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AmfNckier Anzeiger für den kreis und die Sfadf Auldcu

Samstag, 29. November 1924.

fit. 278

Deutschland im Welthandel

Die Vorbereitung des Wahlgangs

Se'b' der Selb!) vcr an ier. sind bere'i über 16C r

Eine Meldung aus Paris besagt: Die für die Handelsvertragsverhandlungen delegierten Sach­verständigen aus der S ch w e r i n d u st r i e, die zum Teil in Paris eingetroffen sind, haben eine erste Sitzung mit den französischen Sachverstän­digen abgehalten. Deutscherseits beteiligen sich an der Beratung Klotzbach vom Roheisenverband, Gerwin vom Stahlwerksverband, Notmann von der Oberschlesischen Dergwerksgesellschaft, Hobrecker von der Drahtindustrie. Als weitere Delegierte treffen Fritz Thyssen, der Direktor der Krupp'scken Werke Bruhn und Vogeler ein. Außer diesen

veramioorl-ild ür bie isdirirUeuuas: Dr. IadaaneS tkramer» Anzeigen: I. $ (melier. Fulda. Sotot.oneOrutf und Werlas der Fuldaer r riwbtrgrm» Tpiic. Ferrttretter J(t-b.

STo^atlrdier $ent^S6rei$' 1J5O Mk.

Herren befinden sich bereits Vertreter der Maschi­nen- und Kleineisen-Industrie, sowie der Elektro­technik in Paris, darunter Minister a. D. von Rau­mer und Professor Deutsch von A. E. G.

Die Deutschen gleichberechtigt.

wtb £onbon, 28. Rov. (Id.) DieTimes" schreibt zu den deutsch-englischen Verhandlungen, Großbritannien werde in dem Handelsvertrag nicht nur die Meislbegünslfaungsklausel erhalten, son­dern auch gewisie Garantien gegen bie unterschied­liche Behandlung und Beschränkung der britischen Einfuhr nach Deutschland. Das hauptzuaesiänbnis vonseiten Großbritanniens werde sein, daß die Re­gierung unverzüglich dem Parlament eine Bill vor­legen werde, in der alle Einschränkungen, denen die Deutschen in England noch als vormalige Jeinde unterliegen, aufgehoben werden, sodaß zwischen deutschen und andern Aus­ländern kein Unterschied mehr gemacht werde.

U n s e r Z l e l ist klar und unverwandt: Hrjer «echt auf Leben als Ration verlangt ein freies Deutschland, frei von ketten, frei von mili­tärischer Bewachung, verlangt ein Großdeutfchland, in dem die ganze deutsche Ration vereinigt ist, ver­fangt einveutschlondmitkolonien, da- mit dieses friedliche Deutschland Absatz und Aus- tauschgebiele für Rohprodukte und Daren hak.

Reichskanzler Marx.

Stresemann in Königsberg.

In dem überfüllten Festsaale der Stadthalle kn Königsberg sprach Reichsaußenminister Strefe- mann am Donnerstag vor mehreren Taufend Per­sonen über die politische Lage. Ausgehend von der I Entwicklung des letzten Jahres, die schließlich dazu geführt habe, daß das deutsche Volk eine stabile Währung nicht nur erhielt, sondern daß diese Währung auch stabil blieb, behandelte Strefe- mann eingehend die außenpolitische Lage, die mit I Hilfe der uns zur Verfügung stehenden Mittel einen Schritt vorwärts geführt worden sei. Dies müßten euch die anerkennen, die geglaubt hätten, über denSilberstreifen am außenpolitischen Ho­rizont" spotten zu können und die die Außenpolitik des letzten Jahres in oft maßloser Weise ange­griffen haben.

