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Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Sladk Fulda.

Nr. 300.

Verantwortlich >ür die Echriktleilunn: Dr. Johannes Kramer. Anreisen! I. P arretier, Iulda. Slotm oneBtucf und Verlas der Snltoci '. dHthtrtiti >n s iilto. J’ufcilied.n Sir» 9.

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Donnerstag, 25. Dezember I924

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51. Zahrg.

DerweihnaPswmichtezpapiter.

Der Papst dankte, indem er zunächst die Glück- kcllegium empfangen, dessen Dekan Kardinal V a- n u t e l l i aus Anlaß des Weihnachtsfestes _eine Glückwunschadresse verlas, in der er u. a. den Wunsch aussprach, daß ein dauerhafter, sicherer Friede wieder in. der Welt einkehren möge- Nicht »er durch bie Derträge festgesetzte, sondern ein Friede, der in den Herzen der Völker wur­zele.

Der Papst dankte, indem er zunächst die Glück­wünsche erwiderte. Im Hinblick auf das Weih­nachtsfest erklärte der Papst: Möge vom Himmel der Ruhm Gottes und der Friede für die Men­schen herabkommen. Möge der Friede ein wah­rer Friede sein, ein Friede von E e i st e r n, die in immer stärkerem Umfange die Wahrheit er­kennen, ein Friede von Herzen, die reines Ge­wissens sind, ein Friede von Herzen, die von gegen­seitiger brüderlicher Liebe in den Beziehungen zwi­schen den einzelnen Bevölkerungsklassen und den Völkern erfüllt sind. Möge es ein Friede des Wil­lens sein in Zustimmung zu dem Willen Gottes! Möge das Heilige Jahr die Morgenröte dieses schönen heiligen Friedens sein, von dem ich wünsche, daß er sich im Reiche Christi vollziehe. Das Zu- fammenströmen so vieler Söhne der Kirche aus allen Teilen der Welt in Rom möge dazu beitragen, der Welt den allgemeinen Frieden wie­derzugeben.

Jm Magdeburger Prozeh, fit dem der Beleidiger des Reichspräsidenten zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt wurde, hat die Begründung des Urteils durch den Vor­sitzenden des Schöffengerichts einiges Aufsehen er­regt. Es heißt nämlich darin, daß die Verurteilung auf Grund des § 185 wegen formeller Beleidigung erfolge, nicht aus § 186 (Verleumdung). Jm straf­rechtlichen Sinne, bei der der politische, histori­sche, oder moralische Standpunkt ausscheide, liege eine landesverräterische Handlung vor. Der Ein­wand, der Nebenkläger habe den Streik im In­teresse der Landesverteidigung abwürgen wollen, würde vom politischen oder historischen Standpunkt aus beachtlich sein. Für die Frage, ob strafrecht­lich der Tatbestand des § 89 erfüllt ist, sei der Einwand ohne Belang. Wenn er nur die Tat als solche wollte, obwohl er sich bewußt war, daß durch sie der Kriegsmacht Nachteile zugefügt werden könn­ten, sei im strafrechtlichen Sinne der Landesverrat gegeben.

Der Generalstaatsanwalt und der Vertreter des Nebenklägers haben, soweit die Verurteilung nicht aus § 186 erfolgt ist, gegen das Urteil Berufung eingelegt.

Nach dem „Acht-Uhr-Abendblatt" wird sich die Berufung des Reichspräsidenten einmal gegen die Argumentation des Landgerichtsdirek­tors Dr. Beversdorf, dann aber auch gegen die Tat­sache richten, daß keine Verurteilung Röt­hardts auf Grund des § 186 (Verleumdung) erfolgt ift Hierin wird ein offenkundiger Rechts­irrtum erblickt.

Rothardtverzichtete auf die Einlegung eines Rechtsmittels.

