Zur Unterhaltung
Hr. 294 vsm IS. Dez. 1924
Zuldaer Zeitung
auf beit er ff er. Streich fällt keine Eich'.
Wer gerne tanzt, dem ist leicht fidein.
uns
Die SpeziaIflma für Qualiläteware
Für Weilmacäiien!
Spiritusse!!
Süesweme
Ro»w<si*ie
Weisst v*e;irte
JOSEPH SCHMITT, Weingrosshandtang, FULDA
Biel vertun und tvenn werben, 2jt der Weg zum Verderben.
die und Die mit
menschlichen Eigenschaften wie jeder andere von ©taubgeborenen.
Zahlreiche Throne stürzten zusammen, nachdem Furien de» Weltkrieges Europas Fluren verwüstet die Menschheit in Not und Elend gestoßen hatten, regierenden Fürsten verloren Thron und Land, und
Nus einem kleinen Quell kann man auch seinen Durst stillen.
SpeS und Schwär: sind von einer Art.
Wirs nicht toea die alten Kleider, BiS du n«ue hast vom Schneider.
der Macht feiner friedlichen Bewegung, die ihnen in der Organisation seines dritten Ordens die Waffen au» den Händen winden wollte.
Was wir ganz verloren haben — worauf die Grundlage friedlicher Gemeinschaft üderhaupl beruht — woran das Leben des heiligen Franz uns ebenfalls beispiel- groß 3# mahnen hat, ist die große Kultur seines menschlichen Umganges, deren Ausgangspunkt das gigantisch« Maß einer verzichtoollen Demut war. Denn wir in einer Zeit, die mit Gehässigkeit im gegenseitigen Zu- fammenfein überladen ist, die im Familienleben wie in der staatlichen Zusammengehörigkeit ein erschreckendes Uebermaß der Befeindung kennt, jeden Anker verloren glauben: In dem Beispiel des Armen von Assist ist der Weg gewiesen zu einer inneren Befriedung, die ausgeht von der Erkenntnis der Dergängsichkeit aller irdischen Dinge, um die die Menschen ihre Zeit in Hader vergeuden, anstatt gemeinsam sie seelisch und geistig nutz- bar zu machen.
So steht das Gnadenbild des heiligen Franz vor uns: Als Friedensspender nach innen und außen. Haben wir das Glück, nach Italien wandern zu können, machen wir uns auf den Weg mit unserer Sehnsucht nach Frieden zum Grabe des Wundertäters. Müssen wir zu Hause uns bescheiden, gehen wir im Geiste diese Wallfahrt mit. Es gibt genug geheimnisvolle Kräfte, die uns Erhömng einer tiefen giaubensvollen Bitte über alle Entfernungen zu schenken vermögen.
vergebene reLcmreM.
s» ist besser, einen Mund zu viel gegessen, als du Wort za biet gesprochen.
Wem ich nicht gefall' im Sckmutz, De« gefall ich auch nicht im Putz.
wechselvolle Wstnschicksale.
Attentate und andere Abenteuer.
Äon Max Rose.
Mit rauher Hand greift oft das Schicksal in da» Leben der Menschen ein. Ee macht keinen Unterschied und fragt nicht, ob hoch ober niedrig. Ob sie auch wandelten auf der Menschheit Höhe, dem ihnen voraus bestimmten Geschick entgingen sie nicht, auch nicht die — Fürsten. Ein Napoleon, der als Herrscher die ganze Wett in Aufruhr versetzte, der sich halb Europa untertan machte, endete kläglich auf der Insel Elba. Ein Mensch nur, mit allzu
wallfahrt z«m hl. 5ranz.
Bon Willy De,et.
Italien ward allmählich zum Rummelplatz der Kunst. I Eisenbahnen, Automobile stürzten mit stets wachsender Beeilung immer neue Schwärme von Fremden ins Land kindlicher Träume hinein. Tumultarisch erfüUten diese Italiensahrer die Gassen. Straßen und Plätze berühmt gemachter Vergangenheit. Ihre Menge beugte die rücksichtslose Scheu, die das Fremdheitsgefühl ihnen mitunter noch aufzwang. Sie wurden selbstbewußter, anmaßender. Eie taten fast schlimmer, als wenn sie zu Hause wären. Deutsche Landsleute waren mit unter ihnen, auch sie Hieben sich leider vielfach nicht bewußt, was jeder einzelne der Ehre feiner Station lm Auslande schuldig ist.
