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med}ci’ifd)c Registrierung <Ru ueibung) aufgezeio)- net und ctma 200 mol vergrößert.
Zur Aufzeichnung dienen ferner photographisch registrierende Apparate. Den Horizontalteichtpendel nach von Rebeur-Pafchwitz-Hecker beschreibt Prof. Dr. Toms von der Hauptstation für Erdbcben- forschung zu Hamburg wie folgt: „Der von einer Lichtquelle (Dlernftförper) ausgesandte Lichtstrahl fällt auf einen am Pendel angebrachten Spiegel und wird von diesem auf photographisches, über eine Walze gespanntes Papier zurückgeworfen. Da bei einer solchen Regi- trierungsmethode die mechanischen Hebelübertragungen fehlen und sich ferner der Lichtpunkt reibungslos auf dem Papier fartbewegt. so braucht auf ein besonders großes Gewicht der Pendelmasse nicht gesehen zu werden. und die Apparate können sehr leicht und handlich hergestellt werden. Eine hinreichend große Eigenpericde wird dadurch erzielt, daß die Drehungsachse des Pendels aus ihrer normalerweise horizontalen Lege in eine nahezu vertikale Lage gebracht ist. Die Echwingrmgs- ebene des Pendels weicht alfo nur wenig van der Hori- zontalebsne ab. Die Vergrößerung kann durch verschiedene Abmessungen des Lichtwagens reguliert werden.
Bewährt haben sich ferner die Horizontalschwerpen- bel. System Manila. Sehr nötig zum Betrieb einer zeitgemäßen Erdbebenwarte ist eine äußerst genaue Ührenanlage. Für die Berechnungen der Herdtiefe sind mitunter Genauigkeiten von ein Zehntel bis ein Zwanzigstel Sekunde erforderlich.
Im Winterhalbir.hr zeichnen die Apparate oft die um diese Jahreszeit reichlicher vorhandene Bodenunruhe auf. die in der Aenderung der Luftdruckverteilung und in der Brandung der Steilküsten begründet ist. Die Erdbebenforschung dient einem praktischen Zweck insofern, als aus dem Lerlauf der Beben Richtlinien für den Bau der Wohnhäuser in den besonders gefährdeten Gebieten gezogen werden können. Ginstermann.
Altdeutsches Spielzeug.
Von Fritz Mi eiert.
Mit den Zeilen ändern sich auch die Menschen, und selbst die beharrlichste Gesellschaftsschicht unter ihnen, die Kinder, bleiben nicht unberührt von dem Wandel. Man betrachte nur das Spielzeug der Kinder und vergleiche es mit dem in älteren Zeiten üblichen: Jetzt ist es eine Menge des Verschiedenartigsten und bis zum Pomphaften gesteigert, früher das Schlichte, der nicht allzu große Artenreichtum und vor allem das Gediegene und Naturwahre. Was man dem heutigen Spielzeug im Gegensatz zmn altdeutschen haupisächlich zum Vorwurf machen kann, ist die Geziertheit, das Altkluge, das Fehlen des eigentlich Kindlichen, das aus vielem Spielgerät der modernen Zest spricht. Nicht unverkennbar ist daneben die Vorliebe für das Karikaturenhafte, beinahe hätte ich gesagt, das Simplizissimus-Witzblatchafte.
Gewiß sind auch die Kinder von heute ein anderes, anspruchsvolleres Geschlecht geworden, aber doch wohl nicht aus sich selber, sondern durch die ganze überspannte Zeitrichtung. Es ist soweit gekommen, daß die Eltern sich zu Weihnachten seufzend fragen: „Was sollen wir unfern Kindern diesmal schenken? Es gibt ja nichts, Las sie nicht schon hätten!"
In der alten Zett war man genügsamer, man schenkte zu Weihnachten selbst in besseren Familien nicht wie jetzt ein ganzes Spielwarenmagazin, sondern nur ein, höchstens zwei oder drei Stücke. Aber gerade, daß man den Kindern nur Weniges bescherte, bewirkte, daß dies Wenige mit viel größerer Würde und Leidenschaft geliebt wurde, als man dies heute beobachten kann. Die allgemeine Seltenheit des Spielzeugs verschaffte diesem eine weit größere Wertschätzung als dem heutigen, in Unmassen gefertigten. Im Mittelalter war Nürnberg fast der einzige Ort, in dem Weihnachtsspielzeug in Mengen hergestellt wurde. Erst im 19. Jahrhundert gewann die Erzeugung der Spielwaren in den thüringischen Bergen, mit dem Hauptsitz in Sonneberg, im Erz- gebirge, in den Berchtesgadener, Oberammergauer und Grödener Alpen größere Bedeutung und Selbständig- feit und wuchs sich zu geachteten Spielwarenindustrien aus.
