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Zur Unterhaltung

heiteres

Wie sich die Zeilen ändern.

nun reden wir alle beide — und die Nachbarn hören zu.

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Ich Als Nacht.

scheint . . .

Nebel spielt auf dem Meere. Leise fchleiert er den Stromboli ein, verhüllt Teile der kalabrischen Küste, wirrt und raucht um die Krater meiner Insel. Lautlos verschieben sich Bilder und Berge. Der Aetna wogt ganz nahe heran, ich könnte chn mit der Hand berühren . . . Der Berg, an besten Fuß ich liege, rückt fort in lichtklare Ferne. Alles schwingt und trügt und dreht sich auf dem verhüllten Meere . . . Schleier der Maja . . . Nacht rückt herab. Zwei goldene Teller liegen auf dem Meere, Spiegelbilder des unsichtbaren Mondes....

Fünf Aguenblicke nur aus den hundert, die mir das Meer bot. Aber ich fühlte geheimnisvoll das Weben des Lebens, dessen Atemzug auch ich verströme, den leisen Atem der Gottheit, die in uns wirkt Werden und Vergehen. . .

des tragischen Helden erhöht.

Man muß sich nach den Enthüllungen des Geistes ein­mal die Frage öoriegen: Wie soll Hamlet seine Rache vollziehen? Er könnte hingehen und den König nieder- stoßen. Das verlangen viele ältere Kritiker von ihm, und sie nennen chn einen Schwächling, weil er feine Rache nicht sofort übt Angenommen nun, es gelingt ihm, den König zu ermorden, bann würbe man im Volk und am Hof ihn als gemeinen Mörder bezeichnen. Die Aussagen des Geistes gälten nicht als Rechtsfertigung für feine Tat, im Gegenteil man würde sie als Ausrede aus­legen. Es gibt nur einen Weg für Hamlet: den der Jntrigel Dem Hof und dem König gegenüber muß er Harmlosigkeit heucheln. Im Geheimen eine Verschwörung anzetteln und dann den König stürzen, das ist bas einzig Mögllche. Aber auch bas wirb schwer, ja vielleicht un­möglich für ihn fein, weil er, ein Mensch von lauterer Wahrhaftigkeit, zum Ränkespiel nicht geschasfen ist: er muß feiner edlen Natur treu bleiben. Es kommen noch

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wölben scheint. Es war das Meer.

In der tiefen Einsamkeit meiner Insel wartete ich nun, bis es zu mir sprach. Tag und Nacht lag ich am Strande und auf den Bergen, hörte die ungeheuren Langwogen heranbranden, wie Atemzüge, fah Sturm­winde aus dem Himmel herabfahren und sich auf die schwarze Flut werfen, sah die schneeweißen Flügelblitze der Wellen, die sich unheimlich zur Empörung sammel­ten, wuchsen und fliegen . .. unb in betäubenbem Donner an ben Mövenfelsen zerbrachen.

Dann schenkte mir bas Meer feine höchsten Augen­blicke:

Weiße unb goldene Gewölle umkränzen bas blaue Meer. Der Aether ruht in Mittagsstille unb trägt im Zenith bie blasse Sichel bes wachsenden Mondes. Süße, ganz ferne Lichtbrandungen an ben Säumen der Flut. Ich liege unter einem Detbaum und schaue gen Osten, schaue und versinke. Da blickt es mich an, bas tausend- farbige Auge des Meeres mit flirrendem Glanze. Die dunkle, hauchende Iris. Schwebend kommt es heran, das Unergründliche, über bie schwarzen Ränder der Lava. Hoch in den Himmel schwillt bas tiefe Blau und über­flutet mich. Der Detbaum versinkt....

