hat, dieser Tage als Oberleutnant Türmann in Konstantino- p e l aufgetaucht. Er machte sich an deutsche Matrosen heran mit der Ditte, ihn nach Prtugal mtt- zimehmen. Ms seine Bitte abgelehnt wurde, bat er um ein warmes Esten. Der Berichterstatter der genannten Zeitung schiDert seinen Eindruck von dem Erzcherger-Mörder wie folgt:
„Das war der wahnbefangene Vollbringer einer so gräßlichen Tat? Dieser körperlich und geiftig Zerfetzte? Dieses verrückte Kind war es, von dem die ganze Welt spricht, um dessen willen Regierungen, Diplomaten miteinander hadern?
So hetzt er rastlos über die Erde. Verstoßen, verlassen, auch von jenen Derdammenswerten, dis seinen winzigen Geist noch mehr verwirrten, ihn ms Dunkle stteßen. Und während das Opfer, von Furcht gequält, sich feine Nahrung sucht, sitzen sie feist, breit lächelnd in schwellenden Fauteuils am wärmenden Kamin. Ja, nicht ungestraft erhebt der Mensch die steche Hand gegen das fünfte Gebot des Herrn. Unaufhaltsam rollt nun dieses Leben, das erst beginnen wollte, hinab dem Abgrund zu. „Ewige Vernichtung nimm mich auf!" flehen, dem Fliegenden Holländer gleich, die klagenden Augen des Verfolgten. Und auch er kann, wie das rastlose Seegespenst, keine Ruhe finden, bis es eines Tages zu Ende ist. Wann — wie — wo?"
* Auflösung der Berliner Wucherpolizei. Die Abteilung Wucheipolizei des Berliner Polizeipräsidiums soll, wie die Blätter erfahren, aller Wahrscheinlick.keit nach zu Beginn des neuen Jahres völlig austelöst werden.
Erdbeben im Osten.
wtb Washington, 29. Dez. (IcL) Der Seismograph der Georgetown-Universität verzeich- nde einen Erdbebenstoß um 6 Ahr abends. Das Beben dauerte bis 8 Uhr. Es wird angenommen, daß der Mittelpunkt der Erschütterung 6000 Meilen entfernt, möglicherweise in der japanischen Erdbebenzone, liegt.
Deutsches Reich.
* Kronprinz Rupprecht und Ludeudorsf. Meldungen aus München zufolge finden zwischen den Vertiauensmännein des Kronprinzen Rupprecht und Ludendorff seit einigen Tagen Besprechungen statt, auf dessen Grundlage nunmehr eine Beilegung des Konflikts zwischen beiden bevorsteht.
Kurland.
* Tic Saharafahrt des Belgienkönigs. Wir Havas aus Brüffel berichtet, hat König Albert nunmehr endgültig die Einladung des Marschalls Petain, im Auto die Wüste Sahara zu durchqueren, angenommen. Er verläßt Brüffel am Freitag und schifft sich in Dtarseile ein. Die Expedition beginnt am 6. Januar.
* Die Unschuld des Bischofs Bast. Die Der- hastung des dänischen Methodistenbischofs Bast ist vom Gerichtshof auf Grund deS Beweismaterials für ungerechtsertigst erklärt worden. Ter Bischof wurde sofort entlasten. Die öffentliche Meinung und die Preffe urteilen das Borgehen der Polizei und Staatsanwaltschaft aufs schärfste. Im Parlament wurde die Entlassung der verantwoiülche» Beamten gefordert
Die deutschen Pilger beim Papst.
Der Papst empfing am 27. Dezember im Thronsaal die deutschen Weihnachtspilger, die er in einer längeren Ansprache in deutsch. Sprache begrüßte. Jn seiner Rede führte der Papst aus, daß ihm die Pilger als erste im heiligen Jahr als Deutsche doppelt willkommen seien. Eingedenk der schweren Zeiten, die über Deutschland gekommen seien, schätze er die Beteiligung der Deutschen an den Pilgerfahrten nach Rom, von deren vorzüglicher Organisation er befriedigt Kenntnis genommen habe, im heiligen Jahr besonders hoch.
Die wrangelflotte.
Die Sowjekkommiffare prüfen die Seetüchtigkeit.
Wtb Paris, 29. Dez. (IeL) Aus Bifcrta wird gemeldet, daß der "Vorsitzende der russischen technischen Kommission zur Abnahme der w r a n- gelflolte, die im Hafen von Bifcrta liegt, dort eingetroffen ist, um festzustellen, ob die Schiffe seetüchtig sind.
Der Sowjetrubel am Werk.
Aus der rumänischen Hauptstadt Bukarest wird gemeldet: Die Untersuchungen der Polizei nach der Gefangennahme von 430 Kommunisten, welche sich an einer terroristischen Organisation beteiligt hatten, haben ergeben, daß es sich um drei Organi- fationen handelte, die sämtlich mit sowjet-russischem Geld aufrecht erhalten wurden. Es ist der Polizei gelungen, ein umfangreiches Archiv, geheime Instruktionen, eine Druckerei und zahlreiche Beweise für die Beziehungen dieser Organisationen zu denen in Moskau, Wien, Berlin, Sofia und Athen zu beschlagnahmen. Bon den 430 Gefangenen werden 230 vor das Kriegsgericht gestellt, 200 aus- gewiesen.
AuS der bulgarischen Hauptstadt Sofia meldet man: Die Polizei hat 3115 000 Lewa beschlag- nahmt, welche für die kommunistische Propaganda bestimmt waren-
Die Abwehr.
Wie die „Neue Freie Preffe" aus Beigrab meldet, sei es anläßlich des Besuches von Zankow zwischen der bulgarischen und der jugoslawischen Re- gierung zu einem vollen Einvernehmen gekommen. Auch seien geheime Verträge abgeschlossen worden. Alle Schwierigkeiten, die bisher dem Abschluß eines antib0lsch ewistifchen Bündnisses entgegenstanden, seien überwunden worden.
Demgegenüber berichten andere Blätter aus Belgrad, man versichere sowohl von jugoslawischer als auch von bulgarischer Seite, daß an den Abschluß eines besonderen Vertrages nicht gedacht werde. Cs fei lediglich eine erste Fühlungnahme erfolgt. , .
10 Millionen Lire geraubt.
Aus Rom wird gemeldet: Jn der hiesigen Filiale der Santa Tommereiale di Genua wurde am 27. Dezember ein großer EinbruchSdiebstah! entdeckt, der während der Feiertage verüb! wurde. Die Diebe waren durch das Kanal- fbftem in den Panzerkassensaal eingedrungen, hatten drei Reihen von Kaffen gesprengt und den Inhalt von 25 Kassetten mit sich genommen, wobei sie alle Namenspapiere liegen ließen und nur Barwerte Mitnahmen. Die liegengebliebenen Papiere befanden sich in einem Sack, der dem Gericht übergeben wurde. Der Wert des Raubes ist noch un- abschätzbar. Man glaubt, daß er mindestens 10 Millionen Lire beträgt, weil die Kaffetten Firmen der Stadt gehören, welche unmittelbar vor den Feiertagen bedeutende Summen für das Monats« ende hinterlegt hatten.