Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Sfaöf Fulda.
Nr. 291.
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Sonntag, 14. Dezember 1924.
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51. Zahrg,
Neue Berliner Kombinationen.
Dr. Jarres, der KanÄivat der Drntschsrr Bsttspartei für den Posten des Reichspräsidenten.
Laut „Germania" soll die deutsche Volkspartei 6Rßtb td) beabsichtigen, den bisherigen Innenminister und Vizekanzler JarreS als Kandidaten für daS Amt deS Reichspräsidenten aufzustellen. In der letzten Sitzung des Parteivoistandes der Deutschen Volkspartei soll, wir das Blatt mitteilt, diese Frage besprochen und Jarres von allen Setten als Kandidat empfohlen worden sein.
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Der Reichskanzler bespricht in diesen Tagen Mit den Führern der verschiedenen Parteien die Lage. Sein persönlicher Standpunkt ist durch das hier mitgeteilte Gespräch mit dem Vertreter des Hamburger Handelsblattes bekannt. Bevor in der nächsten Woche die Fraktionen zusammentreten, namentlich auch die Zentrumsfraktion» die auf Mittwoch einberufen ist, wird irgend eine Entscheidung nicht fallen.
Von einem parlamentarischen Mitarbeiter wird uns aus Berlin geschrieben:
Die Negierungsfrage ist gegenwärtig nicht nur für das Reich, sondern auch für Preußen aktuell. Die Zentrumsfraktionen des Preußischen Landtages und des Reichstages halten über die Behandlung dieser Dinge engste Fühlung. Es haben auch bereits eine Reihe gemeinschaftlicher Besprechungen stattgefunden. Sobald die Fraktionen offiziell zusammengetreten sind, wird die gegenseitige Fühlungnahme auch weiterhin ausgebaut werden.
Die Deutsche $ oft 5 pari ei, die auch diesmal wieder ohne Not eine parlamentarische Krisis heraufbeschworen hat dadurch, daß sie entgegen dem Sinn des Wahlergebnisses die Schaffung eines Rechtsblocks, eventuell auch ohne Demokraten, für das Reich forderte, damit auch zugleich für Preußen eine sehr kritische Lage geschaffen. In Preußen bestand Jahre b i n - durch die große Koalition von der Deutschen Dolkspartei bis einschließlich Sozialdemokraten, die auch durchaus günstig arbeitete und die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung gewährleistete. Auch die innere Entwicklung Preußens ist unter dem Zeichen dieser gemeinsamen Zusammenarbeit durchaus vorwärts gediehen.
Darum ist es jetzt auch viel schwieriger, in Preußen den gleichen Rechtsblock zu schaffen, dessen Schaffung die Dolkspartei im Reiche anstrebt. Die Widerstände, die sich gerade auch in den Reihen des preußischen Zentrums gegen die Verwirklichung eines solchen Planes für Preußen erheben, ..................
Nach den wahren.
Der Reichsminister les Innern hat an die Landesregierungen und an die Wahlleiier folgendes Rundschreiben erlassen:
DaS vorläufioe Eraebnisder Reichstags« wähl konnte bereits am folgenden Mittag nach der Wabl bekannt gegeben roetxn. .Die.e Leistung, die um so bemerkenswerter ist, als mit den NüchS'aaswa'sten im grötzten Teste -es Reichs auch hie Wahlen zu den Landesparlamen ren oder die Kommunalwahlen verbunden waren, ist dem ziel bewußten Zusammenwirken der Gemeinde» und Verwaltungsbehörden mit den Kreis» wahlleitern und dem Reickswahileiier zu danken. Ich bitte allen amtlich und ehrenamtlich bei der Festsetzung des Wahlergebnisses beteiligten Perwn« ltchkeiten, insbe'ondere den Wahlvorstehern, den Mitgliedern der Wadlvorstände, den Bürgermeistern, den Beamten der unieren Verwaltungsbehörden, den Krttswablleitern und ihren Beamien meinen Dank uns meine volle Anerkennung anSchrechen zu wollen. gez. Jarres.