Dem Vorwurf von der rechten Seite, daßganz I Deutschland zur Reparationsprovinz" gemacht werde, stellte Stresemann entgegen, daß man ge- I rade in Ostpreußen wohl Empfinden dafür haben würde, daß es die Pflicht des Reiches war, die von Poincare zu den alleinigen Trägern der Repa- rationsforderungen gemachten Provinzen des I Rheins, der Ruhr und der Pfalz aus ihrer Lage zu befreien. Inbezug auf die Vorgänge der letzten Monate verwahrte sich der Redner gegen die An­griffe, die von demokratischer Seite gegen die Deutsche Volkspartei wegen ihres Eintretens für die I Einbeziehung der Deutschnationalen in d'e Regie- rung erhoben worden sind. Er erinnerte daran, I daß die Vertrauensmänner der Demokratischen I Partei, wie z. B. aus den Erklärungen des Reichs­wehrministers Geßler gegenüber der Deutschen All- | gemeinen Zeitung hervorging, damals in derselben I Weise für eine Erweiterung nach rechts eingetreten seien wie die volksparteilichen Minister.

Zum Schluß gab Stresemann einen Ausblick in I die Zukunft. Er habe in Berlin zwei deutsche Männer kennen gelernt, die ihm als Wegweiser | in die deutsche Zukunft erschienen seien: Eckener und F l e t t n e r. (Lebh. Beifall.) Der Bau und die Ablieferung des Zeppelinluftschiffes, die als Demütigung gedacht war, sei ein Werk geworden, das die deutsche Seele stolz aufflammen ließ, eet das nicht ein Vorzeichen für den Wiederaufstieg Deutschlands, das auf diese Leistungen stolz fein werde? Es lebe in uns noch der Geist, der an eine deutsche Zukunft glaube. Lernen wir natio­nal denken und fühlen, nicht in Ueberhebung, aber in dem Gedanken, daß wir zwar nicht allein, aber ebenso mit gutem Recht aus der Welt sind wie irgend ein anderes Volk auf dieser Erde. Wenn wir ein Geschlecht heranziehen, das an Deutschland glaubt, bann werde es auch glauben an Deutsch­lands Größe und Macht!

Die Rede des Ministers, die wiederholt von leb­haften Beifallskundgebungen unterbrochen wurde, löste zum Schluß stürmische Ovationen aus. -

Nichts zu machen!

idemie in Mün hen. Die Zahl n Müocden Hai bereit bie c>eS ülenckrnlkn. In diesem Jah.e Selbslmorde zu verzeichnen gegen- iahte.

Krupp in Spanien.

Wtb P a r l s, 28. Rov. (Tel.) DasJournal- will aus gut unterrichteter Quelle wissen, daß die Kruppwerke sich an der spanischen Erwerbsgesell- chast§abrtka de Rieres" beteiligen. Die neue Ge- ellschast werde ein Sapilal von 160 Millionen pe- elas haben. Den Sruppwerken, die nicht die Ak­tienmehrheit haben, liege die technische Leitung der Gesellschaft ob.

Die Verhandlungen in London und Paris.

Aus London wird gemeldet: Bei der Be­sprechung über den deuts ch-e n g l i s ch e n Han­delsvertrag wurde über die meisten wichtigen Punkte eine Uebereinstimmung erzielt, so­daß Aussicht besteht, in wenigen Tagen zum Abschluß zu kommen.

Ruhe in ßegppten.

Wtb London, 28. Roo. (Tel.) Rachrichten aus Aegypten besagen, daß im ganzen Lande Buhe herrscht. Die Meldung von der Auf­findung von zwei vermißten Matrosen in Malta sind dementiert. *

Wie Reuter aus Kairo meldet, seien die dortigen Verhaftungen durch die den britischen Beamten drohende Gefahr notwendig geworden. In wohl- unterrichteten Kreisen herrscht kein Zweifel, daß eine ausgedehnte Verschwörung in Aegypten b-»siebt. 'Die Ermordung des Sirdars wird nur als ein Einzelfall einer Reihe von geplanten Ver- brechen betrachtet. Die Dors ichts maß- regeln werden iortgefetzt bis die G",ahr beseitigt ist. Gewisse der Polizei bekannte Persone» wurden verhaftet.

