Zur Unterhaltung.
ririt'298 vom 23. Des. 1924. \ ; ■__________________________________________•
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Der Abend die unruhig zu fein, daß
die das der das
In
Eine Legende.
Ein müder, trüber Tag ging zur Ruhe, breitete von Osten her dunkle Schleier um haftenden Wolken. Es schien ihm nicht recht
batten und die Felder die letzten, blaffen Strahlen Tages in ihren weißen Falten festhielten.
Zur selbigen Stunde schritten drei Jünglinge schneeigen Hügel gen Osten hinaus. Sie sahen nicht lieblich ernste Ringen des weihen Schnees mit schwarzen Dämmerung, sie wußten nicht, daß heute
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versuchen, den Freund, den Sie erwähnen, aus irgend einem anderen Wege zu retten, als durch die Taiigke'u Ihrer Feder. Sie können sich die Fülle der Sorgen und Aergernisse nicht vorftellen, der Sie entgegengehen, wenn Sie sich dem Schriststellergeschäft zuwenden — unaufhörliche Plackereien und Verstimmungen, die Ihnen das einsame und zurückgezogene Leben, das Sie nach Ihrer Schilderung führen, verbittern werden, und dabei keinerlei Geldgewinn, der Sie je schadlos Halter könnte für den Geistessrieden, den Sie opfern müssen. Ich werde das Manuskript an die Adresse, die Sie be- stimmen, zurücksenden, auf jedem Wege, den Sie wünschen. Lasten Sie mich Sie bitten, zu glauben, daß diese wenigen Worte in vollkommenster Aufrichtigkeit geschrieben werden und durch die Ausdrücke Ihres Brie- fes hervorgerufen sind, den in den gewöhnlichsten Ge- fchäftsausdrücken zu beantworten ich nicht über mich bringen konnte.
Ich verbleibe, gnädige Frau, Ihr treuer Diener Charles Dickens.
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sie nur die finsteren Wolken und die finsteren Schatten. Sie waren fortgegangen von den Häusern der Menschen, denn auf vieler Antlitz mußten sie immer wieder ihre eigene trauernde Seele schauen. Kein Wort sprachen sie miteinander auf dem Wege, kein Ruf aus ihrem Munde brach das Schweigen ringsum. Der eine Gedanke an ihre Armut und Not hielt sie zusammen und führte sie den einen gleichen Pfad.
Eben hatten sie die Höhe erstiegen, da brach einer die Stille- „Glaubst du Konrad, daß je das Glück zu «ns kommen wird?" Unwillig wandte sich dieser um: „Hättest du doch geschwiegen, Friedel, die Stille, die mir so wohl tat, hast du zerstört." Und stumm stapfen die beiden Theo, dem dritten der Freunde nach.
Nach wenigen Minuten blieben sie mit einem Male llehen und horchten auf. Ein Klang wie der Klang der Harfe umwogte sie. Ein Licht leuchtete von ferne auf, es schwebte im Fluge heran und ehe sie gedacht, stand kor ihnen eine Gestalt wie eine Iünglingsgestalt. Weißes Linnen, weißer als der lichte Schnee, goldumsäumt, mit Sternen golden durchwirkt, floß an ihm nieder. Auf dem linken Arme ruhte eine Harfe, die Rechte entlockte ihr himmlisch schöne Weisen. Ueber dem hellen Augenpaar blinkte ein goldener Reif, darin war wie aus funkelndem Diamant eine Schrift: „Glaube." Jetzt öffnete der Himmlische den Mund und sang zu den Harfen- klängen: „Friede den Menschen auf Erden, die guten Willens sind." Dann entfchwand er ihren Augen.
War es ein Traum oder ein Spiel der Phantasie, war es Wirklichkeit? Konrads Blick stand wie gebannt auf der Stelle, wo das Geheimnis aufgeleuchtet, und er sann nach über den Glauben und die friedlichen Menschen. Unentschieden schritt er weiter, zagend folgten die andern.
Bald darauf hörten sie wieder die Harfe und wieder wogte das Lichtmesr von Osten und wieder schwebte darüber eine lichte Gestalt. Grün umwallt ihn ein schimmernd Gewand, auf dem Stirnband aber leuchtete es in grünem Smaragd: „Hoffnung." Und seine Stimme sang zur Harfe: „Friede den Menschen auf Erden, die guten Willens sind." Dann entschwebte auch er gen Osten zurück. Atemlos spähten sie dem in dunkeln Weiten versinkenden Lichte nach, mit heißer Inbrunst lauschten sie den letzten verhallenden Tönen, ob sie denn nicht des Geheimnisses Lösung erführen.
