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Auldaer Heilung

Sonntag 14. Dezember 1924

Der Reichshaushaltsplan für 1925

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----- Aus dem Vogelsberg. Fast alle Bahnstatio­nen zeigen in diesen Tagen ein recht seltsames Bild: Ueberall werden Unmengen von Weihnacht»- bäumen vcrstlden, die nach Mittel- und Süd­deutschland gehen. Die Bäume sind durchweg das Erträgnis der vor etwa 12—15 Jahren ausgefor­steten Oedländereien des hohen Vogelsberges und bringen den Gemeinden jetzt eine hübsche Summe Geldes ein.

— Aus dem Spessart. Vor etwa 70 Jabien touibe in ten Waldungen von Burgsinn ein Förster von einem Wildoieb er chofsen und, ro.e der Volks- mund behaup:eie, in der Emsamkeit des Waldes begraben. Alle Nachforlchnn en nach dem Beamten blieben vergeblich. Jetzt fand nun em B uer beim Ausgraben einer Grube unter einer sta ken Kalkchlcht die Ueberreste des damals erchossenen För'ter^.

---- Schollen. Das Schöfsenoericht Gießen hatte den früheren Leiter der Dürerschule in Hochwald­bausen wegen Sittlichkeitsverbrechens an minder­jährigen Schülerinnen zu sechs Jahren Zuchthaus verureilt. Dagegen war von dem Angeklagten, dem Direktor Hellmut Neuendorff, Berufung ein­gelegt worden. Die Strafkammer hat die Berufung fegt aber verworfen und sie damit begründet, daß in der Dürerschule geradezu unglaubliche Zustände geherrscht haben.

= Lain cnw Den. Im fast vollendeten 102 Lebens- fahre ist der älteste Mann Hessens, der Land- wirt Georg Bauer, gestorben. Ter hochbeiagie Greis war bis zu seinem Lebensende rüstig und oing noch bis zum vorigen Jahre jeden Morgen zum Brunnen, um sich zu waschen. Bor neun Jahren verlor er seine Frau, die er, als sie noch ein Kmv war, auf dem Arme getragen und als vierzigjähriger Mann aeyeiratet batte.

----- Hofheim i. T. Bei den Fundamentierungs­arbeiten für den Erweiterungsbau der katholischen Pfarrkirche stieß man au f.al te s M au e rw e r k. das von Sachverständigen als die Reste eines römi­schen Dorpostenbaues festgestellt wurde. Funde wurden nicht gemacht.

= Mainz. Das größte Rheinmotor­schiff wurde in Königswinter vom Stapel ge­lassen. Das Boot, das als erstes seiner Art mll einem Oberdeck versehen ist, hat eine Länge vcn 21 Metern, eine Breite von 4,10 Metern ui.o ist nur einem 50 PS.-Dieselmotor ausgerüstet. Die Mo­torstärke genügt auch zur Verwendung des Schif­fes als Schlepper und Frachtgutfchiff.

= Sk. Goar a. Rh. Der zwischen der preußi­schen Krongutverwaltung und der Stadt St. Goar abgeschlossene Vertrag über den Erwerb der Burg­ruine Rheinsels hat jetzt die Genehmigung des Generalbevollmächtigten Kaiser Wilhelms und des Finanzministeriums gefunden. Die formelle Elgen- tumsübertragung der Ruine wird in den nächsten Tonen erfolgen, lieber die Verwendung der Burg­ruine faßt die Stadtverordnetenversammlung dem­nächst Beschluß.

3. Blatt.

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vermischtes.

* Ter 'änglte Prozeß, den es je gelben bat, ist Wohl ein Prozeß, der zu der Zeit, da , Go« he an dem Reichslammeroericht in Wetzlar werlie. noch ipielie. Es handelte sich um den Besttztitel an einer ieichsgiöflichen Besitzuna. Ter Prozeß dauerte l»d Jahre. Es wurden 684 Zeugen vernommen. Deren Aus'a-'en standen auf 10864 Blauern zu leien.