Ein anderes:

Ruhendes Meer rund um feine Insel. Der Himmel spielt Regen herab, ganz ferne von mir. Wie ein dunk­les Tuch schreitet die aufgelöste Wolle über bas Meer. Zu ihrer Rechten unb zu ihrer Linken ist blanke Sonnen­bahn. Dann schwebt roieber ein bunteifarbenes Tuch regnenb über See. Viele Wolken, von fchillernben Licht­gängen unterbrochen, regnen so leise im Osten. Cs wird Abend. Die Günsterbüsche brennen- rot In ben West­himmel. Moven mit rosa Flügeln unb weißen Spitzen schreien in bie sinkende Nacht. Der Osten regnet nicht mehr. Die Vulkane ruhen traumfarben auf dem Meer. Die Sonne sinkt und haucht uraltes schweres Silber. Das Geäder der Flut rollt. Ein greifendes Lichtseil gürtet den Meereshorizont. Weihe, durchsichtige Schleier stei­gen von ihm auf unb hinter ihnen glühen bie goldenen Knospen der Wollen. Golden wird auch der Osten, während der Nordhimmel in Nachtblau versinkt . . . . Plötzlich, wenn der Scirocco kommt, ist das Meer kein Wasser mehr. In jedem Augenblick wechselt es beäng­stigend sein Antlitz. Pfade, wie von geschmolzenem Schnee durchziehen seine mattgraue Düsternis. Es steigt in unwirklichen, rauchfarbenen Ebenen, vier, fünf über­einandergelagert in den Himmel. Grüne Höhen wallen | empor. Dunkelblaue Hochebenen dunsten in den gold-

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ein Künstler. 81.: „Gestern habe ich einen Künstier gehört, der spielte eine wunderbare Melodie frei aus dem Gedächtnis und nebenbei unterhielt er sich ganz gemütlich mit einer Frau über die Lebensmittelpreise." — B.: „Ganz erstaunlich! Was war es denn für ein Instrument?" — 21.: „Eine Drehorgel!"

Shakespeares Hamlet.

Einleitende Worte für die Aufführungen in der kommenden Woche.

Diese Zellen, das sei von vornherein bemerkt — wol­len keine literatur-philosophische Abhandlung sein. Es soll lediglich der Laus der Handlung in Shakespeare Ham­let gezeigt, und so zum besseren Verständnis und zur Vertiefung des Dichtwerkes beigetragen werden.

Zunächst einige Bemerkungen über die Vorhandlung. Prinz Hamlet hat an der Seite feines Vaters- bes Königs von Dänemark und feiner königlichen Mutter, eine glück­liche Jugendzeit verlebt. Ein überaus reiches geistiges Wissen und eine vorzügliche körperliche Ausbildung waren die Früchte der Jugenderziehung des jungen Prinzen. Viel verdankte Hamlet feinem Vater, einem großen Herrscher unb Kriegsheld, große Verehrung und tiefe echte Kindesliebe verbindet Hamlet aufs innigste mit feinen Eltern. Dieses Verhältnis wird plötzlich getrübt! Claudius, der Bruder des Königs, kommt an den Hof. Er weiß sich die Neigung der Königin zu sichern, die sich von dem eleganten Weltmann täuschen läßt. Der alte König muß natürlich jetzt eines unnatürlichen Todes sterben, da Claudius König von Dänemark werden will. Hamlet, der unterdessen auf der Universität zu Witten­berg weilte, erfährt den Tod feines geliebten Vaters und die Wiebervermählung feiner Mutter.

