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Edelsteinglaube. Aus den ältesten Zeiten stammt die Meinung von der Heilkraft der Edelsteine. Sie sollen fähig sein, vor allem gegen Gifte und gegen den bösen Blick zu schützen. Für jeden Monat des Jahres gibt es einen Stein, der denen, die in diesem Monat geboren sind, besonders glückbringend ist. Wer aus dem Januar stammt, hat den Granat als Bundesgenossen, wer im Februar geboren ist, ist mit dem Amethyst verbunden, wer im März das Licht der Welt erblickte, muß sich den Heliotrop erwählen. Der Diamant ist der Stein der Aprilkinder, dem Mai ist der Saphir zu eigen und dem Juni der Achat. Dem September gehört der Smaragd an, dem Oktober ist der Opal, sonst ein Ungliicksstein, zugeordnet. November und Dezember haben den To­pas und den Türkis. Wenn man mit Saphir oder Sma­ragd die Augen bestreicht, so werden diese klar und leuchtend. Smaragd stärkt das Gedächtnis und ist der Stein der Keuschheit. Sardonyx verleiht Mut, Amethyst ist ein Mittel gegen Trunkenheit Wer traurig ist und feine Schwermut nicht zu überwinden vermag,löse Lapislazuli auf und bereite ihn richtig zu", um von seiner Melancholie befreit zu werden (Jean de Renou). Henrik Ranzau gibt seinen Söhnen folgenden Rai:Es ist nicht von geringer Bedeutung für die Gesundheit, aus goldenen und silbernen Bechern zu trinken, ebenso ist es nützlich, glühendes Gold oder Silber im Getränke zu löschen. An euren Händen solltet ihr immer Korallen, Bernstein, Achat oder kostbare Steine haben. Am Ring­finger der linken Hand solltet ihr Ringe mit Smaragden, Saphiren oder roten Edelsteinen tragen. Im Munde solltet ihr zuweilen einen Amethyst halten, etwas Kri­stall, einen Granat oder etwas reines Gold oder Silber." Roch im Jahre 1664 wurden von studierten Aerzten Heilmittel aus Perlen, Korallen, Gold und Edelsteinen verschrieben und als Wunderwasser bezeichnet.

Hak sich der Appetit verschlechkert? Geradezu un­glaublich mutet es uns heute an. was im Mittelalter bei einer einzigen Mahlzeit verzehrt wurde. Da wurde nicht, wie heute nach Pfund oder wohl gar nach Gramm, sondern immer nur nach ganzen Stücken Schlachtvieh gerechnet.Ein Huhn für keinen, eine Gans zu einen, ein Bock für zwei, ein Kalb für drei", so rechnete man dazumal. Demgemäß war die Anzahl der Gänge, die man bei einem Mahl auftrug, geradezu ungeheuer. So weist der Speisezettel eines Mahles, das im Jahre 1303 anläßlich der Einweihung einer Kirche in Weißen­fels gegeben wurde, nicht weniger als 12 Haupt­gänge auf, die kleineren Zwischengerichte, Gemüse und bergt nicht gerechnet. Er lautet folgendermaßen: 1. Eier­suppe mit Safran und Honig; 2. Erbsen mit Gemüse; 3. Schaffleisch mit Zwiebeln; 4. gebratenes Huhn mit Zwetschen; 5. Stockfisch mit Del und Rosinen; 6. in Oel

über alle europäischen Länder verbreitet. Im ersten Halbjahr 1924 war sie besonders häufig in England und verursachte hier mit einer gleichzeitig einhergehen­den Grippe eine starke Steigerung der Großstadtsterbe­ziffer gegenüber den anderen Ländern. Bei uns tritt sie besonders in Baden auf.

