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Samstag. 13. Dezember 1924.
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3. Blatt.
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Der 10. Jahrestag
der Seeschlacht bei den Falklandsinseln, in der Admiral von Spee mit seiner Heldenschar so ruhmvoll in den Tod ging, war am 8. Dezember. Aus diesem Anlaß bringt der Londoner konservative Daily Telegraph einen Gedenkartikel, der einleitend auf die große Gefahr hinweist, die damals der englische Handel in den fernen Gewäsicrn und miliiärischen Verbindungen zwischen Slui'trai en und Neuseeland auf der einen und den Kriegsschauplätzen in der Alten Welt auf der anderen Seit? drohte. Für den Heldenkampf des deutschen Geschwaders findet der Verfasser, Archibald Hurd, hohe Worte der Anerkennung, die zum Ruhme der Braven von den Falklandsinseln, insbesondere ihres Führers, hier verzeichnet se en.
Ter Verfasser schreibt u. a.: „In der ganzen engliichsprcchenden Welt wird die «Erinnerung an diesen deutschen Admiral stets in Ebren gehalten werden. Er gehörte zu der Brüderschaft des Meeres, obwohl er unter der deutschen Flagge biente. Die Geschichte wird berichten, daß dieser deutsche Admiral in einer Weise lebte und starb, die den Tradfionen der ältesten und stolzesten Seemacht zum Ruhme gereicht hätte. Wenn wir der Schlacht bet den Falk. landSinseln gedenken, zollen wir heute dem (englischen) Aomiral Stuidee sowie seinen Offizieren und Mann« schafien unteren Tribut, ohne einen unfieunbudjen Gedanken an den deutschen Admiral, der den Preis für (seinen Sieg bei) Coronel bezahlte, indem sein Jlaggfch ff mit wehender deutscher Flagge unterging."
Aus Gberhesierr und den hessischen Aemtern.
— Treysa. Als die Frau des Gutsbesitzers O. im nahen Dittershausen in ihr Schlafzimmer kam, bemerkte sieunterdemBetteineFrauens- Person. Es gelang ihr, die Versteckte, die mehrere Kleidungsstücke und Schmucksachen bereits angelegt hatte, herauszuziehen. Es war eine Strafgefangene aus dem Z u ch t h a u f e Ziegenhain, die im Sommer dort gearbeitet hatte und jetzt entlassen worden war. Die Polizei brachte die Diebin in das Gerichtsgefängnis.
---- Reustadl. Auf ein 20jähriges Bestehen kann in diesem Jahre die 1904 auf Veranlassung des Bürgermeisters Friedrich Hubert erbaute städt. Wasserleitung zurückblicken, die unter Leitung des Landcsbauinspektors Schmehl in Marburg angelegt wurde. Nicht die geringste Störung hat bisher den Lauf des Wassers gehemmt, selbst in den trockensten Jahren war hier Wasser im Ueberfluß vorhanden. Die Quelle entspringt an dem 4 Klm. von der Stadt entfernten Stadtwald aus einem hoch gelegenen Basaltselsen, einem Ausläufer des Dogelsberges. Das Wasser ist stets kühl und entspricht allen Anforderungen, die an ein gutes Trinkwasser gestellt werden müssen. Die Quelle gibt in der Sekunde fünf Liter ab, wovon die Stadt Neustadt nur 2,5 Sekundenliter braucht, während der übrige Teil nutzlos in den Otterbach fließt und hier verschiedene Mühlräder der Otter. und Teichmühle treibt Im Jahre 1909 wurde von dem abfließenden Wasser der Gemeinde Wasenberg (Kr. Ziegenhain) ein Teil von 1,5 Sekundenliter abgegeben, wofür eine Entschädigung von 12 000 Mart an die Stadtkasse Neustadt gezahlt wurde, mit der Klausel, daß die Hälfte dieser Summe wieder an W. zurückfällt, falls innerhalb 25 Jahren der Wasserlauf an diefe Gemeinde aufhört. Bekanntlich sagt W. von sich: „Hätte Wasenberg so viel Waffer wie Holz, so wär es noch mal so stolz! Dieses Wasser reicht uns für ewige Zeiten. Die Erbauung der Wasserleitung kostete seinerzeit 83000 Mark, wozu die Stadt bei ihrer Sparkasse ein Dar- lehen von 62 000 Mark ausnehmen mußte. Durch die an sich mäßigen Wassersteuern wurde nicht nur die Verzinsung und Amortisation des Darlehens gedeckt, sondern es verblieb noch ein jährt lieber» schuß. Von der Heff. Brandversicherungsanstalt in Kassel wurde ein Zuschuß von 3000 Mark gewährt, da bei Erbauung des Hochbehälters die besonderen Interessen der gen. Anstalt inbezug auf Feuerlöschwesen berücksichtigt wurden, indem drei verschiedene Wasserkammern angelegt worden sind. Der Druck des Wassers in der Stadt ist so stark, daß bei Deffnung eines Hydranten auf dem Marktplatz der Wasserstrahl über das 25 Meter hohe Kirchendach geht. Seit Bestehen der Wasserleitung sind die sanitären Verhältnisse in der Stadt um vieles besser geworden. In hygienischer Beziehung kann daher die Wasserleitung als das beste Kulturwerk inferer Stadt bezeichnet werden.
