Zur Unterhaltung
Nr. 280 vom 2. Der. 1924
an
Die Spezlellirma für Qualiläisware.
briedridislrasse
Fulda.
traurige Gedanken, während der Regen gleichmäßig meinen Fenstern herunterrinnt.
Wektvergesfen, öde Einsamkeit?
Ach wie arm ist doch das bischen Leben!
Ich komme mir vor wie ein abgedankter Gaul.
Wie lange noch, mtb man wirft mich zum alten Eisen.
Ich bin abgedient, obgebaut.
Ja früher, da war alles ganz anders!
Früher, da war ich ein MnuSer Speisewagen und fuhr im eleganten D-Zug stolz durch die weite Welt.
Heute bin ich mir noch ein schlichter Personenwagen 4. Klass« und pendle in einer Bummelbahn auf meiner oben, kurzen Strecke gelangweilt und gepeinigt hin und
Roch vor Tag erhebe ich mich und mache mich mit Mikel fertig. Während der Nacht ist Schnee gefallen durch die offene Zeltspitze und über der Feuerstelle liegt er wie ein weißes Tuch. Das Gewehr geschultert und draußen in die Skier! Blau liegt der Schnee in der Dämmerung, und ich nehme den Hang zu den Fichten. Liegt Lampe noch im Bett? — Keine Spur — nichts. Endlich unter einer Krüppelfichte finde ich etwas: Auerhühner! Ab die Skier, und leise die Berglehne hinan; oben sehe ich unweit eine alte Henne sichernd den Kopf heben und verschwinden im Gesträuch einer geschlagenen Fichte. Da! — Kurz vor dem Aufstiegen komme ich zum Schuß. Während ich mich zur Weidstelle durch den Schnee arbeite, kommt Mikel angesaust, der den Schuß gehört hat. Als ich die Henne aufnehme, hängt der Kopf in einer Schlinge, und der Lappe will sich bald totlachen. Später dann beim Kaffee im Zelt erzählen ste sich, daß der saksalainen ein koppelo in der Schlinge schoß. Ich will ihnen den Vorgang erklären, aber sie lachen nur und ich lass' ihnen die Freude und schlürfe meinen heißen Kaffee. Die Lappen sind wie die Kinder, wer ihre Sprache nicht versteht und spricht, den hallen sie für dumm. Und wenn einer noch dazu solch bunte Farben auf weißes Seinen schmiert und dann behauptet, das Blaue wäre Schnee, der ist sicher ganz dämlich. Jeder kleine Lappenpoika weiß, daß lumi — Schnee, walko — weiß aussieht.---Wenn die Sonne kommt,
und der Himmel klar und grün am Horizont steht, dann setzt sie leuchtende, feine orange und gelbe Lichter über die violett-tiefblauen Schatten, und die rauschenden Stromschnellen liegen blauschwarz im flachen Flußbrett; sobald sie aber nach dem kurzen Tageslauf hinter den Bergen verschwunden ist dann strahlt wieder — mit himmelgrünen Reflexen blauer Schnee.
hilo (Sumpfbeeren) zusammenkochte? Ist es nicht lustig, wenn der schwarze Salmo mit einem Stück Winterlandschaft auf den Hinierschenkeln davontrabt, und ein Holzscheit wie eine Granate neben ihm in den Schnee Zischt? —
Es beschäftigen mich hier zwei noch ungelöste Probleme: wie man in der Kälte die zähe Oelsarbe malflüssig erhält und feuchte Oelfkizzen im Lappenzelt aufbewahrt, ohne daß sich die Hunde oder sonst jemand darauf setzt.
Der alte Juso liegt seitlich auf Fellen und schnarcht. Mami, der alle Lappin, hockt am Feuer, ihre kurze Stummelpfeife rauchend; ab und zu spuckt sie in die Glut. Die jungen Lappen schnippeln an Holzlöffeln, und Juko ißt voi-leipa, indem sie mit ihren kleinen Daumen die Butter auf dem Brot breitbrückt. Die Hunde sitzen um das Feuer, steif wie indische Götzen. Draußen liegt blau der Schnee. Ich greise zur Klampfer und singe ein Lied.