Revolte in Brasilien.

wtb Montevideo. 28. Rov. (Tel.) Die gemeldet wird, hat die aus zwei Infanterie-Valail- ionen. einem Artillerieregiment und einer Fiieger- abteilnng bestehende Garnison Santa 211 a- ria im Staate Rio Grande (Brasilien) gemeu­tert und sich den Ausständigen von Rio Grande angeschtossen.

Englische Agrarpolitik.

Wtb c 0 n b o n, 28. Rov. (Tl.) Um eine v e r- mehrung bet britischen Landwirt­schaft herbeizuführen, hat die Regierung eine Konferenz von Landarbeitern und Landwirten ein­berufen. Die zur Beratung stehenden Hauptfragen sind, bie Möglichkeit der Vermehrung des Acker­lands um 1 Million Acres oder 10 Prozent und den Anreiz der größtmöglichen Erzeugung von Ls- bensmitteln.

von der Reichsbahn.

Der Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahn hat auf Vorschlag des Generaldirektors über die endgültige Zusammensetzung des Vor­standes der Reichsbahngesellschaft folgendes beschlos­en: Außer einem Generaldirektor besteht der Vor­stand aus folgenden Direktoren:

1 Vogt, Verkehrs- und Tarifabteilung sowie Verwaltungsstelle Preußen, 2. Kumbier Betriebs- und Bauabteilung-, 3. Dr. Anger, Mas^nentech- nische Abteilung; 4. Jahn, Finanz- und Reckts- abt-'iung; 5. Hitzker, Personalabteilung; 6. Dr. v. Frank, Verwaltungsstelle Bayern.

C. )

nale Phrase.

Marx gegen die Zudenhetze.

In einer Wahlversammlung der Zentrumsvartei in Elberfeld führte Reichskanzler Dr. Marx u. a. aus: Lebhaft zu bedauern ist die große Zer­splitterung des deutschen Volkes, die sich auch bei diesen Wahlen wieder zeigt. Nicht weniger als 25 verschiedene Listen sind für das Beich und 23 für Preußen eingereicht worden. Das ist ein Zeichen großer politischer Un­reife. Auch die materiellen Interessen der ver­schiedenen Stände können mit Erfolg nur von den großen politischen Parteien vertreten und geltend gemacht werden. .

Der Reichskanzler verurteilte tm weiteren Ver­lauf seiner Rede scharf die neuerdings im Wahl- tampf immer stärker zutage tretenden anti­semitischen Bestrebungen, die mit dem Geiste wahrer Volksgemeinschaft, aber auch mit dem Gei st des Christentums nicht zu vereinbaren sind. Die Ausführungen des Reichskanzlers wurden wiederholt von lebhaftem Beifall unterbrochen. Nach Beendigung der Ver­sammlung wurden dem Reichskanzler beim Ver- I lassen der Stadthalle non der draußen harrend-n vieltausendköpfigen Menge lebhafte Kund­gebungen zuteil.

47 Wahlvorschlage!

Die Hosfmmoen, daß nach den niederdrückenden (Erfahrungen der Parteienzerfnlitterimg bei der Wahl vom 4. Mai diesmal ähnliche Vorgänge aus- aefchaltet- werden, find leider nicht gerechtfertigt 1 worden. Was am 4. Mai gegiftet wurde, war schon stark, ober der Givlel soll offenbar erst seht erreicht werden. So sehen wir uns fetzt nicht weniger als 25 Wahlvortchlägen für die kommen- den Reichstaaswahlen und 22 MaHlrorschlaaen für die preußischm Landtaaswohlen gegenüber. Auf stark eine Million deutscher Einwohner kommt also <*ine Partei!

Pki den Reichswahlvorschläaen erfchein-n tast oH-1 kleinen (^nt-tnen und Grün-chm wi"^-r. die auch bei d-r Wahl nom 4. Mni a"f den Plan ge­treten sind. So »st wieder der H^ißerbimb zur Stelle, der diesmal aber geschwächt ist, na^d-m sich einer her Haurnanostal, der frühere Münchener Volksschulehrer Stark vom Häußerbimd getrennt hat und wie bas unter Deutschen nun einmal

Gpser der See.