* Zu zehn Jahren Zuchthaus wurden vom itob« lenser tourreiitht zwei Arbener verurteilt, dir im Juni beim Wildern von einem Jaoddüter über- raschi woiden waren und diesen schw r ve> letzt batten. Da nach den Srmiillunaen die beiden Wild übe den Jagdhüler vor ötzlich töten wollte», erkannte das Gericht auf die schwere Strafe.

* Verminderter Schuhbedarf im Lande der Autos. Tie amerikanischen Statistiken weisen aut die mtercssante Tatsache bin, dass durch die allgemeine Benutzung von Fahrzeugen in der Stadt und auf dem Lande der ©cbubbebarf Amerikas bedeutend zu- rückgeht. In den letzten fünf Jahren sind zahlreiche alteingesessene Lederiirmen eiugeoangen. Auch die Einfuhr an Schuhen ist ent prechend zurückgegangen.

In der öffentlichen Hauptoerfannnlung des Reichsrats stand der Haushaltsplan für 1925 auf der Tagesordnung.

Ministerialdirektor Sachs führte, nachdem die Einzeletats debattelos nach den Ausschuhbefchlüs- sen angenommen waren, in einem Ueberblick über den Reichshaushaltsplan für 1925 aus, daß dieser erstmalig wieder auf der Grundlage der Goldwährung erscheint. Auch in sachlicher Beziehung sei die Reichsregierung bei der Auf­stellung des Haushaltsplanes zu den bewährten Grundsätzen der Vorkriegsfinanzgebah- rung zurückgekehrt. Die Reichs'.egierung er­warte, daß die allgemeine Lage im Rechnungs­jahre 1925 es gestatten werde, die im Haushalts­plan ausgeworfenen Anleihebeträge durch die Un­terbringung langfristiger Anleihen zu beschaffen. Eine einigermaßen zuverlässige Schätzung der Steuereingänge sei unmöglich gewesen, da eine NeuordnungderSteuergesetzgebung im Gange feii Ein zweiter Grund der Unsicher­heit bestehe darin, daß der bisherige Finanzaus­gleich mit den Ländern mit dem 31. März 1925 abläuft. Ein dritter Grund der Unsicherheit liegt darin, daß zwar nach dem Gutachten der Sach­verständigen im Rechnungsjahre 1925 die Repa­rationsleistungen den Reichshaushaltsplan nicht belasten sollen, daß aber gleichwohl für das zweite Reparationsjahr eine Leistung von 500 Millionen RM aus dem Reichshaushaltsplan verlangt wird. Auf dos Rechnungsjahr 1925 entfällt von dem im zweiten Reparationsjahr zu leistenden Betrage ein Siebenmonatanteil von 291,6 Millionen; die ent­sprechende Einnahme ist in dem Haushalsplan eingestellt. Ter Fünfmonatanteil des ersten Re­parationsjahres beträgt 433,3 Millionen, von , denen 333,3 Millionen durch eine äußere Anleihe von 800 Millionen und 100 Millionen von der Deutschen Reichsbahn - Gesellschaft als Verzinsung ihrer Obligationen aufgebracht wer­den. Die Reparationsleistung des zweiten Repa­rationsjahres beträgt insgesamt 1220 Millionen; 595 Millionen entfallen hiervon auf die Verzin­sung der Eisenbabnobligationen. 125 Millionen auf die Verzinsung der Industrieobligationen und 500 Millionen auf den Reichshaltsplan.

Der Haushaltsplan der all gerne i - nen Reichsverwaltung schließt mit einer Gesamtausgabe von 5,9 Milliarden im ordentlichen Haushalt. Bei der allgemeinen Reichsverwaltung betragen die Einnahmen 5,5 Milliarden. Ihnen stehen gegenüber an fortdauernden Ausgaben 5 Milliarden und an, fortdauernden Ausgaben des Kriegslastenhaushalts 161,7 Millionen, endlich 184,4 Millionen an einmaligen Ausgal •, insge­samt ein Ausgabenbedarf von 5,5 Millian en. Der ordentliche Haushalt hält somit das Gleichgewicht.