Hier beginnt nun Shakespeare mit feiner Tragödie. Dem Freunde Hamlets, Horatio und einigen Soldaten ist bei der Nachtwache der Geist von Hamlets Vater er­schienen. Während Horatio seinem Freund Hamlet von der Erscheinung berichtet, taucht der Geist wieder auf. Hamlet folgt ihm ohne Furcht unb erfährt von bem Geist, seinem Vater, baß sein Oheim, der augenblickliche König, der Mörder ist. Diese Geisterszene mit ihrem packenden Realismus — denn an diesen Geist glaubt man wie an etwas Wirkliches — steht als dichterische Tat, wie so vieles in Shakespeare, einzig in der Weltliteratur da. Jetzt beginnt für Hamlet ein neues Leben. Er muß feine eigene Natur unterdrücken und eine ganz neue zeigen. Ein Gedanke lebt rtur noch in ihm: Rache an seinem Oheim! Zwischen dem ersten und zweiten Er­scheinen des Geistes klingt die Ophelia-Handlung an. Es folgt nach der aufregenden Hofszene, in der der König seine Standrede hält, eine sepische Ruhepaue, deren das Gemüt des Zuschauers jetzt bedarf: Die Ein­führung in die Familie des Oberkämmerers Polonius. Laertes, ein vollendeter Hofmann, warnt feine Schwester vor den angeblich unlauteren Anträgen Hamlets. Ophe­lia weist ihren Bruder zurück, da sie ihren Geliebten bester kennt als der Junker Laertes, der in ihren Augen ehr „kecker Bruder Sausewind" ist. Laertes nimmt vor feiner Reise nach Frankreich Abschied von feinem Vater, der ihm eine Fülle von trivialen Weisheiten mit auf ben Weg gibt. Dieser beschränkte Alte greift immer fehl m feinen „weisen" Ermahnungen. Die feine Komik bes Gemäldes beruht darin, daß der kleine Mann in feiner Eitelkeit sich berufen glaubt, in dieser Welt eine Reihe höchst wichtiger und weisheitsvoller Rollen zu spielen, hier die Rolle eines würdigen, klugen Vaters. Die junge Tochter freilich, die in ihm nur den Vater, unb einen gutmütigen, freunblichen Vater sieht, ist betroffen, als sie auch bei ihm bie gleiche Ueberzeugung von ben unedlen Absichten Hamlets findet. Sie verspricht in kindlichem Gehorsam, den Prinzen in Zukunft abzuweisen. In die­sem Versprechen liegt das dramatstche Element dieser sonst epischen Szene und zugleich bie organische Ver­knüpfung mit ber Haupthandlung: durch ihre Abkehr von Hamlet wirb bas gegenwärtige und kommende Leiden

Dar Meer.,

Bon Joseph Magnus W e hUe r.

hatte es bisher nur im Traum gesehen.

ich von Neapel weiter südwärts suhr, war es Der magnetische Schein des Vesuv zuckte durch

schwere Regenwolken. Ich schlief vor Müdigkeit gleich ein.

Erst in Paola wachte ich auf. Es wurde Tag. Zur Linken lösten sich die grauen und gelben Kastelle der Griechen und Römer aus dem dunklen Dämmer der Berge. Zur Rechten eine graue Fläche . . . weit unb langsam anfteigenb in bie Ferne ... bis sie sich leise unb unmerklich in ein langes dunkelblaues Gebirge auszu-

flus aller Welt.

— Baupolizei im Mittelaller. Auch das Mittelalter hatte schon eine Baupolizei. Freilich arbeitete sie mit fehr einfachen Mitteln. Nach Fertigstellung eines Neu­baues war gerade wie heutzutage eine „Bauabnahme" erforderlich. Dies geschah nach den „Weistümern" der Städte Straßburg unb Bafel, bie uns erhalten finb, in der Weife, daß der Rat drei mit großen Haken bewaff­nete Männer schickte, die sich bemühten, das Haus ein« zureißen. Gelang ihnen dieses nicht, so galt das Haus als fest genug, um als menschliche Wohnung dienen zu können, und es durfte bezogen werden.

— welches ist die humanste Hinrichtungsart? Mit dieser Frage hat sich kürzlich die Juristisch-medizinische Gesellschaft in London beschäftigt. Lord Ruffel machte den Vorschlag, den Verbrecher in der Nacht durch Ein- sührung von Kohlengas zu töten. Doch begegnete dieser Vorschlag starkem Widerspruch, da die Wahrscheinlichkeit besteht, daß ber Verbrecher vor lauter Angst keine Nacht mehr schläft unb baher bei vollem Bewußtsein getötet wirb. Auch ber elektrische Stuhl fanb keine Gnabe. Schließlich einigte man sich auf ben Vorschlag Lord Atkins darauf, daß das Hängen als die humanste Hinrichtungsart anzufehen fei, da im Augenblick ber Exekution bei bem Verurteilten Bewußtlosigkeit ein« trete. Eine Abstimmung ergab nach der medizinischen Zeitschrift „The Lancet" eine große Mehrheit für diese Todesart.

