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Amtlicher Anzeiger für den Kreis und die Silldf Fulda.

51. Zahrg

San« star, 20. Dezember 1924-

Nr. 296

9 Da9Gleiche ist zu snqen von den Derhondlungen, die die deutschen Vertreter gegenwärtig mit Italien führen. Auch hier sind die beiderseitigen wirtschaftlichen Jnteresien so eng miteinander, ver­knüpft, daß man erwarten kann, daß es zu einem Einvernehmen kommt.

Zwischen Deutschland und den V e r e i n r g t en Staaten besteht gegenwärtig ein provisorisches Vertragsverhältnis. Die mit Amerika eingeleite- ten Verhandlungen bezwecken nunmehr auch eine definitive Festlegung von Handelsvertragsabma- chungcn. Die Vorarbeiten hierfür sind geleistet. Jetzt steht die Entscheidung noch beim amerikani­schen Senat. Die Entscheidung darüber wird eben­falls für die ersten Tage des neuen Jahres zu erwarten sein. ' u. . u

* Neues Todesurteil. TaS Sck-Wurgerichl in Frankfurt an der Oder verurteilte den Schiffs- Heizer Bela Boidelly aus Budapest, der den 72* rigen Hosbe,itzer Paschko in Hopp galten in Oi- obet 1922 ermordet und beraubt hotte, rum Tvve.

Der Stand der Handelsvertrags« Verhandlungen.

Das Utieil im Haarmann-Prozetz.

Zwei Todesurteile.

wtb. Hannover, 19. Dez. (Telj mann ist wegen Mordes in 24 Stillen Tode, Grans wegen Anstiftung zum Morde in einem Falle zum Tode «nd «egen Beihilfe zum Morde zu TZ Jahren Zuchthaus vseurteilt worden.

Reichskanzler Dr. Marx besprach im Laufe des . Donnerstag mit den Parteiführern die sich bieten- | öen Möglichkeiten einer Regierungsbildung. Die Verhandlungen haben zu keinem positiven Ergebnis geführt, da sämtliche Frakt.onen aus den von ihnen gefaßten Beschlüssen bestanden. Der Reichskanzler wird dem Reichspräsidenlen über das , Ergebnis feiner Bemühungen am Freitag vormn- | tag berichten. , , >

Die Sozialdemokratische R-ichstagssraktwn hat , inzwischen einen Beschluß gefaßt, in dem ste Sie Wiederherstellung der Weimarer Koalition fordert. Dazu bemerkt derVor­wärts": Die drei Parteien Zentrum, Demokraten vnd Sozialdemokraten stellen zusammen zahlen­mäßig die stärkste Kombination dar, die nach dem Scheitern des Bürgerblocks auf der einen Seite und der großen Koalition auf der anderen Seite noch möglich fei. Mit 232 Mann stände die Weimarer Koalition gegen die höchstenfalls 216 Mann der Rechten. Aus eigener Kraft könne die Rechte eine solche Regierung nicht stürzen. Sie könne das nur mit Hi'lse der Kommunisten.

DasBerl. Tageblatt" erklärt zu dem sozial­demokratischen Vorschlag: Auch, wir würden es unter den gegebenen Verhältnissen als das Er­strebenswerteste erachten. Aber wir verschließen ^icht die Augen davor, daß es sich dabei um einen Klock handelt, der zahlenmäßig nur eine Minder­heit des Parlaments ausmacht.

DieGermania" bezeichnet dagegen die Weimarer Koalition nicht nur ziffernmäßig, M-

vie letzte Meldung.

web B e r t i n, 19. Dez. (Tel.) Der Reichskanzler Dr. Marx berichleke heule vormillag dem Reichs- prSsidenksn über die gestrigen Besprechungen mit den Parteiführern, die ergeben haben, daß die Fraktionen an ihren Beschlüssen fesihalien und da­her zurzeit die Bildung einer Mehrheitsregie- ruug unmöglich erscheine.

Der Reichspräsident und der Reichskanzler ka- meu bei dieser Sachlage überein, daß die R e u b i l- dung der Regierung bis tut) vor den Zusammentritt des Reichstages hin­ausgeschoben wird. Das bisherige Kabinett wird bis dahin die Geschäfte weiterführen. Der Reichskanzler wird im Laufe des Tages in einer Sitzung des Reichsmimfieriums die Lage besprechen.

Kurland.

