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Amtlicher Anzeiger für den Kreis und die Stabt Fulda.

Nr. 280.

Verantwortlich für die SÄriitiritung: Dr- JobauueS Bremer. Am eisern I- B arreller, Fulda. Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Sditubnidctei in Fulda. Fernivrecker Nr- 9.

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Dienstag, 2. Derember §924.

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51. Zahrg.

flies drängt z«r Mitte!

Die HalbmonatsschriftDeutsche Stimmen" Deutsche Bolkspartei), schreibt in der Nummer vom 80. November in einem Rückblick auf die Wahlen in Anhalt, daß der Erfolg der Demokraten bei den dortigen Landtagswahlen dem Umstands zuzu- schreiden seh daß sie sich als nationale Mitte be­zeichneten, und daß es der Deutschen Volkspartei zum Schochen gereicht sei, daß sie mit den Deutsch- »ationalen, Landlmnd und Wirtschaftspartei eine Einheitsliste gehabt habe, also nicht als Mitte ange­sehen wurde. Darin liegt ein wichtiger Beweis da­für, daß die Wählerschaft doch schließlich nicht mehr gesonnen ist, denen nachzulaufen, die die größten Worte reden, sondern in größerem Maße sich den D e rantwortung tragenden Parteien zu­wendet. Diese Erkenntnis gilt es zunutze zu ma- 'chen, und dafür zu sorgen, daß von den Flügsl- parteien der Versager recht viele für die Mitte ge­wonnen werden. Aus diesem Grunde schließen wir rms der Aufforderung des Wahlaufrufs der Rheini- fchen Zentrumspartei an:

Kem defensiver, sondern ein offensiver Wahlkampfs

wichtige KeparationsverhanöluWen

werden in der laufenden Woche in Berlin abae- balten. Es handelt sich um eine Sitzuna des so­genannten Transfer-Komitees, in welcher unter anderem über die bei den ieüiaen Handels- vertraasverhandlunaen mit England und Frank­reich eine groß« Rolle spielende Fraae der 2 6- vroz. Revarationsabaaben behandelt wird. Auch bei den seht vor dem Abschluß stehen­den Abmachungen mit EnÄand ist diele Krage ausgeschieden worden, bei den französischen Ver- bcmdlunaen spielt sie eine noch viel schärfere Rolle und die alliierten Regierungen haben Deutschland gegenüber den Vorschlag aemacht, diese Angelegen­heit durch das Transfer-Komitee, das ia auf der Grundlage der Londoner Vereinbarunaen bezw. des Dawes-Gutachtens eingerichtet worden ist, be­handeln zu lasten. Jedenfalls wird auf die Ent­scheidung, die dieses Komitee trifft, außerordentlich viel für die Behandlung dieser für die deutsche Aus­fuhr lebenswichtigen Kragen ankommsn. ...

Die Kölner Domglocke.

In Gegenwart einer großen Zahl geladener Gäste, darunter Vertreter der kirchlichen, staatlichen rmd städtischen Behörden, und unter Teilnahme einer riesigen Menschenmenge fand am Sonntag in K ö l n vor dem festlich geschmückten Hauptportal s>es Domes die kirchliche Weihe der neuen 5t Petersglocke durch den Erzbischof Kar­dinal Dr. Schulte statt. Die Glocke wurde aus Beiträgen der deutschen Reichsregierung, der preußischen Staatsregierung und privater Stifter als Ersatz für die im Kriege abgebaute Kaisergkocke beschafft.

Bei der Weihe hielt Kardinal Dr. Schulte die Ansprache, in der er u. a. betonte, daß auch die neue Petersglocke gleich der Kaiserglocke das Symbol der Einheit des deutschen Volkes und ein Sinnbild des endlich wieder er» langten Friedens und der Völkerverföhnung sein solle. Vom Kölner Dom am deutschen Rhein solle sie Liebe, Freiheit und Frieden läuten, damit Wohlergehen auf Erden allen guten Men- fthmr roerbe. Am hl. Weihnachtsabend werde zmn ersten Male ihre gewaltige Stimme erschallen mit der frohen Friedensbotschaft au dre We l t.

