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ttnud nosmufieits z-kschllngsreise. 20 0(K) Aorschuagsobiekte! 25 000 werkvoll­ster Film. 40 000 Meilen zurückgelegt. Die Urheimat der Eskimos entdeckt. Anschlag eines Eskimos auf Rasmussens Leben. Ehrenvolle Einladungen nach Amerika.

Der dänische arktisch« Forscher Knud Rasmussen, der vor kurzem nach dreijähriger Abwesenheit unter der Freude und dem Stolz ganz Dänemarks von seiner arktischen Forschungsreise zurückgekehrt ist, hat einen ungeheuren Weg zurückgelegt und eine ungemein reiche wissenschaftliche Beute mitgebracht. - Die Expedition hat 40 000 englische Meilen hinter sich, das ist eine ein paar Mal um den Erdäquator herumgelegte Strecke. Die Reise ging von Grönland durch das nördliche S-iffmfanb an der kanadischen Küste entlang bis nach Alaska. Richt weniger als 20 000 verschiedene Sachen von ethnogra­phischem. archäologischem, zoologischem, botanischem und geographischem Gebiet sind es, die in Kopenhagen aus- geladen wurden und die der weiteren wissenschaftlichen Bearbeitung harren. Ein ganzes Museum kann damit gefüllt werden.

Dazu brachte Rasmusien 25 000 Fuß Film noch Hause. Vie Fibnaufnahmen wurden unter großen Schwierig­keiten gemacht. Oft mußten in Schneehütten die Auf­nahmeapparate aufgetaut werden. Der Filmoperateur Leo Hansen hatte in den Aufnahmetagen keine heile Haut an Händen und Olafe. Aber man hat jetzt die Genugtuung, daß man ein einzigartiges Filmwerk vom Leben der Eskimos besitzt. Rasmussen bezeichnet es als eine Hauptaufgabe der Expedition, die Urheimat der Eskimos zu finden. Diese Urheimat hat man gefunden in dem von der kanadischen Küste westlich gelegenen Barrenland an der Hudson-Day. Die dort eingetroffe­nen Eskimos, ein Stamm von einigen Hundert Men­schen, wohnen im Innern des Landes und haben nie eine Verbindung nach dem Meere hin gehabt. Dennoch haben sie die Sprache gemeinsam mit den Grönländern, eine Unterscheidung besteht nur in mundartlicher Hinsicht, worauf auf Jahrhunderte zurückliegende, bisher uner­forschte Beziehungen der Eskimos untereinander geschlof­fen wird. Es wurde versucht, verschiedenen Problemen auf archäologischem Wege beizukommen und deshalb an verschiedenen Stellen im Lande der Ureskimos und in anderen arktischen Gebieten Ausgrabtmgen vorgenom­men. Im Gebiet der Ureskimos wurden denn auch bei den Ausgrabungen die Ruinen uralter Ansiedlungen ge­funden.

Auf der Expedition hat man auch Widerstande 6er Eskimos zu überwinden gehabt, und zuweilen ist man in Lebensgefahr gewesen. Rasmussen sagt in dieser Hinsicht über den Charakter der Eskimos, in deren Schnee- und Cisreich gelte das Recht des Stärkeren mehr als an irgend einer andern Stelle, und der Mann, den der Eskimo nicht kenne, sei fein/ Feind. Cs war nicht immer ungefährlich, sich unbewaffnet zu den Es­kimos zu begeben, die bis an die Zähne bewaffnet waren. Rasmussen pflegte mit erhobenen Händen zn den feind­lich gesinnten Eskimos zu gehen, um ihr Zutrauen zu gewinnen, obschon er wußte, daß auf der andern Seite der Schneebarrikade wohlbewofsnete Eskimos lagen. Aber fein den Eskimos geschenktes Vertrauen ist nicht getäuscht worden, und man wurde bald Freunde.