Biel trugen in früheren Zeiten für die Herstellung von Spielwaren die sogenannten Wismutmaler bei, eine besondere Handwerkszunft, die Puppen und allerhand hölzernes und metallenes Spielzeug wie auch die Puppenstuben und all ihr Gerät kunstreich und dauerhaft bemalten, desgleichen die Wachsposfierer, die wächserne Puppenköpfe und allerlei Tiere formten, die Alabaste- rer, die aus weißem Alabaster das entzückendste Spielzeug, Figuren und Geräte zu schnitzen verstanden. Aber immer war auch in früheren Zeiten das Spielzeug modern. Die Schneider kleideten die Puppen immer in jene Tracht, die augenblicklich üblich war, sodaß man auch an den altdeutschen Puppen Trachtenstudien treiben und nach ihrer Kleidung bestimmen kann, aus welcher Zeit, ja Gegend, die Puppen flammen.
Unsere vor dem Kriege so beliebten Bleisoldaten, Kanonen usw. die in jüngster Zeit mehr und mehr durch Holz» und Pappfiguren abgelöst werden, besitzen kein besonders hohes Alter. Sie kamen erst im 18. Jahrhundert recht in Mode, und zwar nach dem siebenjährigen Kriege, als friderizianische Soldaten in Nürnberg bekannt wurden. Ihre schmucke Uniform erregte das Interesse der Nürnberger Spielwarenhändler. Doch kannte man Zinnspielzeug auch schon in der Renaissance, aber man fertigte damals nur Ritter, Bürger, allerhand Tiere, griechische intb römische Gottheiten, Schiffe der Hansa mit voller Tackelung usw. Das Germanische Museum in Nürnberg besitzt in seiner Historischen Spiel» warenabteilung eine Sammlung des Spielzeugs unserer Väter bis ins 14. und 13. Jahrhundert hinab. Man sieht unter dem ältesten deutschen Spielzeug vieles religiöser Art, ganze Szenen der Biblischen Geschichte in Holzfiguren nachgebildet, z. B. die Geschichte des verlorenen Sohnes usw., sodann auch Nonnen, Klosterbrüder, späterhin auch Postkutschen, sehr natürlich gekleidete Volkstypen, mechanisch bewegsiche Wagen, hübsche Guckkästen, Puppenspiele und Gesellschaftsspiele aus des Urgroßvaters Kindertagen, die uns erkennen lassen/ wie auch schon früher das Handwerk den jewei
ligen Zeitereignissen Rechnung trug und Spiele und Spielzeug mit zeitgenössischer, ja politischer Tendenz auch für den Weihnachtsmarkt fertigte. ,
Erdbeben, die u«s nicht erreichten.
Unterirdische Gewalten. — Die Ursachen der Beben. — wie Erdbeben erforscht werden. — Dreihundert seismologische Observatorien auf der Erde. — Die deutsche Forschung der Gegenwart.
In den letzten Zagen wurden aus Süddeutschland mehrere Erdbeben gemeldet. Bon Zeit zu Zeit erschüttern gewaltige Stöße die Mutter Erde, blasen die Gebilde von Menschenhand wie Staub hinweg und vernichten zahllose Menschenleben in wenigen Minuten. Unser schnellebiges Geschlecht vergißt nur zu geschwind die Katastrophen, die Tausenden ein Grab bereiten. Es ist kaum ein Jahr vergangen feit dem ungeheuren Erdbeben von Yokohama, dessen Kunde banges Entsetzen hervorrief. Und nur zuweilen noch taucht die Erin neruna auf an die Katastrophe von Messina, die im Dezember 1908 vor sich ging. Wir Mitteleuropäer leben in einer Zone, die uns nur wenig verspüren läßt von Erdbeben: sie erreichen uns nicht. Auch das vogtländische Erdbebengebiet, in dem es von Zeit zu Zeit rumort, ist von schweren Heimsuchungen verschont geblieben. Häufiger und gefährlicher find die Beben in S ü b- e u r o p a. In wenigen Monaten meldete der Drahtbericht der Zeitungen des öfteren: „Zehn Städte vom Erdboden verschwunden" ober dergleichen. Dann taucht immer wieder die Frage nach den Urft eben dieser Naturerscheinungen auf, die die Wissenschaft bisher noch nicht restlos klären konnte.
