Zuldaer Zeitung
ReueUrknn-m aus -er ältesten Sei!
-er Christentums.
Don S. Welz.
Im Altertum wuchs in den Seen und Sümpfen Aegyptens, besonders des Nildeltas, eine heule dort verschwundene Pflanze, die Papyrurstaude. (Am Oberlauf des Nils und an anderen Orten kommt sie aufti heute noch vor.) Getrocknete, fest zusammengeschnürte Bündel dieser Staude dienten außer zu anderen Zwecken fett der ältesten Zeit den Bewohnern des Landes als einfachste und billigste Fahrzeuge, denen freilich keine lange Lebensdauer und keine allzu große Verwendungsmöglichkeit befchieden war. Dasselbe Geschenk des Flusse-. das den Anwohner sicher über den Rücken de» endlos langen Stromes trug, hat merkwürdigerweise auch zahlreiche Lebensäußerungen der Bewohner des Landes über den Strom der Jahrtausende hinübergerettet, bis sie in unseren Tagen, unversehrt bewahrt durch günstige Verhältnisse, aufgefunden imb wieder entziffert werden konnten. Man hatte nämlich gelernt, die dreikantigen Stengel der Pflanze in lange, dünne Scheiben zu schneiden und getrocknet in Längs- und Quer- ftreisen übereinander zu kleben, bis ein gutes und festes Schreibmaterial entstand, auf das neben den Erzeugnissen der Literatur (in erster Linie der griechischen und ägyptischen) auch alle im täglichen Leben erforderlichen Abzeichnungen, Briefe, Rechnungen, Urkunden aller Art mit Erfolg eingetragen werden konnten.
Seit kurzem hat man den Wert dieser Papyri, wovon unser deutsches Wort Papier sich herleitet, für die Erforschung der vergangenen Kultur Aegyptens und anderer Länder erkannt. Mebr als 10000 waren schätzungsweise im Jahre 1912 herausgegeben, ihre Zahl wächst noch dauernd und schenkt uns neben vielen früher verlorenen Literaturwerken interessante Einblicke in das tägliche Leben und Treiben des Volkes. Ein solcher Papyrus, vor kurzem gefunden und 1924 von f). Jdris Bell in London unter dem Titel „Juden und Christen in Aegypten" herausgegeben, enthält einen wichtigen Brief des Sraifers Claudius an die Bewohner von Alexandria, der uns vielleicht' einen Einblick in die Ent- jtehungszeit des Christentums gestattet.
Don der Weltstadt Alexandria war eine Gesandtschaft an den Hof des Kaisers Claudius (Regierungszeit 41 bis 54 nach Christus) nach Rom geschickt worden, um den Kaiser zu seiner Thronbesteigung zu beglückwünschen, ihm besondere göttliche Ehren anzubieten und seine Ent- ßcheidung in strittigen Fragen anzurufen. Als Antwort auf diese Gesandtschaft traf der aus dem Jahre 42 nach Christus stammende Brief des Kaisers Claudius in, der von dem römischen Statthalter Aegyptens veröffentlicht und mit einer einleitenden Proklamation an die Bevölkerung versehen wurde. Das ganze Schriftstück ist gut er- halten und nimmt in der englischen Textausgabe etwa .3 große Druckseiten ein. Das Vorwort des Statthalters Lucius Aemllius Rectus, datiert vom 2. Jahr des Kaisers und dem 14. des Monats Reos Sebastos (— 10. November), teilt mit: Da eine Verlesung des geheiligten und allergnädigsten Schreibens des Kaisers wegen der großen Bevölkerungszahl der Stadt Alexandrien nicht möglich ist, wird der Brief öffentlich ausgehängt, damit federmann einzeln ihn lesen, die Majestät des göttlichen Kaisers bewundern und seiner Gnadenbezeugung für die Stadt gebührenden Dank entgegen bringen kann.