Wtb London, 28. Rov. (Tel.) Der 2300- TonnenbampferHartleiy" aus Barry, der sich auf ber Fahrt nach Gent befand, ist in einem Sturm auf bei höhe von Portland gesunken. Die Be­satzung von 19 Mann ging in das Rettungsboot; dieses kenterte jedoch und 1 7 M a n n finder- trunken. ____ ________

Wahl des Bundespräsidenten in Österreich.

Wtb. Wien, -28. Nov. (Tel) De- BumVestzKnz. Icc hat die DundsSversammlung eiui Öen n Dez., nrrchm ttags 3 Uhr, zur Wahr Ses Lundes- prüf identen e nberu en.

* Ein PaWlfchcr verhaftet. Don der Krimi- nalpolizei in Berlin wurde ein bereits seit lan­ger Zeit gesuchter Paßfälscher, ein Schneider Jo­seph Luftmann aus Lodz, der sich in Scrlm mit der Herstellung von falschen ausländischen Pässen befaßte, verhaftet. DemB. T. 3ufolge soll es sich um den Leiter der Neukölner Falscher- zentrale der Kommunistischen Partei handeln.

* Sturm im Kanal. In Großbritannien und im Kanal herrscht starker Sturm. Der englische Kreuzer Kalliope ist ausgelaufen, um den m ,See­not befindlichen Schissen zu helfen. Die Schiffahrt ist vielfach unterbrochen.

Die Deutschnationalen verbreiten in Mitteldeutschland ein Flugblatt, in dem sie durch einegeschickte" Satzstellung versuchen, es so darzu- stellen als ob die Erfindung der Stickstoffgewin­nung aus der Luft, das Flettnerische Rotor-Segel- chifs (Flettner, der Erfinder, war bekanntlich ka­tholischer Dolksschriftsteller) und die Schaffung des Zeppelin R. 3 ihnenzu verdanken seu Die Wähler wollen allerdings jetzt vor den Wahlen etwas sehen, was eine Partei geleistet hat. Und da auf politischem Gebiet die Deutschnationalen mit leeren Händen dastehen, helfen sie sich halt durch Taktik. Nun haben sie auch damit kein Gluck.

Der Führer des Z. R. 3, Dr. Eckener, hat nach seiner Rückkehr in Bremen eine Rede gehalten, in der er unter anderem ausführte:

Man hat vielfach bedauert, daß der Luftschiffbau- Zeppelin dieses nationale Werk, begründet aus Volks- Mitteln, noch Amerika zu liefern über sich bringen konnte. Diese Bedenken habe ich nie geteilt. Ich haoe es immer für bester gehalten, dies in tun mit der man beweisen konnte, daß man techmlch aus' der höchsten Stufe der Entwicklung stehe. tr müssen als besiegtes Volk viel tun was uns der ftemd auferleat. und ich glaube, wir müssen es ohne Murren mn. Der Standpunkt: Lieber gehe ich zugrunde als daß ich dies und das tue, paßt nie und nimmer für ein Sott. Ein Volk ist unsterblich; es will sich in

eine bessere Zukunft hinüberretten, an die wir alle

* f . - fk u -

Durch diese Worte sind verschiedene Redaktio- neu der Rechtspresse aus allen Wolken gefallen. Wie konnte auch nur einer der größten Deutschen unserer Tage ihnen den Schabernack antun, sich zur Politik der Vernunft zu bekennen! Es geht doch schlecht, den mit Recht so gefeierten Mann nun auch nach bewährtem Muster alsschwarz-rot- goldenen Versklaoungspolitiker ab- zustempeln. Und bann das Flugblatt!

