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j-zi»aHHi.ungZur un|ere Zrauenwelt. I 'rin 299 vom 24. Der. 1924.; j

wer es dir glaubt,

Und

Prozent für ihre Betriebskosten in Abzug bringt.

5

Raucht

Gott sei gedankt, feinem Klub an ehö t.

(Ü! u$ der K. 23.)

dringt.

Man muh sich 311 f:5ffen wissen.

Vater (zu dem

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Ce«cheif;<gy&e

ilhlrrtur ierui u. Lehen |

Ju^en^ Schriften

Klass

Märe - eabGcher

Bi derböcher

Grö sie Auswahl in der Buchhandlung l. OhmiltleF L SommeF, Borgiasstrasse 4.

Aus des Schnees (F Steigt's wie wund? D du gnadenreiche

geschichtsforscher gewiß antworten, wer denn schiiftigung gewesen fei. daß das Kaffeetrinken

höher landeinwärts gedeiht ein prächtiger Kaffee. Europa von wo der Kaffeebaum dann nach den fchiedenften Kolonien verpflanzt wurde finden

die Straße und Na, zum Glück

Und

Wer

putzen fällt mir ein Blumentopf auf gerade einem Herrn auf den Kopf!

war's mein Mann!"

doch ist ganz arm, dein Liebeswort hört.

das erste Kaffeehaus im Jahre 1551 in Konstantinopel, wohin der braune Trank aus dem Wege über Aegypten gekommen war. Deutschland hat den Kaffee wohl aus Frankreich kennen gelernt. 1679 ward m Hamburg, 1694 in Leipzig, 1712 in Stuttgart und 1721 in Berlin das erste Cafe gegründet, und in Brandenburg war das Kasfeetrinken bereits am Hofe des Großen Kurfür­sten beliebt. Friedrich der Große schätzte jedoch den Trank der Levante" nicht. Er suchte den Genuß des Kaffees aber zu einer Einnahmequelle des Staates zu machen, indem er Staatskaffeebrennereien errichtete, die den Kaffee zu enorm hohen Preisen verkauften, und indem tr schließlich den Kaffeehandel überhaupt mono­polisierte. Nur Adel und hohe Beamte erhielten da» Recht, ihren Kaffee selbst zu brennen.

3n oer« mir

!und teilnimmt auch an den kleinen und wie ost, auch großen Sorgen. Eine solche wahre Freundschaft ist be- . glückend und hilft manches leichter ertragen, manches j aber auch noch verschönen und veredeln!

nicht leicht, die Frage zu He­tzer Erfinder dieser edlen Bc- Nicht unwahrscheinlich ist es, aus Abessynien stammt. Dort

gibt es nämlich eine LandschaftKosta", in welcher der Kaffee wild wächst. Auch der an sich unpofsende Name Dohne" ist wahrscheinlich von einem obessynischen Wort Boun" abgeleitet. Es ist jedoch wahrscheinlich, daß man in Abessynien den Kaffee zuerst weniger seines Wohlgeschmackes wegen schätzte, als vielmehr wegen der aufregenden Wirkung, welche den Mönchen das Wach­bleiben bei nächtlichen Gebetsübungen erleichterte. Sehr alt ist auch die Sitte des Kaffeetrinkens in Persien, von wo sie dann nach Arabien gelangte. Hier gemeßt noch heute das Städtchen Mokka einen guten Ruf als die Heimat einer besonders feinen Sorte. Zwar liegt das sonst ganz unbedeutende Oerlchen in einer oben Gegend in der Nähe von Bob el Mandeb; aber etwas

Auf jeden Weihnachtstisch gehören

(Ein Mücksfall. Frau £.:Heute bin ich aber er­schrocken, Frau Nachbarin: Denken Sie. beim Fenster-

schreienden Kind, bas nicht schlastn will):Gollse^cmk das wir nicht >n Grönland leben, wo die Nacht sechs Monate andauert!"

er auch nicht?" |ra. te die Freundin.Nur febr mäßig," war die Antwort,wenn er put ecipeift hat, pjle. t er wohl eine Zigarre zu rauchen, aber ich glaube nicht, daz et cs im Monat auf mehr als zwei Zigarre»

3m Schatten der Weihnacht.