Mussolini als Schlichter. Der Streik der faschistischen Steinarbeiter in Garrara wurde tn» folge periönltdjer Jntetventwn Mussolinis beigelegt. Die Jndustnellen haben eine lOprozen tige Löhner bäh ung bereinigt und einen Betrag von einer Million Lite für die Gründung einer Konsu m or gai i at ion der Arbeiter verlegt.

Japan und Amer ka. Das amerikanische Staatspartement teilt die Ernennung Matsudanas zum japanischen Botscbaster in Washing­ton mit und begrüßt die Ernennung ais wetteren Schritt zur Festigung der freundschaftlichen Bezieh­ungen zwischen Japan und den bereinigten Staaten.

Nach einer Reittermeldung erklärte Lord Curzon im Oberdaufe, der Bericht der JnteraUierten

Militärkontrollkommission fei mch. vor d-m 10. Januar zu erwarten, da er durch ote beständige und andauernde Obstiuknon seitens Deutschlands während der letzten zwei Jane ver­zögert wurde- Sobald der Bericht etngegangett sei, würden die Alliierten in die Prüfung der Frage der Räumung der Kölner Zone eintreten.

Halbamtlich wird dazu bemerkt: Die Behauptung Lord Curzons, daß dir verspürte Borieguag bej Berichts der J.M.K.K. auf die beständige und an- dauernde Lbstruk. an Deutschlands in den letzten zwei Iahten zurückmführen sei, i!t durchaus u n- verständlich. Allerdings wurden die Kontral- be uche während der Dauer der rechtswidrigen Be- tetzung des Ruhigebietes und die dadurch geschaffene Lage eingestell', aber sowohl vor der ^ünbesetzung wie nach der Aufgabe des patswen Widerstandes wurde der Kontrolltätigkeit der Alliierten in 4.ent.cb- land seitens der amtlichen deutschen stellen keiner- lei Hindernisse in den Weg gelegt. Als Be­weis dafür kann angeführt werden, daß die JMK.K. seit Beginn der Generalimpekuon über 1700 Kon troll bei uche, abgesehen von emem belang- I io en Zwischenfall reibungslos Has durchfuhren köunem Es kann kein Zweifel darüber begehen daß die Abrüstung Deutschlands durchgesuhrt t|t. Wenn belanglose Kleinigkeiten zum Vorwand ge« kommen werden würden, um die Hinaus|chiebung der Räumung der Kölner Zone zu begründen, so wäre da« ein Beweis dafür, daß auf der alliirrten Seite Kräfte vorhanden sind, die die Militär- kontrolle zu politischen Zielen mißbrauchen

I wollen.

lieber wichtige Besprechungen zwischen den I Ententestaatsmännern wird folgendes berichtet.

Kundgebung , des Rheinischen Zentrums.

Tie in Köln tagende Parteikonferenz der rheinischen Zentrumspartei sprach der Reichstagsfraktlon in einer einstimmig gefa^en Entschließuna rd.cn an k und ihre Anerkennung für die Raschheit, Klarheit und Ent ckicdenheit ihrer Stellungnahme zur ,zrage der Regierungsbildung aus. D'e .hetntsche Zentr.ims- Partei schöpfe daraus die Zuversicht, daß die bisher ge gerade Linie der Außen -und ^nne»Polin, des Reichskanzlers Marx vonl der neu- gewählten Zeutrumssrakuon folgerlchtigwetter- geführt werde. .

Zn einem T kegramm spricht das rbeinl che ZelNlttm fe'itet dem Reichskanzler Marx inr lerne konsequente, klare Siellungnahme m und nach d m Wahltc.mps sowie snr die folgerichtige u .d eeio.g- reiche Führung der Junen- uns AußenponUk seinen tiefen beglichen Dank ans.

besetzten Gebiete.

wtb Paris, 19. De;. (Tel.) DerBellt pa- risien" schreibt zu dec gestrigen Erklärung Lord Curzons im englischen Oberhaus: 3n der Unter rebung, die herriot und Chamberlain m Paris hatten, ist die Frage der Räumung der Kölner Zone besprochen worden. 3n diesem Augenblick scheine cs wahrscheinlich, daß nach den Teilberichten der SonkroMommMron d e r Zeitpuaktder Räumung der Kölner Zone hinausgeschoben werden müsse. Die bei- den Staatsmänner sind übereingelomm-n. daß m diesem Falle es am besten wäre, die Räumung der Kölner Zone mit der Räumung des Ruhrgebiets durch die französischen und belgischen Truppen Zu­sammenfällen zu lassen. Das ist die Entscheidung,! die jedenfalls die französische, englische unb be - gische Regierung treffen werden, wenn d.e Bot- scha-terkonferenz nach der Milikärkommifston und nach dem rNilitarkomitee ihre Ansicht über die Entwaffnung Deutschlands kundgeben werde.