Bon juristischem Siandpunkt äußert sich Dr. Eycke in dcr „Boss. Zig." u. a. dahin: Höchst be­denklich scheint die Annahme des Genchis, das; es dem Ungeklärten gelungen sei, den Wahrbeilsbeweis dafür zu erbringen, daß der Reichspräsident sich durch seine Teilnahme am Streik des Landesverrats .schuldig gemacht habe. Zunächst fragt man ver­geblich, worum unter diesen Umständen das Gericht bet Beweisaufnahme eine derartige .Ausdehnung gegeben bat. Wenn es der Ansicht war, daß jede Teilnahme am Streik einen Landesverrat dar- jstellt, so konnte es sich die ganze Beweisaufnahme ersparen. Denn das stand von vornherein fest, daß Ebert damals dem Streikkomitee beigetreten ist, und daß er auch zu den Streikenden gesprochen hat. Alle diese Dinge hat der jetzige Reichspräsident nie bestritten. Streitig war nur, welche Tendenz er mit seiner Tätigkeit verfolgt, welche Ziele er zu erreichen gesucht hat. Auf diese feiner« Unterscheidung läßt sich da« Gericht über- Haupt nicht ein. Es begnügt sich mit der trockenen Feststellung, daß jede Teilnahme anz Streik Landes­verrat im Sinne deS § 89 sei. Dieser bedroht mit iZuchibausstrafe jeden Deutschen, der während eines Krieges der Kriegsmacht des Deutschen Reiches Scha­den zufügt. Man braucht aber nur einmal die Frage aufzuwerfen, ob es auch während der hitzig­sten Kriegszeit ein Gericht in Deutschland gegeben hätte, das bereit gewesen wäre, auf Grund des § 89 einen Mann wegen Landesverrats zu verurtei­len, der in die Leitung eines ohne sein Zutun aus­gebrochenen Streiks mit der Absicht eingetreten wäre, möglichst bald eim Verständigung und bannt die Beendigung des Streiks herbeizuführen. Es kann gar keinem Zweifel unterliegen, daß ein Gericht, das damals Recht zu sprechen gehabt hätte, aus der, wie man woljk fügen darf, gerichts­notorischen öffentlichen Tätigkeit des An- Seklagten ohne weiteres den Schluß gezogen hätte, aß hier von einem Landesverrat auch nicht im entferntesten die Rede sein kann.

Das zeigt, wie unzulänglich der Gedankengang des Magdeburger Schöffengerichts ist. Zugleich zeigt es aber auch, wie wenig ein Gerichts­hof seiner Natur nach geeignet ist, über der­artige weitgreifende und verwickelte Vorgänge als letzte Instanz zu fungieren. Sie gehören vvr den Richte rstuhl der Geschichte und nickt vor | den eines Schöffengerichts.

Friede auf Erden.

Weihrrachtsgedanken von Reichskanzler Marx.

Friede auf Erden den Menschen, die guten Willens sind . . . seit jenen hüben Augnsttagen der Jahres 1914, die uns öen Ausbruch des Weltkrieges brachten, der Mill tonen das Leben kostete, des blübenbe Städte und Törser, weile Landstrecken in Wüsten verwandelte, der weitere Millionen von Krüppeln, Witwen und Waisen in allen Ländern zu-iickließ, der ganz Europa an den Rand des 816» giunbeS braiie, die Ordnung scheinbar festgefügter Staaten erschüiierte und Kummer und Elend ihrer Bewohner ins Grenzenlose steigerte — seit jenen Tagen ko nmen die Zweifler und Spöttler mit ihrer Frage: Was kann denn b:e Friedensbotschaft des WeihnachisfesteS den Menschen von heute noch be­deuten, da dar Christentum sich der grausamen Wirklichkeit gegenüber doch so machtlos erwies? —