Die Art, wie man Weihnachtsgeschenke aufbauk, ist nicht immer dieselbe gewesen rote heute und ja auch heute eine sehr verschiedene. Gemeinhin stellt man das Bäumchen auf einen weiß gedeckten Tisch und breitet die Gaben darunter aus. Gehören viele Kinder zur Fa­milie, so reicht der Raum nicht hin, man gibt dann jedem Familienglied irgendwo anders einen Platz und baut die Geschenke allerorten im Zimmer auf. In den rei­cheren Kreisen hat sich mehr und mehr die Sitte ein­gebürgert, den Lichterbaum auf den Fußboden zu stellen und so groß zu nehmen, daß er bis zur Decke reicht. Trägt der Baum genügend viel Lichter, dann gibt es allerdings ein glänzendes Bild ab. In diesem Falle werden die Gaben natürlich auf einen oder mehrere Tische verteilt. Im germanischen Norden, besonders in Norwegen, macht mans wieder anders, hier bindet man die Christgaben, soweit dies irgend möglich ist, in die Zweige des Baumes, umfangreiche Geschenke lehnt man unten an den Baum. In früheren Zeiten, als die Weih­nachtsbescherungen aufkamen, trug man die Gaben für jeden einzelnen erst während der Feier in Schüsseln herbei. 1

Der Ursprung des Marzipans ist auf eine Hun­gersnot zurückzuführen. Als im Jahre 1407 überall in Deutschland infolge einer allgemeinen Mißernte große Teuerung herrschte, buk man in Sachsen ganz kleine Brote in der Größe einer Walnuß zum Preise von 3 Pf. Dann stellte man zur Erinnerung an jene Zeit am Mir- kustage reich gewürzte Brötchen her, die man als Marzipan bezeichnete (Marci panis Brot des Mar- kus). Den Brotteig ersetzte man in späteren Jahren durch ein Gemisch aus geriebenen Mandeln, feinem Zucker und Rosenwaffer, die bekanntlich heute noch die Hauptbestandteile des Marzipans sind. Mit der Er­innerung an die Herkunft ging atich die Form verloren. Wir sehen es nicht nur als Brote und Semmeln, fon- dern auch in Gestalt von Würsten, Schweinen, bunt be­malten Früchten usro.

st

Singen

Aus der Welt der Kauen.

f. Süsse mich nicht! Ein heftiger Kampf gegen das Küssen, an dem auch die Behörden teilnehmen, ist seit einiger Zeit im Staate Iowa in Nordamerika entbrannt. Auf Staatskosten sind viele tausende von roten und blauen Bändchen angefertigt und an Kinder verteilt roor- ben, mit dem Aufdruck:Küsse mich nicht". Die Kinder tragen das Band mit Stolz und wehren selbst alle ab, die sie küssen wollen. Der Leiter des Gesundheitsamtes reist im ganzen Land umher und hält Vorträge über die Schädlichkeit des Küssens von wegen der Bakterien. Alle Lehrer haben ihm ihre Beihilfe zugesagt.

f 518 Abkömmlinge!Die stolzeste Mutter der Welt" nennt sich eine Frau Jane Morrig in Jakson Country in Kentucky. Sie feierte jüngst ihren 87. Geburtstag, umgeben von allen ihren 18 Kindern, 128 Enkeln, 325 Urenkeln und 49 Ururenkeln, zusammen 518 Abkömm­lingen. Dazu kam noch eine große Zahl Schwiegersöhne und Schwiegertöchter, sowie Eltern und Eeschrvister von diesen, so daß einFamilienkreis" von 867 Personen versammelt war.