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Lagern und möchte nicht zuletzt die Irreligiösen zur Nachprüfung ihrer Stellungnahme bestimmen. Verfafjer zeigt, wie Wissenschaft, Moral. Kunst und soziales Leben mit der Religion eng verwachsen sind.
Ich habe die Bekanntschaft Dr. Seipels im Jahre 1916 gemacht. Eine Reihe deutscher Politiker wird sich an die katholischen Konferenzen tn Zürich im Jahre 1917 und 1918 erinnern und an die Rolle, die Dr. Seipel dort spielte. Einige Monate ,pater wurde er Minister int Kabinett Lammajch. Dieses Kabinett konnte den Zusammenoiuch Oesterreichs nicht mehr aufhalten, es entstand das neue Oesterreich und neue Verhältnisse. 3: Seipel wendete sich dem parlamentarischen Leben zu. wurde Abge- ctdneter. Obmann der christlichsozialen Partei und Bundeskanzler. Ich darf für mich in Anspruch nehmen, daß ich zu dieser Entwicklung ein gutes Stuck beigeitaqeit habe.
Dr. Seipel ist der persönliche Urheber jener politischen Aktion, die am 4. Oktober 1922 zur Unterzeichnung der Genfer Protokolle und damit zur Rettung Oesterreichs geführt hat. Niemand wußte sich Rat, und den S t u r z der Krone auszuhalten sckstn einfach ein Ding der Unmöglichkeit. Seipel hat diese ungeheure Leistung vollbracht, und die Krone, die vorher von Monat zu Monat, ja von Woche zu Woche stürzte, hat heute noch den Goldwert vom Herbst 1922
Auf der Basis der stabilen Währung beginnt Oesterreich sich einzurichten. Wir sind dabei, das Gleichgewicht im Staatshaushalt derzu- stellen, die Privatwirtschaft ist au§ dem Stadium der Sckeinkonjunktur, der Inflation heraus und versucht energisch und erfolgreich, sich in den neuen Verhältnissen einzurichten. Schwierigkeiten gibt es natürlich m zahlloser Menge, und die Opfer, die von der Bevölkerung verlangt werden müssen, sind sehr bedeutend. Es ist unvermeidlich, daß gar viele Opfer dem Sanierungswerke zur Last gelegt werden. Das ist natürlich sehr ungerecht, aber die Menschen greifen häufig nach dem Nächstliegenden und verfehlen deshalb die wirklichen Ursachen. Außerdem hat hier in sehr geschickter Weise die Propaganda unserer politischen Gegner eingesetzt, die die ganze Unzufrieden- beit bewußt gegen das Sanierungswe'k dirigiert haben. Die christlichsoziale Partei hat seid dem Umsturz bei jeder Wahl sehr erheblich an Stimmen gewonnen. Sie stieg von 1.068.000 Stimmen im Jahre 1919 auf 1.246.000 Stimmen im Jahre 1920, auf 1.491 000 Stimmen im Jahre 1923. Auch die Sozialdemokratie wächst. Zunächst haile sie einen Rück chlag, indem sie von 1.211.000 auf 1.073.00 Stimmen heruntersank, dank aber flieg sie wieder aus 1.312.000 rm Jahre 1923. Es ist al o klar, daß em latenter Kampf zwilchen diesen
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Heiden Parteien statt findet. Nun erschien es uns- als äußerste Ungerechtigkeit, wenn wir etwa die Tatsache, daß wir unter Seipels Führung Oesterreich saniert haben, mit dem Verlust unser Position bezahlen sollten. Aber wir sind uns klar bat über, daß unsere Organisation hinter der der Sozialdemokratie bedeutend zurücksteht. Die Vorgänge der letz'en Zeit mögen Seipel in der Ucber- zengung b^'ärft haben, daß die Führung der Partei heute die Hauptsache ist. Es ist ja auch die christlichsoziale Partei zusammen mit der mit ihr verbündeten Großdeutschen Partei die parlamentarische Basis der Saniernngsaktion. Ich begrüße es, daß Dr. Se'pel feine Funktion als Obmann der christ- lichsoz alen Partei nunmehr in den Vordergrund stell'. Das Kanzl -tarnt und die Parteiführung zugleich aüszuüben.ist einfach ein Ding der Unmöglichkeit. Seipel hat sich im gegenwärtigen Moment für die Parteiführung entschieden, und ich batte das für das Richtige. Da die christlichsoziale Partei unter den 165 Mandaten des österreichischen Parlamentes 82 umfaßt, ist auch sein politischer Einfluß hinreichend gesichert.