Reise und Wanderung.
----- Der Fremdenverkehr In Thüringen. In der vergangenen Saison betrug der Fremdenverkehr in den 35 größeren Gemeinden mit mehr als 5000 Einwohnern rund 450 000 Personen. Den stärksten Betrieb hatten die Städte Weimar, Eisenach, Jena, Gotha, Gera und Saatfeld auf,zuweisen. Friedrichroda wurde von 21000 Personen besucht.
— Relseertelchkernngen nach Danzig. Der Reichsverkehrsminister hat dis Fahrpreise für Reisende nach Danzig, die über Swindemünde oder Pillau gehen, für den Winter auf die Hälfte herabgesetzt. Da auch der Unbedenklichkcitsvermerk jetzt kostenlos erteilt wird, so dürsten diese Erleichterungen vielen Deutschen und Dein- zigcrn eine Weihnachtsreise eher ermöglichen, als es fönst wohl der Fall wäre.
Von den Hochschulen.
— (£in einziger Medtzln-Stireem auf einer Uirlverfititt. In flauen gibt es 24 Univeifttätcn. von denen eine probe yabl kaum 200 bis 250 etubtrrenbe aufiDäl't: Am sch immsten fleht e6 aber mit der Universität Peru via, von wo seit Ja-reu eine immer - rötzer werden e i'tbwinderuni der Studierenden ftitiftnbei Schon im Dorjahre mutzte man mehrere Kollegen für die Hörer bcB fünften und sechst n Semesters au» eben, weil I.-tne Hörer da waren I Und jchr degtzt die Uni« versttai nut no j einen einigen Medlin-studierenden, der im vierten Semriier steht und dem Lande 50 000 Lire (4» 0f>0 Mk.Z kostet
— Anm virekuor der preutziftrn üochs»«!e für £elbes;tt>un tn iLanoesiurninitalt) m Sp -Ndau hat oie preußische Untetri qiSoerwaliun i Den Mülheimer Obs, - ftudiendirektor Sr. Sleuenbocff, ben Vorsitze nCen des Kreises V1H der Deuts i;en Turnerschaft, ernannt. Der drsher-ge Direktor Mini lerialr-rt Dr. CitenDorf tr-tt damit ganz m {em Amt al» Referent des Ministeriums über.
werden sehr erklärlich, wenn man hört, daß die Deutschnationalen tatsächlich beabsichtigen, für den Posten des preußischen Innenministers den Reichstagsabgeordneten Grafen v. Westarp vorzuschlagen. Das Preußische Innenministerium bedeutet tatsächlich die große Machtposition für die Deutschnationalen, denen ja bei allem Drängen, in die Reichsregierung hineinzukommen, doch in erster Linie der vorherrschende Anteil in der Preußischen Regierung steht. Was für dis katholischen Zentrumsverwaltungsbeamten in Preußen, insbesondere für die Landräte unter einem Regime eines Grafen Westarp zu erwarten wäre, brauchen wir hier wohl nicht näher angesichts der bekannten gesamtpolitischen Einstellung des Grafen Westarp auszuführen. In Erkenntnis dieser, von der Volkspartei heraufbeschworenen Schwierigkeiten, vor denen es den preußischen Volksparteilern zu grausen beginnt, ist in deren Reihen tatsächlich der Plan erwachsen, gegebenenfalls die Dinge dahin zu lenken, daß in Preußen die große Koalition bestehen bleibt, wofür sich die Volkspartei im Reich von den übrigen Mittelpar- teien und von der Sozialdemokratie die Unterstützung oder auch wohlwollende Neutralität für einen Rechtsblock verschreiben lassen wolle. Wie sich das allerdings gerade mit der von volksparteilicher und deutschnationaler Seite immer wieder vertretenen Forderung der Schaffung einer gleichartigen Regierung in Preußen verträgt, ist eine Frage, die die Deutsche Volkspartei selbst beantworten muß.