s puppen, welche sprechen und singen! Ein New- yorker Spielzeugfabrikant hat eine Puppe erfunden, die nicht nur sprechen, sondern auch singen kann. Die Hei» nen Damen tragen in ihrem Körper einen noch kleineren Plallen-Phonographen, der durch eine Feder getrieben wird. Durch einen Schliß im Bauche können die Platten ausgeroechselt werden. Der Schall wird mittels einer Röhre durch den Mund geleitet, wodurch die Täuschung sehr vollkommen tst.

f Berliner Ein Kinder-Lhen. Die neuesten Berech­nungen haben die überraschende Tatsache ergeben, daß ein ganzes Viertel der Berliner Ehen Ein-Kmder-Ehen sind. Von 1000 Berlinerinnen waren 135 verheiratet, aber kinderlos, 250 waren verheiratet, hatten aber nur 1 Kind, 150 waren verheiratet und hatten mehr als 1 Kind, 200 waren unverheiratet und waren kinderlos, die übrigen 265 waren uneheliche Mütter.

f Die Zahl der Ehescheidungen in Deutschland ist noch beträchtlich. Auf je 100 000 Einwohner kamen 1922 59,6 Ehescheidungen. Immerhin ist ein kleiner Rück­gang zu verzeichnen. 1921 waren es 63. Für 1923 liegen noch keine statistischen Angaben vor.

f Wer Hal den ersten Kaffee getrunken? Schon in sehr alter Zeit haben sich die Leute, vorab die Frauen, am Kaffeetrinken ergötzt, und es ist für den Kultur-

KNerlei Spenden und Abgaben.

Das Wcihnachtsfest stellt an unser gutes Herz beson­dere Ansprüche. Immerfort wicd man geboten und er­mahnt, mit freiwilligen Gaben da unb borthin nicht zurückzuhalten unb man weiß schon kaum noch, für was unb wen alles gesammelt roirb. Aber man verträgi's mit Eebulb, man gibt gern, beim man weiß, wie not- roenbtg die Spenden sind unb wieviel Segen burch sie geschaffen roirb. Freiwillige Selbstbelastungen gab es schon in alten Zeiten, in einigen Gegenben auf dem Lande kennt man noch heute sogenannte Spendetage, an denen aus Anlaß von größeren Dorf- ober Familien- feftfid)feiten der ärmeren Bevölkerung unb auch des

Gesindes reichlich gedacht roirb. Aus den erst freiwil­ligen Spenden für gute Zwecke, so z. B. auch dem mit­telalterlichenArmenbrot" oderArmen'iück", demBr- tenbrot" usw. haben sich die zwangsweisen Steuern ent­wickelt, die Abgaben, die man zur Förderung allgemei­ner Interessen erhob, teilweise von allem zugleich ober auch nur von solchen, b:e burch eine Einrichtung beson­dere Vorteile hatten. Unsere Wehrsteuer z. B. ist in ähnlicher Weise schon früher einmal bageroeen in bem sogenanntenGemeinen Pfennig", der zur Abwehr der Hussiten und bann der Türken im ganzen Reiche er­hoben, 1505 aber wieder abgeschafft wurde. Die Städte haben schon frühzeitig eigene Abgaben erheben, bas sogenannte Umgeld ober bie Accise, deren Erwäg­nisse hauptsächllch für Befestigimoszwecke, für Umfas­sungsmauern und Gräben und Wälle Verwendung fan» ben. Im Mittelalter verwandelte man die Abgaben teil- weise in feste, allgemeine und regelmäßige Steuern, ge­langte auch sogar zu kombinierten Personal- und Ver­mögenssteuern, und man roirb sich nicht wundern, wenn schon damals von dendrückenden Lasten" die Rebe war, gegen die man heftig zu gelbe zog. Jetzt ist's ja noch viel schlimmer, jetzt haben wir eine Legion von Steuern, und trotz alledem fließen noch reichlich auch freiwillige Spenden.

Die zlatterhaste.

Tu lachst wie die Sonne, Dein Auge ein Stern.

Du wiegst dich m Graffs, Wer säh' dich nicht gern?