Rach demPetit parificn" wird alsdann zu bestimmen sein, welchen Teil des Rheinlandes die englischen und belgischen Truppen besehen wollen. Die Engländer haben die Absicht ausgespro­chen, den Bezirk von Koblenz zu besehen. Aus Gründen technischer Ordnung und moralischen Gründen, denn Koblenz sei der Sih der Rhein- landkommission, würde man französffcherseits es vorzieiren, wenn

das englische und belgische ftonfmgenl In einem anderen Sektor, wie derPetit parisixn zu wissen glaubt, . , ,

oberhalb des Brückenkopfs Mainz unkergebracht werden. ,

Deutscher Reich.

* Erweiterung der Reichsbahn. Zwischen der Deutschen Reichsbahngesellschasl und der holl an. dischen Eisenbabnaeffllschcift Almedo in Salzbergen ist, wie dieBoss. Zig." berichtet, e.n Abkommen getroffen worden, wonach der auf deutichem -öo-en btfiiiditche Teil der bolländi'chen Gesellschafl vom 1< Zctnnar 1925 ab auf die Reichsbahncie|elbchaft zu einem Kaufpreis von 1 250 000 Gulden übe'gebt. . .

» Der preußische Minister des Innern Scverrng ist nach einer Blättermeldung zu einer mehrtägigen Befuchsreise, die dem RegierungsbezirkWieK baden gilt, in Wiesbaden einßetioffen. In einer Konferenz mit der Wiesbadener Rigieiung dankt, der Minister allen Beamien für den festen Wioec- stand gegen den Separatismus, der trotz auet Wiedeibelebungsversuche als endgültig erledigt au» zusehen sei. ______

= Hinrichtung. In Erfurt wurde auf den, Hof des Lansgerlchtsgefängnisses, bei Landwirt Eis­feld aus Ringleben am Kyffgailfer, der seine Ehe« stau etroürgt und ins Waffen gcworien hatte und vom Ersu-ter Schwurgericht zum Tode verurteilt worden war, durch den Scharfiich.er Grosfe aus Breslau hingerichtet.

Veut'chland und -ec Völkerbund.

Ans Berlin wi.d gemeldet:

Tie in dem Lölkerbundsrat vertretenen Regie» runqen, denen seinerzeit das deutsche Rtenwransum über den Eintritt Tcutschlands in den Bo!te> bund mitgeleilt worden ist, haben darauf nun mehr samt- lich geantwortet. Da diele Antwoiten furetnen der wichtigsten Punkte des Memorandums, nämlich für die Frage der Beteiligung Teut-chlands an kriegerischen Zwangsmaßnahmen des Völkerbundes, noch keinerlei Klärung brachten, verlangte die Reichs- regierunq weitere Auischlüsse über dreien Punkt. Zu diesem Zweck hat sie das Problem in einer Role an den Bölkerbrrnd Hnrgelent, die zugleich den Regierungen der Ra.swächte miigeteili wird. Aiemorandum und Note werden demnächst der- offen ilicht.

Die Gefahr in Marokko.

Paris, 19. Dez. (2eL) wie dasJour­nal" aus Madrid meldet, hatte der stellvertretende Vorsitzende des Direktoriums vorgestern eint längere Unterredung mit dem eng- lifcheuDotfchafter. Man habe sich mit bei Lage der spanischen Truppen in Ma­ro k k o und den Absichten Generals Primo de Ri­vera beschäftigt, die diefer zum Schuh der inter­nationalen Zone zu ergreifen gedenkt. Ein Mit­glied des Direktoriums, General Jordana. fei an demselben Abend noch nach Tetnan ab gereist, um primo de Rivera Bericht über diese Unterredung zu erstatten.

Der albanische Russland.