Die Ähren tm rreubesetzten Gebiet.

Nm Mitternacht von Sonntag auf Montag wur­den die Bahnhofsuhren im neubesetzten Gebiet, die bisher noch die französische Zeit angaben, auf mstttelenrop ätsche Zeit eingestellt. Zur gleichen Zeit trat auch der neue deutsche Fahrplan in Kraft, der zum Teil wesentliche Veränderungen gegen bisher aufweist Die Warte­zeit auf den Grenzstationen sowie das eventuelle Ilmgrigeu fallen von nun an fort.

Das ZentrumSorgan für Düsseldorf, Berg und Niederrhein, baSDüsseldorfer Tage blatt", dessen gesamte Betriebsräume 16 Monate von der siumKMhen Befatzungsbchörde beschlagnahmt to®an, echheint jetzt wieder im eigenen Betriebe.

Wahlen in Rostock.

Aus Rostock wird gemeldet: Bei den Stadtver- »Mretenwahlen erhielten: Bürgerliche Arbeits­gemeinschaft (Deutsche Dolkspartei und Deutsch- nationale) 10985, Sozialdemokraten 10338, Mie­terpartei 4863, Deutschvölkischen Partei 3441, Kom­munisten 2906, Demokraten 1413 Stimmen. Die Wahlbeteiligung war 20 Prozent geringer asts im Mai d. I. Alle Parteien mit Ausnahme der Sozialdemokraten, haben zum Teil betracht- lffche SimmenVerluste erlitten.

wirtschaftliche Kampfbewegungen.

= MetallorbeiterKreiK i« Belgien. Die Libro Bel- gique berichtet aus Charler oi, daß die Lage in den MetcWverken gespannt sei. Man rechne Möglicherweise mit einem Streik, der 50000 Arbeiter betreffen würde. Sollte in dem einen oder anderen Wer! ein Streik aus­brechen, seien die Arbeitgeber emschloffen, eine all­gemeine Aussperrung vorzuneymen. Die Streik­bewegung sei darauf zurückzuführen, daß die Arbeiter eine Lohnerhöhung entsprechend der gegenwärtigen ZudeWister forderten.

Zum Beginn der letzten Wahlkampfwoche

In Düsseldorf und Essen hat Reichskanzler Dr. Marx in glänzenden Versammlungen gesprochen. In seiner Essener Rede sagte der Kanzler u. a.: Ich verlange nicht für die Regierung, noch weniger für mich eine gute Kritik. Ich weiß, daß wir in Lon­don wenig erreicht haben im Gegenteil zu dem, was wir erreichen wollten. Ich verlange aber eine gerechte Kritik. Diese muß uns zugestehen, daß wir nicht mit leeren Händen aus London zurückgetommen sind. Weshalb will man denn nicht wahr haben, daß wir in London wenigstens einen Anfang zum Bessern gemacht ha­ben? Etwa, weil die Delegierten, die in London im Auftrage des Reichspräsidenten die Verhand­lungen führten, den Mittelparteien ongehörten, denen die sogenannte deutschnationale Opposition den Kampf angesaat hat? Das Dawesabkommen, darüber müssen wir uns klar sein, ist ein Funda­ment, aus dem es gilt, die deutsche Wirtschaft wie­der oufzubauen, um den Verpflichtungen, die wir nach dem verlorenen Kriege nun einmal über­nommen haben, nach Möglichkeit nachzukommen und so auch zur großen politischen Freiheit unseres Volkes zu gelangen. Das geht nicht von heute auf morgen. Dazu brauchen wir Zeit, dazu brauchen wir aber auch einen arbeitsfähigen Reichstag, dessen große Parteien ihre besten Kräfte nicht in unfruchtbarer Opposi­tion erschöpfen oder passiv beiseitestehen dürfen. Wenn Herzt kürzlich in Breslau gesagt hat,in- nerpolitifch opponierten mir, ober außenpolitisch wollten wir der Helfer der deutschen Regierung fein", so ist diese Art von außenpolitischer Hilfe, wie die Deutschnationalen sie in den Monaten April bis August geleistet haben, doch eine mehr als eigen­artige. Die Haltung der sogenannten deutschnatio­nalen Opposition hat unsere Stellung auf der Lon­doner Konferenz keineswegs erleichtert.