Eine starke Zunahme haben auch die Fälle in T o l l- w u t - Erkrankungen erfahren. Die Zahl der Bißoer- letzungen durch tolle oder der Tollwut verdächtige Tiere ist in diesem Jahre besonders groß. Die gegenwärtige Tollwut-Epidemie datiert bereits aus dem Jahre 1915, währt also bedeutend länger als die vorhergehenden, die 1896=1900 und 1903=07 austraten. Besonders schwer wiegt der Umstand, daß außer den Hunden nun auch Rinder, Pferde und andere Tiere von dieser Krankheit ergriffen werden. Besonders dis Zahl der wegen Toll­wut getöteten Rinder ist stark angestiegen. Immerhin hat man in dem von dem französischen Baktereologen Pasteur hinterlassenen Serum eine Gewähr gegen ein -leberhandnehmen der Krankheit. Nach Pasteur, der llch auch um die Bekämpfung des Milzbrandes verdient gemacht hat, wird durch Einspritzen von getrocknetem Rückenmark von an Tollwut gestorbenen Tieren, wo­durch der Keim abgetötet wird, Immunität gegen die Krankheit erzeugt. Bei sofortiger Impfung wird der von einem tollen Tiere Gebissene vor der Krankheit, die immer mit einem schrecklichen Tode endet, gerettet. In dem Pasteur-Institut in Paris wurden bis 1905 allein 29 000 von tollwütigen Hunden gebissene Personen mit Erfolg behandelt. Auch in Deutschland haben wir solche nach Pasteur eingerichteten Institute, so in Berlin und Breslau; ferner befindet sich ein solches Institut in Wien. Bei der Wichtigkeit und Dringlichkeit der Tollwutbekümp- fung erscheint die Zahl dieser Institute allerdings zu klein und es wäre zu wünschen, daß es die Finanzlage des Reiches bald gestatten möge, auch andern Orts solche Stationen zu errichten; denn in der Bekämpfung der epidemischen Krankheiten kann nicht zuletzt aus wirt­schaftlichen und bevölkerungspolitischen Gründen nicht

Der Snoken im Taschentuch.Was bedeutet denn der Knoten in deinem Taschentuch?"Den hat meine Frau hineingemocht, damit ick ihr einen Brief besorge."

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Lung-Chan", zu Deutschder Kampf mit dem Drachen" oderPung-Chow", zu Deutschich nehme".

Dies Spiel mit den zierlichen, bunten 144 Domino­steinchen kleinen Formats war gar lange Zest ein aristo­kratisches Spiel: bis zum Ende des Kaiserreichs China hatten ausschließlich der Kaiser, die Kaiserin und die Prinzen, sowie ihr Gefolge das Recht Mah-Jongg zu spielen. Mit der Gründung der Republik fand dies edle und doch fieberhaft spannende Spiel den Weg ins weite Land hinaus, dann in die Bereinigten Staaten von Ame- rika, wo bereits manche Umformungen oorgenommen wurden, lieber England und Holland, in welchem Land Mah-Jongg geradezu eine Notwendigkeit geworden ist und wo es als ein Verstoß gegen die Ususregeln der guten Gesellschaft ausgelegt wird, so man nicht Mah- Jongg spielen kann, kam Mah-Jongg dann zu uns. Im Verlag Grethlein u. Co.. Leipzig-Zürich, ist aus der Feder von Oscar D. Hirschfeld eine Einführung in das Spiel erschienen. Der Verfasser gibt einen Ueberbütf über die Geschichte des Spiels, er schildert seine Reize, seine Mannigfaltigkeit und läßt in zahlreichen Bildern die verschiedenen Steine an uns vorüberziehen: die Hon- neursteine, die Jahreszeiten-Steine, die Blumensteine, die Windsteine, die Drachensteine und die Bambussteine, die Kreissteine und schließlich die Schristzeichensteine; er schildert Aufbau. Anfang und Verlauf des Spieles ein­gehend, verweilt bei Einzelfällen und versucht einiger­maßen Licht in das Wirrnis der Shnitfpiele zu bringen. Sehr eingehend befaßt Hirschfeld sich mit der Spielbewer­tung, deren Berechnung dem Anfänger wirklich Schwie­rigkeiten bereitet. Ob Hirschfeld mit Recht davor warnt, sich die verschiedenen Kombinationen, die dem Spiel in Amerika und England beigefügt wurden, anzueignen, darüber möchte ich nicht entscheiden. Recht hat er gewiß, wenn er behauptet, daß Mah-Jongg schon beinahe über­reich an Kombinationen zu uns gelangt fei. Wenn er

gebackene Bleie Weißfisch); 7. gesottenen Aal mit Pres­ser; 8. gerösteten Bückling mit Senf; 9. sauer gesottene Speisefische; 10. gebackene Barbe; 11. kleine Vögel in Schmalz gebacken mit Rettich; 12. Schweinskeule mit Gurken. Auffällig ist für uns die große Zahl der F i f ch- gerichte. Was die Folge der Speisen anlangt, so ist sie, wie ersichllich, von der modernen Speisenfolge nicht wesenüich verschieden. Zu bemerken ist übrigens noch, daß der Gast, wenn die Speisen zu Ende waren, wohl auch noch den Teller aufaß. Denn die Teller waren im Mittelalter meist runde Scheiben Brot.