Paris, 19. Dez. (Tests wie demPetit parificn aus Belgrad gemeldet wird, haben die albanischen Aufständischen unter Füh­rung von Tzenabec die Stadl prichkopca und den oanzen Srnnabezirk beseht und die Segietungsfrappen zu einem unge­ordneten Rückzug über den Driusluß ge­zwungen. Die neneften aus Belgrad eingegange­nen Rachrichten besagen, daß der Regierungschef Fanoli geflüchtet fest Sollte sich diese Rachrichl bestätigen, so hätte der Aufstand fein Ziel erreich!

eine Ari Preismonopol geschaffen wird, das nicht anderes als eine ungeheuerliche Belastung der deutschen Wirtschaft, infolge der dann ungeheuerlich steigenden Preise für alle Produkte, und damit auch für die gesamte Lebenshaltung bedeuten würde

Nächst den deutsch-französischen Verhandlungen sind die deutsch-russischen Wirtschastsver- Handlungen von größter Bedeutung. Hier gilt es ja eine wirtschaftliche Basis zu schaffen, für die schon frühere Regierungen eine gewisse Vorarbeit ge­leistet haben, die aber zum effektiven Auswirken doch wenig gekommen sind. Hier muß ja auch aus politischen Gründen mit ganz besonderer Vorsicht vorgegangen werden. Aber der Stand der Bera­tungen, die in den ersten Januartagen wieder aus­genommen werden, ist ebenfalls im allgemeinen

Die Sicherung der Währung.

Don unserem wirtschaftspolitischen Mitarbeiter.

Dieser Tage hat der Reichsbankpräsident Dr. Schacht im Kreise der deutschen Bankiers einen Vortrag gehalten, dessen Eedankengänge das wei­teste Interesse beanspruchen. Der Reichsbankpraft- bent befaßte sich vor allen Dingen mit der Frage ^er Sicherung der Währung. Er ließ gar keinen Zweifel darüber, daß die allerstärkste Sorge dcr Reichsbank die Sicherung unserer jetzigen Wah- hmqsgrmtblage und damit die unbedingte Erhal­tung der S t a b i 111 ä t ist. Das bedingt, daß mit dem stärksten Nachdruck alle nur irgendwie erdenk­baren Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Goldparität aufrecht zu erhalten. Gewiß wird es nicht an Versuchen fehlen und wir kön­nen sie auch jetzt wieder beobachten um gegen d-ese Goldparität und damit gegen die Stabilität der Währung selber anzustürmen und eine neue Jnslationsepoche hervorzurusen, von der sich ge­wissenlose Spekulanten, die durch die Stabil machung der deutschen Währung freilich auf das schwerste getroffen wurden, wieder riesige Ge­winne und die Einbringung ihrer bisherigen Verluste versprechen. Die R e i ch s b a n k und die Reichsfinanzverwaltung lassen nicht den geringsten Zweifel darüber aufkommen, daß sie mit allen Mitteln dahin streben, daß nicht gewisse Kreise der Wirtschaft, vor allen Dingen gewissenlose Spe­kulanten es in ihrer Macht haben, zur Erschütte­rung der Währung förmlich zu zwingen, sondern daß umgekehrt der Staat es ist, der die Wirtschaft und die Spekulation zwingt, sich ihrerseits den zur Sicherung dieser Währung getroffenen Maßregeln anzupaffen.

Es ist erfreulich zu sagen, day schon bei der heutigen Lage ohne übereilten Optimismus ge­sagt werden kann, daß Reichsregierung und Reichs- banf nach menschlichem Ermessen eine sichere Grundlage für die Erhaltung dieser Währung und für die Erhaltung der Goldstabilität geschaffen ha­ben. Es liegen nicht weniger als z'wei Mil­liarden an Gold und Devisen in der Reichsbank, und damit ist ein Fonds geschaffen, dem auch ein recht starker Ansturm nichts anhaben kann. Einen Fonds in solcher Höhe zu halten, ist aber auch unerläßlich deshalb, weil der deutschen Wirt- schäft Kredite des Auslandes in außerordentlicher Höbe bisher schon zugeflossen sind und noch neue Kredite demnächst begeben werden. Aus der Auf­kündigung solcher Kredite können recht erheblich-, ja für deren Abruf Reserven zur Verfügung stehen. Zu solcher Reserve wird der Fonds an Gold und Devisen in Höhe von zwei Milliarden Mark durch­aus ausreichend sein. Aus den Ausführungen des Reichsbankpräsidenten ist weiterhin erfreulich zu entnehmen, daß die zwifchenzeitlich eingetretene Er­leichterung des Geldmarktes auch alsbald zu einer Ermäßigung des Diskonts führt. Wahr­scheinlich wird diese Ermäßigung bereits Mitte Januar eintreten.

In den Beratungen über den neuen Aufbau der deutschen Handelsbeziehungen zum Ausland wird nun eine, durch die bevorstehenden überrag ge­dingte Unterbrechung eintreten. Ueber den gegen­wärtigen Stand dieser Beratungen ist im Augen­blick allgemein nur zu sagen, daß sie die S) o f j > nung auf eine günstige Entwicklung und aus einen zufriedenstellenden Abschluß rechtfertigen.

