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Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadt Fulda.

Nr. 298.

tierontuorturo ür die Echriitleitun»: Dr. JobanneS Kramer.

Äuzeigen: I-P arrel!er, Fu!La. Nolal.onsdruck und vertag der

Sulfcott Sd'trhrtJnn w ? mte. Pnrtottd.« 5it. 8.

Wo-flilitfiet «e-ueZvreiS! 1.50 Mk.

Dienste, 23. Derember 1924.

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51. Zahrg.

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Das Ringen um die Kölner Zone.

Die Bedeutung des 10. Januar 1925. — Auch für die Handels- vrrtragsabmachmrgen mit Frankreich.

Der Londoner „O b s e r v e r", ein Blatt mit vernünftigen außenpolitischen Ansichten, schreibt zur Frage der Räumung des Kölner Gebiets: Nach dem deutsch-französischen Kriege haben die deutschen Truppen Frankreich binnen drei Jahren geräumt. Aber nach der französischen These, die leider wieder mit vollem Nachdruck aufgestellt wird, hat die 15- jährige Räumungsfrist überhaupt nochnichtbe- gönnen. Wenn diese These berechtigt ist, war- um soll sie denn überhaupt je beginnen? Wird Deutschland keines ernsten Verzuges überführt, dann bleibt uns dem Buchstaben nach keine Wahl, als entsprechend dem vorgezeichneten Plan zu räu­men. Aber es bestehen praktische Schwierig­keiten. Die Frage der Räumung muß von den Alliierten nach dem Empfang des Berichtes der Kontrollkommission erörtert werden, der nicht vor dem 10. Januar zu erwarten ist. Als Grund für diese Verzögerung nennt Lord Curzon den deut­schen Widerstand gegen die Kontrolle. Man kann aber die gleiche Tatsache auch anders darstellen, in­dem man sagt, daß bei der Ruhrbesetzung die Kon­trolle preisgegeben und nach dieser so gut wie ab­sichtlichen Preisgabe mit Schwierigkeiten wieder ausgenommen wurde. Das ist eine Sache, bei der Deutschland seine Verantwortlichkeit hat, genau wie Großbritannien und Frankreich, erriet bemüht sich, die unkluge Politik seines Vor­gängers zu liquidieren. Es liegt im Interesse des französischen Ansehens und der europäischen Stabi­lität, daß er Erfolg hat. Großbritannien kann nicht zustimmen, auf unbegrenzte Zeit oder unter zwei­deutigen Bedingungen in Köln zu bleiben. Wenn wir aber unter Berücksichtigung dieser Tatsache die Räumung mehr beschleunigen, indem wir bleiben, als indem wir gehen, dann muß Deutschland es sich überlegen, welche Vorteile ihm aus einem Kompromiß erwachsen.

Zur Frage der Räumung der Kölner Zone schreibt der Pariser „Figaro", entweder die Kon­trollkommissionen kämen zu dem Ergebnis» daß Deutschland die Entwaffnungsbestimmungen des Friedensvertrages nicht erfüllt habe, dann werde sich die Frage nach der Ansicht der Alliierten von selbst regeln (die englischen Truppen blieben am Brückenkopf von Köln), oder aber die Kontroll­kommission sei der Ansicht, daß Deutschland die Vorschriften des Friedensvertrages erfüllt habe. In diesem Falle wäre die provisorische Weiter- beseßung der Kölner Zone die Frage, über die man mit den Deutschen verhandeln müsse. In diesem Falle müsse man ihnen als Entschädigung eine raschere Räumung des Ruhr­gebiets versprechen. Nach Ansicht des „Figaro" werden diese Verhandlungen, wenn die Presse sie nicht erschwert, keine unüberwindlichen Schwierig­keiten bereiten. Curzon habe, als er am Donners­tag gesprochen habe, nur den ersten Teil dieser Frage behandelt. Diese Haltung vor der gesetz- aebenden Versammlung sei nur eine höfliche Wei­gerung zu sprechen. Was veranlasse also die deut­schen Blätter anzukündigen, daß die englischen Truppen nicht vor dem Sommer die Kölner Zone räumen würden. Diese Behauptung könne sich gründen auf das, was man schon von dem Bericht der Kontrollkommission wisse, aber, fährt das Blatt fort, man könne auch annehmen, daß iber Bericht nicht entscheidend sei. In diesem Falle müßten die Alliierten sich verständigen und auch mit Deutschland verhandeln. Das wisse Deutsch­land. Diese Verhandlungen wurden im Augenblick vorbereitet. Dieses Manöver dürfe aber die öffentliche Meinung nicht erregen, denn es handele sich hier um die Geschichte eines Verkäufers, der erkläre, nichts verkaufen zu wollen. Deutschland versuche, seine Zustimmung zur Verlängerung der Besetzung der Kölner Zone sich so teuer w i e möglich abhandeln zu lasten.