Fuchsfarmen. In Nordamerika wurde die erste Fuchsfarm mit nur zwei Paar Silberfüchse» 1894 ein­gerichtet, aber schon 1910 konnten die dortigen Züchter die feinste Kollektion von Silberfuchsfellen auf den Lon­doner Markt bringen, die jemals dort erschienen war. Das Stück wurde durchschnittlich mit 1300 Dollars be­zahlt. Heute besteht dort schon eine staatliche Versuchs­station für Silberfuchszucht, die auch ihre eigene Zeit­schrift herausgibt, und von Zeit zu Zeit werden ganz nach Art der Hundeausstellungen große Fuchsausstel- lungen abgehalten, deren letzte z. B. mit über 300 Zucht­tieren beschickt war. Geschulte Fachleute beurteilen die

Der Melgesuchke. Hochstapler: Sieben Städte Haber sich um den alten Homer gestritten! Det is noch ga> nischt. Um mich bemühen sich sieben Staaten.

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Verraten. Chef:Sie haben geschlafen, Herr Mül­ler." Buchhalter:Aber . . ." Chef:Keine Ent­schuldigung bitte. Sie haben ja mit der Stirn auf dem StempÄkissen gelegen."

,cr Jacob Sichel

Müh-zsngg.

Wie dasGo", derKaiser der Spiele", von China kam und ganz allmählich neben dem Schach, dem König der Spiele, bei uns Fuß faßte, so stammt auchMah- Jongg" aus dem Reich der Mitte. Ganz plötzlich hat dies Spiel, das man wohl als das größte Hasardspiel bezeichnen muß, das wir kennen, bei uns in Deutschland Eingang gefunden unb verblüffend schnell eine Riesen­zahl von Anhängern gewonnen.Mah-Jongg" hejßt auf Deutsch-ich gewinne". Doch gibt es im Osten noch eine ganze Anzahl anderer Bezeichnungen wie z. V.

kpidemische Krassheiten und ihre Abwehr.

Vekche Erkrankimgen werden häufiger, welche seltener? * Wie verlaufen die einzelnen Krankheiten? Die

Epidemien von 1924.

Schon immer erregten die epidemischen Krankheiten üe besondere Aufmerksamkeit der sozialen und sanitären Fürsorge, und ihre Bekämpfung erwies sich nicht zuletzt auch vom volkswirtschaftlichen Standpunkte aus als dringend notwendig. Auch sind in der Abwehr dieser Mischen Krankheiten durch Gegenimpfungen schon be­deutende Erfolge erzielt worden, welche zu immer neuen Untersuchungen anspornten. Neuerdings sucht das Sta­tistische Reichsamt das Auftreten dieser Krankheiten nach Möglichkeit statistisch festzuhalten, so daß man nun ein ziemlich genaues Bild über Verbreitung und Verlauf der Epidemien hat.

Im allgemeinen ist das Bild, das sich für dieses Jahr ergibt, nicht sehr günstig. Typhus, Ruhr, Kindbetlfieber, Bindehautentzündung (Trachom), Milzbrand, Tollwut, besonders aber Diphterie haben gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres zugenommen. Sehr schwer wirkt sich auch die früher unbekannte Schlaffuchtkrankheit aus.

An Diphterie-Erkrankungen ist im ersten Halb­jahr 1924 eine Steigerung von 1300 Fällen nachgewie­sen, wobei allerdings zu berücksichtigen ist, daß Krank­heitsfälle gegen 1922 zurückgegangen sind. Die meisten Diphteriefälle waren in Preußen. Die Diphterie ist heute dank des 1893 von Behring entdeckten Heilserums nicht mehr so gefährlich wie früher; denn während früher 30 bis 70 Prozent der von dieser Krankheit Befallenen star- ben, ist es nun gelungen, die Sterbefälle auf 5 bis 22 Prozent herabzudrücken. Das Behringfche Serum wird aus dem Blute von Pferden gewonnen, denen Diphterie- Dazillen eingespritzt wurden.