— (Ein Boot, bas dreitausend Iahre alt ist. Durch bas Hochwasser ber Weichsel ist ein seltsames Fahrzeug herausgespült unb ans Tageslicht gebracht worden. Es handelt sich um einen gewaltigen sogen Einbaum, d. h. ein Boot, das durch Aushöhlen eines Baum­stammes gewonnen ist. Der Einbaum, besten Hinterer Teil abgebrochen ist, muß eine Länge von etwa 15 Metern gehabt haben. Seine Höhe beträgt einen Meter; am Bug ist er sogar eineinhalb Meter hoch. Die Eiche, aus ber er gewonnen ist, muß einen riesigen Umfang gehabt haben; man schätzt ihn auf etwa vier bis fünf Meter. Die Beschaffenheit des Baumes, besonders die Bugverzierung, die noch ziemlich deutlich erkennbar ist, läßt darauf schließen, daß man es mit einem Stück aus vorgeschichtlicher Zeit zu tun hat. Die Leitung des Danziger Museums, dem ber Fund anvertraut worden ist, schätzt fein Aller auf 3000 Jahre. Gleich­zeitig ist ber Funb ein Beweis für die schier unglaubliche Dauerhaftigkeit bes Eichenholzes.

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fort. Er überredet Laertes zu einem Zweikampf mit Hamlet. Laertes Degenfpitze wird vergiftet unb soll so Hamlet den sicheren Tod bringen. Noch einen zweiten Plan — als Rückhalt für ben ersten — ersinnt der Kö­nig: Ein Vecher mit vergiftetem Wein soll bereit stehen, der Hamlet, wenn er davon trinkt, den Tod bringt

Der 5. Akt findet Hamlet und Horatio auf bem Kirchhof im Gespräch mit einem Totengräber. Gedanken über Vergehen und Tod sind der Inhalt dieser Szene, die wie ein herrlich trauervolles Finale anmutet. Dann folgt die Entwirrung des Knäuels ber miberftrebenben Interessen unb Anschläge. Der Wettkampf beginnt Laer­tes wirb zweimal getroffen, beim dritten Gang vermint« bet er Hamlet. Ms biefer ben Stich fühlt, wirft er fein Rapier zu Boden, entringt Laertes das feinige unb verwundet ihn damit. Die Königin trinkt auf Hamlets Wohl aus dem vergifteten Becher. Sie sinkt um. Der König lügt noch einmal Laertes enthüllt den hinter­listigen Mordplan unb entlarvt den König. Die Königin nennt ben wahren Grunb ihres Tobes. Jetzt erst kann Hamlet ben Tob feines Vaters rächen. Unter feiner Hand stirbt ber König. Mit ben Worten „Der Rest ist Schweigen" nimmt ber Tod auch Hamlet hinweg.

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innere Hindernisse hinzu. Mit ber Entlarvung feines Oheims müßte er auch feine Mutter vor aller Welt bloß stellen, deren Schonung ihm aber jein Vater auferlegt hat.

Der zweite Aki ist vorwiegend episch, i^otvendig ist es in solchem Falle, die Dialoge durch ihren Inhalt und besonders durch die sie enthaltende m Charaktere so inter­essant zu machen, daß die relative Ereignislosigkeii den Zuschauer nicht ermüdet. Diese Forderung flat der Dich­ter glänzend erfüllt. Denn den ganzen Akt lang wird unsere Aufmerksamkeit dauernd erregt durch die Ent­wicklung der Charaktere des Polonius und feiner Tochter, des Königs und der Scnigtn, der beiden streberischen Höflinge und vor allem der großartigen Persönlichkeit des Helden.

Ophelia zeigt uns ihr intensives Gefühls- und Phan­tasieleben, wenn sie ihrem Vater von dein Besuch Ham­lets erzählt. Polonius nimmt eine sehr törichte Ursache für die Umwandlung von Hamlets Wesen an, wenn er sagt, daß er aus Siebt yi Ophelia toll geworden fei. Die plötzliche Seränberunl in bem Wesen Hamlets wird jetzt allen auffällig. | Der König wird unruhig. Er will ber Sache auf den Grund gehen. Und so entfeffelt Hamlet durch fein Verhalten das Gegenspiel, ehe er noch den geringsten Schritt nach seinem Ziel getan hat. Po­lonius wird auf ihn losgelaffen, aber feine Schlauheit hilft ihm nichts. Hamlet weist ihn ab. Dasselbe Schick­sal trifft die beiden Jugendfreunde Hamlets, Rosen­kranz und Güldenstem, zwei eitle Starren, die in ihrer Sucht nach Anerkennung bei dem König, vergeblich ver­suchen, aus Hamlet etwas herauszubekommen. Hamlet hört, daß die Schauspieler kommen und da geht es plötz­lich wie ein Aufleuchten über fein Gesicht. Jetzt weiß er feinen Weg. Die Schauspieler müssen ein Stück spielen vor dem König, bas ber Ermordung von Hamlets Vater gleichkommt. Hamlet schließt seinen Monolog am Schluß bes zweiten Aktes mit ben. Worten: Das Schauspiel sei die Schlinge, in die der König fein Gewissen bringe.