Aber diese Dinge zeigen, daß eine Fülle kritischer Probleme nunmehr aufgeworfen ist, von denen gegenwärtig kein Mensch weiß, wie sie zum Nutzen von Land und Volk gemeistert werden können.
Mr die bisherige Koalition.
In der Sitzung des V o r ft a n d e s ö-e i Zev - trumsfraktion des preußischen Land , t a g e s, die in Berlin stattfand, waren a l l e Ä.. ' wesenden der v.eberzeugung, daß die große lition aus Zentrum, Deutscher Volkspartei, De traten und Sozialdemokraten, wie sie seit 5ior? - der 1921 in Preußen bestand, sich bewährte, erstreben ist die Volksgemeinschaft, d. h. der schluß der 2e u tschnatio n al e n a n • • große Koalition. Voraussetzung hierfür -r selbstverständlich, daß die. deutschnationLle Llino- tagsfraktion nicht Bedingungen für ihrs Teilnahme stellt, deren Erfüllung von vornherein ausgeschlossen ist.
Krach im Mecklenburger Landtag.
Meldungen aus Schwerin zufolge kam es in der Freitag-Sitzung des mecklenburgischen Landtags zu Lärmszenen. Acht kommunistische Abgeordnete, deren 9. Fraktionskollege seit dem Sommer wegen eines Hochverratsverfahrens im Untersuchungshaft sitzt, meldeten sich wiederholt zur Geschäftsordnung zum Wort. Der Landtagspräfi- dent lehnte auf Grund der verschärften GeschLsls- crdnung die Erteilung des Wortes ab. Trotzdem nahm ein kommunistischer Abgeordneter das Wort. Die Sitzung wurde darauf auf 10 Minuten vertagt und der Aellestenausschuß beschloß in dieser Pause, den betreffenden Abgeordneten gewaltsam aus dem Saale zu entfernen.
Nachdem bei Wiederaufnahme der Sitzung der Beschluß durchgeführt worden war, versuchte ein zweiter kommunistischer Abgeordneter und dann ein dritter und vierter, das Wort zu ergreifen. Auch diese drei Abgeordneten wurden gewaltsam aus dem Saale entfernt. Darauf schlugen die noch anwesenden Mitglieder der kommunistischen Partei derartigen Lärm, daß auch sie vor die Tür gesetzt wurden. Die Verhandlung konnte dann ihren Fortgang nehmen.
Frankreich und die Kleine Entente. Verhandlungen über einen französisch südstavischea Desenftvverkrag.
wtb Paris, 13. Dez. (Tel.) Der südslawische Minister des Arußeren, Äiutschitsch, der Rom heute verläßt, wird morgen nachmittag in Paris ankoru- men. Er wird nach dem „Petit Parisisn" die Vorbereitungen für den offiziellen Besuch des serbischen Königs in Paris regeln und offenbar auch die Verhandlungen über einen französifch-füdsia- wischen Defenfivverkrag wieder einleiten, die vor einiger Zeit unterbrochen wurden.
— Vie öfkerr«lch!sck>e Sande sbilan; bessert sich von Monat zu Mvnat. D 'S Defizit betru i im Juni 94 Millionen, im Juli SO Mill, im Auuust 68 Mill, im September 5? Mill. Goldkronen. Die Ausfuhr iiticit ftänvii. die Einfuhr, namentlich m geriig- fahrt at»n nimmt ab.
— D e Weinernte in HratckrriH wird für diese» Jahr aur 28 48< OOO Hektoliter ueiechnet, egen 25-77 1 000 Öetioliter ttn Vorjahre. Fügt man zur Emieziffer dieses Jahres ron Sie oorjäi'riptn Vepäude hin51', so et'.nbt sich ein Ges.amtbestund reut 29436090 gegen 2693900» Hektostter t-n Jad.e 1924.
— Ok ra,fische "utzentzandrlrdaak verhandett gegen, toärtii durch ihren Direrror mit eii.ee Berktnex' bank we.un.eines «rotze en Kr-stik. Siu h link Londoner unD Pariser Bant,er» sollen Kreditverhanvlun^en stait- finoen.