Die Zunahme der Typhus-Erkrankungen entfällt auch roieber hauptsächlich auf Preußen, außerdem auf Bayern. Die Zunahme ist um so bedenklicher, als sie nicht nur das Vorjahr, sondern auch das Jahr 1922 über» irifft

Obwohl die Scharlach- Erkrankimgen in Preu- ßen, Sachsen und Baden zugenommen haben, weist der Durchschnitt der Erkrankungen für das Reich doch einen geringen Rückgang auf. Dieses günstige Resultat wird in der Hauptsache darauf zurückzuführen fein, daß die an Purm (Kohlen- und Stickstoffoerbindungen) arme Pflanzenkost des Krieges die deutsch« Bevölkerung gegen diese Krankheit fast unempfänglich gemacht hat. Er­härtet wird diese Annahme durch den Umstand, daß das Ausland viel stärker unter dieser Krankheitserscheinung leidet, so vor allem die Vereinigten Staaten, wo acht- bis zehnmal so viel Personen daran erkranken als in Deutschland. Ein sehr wirksames Abwehrmittel scheint auch das Normalserum zu fein, ein Serum, das von Menschen gewonnen wird, die niemals Scharlach über­standen haben und das Rekonvaleszentenferum.

An R u h r erkrankungen dagegen haben wir wieder eine Zunahme, so vor allem in Preußen.

Das F l e ck f i e b e r, auch Flecktyphus genannt, ist in diesem Jahre weiter zurückgegangen. Im ersten Halbjahr 1922 hatten wir 358 Erkrankungen dieser Art, 1923 nur noch 22 und in diesem Jahre nur noch 5. Die Erklärung ist verhältnismäßig einfach. Das Fleckfieber tritt besonders nach Kriegen auf. Der die Krankheiten erzeugende Bazillus findet sich im Magen der Kleider­laus. Die Krankheit wird ihr natürliches Ende finden, je mehr wir uns aus dem Schlagschatten des Krieges entfernen.

Auch die Pocken gefahr, gegen die man schon sehr frühe angekämpft hat, ist so gut wie unschädlich gemacht. Im ersten Halbjahr 1924 waren nur neun solcher Fälle zu verzeichnen. Kaum nennenswert sind die Erkran­kungen an Rückfallfieber und Rotz. Es handelt sich hier nur noch um Einzelerscheinungen.

Auch die so sehr gefährliche Genickstarre, die in 40 bis 60 Prozent der Fälle immer mit dem Tode endete, ist in den ersten Halbjahren 1922 bis 1924 von 1019 auf 759 und 442 zurückgegangen. Das letzte epidemische Auf­treten dieser Krankheit war in den Jahren 1904-05. Ein sehr wirksames Mittel hiergegen ist die sog. Lumbal­punktion, eine Lendenimpfung.

Dagegen tritt jetzt die eingangs erwähnte Schlaf­suchtkrankheit immer mehr in Erscheinung. Die Krankheit ist nicht zu verwechseln mit jener, die man gemeinhin Schlafkrankheit nennt. Die Schlafkrankheit tritt in der Regel in den Tropen auf, wird durch Insek­tenstich verursacht und ist sehr langwierig. Die Schlaf- suchtkrankhest dagegen ist eine Grippe, die besonders das Gehirn befällt und fast immer neuralgische Schmerzen hinterlaßt. Außer dem Lendensttch ist ein wirksames Mittel hiergegen noch nicht gefunden. Die Krankheit trat zum erstenmale 1907 in Wien auf und ist jetzt .! i-l'l! ir।

mehr als 1000 Fuchsfarmcn, darunter in Kalifornien solche, die gleich mit 150 Zuchtpaaren anfingen, also die Sache von vornherein im großen betrieben. Nor­wegen und Finnland, die sich ja wegen ihres Klimas und wegen der leichten Beschaffungsmöglichkeit von Zuchttieren dazu besonders eignen, sind dem amerikani­schen Beispiel gefolgt, aber auch in England und der Schweiz sind schon Hoffnungsnolle Anfänge gemacht wor­den. Auch in der Tschechslowökei und sogar in dem war­men Italien will man den Versuch wagen. Besonders großzügig aber hat sich die japanische Regierung der Sache angenommen, und auch den nordjapanischen In­seln dürste den amerikanischen Züchtern schon in kurzer Zeit ein sehr beachtenswerter Wettbewerb erwachsen. Auch für Deutschland kann man sachkundig betriebenen Pelztierfarmen nach dem heutigen Stande unserer Er­fahrungen sicherlich eine gute Zukunft Voraussagen, wie Dr. Floericke imKosmos" an«führt.