Dein Schmeicheln berückt wohl, Dein Kutz, er betört;

Die $tau als Erzieherin.

f Unfertige weihnachisarbeiten. Schneller, als man es sich gedacht, sind die Weihnachtstage herbeigekommen, und so wird wohl gar manche schöne Handarbeit oder Bastelei oder garKunstarbeit" mit unter den Lichter­baum gelegt werden, die noch nicht ganz fertig ist. Da gibts natürlich allerlei Ausreden, und dann heißt es weiter:Aber ich mache sie gleich nach den Fest­tagen fertig, wirklich, ich mache sie fertig!" Je nun, wenn man's nur glauben könnte, wenn man nicht schon feine Erfahrungen hätte!" O, es gibt gewiß fleißige unb geroiffenhafte Kinder; diese werden Wort halten. Aber es gibt auch andere, die eben nicht Wort halten. Man muß manchesmal noch gewaltig lange warten, bis man sich des fertigen Angebindes fo ganz von Her ^n freuen kann. Den vielbeschäftigten Hausfrauen ist fine unfertige Arbeit nicht sehr zu verübeln, aber bei Töch­tern und lieben Kindern sollte man niemals auf die Geduld spekulieren lassen. Als Bater oder Mutter sei man streng in dieser Beziehung. Wer nur alles halb tut unb bann in seinem Willen erlahmt, wer ben Ernst an ber Sache verliert, der bringt es nie recht weit! Unb füglich: jung gewohnt, alt getan! Man bringe sogar auf schleunige Fertigstellung, sintemal Ordnung und Tä­tigkeit Grundpfeiler jeglichen Glückes sind!

f kinberfreuntzschafien werben besonders in der Win­terszeit, in der die Kinber viel daheim im Hause bleiben müssen, schnell und gern geschlossen. Das Kind liebt Geselligkeit mit seinesgleichen. Man soll deshalb seinem Kinde nicht wehren, wenn es sich Verkehr sucht. Es . sucht sich schon von selbst sympathische Gespielen aus. Nur soll man darauf sehen, daß in Charakter und Ge­müt gleichgestimmte Kinder auch wirkliche Freund­schaft schließen und so schon in der Kindheit den Grund legen zu einer Gemeinschaft der Neigung und Liebe, die dauernd bleibt bis in die spätesten Jahre des Lebens

Die Kau als Hausarzt.

f Die Weihnachiskrankheik. Die Weihnachtskrank­heit oder Weihnachtsfeiertagsseuche, wie sie ein aller, erfahrener Arzt nannte, ist im Grunde nichts anderes als, ein akuter Katarrh des Magens, eine Antwort auf die diesem wichtigen Organ aufgenötigten großen Por­tionen von fettem Gänsebraten, Süßigkeiten, Lebkuchen, Stollen und anderem Gebäck. Bier, Wein, Likören, Punsch usw., die nicht sowohl in ihrer disharmonischen Mischung als auch in ihrer anormalen Qualität eine rück­sichtslose Attacke aus die Magenschleimhaut ausführen. Aerztliche Hilfe ift in den meisten Fällen entbehrlich: Man faste nur einige Tage, nehme nur wenige, magere Fleischspeisen zu sich, kein Gebäck, keine Süßigkeiten, keine Nüsie, trinke etwas kalten Tee, ohne Zucker, nehme vom zweiten oder dritten Tage ab täglich bis zur Hei- lung 8 bis 10 Tropfen Salzsäure in einem Weinglas Wasser und halte im übrigen die Magengegend warm.

f. plötzlich aufkrelendes Sodbrennen läßt sich, wenn doppeltkohlensaures Natron nicht gleich zur Hand ist, durch reichlichen Wasjergenuß lindern. Besonders nach­haltig wirkt Soda oder Selterswasser.

f. Lauwarme Vollbäder sind bei Erregungszuständen aller Art zu empfehlen Besonders nützlich erweisen sie sich zur Herbeiführung von Schlaf sowie zur Linderung von Schmerzen und Krampfzuständen. Am besten roirb im allgemeinen eine Temperatur von 35 Grab Celsius, gleich 28 Grab Reaumur vertragen.