Das LudervdorfsscheDeutsche Tageblatt ist so enttäuscht, daß es den ganzen Bericht über An­kunft, Empfang und Rede Dr. Eckeners in 35 Zei­len unter bescheidener Ueberschrift abtut. Es roare ja auch zu gefährlich, wenn die Anhänger folgen­den Schlußsatz Dr. Eckeners lesen würden:

Ich habe Hunderte prominenter Persönlichkeiten ge- fprochen, tocit breimnl in 9ßafl)infltoii, überod ift nur das gleiche (der Wunsch nach guten Beziehungen zwischen Amerika und Deutschland) gesagt worden. Das zeigt sich auch in der sensattonellen Ueberzeichnung der d e u t- scheu Anleihe. Zum Schlüsse möchte ich die Hofs- nung aussprechen. es möchte die Bewegung, die sich letzt drüben angebahnt hat, weiter und weiter erstarken, so- daß wir in absehbarer Zeit wieder zu einem freund- schaftlichen Verhältnis zu den Vereinigten Staaten kom­men, das wir brauchen."

Daß Dr. Eckener auch noch gerade von derIn- den"-Anleihe, von derDerschacherung der deut­schen Freiheit an das Ausland" reden mußte! Die­ser ganzen Rede könnte man ja schließlich die Wahl­parole des verhaßten Zentrums als Ueberschrift geben.Durch Opfer und Arbeit zur Freiheit!" Wir fürchten, die Redaktionen der Rechtsblätter werden ihren Setzereien Anweisung geben, in Zukunft die Ueberschriften zu den Dr. I Eckener betreffenden Artikeln stets einige Schrift- grüßen kleiner zu wählen als bisher. Natürlich wird ihn das wenig scheren. Der Mann der n a - tionalen Tat entbehrt immer leicht die natu»

üblich ist mit einer eigenen Partei, nämlich dem6 t a r t b u n b" auftritt. Das ist zwar ein Unfug, aber uns Deutschen geht es ja fo herrlich, daß mir uns das alles leisten können!

Nachdem nun einmal bie Frage berAufwer­tung" fo eine ganz besondere Rolle spielt, haben sich bas natürlich die politischen Deutschen garmcht entgehen lasten können und dafür sofort gleich drei neue Parteien gebildet. So erscheint unter den Wahlvorschlägen eine Deutsche Answer- tunas- und Ausi'aupartei, eine Auswertungs- und Wiederaufbau-Partei und ein Reichsbund für Auf­wertung. Auch das ist zwar ein greulicher Untug, der jede Hoffnung, daß in bestimmten Dolksfch ck- ten sich endlich einmal ein politischer Sinn beransaebildet, schwinden läßt. Aber das miserable Wahlgesetz, das wir haben, gestattet nicht nur, son­dern begünstigt auch einen solchen Unsinn!

Es wird in der Tat höchste Zeit, baß sich ber neue Reichstag sofort mit ber Reform des Reichs Wahlgesetzes beschäftigt, das aller­dings schon längst unter Dach und Fach batte fein können, wenn nicht so manche der Volksboten um ihre Sitze gebangt hätten. Denn das ist sicher, daß im Zeich-n eines andren Wahlrechts, wenn es wieder auf bie Persönlichkei t des Abgeord­neten, auf feine Tüchtigkeit und Werbekraft im Wahlkampf in unmittelbarer Fühlungnahme mit der Bevölkerung ankommt, so mancher Stern am gegenwärtigen politischen Himmel verblassen wird. Aber schließlich ist ber Reichstag bie höchste Instanz, die ein demokratisches Deutschland sich geben kann, und dafür sind eben bie besten und fähigsten Kopse erforderlich, die sich in hartem Ringen durchsetzen müs en und sich nickt darauf verlassen können, kraft Geltendmachung besonderer Interessen förmlich e r - nannt zu werden. Die Kandidatenausstellung muß wieder aus dem Dunkel ber Kulissenberotun- oen heraus in das helle Licht der Öffentlichkeit. Es wird freilich nicht leicht fein, in diesem Sinne das Wahlrecht fo zu reformieren, wie es den wohl­verstandenen politischen Interessen des Volkes ent­spräche.