Die elursichten des deutsch-französi­schen Handelsvertrages.

Das Urteil eines französischen Unktthandlers. — Drostes Interesse an der Einigung. — Die Verbin­dung des Erzes mik dec Sohle.

Der Pariser „'Matin" veröffentlicht Erklä­rungen eines der französischen Unterhändler für den Abschluß des deutsch-französischen Handels­vertrages. In den Erklärungen wird behauptet, daß Frankreich ungenügend vorberei­te t die Verhandlungen mit den deutschen Handels­vertragsdelegierten ausgenommen habe, während die deutschen Delegierten methodisch vorbereitet, in voller Kenntnis der französi­schen Aktionsmittel, die Verhandlungen ausgenom­men hätten. Der rascheAbschlußdes deutsch- englischen Handelsvertrages widerspreche dem nicht, denn England, das sich die Meistbegünstigung Vor­behalten habe, rechne eben darauf, daß Frankreich bei feinen Handelsvertragsoerhandlungen auch sich selbst die größtmöglichsten Vorteile verschaffen werde. Die französischen Unterhändler seien also isoliert und ungenügend bewaff­net auf eine chinesische Mauer gestoßen, nämlich auf den übertriebenen Protektionismus eines Deutschland, das sich sage, um den Dawesplan auszuführen, darf unser Export nichr beschränkt werden und um unsere Währung stabil zu erhalten, ist es notwendig, daß unser Import auf das genaueste Mindestmaß beschränkt wird.

Das sei die Spukulation gewesen, die man vor hchs Wochen bei Beginn der Verhandlungen vor- gejunben habe und so liege sie a u ch h e u t e noch.

Man habe zwar ein bischen die chinesische Mauer ins Wanken gebracht, aber sie sei noch hoch genug, damit kein französisches Produkt sie mit Nutzen überschreiten könne. Die, die sie verteidigten, hät­ten übrigens durch die letzten Reichstags­wahlen eine Verstärkung erhalten. Auf die Frage des Redakteurs des Matins ob die Lage sehr ernst fei, antwortete der französische Unter­händler: Keineswegs, denn es handelt sich nut darum, einige Stunden länger als bis zum 10. Januar auszuhalten. Werde doch Frankreich nach dem 10. Januar auch aus dec Meistbegünstigung Vorteil ziehen können. Frank­reich habe ja dann auch Zeit, feinen Zolltarif zu vervollkommnen und zwar durch die Annahme des jetzt dem Parlament vorliegenden neuen Tarifs. Im allgemeinen, so schloß der französische Unter- Händler, der als einer der bestunterrichteten bezeich­net wird, müsse man bedenken, daß Deutsch­land und Frankreich ein großes In- teresseanderEinigung hätten, wenn man auch davon noch weit entfernt fei. Uebrigens dürfe man auch die Verbindung des Erzes mit der Kohls nicht vergessen.

Em französisches Dementi.