Diele Feste hängen mit dem Wechsel der Jahreszeiten und altem Glauben zusammen. In den zwölf Nächten um die Jahreswende, die unter christlichem Einfluß meist auf die Zeit von Weihnachten bis Dreikönigstag sestgelegt wurden, gehen die Geister der Verstorbenen um. Man feiert an diesen Tagen, um sich vor Schaden zu behüten. Durch allerlei Brauch (Bleigießen) wi-d die Zukunft erkundet. Um Weihnachten zeigt sich der Wode, der Schimmelreiter. Doch schon setzen sich christliche Gestalten an die Stelle der Heidengötter: der Knecht Ruprecht oder St. Nikolaus erscheinen mit guten Leh­ren: auch das Christkind. Man backt in dieser Zeit Kuchen in verschiedenen Formen, die aus dem Heiden­tum herrühren. Schlachtfeste fallen oft mit dem Feiern zusammen. Frau Holle oder Perchta gehen strafend und lohnend um. Man beschenkt sich, oft in geheimnrs- voller Weise. Dazu kam die kirchliche Feier von Christi Geburt, die 354 auf den 25. Dezember festgesetzt wurde. Durch Kalte und Schnee ginge oft weit über Land zur Christmette. Unsere heutige Art der Christfestseier, der Tannenbaum auf dem Weihnachtstische, ist erst feit dem Beginn des 17. Jahrhunderts aus der Gegend von Straßburg bezeugt; die Lichter kommen noch später hin­zu. Die Sitte des Johannisfeuers hingegen wird von einzelnen Geistllchen und Synoden hn 7., 8. Jahrhundert und später bekämpft. Es ist ein Notfeuer, womit man

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Rur einmal machte ein Eskimo einen Anschlag auf Rasmussens Leben. Rasmusien hatte ihm fünf feiner Hunde zur Pflege übergeben, aber der Eskimo versäumte seine Pflicht, er paßte auf die Hunde nicht auf. und diese gingen ein. Darüber machte ihm Rasmusien Dorhaltun­gen. Doch das faßte der Eskimo als Feindseligkeit auf, und als Rasmusien abends ausging, versuchte der Es- kimo, ihn niederzustechen. Cs entspann sich ein au? regender, halbstündiger St am p f.Und rote endete dieser Kamps?" wurde der erzählende Rasmusien gefragtRun, ich siebe je bter, lautete oie Antwort. Und ee Re# brr L»k-mo »*grat>en?" war die weitere Frage.Begraben?" erwiderte Rasmusien,wir wur­den hinterher Freunde auf S-benszcit." So kann dies in den arktischen Gegenden gehen, glücklicherweise!"'

Don großem Jnteresie sind auch Rasmussens Mittei. hingen über die Eskimos in Alaska. Diese Menschen sagte er, waren ein Volk ohne Zukunft und ohne hinreichende ßebenebrbingungen. Aber nun sind es die unabhängigsten und beftgeftettten Eskimo, mit bnten ich in Derbmdtmg getreten bin. Meine Erfah­rungen werden die Derhältnisien im dänischen Grönland zugute kommen können. Don der kanadischen Re­gierung wurde Rasmusien aufgeforhert, teilzunehmen an offiziellen Derhandlunoen über die Derhältnisie der Eskimos, welche jetzt t-»ner bester kennt als er. Ras- musten wird der 2Iufto*t>#rung folgen. Auf der Heim- resie ist der dänische Forscher bei dem Präsidenten E o o l t d g e geroefm, der Dänemark zu der geglückten Erpedition beglückwünschte imd die Aussage Kundiger wiederholte, daß diese Expedition die am meisten epoche- machende sei, die jemals unternommen wurde, um ein Dolk zu studieren.

Natürlich ist Rasmusien, der den großen Anteil seiner Kameraden an den Expeditionsergebnissen hervorhsbt, inzwischen schon beim dänischen König als Gast geweste und er hat bereits 50 bis 60 Einladungen von roiff.* schafilichen amerikanischen Bereinigungen in der Hand, vor denen er sprechen soll. Die wissenschaftliche Deute der Expedition ist vorläufig in Kopenhagen in einer Reche von Räumen untergebracht worden, weil das da- Nische Nationalmuseum infolge Platzschwierigkeiten keine Unterkunft bieten kann. Es ist auch schon der Gedanke in die Debatte gefallen, ein besonderes Museum für die Unterbringung zu errichten. Die weitere wissenschaftliche Behandlung der Beute dürfte ein paar Jahre in An­spruch nehmen. 8-

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In unter Handelsregister B Nr. 7 ist heute bei der Firma Ailzfabrik Aktiengesellschaft in Fu'da folgendes em- 9£lISinch Generalversammlungsbelchluß vom 26. November 1924 ist die Satzung in den §§ 5 betr. Grundkapital und irine Einleitung, 27 Abi. 2 beir. Vergütung des Amuch's- rals und29 betr. Stimmrecht geändert. Das Grundkapital ist umgestellt aus 600000 Goldmark.