Gegen den Blitz schuf sich der Mensch den Blitzableiter: gegen Sturmfluten des Meeres baute er Dämme und Deiche. Dem Erdbeben steht er machtlos gegenüber. Um so eifriger ist seit einigen Jahren die Wissenschaft bemüht, wenigstens den Ursprüngen dieser Er- elgniffe nachzuforfchen. Zumeist nahm man vulkanische Ursachen an und bezeichnete die Erdbeben als „Reaktion des Erdinnern gegen die schon erkaltete Kruste". Die heutige Wissenschaft ist von diesem Vulkanismus immer mehr abgekommen. Sie hat die weitaus meisten Erdbeben mit den größten Erschiitterungs- gebieten als tektonische erkannt: d. h. die Erdbeben sind nichts anderes als die Folgeerfcheinimgen der fortdauernden Zerreißung und Verschiebung der gespannten Teile der Erdkruste. Von geringerem Einfluß sind die Einsturzbeben, die als Folgen unterirdischer Auswaschungen auftreten.
Die Feinmechanik hat die Forschung durch Bau^ hochempfindlicher Apparate unterstützt, die die schwächsten Erschütterungen auf Tausende von Kilometern aufzeichnen können. Diese Forschung ist mehr als alle andere auf Zusammenwirkung der Wissenschaftler aller Länder und Nationen angewiesen. In Deutschland wurde die Arbeit durch den Krieg stark unterbrochen. Die ehemalige kaiserliche Hauptstation für Erdbehenforschung in Deutschland ging für Deutschland durch die Abtrennung Elsaß-Lothringens verloren. Dafür ist in diesem Jahre in Jena eine Reichsanstalt für Erdbeben- korfchung neu gegründet worben. Dort hat auch ihren Hauptsitz bie Deutsche Geophysikalische Gesellschaft, die auf ber Innsbrucker Tagung ber Naturwissenschaftler im Jahre 1924 aus der früheren, in Leipzig 1882 gegründeten Seismologischen Gesellschaft entstand. Insgesamt zählt Deutschland und Deutschösterreich heute 24 Erdbebenstationen, während auf ber ganzen Erde nicht weniger als 300 Observatorien seismologisch arbeiten.
Wie werden Erdbeben registriert?
Die Gebäude der Stationen sind meist unscheinbar und lassen oft kaum die Tätigkeit ahnen. Hauptbedingung ist eine durch den Straßenverkehr nicht erschütterte Fundamentierung. Zu diesem Zweck errichtet die Erdbebenforschung im Innern des Außengebäudes ein zweites, völlig abgeschloffenes Gebäude, das die wichtigsten Instrumente enthält und keinen anderen als unterirdischen Erschütterungen ausgesetzt ist. Zur Aufzeichnung des horizontalen Anteils der Bodenbewegung dient der Wiecherffche Horizontalseismograph, zur Aufzeichnung der vertikalen Komponente der Wiechertfche Vertikalseismograph. Schnelle Bodenverrückungen werden von ihnen durch
Beim marokkanischen Zch^angen- bejltwörer.
Oberhalb des Kirchhofs in Fes, der in die Berge Marokkos eingebetteten Stadt, weit über die morsche maurische Mauer wtb bie zerstörte Wasserleitung hinaus, liegt ber wichtigste Platz der Stadt, der Fesplatz. Die Einwohner von Fes darf man wohl die faulsten und fleißigsten Menschen der Welt nennen; es findet sich kein Zwischenstadium. 70 Prozent leben von zufälligem Raub und haben ihr Vergnügen im Leben an 200 von 365 Tagen im Jahre.
Man erreicht den Fesplatz. Da ist ein Gewimmel, ein buntes Gemisch von Zelten, i-ahenden Eseln, asthmatischen Dromedaren und schmutzigen Menschen Ueberall hört man infernalische Musik. Mitten in dem Trubel steht die interessanteste Erscheinung, der Schlangenbändiger. Er ist umgeben von einer Schar ihn bewundernder junger Männer und Knaben, die zmn Zeichen ihrer grenzenlcsen Bewunderung und Begeisterung immer wieder ihre schmutzigen Finger grüßend zur Stirn führen.
Die Schlangen hat der Bändiger in einem Lede r s a ck, und hinter ihm stehen drei Männer, der eine mit einer großen Trommel, der andere mit einer Flöte und der dritte mit einem Instrument, das eine Saite trägt. Der Schlangenbändiger nimmt die Schlangen aus dem Ledersack. Sie sind halbtot und dösig und wohl IV Meter lang. Er berührt sie. Sie rühren sich nicht. Er tanzt in Verzweiflung rund und rauft sich seinen Bart. Die Schlangen starren ihn mit kalten Augen an.