Frankreich und Rußland.
Beschlagnahme des russischen Staalsoermögcns In Frankreich.
wtb Paris, 13. Dez. (Tel ) Auf Verlangen des Iustizminifters ist gestern das in Frankreich vorhandene 2 er mögen des russischen Staates wie der russischen AkliengeseUschafken, besonders der russischen Bank, die ihren Silz In Leningrad hat und in Frankreich Filialen unterhält, u n t e r S equefier gestellt worden. Zum Sequester wurde der von dem gemischten Schiedsgericht her bekannte Jaudieu ernannt, liebet die Gründe, die zu dieser Maßnahme geführt haben, wird in amtlichen Kreisen erklärt, man habe befürchten müssen, daß die Sowjetregierung nach der Anerkennung durch die französische Regierung sich berechtigt glauben. würde, den russischen Staatr- 6e{i| in Frankreich zu fordern.
Herriots Krankheit.
Der Krankheitsbericht, der über den Zustand des Ministerpräsidenten Herriot ausgegeben worden ist, stellt fest, daß sich der allgemeine Zustand gebessert habe, daß aber die Geschwulst am Knie die völlige Ruhe des Patienten notwendig mache.
Da ein weiterer Spezialist hinzugezogsn wurde, nimmt man an, daß der Ministerpräsident auch an einer Venenentzündung leidet.
Die „Liberte", deren oppositionelle Stellung allewings tu Betracht gezogen werden muß, spricht davon, daß Herriot vielleicht einen Monat lang das Zimmer n i ch t verlassen Eömte. Es stellt auch schon fest, daß der Ministerpräsident in der nächsten Woche bei der Diskussion des Budgets für die Auswärtigen Angelegenheiten durch den Justizminister vertreten werden wird. Unter diesen Umständen sei es nicht ausgeschlossen, daß die Frage über die A b s ch a f s u n g d e r Bo t s ch a f t b e i m Vatikan bis nach Neujahr vertagt werde.
Die Völkerbundstagung tn Rom.
0-- Frage des Protokolls. — Die engt Dominions.
Deutschland und der Völkerbund.
b Paris, 13. Dez. (Tel.) Wie der Ssndek- :ch.'Lrftailer des „Malin" aus Rom meidet, hat ira der französische Delegierte Driand verschie- -.-a'lich Iournaüften seine Ansicht über den Ver- aüf der Völkerbundstagung ausgesprochen. Sein Eindruck ist der, daß. wenn eine Politik verstärkt aus den Verhandlungen in Rom hervorgehe, es die des Prokokolls vielmehr als die der Allianzen sei. Die Schwirrigkeiken des Garankiepaklsystems feien sehr groß. Aus den privaten Aeußerungen des englischen Slaaiskommifsars Chamberlains gehe klar hervor, daß die D 0 m i n i 0 n s ihre Opposition ausgeben tönnfen, wenn das Protokoll abgeäudert würde. Der Sinn dieser Abänderung würde fein, daß man den Derpflichlungen einen regionalen Charakter gäbe und daß verhindert werde, daß die Dominions in Europa emzugceifen hätten und umgekehrt, daß Europa in außereuropäische Konfliile einzugrersen hätte. Driand hübe auch die Ansicht ausgesprochen, daß Deutschland bald seine Zulassung zum Völkerbund verlangen werbe.
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wtb London, 13. Dez. (Tel.) Zu den in ans- wärkigen Blättern enthaltenen Berichte, daß Chamberlain die Möglichkeit erwähnt habe, an Steife des Genfer Protokolls einen engiisch-sronzLsifchcn Pakt abzuschlietzen, dem andere Staaten beitreken könnten und der unter den Auspizien des Völkerbundes stehen sollte, ersähet die „Dailt? Renrs", der Skssks- sekretür habe sich in dieser Hinsicht in keiner Weise fcstgelegl._______
Die Lebenshaltungskosten.