Tischfeiern des Alltags.

Erika Menzel schreibt in berGermania":

Kürzlich würbe bie Frage: ob auch bie alleinstehende jrau den Tisch für sich allein decken soll, in größerem -rauenkreise der Gegenstand lebhaftester Erörterung, fir und wider diese würben Meinungen laut, die in- frett verrieten, wie wenig der sorgsam gedeckte Tisch (Hgemeingut weitester Schichten unseres Volkes zu sein cheint. Schließlich brachte die temperamentvoll ge­äußerte Meinung einer Klavierlehrerin alles zum Ver­stimmen, und wie es schien, auch zum tiefen Nachdenken: .Ich bin der Meinung, daß ich mich selbst mißachten, ielbst vor mir erniedrigen würde, wenn ich auf primitive Weise an irgend einer freien Ecke des Küchentisches, >hne Tischtuch und Serviette, ohne gutes Besteck und Befdjirr, jahraus, jahrein meine Mahlzeiten einnehmen sollte. Können auch andere mich schätzen und mir Achtung erweisen, wenn ich mir diese selbst versage? Rein! Deshalb bleibe ich dabei, mir meinen Tisch täg­lich so einladend wie möglich zu decken, zumal uns Ein­samen ohnedies unsere Mahlzeiten trotz sorgsamer Zu­bereitung nicht so gut, wie die in angenehmer Gesell­schaft genossenen zu schmecken pflegen!"

Der sauber und einladend gedeckte Tisch! Das Schmerzenskind ungezählter Familien auch heute noch, trotzdem Wäsche und Seifenmangel längst behoben wur­den. Die Mehrarbeit, derentwillen das Decken des Ti­sches und der Gebrauch der Servietten zumeist unter« Kissen roirb, ach, sie würbe reichlich ausgewogen durch bas größere Wohlbehagen, durch die geradezu festliche Stimmung, die die Familienglieder beim Anblick eines sorgsam gedeckten Tisches erfüllen würde. Schätzen wir doch die Annehmlichkeiten in unserem Leben nicht zu gering, als da sind: Sorgsamkeit, Sauberkeit und Akku­rateste, die jederzeit eindringliche Künder der nimmer­müden Sorge der Hausfrau um das Wohlergehen ihrer Lieben sind. Unwillkürlich werden diese am einladend gedeckten Tische auch der einfach, ja vielfach leicht sogar karg zubereiteten Speise mehr Interests entgegenbringen, wodurch sich selbstredend auch deren Bekömmlichkeit er­höht. Versteht es die Hausfrau zudem noch, sie bem Auge wohlgefällig anzurichten, wozu wahrlich keine Petersisiensträuße, Karotten- unb Rabieschenscheiben, Blü­ten, halbierte ober in Scheiben geschnittene, hartgekochte Eier, eingerollte ©arbeiten, gefärbte Gelees unb alles sonstige Beiwerk der feineren Küche, wohl aber sauber und blank poliertes Geschirr ohne Sprünge und ab­gestoßene Ecken von möglichster Einheitlichkeit seines De­kors gehört, und achtet sie noch darauf, daß das Tisch­tuch immer wieder sorgsam in die alten Brüche gelegt, die Servietten sauber zusammengefaltet oder zusammen­gerollt und der Tischplatz kleiner Kinder durch abwasch­bareSchoner" vor Beschmutzung durch manchmal noch recht ungeschickte Haube sauber gehalten wird, bann ist bie gefürchtete Mehrarbeit, bie vor jeber Mahlzeit nur wenige Minuten beansprucht unb beim Waschen ber Wäsche kaum in Erscheinung tritt, überhaupt nicht in Anrechnung zu bringen. Die ethischen Werte jeboch, bie jebem einzelnen Familiengliebe bei ben täglichen Mahl­zeiten, biefen kleinen, immer roieberkehrenbenFesten bes Alltags" übermittelt werben, finb gar nicht hoch genug zu schätzen, schließen sie boch in bes Wortes wahrster Bebeutung ein Stück Erbenglück in sich em.