Plötzlich die Hunde! — Ein Fluch und ein Schlag noch zwischen die Rippen, drängeln sie sich belfernd zwischen Decken und Zeltrand ins Freie. Ihr Geheul verliert sich, schwächer werdend, in der Ferne. Wieder Stille, und der Alte schnarcht, und das Feuer knistert. Da beginnt die Mami mit ihrer lieblichen Stimme, die wie eine Kinderblechtrompete anzuhören ist. zu fingen — ich erhebe mich gequält. Draußen kommt mir Jonas entgegen auf Skiern, die Flinte auf dem Rücken. Wie sieht er aus in feinen zottigen Pelzen und dem weihen Bündel Schneehühner am Gürtel! Puris! Der Sappen« grüß — Weidmannsheil! Während er die Schnabel- pitze der kehkes (Heuschuhe) aus der Wurzelbindung der Schneeschuhe zieht, erzählt er — anscheinend von der Jagd — und verschwindet bann mit den Hunden im Zelt. Drüben über Norwegens Bergen liegt leuchtend, glasiggelbgrün ein Streifen Himmel; im Süden aber der Gipfel des Ounastunturi in Wolken! Leicht weht der Wind, und Neuschnee wird fallen, immer mehr und höher, bis auch die flachen Sträucher der Zwergbirken verschwunden sind.
Die Renner graben bann tief in den Schnee Löcher mit den breiten Schalen ihrer Vorderfüße, um zu der Flechte zu kommen. Tritt aber Tauwetter ein, wie neulich, und friert vor dem Neuschnee das Schmelzwasser, bann wird es ein harter Winter für Renntier und Schneehuhn; denn durch die Eisschicht können sie dann nicht zu der jökälä (Renntierflechte) und die Schneehühner nicht zu den schwarzen Schweins- und Rabenbeeren gelangen, bann werden die Schneehühner mager von der schmalen Kost der Birkenknospen, und von bett Rennern müssen viele unters Messer, und die porro-turki (Renntierdecken) werden billig im Februar auf_ dem große» Fellmarkt in Rovanjemi. Ehe der diesjährige Winter einsetzte, trat nochmals Tauwetter ein und die Lappen bangten sich und hatten nur ein Gesprächsthema über lumi, den Schnee. Aber er ging nochmals ganz weg, und es kamen einige stille Spätherbsttage mit tief- sattem Violettbraun der Tundren und weihen Gipfeln der Gebirge. Die Jagd auf Schneehühner und -Hasen ging nochmals lustig auf und leicht waren die weihen Punkte auf der dunklen Landschaft zu sehen. Die Lappen und Finnen verkaufen die Schneehühner ins Norwegische, von wo aus sie zu Tausenden nach Deutschland mtb England verfrachtet werden. Das Fleisch und Fell der Schneehasen wird hier weniger geschätzt, von den Lappen gar nicht.
Silber aus Lappland.
Blauer Schnee.
Bon F. Dubbick.
(Nachdruck verboten.)
Der jkunstmaler und Forschmtgsreisende F. Dubbick hält sich feit einem halben Jahr in Lappland auf.
Strahlendes Nordlicht, klirrende Külte und blauer Schnee. Die Lappen und Renner rüsten zum Aufbruch. Eisiger Wind kommt vom Pol und treibt feine Eisnadeln wie Nebel über die Tundren.