Die französische Regierung stellt Auskauschpläne über Saarlouis in Abrede.

wtb Paris, 22. Dez. (Id.) Der „Hlafln“ schreibt zu dem Gerücht, Frankreich habe die sofor­tige Rückgabe der Saargruben und die sofortige Wiedereinsetzung der deutschen Verwaltung im Saargebict angeboten gegen die politische Abtretung der Stadt Saarlouis und sieben Vürgermeistereieu: »Dir sind autorisiert, diese saarländische Be­hauptung zu dementieren. Die franzö­sische Regierung hak weder das Angebot, um das es sich handelt, noch ein anderes über das Saar­gebiet je gemacht. Was den Protest der Stadt Saarlouis anlangt so Hal man am Quai d' Orsay (französisches Auswärtiges Amt in Paris) keine Kenntnis davon."

Scharfer Angriff auf Herriot.

Eine Rede des früheren ftriegsmlnisters Rlaginot in Spinat•

wtb Paris, 22. Dez. (Id.) In Spinal fand gestern eine Kundgebung der nationalrepublikani­schen Liga gegen die Politik des Karlells der Lin­ken stakt, bei der der ehemalige ftri egsmini- fter 211 a g i n o f als Hauptredner auftrat und eine schar fe AnklageredegegendiePo- litik Herriots hielt Er warf dieser Politik vor, daß sie das Ruhrpfand verschandelt und die Sicherheit Frankreichs kompromittiert habe. Die Trikolore habe nicht nur an den Ufern des Rheins geflattert, syndern auch an den Mauern der Stadt Essen. Die rote Fahne habe sich frei in den Straßen von Paris als vorboke baldiger revolutionärer Mobilisierung unter den wohlwol­lenden Augen einer Regierung der Schwäche ge­zeigt. Die Amnestie der jetzigen Regierung sei eine Art Revanche derer, die während des Krieges ihre Pflicht nicht getan hätten. Auch gegen den Pakt v o n G e n f, der Frankreich als einzige Großmacht unterzeichnet habe, wandle sich dec Redner. Er könne die Sicherheit Frankreichs nicht garantieren, auch die Anerkennung der Sowjekegierung ohne Garantie für die Sicherheit der Inhaber der russi­schen Renken müsse bekämpft werden, das einzige Ergebnis dieser Anerkennung sd, daß im Mittel­punkt von Paris eine Sowjekbokschask geschaffen worden sei, die nunmehr die Verbindung zwischen den sranzösischen ftommunisten und den Bolsche­wisten von Rußland herstelle. Es sei nicht nötig gewesen, du derartiges Zentrum revolutionärer Agitation und Propaganda zu schaffen, dagegen schlage die Regierung des Blocks der Linken dem Parlament die Aufhebung der Botschaft beim Vatikan vor. Sie sei eine Maßnahme, die gegen alle Interessen der französischen Außen- polilik verstoße und die in Wirklichkeit nur als ein Aki der Provokation gegenüber einem wesentlichen Teil der französischen Staatsbürger äufgesaßk wer­den tönhe. Die jetzige Regierung regiere nur durch die Sozialisten. Die Autorität sei nicht mehr in den Händen der Ministerien, sie gehe an Organisa­tionen und Gruppen über, die keine Verantwortung trügen. Das Regime der Gruppen und ftomitces herrsche, das entweder zur Revolution oder zur Diktatur führen müsse.

* Herriots Genesung. Nach dem letzten aukge- gebenett ärztlichen Beti'cht nimmt die Bei eruttg im Befinden Herriots weiier zu. Der Patent hat eine sehr ruhige Nacht vetbrachk.

* Rumän en und Frankreich. Wie der Julran- figeant an8 Cherbourg meldet, i>t dort der Chef der rumänischen Marine, Admiral 'Skodreo, rin- getrosten, um gemäß dem Abkommen der Kl inen Entente in Frankreich den französischen U Boot- unb neue» S'ughafe» zu besuchen.

Das Fiasko des Faszismus

Mussolini fühlt sich zn einer Wahlreform gedrängt.