Weitaus am wichtigsten sind die Verhandlun­gen, die sich zwischen Deutschland und Frankreich über die Schaffung eines Handels­vertrags abspielen. Es ist bereits darauf hmge- wiefen worden, rote schwierig die Regelung all dieser Fragen ist. Nicht nur die Art der Verein­barungen, sondern auch das Ziel wird sehr wesent­lich zu beeinflussen versucht von Interessen­ten - K r e i s e n hüben und drüben. Die Reichs­regierung muß auf das Schärfste ihr Augenmerk darauf richten, ob nicht über dieregier u n ge­feit i g zu vereinbarenden Maßnahmen hinaus Sonderabmachungen getroffen werden, zu denen tatsächlich schon verschiedene Ansätze zu beobachten waren. Insbesondere wird man darauf achten müssen, daß nicht durch von gewisser Seite befür- | wort-te Abmachungen zwischen #fcen deutschen und 1 den sranzösischen Schwerindustrie llen

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Das Kabinett Marx bleibt bis Januar, dern auch politisch als unmöglich. Das Blatt, das die politische Lage als augenblicklich |o verworren wie möglich nennt» hält als einzig gang­baren Ausweg immer noch die schleunige Wiede r- herstellung der Regierung der Mittel­pa r t e i e n auf der bisherigen Grundlage. Ob diese Lösung doch noch Tatsache wird, ist jeboa) mehr als zweifelhaft, da dieZeil wiederum d.e strickte Ablehnung der Deutschen D o l k s p a r t e i, sich an einer Regierung der Mn- telparteien zu beteiligen, unterstreicht.

Die Ansprache dir Papste;.

Der Papst hielt im Geheimen Konsistorium eine Allokution an die Kardinale, in der er eine lieber« sicht über die bemerkenswerten Ereignisse^« dem kirchlichen Leben des letzten Jahres gab.

Er erwähnte das erste Plena r konzil in Ehina, den Kongreß für d,e Wieder« Vereinigung mit der orthodoxen Kirche i. Velchrad, den internationalen eucharistischen Kongreß in Amsterdam und insbesondere den deutschen Katholikentag in Hanno- »er, am Grabe Ludwig WindtHorsts. Dieser sei eine jener imponierenden Veranstaltungen ge­wesen, denen Deutschland das Aufblühen des a- tholifchen Lebens verdankt". Der Papst begrichts dann den Zusammenschluß der französischen Ka­tholiken zur Verteidigung der religiösen Jntereffm als ein glückliches Ergebnis an sich unglucclicher und unerwünschter Verhältnisse, .^"betrüblichen Ereianissen erwähnte der Papst die R.ckkehr der päpstlichen Hilfsmission für Rußland. Er machte von dem Entschluß Mitteilung, soweit es moglim fei, das Hilfswerk für bedürftige Ruffen m- und rußerhalb ihres Vaterlandes fortzufetzen.

Sicherlich hat," so fuhr der Papst fort,nie­mand gedacht, daß mir durch das für Rußland em- aerichtete Hilfswerk in irgend einer Weife eine Re- qierunasform begünstigen wollten, die wir so we­nig billigen, daß wir es sogar, nachdem wir o lanoe mit ganzem Herzen und allen Kräften d.e ungeheuren Leiden dieses Volkes zu lindern ge- st-cht haben, kraft unterer uns von Goit verlie­henen Gewalt für unsere Pflicht halten, alle, befonders die Staatsmänner im Herrn zu ermah­nen und aufzufordern: Alle, die den Frieden und das öffentliche Wohlergehen und denen die Hulig- keit der Familie und die Ehrfurcht vor der Men­schenwürde am Herzen liegt, müssen mit vereinten Kräften trachten, von sich und ihren Landsleuten die so schweren Gefahren und ganz sicher eintreten­den Schäden des Sozialismus und Kommunismus fernzuhalten, wohlverstanden, unter der Voraussetzung pflichtmäßiger Fürsorge für die Siebung der Lebensbedingungen der Arbeiter und unteren Stände. Dafür fallen die Gläubigen im Jubiläumsjahr besonders beten .

Der Pavst benannte dann die Kardinallegaten für die Oefinung der Heiligen Pforten und gab ihnen die Derechtigunq zur Etteilung des mit einem vollkommenen Ablaß verbundenen päpst­lichen Seoens. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß das Jubiläumsiahr zum Heile der Seelen ge­reichen und die Mifsionsausstellungsbefucher zur Unterstützung der Missionen anspornen werde.