Nun bekommt er eine Idee: Allah ist nicht gut aufgelegt! Da muß Geld besorgt werden. Und schon fordert er die versammelte Menge auf, Geldstücke in einen Kreis, den er auf dem Platz zeichnet, zu werfen Es kommen 8 Franks 75 Centimes ein. Der Schlan- genbärtbiger zählt das Geld, geht mit emporgehobenen Augen rund, hälschelt die Schlangen. Sie bleiben aber gefühllos. Erst als man eine Summe von 15 Franks erreicht, leben sie auf. Die Zungen fangen an zu spielen. Der geheimnisvolle Bändiger nimmt die Tiere von der Erde auf, legt sie an seine warme Brust, sie schlängeln sich um seinen Arm, und er geht stolz _umher und zeigt sie, zum Erstaunen der Zuschauer. Der Schlangengebieter will seine Macht über die Schlangen zeigen.
Run beginnt die Musik aufzuspielen. Dum. bum, dum schallt es auf der großen Trommel, und eine merk
nr. 295 vom 19. Dez. 1924.
würdige, monotone Melodie schlingt sich zwischen du Trommelschläge. Die Schlangen werden wieder au die Erde gelegt. Die Augen, die vordem matt m« Perlen waren, werden glänzend wie Brillanten, und langsam beginnen die Köpfe hin und her zu schwanken. Der weiße Zauberstab kommt hervor, und langsam ziehen schwankend die Schlangen im Kreise herum.
Nun folgt ber ungeheuerlichste Augenblick der Szene Der Mann streckt feinen einen, nackten Fuß vor, und zischend schlängeln sich die Schlangen um ihn herum, höher und höher heraus, empor auf seine Brust, um feinen Hals . . . Und nun berührt die spielende Schlangenzunge seine Lippen. Der Schlangenbeschwörer steht mit steifem, ausgestrecktem Hals und offenem Mund, und die Schlange gleitet nieder in feinen Schlund.
Ein Begeisterungsgeheul der Zuschauer folgt. Di« Szene ist vorbei!
Bus aller Welt
- Der vielgepriesene Postillion. Wir erfüllen bie^ gute alte Zeit mit allen möglichen Illusionen. Zu diesen Illusionen gehört auch der vielgepriesene Postillion, der nette „Schwager", ber „über Land unb Feld hinweg frisch fein Horn erschallen läßt". In Wirklichkeit war er sehr viel weniger nett. Die alten Postordnungen nehmen ausdrücklich auf die Erpressungen und Trinkgeldforderungen der Postillione Bezug, die den Reisenden mitunter mitten auf dem Wege erklärten, sie könnten aus irgend einem Grunde nicht weiterfahren, unb sich dann durch erkleckliche Trinkgelder bewegen ließen, das „Hindernis" zu beseitigen. Die Reifenden waren freilich auch nicht immer geneigt, sich diese Erpressung gefallen zu lassen; sie griffen nicht selten zur Selbsthilfe unb prügelten den Postillion weiblich durch. So enthalten die Postordnungen neben den Paragraphen gegen den Postillion denn auch Paragraphen gegen die Rei senden, in denen diesen verboten wird, „Drohungen und Tätlichkeiten als Schlagen und Verwunden, gegen den Postbesörderer zu verüben". Sehr hart hat sich einmal Kotzebue gegen die Postillione ausgelassen: „Wahrlich, als Jupiter in Verlegenheit war, bie Grobheit recht groß zu schaffen, da hauchte er ihr endlich die Seele eines preußischen ober sächsischen Postillions ein, und siehe, das Werk war gelungen."
_ Die Dampfleistung eine Vulkans. In Italien hat man neuerdings die Aufgabe in die Hand genommen, die Dämpfe der Vulkane für die Technik nutzbar zu machen. In dem Städtchen Larderello (Provinz Pisa), das auf vulkanischem Boden steht, hat man Bohr löcher von 100 bis 150 Meter Tiefe hergestellt, durch die die vulkanischen Dämpfe an bie Oberstäche gelangen. Diese Bohrlöcher liefern stündlich 3000 bis 14 000 Kilogramm Dampf. Es werden durch sie Dynamomaschinen getrieben, die Elektrizität erzeugen. Sie tiefem etwa 4000 Voll Spannung, die durch Transformatoren auf 36 000 Voll gebracht werden. Man hofft, in den vulkanischen Dämpfen einen Ersatz für die fehlenden Wasser- träfte zu finden.
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Hinavsgegeben. Lehrer' „Das Gehirn des Mcmw-s ist größer als das der Frau. Was schließen Sic daraus meine Damen?" — Sclp'lerin: „Beim CJegiru konnnt's wahrscheinlich mehr auf bie Qualität an."
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Rur nichts zurücknehmen. „Steffetbauer, Sie nannten also den Kläger ein Kamel?! . . . Haben Sie dem noch was hinzuzufugen?" — „O nein, Herr Richte^ ich bin froh, wenn ich nichts zurücknehmen muß!"
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