Am Samstag hat, wie aus Rom gemeldet wird, der Führer der italienischen Faszisten, Mussolini, in der Kammer unerwarteterweise einen Gesetz­entwurf zur Abänderung des Wahl­rechts eingebracht. Die Verlegung dieses Ent­wurfs hat in parlamentarischen Kreisen einen leb­haften Eindruck hervorgerufen. Diese unerwartete Maßnahme wird als Mittel gedeutet, um verfas­sungsmäßig aus den Schwierigkeiten der parlamentarischen Lage h erauszukom- men. Auf den Vorschlag Mussolinis werden die Kammern den Gesetzentwurf am 3. Januar 1925 prüfen.

Die von Mussolini eingebrachte Wahlreform- vorlage schlägt die Rückkehr zum Einmän- nerwahlkreissystem vor, sodaß in Zukunft in jedem Wahlkreis nur ein einziger Abgeordneter gewählt wird. Wer die meisten Stimmen erhält, ist gewählt. Die Zahl der Abgeordneten wird von 535 auf 550 erhöht, denn auf je 70 000 Wähler soll ein Abgeordneter kommen. Der Wahlmodus sieht ein geschlossenes Wahlkouvert vor, sodaß das Wahlgeheimnis gewahrt bleibt. Dis Wah- len werden im MSrz o der April erwar­tet. Die Diskussion über diese Wahlvorlage soll bereits am Nachmittag des 3. Januar stattfinden. Kaum hatten sich die Abgeordneten von ihrer ersten Ueberraschung erholt, bemächtigte sich ihrer eine ge­waltige Erregung. Sie verließen ihre Sitze, um­

ringten Giolitti und Salandra und waren nicht mehr zu bewegen, die Diskussion über ben Finanz­etat fortzusetzen. In politischen Kreisen hat maq den Eindruck, daß Mussolini sich auf den Stand­punkt der Normalisation stellt, daß er eine wirksame Ablenkung von der jüngsten politischen Vergangen­heit schaffen, sich der Heißsporne in seiner eigenen Partei entledigen und endlich die Sog ialisten und Popolari zwingen will, wiederinderKammerzu erscheinen.

Die Opposition zur Wahlvorlage.

wtb Rom, 22. Dez. (Tel.) Eine Entschlie­ßung des Ausschusses der vereinigten Opposition zur Wahlvorlage Mussolinis besagt, die Totlage sei ein Ablenkungsversuch der Regierung, die un-ähig sei, die von ihr geschaffene Verantwor­tung ferner zu tragen und bestätige nur die Auf­fassung der Opposition, daß die geaenmörtlge Kam­mer illegitim sei. aber die Ovposikion könne nicht zugeben, daß unter dem f a? z i st i s ch e n Regime Reuwahlen rorgenommen würden, weil diese Re­gierung und die Freiheit zwei unveränderte Dinge seien. Ihre Haltung kenne daher durch diese Wahl­vorlage nicht beeinflußt werden. Dann protestiert der Ausschuß gegen den Versuch der Regierung, sich selbst Amnestie für ihre Vergehen zu erfdfen.

Der Kampf in Nordafrika.

Die Spanier melden einen Sieg über die Riffleute, yvtb Paris, 22. Dez. (Tel.) Die eine Nach­richtenagentur aus Tanger meldet, wurde bekannt, daß die Spanier über die Anschera-Stämme einen großen Sieg davongekragen haben. Die Spanier hätten Arkazar-Seguir, das kürzlich von den Risfleulen genommen wurde, wieder er­obert ______

Türkische Marineplane.

wtb London. 22. Dez. (Id) Rach einer Meldung des «Daily Telegraph" aus Konstanti­nopel hat der Ausschuß für die nationale Vertei­digung einen Gesetzentwurf betreffend die Bildung eines Marineministeriums vorbereitet.

Schürer des albanischen Aufstandes.

