• UM
t i
L
vSti'
■
u • ■
'^¥-:
W
HM- M
;?Ä M sm M
' * 1
Wäs eff'
L
i isS
WMK
U i . "<■■ ’ "ijÄ,
aitnfiiai
Dienstag, 25. November 1924
verantwortlich iür dir Schrrttleitims: Dr. Sabatine! »tarnet-
«»reisen: I. $ ariellet, Fulda. Ratatl-nretucr und verlas det
Fuldaer Rctrrtibre<f««t m Fulda. Fetulvrechet Rt. 8-
AouatliSer Seru-Lvrei»! 1.50 Mk.
er Anzeiger für den Kreis und die Skadk Fulda.____________ __
SÄÄÄS St L 5Ä 151. Zahrg.
au?wLr« 0.80 ealbmoTi. . : k J
»et «lederiolun-en Rabatt. V-sNckeekk-uUa ^«nNurt a. M. 4051. t
Erdbeben in Anatolien.
wtb £ o n b o ti, 24. Ttov. (XeL) Die „Daily Telegraph" meldet aus Lsnstankinopc! unter dem 23. November, daß durch ein neues 40 Sekunden dauernde» Erdbeben cmakoiifch« Städte beim- gesucht wurden. Die neuerbaule Eifenbalmstation von llschak wurde zerstört, in Asirrm, Sardiesar, Tschanschdy, Tichai, Sonia und in Lskischir wurde beträchtlicher Schaden mrgerichket. Die Lrdstotze iauerken in kurzen Prmsrn bis Sonntag morgen an.
Fort mit dem unseligen Klassem und Raissm Hatz, der das deutsche Volk in feindliche Saget spaltet!
Volksgemeinschaft ist unser Ziel!
Reichskanzler ötatfr ,
aus dem besetzten Gebiet. General Degouttr,
Die Handelsverträge.
wtb Paris, 24. Non. (Id.) Heute nschmit- Itrg beginnen die deutsch-französischen handelsvertrassverhandlungen und zwar wird in die Besprechung der Tarifsätze eingetreten. Am Dienstag nachmittag werden d:e Sachverständigen der französischen und dmZtschen Metallindustrie die besonders interetsieren- den Zollsätze besprechen.
Wtb London, 24. Nov. (Tel.) Die deutsche Delegation zur Erörterung des deutsch-englischen Handelsvertrags ist gestern abend unter Führung des Ministerialdirektors von Schubert in London eingetroffen.
katholische Welt.
.= KesifiSotium am 18. Dezember. Der „Osiervatore Romano" meldet, das der Papst am 18. Dezember ein geheimes Konsistorium abhalten «erde.
O dieser Reichstag!
So schimpfte einer! Ich fragte ihn, welche Partei er denn gewählt habe. Die Antwor. . ,,<* habe gar nicht gewählt . Hierauf bestritt ich ihm da« Recht, auf den Reichstag fcbtmjpfen 8U dürfen. Wer in so grober Weise seine vaterländischen und religiösen Pflichten vernachlässigte wie der welcher bei so wichtigen Wahlen zuhause bleibt, der hat kein Recht mehr, Kritik zu üben.
DaS Wählen ist erstens eine vaterländische Pflicht! Bom Wahlausfall hängt weitgehend die Zukunft des ganzen Volkes ab. Wenn die Regierung das Volk aufruft, so handelt es sich uw. wichtige Lebensfragen. Wer auf solchen Rn, nicht hört und zu faul oder zu bequem ist, um zu wählen, der bandelt pflichtwidrig. . .
Das Wählen ist auch eine relrgiose'sittliche Pflicht. Wählen und richtig wählen hecht, das große Gebot der Nächstenliebe erfüllen heißt, seinem Volke helfen, heißt, den Emfluy der Religion im öffentlichen Leben tote bei r-er Jugenderziehung sicherstellen. ....