Noch ehe sie reiht wußten wie ihnen geschah, kam neues Licht und neuer Harfenklang näher und näher.
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Dickens über den Schristftellerbernf
Wie Dickens ein Manuskript ablehnle.
Das Schreiben, das vom 29. Januar 1833 datiert ist, stammt aus der Zeit, als Dickens als Redakteur von Bentleys Mifzellany angestevt war und ist an eine Dame, an eine Miß Reynolds gerichtet, die ein Ma- nuskript eingereicht hat. Der Ablehnungsbries lautete: Gnädige Frau — ich habe das Manuskript, das mir zuzuschicken Sie die Güte hatten, gelesen und bedaure sehr, daß ich mich der Arbeit nicht bedienen kann. Sie ist nicht in jenem Komvositionsgesühl geschrieben, die der Miszellenrubrik, die ich herausgebe, entspricht, und es liegt auch nicht in meiner Macht, irgend eine neue Serie von Artikeln gerade jetzt zu beginnen. Ich hoffe, daß diese Mitteilung Sie nicht verletzen wird. Seien tote versichert, daß ich sowohl dar warmherzige frauliche Empfinden, das in Ihrer Erzählung vorwaltet, wie auch die Bortrefflichkeit des Anlasses, der Sie zum Schreiben trieb, vollauf zu würdigen weih.
Wenn ich es wagen darf, Ihnen zu raten, so wurde ich Sie auf das Nachdrücklichste und Ernsteste bitten, zu
Kus aller Welt
— Riecdegeisternng in alter Zeit. Wenn in früheren Zeiten in einem der brauberechtigten Häuser em neues Faß Bier „aufqetan" wurde, dann war das em Ereignis für das Städtchen. Der Hausherr und Drau- berechtigte ritt dann in höchsteigener Person durch die Straßen und kündigte jedem, der es hören wollte, das freudige Ereignis an. Und wem es dann nur irgend um einen guten frischen Schluck zu tun war, der ließ Werkzeug und Arbeit liegen und begab sich m das Haus des Brauers, wo er sicherlich die halbe Burger- fchast antraf. Natürlich pflegte das Faß auch die notigen Ausmaße zu haben, um fo stattlicher Gästezahl den Durst löschen zu können. Der Kaiser Rudolf von Habsburg fall bei einer solchen Dierprobe in Er- furt einmal mit vollem Humpen auf die Straße hin- ausgetreten sein und in aller Oeffentlichkeit laut ver- kündet haben, wie gut das Bier in feinem Humpen war!
auf und winkte Theo freundlich zu. „Das wird dos göttliche Kind fehr freuen," sagte Maria, die Mutter. Konrad wußte, daß nun dis Reihe an ihm war. Traurig senkte er die Augen: „Ich kann dir nichts so Schönes machen, ich habe das nicht gelernt." Er fühlte des Kindleins Blick auf sich ruhen. Wie er sich wieder aufrichtete, kam es ihm vor, als müsse er eine Bitte in des Kindleins Auge lesen. Und freudig rief er aus: „Ja, göttliches Kind, ich will den Menschen Führer sein nach Bethlehem, daß Friede den Menschen werde." Aas der Krippe kam aber ein neues beseligendes Lächeln. Noch einmal beteten sie tiefgebeugt an. Dann hieß sie der Jüngling im Nofengewand auffteben. Die Ture ward ihnen geöffnet. „Kommet bald wieder," sagte der heilige Joseph. Das Kind und die Mutter sandten ihnen noch einen freundlichen Blick zu. „Wir kommen, wir kommen wieder," antworteten sie mit einer Stimme.
Willig folgten sie darauf dem himmlischen Jüngling im Rosenmantel, der sie mit Blitzeseile über die Fernen zur Heimat trug und wieder entschwand. Leichten, freudigen Schrittes ging es ins hsimatlickie Tal hinunter. Friedel rief aus: „Jetzt weiß ich auch, warum heute der weiße Schnee gefallen ist." Die Erde hat nämlich tbr Freudcmkleid anziehen wollen, das beste, weiße Feier- Mgskleid und die Menschen sollen sich mit ihr freuen und glücklich fein." „Siehst du auch die Sterne so hell und fröhlich leuchten. „Ja, Theo, sie stehen ja auch fo hoch da oben, daß sie die ganze Nacht nach Bethlehem Hinsehen können. Und die lieben Engel mit den Harfen und Geigen gehen doch auch heute Nacht an ihnen vorüber, wenn sie vom Himmel zur Erde nieberiteigen. Be- diesen kindlichen Worten der Beiden kam Konrad das Wort in den Sinn: „Wenn ihr nicht wie Kinder werdet, werdet ihr nicht ins Himmelreich eingehen." Und jubelnd kam es dann ftber feine Lippen: „Das ist es, was unser wunderbarer nächtlicher Gang uns sagen will, durch Glauben, Hoffen und Lieben sollen wir Kinder werden und froh fein vor Gott und nicht finster gru- belud durch die Geheimnisse Gottes und der Welt tappen" Bald waren sie nun daheim. Ueberall aber, wo sie Trauer und Sehnsucht fanden, verkündeten sie kindliche Freude und Frieden.