Dec Kondor unter Schutz gestellt. Während die Kondore früher in Kalifornien sehr häufig waren, sind sie jetzt zahlenmäßig dort wohl die letzte Vogelart. Die wenigen noch vorhandenen Exemplare Hausen in den unzugänglichsten Partien des südlichen Randgebirges. Um ein völliges Aussterben dieses größten und zugleich nützlichen Vogels zu verhüten, ist er unter gesetzlichen Schutz gestellt. Schwere Strafe trifft nicht nur jeden, der einen erwachsenen Vog->l tätet sondern auch jeden, der Junge ausnimmt ober Eier zerstört.

Lin Schaf, das ohne Wasser lebt, ist das Big» Horn (Dickhorn), von dem es nur eine einzige Art und zwar in der neuen Welt gibt. Es haust auf den öden Felsenhöhen Kaliforniens, wo kein Quell mehr riefelt Seinen Flüssigkeitsbedarf deckt es dlirch das Fressen von Tannen-, Kaktus- und anderen wasserhaltigen Pflanzen.. Der Name Dickhorn stammt von Männ­chen, von dem das Volk glaubt, daß es sich von den höchsten Feldspitzen auf seine Horner herabstürzen könne, ohne Schaden zu nehmen. Die schlanken Horner des weiblichen Tieres haben zu dem Irrtum Anlaß gegeben, daß Steinböcke auch in Amerika leben. In Wirk­lichkeit ist das nicht der Fall.

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Wie mir mein KM Gelö verdient.

Von Lothar Wegner.

Ich bin neugierig um mit mir angufangen, und nicht mit meinem Affen schon immer ein Mensch voll guter Gedanken gewesen. Das heißt, ich habe nach Gedanken gesucht, die mir etwas Substanzielles ein» bringen könnten, und habe solche auch gefunden. Des­halb bin ich so nach und nach auch ein gemachter Mann geworden, der sich das Vergnügen leisten konnte, von einem herumziehenden Drehorgelspieler für allerdings sehr teures Geld einen allerliebsten kleinen Affen zu kaufen. Daheim hatten wir alle unfern Spaß mit ihm; das läßt sich denken. Wir nahmen ihn auch mit in den Garten und machten ihm ganz hinten nahe der Laube einen Pfahl zurecht mit einer Querftange, damit er die sonnige Lust schöpfen und sich in Gedanken in feine äquatoriale Heimat versetzen könnte. Ob ers tat weiß ich nicht, ich weiß nur, daß er gern über die Mauer schaute und allerhand lustige Grimassen schnitt, auch manchmal kreischte, wenn die Cisenbahnzüge ganz nahe an der Mauer vorbeirollten, die aus der Station kamen ober dorthin fuhren. Besonders wenn langsame Koh­lenzüge tarnen, konnte er ganz wild werden, weil näm­lich die Bahnleute, die den Asien ja längst alle kann- len, sich ein Vergnügen daraus machten, ihn mit Kohlen zu bewerfen, um ihn noch mehr zu reizen. Erst wollte ich mir das verbitten, aber mein oben besagter Ge­nius ließ das nicht zu. Ich fügte mir erstens: fressen tut der Asse die Kohlen ja doch nicht; zweitens: die Kohlen von drüben liegen alle in meinem Garten, also gehören sie mir; drittens: je mehr resp. je öfter der Affe mit Kohlen geneckt wird, desto mehr habe ich Vorteile. Und so kam ich denn auf den schönen Gedanken, alles beim Alten zu lassen. Bis beute habe ich bereits drei Zent­ner Kohlen gesammelt! Und täglich sammele ich weiter. So also verdient mir mein Affe Geld! Schaffe dir auch einen Affen an, lieber Leser!

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