Wörtlich sagte dann der Kanter:Arbeits­fähig nenne ich nur einen Reichstag, dessen große Mehrheit fest entschlossen ist, den bisher in der Außenpolitik verfolgten Weg weiterzugehen. Eine Abkehr von diesem Wege mache ich nicht mit. Die klare Linie unserer Außenpolitik darf keinesfalls verwischt werden. Ich habe die Hoffnung, daß das deutsche Volk am 7. Dezember im gleichen Sinne entscheiden wird. Wenn alsdann die Frage der Regierungs er Weiterung von neuem an uns herantritt, so ist entscheidend für die Lösung in erster Linie die sachliche Stellungnahme der Parteien zu der bisher befolgten bewährten Außenpolitik."

Den Grafen Westarp, der in Hamburg bestrit­ten hat, dem Zentrum eine gemeinsame Politik mit den Deutschvölkischen zugemutet zu haben, verwies der Reichskanzler auf die Nr. 155 derKreuzztg." vom 1. November. Dort habe Graf Westarp selbst ausgerechnet, daß in dem aufgelösten Reichstag ein Rechtsblock von den Deutschvölkischen bis zum Zen­trum eine Mehrheit von 40 Stimmen gehabt hätte. Er habe ausdrücklich feftgestellt, daß in dieser Mehr­heit die völkische Rechte genau über die Hälfte der Stimmen verfugt hätte. In dem gleichen Artikel habe Westarp noch ein weiteres interessantes Be­kenntnis abgelegt. Man werde sich, so meinte er, damit abzufinden haben, daß, wenn die Deutsch- nationalen in die Koalition eintreten, ihre Minister deutschnationale Politik treiben. Ich für

meine Person, so erklärte der Kanzler, lehne es grundsätzlich ab, im Kabinett Parteipolitik zu treiben. Ich glaube, Graf Westarp dürste schwerlich eine Koalition finden, in der es den deutschnationalen Ministern gestattet ist, deutschna­tionale Politik zu treiben.

Die Rede des Kanzlers wurde von der Ver­sammlung mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Der Kanzler wurde stürmisch begrüßt.

Bei seiner Anwesenheit in Düsseldorf wurde dem Reichskanzler in der besonderen Festversammlung der katholischen Beamten- und Lehrer­schaf t, an der Vertreter der Behörden teilnahmen, durch den Bezirksvorsitzenden Studienrat Dr. Noll eine kunstvolle Ehrenurkunde überreicht. Der Reichskanzler nahm hierbei Gelegenheit, eindring­liche WorteandieBeamtenschaft zu rich- ten, auch über die lebenswichtige Bedeutung der B e a m t e n b e s o l d u n g für die Existenz des Reiches. Er stellte die jeweilige Anpassung der heute immer noch nicht genügenden Besoldung b i s andieGrenzedesMöglichenin Aussicht.