Sie kann sehr viel bedeuten, wenn diejenigen, die sich Christen nennen, Einst machen mit dem Christentum der Tat, das nicht nur Persönliche Selbsterziehung, sondern auch p attische Anwendung der christlichen Grundsätze im öffentlichen Leben der Nationen und in den Beziehungen zwischen den Nationen verlangt. Wäre das in den letzten Jahr­zehnten geschehen, wir halten nie diese Enifeffelung

der Leidenschaften erleb», die sich in der Schürung des Hasses zwischen den Nationen, in dem Kamps der Klassen und Kaffen offenbarte. Nichts ist ver­derblicher gewesen für die Menschheit von heute als die unchrisiliche Trennung von Politik und Moral, welche die Politik als eine Angelegenheit betrachtet, die jenseits von Gut und Böse steht, die nur das Gesetz des Erfolges kennt, ohne Rücksicht darauf, mit welchen Mitteln er erreicht wird.

Wir muffen — und darin sehe ich die Rettung unseres Vaterlandes, die Rettung Europas, die Rettung unserer Kultur — dem Christentum wieder Geltung im öffentlichen Leben verschaffen, seinem Geist zum Siege verhelfen über den Geist des un­christlichen Materialismus, der heute noch im poli­tischen, wirtschaftlicheu und kulturellen Leben dec Völker vorherrscht. Dann wird auch die geschwun­dene Autorität deS Staates Wiedel kchren und in festerem Boden wurzeln als ehedem; der unsel'ge Klaffenkampf wird dem Wirtschaftsfricden Weichen und die Pölker werden in friedlicher Verständigung die Gegensätze ausgleichen, anstatt zu den Kultur und Leben vernichtenden Waffen zu greifen.

vom Kampfplatz in Albanien.

wbt Paris, 24. Dez. (Tel.) Havas meldet aus Belgrad, aus Albanien eingelroffene Nachrichten bestätigen, daß die Auf ständigen nach mehr­tägigem blutigen Kampfe Skutari und Ales­sia eingenommen haben.

Die MilitarKontrolle.

Eine großzügige Nolenkommissioa in Paris.

wtb Paris, 24. Dez. (Tel.) Die Havas be­richtet, hat die französische Regierung gestern eine Kommission eingesetzt, die sich aus dem pslitischen Direktor im Ministerium des Aeu- ßern, Laroche, dem Justiziar am Quai d'Orsay, Fromageot, und dem Gcneralstabsches Marschall Fachs, General Desticker zufammenfeht. damit diese auf Grund der Feststellung des interalliierten Milikärkomitees in Versailles eine Rote aus- arbeite, die an die deutsche Regierung gesandt werden sott hinsichtlich des vorläufigen E r- gebnifses der General-Inspektion an Deutschland. Ministerpräsident Herriot hat gestern in Anwesenheit des französischen Vertreters der Botschafterkonferenz mit diesem Komitee die Frage eingehend besprochen. Der Entwurf der

Rote soll der Botschaflerkonferen; zugestellt werden. Der Zusammentritt der Konferenz ist nicht auf Freitag, sondern aus S a ms- tag sestgeseht worden.

Der BaHtan und Sorojetrutzland.

Abbruch der Handelsbeziehungen zwischen Belgrad und Moskau.

Wtb Paris. 24. Dez. (Tel.) wie gemeldet wird, hat nach einer vom »Echo de Paris" wieder­gebenen Meldung aus Belgrad der Minister­rat beschlossen, die Handelsbeziehungen mit Sowjetrußland abzubrechen.

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Der Ministerrat in Belgrad hat beschlossen, die kroatische republikanische Bau­ernpartei wegen ihres Beitritts zur dritten Internationale auf Grund des Gesetzes zum Schutze des Staates aufzulösen. Die Verhaf­tung der Parteileitung gilt als unmittelbar bevor­stehend. „

AuS Bukarest meldet die Agentur Orient-Radio• Die Sicke,hciispolizei hat in verschiedenen Städten etwa 400 K ommunisten verhaftet, die zu der mit den Sowjets in Verbindung stehenden tganifatlon gehören.

Das Rheinland 1000 Jahre beim Reich!

Im Jahre 1925 werden tausend Jahre verflossen sein, seit denen das gesamte Rheinland dem Deut­schen Reiche, zugehört.