Weiht du noch, wenn mir mit Pferden, abgesehen, auf zugigen Strichen m russischer Winternacht auf die Quartiere warteten, und wir uns an die Pferdeleiter schmiegten, wenn die Kälte uns den Rucken heraufkroch? Daran dachte ich diese Nacht, als wir mit den Rennern zogen. Aber das Gefühl der unbegrenzten Freiheit ist das schönste hier, uni) bann nach langer Wanderung der müde Schlaf im Zelt in warmen Fellen und weichen, bunten Wolldecken zwischen Sappen und Hunden.
Die Sappen rufen und locken die Renner. Jan — hau — vau — hu». . . und die Hunde kläffen, saufen davon, daß der Schnee stiebt, und treiben die tokka in Rudeln zusammen, die Sappen und ich in sausender Talfahrt auf sukset (Skiern) hinterher. Ist es nicht luftig, Sappenleben im weichen Schnee? Wenn Klein- Juka im ahkio-Schlitten und ihrem weißen Renn, das mit dem frisch gefegten, noch blutigen zinnoberroten Gestänge Über die wette Seefläche fährt? Oder wenn wir, zurückgckehrt ins Sager, uns im Zelt — hungrig wie die äBölfe — über den im schwarzen Kessel heißdamosenden Brei hermachen, den uns die alte Sappin mit gelben
Diese Fälschungen von Arborea waren in Italien herausgegeben und ihr Inhalt lange Zeit geglaubt wor den. Demgegenüber erscheint der Liviusschwindel, so grotesk die Sache auch ist, immer noch als ein harmloser Betrug, der bald fein wohlverdientes Ende gefunden hat.
Mischungen alter Handschriften.
~ Don K. Welz.
Vor einigen Monaten wurde die Welt in Staunen gesetzt durch die Nachricht, ein Gelehrter in Italien habe bi« verlorenen Bücher des Siems roiebergefunben. Diese Nachricht war falsch. Wie es möglich war, daß sie entstand und sich verbreitete, ist im einzelnen noch nicht genügend aufgeklärt ober bekannt geworden. Jedenfalls tönnen die Beteiligten von Glück sagen, daß nur ihr Ruf, nicht auch ihre Geldbörse geschädigt wurde. Es war eben nur eine falsche Nachricht, keine Fälschung der Handschriften des Livius selbst, die wohl in diesem Umfang nicht gut möglich gewesen wäre. Indessen kommen muh solche Fälschungen vor, bei denen es dem Fälscher vor allem darauf ankommt, sein Erzeugnis gut an den Mann zu bringen und dabei möglichst viel Gelb heraus« Zuschlägen. Einige Beispiele, auf die ich zufällig auf- merffam wurde, seien hier mitgeteilt.
Fast zu gleicher Zell, als die Nachricht von der Auffindung des Livius durch die Zeitungen der ganzen Well ging, wurde, ohne daß man es viel beachtet hätte, bekannt, baß die Berllner Akademie das Opfer eines Fälschers geworden war. Einer der berühmtesten Kenner der römischen Literatur. Eduard Norden, hatte in den Gitzungsberichten der Vfcrbemie ein Blatt des römischen Lustspieldichters Plantus, 51 Verse, veröffentlicht. Die Handschrift, aus der es stammen sollte, hätte etwa im vierten Jahrhundert nach Christus angesetzt werden mflffen, also zu den ältesten erhaltenen Hand- fchristen gezahlt. Kurz darauf gelang es einem französischen Gelehrten, auf Grund der Abbildung in Nordens Beröffenttichung, der Fälschung auf die Spur zu kommen. <Kne erneute Prüfung auch durch Chemiker Mhrte zu dem erstaunlichen Ergebnis, daß das fragsiche Matt nut Eofinttnts, also einem Erzeugnis des 20. Jahrhunderts, geschrieben war. Damit war die Sache rot ff en» fchastNch zwar erledigt, aber die Beschämung und die Unkosten werden den ^Beteiligten bleiben.