Dr. Maurenbrscher,

der frühere Sozialdemokrat, der während des Krieges einen Frontwechsel vollzogen und bei den Deutschnationalen gelandet ist, fordert i-tzt die Deutschnationalen auf, am 7. Dez. Deutsch- völkisch zu wählen, weil die deutschuationale Reichsliste zu vieleJasager" aufzuweisen habe. Die deutschnationale Parteileitung teilt mit, daß bereits ein Antrag auf Ausschluß des Dr. Mau­renbrecher aus der Partei wegen seines Vorgehens eingegangen fei.

mit General v. Nathusius

der krank und müde aus Lille zurückaekehrt ist, wollten dis Deutschnationalen Wablaeschufte macken. In Kassel kündigten sie den 70iabnaen Mann als Wahlredner an. v. Nathusius spielte aber nicht mit. Er dankte zunächst öffentlich aUen Bevölkerunasgrupven und Richtungen, die sich für feine Befreiung eingesetzt haben und heft Raj für die Versammlung entschuldigen. Auch bielomatnme Schwierigkeiten find durch das Getoie der deutsch- nationalen Preffe. das auch nach der Rückkehr des Generals zum Zwecke der Wahlvrovaaanda an­hielt. entstanden. Der deutsche Botschafter war bei Herrivt und erklärte, daß die deutsche Regierung, ohne das Urteil von Lille anzunehmen und ohne auf Revision durch das Reichsgericht in Leipzig zu verzichten, die Beilegung des Zwischenfalls be­grüße.

Der erledigte Starkbund.

Die unter der BezeichnungStarkbund" aufae- tretene kleine SonderWähleraruvve bot einen Reichswahlvorfchlaa eingereicht, der zuaelaffen wer­den mußte, da er den gesetzlichen Voraussetzungen entsprach. In den Wahlkreisen selbst konn­ten die Wahlvorfchläge dieses Bundes dagegen mangels Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen nicht zuaelaffen werden. Damit f(beibet dieser Bund bei der Reichstaaswahl aus. Der Bund trug den Namen von einem Lehrer Stark in München, der früher ein Freund des Naturavostels und Parteiaründers Häußer gewesen war. sich dies­mal aber selbständig machen wollte. Die klemen Parteien sind grober Unfug!

Vie Schuldenlast Kranbreichr.

wtb Paris, 1. Dej. (Tel.) hinsichtlich der Fundierung der französischen Schul­den an Amerika veröffentlicht nach Washingtoner Telegrammen derNewyorker herald" einen Arti­kel, in dem gesagt wird, schon während der Londo­ner Konferenz haben amerikanische Bankiers die Versicherung abgegeben, daß sie sich zugunsten Frankreichs verwenden würden, um eine Rege­lung der Schuldenfrage zu erzielen. Diese Bankiers seinen einem zehnjährigen Moratorium günstig und forderten außerdem eine 30prozentigc Streichung der französischen Schulden und daß nur ein Zinsfuß von 2 Prozent gefordert werde. In der Unterredung, die jetzt Botschafter Juseraud mit Schahsekretär Mello« hatte, seien die Grundzüge eines Aebereinkommens festgelegt worden, aller­dings mit dem Vorbehalt, daß das fragliche Ab­kommen revidiert werde, wenn Frankreich nicht von Deutschland gemäß dem Dawesplan Zahlungen er­halte.

Wiederaufbau-Skandal.

wtb Paris 1. Dez. (Tel.) In der roten Zone (dem zerflörksn Gebiet) hat gestern die Po­lizei zehn Verhaftungen vorgenommeu und nach demPetit parifien wird mit der Verhaf­tung von weiteren zwanzig Personen gerechnet. Es | handelt sich um einen groß angelegten Betrug, , der «ach Telegrammen aus Chalons für Marne sich auf Armen bezieht, die von den Schlachtfel­dern Kupfer und andere Metalle auf­kaufen und den Betrag systematisch hinterzogen haben. Gestern allein sind einige Tonnen hinter­zogene Metalle beschlagnahmt worden. Die Ver­luste des Staates, die bis jetzt feftgestellt wurden, belaufen sich auf 900 000 Franken, jedoch ist die Untersuchung noch lauge nicht beerHet.

* General Calles hat fein Amt als Präfident der Vereinigten Staaten von Mexiko angetreten.