Deutscher Reich.

* Das amtliche Werk über den Weltkrieg. Das Reicks ar chiv, die berufene deutsche am ili.be Stelle, v-röffentlicht bte eriten Bände des von ihm bear­beiteten und fett lannem erwarteten Werkes er Weltkrieg 1914-1918" (Verlag von E. S. Muller & Sohn). Das Werk fufet auf dem gesamten amt- heben und umfangreichen privaten und literarischen Quellenma'erial. ' In großen Sm>en wird zunächst ber Verlauf des Landkrieges allgemein verständlich daraestellk und durch möglichst lückenlo e Ausnutzung aller sich bietenden Quellen ein Höchstmaß an Zu­verlässigkeit m der Darstellung der Tatsachen erreicht. Die zur Ausgabe gelanae.'den beiden ersten Bande behandeln die Grenzichlachten im Westen und die Befreiung Ostpreußens., Zahlreichemeyr- faibige Rauenbeilagen ergänzen bie Beschreibung.

KsmunalpoMschss.

ner deutsche >tSdietag beabsichti t, eine Haupt- auu'chutzsitzung im Laute des Januar in Berlin ab- zudalten, tn ccr die ginantfraac und die Woh­nungsfrage erörtert werden fallen.

Schule und Volksbildung.

= Neue Teschlchtrtücher für die Schule». Nach dem vom preiihifchen Kultusministerium vor anoe thatb Jahren herau-ae.ebenen Richtlinien sind verschiedene neue Geschichtsbücher heraus e'even worden, mit deren Prüfung gegenwärtig ein AuSschutz be,chasti t ist. Die Levrbucker enthalten nickt mehr nur Kriegs, esck'ckst« und Geicki I te der Dynastien, ländern tn erster Linie Staatsgeschichte, foziate Geschickte, WirtschastSge- ichickte und Geistes eschickte. Sobald bie Pruiuni beend, t ist, wird es den Schulen trei estellt, eines der epi inten Bücker eihzüfüoren. D e Lehiplane für bie G.schichte soll n tn einigen Wochen herauskommen.

benützt das WühlmaLeria!!

Die Dentschnationalen hoben zu den Wahlen üb7r 20 Broschüren und eine noch größere An- -ibi skiuoblä'ter herausaebracht. Sie arbeiten tn den Siädten mit Filmen, musikalischen Bor- traasadenden und einer Ze-mtau'endeverschlingen­den Lichtreklame. Auch alle audereu Parteien ar­beiten unter Einsatz riesiger m ater teuer tt lei. ^ie Zentrumspolitik läßt sich mit weniger Tanuam beitetötnen. Aber auch toir muffen unferebe- scheideneren Möoltchketien wohl ausnutzen. Pas Reichsgeneral ekreiariat der Deuiichon Zentrums­partei/ Beilin W. 8 Frainösischeftr. 62, 11 Fern- ruf Merkur 250 und Merkur 4193 macht desha b noch einmal auf das von ihm herausgegebene Wahl- mater'al aufmert am:

Wi kungsvolle, fünffarbige SBiblpIafate, G.oße 91V74 ^enimeier, verkleinerte Wieder oben Vieles Plakats als Handzettel. Die Broick»ren -Reichs- kansier Marx über die poliniche Aufgaben der Partei, Die Anderen und mu".Ersolstos °^r n chi? Tie ftluabläit 'r a) Warum wählen w» ?, b) bebuöei te« Flugblatt mit Karrikatiiren Bestellungen musien, um recbUemae Anlun't Les Materials z>t sichern, per D-aht ei «eigen und werden als bringe ube yarete , |ofort erledigt.

»meiflen-nsteu? Xiein* *eile Uloumed -o.a, u.lo too omar.

ausMirtr 0,20 iSolditrark: Reklame,«'!« total 0.60. Gowmari RI oukwärtr 0.80 «oldmark. :: °

Bet W<«d-rk>o!uni Rava" «»«st-ve-kkon'o gir-wtviri a. 40dt.