Das Schreiben selbst nennt zunächst ausführlich Namen und Titel des Kaisers und übermittelt seinen Gruß an die Bevölkerung. Es werden die vollen Namen der 11 Glaubten mit ihrem Vatersnamen angeführt und die guten Beziehungen zwischen der Bevölkerung und dem Kaiserhaus bernoraeboben. Dann geruht der Kaiser gnä- digst einige Ehren anzunehmen, die die Stadt für ihn beschlossen hat. An erster Stelle wird die Feier seines GÄurtstages als hoher Festtag (Des Augusta) erwähnt, dann die Aufstellung von Statuen des Kaisers fdbft und van Mitgliedern der kaiserlichen Familie. Weiter ist die Rede von zwei goldenen Statuen (nicht des Kaisers!), von denen die eine in Rom selbst aufgestellt, die andere bei feierllchen Anlässen in Alexandria in der Prozession getragen werden soll Ein ägyptischer Gau soll nach dem Kaiser benannt, Viergespanne sollen an den drei verschißenen Eingangstoren der Stadt aufgestellt wer
Zur Unterhaltung
Schumacher, Wörndle und
Keltere!
Du Wohnst noch immer in der
Die ruhige Straße.
.Wieso, seid
■ „Jetzt nicht, mehr.
,’Jletn, wie. haben Zwillinge bc.
den. Dagegen erhebt der Kaiser Einspruch gegen die beabsichtigte Anstellung eines Hohenpriesters und die Errichtung von Tempeln für den Kaijeckult; denn er möchte bei seinen Zeitgenossen keinen Anstoß erregen und ist der Ansicht, daß Heiligtümer und dergleichen nur den Göttern zukommen. Dann folgen Angaben über die nachgesuchten Vergünstigungen, wobei das Bestreben heroor- tritt, die bisherige Politik der Kaiser in Aegypten möglichst im gleichen Kurs unverändert weiterzuführen. Auf die besondere Frage der Schaffung eines Senates in Alexandrien wird zunächst vor der Entscheidung des Kaisers noch das Gutachten des Statthalters Aemilius Rectus eingefordert.
Der letzte und für uns bei weitem i n t e r es s a n t e ft c Abschnitt beschäftigt sich mit der jüdischen Frage. Zwei der fünf Stadtteile Alexandrias hießen die jüdischen, und einzelne Juden gelangten damals durch römische Gunst zu Amt und Macht, sogar auf den Stuhl des kaiserlichen Statthalters in Alexandria (oergl. Schubart, Aegypten von Alexander dem Großen bis auf Mohammed, Berlin 1922, S. 45). Die Gesamtzahl der Juden in Aegypten zur Zeit Christi wird auf eine Million geschätzt, .und wenn auch öfter erbitterte und blutige Kämpfe zwischen den Griechen und Juden in Aegypten aus- brachen, so verstanden die Inden sich damals doch gut mit den Römern, dell Herren des Landes, zu stellen, ehe durch die Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 n. Chr. auch dies sich änderte und ein scharfer Gegensatz und dauernder Haß der Juden gegen ihre Unterdrücker'Platz griff-
Merkwürdig ist nun. was der Kaiser schreibt. Er will den Streit der zwei Parieien nicht entscheiden und nicht weiter untersuchen, wer mit Unruhen und Aufstand begonnen hat, obwohl die Gesandten beider Parteien vor dem Kaiser in Gegenüberstellung mit viel Eifer ihre Sache ausführlich dargelegt haben. Aber cf stellt ihnen, wenn sie nicht von ihrem verderblichen Streit ablassen, seine kaiserliche Ungnade in Aussicht. Einerseits ermahnt er die übrigen Bewohner 2llexandrias, die Iriden in ihren Religionsübungen nicht zu stören, andererseits werden die Juden angewiesen, keine weitergehenden Ansprüche als bisher zu erheben und nicht künftig, als ob sie in zwei Städten wohnten, zwei Gesandtschaften zu schicken (was nie üblich gewesen sei), keinen Wetteifer in Prunk und Aufzügen zu veranstalten, sondern sich der in der fremden Stadt ihnen zustehenden eigenen Güter zu erfreuen, auch keine weiteren Zuzüge von Juden aus Syrien oder Aegyten zu dulden, was sonst zu größerem Verdacht des Kaisers Veranlassung gäbe. Andernfalls wolle er auf jede Weise an ihnen Rache nehmen (sie mit Strafen heimsuchen), da sie eine die ganze Well ergreifende allgemeine Pest (Krankheit) erregten. Wenn aber beide Pareien von ihrem Streit ablassen und mit gegenseitiger Milde und Freundlichkeit leben wollen, ist er bereit, ihnen fein seitheriges Wohlwollen weiter zu erweisen.