Innere Kolonisation in Preußen. 10 000 Reusiedelungen und nahezu 100 000 Aa- legerfidelungen geschaffen.

In der Reihe der Arbeiten zum Wiederauf­bau unseres Vaterlandes steht in Deutschland die Siedlungs- und Kulturarbeit des Preußischen Landwirtschaftsministeriums unbedingt mit an erster Stelle. Hier seien nur kurz einige Ziffern und Tatsachen für die Siedlungstätigkeit und die damit zusammenhängende Aufteilung und Aus­lösung der Fideikommisie gegeben.

In den verfloflenen vier Jahren haben die preußischen Siedlungsorgane Gelegenheit gehabt, das im Reichssiedelungsgesetz niederlegte Sied­lungsprogramm an der Hand der preußischen Aus­führungsoorschriften in Angriff zu nehmen und weiter zu fördern.

Die kolonisatorische Tätigkeit erhielt einen neuen Antrieb durch das Reichsgesetz über die Ergänzung des Reichssiedlungsgefetzes vom 11. August 1919, nach dem für die Ansiedlung der infolge der Ab­tretung deutschen Gebietes verdrängten Ansiedler, Pächter und Angestellten von den Landlieferungs­verbänden im Jahre 1923 40 000 Hektar besonders zur Verfügung zu stellen waren. Bon diesen 40 000 Hektar entfielen auf Preußen 34 500 Hektar, die durch die preußische Ausführungsanwei- sung vom 15. Juni 1923 auf die landlieferungs­pflichtigen Provinzen unterverteilt worden sind. Diese Flüche ist zum größten Teil int Wege der Enteignung und durch freiwillige Be­reitstellung der lieferungspflichtigen Eigen­tümer beschafft. Von den aus den abgetretenen Gebieten stammenden Flüchtlingssiedlern sind bis Ende 1923 1673 angesetzt und außerdem 258 vor­läufig als Arbeiter auf den zur Siedlung bestimm­ten Gütern untergebracht worden.

Auch bei der Auflösung der Fideikommisse ist den Siedlungsinter essen nach Möglichkeit Rechnung getragen. Vollständig aufgelegt sind bis­her 476, in der Zwangsauflöftmg begriffen 1218 Fideikommisse. Soweit Wald fideikommisjarisch ge­bunden war, ist bei der Auflösung im Interesse seiner Erhaltung in allen Fällen entweder ein Waldgut oder ein Schutzforst gebildet worden. ,

Der Mampf im Satan.

wtb London, 1. Dez. (Tel.) Rach einer Meldung derDaily Expreß" aus Chartvm sind bei der Revolte der dortigen sudanesis chen Truppen 6 Offiziere und 11 Mann der briti­schen und ägyptischen Truppen getötet und 10 Offi- ziere und li Mann verwunde worden. Die suda­nesischen Truppen hatten große Verluste, eine be- trächttiche Anzahl dieser Truppe» wurde setStet

Englische Verstärkung.

wtb Gibraltar, 1. Dez. (Tel.) Ein wei­teres Bataillon hat sich nach Aegypten eingeschifft,

Die Regierung in Kairo nimmt alles an.

wtb London, 1. Dez. (Tel.) DieSinics" berichtet aus Kairo, daß die ägyptische Re­gierung den Rat der in der britischen Note vom 23. November enthaltenen Bedingungen äu­ge n o m m e n hat. Die entsprechende» Dokumente find gestern in Kairo ausgekauscht worden. Die britische Besatzung in Alexandrien werde sobald wie möglich zurückgezogen.

England und Rußland.

wtb London, 1. Dez. (Tel.) Der diplorns tische Berichterflatter derWestminster Gazette- schreibt, bei der Antwort, die jetzt von der btiti- fchxn Regierung an die Sowjetregierung erwogen werbe, sei Ehurchill nachdrücklich dafür eingetreten, daß die diplomatischen Beziehungen mit Rußland abgebrochen und Rakowski seine Pässe zugeflellt 'würden. Chamberlain so­wohl wie fast das g a n z e K a b i n e 11 hätten dem z u g e st i m mt__________________

Die MMSrpoliM KmeriKtts.