Dis auf den Stichtag den 10. Tezember berechnete Groß h a nd elSin 0 exzij fer brs statiniswen Neichsamics stieg gegenüber hem Stand-- vom 3. Tezewber um 0,9 Prozent. Häber lasen vor allem di? Pre'ie für Getreide, Butter, Schmalz und Hopfen, seiner Ä'o v, Flais, einige Nicbieisenmetalle und Ma'stbinenöl. Gesunken sind die Pie^e für Zucker und Fleisch, ferner von Baumnollr, Baum wo!! a>n, Nol.su l>, Blei und Z-nk. 'Bon den Haiipigruppen zogen L bene mitte! von 123.4 auf 124.9, tie Zn- diistrieftoffe von 138,2 auf 138,8 Prozent an. Tie Reichsinh-xz fser für die LebrnShalrunaskoslen (Ernahrun.», 'Wvdnunp, Hsizunp, Beleuchtung und Bekleidung) für den '10."Dez-möer blieb nach den Feststellungen res statiilischen Ne-chLümtes gegenüber der Vorwoche (122,2) mit 122,3 nahezu unverändert. _____________________
» Trluwph der drahtlo'e 1 vilder-UeiierÄttttung. Die Newyrr^er lölätter )ino voll drahtlos von London über, mitteltcr Bilder. Ein Bild der eben 40 Jahre alt uetoorbenen Könt rmu'ter Alexandra, der Gattin des frücetrn enaltschen Köm s Edvard VII. wuree über« nutieft t:n Lause von nur 20 Minuten. In kurzer Zeit w-ll die Morcont-Nelell^chaft und d.e ameriiaiiische Rodro.'.«esellshaft einen re ei mäßigen wahllosen Photo- (uaptjirbicnft zwischen @roßbrita.mirn und den Ver- ririigten Stnaien beginnen. Man ermatt t. daß daS neue Tystern in t»k;m Äiaoe auch eine Hilfe für die interriut onaie Polizei werden wird, indem die Phoio- ,-raphien reiutter verbrech', r^ und deren Fingerabdrücke (!) übermittelt werden können.
= Vie Inh! der Lrw.-ror- nn) D.rtschastr Tev»ffen- scha te» im Deutsch-» Reiche betrug aut 1. JuU 11*24 52 217.
W ReichßßMüzresorm.
Wie die „Voss. Zig." wissen will, beabsichtigt das Reichsfinanzministerium, folgende Vorschläge zur Neuregelung der Steuern zu machen:
Bezüglich der Einkommen- und Körperschafis- steuern 1924 soll der Entwurf eines U e b e r l e i - tungsgesetzes geschaffen werden, auf Grund dessen unter bestimmten sachlichen Voraussetzungen, so z. B. gänzlicher oder teilweiser Stillegung, Der- lustpreisen, sonstigen Verlusten usw., jedem Steuerzahler das Recht zustehen soll, um teilweise Rücker st attung der Steuern emz» kommen.
Für die Einkommen- und Körperschaftssteuer 1925 fei geplant, die monatl. Vorauszahlungen i n vierteljährliche umzuwandeln. Die Handhabung der Vorauszahlung fall ein Bewertungs- gefetz per 31. Dezember 1924 geschaffen werden, das die Grundlage für alle steuerlichen Bewertungen abgeben soll. Die Bewertung soll von den Finanzämtern in engem Zusammenarbeiten mit den wirtschaftlichen Kreisen vorgenommen werben. Die U m s a tz st e u e r soll auf ein Prozent ermäßigt werden.
Die Morganbank in Europa.
Ein amerikanisch-europäischer Dankentrusk.
Wtb Paris, 13. Dez. (Tel.) Der «Berliner Berichterstatter des »Echo de Paris" will aus gut «nkerrichtsler Quelle erfahren haben, daß die Morganbank zur Zeit bereit fei, alle eu r0- päifchengroßen Bankfirmen zu einem Trust zufammenzufchließen, der, wie die 2Uor- gcmbank wünsche, seinen Sih möglichst in Gens Ha- Haben soll. Es handelt sich um die F i n a n, i e - rung der h0lzlieserungen, die auf Re- paratiouskonlo gemacht werden.