Die Anerkennung der bewährten Dienste zweier Alerandriner im Interesse der Stadt, die er als seine Freunde bezeichnet, und der kurze Gruß „Lebet wohl" beschließt das diplomatische Schriftstück.
Es fragt sich nun, worauf man die obigen Ausführungen beziehen soll. Der Prozeß des Jsidoros Lampon und Genossen aus Mexandria vor dem Kaiser im Jahre 41, von dem Reste ebenfalls in Papyrus erhalten sind, hat hiermit nichts zu tun (vgl. v. Premerstein, Philolo- gus, Suppl. 16, Heft 2, sogenannte Alexandria. Märtyrerakten), obwohl beutfid) auf Kämpfe zwischen Juden und Alexandrinern hingewiesen wird. Doch dies i]t für uns weniger von Wichtigkeit als der Schluß des kaiserlichen Schreibens, in dem man wohl mit Recht ein erstes Anzeichen für die Ausbreitung des Christentums sieht, das hier von dem Judentum noch nicht geschieden wird, sondern in seinem Gegensatz zu diesem zunächst nur als eine gefährliche Abzweigung für den allen diesen Fragen so fernstehenden römifd)cn Kaiser erscheinen mag. Die Worte, ihr Verhalten flöße ihm den ernsten Verdacht ein, daß sie eine Pest unterstützten, die sich über das ganze menschliche Geschlecht auszubreiten drohe, und die zu bekämpfen er bereit sei, können sich auf nichts anderes beziehen als auf die messianische Agitation, die, das Weltende ankündigend, zugleich auf den Umsturz der römischen Gesellschaft und die Aufrichtung des Gottesreichs an Stelle des römischen Kaisertums hinzielte. Ein französischer Gelehrter, der zuerst diese Auslegung vor-
ruhigen Straße?" 'Ihr ümgezogen?" kommen."
Nr. 289 so® 12. Der. 1924
Vie Weihnachtskrippe.
3m Bonifatiusboten wird unter der Uebe'ststrist: „Weihnachten kommt" eine Anregung gegeben, eine Weihnachtskrippe zu bauen. Welcher Katholik sollte das nicht begrüßen? Ist es doch, leider Tatsache geworden, daß die Weihnachtskrippe immer mehr aus unfern Fanrilien verschwindet und durch den Christoaum verdrängt wird. Dieser kann die Krippe nie ersetzen, auch dann nicht, wenn man ihn als religiöses Symbol betrachtet. Unser Volk wird diese Symbolik nie verstehen. Jahrhunderte lang hat man die Krippe geschätzt und geliebt und als der große Heilige, Frgnöiskus, den bis in die erften christlichen Jahrhunderte hinaus üblichen Gebrauch Krippen zu bauen, 1223 durch Ausbauen einer volkstümlichen Weihnachtskrippe den Anstoß zur Verbreitung des Krippenbaues gab, da ging die tiefreligiöse Sitte vom Walde von Grucio zunächst auf Italien über, bann auf Tirol und schließlich auf auf Deutschland. • Wer ein- mal sehen will, was da an echter Kunst und an Bolls- fünft mit rechtem katholischen Empfinden und aus Liebe zum göttlichen Kind geschaffen ist, dex muß sich im Münchener Nationalmuseum einmal die vom Kommerzienrat Schmederer gestiftete Sammlung an= sehen. Da wird wohl der Wunsch bei jedem Beschauer wach, hätte ich etwas ähnliches in meinem Hause. Wer die Betrachter dieser Kunstwerke, ob Kinder oder Erwachsene, beobachtet, sei er auch kühlster Verstände!-, mensch, der wird die große pädagogische Bedeutung der Krippe erkennen. Die Krippe zeigt uns, das Ereignis,
18. Jahrhunderts hinterlassen.
Möchten diese Zeilen mit dazu beitragen, der Krippe besonders in der Familie wieder ihren Ehrenplatz unter dem Christbaum zu erringen und möchte die Familie vor der Krippe in den Jubelruf der Kirche mit einfttmm.cn: „Heute ist Christus geboren, heute der Erlöser erschienen; heule fingen auf Erden die Engel, treuen sich die Erzengel; heute frohlocken die Gerechten i,nd sprechen: Ehre sei Gott in der Höhe, Alleluja." 6- K.