Wer aber nach vaterländischen und religiösen ®e» sichtspunkten wählen will, der muß für die
Zeritrnmspartei
arbeiten und abstimmen.
der seit Oktober 1919 den Oberbefehl über französische Rhrinarmee führte, bat die Ge'.chaste des Oberbefehlshabers niedergelegt. , 6>cncral timt!« lauuie, der an seine Stelle tritt, wird am 2o. Jco» vember feinen Posten in Mainz arurelen.
♦ VezSqliÄ der Beamtrngehälter ist in neuen Verhandlungen feftaelegt worden, daß die urlpruna- lich allgemein mit Wirkung vom 1. -ezember 1924 in Aussicht genommene Erhöhung der Grundgehälter der Besoldungsgruppen 1 — 6 um 12 /* Proz.» der höheren Gruppen um 10 Proz., und der sozialen Zuschläge um je 2 M. monatlich sur die Beamten der Besoldungsgruppen 1-6 bereits mit Wirkung vom 16. Nov. 1924 m Kraft gesetzt werden. Die übrigen Gruppen erhallen btt Erhöhung erst vom 1. Dezember ab. Die Deutsche ReichSeisenbahngesellschait wird sich in btt Erhöhung der Beamtengehälter dem Vorgehen des Reiches anschließen. Die Lohnerhöhung für » tbetter beträgt durchschnittlich 9 Prozent. Für die 2hbettet wird ebenso wie für die Beamten der Gruppen 1 bis 6 die Erhöhung der Bezüge mit Wirkung ab 16. November, vorgenommen.
Grotzseuer.
Wtb Worbis, 24. Nov. (Tel.) In Großbodungen entftonb auf einem Slemmetzen- anwefen am Hellen Tage ein Brand, der sich mit Windeseile «usbreileke und z«m Grotzseuer wurde. Aüitf Scheunen und Wirkfchaflsge- b S u d e, die mit Vorräten bis unter das Dach gefüllt waren, brannten nieder. Die Feuerwehren aus der ganzen Umgebung wurden zu Hilfe gerufen. .
wtb München, 24. Nvv. (Sei) Nach einer Dxahj««« der „Münchener Ncnsften Nachrichten cl3$ Meran ist SsS D'örfchen Karthaus im Schnalstai ein Opfer der Fiamruen geworden. Mit Ser Kirche feien 40 Baulkchksitsn ein Kaub Ser Flammen geworden. Wie verlautet, sind Brei Menschen bei Sem Brande umgekommen.
* Die größte Glocke der Welt. An Stelle der 1918 abgelieferten Kaiserglocke des Kölner Doms ist von der Glockengießerei Ullrich m Apolda eine neue, annähernd 500 Zentner schwere Glocke herqestellt morden, die dieser Tage nach einem langwierigen Transport in Köln eingetroffen tst. ->ie Glocke wurde mit Hilfe zweier Lokomobilen au, Walzen vom Werk zum Apoldaer Bahnhof gebracht, was drei Tage in Anspruch nahm. Auch der Bahntransport konnte nur ganz langsam von- statien gehen, da die Klocke auf einem eigens dazu konstruierten vierachsigen Güterwagen so sor.- bewegt werden mußte, daß das Nacyoargwi^e stets freigehalten werden mußte. Die neue Kölner Dom alocke 6t. Peter, war das letzte Werk des berühmten Apoldaer Glockengießers Ullrich; kurz nach ihrer Vollendung ist er gestorben, so daß er dw Ueber- gabe dieses seines gewaltigen Werkes nicht mein miteileben konnte. Die feierliche Einweihung osr
! Glocke wird am 30. November erfolgen.
3aures im Pantheon.