Zwei andere Fälle weit schlimmerer Art erzählt Gvfkro Freytag in den Grenzboten 1856 mtb 1870. Da er feinen Roman „Die verlorene Handschrift" erst 1864 hwausgegeben hat, ist es möglich, daß das erste dieser Erlebnisse auch dazu beigetragen hat, den Gedanken zu seiner Dichtung in ihm lebendig werden zu lassen.
Der erste der beiden Aussätze ist überschrieben „Der falsche Urmttvs". Im Juli 1855 kam ein Grieche namens Simonides nach Leipzig, um eine Anzahl seltener Handschriften feilzubieten. Mt einer davon hatte er beson- ders Glück, sie enthielt auf 72 echten, aber wertlosen Wällern als älteren, überschriebenen Text drei Bücher Sggptrfäe Königsgeschichte, von Uranios verfaßt, von den ältesten Zeiten bis auf die Ptolemäer (3. Jahrh. o. Chr.). Der Leipziger Prosesior Dindorf erstand die Handschrift für 2000 Taler, bot sie in Berlin aber sogleich für 5000 an, eine Uneigennützigkeit, die er später in der Leipziger Allgemeinen Zeitung zu rechtfertigen suchte. In Berlin wurde von der Akademie die Handschrift chemisch und mhalllich untersucht und für echt befunden. Prosesior Sepftus schoß 2500 Taler aus eigenen Mitteln vor, da die Einwilligung des Königs zum Ankauf im Augenblick nicht zu erlangen war.
Inzwischen hatte in Leipzig Professor Tischendorf aus toHegialem Eifer die Unechtheit schon längere Zeit behauptet. Es fiel auf, daß der alte Text des Uranios wörllich Ausführungen roiebergab, die zur Ergänzung einer Lücke unseres Wissens erst vor kurzem ein anderer Gelehrter, Bunsen, in seinem Werk über „Ägyptens Stellung in der Weltgeschichte" auf Grund von Vermutungen aufgestellt hatte. Man veranstaltete eine Haussuchung bei Simonides, dem genialen Fälscher. Man fand das Buch Bunsens und die betreffende Stelle rot angestrichen. Damit war der Schwindel zwar enttarnt, ober Simonides begab sich nach München und ließ ein grimmiges Pamphlet gegen seine Widersacher erscheinen, in dem er sich rühmt, noch 2500 andere, von seinem Onkel Benedictus ererbte Handschriften zu besitzen, die er aber wohl versteckt halte.
Der andere, ebenso unglaubliche Fall betrifft die Handschriften von Arborea. In den Jahrzehnten vor 1870 kamen auf der Insel Sardinien eine größere Anzahl Handschriften und Briefe auf Pergament und Panier zum Borschein, deren Inhalt die größte Bedeutung für die Geschichte und Altertümer der Insel hatte. Sie enthielten eine Fülle von Tatsachen über die Geschichte und die Zustände Sardiniens durch das ganze Mittelalter hindurch. Um die Sache glaubwürdig zu machen, hatte der Fälscher eine ganze Reihe abenteuerlicher Berichte in diesen Handschriften niedergelegt, die ihre Entstehung und Erhaltung in früheren Jahrhunderten erklären sollten. Alle fuchten in gleicher Weise die ruhmvolle Bergangenhell Sardiniens ins rechte Licht zu fetzen. Damals erbat sich Italien die Untersuchung durch Gelehrte der Berliner Akademie, die sämtlich überzeugend die Unechtheit nachwiesen. Unter ihnen war auch Theö- bor Mommsen, der bie Inschriften prüfte und zeigte, daß der Fachher neue literarische Hilfsmittel benutzt Halle, neu entdeckte Inschriften bei' der Herstellung verwandt und noch nach dem Jahre 1856 Zusätze gemacht hatte.
Metamorphose.
. , i Von 5)ugo Reiße.
"v ®1- ■ (Nachdruck verboten.)
In nova fert aniinus mutatam bicere fonnam ....