(Bezugsstellen: Geburt Christi von Führich, <1,70 Mk.) .Verkündigung, Geburt und hl. drei Röntge von Bachlehne r: Verlagsanstalt „Tqrolia"-Jnns- bruck (1,60 Mk.). Geburt Christi u. hl. drei Könige von Schumacher: Köfel u. Pustet. München, Mathilden- straße 12 (1,50 Mk.). Sen.. (Seb., hl. Drei Könige von Wörndle (2 Mk.), christliche Kunst, München. Auch all» durch: Chriftl. Kunst, München, Karlstraße 6.)
düng zu zeicyneu iionen für wenig E-ld zu taufen.
selche von Führich, Fr - ■ ■ ' sind
welches wir am hohen Kirchenfeste ictern und regt um sere religiösen Gedanken und Gmpfmbungen nto^ig mr Ja, es ist wahr, wo- d-r bekannte Maler Joseph von Führich so schön sogt: „Di^ Krippe ha '
von Kinderherzen die Keime der ewigen Seligkeit g*
Leider hat man die Krippenbarstellungen im-r.-r mehr profaniert, in Deutschland am wenigsten, und so ist cs bann oetommen, daß nicht nur ms Haus, sondern auch bedauerlicherweise m viele Kirchen recht minder- wertige Krippenbarstellungen, gewöhnlicher KiNch und r-arnlsmoic. Eingang gefunden haben. Wie wir zu einer künstlerisch guten, dabei billigen Krippe kommen können, sehen wir-im folgenden. Dem Pater Moßl an Stift Willen bei .Innsbruck haben wir den L-a;rllt zu verdanken. Er Hai einen Verein gegründet: „F r eu n b e der Weihnachtskrippe", der bestrebt ist, oer Weihnachtskrippe in würdiger, künstlerischer Austastung mehr wieder den Weg in unsere Kirchen und Familien zu bahnen. Viele werden heute sagen, bei der Gernot und Knappheit kann ich mir keine kostspielige Suppe (elften. Zum Kauf einer würdigen Krippe braucht man nicht viel Geld. Hervorragende Künstler, haben sich nicht gescheut, Krivpenfiguren in künstlerischer Vollen- . ’ Diese sind in sehr guten Reprodur- . So besitzen wir
trägt, Salomon Reinach, bemerkt dazu, Claudius drucke sich hier nicht anders aus wie ein Herrscher unferer j.age, dem das Aufkommen eines kommunistischen Brand.,erdes innerhalb seines Reiches Beunuruhigung bereite, ^ aluch die Erwähnung von Syrien, worunter wir Palästina verstehen, weist auf das Geburtsland des Christentums, daß Daneben Aegypten erscheint, ist dann wieder aus ungenaue Vorstellungen des Kaisers von der Sache zuruck- zuführen. ... .
Wir besitzen also in diesem Briefe das älteste, äußerst wichtige Zeugnis über die Anfänge des ChristentiMis und über die Beunruhigung, welche die mefsiamlche Bewegung den herrschenden Gewalten emflößte. Lisber fehlten gerade aus den Anfängen des Christentums alle Spuren in der sonst so zahlreichen Papyrusllteratm, sodaß ein Forscher wie Deißmann in seinem —uche „Licht vom Osten", 4. Ausl. 1923, S. 5 noch genötigt ift, ferne Verwunderung Darüber auszubrücken und nach Gründen für diese Lücke der Heb erlief erung zu suchen. Der neu- qefunbene Brief des Kaisers aus dem Jahre 42 vt ein erster wichtiger Baustein, diese Lücke unserer Ueber- lieferuna auszufüllen.