Praktische winke.

f Fettflecke in Büchern entfernt man burch gebrannte Magnesia, bie man mit Benzin zu einem Brei anrührt. Damit bestreicht man bie Flecke unb wischt nach einiger Zeit bas inzwischen trocken geworbene weiße Pulver ab. Frische Flecke verschwinben sehr rasch, bei älteren Flecken muß bas Verfahren wiederholt werben.

f. kleine Riste in Möbelstücken kann man mit B>e- nenroachs schnell unb billig ausbessern. Man füllt das Wachs, nachdem es erwärmt wurde, in die Riste und schabt alles Ueberflustige mit einem stumpfen Jnstru- «ent ab, damit die Politur nicht beschädigt roirb. R-ch einigen Tagen reibt man bie ausgebesserten Stellen mit einem Poliertuch schön sauber.

f Weißlackierle Möbel bürfen niemals mit Seifen» wasser gereinigt werben. Am besten nimmt man lau­warmes Master, in bem man auf 5 Liter eine Hand voll Panamaspäne aufgekocht hatte. Die Flüssigkeit muß erst durchgeseiht werden. Gutes Abtrocknen und Nachpolieren mit einem sehr weichen Tuch ist nötig.

f Gummimäniel und alle sonstigen Gegenstände aus Gummi dürfen niemals in sehr kalten Räumen aufbe­wahrt werden, weil sie dann leicht hart und brüchig werden. Zur Erhaltung der Geschmeidigkeit empfiehlt sich öfteres Abreiben mit Salmiakgeist.

f Gummischuhe müflen, damit sie ihren Glanz be­halten, öfters mit Master abgewaschen und nach gründ­lichem Abtrocknen mit Eiweiß abgerieben werden.

f. Das Durchschwitzen von Glacehandschuhen läßt sich leicht vermeiden, wenn man sie vor dem Anziehen jedesmal innen mit etwas Talcum (gemahlenem Speek- stein) einreibt.

heiterer.

© wek!Mein Gälte bat keine ber üblichen männ­lichen Untugenden," erklärte eine glückliche Ehefrau mit triumphierender Miene ihrer Freundin.Er trinkt nicht und verbringt alle feine Adende zu Hause, da er.

Ist bedauernswert.

Du bist nicht das Weib

Für den stillen Herd.

Wohl bist du bestimmt

Für die lärmende Welt;

Du liebst den Flimmer, Das gleißende Geld.

So toll' deine Wege!

Ich liebe die Art,

Die deutsche Mägdlein

Sich züchtig bewahrt,

Fulda. Dr. Franz Engelbert May.

Vie Srau im Beruf.

f Die Jeauenarbeifsbörfe in Rewyork hat in biefem Jahre schon den gewaltigen Umsatz von 8 Millionen Mark erzielt. Man kann sich von dem Segen dieser so­zialen Einrichtung danach einen Begriff machen. Die Exchange for Women Works" ist dasselbe wie unsere Verkaufsstellen für kunstgewerbliche Frauenarbeiten", die in mehreren Großstädten bestehen. In Deutschland freilich kann man sich kaum einen kleinen Laden für den Verkauf derartiger Arbeiten leisten, Berlin ausgenom« men, woselbst ein besonders großer Absatz herrscht In Amerika steht der Frauenarbeitsbörse jedoch ein ganzes vierstöckiges Haus zur Verfügung, das nach den Straßen­seiten wie ein Warenhaus große Schaufenster zeigt. Hier kann man alles und jedes kaufen ober zur Aus­führung in Auftrag geben, was Frauenhand herzustel­len vermag, was gearbeitet wirb, um ber Not bes Le­bens zu steuern. So kann jede Frau, die zu verdienen gezwungen ist oder doch noch einen Nebenverdienst haben muß, ihre künstlerischen Talente oder praktischen Fähig­keiten, auch in Putzmacherei, Schneiderei usro. zu Geld machen. Auf absatzfähige Waren werden auf Wunfch sogar Vorschüsse gezahlt, ebenso werden auf Wunsch Lie­ferungen für Firmen in diskreter Weise vermittelt, was besonders von Damen besserer Kreise dankbar empfun­den roirb. Es ist zu bebauem, daß in Deutschland nichts in ebenso großzügiger Weise vorgenommen wird. Die Börse bietet den Vorteil einer höheren Entlohnung für die aussührenden Damen einerseits und billigere Preise für die kaufenden Damen andrerseits, da die Börse nur