Zaghaft schauten sie empor und sahen einen andern himmlischen Jüngling, in einen feurigroten Rosenmantel gehüllt. Mild und gütig waren feine Züge, tief und fülle feine Augen. Als auch er in feine Harfe griff und fang: „Friede, Friede den Menschen auf Erden", da breitete Friedel die Arme aus und schluchzte: „Guter Enge! hilf uns doch aus unterer Not." Und Konrad fügte feiner Klage hinzu: „Führ uns zu Reichtum und Glück, die wir suchen in Nacht und Schnee." Der Himmlische neigte sich zu ihnen hernieder und zeigte auf sein Diadem. Darin lasen sie in wunderbar aufglühender Schrift das Wort „Liebe". ..Wollt ihr mir folgen," fragte er bann. „So gerne, so gerne," war die Antwort. „Kommt denn mit mir."
Im gleichen Augenblick fühlten sie sich wie in eine wogende Welle getaucht, die sie weit über Berge und Täler emportrage. Und sie fürchteten sich nicht, denn sie konnten einander sich wirklich sehen und auch der gute, strahlende Himmelsbote schwebte vor ihnen her. Nach kurzer Weile drangen ferne Harfentöne zu ihnen herauf. Bald näherten sie sich einer kleinen, unscheinbaren Hütte, aus der offenbar die gedämvften Klänge kamen. Ein weißes, dichtes Schneetuch lag darüber. Weiße, breite Bänder überzogen die Querbalken der ihnen zugewandten Seite. Ein Geftihl heiliger Scheu überkam die drei Freunde, fester faßten sie die Hände. Friedel zögerte, aber da stand die kleine Türe schon einladend offen. Der Engel mit dem weißen, goldumsäumten Gewand und der Engel mit dem grünen Gewand hatten sie geöffnet und begrüßten die Fremdlinge. Bon einem Kindlein in "ber Krippe ging ein zartes Licht aus, das zur Linken eine sitzende Frauengestält. zur Rechten einen auf seinen Stab gestützten Mann erkennen ließ. Sie schauten und sanken allsogleich in Ehrfurcht nieder, denn sie sahen ja das göttliche Kind und seine Mutter und den heiligen Joseph, sie waren ja im Stalle von Bethlehem. Wie konnten sie da wieder beten, wie schmolz die harte Seele, wie glühte sie auf in reiner Siebe, da wo Maria und Joseph und die heiligen Engel weilten. Hier lösten sich alle Geheimnisse ihres Weges, hier senkte sich Frieds und Freude süß und stark in ihr dürstendes Herz. Lange hatten sie fo dagekniet, als Maria die heilige Mutter freudig umschaute und rief: „Das Kindlein ist erwacht." Sogleich begann ein zartes, wiegendes Spiel von Harfen und Geigen und Engelchöre fangen „Friede den Menschen auf Erden". Wer immer beim göttlichen Kinde fein könnte," dachte Konrad in seligem Staunen. Friedel und Theo lauschten und wurden nicht müde, den Glanz und die Schönheit der himmlischen Scharen zu bewundern, sodaß sie fast die sanfte Einladung der Gottesmutter überhörten. „Kommet auch ihr und sehet," sagte , sie. Still erhoben sie sich und traten ganz nahe zur Krippe hin. So arm und klein lag es da, das Kind, das doch Gott war. In ärmlichem Stalle hatte man ihm ein ärmliches Kripplein bereitet und doch lächelte es fo zufrieden und glücklich. Wenn aber fein Auge auf ihrer einem ruhte, da glaubte er alles Glück, aller Friede ergösse sich ohne Ende ihm ins Herz. Wie es Friedel so lieb anfchaute, da konnte er sich nicht mehr halten: „Du bist so gut, o Jesuskind, und ich habe nichts, was dir Freude macht, du weißt aber, ich bin in der Fabrik und da will ich dir ein paar dicke warme Decken machen." „Und ich," fiel Theo ein, ich mache dir eine schöne, neue Wiege von Holz, die ist viel wärmer als eine von Stein. Ich kann das, ich bin Schreiner." Sankt Joseph merkte
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