Zu dem Appell der albanischen Regie­rung an öen Völkerbund wegen der angeblichen Anteilnahme der jugoslawischen Regie­rung an der Ausstandsbetoemng in Albanien be­merkt die ossiziösc Agenzia di Roma, diese Anklagen hätten eine gewisse Ueberraschung in der italienischen Okffentlichkeit beiborgerufen und erforderten eine bestimmte beruhigende Antwort von jugoslawischer Seite. In diplomatischen Kreisen glaube man, daß eine solche Antwort nicht länger ve>zögert werden könne., _________________

Erich Mühsam, der Münchener Kommunist und Schriftsteller,.der jetzt ans der Festungshaft entlassen worden ist, will sich nach Rnßlanv begeben. Er ist bekanntlich „Ehrenko al." dec roten Armee. Vorläufig ist er in Berlin eingeh offen und zwar am Sonntag abend auf dem Anhalter Bahnhof. Ec wurde dort von seinen Parteifreunden und der kommunistischen Jugend begrüßt. Ter Zuzug drohte in Verbindung mit dem außerordentlichen Verkehr des Publikums auf dem Potsdamer Platz aus Anlaß des Weihnachts- Marktes zu ernsten Verkehrsstörungen zu führen, sodaß die Polizei meh'fach eingreifen mußte. Es erfolgten einzelne Sistierungen.

Die Zukunft -er deutschen Luftschiffahrt.

In mehreren Zeitungen ist gemeldet worden daß bis zum 31. Dezember die Entscheidung über die Beschränliing der deutschen Luftfahrt durch die alliierten und astoziierten Mächte getroffm fein müßte, da dann die dem Auslande für den Flug­verkehr über Deutschland gewährten Konzessionen abliefen.

Wie uns von unterrichteter Seite hierzu mit­geteilt wird, ist diese Melo.,ng in dieser Form irreführend. Es best.hen lediglich Vereinbarungen m t der englischen Regierung, die bisher jeweils auf ein Vierteljahr verlängert wurden und deren letzte Verläugening am 31. Dezember obläuft. Ter deutsch, englische Verkehr Berlin London wird jedock, tote schon bekannt gegeben, an diesem Tage bereits aus meteoro'ogischen und sinanziellen Grüncen ein­gestellt. Ter Luitvetkehr zwischen Deutschland und änderen Staaten, z. B. mit der Schwe-z und Holland, vollzieht sich auf Grund von Verträgen oder Bereinbarunaen, deren Ablauf mit dem 31. Dezbr. nich s zu tun hat. ES ist selbstverständlich, daß, wie b sher, io auch in Zukunft über D utschland nur Flugzeuge, auch der ausländischen Vertragsuaaten, verkehren dürfe ', die den deutschen Baubeschränkungeu enlsp.echen. 'Zutreffend ist, daß die Frage dec Deuischlard auserlegten Baude chränkungen .zur Z it von der Votschafterkonferenz rn Paris eiöueit wird. Von dem Ergebnis b.c-ier Erörte­rungen wi d es ab längen, ob dec Internat onale Luftv rkehr in dem kommenden Ja re von den ihm 1 bisher aiiadegten Fesseln frei jem werd.

Japan unö Zowjetrutzland.

Abmachung über die Oelfelder Rord-Sachaltns.

wtb London, 22. Dez. (Id.) Der diploma­tische Berichterstatter des «Tally Telegraph" mel­det, er habe gehört, daß der Abschluß eines A b - kommens zwischen Japan und Sowjet» r u ß l a n d bcrorstehe, das einen sehr weitgehenden Charakter habe. Darin werde bestimmt, daß 3 a- p a n auf feine territorialen Ansprüche verzichte, aber von der Sowj-trcgiernng eine langfristige ftonzession für die Ausbeulung der dortigen O e l f e l d e r erlangt, die für die japanische ftriegs-

Vuchanan f.