Rach der langen Kriegspause brach Me uralte germanische Sehnsucht noch dem Süden elementar los. Eine große Menge Deutscher durchzieht wieder bas sonnige g Land.
Das Gros dieser Menschen ist sich gleich gebfieben. g?6 fährt im alten Trab mit Baebetfer unb gymnasialen Erinnerungen. 60 kommen sie auch zurück: Sie haben viel gesehen. Viele Museen, viele Kirchen, viele Ruinen. Ein schalkhafter Wind hat viel antiken Staub über ihre Anzüge geschüttet. Durch ihr Herz ist nicht» gegangen.
Doch zieht auch ein neues Gefühl hinüber in die Alpen. Ein Gefühl, das nicht tote Steine und Bäume allein sucht. Da, Gefühl, dos zum Lebendigen führt. 3u den Bewohnern jenes Landes. Bon Mensch zu Mensch.
Im kleinen Europa sind sich die Menschen im Lause der Seiten häßlich fremd unb feindselig geworden. So nahe sie auch beieinander wohnen, sie kennen sich nicht einmal mehr in ihren äußerlichen Gepflogenheiten. Was Grundbedingung alles gegenseitigen Verstehen» sein soll: daß die Völker in ihrem inneren Wesen einander kennen lernen. Dafür wird allseits — auch in den Schulen — nur wenig getan. Durch die Möglichkeit, jetzt wieder besser reifen zu können, werden die Menschen eher zueinander kommen. Sie werden sich selbst überzeugen von dem, wa, zwischen ihnen umstritten ist, Charakter, Sitten, Lebensart, Geisteskultur an Ort und Stelle er- fahren, prüfen unb werten.
Wenn wir so die Reise liebevoll von Mensch zu Mensch antreten, wird auch bas Land ganz ander- feine Schätze offenbaren. Was sonst wesenlos, tot, mit Staub anb Moder bezogen daliegt, wird irgendwie lebendig werden, wird gewachsen erscheinen. Statur, Kunst unb Menschen erzeigen sich wesenvoll verbunden, ©egen- fettige Gefühle gehen auf, erklären, befreien, versöhnen. Wir empfinden: Der Wille zum Frieden in glück- licher, reiner Freude ist eine Sehnsucht in allen Menschen, die nie gestorben ist, die nie sterben wird unb die eines Tages das große Wunder der Beglückung wird erreichen lassen, das nur kommt, wenn wir von den Bieten Abgöttern befreit fein werden, deren Nichllgkeit wir allgemein heute noch nicht erkannt haben, ober nicht Sie Kraft besitzen, sie über Bord zu werfen.
Nach all dem unheimlich Grausigen, das in einem Jahrzehnt über uns hinweggegangen ist, muß eine neue Reise in fremde» Land für uns einen lieferen Sinn erhalten. Eine Wallfahrt sollten wir tun, um da» selige Kleinod de» Lebens, den Frieden, den inneren, wie den äußeren, uns in glücklicherer Dauerhaftigkeit zu erstehen. Eine Wallfahrt zum großen Kämpfer und Schutzheiligen des Friedens: Ztim hl. Franz von Assisi.
Seine Persönllchkeit ist in ihrer ernsten Bedeutung wieder aufgegangen. Berührungspunkte von damals und heute tragen zu dieser Umstellung bet Wir hoben allzusehr und allzulang einen etwa« romantisch angehauchten Statur- unb Tierfreund in ihr gesehen, etipas tzsießbürgerttch mehr einen schwärmerischen Pietisten an» -hr gemacht.
Kernprobleme der heutigen Seit Hegen ht feinem Sefen gelöst: Wie man Frieden unter die Menschen bringen kann. Ohne Gewehre, Kanonen unb giftige Gose, ebne Parteihaber unb ohne Börsenbetrieb.
&n einfachen Bützergewanbe, mtt Strick und Wan- »erstad hat Franz von Assisi durch opferoolle», reine» Beispiel, durch gotterfülltes Dort unb hilfreiche Werke . erreicht, daß selbst Könige eine Zeit lang zitterten vor
Landoner Nebel.