An Einnahmen find eingestellt wie im Vor­jahre 4,1 Milliarden aus Besitz- und Verkehrs­steuern und 1 Milliarde aus Zöllen und Ver­brauchsabgaben. Die Ueberweisung an die Län­der beträgt 1858,6 Millionen. Die Ausgaben für die Zivil- und Militäranwärterversorgung sind na­mentlich durch die Besoldungserhöhungen, weiter­hin stark gestiegen, erstere um 21,6 Millionen, letz­tere um 286,2 Millionen.

Aus der dem Haushalt beigefügten Zusammen­stellung ergibt sich, daß die P e r so n al au s g a- den 16,6 v. H. der Gesamtausgaben, die Ausgaben für Pensionen, Hinterbliebenenversorgung und Versorgung der Kriegsteilnehmer 23,3 v. H., die

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Sonnraa, 14. Dez. (Kollckte für den Bonifatius. Verein). Dom. Kommunion der Jun trnge und Jungmänner. Beicht,itlegenheit: Samstag niorge: 8 von 1,6 an, ncichm. von 2—3 Kinderbetchte, von /,5 an für Erwachsene. Sonntag nior ens von 7,8 Uh- an — Sonnt« 8 ■ Go.tekdienste: *'«6, -6 , u. 7 ol; Messen. Bor u. nach denselben jedesmal ÄuS- leiluna der hl Kommunion. '/«7 in der Marirnlap. t hl. Messe mit Ansprache und Komm, sirr die Mit lieber des Ju endvereinS und der chrinenlehrpflicht. Jünglinge. 8 Pfarramt mit Pred, ‘/.IO Kathedralamt mit Pre»., »/«II Christent f d,e Jünalinae, '/al2 letzte bl. Messe mit Pred., 7,2 Herz-Mariä-Brudersckaft, 2 Chrisienl. füt die Jun ifrauen, um 4 Uhr Predi t mit '.'Indacht und Segen, 6 Uvr.iderz. Maria-Bruderschaft mit Pred. und Segen mder Marienkap. — Stadtpsarrkirche. Beichte Samttaanachm. 3—7 u. 7.8—V 9; Sonntag früh »/•«—1«8 57, bi. Komm., 5'a bl. Messe und Komm, der Dienst» mödhenkongregation, 6'/< hl. M. u. Komm, der ^üngl. 8 er ler Schulgoiteedienit, Predigt und Kommunion des siebten Schuljahres, 9', Pfarramt u. Pred., 11 zweiter Schvlod u. Pred., 974 'Andacht für die Jünglings» fodalität in der Severikircke, 17, Eqrlsteick. d. Jungfr., 27, Brudeischaft rpn der Todesangst de» Herrn, 4' Uhr Andacht für die Dienstmädchenkon re ation m der Se- ver'kirche. Dienstag nackm 57, beginnt die neuntä , e Advent-:andacht. Mittwoch, Freitag und Sam-tag Qualemderfasttaae. — Pfarrkirche »um heiligen Geist 7 Uhr Frühmesse, 8 Sochamt und Predigt, ‘AS Uyr Chrinenlehie, 5 Andacht. — Severikircke. 7 Uhr hl. Messe. — Krauenberg. 5, 7,6, 6, 7,7 und 7 Uhr hl. Messen, x «ruderfchaf'smesse, 9 Lcvitenamt, na hm 2 feiert. Vesper mit sakram Segen. Abends 5 Ubt Andacht zu Ehren der Unbefleckten EMpmn, nia Mariä — <iriedhof-Kspe>le a« 8ian$ofeh®8l6ttn Sonntag 67, hl. M mit Anjptache. —kldleiltirche der Seneditztinee» innen Sonntags 6 Uhr Conventamt, wochenta s * ,6 fülle Messe; - 7,9 Conventamt, täglich 3 Uhr Bester. — St. MichaclSurche. Während der hl. Advent- eit an allen Ta en (mit Ausnahme von Sonntag und Monta,) um 7 Uhr Rorateamt. Austeilung der hl. Kommunion vor und wählend der ht. Messe.