Die Vorbereitungen für die Ausstellung, die das gesamte Rheinland zur Feier seiner tau­sendjährigen Zugehörigkeit zum deutschen Reiche im nächsten Jahre in Köln veranstalten wird, sind inzwischen zu einem gewissen Abschluß gekommen. Es liegt nunmehr ein vollständiges Programm vor, aus dem sich der Aufbau und die Gliederung ter Ausstellung im einzelnen ergibt So ift beispiels­weise eine große Ausstellung geplant, die in der Zeit vom 1. Mai bis Ende August in Köln statt­finden soll. Besondere Feiern sind daneben vorge­sehen außer in Köln noch in Düsseldo rf, K ob- len z, T r i e r und A a ch e n. Am 21. Juni wird die eigentliche große Tausendjahrfeier im Sieben­gebirge stattfinden.

Eine eigenartige Tragik der Geschichte hat es gefügt, daß die Rheinlande gerade im Zeitpunkte ihres Jubiläums von fremden Truppen besetzt sind, eine Erinnerung für ganz Deutschland, daß dieser Teil im Laufe der Jahrhunderte besonders für die Gesamtheit geopfert und gelitten hat, aber auch eine Mahnung, dieser Lande, die nichts sein wollen als d e u t s ch, und nur deutsch, nicht zu vergessen, und ihnen gerade in ihrem Ju­biläumsjahre besondere Liebe und Zuneigung zu zeigen. Unendlich tief und echt sind ja die Bezieh­ungen, die die Rheinlande mit dem deutschen Vater­lande verbinden, Beziehungen, die nicht erst von heute und gestern stammen, sondern so alt, ja älter sind, als die tausendjährige gemeinschaftliche Ge­schichte. Gerade darin wird sicherlich eine beson­dere bedeutsame Aufaabe der Jahrtausend-Ausstel­lung in Köln (Mai-August) bestehen, daß sie dem Besucher ein klares und eindeutiges Bild von der nationalen, künstlerischen und wirtschaftlichen Zu­sammengehörigkeit der Rheinlande mit dem übrigen Deutschland bietet. Bekanntlich ist im Mittelalter vornehmlich von hier die Besiedelung weiter Strek- ken der Gebiete jenseits der Elbe erfolgt. Und es ist fein Zufall, wenn eine der beiden Städte, aus denen das heutige Berlin zusammengewachsen ist, damals den Namen Köln trug. Nachweisbar be­standen zwischen Köln am Rhein und der gleichen Stadt an der Spree nicht nur Namens-, sondern auch Stammesverwandtschait. Da der Erzbischof von Köln im Mittelalter nr' in Verfall der Wel- senmacht Herzog von W • wurde und blieb und gleichzeitig auch über Li Erzbistum Bremen Jurisdiktionsgewalt hatte, so waren von selbst neben diesen politischen auch künstlerische und wirt­schaftlichen Beziehungen unter diesen Landesteilen die We^r geebnet. So wird es z. B. von beson­

derer Bedeutung sein, die Befruchtung der östlichen Kunst durch die rheinische, die von einer wirtschaft­lichen Durchdringung begleitet wurde, aufzuzeigen. Aus diesem Wege hat sich beispielsweise in ganz Deutschland im Mittelalter das Gewicht von Köln, das kölnische Pfund, und in seinem (Befolge die kölnische Münze eingebürgert. Ohne Zwang wird sich die Darstellung moderner wirtschaftlicher Be­ziehungen den mittelalterlichen, freilich anders ge­artet, anschließen. Es braucht hier ja nur auf die Bedeutung des Gasmotors, der Farbenfabrikation, der Stahlwaren- und Seidenindustrie und anderer Wirtschaftszweige hingewiesen zu werden.