Die Nacht am Tage. — Nebel-Laternen. — Passanten mit der Prchfackel. — Grauer, gelber und schwarzer Nebel.
Wieder einmal ist London von einer jener Nebelkatastrophen heimgesucht worden, die in den lieber- gangszeiten, im Herbst und im Frühling, an der Tagesordnung sind. Freilich, eine derartige Katastrophe, wie dieses Jahr, ist seit Jahren nicht beobachtet worden. Daß einmal 24 ober auch 48 Stunden lang die Lampen unb Laternen brennen müssen unb man Tag unb Nacht kaum unterscheiden kann, bas gehört nun einmal zu ben Eigenheiten bes Londoner Lebens und wird als unvermeidlich hingenommen. Dieses Mal aber ist tie Nebelbildung so stark gewesen, muß man in diesem Augenblick sagen, daß die gewöhnlichen Beleuchtungsmittel nicht ausgereicht haben. Selbst die elektrische Bogenlampe reicht bei diesem Londoner Nebel nicht über einige wenige Meter hinaus, und wenn sie hoch hängt, bann ist sie so gut wie nutzlos. Man sieht sie überhaupt nicht. Infolgedessen hat man in der Straßenbeleuchtung besondere Vorkehrungen getroffen: allenthalben stehen Nebellaternen, die nur bei Nebelbildung angezündet werden und die mir Azetylen gespeist werden. Aber auch sie reichen nur wenige Schritte, und wer einigermaßen sicher durch die Straßen wandern will, muh sich schon selbst zu einer „Leuchte" machen unb eine Lampe mitnehmen. Die Polizisten sind mit sogenannten .Bullaugen" ausgerüstet d. h. Lampen, die den Automobillamven ähnlich sind. Besonders bewährt haben sich übrigens Fackeln. So sieht man manche Passanten ganz nach mittelalterlicher Weife mit einer Pechfackei bewaffnet durch die Straßen ziehen. Der Verkehr steht natürlich saft völlig füll. Kein Automobil kann es wagen, sich auf der Straße zu bewegen. Oie Eisenbahnen fahren tongfam und mit größter Vorsicht. Nur die not®enbigften Züge werden abgelasien. Ebenso wird der Strahenbahnverkehr auf das äußerste beschränkt. Viele Betriebe stehen überhaupt still. Arbeiter unb Angestellte, die von ihrer, Arbeitsstätten weit entfernt wohnen, können in den meisten Fällen nicht zur Arbeit erscheinen Auch in die Häuser bringt der Nebel ein, und alle Lampen sind oft dagegen machtlos.
Dis Erklärung für dieses Rebelphänomeit liegt in der geographischen Lage des südöstlichen England. Cs wird einerseits von dem warmen Golfstrom mnspült, ! der selbst zu Beginn des Dezembers noch verhäitnis- I mäßig warmes Wasser führt, da er von ben Tropen kommt, unb es ist andererseits ben kalten Winden, die von Norden ober Nordwesten kommen, schutzlos ausgesetzt. Dadurch entstehen oft große Temperantrgegeu- sätze in den Luftschichten, die die Rebelbildung Hervorrufen. Der Englänber unterscheidet die Dichte des Nebels übrigens nach feiner' Farbe. Der graue Nebel „counts for nothing" (zählt nicht mit), der gelbe „io bad" (ist schlecht), der schwarze „is bombte" (ist furchtbar). König Nebel regiert unb macht jeden Versuch zu schänden, ihm seine Herrschaft streitig zu machen, so hat sich ein englischer Schriftsteller darüber ausgesprochen.
Dr. Erich Klein.
LeifoMudeii.
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heiterer.