DerNewyork Herald" meldet aus Washing­ton: Der Generalstabschef der Armee der Ver­einigten Staaten General Pershing legt in seinem Jahresbericht dar, daß die Vermeh run g der Luftstreitkräfte eine bedeutende Not­wendigkeit für die Vereinigten Staaten darstelle. N!chtsdestv«Eig«- ««(e ^Bericht darauf hm, daß die Infanterie immer noch zu Angrrffs- zwecken diene und das Rückgrat der Armee fei. Außerdem fei der Gedanke, daß die Grundsätze der Kriegführung sich ändern würden, nicht in Be­tracht zu ziehen. Pershing verlangt, daß die Stärke der Armee 13 000 Offiziere und 130 000 Wann der tragen füll. ______

primo de Rivera.

Der Sonderberichterstatter desObserver" schreibt,, es verlaute, daß General Primo de Rivera ernstlich seinen Rücktritt alsHaupt des Direktoriums und die Pebernahme des Postens als Oberbefehls-^ Haber der Truppen in Marokko erwäge. Allgemein werde Admiral de Magaz als fern Nachfolger gehalten.

MWIUWWWWWM

Seit 1919 ist Sos Zentrum nicht aus der Regierung hermrSgsteeten und hat ferne Männer in den Dienst des Vaterlandes gestellt. Ist das nicht national? Es ist daS größte Zeichen der OpfersreudigKeit einer Partei, trotz aller Schmähungen seins Männer ftets für daS Gs. mernwohl einznfetzeri".

Reichskanzler Marx.

(In einer Rede an die Akademiker in Breslau).

* Eine neue Stadt von 80000 Einwohnern: Wesermünde'. Die beiden Städte Lehe und Geeste­münde sind zu einer Stadtgemeiude unter dem Namen Wesermünde vereinigt worden. Die allen Städtenamen bleiben als Bezirksnamen bestehen. Die neue Stadt zählt 80 000 Einwohner. Man hofft jedoch eine wertere schnelle Entwicklung der neuen Stadtgemeinde, da eine Reihe großer wirtschaftlicher Projekte, vor allem der Ausbau des Fischerhafens, der bisher an den fehlenden Mitteln scheiterte, mm. mehr in die Wege geleitet werden soll. Wefermünd, ist Heimathafen für nicht weniger als 400 Fisch. Kämpfer. Man gibt sich der Hoffnung hin, datz die Stadt bald der größte Fischereihafen den Kontinents sein wird.

* Bmud in der Kaserne. In der Kaserne des 20. Infanterieregiments in Regensburg und zwar in der Abteilung der Minenwerfer-Kompanie brach Feuer aus. Die Flammen griffen auf die Munitionsbestände über. Es erfolgten zahlreiche Explosionen. Große Waffen- und Mumtionsvor- räle sind bem Brand zum Opfer gefallen.

* 12 Pferde erstickt. In einem Stallgebäude in der Wrangelftraße in Berlin brach nachts Feuer aus. Das Gebäude brannte bis auf di« Grundmauern nieder. 1 2 in dem Stall befindliche Pferde sind erstickt.

* Zigeunerschlacht in Berlin. Bei einer infolge eines Streites unter Zigeunern entstandenen Schießerei in Reinickendorf bei Berlin wurde ein Zigeuner getötet, der Bruder von ihm und ein dritter Zigeuner schwer und ein vierter leichter verletzt.

* Gesunkene Fischerbarken. Hcwas bettchtet aus Sc (Koruna: Zwei Fischerbarken sind in der Nähe des. Hafens untergegangen. 14 Mann der Besatzung sind um ge komme»,