Jm Vordergrund des Interesses wird die staat­liche Entwickelung stehen, die sich im wichtigsten Zeitabschnitt, dem Mittelalter, wesentlich auf stän­dischem Boden vollzog. Um die gewaltige natio­nale Idee des römisch-deutschen Kaisertums mit der Fülle seiner herrlichen Erinnerungen werden sich die Landesherren, insbesondere die Kurfürsten, der Adel, Bürger und Bauern gruppieren. Den Rah­men zu diesen Abteilungen bildet eine Schilderung der geographischen Beschaffenheit des Landes da sie in gewisser Beziehung die Grundlage für die historisch-politische Entwickelung bietet. Einen her­vorragenden Platz wird die kirchliche Kunst mit den wunderbaren Werken besonders der Goldschmiede» arbeit, beanspruchen. Die Kathedralen, die Stifts­kirchen, die Dorf- und Pfarrkirchen, die Klöster nach den einzelnen Orden gegliedert, werden sich dem Auge des Beschauers zeigen, war doch die kirchliche Kunst im Mittelalter gleichbedeutend mit der Kunst überhaupt. Wegen der Reichhaltigkeit des Ma­terials werden 'die mittelalterliche und moderne Malerei sowie die Plastik für sich gesammelt in be­sonderen Räumen ausgestellt. Das gleiche gilt für das Kunstgewerbe, das durch die Ansammlung einer kaum jemals gesehenen Fülle feinster Arbeiten überraschen wird. Ein besonders sarbenprächiiges und schönes Bild werden die Darstellungen des Theaters, des geselligen Lebens, des Spieles und der Jagd bieten. Ein ganz eigenartiges Interesse für den Fachmann wie für den Laien verspricht endlich noch die Abteilung, die die Entwickelung der rheinischen Industrie, des Handels und Verkehrs zur Darstellung bringen wird.

So wird die Ausstellung in Köln im nächsten Jahre neben ihrer großen wissenschaftlichen und kul­turellen Wichtigkeit ganz besonders nationale Bedeutung haben, da sie die Rheinlande als einen integrierenden Bestandteil des großen deutschen Vaterlandes zeigen wird, mit dem es die gemein­same Geschichte, Sprache Wirtschaft und Kultur untrennbar verbindet«

Politischer Mord.

Aus Rom wird genrelbet:

In Mailand hat ein. Bulgare namens Ste- fanoff Dimitrieff den in: einer Bar sitzenden m a - zedonischen Revolulkionsführer Schautest, an­dere nennen ihn Jschauk'ff, ohne ein Wort zu sagen durch fünf Revolveirschüssegstöte». Dcr Täter versuchte dann Selbstmord zu begehen. Er erklärte bei seiner Verhaftung, daß er von dem ma­zedonischen Komitee beauftragt und ausgerüstet worden sei, um Schauteff zu töten, der gemeinsam mit Raditsch eine Bewegung für die Vereini­gung aller Balkornvölker betrieben habe und auf dem Kongreß dieser Bewegung zum ober­sten Führer derselben gewählt worden sei. Der Tä­ter bekannte sich zur bulgarischen Nativ- naliftenpartei und sagte, er betrachte Schau­test als Verräter. Er habe ihn in verschiede­nen Städten Italiens, auch in Rom, gesucht und in Mailand erfahren, daß er sich nach Wien begeben wolle. Am Samstag habe er ihn in Mailand auf dem Domplatze getroffen, ihn aber geschont, um nicht die Passanten zu nerletzen. Er habe mit sei­ner Tat Mazedonien von seinem schlimmsten Feinde befreit. „

Die Neuwahlen in (kappten.

wtb London. 24. Dez. (Tel.) Renker mel dek aus Kairo, die Wahlen für die Wahlmännei werden am 20. Januar; für die Deputierten am 20. Februar stattsinden. Die Wahlen erfolgen nach dem Gesetz vom November 1923. Das vom Par­lament auf die Empfehlung Zaglul Paschas an­genommene Gesetz betceffenb Einführung des direkten Wahlrechts wird also nicht in Kraft gesetzt. 3n einem besonderen Dokument wer­den die Gründe für Liefe Entscheidung bekannt­gegeben.