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Ueberweisungen an die Länder 36 v. H. der Ge­samtausgaben ausmachen.

Der außerordentliche Haushalt der all­gemeinen Reichsverwaltung zeigt einen 2lusgabe= bedarf von 433,4 Millionen, in dem der Unleipe- bebarf' des Kriegslastenetats in Höhe von 141,L Millionen enthalten ist. Die eigentlichen Ausga­ben des außerordentlichen Haushalts der allge­meinen Reichsocrwaltung belaufen sich somit auf 292,1 Millionen. An außerordentlichen Einnah­men stehen zur Verfügung 135,9 Millionen. Es ergibt sich danach für den außerordentlichen Haus­halt der allgemeinen Reichsverwaltung ein Anleihe­bedarf von 136,2 Millionen und unter weiterer Hinzunahme des Anleihebedarfs des Kriegs­lastenetats ein Gefamtanleihebedarf von 277,4 Millionen. '

Der Haushalt für die Kriegslasten | zeigt im ordentlichen Haushalt einen Ausgabebe­darf von 162,2 Millionen, der außerordentliche. Haushalt für die Kriegslasten einen- Ausgabe­bedarf von 1,236 Milliarden. Hiervon entfallen 1095 Millionen auf die Reparationszcchlungen und- 142,7 Millionen auf die Schuldverbindlichke ten des Reiches, insbesondere für die Reparations­sachleistungen vor Beginn des ersten ReparationS- jahres. Der Ausgabe von 142,7 Millionen steht eine Einnahme von 1,5 Millionen, gegenüber.. Der Restbetrag von 141,2 Millionen soll auf eine An­leihe übernommen werden. Insgesamt beläuft sich die Ausgabe des Haushalts für die Kriegslasten auf 1,4 Milliarden gegen eine Milliarde im Vorjahre. Der Zuschußbedarf, abgesehen von den Repara­tionszahlungen, beträgt 302,9 Millionen gegen 465 Millionen im Vorjahre.

Die Reichspost und die Reichseisen­bahn erscheinen infolge des Postfinanzgesetzes und der Gründung der Deutschen Reichsbahn­gesellschaft nicht mehr im Reichshaushaltsplan.

Wenn der Reickshaushalt für 1925 mit einem Gefamtanleihebedarf von 277,4 Millionen ab­schließt, zeigt sich, daß wir von einer durchgreifen­den Besserung der Finanzlage des Reiches, wie sie das Ziel der Vorschläge der ter Sachverständi­gen bilden sollte, noch unendlich weit ent­fernt sind. Insbesondere von der Lösung der Frage der Steuerneuordnung und des Finanz­ausgleich des Reiches wird es abhängen, wie sich die Finanzlage des Reiches endgültig gestalten wird. Der Entwurf des Gesetzes über die Fest­stellung des Reichshaushaltsplans enthält die Er­mächtigung zur Aufnahme einer Anleihe bis zum I Betrage von 277,4 Millionen, weiterhin eine Er- I mächtigung zur Aufnahme eines Kredits bis zur' Höhe von 150 Millionen zum Zwecke der vorüber­gehenden Verstärkung der ordentlichen Betriebs­mittel der Reichshauptkasse.

Der Haupthaushalt und das Reichshaushalts- gesetz wurden vom Reichsrat angenommen.

Zu erwähnen ist, daß im Haushalt des Mini­steriums des Innern eine Ausgabe, mm 5 Millto­ne n M a r k als Kosten für die Durchfüh­rung der Wahl des Reichspräsidenten vorge­sehen ist. . ..

Der Reichsrat nahm dann noch eine Ergänzung zum Etat des Reichswehrministeriums sür das Rechnungsjahr 1924 an, in dem eine erste Rate von etwas über einer Million für die V e r l c g u ng der Infanterieschule von München 1 nach Dresden gefordert wird._____________

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