Ferner wird bekannt gemacht:

Das Grundkavital ist eingeteilt in 15000 auf den Inhaber lautende Aktien im Nennwert von je 40 Goldmark.

Fulda, den 20 Dezember 1924.

Das Amtsgericht. Abteilung 5.

Bekanntmachung.

In dos Hande'reaister B Nr. 120 ift beute bei der Firma Siidüculfche Finunzicrungo - Gefellschast mit be­schränkter Hastung in -mda folgendes eingetragen:

Kauimanntlkmnber Zeter früher in Fulda, letzt m fttanlfurt o. M. ist als Gejchälls'ührer ousgefchieden und an seine St: (le die Kaufleute Willy Stirn m Frank'urtM. und Oskar Statt in Würzburg beließt, nut ter Maßgabe, baß beide nut grmeinjchastl ch die Geiell.chajt zu Deuteten Crnl0is9ti>tamm?api'at ist auf Grund des Deichlusies der Gesrllscha-tso-rsammlung vom 8. Auaust 1924 aus 5000 Gold- mat k er höht.

F u l ü a, den 22. Depm^er 1924.

Das Amtsgc<<bt. Abteilung 5. ,j .

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von altertümstchem Brauch und alterlümllchen Anschau- ungen aus späterer Zeit. Was davon deutlich auf Heid- Nische Vorstellungen zurückweist, darf meist ohne De- denken schon der Zeit der fränkischen Könige zugeschne- ben werden. Einige Beispiele mögen zur Deranschau- lichung volkstümlichen Wesens und Denkens unter den Karolingern dienen.

Nach altem Glauben sst die Seele des Kindes schon vor der Geburt auf der Welt. Sie weilt in Seen, Tei­chen oder Brunnen, auch auf Blumen oder Bergen; der Storch oder auch der Schwan bringt sie herbei. Noch lange Über die Karolingerzeit hinaus erhält sich die altgermanische Sitte, daß der Dater das neugeborene Kind aufhebt und damit rechtlich anerkennt; darauf wird es gebadet. Die Taufe wird so schnell als möglich voll- zogen; denn sie befreit das junge Wesen aus der Gewalt der bösen Geister. Der Kampf gegen Dämonen galt überhaupt als ein wichtiger Teil des priesterlichen Wal- tens, auch in den eigenen Anschauungen der Kirche. Die Eheschließung ist vor allem eine Geschäftssache. Der Brautkauf verschwand zwar mit dem Heidentum, und der Draufrattb erhielt sich nur in der Form lustiger Hoch- zeitssitien. Aber mit Hilfe des Werbers, eines Der- wandten oder väterlichen Freundes des künftigen Gat­ten, wird vor der Verlobung genau festgesetzt, was beide Teile mit in die Ehe bringen. Nach der Der- lobung bereitet die Braut ein Esten, und damit ist nach der Dolkssitte die Ehe geschlosien; kirchliche Trauung hat sich erst viel später eingebürgert Die Hochzeiis- feier findet ursprünglich meist im Haufe des Gatten statt. Unter den Destattungssitten ist besonders der Rebretter (re, reo der lote) zu gedenken. Diese finden sich in einem großen Teile Süddeutschlands, besonders -m böhmisch-bayerischen Walde. Ursprünglich lleß man den Toten vom Brett in die Grube hinabsinken (ab. mischen) und pflanzte das Brett mit feinem Namen 11 ar-t die Ruhestätte auf. So fand diese Art der Be- erdigung im Frühmittelalter statt. Spürer wurden die Rebretter vorn Grabe getrennt aufgestellt.

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DAifche- volisleben in der UarsUnMzeit.