. Aber auch die Dokumente für die Ausbreitung ves Christentums aus späterer Zeit erfahren durch die Puoli- kation des britischen Museums eine wichtige Erwcite- runa. indem 17, allerdings nicht immer so gut erhaltene Briese aus dem 4. Jahrhundert nach Christus aus neueren Papyrusfunden entziffert und veröffentlicht sind. Der größere Teil davon kommt auf das Schisma Oes Meletios, das von dem heiligen 'Athanasius beuimpft roUrbe, ber Rest enthält die Koresponbenz eines Mannes namens Vavkmutilis. Unter dieser befindet sich em leider ziemlich zerstörter Brief eines gewissen Athannsws. Das Eigenartige ist nun, daß man Gründe dafür hat, in diesem Brief ein eigenhändiges Schreiben des he-ligen Athanasius selbst zu sehen. Die Schriftzüge und em ar- Nisser Schwung des Stiles lassen auf einen Schreiber m gehobener Stellung schließen. Der englische Herausgeber jedenfalls möchte diese Ansicht für sehr wahrscheinlich halten. Der Inhalt freilich ist nicht gerade wichtig, bet außer Ausbrücken ber Sorge und Empfehlung füi einige Personen, die mit Namen genannt werden, nur Höjiich- keits- oder religiöse Redewendungen vorkommen.
Ist bei unserem ersten Schriftstück die Vermutung wichtig, daß die Ermahnung des Kaisers Claudius nicht so sehr an die Juden als vielmehr an die ersten Bekenner des Christentums gerichtet war, io wirb sich b:e römische Zentralgewalt halb überzeug! haben, daß mit derartigen Maßnahmen nicht gegen eine Bewegung mn- zukommen war, die bald, wie es der Kaiser Claudius schon richtig erkannt hatte, die ganze Welt erobern salbe.
Den Meister gefunden! Sie konnte das Geheimnis rächt länger bewahren: „Männchen, ich muß dir verraten, was ich dir zu Deinem Geburtstage schenken werde. Also höre: Ein neues Fell vor meinen Toilettentisch und eine BronzeMtue für den Kaminsims rrn Damen« zimmer! Und nun, Männchen, mußt Du mir aber sagen, was Du für mich gekauft hast." — „Ja, hm, Schatz, ich weiß noch nicht so rechh ich denke, ich werde dir einen neuen Rasierapparat kaufen." __m
Eine Einsettungstur folPen alle Korpulenten vor- nehmen. Wir raten Ihnen, in Ihrer Apotheke 30 ?r Tokuda- Kerne zu kauün, die völlig unschädliche, feitzehrende «tosfr entboten. Sicher Hot-Apo. bete.
Bachlechner. Alle sind einwandfrei. Die idealste von allen Papierkrippen ist wohl die große von Schumacher. Geburt Christi und hl. drei Könige, 32 o.guren, 14—20 Zmtr. hoch, sind auf 6 Bogen zum Preise von 1,50 Mk. zu haben. Die Figuren, dekorativ wirkend g^ halten, leimt man auf Zigarrenkistenbrettchen und sägt sie mit der Laubsäge aus. Den Stall anzufertigen aus Pappe oder Holz, natürlich zur Größe der tftguren passend, etwa 36 Zmtr. hoch, bleibt jedem Anfertiger nach feiner eigenen Phantasie überlassen. Mit Zuynse- nahme von Baumrinde, Moos, Flechten, trockenen Asst- chen, Saud und Farben wirb dies nicht allzu schwer sein, besonders auch nicht für unsere Jugend, die sich im Handfertigkeitsunterricht betätigt. Mm- kann sich also mit ganz geringen Mitteln eine solche Papickknpve. die auch den Anforderungen der Kunst entspricht, leicht Herstellen. Auch die Papierkrippe ist alt. Schon Martm Knaller, ber geniale Maler der Klosterkirche in Ettas hat uns eine solch prächtiges Werk aus Der Mitte Des
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roieDcr warm und voll regnen mürDe! eine Stille um sie. Die wie Frage
sie hastig auf und blieb aufgereckt-un- Alles war wieder hochgcfpaimr in ihr.
Dann unD wann, wenn ein Windstoß kam, riefelte es aus den Baumkronen auf den Gartenkies.
Wenn es doch
Aber es war ward.
Plötzlich stand
sein Leben. Musik!