Die Franzosen haben am Sonntag die Leiche des sozialistischen Führers Jean Jaur-s, der, als Führer der Friedensfteunde, am Vorabend des Weltkrieges ermordet worden ist, mit feierlichem Gepränge, in das Nationalheiligtum, das Pantheon, überführt und dort im E h r e n g r a b bergesetz.. Stundenlang zogen die Massen an dem ?arfie res vorbei. Ministerpräsident Herrrot vielt die Gedächtnisrede. Jaur-s, so suhrte er aus, haoe das Vaterland über alles geliebt. Aber er habe es für alle Staaten gelten lassen wollen: er habe eine Vereinigung der Völker gssucht. bei der es jedem Staat ermöglicht fern sollte, seine Mtortföe Würde und seine kultiirelle Eigenart zu wahren. Er habe sich zur Lebensaufgabe gemacht, die Auslands- »olitik zu überwachen und ihre Gefahren aufzuzeigen. Aber immer sei es sein Bestreben gewesen, dem Kriege vorzubeugen.
Die Feier endete mit einer von Gustave Charpentier komponierten Apotheo.e auf Jaures sowie mit einem von einem Mitglied« ver Eomedw F.an- caise vorgettagenen Gedicht von Victor Hugo.
Drei Tage lang wird das Pantheon sur Be ’U<t,Sienistische Partei batte einen eigenen Umzug veranstgltet, der sich hinter^ dem offiziellen Zuge in einigen Minuten Abstand oe-
I fast allen Departementshauptstädten wurden
Jaur-s-Gedenkfeiern abgehalten.
Der Fall Nathufius.
Der Pariser Berichterstatter der „Sunday Times" sagt, er habe Grund anzunehmen, Vag Re- qierungskreise den Liller Prozeß von vornher.nl nicht billigten. Es gelte als ziemlich sicher, daß der General begnadigt werde.
Wtb Paris, 24. Ros. (Tel.) Da» „Reveil | z>u Nord" glaubt zu wissen, daß eine Gnaden- maßnahme zugunsten des Generals | y Nathufius ergriffen werde. Das Platt hebk r ach dem „lllatin" hervor, daß ein einziMS, mehr unprazifes Zeugnis im Laufe der Verhandlungen dem General die Verurteilung emgebracht habe. Das Blaff fügt hinzu, die Keglerung fei guf inspiriert, wenn sie eine Gnadsnmsßnechme veranstaile und wenn der General in feine Heimat zurückkebre, die et nie hatte verlaßen dürfen, um nickst die Skbeifen der Diplomaten zu stören, die »em Abenteuer in Verlegenheit gebracht habe.
Im Rheinland, wo man über die Erfolge der Regierung Marx-Slrefemann greifbarere Vorstellungen hat als in den Gefilden Ostelbiens, zeigt sich bei diesem Wahlkampf eine flammende Begeisterung für die Zentrumspartei. So wurde am Sonntag die Versammlung in der Meßhalle in Köln in der neben dem Zentrumsabg. Profefior Lauscher Reichskanzler Dr. Marx sprach, zu einer gewaltigen Kundgebung. Die Meßhalle war überfüllt. An der Versammlung nahmen u. a. teil der Oberpräsident der Rheinprovinz Dr. Fuchs, der Regierungspräsident von Köln, Gras Adelmann und der Kölner Weihbischvf Hammels. Gleichzeitig fand im Ehrenhof der Messe eine Parallelversammlung statt, der die Ausführungen des Kanzlers mittels Lauffprecher zugänglich gemacht wurden.