Aus London kommt die Meldung, daß dort der ehemalige englische Botschafter in Petersburg, George Buchanan, gestorben ist. ‘

Sir Buchanan hat während des Weltkrieges eine bedeutsame Rolle gespielt. Er batte anfangs feiner Tätigkeit in Petersburg, die 1910 begann, zwar nicht zum Kriege gedrängt, fühlte sich aber, als der Krieg ausgebrochen war, verpflichtet, die Kriegs- stimmung in Rußland zu erhalten. Seine Eegen- arbeit ge'acn die Friedensregungen in Rußland, die von dem'Ministerium Stürmer verkörpert wurden, führte, über die britischen Wünsche hmaus, zur Kerenskl-Revolution und bann zum Bolsche. wismus. Zuletzt war Buchanan britischer Bot- schafter in Rom.________ _________

* Maltzans Ernennung. Die Ernennung des Siaalssekreiärs im Ausvärtigen Amt von Malyan zum Botschafter in Wachington wird jetzt amtlich bestätigt. Mtnisterialdirek or v. Schubert hat die Geschäfte des Staatssekre a>s übernommen.

Vie Eröffnung der Missionsaustellung in Hom.

Die Eröffnung der Missionsausstellung in Rom fand am 20. Dezember statt. Die Gäste wurden van dem Vorsitzenden des Ausstellungasusschusses, Monsig nore Marchetti Selvaggiani, begrüßt und zur Besichti­gung der Pavillons eingeladen, die auf einem Raum von' über 600 Quadratmeter Gegenstände aller Art ber­gen, die sich auf die G e s ch i ch t e d e r k a t h o l l s che n Missionen in allen Teilen der Welt von den An­fängen bis auf die Gegenwart beziehen. Die religiösen Orden, darunter die Jesuiten, die Franziskaner, die Lazaristen, die Dominikaner, die Augustiner, die As- stimptionlsten, die Karmeliter, die Salesianer, die Meisten Väter und viele andere haben Reliquien ber_ Märtyrer, Erinnerungen an ihre Missionstätigkeit, berühmte Sta­tuen, Gemälde u. a. m. entsandt. Der von den katholr- schen Missionaren Asiens, Afrikas, Amerikas und Austra- liens organisierte Teil der Ausstellung bietet besonders hinsichtlich der e t h n o g r a p h i f ch e n W t f s e n s ch a st ein außerordentliches Interesse und gibt einen lleberblick über das ungeheure Werk, das die katholischen Mifiw- nare durch Erbauung von Kirchen, Hospizen, Schulen, Krankenhäusern und anderen Erziehungs- und Arbeits­instituten sowie durch ihre den Armen und Kranken ge­spendete Hilfe geleistet haben.

Der Eröffnung der Ausstellung wohnte der Hel lige Later, umgeben von 24 Kardinalen, bei. Der Präsident des Generalkomitees, Kardinal van bloss um, hielt hierbei eine Ansprache. Der Papst antwortete unk würdigte das Werk der Missionare, die überall, feibft in den entferntesten Teilen der Welt, die chrislliche Eesitmnz und christlimen Glauben verbreiten. Die Aufstellung werde am Vorabend des Weihnachtsfelles des Helltgen Jahres eröffnet. So würden die Scharen derer, öte nach Rom kommen, sich ein Bild von der Mission machen können. Zum Schluß ermahnte der Papst die Gläubigen, den Missionaren mitGebeten zurSeitezu stehen, erteilte den päpstlichen Segen, besichtigte hieraus öte Ausstellung und beglückwünschte ihre Veranstalter und Aussteller. ____________________

* Bestrafte Rück tchtstosizkeit. Der 22 jährige Krastwagenführec Otto Müller in Berlin, der tm September an der Straßenbahnhaltestelle am Hohen- zollerndamm ein Tienstmädchen überfahren im) sich um die Schwerverletzte nicht gekümmelt hatte, tst zu, drei Jahren und neun Vionaten Gefängnis ceruueilt worden,