Er mar nicht musikalisch, wenn er auch gern Musik härte. Aber heute sprechen die Klänge doch zu ihm: die Chopinweise trug ihm eine ferne, neue Well voll schwermütigen Klanges zu. Aber er wartete, ihm selbst unbewußt, daß dies tönende Gefunkel in klare Gelassenheit ausklänge.
Lus einmal brach Elisabeth ab.
JM, fühle das Gewitter m allen Gliedern", sagte De erschöpft, „und wollte, daß es endlich käme. Ich map feie gewittrige Melodie nicht weiter spielen."
Sie ging zum Fenster. Friedrich trat zu ihr und hielt ihre Hand.
‘ »Und ich sehnte mich auch nach einem anderen Schlutz- vang", sagte er leise: beglückt, daß die Stimmung Dieser Stunde beide nach Klarheit drängte
Friedrich schlief sanft und fest, lieber feinen Schlaf spannte sich golden das Traumzelt feiner Zukunft mit Elisabeth. Die aber schlief und träumte nicht. Die Beet- hovenstunde war noch nicht zu Ende.
Als der Regen beruhigend herniederraufchte, war die ungeheure Spannung gewichen. Falt ohne Gebauten hatte sie dagefessen und gefühlt: Jetz! seine Hand halten, meinen Kopf an feine Brust betten! Nie aufstehen brauchen, nie mehr bange Gedanken und unklare Aengste haben.. Immer, immer auf den Regen lauschen, der ein Schlummerlied war!
Da hatte Friedrich sie gebeten zu spielen. Da mußte sie für ihn Beethoven spielen. Da war sie erwacht.
Sie stand mitten in ihrem Zimmer. Eine Ecke, die mit der Chaiselongue, hatte sie sich eingerichtet mit vielen Kisten und Bildern. Die widerte sie plötzlich an. Sie paßte nicht in das Zimmer mit der weißlackierten Tür, den feierlichen Stahlstichen, dem ernsten Strauß weißer Nelken in stumpfgrüner Safe.
Und plötzlich dachte sie mit einem Ausschluchzen: So weich hat er in den langen Jahren nicht gelegen! Und ich?
Sie wich angstvoll der Frage aus und fetzie sich müde auf den Klappstuhl, der noch, wie immer zur Mittagsstunde, vor dem Fenster stand. In den Ranken des wilden Weines tropfte es nur noch schwach, und
»sein, ihr etwas fprv
Ich, im Ich allein.
Und dann sah sie den Andern, sah Friedrich, Der im Du lebte. Der feine Wünsche geraucht in herbe Entsagung, Der Die Heimat verlassen hatte, um GelD zu verdienen, der seinem Lieblingswunsch entsagt, um für b'.e Geschwister zu sorgen, der Nächte und Nächte gearbeitet, um fein spates Studium zu erzwingen. Der jetzt im ersten süßen Glück Der Liebe nicht Die anderen vergaß, der von einem Krüppelheim für arme Kinder sprach, das feine erste Tat werden sollte, der in der sicheren Ruhe der Wirklichkeit, in der Kraft der Arbeit lebte, im gottgewollten Du. 1
Aber die Brücke war Doch Da. Sie liebten sich ja.
„Ich will ja auch," Dachte sie, „ich will arbeiten unv lernen, wie Du zu leben."
Aber Durfte sie so zu ihm kommen? Ihr war, als müsse sie noch Durch etwas hindurch, etwas Dun-les, Schweres. Als müsse sie sich unD ihm und Gott Durch ein Opfer beweisen, daß sie Zusammengehen Dürften, em Leben lang, unD ein GlieD werDen Dürften Der einigen Seite . . .
Ein verloren geglaubtes Erinnern kam, lautlos rote Flüaelfchlag eines Dunklen Schmetterlings.
Doch da gab sie der Müdigkeit nach, Dic^ sie jetzt plötzlich überkam. Sie fand nicht mehr. die Kraft, sich auszuziehen und legte sich auf Die Chaiselongue. Eine ’teinbe Spur von Aim-t und Leid lag auf ihrem Gesicht.
horte.
Wie er sie liebte! Sie, die wieder die Festkerze seines Lebens war, die ihm Durch jeDen Tag der Arbeit leuchten würde.