Lassen wir auch endlich ab von den Schlagworten in der ernsten politischen Diskussion, denn sie sind nur dazu geeignet, die politischen Begriffe weiter Massen zu verwirren. Deshalb fort mit $arolen wie Bur- gerblock, Rechtsblock oder Linksblock, die das «Bott in zwei Hälften teilen und m unüberbrückbarem Gegensatz zu dem Gedanken der Volksgememschaft stehen, Noch unser aller Ziel sein mutz. Mit dem Gedanken der Volksgemeinschaft vertragt sich aucynicht die Hetze, die unter dem Schlagwort „gegen 3uda und Rom neuerding» wieder gegen Juden und Katholiken Und worauf will man hinaus, wenn man mi deutsch- i nationalen Lager den Kampf gegen "^emaüonal'.z- I MUS und Pazifismus" als Parot« ausgibt» Desier wäre es, man steckte sich positiv« Ziele, nigfachen Mißdeutungen auszuschtletzen, die bei so »en Parolen unmöglich ausbteiben können. Auch'M deustch völkischen Lager sind diese Schlagworte beliebt, und was man dort darunter versteht, ist nicht ^hr zweifelhaft Wenn Sie unter einem Pazifisten einen K a mpi er für die Erhaltung de» « r i e d « n« vrrst^en, nun I denn, dann erkläre ich Ihnen, ein f'otdier c
zu sein, aus Gründen der Vernunft: denn du^Schaden I eines verlorenen Kriege» werden nie und nirnrne>. d..rch
Lin wertvolles Vermächtnis.
Der hochselige Bischof Dr. K o r um von Trier, ein Priester nach dem Herzen Gattes und em aus- rechrer deutscher Mann, der weit über seine ~no- s zese und die Kreise seiner Glaubensgenofsen hinaus sich größten Ansehens und allgemeiner Wertschätzung erfreute, äußerte sich einige Tage vor der Wahl int Februar 1921 einem Politiker gegenüber folgendermaßen: o
„Ich verstehe nicht, was die Kritiker der Zen- trumsvartei eigentlich wollen. Dem Zentrum verdanken wir es, daß das deutsche Volk wieder ein Dach (die Verfassung) über sich hat. Der Verputz des Hauses kommt naturgemäß später. Und wenn die Zentrumspartei auch nicht alles erreichen konnte, was wir wünschen, so ist das selbstverständlich. Gewiß haben wir das Recht, Kritik an ötejer oder jener Maßnahme der Partei zu üben: das darf aber nicht so erfolgen, daß man als Gegner der Partei auftritt oder wirkt. Ich —die folgenden Worte sprach der Bischof mit besonderem Nachdruck — werde mich mit meinen Sriitt en an die Wahlurne schleppen, damit meine Stimme nicht für die Partei verloren geht; denn ich würde es sehr bedauern, wenn auch nur eine Stimme für die Partei verloren ginge, die allem uns letten kann und bei der allein die Angelegenheiten unserer Kirche in sicherer Hut sich befinden. 'Nichts schlimmeres könnte übrigens un-eter katholischen Sache passieren, als wenn wir Katholiken in her gegrnwäitigen Situation unenr.g würden.
L'schos Korum, der kurz vorher einm fthroeren Unfall erb ten hatte, ließ sich dann auch am Wahltage trotz feinci1 achtzig Lahre zum B>ah>w^al tragen und liefe sich ostentativ den Stimmzettel der | Zentrumspartei vom Austeiler reichen.
Wer durfte da am Wahltage nxf) zu Haust i bleiben?
England Md Aegypten.
Die Engländer haben der Regierung in Kairo wegen der Ermordung Sirüars f ch w erste Forderungen gestellt. Die ägyptische Regierung unter Zaglul Pascha will Entschuldigung leisten, die Verbrecher bestrafen und eine halbe Million Buße für wohltätige Zwecke bezahlen. Dazu hat die Kammer Zaglul Pascha ermächtigt. Dre wei- tere Forderung der Engländer, die^ agyprischen Truppen aus dem Sudan zurückzuziehen und das Geziragebiet im Sudan zu erweitern, wird in Kairo ab gelehnt. Der englische Oderkommchar. Lord Allenby hat Zaglul Pascha mitgetetlt, daß infolge der Ablehnung der Forderungen Instruktionen an die Regierung im Sudan gesandt werden rou-den, um eine Zurückziehung der ägyptischen Offiziere und Truooen aus dem Sudan zu bewirken, wobei ym- zuaefiiat werde, daß es der Regierung im Sudan freistehe, daß bewässernde Gebiet bet Gezira tn einer unbegrenzten Ausdehnung zu ertcei.ern. Zaglul werde später über die Schritte unterrichtet werden, die Großbritannien wegen der Ablehnung der Forderung betreffend den Schutz der auswärtigen Interessen unternehmen werde^ Die Bezahlung der Buße von einer halben Million Pfund Sterling wird bis Montag mittag verlangt
Enalische Truppendemonstrakion.