Ewig schade. 5m Theater: „Ewig schade, daß ich mein Taschentuch vergessen habe, sonst hätte ich ge. weint, so traurig spielen diel"
Das rücksichtsvolle Frihchen. „Fritzchen, du fälltest doch ein Pfund Würfelzucker holen?!" — „Es war keiner da und da habe ich Bonbons genommen." — „Und wo hast du die Bonbons?" — „Aber Mutti — gegessen! Weißt du, ich dachte, es ist bester, ich verderbe mir ben Magen, als daß du dich darüber ärgerst, daß kein Würfelzucker da war!"
ihren Familienangehörigen den größten Teck ihres Le- | sitzes, wenn nicht noch schlimmeres. Das Sterben der I Romanows bildete wohl den am meisten tragischen -i - I schluß des Lebens einer Herrfcherfam'.lie.
Einem gleichen Geschick entgingen auch in früheren Zeiten Herrscher nicht. Um nur einige aus den letzten fiinizig Jahren vor Beginn des Weltkrieges aufzuzaylen. Karl II., Herzog von Parma, fiel einem Attentat am 26. März 1854 zum Opfer, Fürst Danilo von Montenegro am 14. August 1860, Fürst Michael von Serbien am 10 Juni 1868; der türkische Sultan Abdul Aziz wurde am 4. Juni 1876 erstochen; Kaller Alexander II. von Rußland fiel einem Bombenattentat zum Opfer, Nasr- ed-Din, Schab von Persien, wurde am 1. Mai 1896, die Kaiserin Elisabeth von Oesterreich am 10. September 1898 erstochen: König Humbert I. von Italien wurde am 30. Juli 1900 und König Alexander I. von Serbien mit der Königin Draga am 10. Juni 1903 erschossen.
Nicht immer greift das Schicksal so erbarmungslos unb tragisch in das Leben von Fürsten. Oft entbehrt es auch nicht einer gewissen Komik. Wenn ein Prmzaus ehemals regierendem Hause, dem nach Gesetz und tischt der Titel „Königliche Hoheit" zusteht, sein nach Millionen zählendes Vermögen, genau so leichtfertig wie gewöhnliche Sterbliche, verpulvert hat und um weiter „standesgemäß" leben zu können, sich in Geschäfte einläßt, die man heute als „Schiebergeschäfte" kennzeichnet, so ist bas weniger tragisch als komisch.
Die Braganzas, die Nachkommen der Könige von Portugal und lange Jahre auch Anwärter auf den fpam- schen Königsthron, haben die Oeffentlichkeit und bie Ge- -ichte fast aller europäischen Hauptstädte mehr als zuviel beschäftigt. Die Brangazas aus eigenem und teilweise erheiratetem Besitz, verfügten über große Vermögen. Als Thronanwärter glaubten sie das Geld mit vollen Händen ausstreuen zu können und so gerieten sie bald in arge Geldverlegenheiten. Der eine, Prinz Miguel, wurde ein Opfer des bekannten Berliner Geldmannes Heinrich Pariser, dessen Askären lange Zeit die Wuchergerichte beschäftigten. Roch größer waren die Verluste der Familie für den jüngeren der Braganzas, den Prinzen Franz Joseph, Jnfanten von Portugal, der eine Wechselfchuld von 7% Millionen Mark übernahm, m der Hoffnung auf Empfang von Bargeld. Em englisches Schwindlerkonsortium, dem er in die Hande gefallen war, gab ihm für die Wechsel wertlose Kuxe von gar nicht existierenden Diamantengruben.
Fürsten und Volk sind dem Geschick unterworfen, gegen das sie meist ohnmächtig ankämpfen. . .. .
gelang es ihm in Deutsch-Südwestafrika zum ^nmÄ, die Anwendbarkeit dieses Verfahrens n°chzuwe,sen, und zwar zunächst an solchen Stellen wo durch °°rhandene Brunnen oder Bohrlöcher die T.efe des Wassers bekannt roar, dann aber auch wiederholt an Stellen, wo erst Brunnen gebaut werden sollten. Unter -md-rem konnte er an einer Stelle, an der gebohrt werden feilte, bw Tiefe des Wassers vorher zu etwa 75 Mewr angeben, bei der Bohrung ergab sich Master bei 73 TOeter. ^ folge des Kriegs ist leider die Verwendung elektrischer Wellen zum Wastersuchen in Wüsten bisher nicht weiter gediehen.^ ^noton. An einem kalten Wn-
terabenb saß Newton, in seine Arbeit vertiefst in fernem Zimmer, als es ihm auf einmal zu Bewußtsein kam, daß er stark fror. Da er nahe dem Fenster und wett vom Kamin saß, in dem ein Helles Feuer brannte, ruckte er baber feinen Stuhl ganz nahe neben den Kamm und setzte da seine Arbeit fort. 3e tanger er -d°ch fo d-cht beim Feuer saß, desto heißer wurde ihm, und als er es schließlich nicht mehr aushalten konnte, klingelte er, seinem Diener und rief höchst aufgebracht: Stelle doch den Kamin weg, ich verschmachte ia vor W-
reiben Sie, Herr," erwiderte der Diener halblachelnd, aber wäre es denn nicht vielleicht bester, wenn tote Ihren Stuhl weiter weg rucken wollten? - sah ihn verdutzt an. Dann aber lachte auch er. «ja so daran habe ich wirklich nicht gedacht!