Hell und festlich war alles mit ihr, leicht und schön. Wenn sie sprach, wurde alles lebendig, alles bekam Beziehung zu ihr. Holde Anmut und Heiterkeit kam in
beweglich stehen.
Die weiche Lästigkeit ihrer Gedanken ftrasfte sich jäh, wurde fest, gläsern. Und in ihren Gedanken sah sie schmerzhaft sich, sah sich zum ersten Mal, sah ihr zielloses Schreiten und ungehemmtes Verlangen, Aufbratyen der Empfindung und triebhafte Glut — sah sich loben im
Nach einer Weile fuhr sie unruhig auf. Weitz und still schimmerten die Nelken durch das Dunkel.
Leise und zärtlich sagte sie: Friedel. Eine Abkürzung, die üe liebte.
Da kam doch noch Ruhe in die Züge, in die Seele, und sie schlief lange bis tief in Den Morgen hinein.
Der golbene Wall um Haus WenDel war gesunken. Die ersten Dahlien unD Georginen flammten in leiben- schriftlichen Herbstfarben auf, unD • neben ihnen waren Die Rosen matt.' Es kam vor. Daß tagelang Regen nie- Derschauerte unD Die Gartenwege so naß waren, Datz man im Hause bleiben mutzte. Die Dreschmaschine futnnue Den ganzen Tag eintönig in Der Sche ine.
Das war Die Zeit, Die Onkel SiuDolf nicht liebte, ter sah noch grauer unD schattenhafter aus als gewöhnlich imb gab Anweisung, datz abenbs Buchenschelte in Den weißblauen Kamin gelegt warben. Auch Elisabeth schien Darunter zu leiben, bkj bte grauen Nestelmasten sich schwer 'hcrniederfenkten ’ und sah blaß und still aus.
„Es ist' eine ungemütlich? Seit," bestätigte Tom« Anna, „aber Du mußt Dich beschästigen, mußt sorgen. Wenn bte Hochzeit noch im November sein soll, gibt s allerhanb zu tun . . . Dein weißes Zimmer hier könnr Ihr als Frembenzjmmer nohinen", fuhr sie fort, „unv es ist Onkels unb mein Wille, daß Du bas Kirfchbaun,- ziminrr als Dein Eigen niilnimmst."
Elisabeth, sah Onkel Rudolf an. Er sieht aus, ging er 1 ihr durch beit Sinn, als wenn ich nie, nie von hier mrt- ginge.
j „Das schöne Zimmer?" murmelte sie mechanisch unf legte ihre Hanb auf feine kühlen, schmalen Finger.
Ein müdes, wehmutsvolles Richtglaub-nronne» ar ; das starke, gemeinsame Gli ck, das vor der -tür zu stehen schien, umgab sie nutz wie ein fpimiwebfeiner Mantel ben sie nicht scheu und greifen, nur ahnen konnte.
Elisabeth.
Preisgekrönte Novelle von Else Schmücke:.
3) --------
(Ein paarmal hatte es aufgerollt, ein kurzer, warmer Schauer war niebergegangen, aber bie schwüle Span- nupg war nicht gelöst, und als Elisabeth - die Fenster wieder weit öffnete, strömten heiße Wellen hinein.
„Onkel, jetzt spielen wir!" sagt sie hastig.
Es schien, als ob die elektrische Spannung der Luft sich ihr nntteilte. Ihre Augen flammten, und Die rotbraunen Locken zitterten auf der Stirn.
Es zog Friedrich bas Herz in einer fast gewaltsamen Zärtlichkeit zusammen, als er sie ansah und sie Spielen
7 Da ritz ein Blitz den Himmel breit auseinander- ein Donnerschlag folgte, und ein turzes, schweres Gewitter ging nieder.
Elisabeth sah nun wie befreit und horchte auf den Regen, der voll herniederraufchte.'
-.Da haben wir unser Schluhkonzeri," lächelte sic zu Friedrich hinüber.
„Aber ich meine. Du müßtest es geben, sagte bet bittend.
Da schlug sie einen dunkelvollen Akkord an. Dec m Die Herde Kraft einer Beeihovenschen Sonate aussloh. —
Friedrich war ihr Haftes Wesen — inb Auzcustlicts wechselt gangen.