Kufstand in Albanien.
wtb Delgrad, 13. Dez. (Tel.) Die den Zeilua. gen heule zugegangenen Meldungen bestätigen den Ernst der Äufstandigenbewegung in Albanien. Gegenwärtig finden bei Liula und Emalesis blutige Kämpfe statt. An der Spitze der Aufständischen stehe Baryaklker Rosir, dessen Streitkräfte rasch zunehmen. Die Regie- rung Hal Balten Tsur mit der Niederwersung de, Aufstandes und der Bildung neuer Freiwilliges scharen beauftragt
Deutsches Reich.
* Ta Deutsch-japanische Handelsvertrag. End gegen anberSlautenöen Presscnachrichten wurden die deutsch -japansichen Handelsvertrags »Bet handlunoew ohne Unterbrechung forlpesührk unb führten ich einer p'o^eti Anzahl von Fragen bereits zu einer Berständiguna. Einige wichtige Punkte stehen allerdings noch offen. Die Verhandlungen werden aber im Geiste gegenteiligen Entgegenkommens geführt und eS stehl zu erwarten, daß sie binnen Kurzem zu einer völligen, be.De Teile be» friedigende» E ntgung fuhren werden.
Kurland.
* Ter brd'ohte Krassin. In Paris ist vor der rufjt cten Boisckast eine vierzig Jahre alte Dame, eme Russin von Geburt, die mit einem Ametikaner verheiratet war, namens Dick on, ver» haftet wo,den, da sie Drohungen gegen deck SoMjet-Botichafter Krassin auSgesto en hatte un»; sich im Besitze eines Revolvers mit 40 Patrone» befand. Auf der Polizeiwache erklärte bte Dame, sitz bade ihre Familie, die in Rußland wohne und bte; jhte Existenz verorcn habe, rächen wollen. Frau Sld'on ist in Haft genommen worden.
* Französischer Ofsiziersabbau. In der Sitzung der Pariser Kammer ist bei Beratung des Budgeti für das Heer auf Antrag eines sozialistischen 2ib< geordneten mit 302 gegen 267 Stimmen beschlossen worden, die Z a h l d e r ü f s i z i e r e im Heere zu vermindern, sodoß eine Ersparnis von 2 0 Millionen Franken erzielt werdey kann. ..... ■ >.
Der Haarmanrr-prozetz.
Zu Beginn der Freitag-Verhandlung stellte der Dor. sitzende fest, daß Grans am 4. September 1924 wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt bestraft rooibett ist, gegen das Urteil aber Revision eingelegt hat. Dann wird die Vernehmung zu den einzelnen Fällen fort-, gesetzt.
In den Fällen des 17jährigen de Dries, bet von Celle auf ein paar Tage nach Hannover grfommen war, unb des Malermeisters Koch gibt Haarmann bie Tötung zu Im Mittelpunkt der weiteren Verhandluiig sieht ein Pelzmantel des Ermordeten Sonnentelb. 3in Auscklutz an den Fall Wa!f entspinnt sich eine Auseinanbersetzung darüber, ob Wolf am 24. oder 25. Oktober verschwunden ist. Haarmann erklärt bazu: Es kommt bei mir auf einen Fall mehr ober weniger nicht an. Der 24. kann es nicht gewesen fein, benn ich war bte ganze Woche nicht nüchtern. Zum nächsten Fall Erbuer lagt Zeuge Lunghuis aus, er habe Haarmann mit Erdner gesehen. Aus Befragen habe Haarmann ihm erklärt, er habe Erdner der Polizei übergeben. Haarmann bestreitet im Fall Erdner die Tötung nicht Im Falle des Mordes cm Brinkmann, den Haarmann auch zugibt, bekundet Zeuge Otto, bah er beobachtet hat, wie Haarmann zu bem Jungen kam. Die Verhandlungen werbe» auf Samstag vertagt.