flus aller Meli.
— Der Schäferhund als Erzieher. Man schreibt uns: Jeder Pfnchokogo weiß, daß — Ausnahmen zugegeoen Raubmörder und ähnliche Roheitsverbrecher m ihrei Jugend Grausamkeiten gegen Tiere ausübten. Vom Stater- sammeln durch Kinder zum Beine- und Flugetausreißen ist nur ein kleiner Schritt. Andererseits i|t bekannt, daß Gefangenen selbst kleinste Tiere w.e F.ie- aen oder Mäuse oft ein Trost m der Einsam- keil sind und zum Mitfühlen anregen. Em interessantes Experiment hat der Gouverneur Baxter in Malm' mit Uebergabe eines Schäferhundes an das Staatsgefängnis gemacht. Während des Aufbaues des abgebrannten Gebäudes nahm er gelegentlich häufiger Besuche leinen Hund mit, und er bemerkte, daß bie Gefangenen metfroiirbig aur den Anblick des Tieres reagier- . ten." Sie zeigten ihre Freude am Hunde aus alle Wege, und als er eines Tages ohne Huiid kam, herrzchte allgemeine Enträufchung. Das bestimmte ihn dazu, der ouen Stätte einen Hund zu schenken, wozu er einen tochmer- bund wählte. Der Kaplan berichtete ihm, daß er niemals ein freundlicheres Tier gesehen habe; es macht die Runde, kennt jeden Sträiling unb Wächter und überall, wo er erscheint, heitern sich die Mienen auf. Ja, der Kaplan ift' fest überzeugt, daß die Anwesenheit eines Hundes tm Gefängnis die ganze Atmosphäre stark beeinflußen und erzieherisch auf das Gemütsleben der Gefangenen em- wirken werde. Wir wünschen dieser Mitteilung ebensolche Verbreitung, wie sie eine kürzliche Meldung „von einem Schäferhund zerfleischt", in der deutschen Tagespresse fand. Laut bieler sollte in Brancy bei Paris ein sechsjähriger Knabe, den feine Mutter allein zu Hause gelassen hatte, von einem Hund getötet und in Stücke zer- rifjen worben fein. Der „Verein für deutsche Schäferhunde (SV)", Sitz München, ließ durch Anfrage in Paris, woher diese Nachricht angeblich stammte, feststellen, daß in Brancy davon nichts bekannt unb zu ermitteln roar.
— Das Ausstichen von Wasser mit elektrischen Wellen. Trockenes Gestein ist für die elektrischen Wellen durchsichtig. Stosse, die die langen elektrischen Wellen ungehindert hindurchlassen, sind alle die, die man in der Technik als Isolatoren bezeichnet, also Glas, Hartgummi, Porzellan, Oel, aber auch Salz, Kali und alle Gesteme, die bie Erdrinde aufbauen, wenn sie vollständig trocken sind Dagegen sind Metalle und das Wasser, besonders wenn es nicht völlig rein ift, sondern Salze aufgelöst enthält, wie wohl jedes in der Natur vorkommende Wasser, für die langen elektrischen Wellen undurchsichtig. Diese leitfähigen Körper absorbieren aber nicht etwa bie auf sie fallenden Strahlen, sondern werfen sie zurück, wie ein Spiegel da» sichtbare Licht zurückwirst Infolgedessen hat man Verfahren ersonnen, mit Hilfe einer Antenne durch Spiegelung ober durch Absorption elektrischer Wellen Wasser in einem Gebirge oder in einem Bergwerk nachzuweisen unb auch bie Tiefe der wasserführonben Schicht feftzustellen. Seiber kann dieses Verfahren in Deutschland nicht angeroertbet werben, weil der überall in geringer Tiefe vorhandene Grundwasserspiegel unb bie Feuchtigkeit in der Humusschicht bie Wirkung ber Antenne in ben Boden hinein verhindern ober wenigstens verringern. In Wüstengegenden fallen diese Schwierigkeiten aber fort. Wie Dr. H. Kröncke in dem eben erschienenen „Physikbüchlein 1925" berichtet,
Was die Statistik fast
Die Vevsikerunstszisser der europäische« Hauptstädte.