3n einem Brief an König Fuad, in dem er die Auflösung des ParlavZLnts anregte, sagte der Prä­sident zur Begründung seines Vorschlags, seine erste Sorge sei, sicherzustellen, daß die Aktion Groß­britanniens nicht die Anabhängigkeit des Landes zerstöre. Da et in diesem Punkte sicher sei, habe er die schwierige Ausgabe übernommen, normale Bedienungen mit Großbritannien herzustellen, ohne die nationalen B estrebungen zu prämiieren und die Verfassung zu schädigen. Die Fortdauer der parlamentarischen Debatten werde nur eine Ver­schlimmerung der Lage verursachen und den Weg zur Lösung des Kovislitts versperren: Daher sei die A u f l ö f u n g der Kammer unbedingt not­wendig. .

Die Mrangelflotte.

wtb p a t i 5, 24. Dez. (Tel.) Wie das „Petit Journal" meldet, hat der Sowjetbolschaster Krassin die ftanzösische Regierung davon in Kenntnis ge­setzt, daß am 26. Dezember eine russische Marine­kommission in Biserta eintreffen wird, um die Aus­lieferung der Mrangelflotte entgegen- zunehmen. ________________

Deutscher Reich.

* Der Präsident des evangl. Oberkirchenrales. Am 1. Januar tritt der Präsident des evangelischen Oberkirchenrats, Wirklicher Geheimer Oberkon- sistorialrat M o e l l e r» in den R u h e st a n d. Fast 34 Jahre gehörte Moeller dem evangelischen Ober- kirchenrat an, seit 1904 als Vizepräsident und seit 1919 als Präsident. Aus diesem Anlaß richtete Kultusminister Dr. Bv el i tz ein Schreiben an den Präsidenten Moeller, das seiner verdienstvollen Amtsführung und sekner Mitwirkung an der Pflege vertrauensvoller Beziehungen zwischen Staat und Kirche mit wärmster Anerkennung gedenkt.

äusianö.

* Die Bevölkerung von Parisbeträgt nach der. neuen Zählung einschließlich der Vorstädie 4111690. Davon entfallen auf Paris selbst 2906472. Die Zahl der Fremden wird mit 620 865 angegeben, was sich allerdings nur auf dir längere Zeit dorr wohnenden bezieht. Sie verteilen sich auf: Italiener 113574, Belgier 96 457, Rusten 56 906, Schweizer 53571, Amerikaner 38 623, Snvamerikaner 11754, Spanier 37334, Polen 30506, Deutschland ist mit 4253 vertreten. ~

* Die Tragik der Island-Fischer. Islands! Telepraphenbiiro teilt mit, daß zwei Motor­boote in der Nähe der westlichen Fjorde roabr» schemlich während des Oikans am 16. Dezember untergegangen sind. Tie beiden Booie batten eine Besatzung von 11 bis 12 Mann, die sämtlich er­trunken sind. Im Laufe des Jahres 1924 sind insgesamt 78 rsländische Seeleute er­trunken; im Lause der letzten drei Jahreinsgesamt 220 Seeleute.

* Alkoholtod in Amerika Nack einer Ausstellung der nreinzmischen Fakultät der Chikagoer Uni­versität ist die Zahl der Todesfälle infolge Alkohol- genustes in den letzien drei Jahren um 200 P-o- jent gestiegen. Es wird dies auf die Unkenntnis der Zuber itung von Likören zurückgesuyrt, wobei hochprozentiger Alkohol verwendet wird.

* Der Tod im Beruf. Bei dem Versuche, mit einem Handwagen noch vor dem einfahrenden D- Zug die Gleise zu überschreiten, wurden inGünz- b u r g drei Postbeamte von der Maschine erfaßt und i zu Boden geschleudert. Der Oberpostschafsner Leithe ; erlitt so schwere innere Verletzungen, daß er nach i kurzer Zeit gestorben ift