< " Don Prof. Rudolf Goette.*)

lieber deutsches Dolksleben im 8. und 9. Jahrhundert gibt es nur vereinzelte unmittelbare Nachrichten, be­sonders kirchliche und auch staatliche Verbote, die auf gewisse Sitten Hinweisen. Wir kennen aber sehr viel

*) Diese sesielnde Skizze entnehmen wir einem so- eben unter dem TitelDer Kulturkreis um Karl den Großen" erschienenen neuen Hcste (46 Seiten 60 P;.) der verdienstvollenDeutschkundlichen Bücherei", die sich < die Pflege deutscher Sprache, Literatur und Kultur | zur Aufgabe macht. (Verlag Quelle u. Meyer, Leipzig.) -

: Nr. 300 vom 25. Der. 1924. -

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am längsten Jahrestage böse Geister und Krankheiten austreibt. Man jagt das Vieh durch den brennenden Holzstoß, dann springen die Menschen über die Flam­men. In späterer Zeit, als der ursprüngliche Ernst des Brauches sich gewandelt hatte, taten dies die Burschen und jungen Mädchen paarweise um Mitternacht, was sich auf dem Oberharz bis in die Gegenwart hinein erhalten hat. Martinsfefte mit Schmaus und Trunk im Oktober werden von der Kirche bereits 590 getadelt; in St Martins, des Schützers der Herden und Winzer, Verkleidung steckt ein germanischer Gott. Die Martins- gans ist also ebenso klt wie die Sitte des Johannis­feuers, und bei frohem Trinken schon von den Unter­tanen des ersten fränkischen Kaisers verzehrt worden. Die Entstehung der Maifeiern hingegen mit Maienkönig und Königin und einem Reich der Minne wird man der Blütezeit des Rittertums zuweilen müssen, in der Herr Mai von den Dichtern herbeigerufen und gepriesen wurde.

Genossenschaftlicher Zusammenschluß übte auch in der Jugendzeit germanischen Christentums desandern Reiz auf das deutsche Gemüt aus. Unter Karl dem Großen waren in Deutschland, vielleicht nach italifchen Dorbll- dem, Gilden (gildoniae) entstanden, die sich zu Schmau- fereien vereinigten und sich gegenseitig wider Feuer- schaden und Derluste durch Schiffbruch versicherten. Die großen kirchlichen Feiern veranlaßten schon damals einen Zufammenlaus bedeutender Menschenmasien in den Städten und waren mit Märkten, Schauspielen, Schwert- tönzen, öffentlicher Speisung der Armen und allen möglichen Lustbarkeiten verbunden. Man darf sich das Dolksleben jener Zeit, wenigstens im Süden und We- sten Deutschlands, als reich und mannigfaltig umstellen.

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Schont den Maulwurf. Er ist im allgemeinen doch ein nützliches Tier. Wo er aber, wie in Gärten, durch Aufroerfen von Hügeln unangenehm wird, fei fol- gendes Mittel, ihn ohne Tötung zu vertreiben, empsoh- [en: Wenn der Maulwurf einen Hügel aufgeworfen hat, ebne man diesen und stecke in die Laufröhre einen mit Petroleum getränkten Lappen, der Geruch vertreibt dann die Tiere. Maulwürfe zu töten, um aus ihnen Pelzwerk herzustellen, ist ein Frevel, der sich, im großen betrieben, an den Feldern bitter rächt.

lieber dis Geschwindigkeit schwimmender Fische konnten bisher nur wenige zuverlässige Beobachtungen angestellt werden. Doch hat Professor Metzger an den Weserlachsen eine solche Feststellung vorgenommen. Diese Fische wandern im Herbst von den Laichplätzen in der Weser stromaufwärts und legen in 24 Stunden etwa 40 Kilometer zurück. Bei einem durch eine Plombe be­zeichneten Lachs wurde ermittelt, daß der Fisch in 82 Stunden 136 Kilometer in der Weser aufwärts ge- schwömmen war.

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Das Pech der Zwillinge. Besucher:Du und dein Bruder ihr seid Zwillinge, nicht wahr, mein Junge?" Ja, aber das ist gar nicht schön, Zwilling zu sein. Wenn der Vater nicht raustriegt, wer von uns etwas angestellt hat, dann haut er jedesmal beide durch."

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