In ben Bevölkerungsziffern der europäischen Haupt- städte sind feit dem Kriege nicht Unwesen ttche Dersch dunaen einaetreten. Die westlichen Hauptstädte, Parts, c-andon Madrid, Rom, Berlin, haben außer dem normalen Bevölkerungszuwachs keine Veränderung ihrer Einwohnerzahl erlitten Im Osten^redoch.sindi er- hedliche Aenderungen eingetreten. Pro g, das rmJahr 1910 225 000 Einwohner hatte, hat heute 676 >. • Athen ist von 167 000 auf nahezu 300 000 geftlegen. Einen kleinen Zuwachs hat Budapest «hatten: von 800 000 auf 926 000. Einen Rückgang der Einwohner, tabl baaeaen hat Wien zu oerzetchnen. Es tft von über 2 Millionen auf 1841 000 jururfgegangen. Petersburg nun gar hat von feinen 2 Millionen Einwohnern nur 706009 behalten, Moskau, von feinen 1480000 Einwohnern 1028 000.
Berlin Hai die niedrigste Geburkenzifseri
Nach den Angaben des Reichsgefundheitsamtes bat Berlin von allen Weltstädten niedrigste Geburten. siHer. Seit Beginn des Krieges ist die Zahl der L bürten von Jahr zu Jahr gefunken, und der Rückgang ift auch in den letzten Jahren nicht zum Stillstand ge- kommen. Lm Jahre 1921 war bte der auf 13,7 ge- fünfen. 3m Jahre 1917 tarnen noch 17 ©ehrten auf 1000 Einwohner. Im Jahre 1921 war bte Ziffer auf 13,7 gesunken. 3m Jahre 1922 wurden nur noch 11,5 Kinder auf 1000 Einwohner geboren, tm Jahre 1923 nur noch 9,4. ' Damit ist Berlin weit unter Parts gesunken. Denn in Paris kamen in demselben Jahre 16,1 Geburten auf taufend Einwohner. Selbst in dem wirtschaftlich un- Einstiger gestellten Wien ist die Geburtenz,sfer hoher. JämlidMbenta wie in ^ris 16.P Die^ anderen [ päischen HaupkstaÄe haben höhere Ziffern. London 20—, Warschau 23,9, Moskau 30,1, Petersburg 34,4. Inner- halb Berlins haben besonders bie westlichen Bezirk» äußerst niedrige Geburtenziffern.
Täglich eine Milliarde Todesfälle — im Menschenl
Der memchkiche Körper besteht aus einer großen An- zahl von Zellen. Ihre Zahl ist etwa 2 Billionen Diese Zellen haben eine Lebensdauer von etwa sieben Jahren. Nach sieben Jahren sind sie abgelebt und werden hin. roeagefpütt. Danach sterben also im Menschen täglich eine Milliarde Zellen ab. Phantastisch aber roirb bte »ohl der Todesfälle im Menschen, wenn wir noch bie Blut- körperche.t mit hinzuziehen. An Blutkörperchen, weißen und roten, enthält der Mensch etwa 20 Billionen. Diese I haben nur eine Lebensdauer von vier bis fünf Wochen. Im Blute also sterben täglich 500 Milliarden Lebens, einheiten ab, die im gleichen Zeitraum natürlich durch I neue ersetzt werden müssen. Eine gewaltige Leistung!
Zunge Leute sollen bei den ten
Dte Ohren «u>tun und die Mäuler halten.
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