Die Geschichte meiner Verwandlung ist rasch erzählt. Sie ist fein hochfliegendes, jubelndes carmen, beileibe nicht, sondern ein wehmütiges, schmerzvolles Klagelied.
Du liebe Zeit! Glaube mir, ich sah in früheren Jahren bester aus, fühlte mich wohler. Mein schöner, brauner Teint wirkte imponierender als die teuersten Sorten der Cailler und Lindt. Es ging mir wirklich gut, ich konnte nicht klagen, war ein ausgemachter Optimist, vollendeter Lebenskünstler, ein schneidiger Kerl vom Scheitel bis zur Sohle. Das Leben hatte einen großen Stil. Ich fuhr viel und weit in deutschen Landen herum und bereiste ungezählte Male die deutschen großen Städte. Pflegte vornehmsten Verkehr, sah täglich die feine Welt bet mir zu Gaste. Jawohl, es waren gar manches Mal auch Schlemmer dabei, blasierte, geistlose, fade Menschen mit dicken, fleischigen Fingern und protzenden Brillanten, aber auch viele, viele tief angelegte, hochachtbare, edle, wertvolle, geistig bedeutende mit freundlichen Mienen und leuchtenden Augen, die sich bei mir einstellten. Es war ein schnell pulsierendes Leben, ein buntes Bild, ein anregendes, ständiges Kommen und Gehen. Besonders um die Weihnachtszeit. Die vielen festlich gekleideten und festlich gestimmten Menschen aus den verschiedensten Gegenden.
So vergingen meine Jahre wie im Fluge.
Doch heute ist alles ganz anders.
Ich bin all und arm geworden.
Die vornehme Welt meidet mich, schneidet mich.
Ich habe nicht mehr die feingefleibeten Damen und Herren bei mir zu Gaste. Unb sehe heruntergekommen au» unb schädig. Ja, ich bin alt und pessimistisch geworden. —
Meine Gäste sind jetzt haupffächlich Industriearbeiter mit schwieligen Händen und harten Stimmen, unb beizender Pfeifenquakm legt sich mir auf die Lunge . . .
Und des Nachts, wenn meine Gäste sich verlaufen haben, dann grüble ich oft stundenlang. Hege düstere,
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Zunge Dame. „Womit beschäftigt sich eigentlich Ihre Schwester, Herr Leutnant?" — Leutnant, seinen Schnurrbart streichend: „Sie — sie freut sich den ganzen Tag über ihren Bruder."
*
Einfache Rechnung. Der kleine Adrian bat Jemen Vater eine Weile aufmerlfam betrachtet. „Papa," fragt er bann, „warum ist dein Haar weiß und dein Bart schwarz?" — „Das kommt daher," belehrt ihn der Vater, „weil mein Haar zwanzig Jahre älter ist als mein »art.“
aus aller Welt
— Die lagert man seine Deine? Die günstigste Temperatur zur Lagerung von Weißwein, sagt Herr Dr. Hahn-Markranstädt in der „Umschau" beträgt etwa 4—6 Grad, von Rotwein etwa 10 Grad. Für Rotwein dürfte eine Temperatur von 13 Grad noch angängig sein, für Weißwein ist eine höhere Temperatur als die genannte nicht vorteilhaft.
— Männeriänze. Der Tanz war im germanischen Altertum ursprünglich ein männliches Vergnügen. Tänze zwischen Männern und Frauen kannte man jedensalls nicht. Erst im Mittelalter kamen die gemeinsamen Tänze beider Geschlechter auf. Man sah sie aber keineswegs gern. In manchen Gegenden wurden sie von der Obrigkeit kurzerhand verboten oder doch nur unter Aufsicht von Stadibedienteu zugelaffen, die bei dem ersten Ser. stoß gegen die Schicklichkeit einzuschreiten und der ganzen Lustbarkeit ein Ende zu machen hatten. Neben diesen Tänzen bestanden aber die Männertänze, die wie eine Art Sport betrieben wurden, weiter. Und man blieb sich stets bewußt, daß, dieser Männertanz dir eigentlich Tanz„kunst" darstellte, während der gemischte Tanz für eine Ausartung angesehen wurde. Bis in das 18. Jahrhundert hinein haben sich die Männertänze erhalten. Unter Friedrich Wilhelm I. von Preußen zum Beispiel pflegten sich die Damen an Festtagen nach der Tafel zurückzuziehen, während der König mit feinen Generälen imd Offizieren bei den Klängen, der Regi- mentsmusik tanzte.