Von einem Sturze Seipels können nur diejenigen reden, die die Verhältnisse'nicht kennen. Wenn man als Grund der Demission Seipels die Schwierigkeiten mit den Ländern angibt, so heißt auch das, die Dinge ganz und gar verkennen. Zwischen dem Bunde und den Ländern gibt es reckt häufige Reibereien, und diese Reibereien pflanzen sich auch in den Sckoß der christlich oz aien Partei fort. Wegen derartiger Unannehmlichkeiten demissioniert ein Mann von dem Schlage Dr. Seipels nicht; solche Tinge muß jeder Politiker in Kauf nehmen. Dagegen mag etwas anderes zu dem Entschnsse Dr. Seipels beigetragert haben: die Notwendigkeit, der gesamten öiterreichiicken Bevölkerung ins Gedäcstnis zurück urufen, daß die Schwierigkeiten des Sanierungsweikes nicht voi» über sind, daß man in den Anstrengungen und der Sparsamkeit noch nicht nachlassen öaif.
Das Kabinett Raine! ist die gradlinige Fortsetzung der Politik Seipels. Wir hatten fest an den Genfer Vereinbarungen, an der stabilisierten Klone, am Gleichgewicht im Staatshaushalt. Mit den Ländern werden wir uns in der freundschaftlichsten Weise auseinandersetzen; sie sind untere besten Freunde. In welchem Grade die Opposition ur.8 Schwierigkeiten zu machen beabsichtigt, wissen wir nicht. Das was kommt, werden wir auf uns nehmen. Zur Durchsetzung des großen Zieles Der Sanierung Oesterreichs sind totr ebenso entschlossen tote Dr. Seipel selbst.
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Buch wurde dramalych bearbeitet und kam so als Ank- > stattungsstück auf die Sühne, auch ein Kinderspiel gibt i es unter diesem Namen. Vor dem Kriege hatte man , daS Unmögliche schon überholt und konnte bereits irr 46 Tagen um die Erde reifen. Jetzt hat sich in Lon. don eine Gesellschaft gebildet, welche — allerdings auf dem Luftwege — die Weltreise schon in 17 Tagen aus- führen will. Der Weg führt von London über Paris nach Konstantinopel, von da nach Australien, San gra. » eisco, Rewhork und zurück nach London.
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Oesterreich nach Seipels Rücktritt
Von Dr. Heinrich Mataja, Oestr. Bundesminister für die auswärtigen Angelegenheiten.
Eingesandt.
Fahrplan-Wünsche. 3n einer der letzten Ausgaben der „Fuldaer Zeitung" las ich unter „Neues vom Fahr- plan", daß vom 8. Dezember ab der Personenzug Nr. 807 außer Sonntags jetzt auch an Werktagen verkehrt. Sehr schön; aber wenn ein Reifender von Frankfurt aus gerade Sonntags diesen, oder den vorher einlaufen, den D-Zug benutzt, dann liegt er in Fulda, um nach Bad Salzschlirf'zu fahren, bis abends 4.29 Uhr. Ist das richtig? Ein Zug fährt wochentags morgens 10,04 ab Fulda; warum kann dieser Zug nicht auch an Sonntagen fahren, damit die von Frankfurt kommenden Reisenden Anschluß nach Salzschlirf haben? Ich möchte bemerken, daß ich diesen Zug überhaupt nicht in dem amtlichen Fahrplan finden kann! — Ferner trifft der letzte Zug — außer Samstag und Sonntag — in Salzschlirf abends 7,8 ein — bann wirb es dunkel und Leuten, die aus hiesiger Gegend einenAbend in Fulda verbringen wollen, ist das unmöglich gemacht. Auch der D-Zug, D 46, ber morgens 5„02 in Fulda eintrifft, hat nach Salzschlirf keinen Anschluß, weil ber nach hier abgehende Zug 4 Minuten früher abfährt. Ist denn da fein Anschluß zu ermöglichen? Kann ber Personenzug nach Gießen wirt, lich nicht 4 Minuten einholen in Mündiger Fahrzeit? Auf Anfragen begründet bas Verkehrsamt Fulda die An- gelegenheit damit, baß der Zug Pz. 552 ab 4.58 von Fulda wegen ber zahlreichen Anschlüsse auf den Unter- wegsftationen und auch in Gießen an D 76, wo nur eine sehr kurze Uebergangszeit besteht, nicht später gelegt werden kann. Ich möchte bemerken, daß bteje Angabe absolut nicht zeitgemäß ist. Die kürzeste Zeu- differenz ist in Gießen, um den D-Zug nach Frankfun zu erreichen, 8 Minuten. Bekommen wirklich die Ret- senden diesen Zug nicht, so fährt 11 Minuten später einer. Dahingegen müssen die Reisenden, welche von der Berliner Stadtbahn aus den D-Zug, ber morgens 5.02 in Fulda eintrifft, benutzen, wegen 4 Minuten 4 Stunden in Fulda liegen. Und da sollte keine Abhülfe geschaffen werden können? E. M., Salzschlirf.
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