Der dritte Akt bringt uns ben Höhepunkt der Ophelia- Handlung. In dieser kurzen Szene spielt sich eine Her­zenstragödie ab, wie sie in so beschränktem Umfang nur die­ser sprachgewaltige Seelenkenner schaffen konnte. Hamlet merkt ben Willen Ophelias, eine Annäherung herbeizu- führen. Aber aus feinem Leben muß jetzt bie Liebe ver­bannt werben unb er nimmt ihr ben Glauben, daß sie geliebt wird. Auf feine Frage, wo ihr Vater fei, sagt Ophelia: „Zu Haufe." Da sieht Hamlet den Kopf des Polonius hinter dem Vorhang! Also auch sie ist ein Werkzeug des verräterischen Königs geworden. Und nun überhäuft er sie mit Schmähungen, die das zarte Wesen bis ins Tiefste verletzen. Dem König fft es nach dieser Szene — er hat mit Polonius hinter bem Vorhang ge­lauscht — klar geworden, daß der Grund für Hamlets verändertes Wesen.anderswo zu suchen ist. Die Siebe zu Ophelia hat ihn also nicht toll gemacht! Das Verhalten Hamlets während der Aufführung des Schauspiels zeigt dem König den Weg, ben er gehen muß, um Hamlets Rache zu entgehen. Aber auch Hamlet weiß jetzt, wer der Mörder seines Vaters ist. Bei ber „Rebe vom Ver­giften" verläßt ber König „fluchtartig" den Theatersaal. Darauf hat Hamlet gewartet. Der König trifft Vor­bereitungen — Rosenkranz unb Güldenstem sind ihm hierbei mit ihrer Katzenfreundlichkeit behilflich — Ham­let nach England zu schicken. Die Furcht vor feinem Rächer und vor Gott dem ewigen Richter wächst gewaltig in ihm.

Hamlet erscheint vor seiner Abreise noch einmal vor seiner Mutter. Diese Szene zwischen Mutter unb Sohn gehört zu bem großartigsten, bas bie tragische Dichtung hervorgebracht hat. Gleich zu Beginn ber Szene tötet Hamlet Polonius, ber sich durch Hilferufe bemerkbar ge­macht hat. Dergebllch versucht Hamlet, seine Mutter zur Rückkehr zu bewegen. Harte Worte muß sich die Mutter von ihrem Sohne sagen kaffen. Der Tod des Polonius paßt dem König in feinen Plan. Er kann Hamlet jetzt nach England schicken, ohne eine Befürchtung zu haben, daß man seine wahre Absicht — Hamlet in England ermorden zu lassen — erkennt. Selbst Hamlet muß dem Befehl gehorchen, denn als Mörder des Po­lonius kann er unmöglich am Hofe bleiben.

Der 4. Akt bringt den Abschluß ber Ophelia-Hand­lung. Das arme Kind wird im Laufe eines Tages von bem Gipfel ber Erwartung höchsten Glückes in bett Ab­grund hoffnungslosen Jammers geschleudert. Der Wahn­sinn nimmt ihrem Herzen die Bürde ab, bie es nicht tragen konnte. Und dann kommt ihr Tod. Man sieht förmlich den Dichter meinen bei ber unaussprechlich rüh­renden Beschreibung ihres Tobes. Laertes kommt von Frankreich zurück und fordert Rache für seinen ermor­

deten Vater. Mitten hinein kommt bie Nachricht von ber i glühenden Osthimmel. Dann plötzlich ist es wieder lauter unvermuteten Rückkehr Hamlets. Der König handelt so- ' Rauch, mattfarbig wie venezianisches Glas, als spiegele es Licht wider, das tief auf dem Grunde des Meeres

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