— Ein Riesenbär. Bor Jahrzehnten machte ' sor Lewis L. Dyche von der Kansas-Universität die . r- teilung, in den Bergen von Alaska habe er eine neue Bärenart entdeckt, die ihre Verwandten an Größe weit überträfe. Von dem neuen Tier, dem er den Namen Urfus Gyas gegeben Hai, haben jüngst zwei seiner Freunde, Dr. I. Wylie Anderson und F. A. Williams, das erste Exmplär erbeutet, über das die als zuverlässig bekannte französische Zeiischriit „La Nature' nach einer englischen Quelle folgende Zahlenangaben macht: die Länge des Riesenbären beträgt 3,44 Meter, sein Umfang 3,06 Meter, die Schulterhöhe 1,20 Meter, die Hüfthöhe 1,16 Meter; der Schädel hat eine Sänge von ^55 Zentimetern bei einer Breite von 29 Zentimetern. Als Gewicht werden 610 Kilogramm (abgesehen von dem verlorenen Blut) angegeben: das Fell soll ein Zehntel des Körpergewichts, nämlich 62 Kilogramm gewogen haben. Dos Fell, das größte, bisher bekannte Bärenfell, wird als dunkelbraun beschrieben und die .Haar- spitzen sollen einen silbernen Anslug aufweilen. Bei diesen Angaben fällt das im Verhältnis zur Größe geringe Gewicht auf, denn man hot z. B. Eisbären erlegt, die bei einer Körperlänge von weniger als drei Metern bis zu 800 Kilo wogen.
— Ameifenhonig. Der Honigbiene ist in Gestalt einer mexikanischen Ameise, Mirmecocistas mexicanus ein ernster Nebenbuhler erwachsen, der, wie jüngst in der Pariser Akademie der Wissenschaften zur Sprache kam. ebenso schmackhaften Honig liefert, wie sie. Der belgische Gelehrte, Dr. Wesmael, der seine Untersuchungen über diese Ameisen der Akademie vorgelegt hat, gibt an, daß die Honigameisen im Staate der Mirmecocistas mexicanus neben den Arbeitern eine besondere Klaffe bilden. Sie verbringen ihr ganzes Leben, sobald sie einmal zu Honigameisen geworden sind, im Innern des Nestes, 60 bis 80 Zentimeter unter der Erde. Sie sind etwas heller gefärbt, als ihre Nestgenoffen, sind aber dafür ganz anders gebaut als diese, denn beinahe ihr ganzer Körper wird vom Hinterkörper, ihrer Honigfabrik eingenommen. Dr. Wesmael glaubt, diese Ameifenort taffe sich nach Europa einführen und dann wie die Biene zum Zwecke der Honiggewinnung züchten.
; - Fuldaer Zeitung
Von einer guten Zigarette
verlangt öer Fachmann/ öaß ihr Arsma klar und eöel über öle Zunge geht/ Saß chr Genuß nicht eemuöet unö satLigt/ öaß kein Nachgeschmack zurückbleibt/ öer immer öas Zeichen unsachlicher Mischung oöer uneöler Tabake ist. Der Fachmann sagt: ,Die Zigarette joll herzhaft schmecken wie serschgebackenes Hcot*. Diese guten Eigenschaften sinö öas besonöere Merkmal unserer neuen Mischungen Löwenörück uns Gülöenrlng
MM H&usNeuerburgs