weihnEen.

Von Joseph Freiherr von Eichendorfs.

Markt und Sttaßen stehn verlassen Still erleuchtet jedes Haus;

Sinnend geh' ich durch die Gaffen Alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen Buntes Svielzeug fromm geschmückt, Tausend Kindlein stehn und schauen, Sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Magern Bis hinaus ins freie Feld, Hehres Glänzen, heil'ges Schauern!

Wie fo weit und still die Well!

Sterne hoch die Krelle Offingen,

Mr Welt

Ein Lob Deutschlands. 3n U. S. A. wurde bis­her viermal so viel Holz geschlagen als nachgeforstet wurde, unb bie ständigen Waldbrände drohten gleich­falls, den Holzbestand des Landes allzu stark zu ver­mindern. Jetzt haben die Vereinigten Staaten die Ge­fahr erkannt und beginnen, die bisherigen Wälder auf­zuforsten und neue anzulegen. Auch einzelne Städte sind in dieser Richtung tätig. Ein amerikanisches Blatt, welches diese aufzählt, fügt hinzu:Wer immer in Deutschland weilte, weiß, wie sehr die dortigen Städte ihre Wälder pflegen und wie sehr diese zum Wohlbefin­den ihrer Bewohner beitragen."

Eine zroeieinhalbstündige Leichenrede. In feinem neuen Buch über August den Starken von Sachsen er­wähnt Gurlitt eine Leichenrede, die der Dresdener Hof­prediger Carpzoro am Sarge des Vorgängers August des Starken gehalten hat. Diese Rede tarn Gurlitt so ungeheuerlich lang vor, daß er sich die Mühe gemocht hat, sie mit der Uhr in der Hand vorzufragen, um ihre Länge festzustellen. Es ergab sich habet, daß die Lei­chenrede mindestens zweieinhalb Stunden ge­dauert haben muß. Man sieht, früher hatten die Leute viel, viel Zeit!

Aus der Velllerzunfl. Die Bettler bildeten früher eine förmliche, mit Regeln und Satzungen ver­sehene Zunft, die sogar von ben Behörden anerkannt wurde. Don dem Umfang dieses Bettlerunwcsens gibt ein K ö l n e r Bericht aus dem Jahre 1783 ein anschau­liches Bild. Es heißt darin: Ein Drittel der Einwohner unserer Stadt machen die prvilegierten Bettler aus. Vor jeder Kirche sitzen sie reihenweise auf Stühlen und fol­gen einander in der SInciennität. Stirbt der vorderste, so rückt sein nächster Nachbar nach der strengsten Ord­nung in der Reihe nach, wofern nicht etwa der Ab­lebende seinen Platz seinem Erben vermacht hat. Oft kommt es auch vor. daß die Eltern einen bestimmten Platz vor der Kirchentüre ihren Söhnen oder Töchtern zur Aus­steuer mitgeben, wenn sie heiraten. Die meisten. Bett­ler haben vor mehreren Kirchentüren Plätze inne, die sie wechselweise besuchen, ic nachdem ein Fest in einer Kirche glänzender ist als in der anderen. So können sie also mehrere Erben zugleich bedenken. Andere, die keine festen Sitze oder Plätze haben, ziehen in ganzen Familien umher, pochen un die Fender und sagen:Un­ser sind soundsoviele. Danach gebt uns Brot, Eier unb Schmalz."