Wtb L a i r e, 24. Rov. (Tel.) Reuker meldet: Britische Truppen und 50Ö Matrosen vom Schlmyt- schiff „Valiand" werden in Alexandrien eine Demonstration unternehmen
Zaoluls Rücktritt?
wtb London, 24. Roo. (Tel.) Die »Daily Mail" meldet aus fiairo um 11V$ Ahr nachts, daß man erwarte, daß Zaglul Pascha zurück- treten werde. Die Minisier würden fett meyreren Stunden berufen. Die Labnettssitzung, dauere an. Für Montag würden bedeutsame Lntwicklimgen erwartet. _____
einen neuen Krieg geheilt; aber auch aus Schilden imi ner Weltanschauung: weil ich der Ansicht bm. daß mir endlich Ernst machen müssen mit oer Perwirklichung des erhabenen Frr-densprogramms: Pax Lyrini in regne Christi! Wer Haß fat, iat neues Unheil für die Zukunft und trägt keinesfalls dazu bei Dcutich lands außenpolitisch« Lag« 311 bessern. Wir sind auch noch nicht in der glücklichen Lage, oaß es uns «leich^lug sein könnte, ob das Ausland uns mißtraut oder mch-- Wenn jüngst die „Times" behaupten, m Deutsch.and wäre zwar in Bezug auf die materielle Abrmtung tm großen und ganzen alles in Ordnung, aber es gäbe bei uns eine Art Kriegspartei, die die etimmung für den nächsten Krieg norberette, s° ftegt hier em bedauerlicher Irrtum auf Seiten der T,mes vor io v.el unvernünftige Leut- haben wir m Deuhchland denn doch nicht, daß «s zu einer Kriegsparter langt. Aber man ftcbt in welchen Ruf das politische Kraftmeiertum uns bringt Da höre ich weiter das Schlagwort: Wir fuhren den Wablkampf .unter der Parole Schwarz-weiß- rot Ja, wenn mit der Wiedereinführung der schwarz- wsiß-rot-n Fabne, die unser aller Stolz war und ist, die 'chwierigen volitischen, finanziellen, wirtschaftlichen und sozialen Probleme gelöst waren - wer «E« da mcht freudig seine Zustimmung geben? — Wir haben di. schwarz-rot-goldene Fahne zu einer Zeck geviß^ als vas großdeutscke Ideal noch m erreichbarer Mhe schien. Darm lag feine Geringschätzung des Schwarz-wsiß-rot, e^> war das Symbol für ein neues größeres Deut ch- land. Wer Schwarz-weiß-rot m Ehren hält, b.aumt desbalb Schwarz-rsl-gold nickt zu schmähen, denn es ist die Fahne des neuen Deutschland, das wir aus den Trümmern des Weltkrieges und der Revolution ge.etter haben, und die Fahne eines Deuhchland, das noch Millionen deutscher Brüder in sich aufnehmen will.
Wer den Vorrang der Außenpolitik anerkennt der wird sich vor allem davor hüten, in einer Zeit welche die Zusammenfassung aller Dolks.rafte zur positiven Arbeit, zu Höchstleistungen auf allcn.G'b-^n erfordert, di« Frage einer Aenderung der Staatsform aufzuwerfen.
Die Ausführungen des Kanzlers fanden st ü r- mischen, minutenlangen B e tf all.______
Am Sonntag mittag landete iu Staaken der | Chef der englischen Zivillnftflvtte, Genera! Brancker, nach einem Fluge von London über Paris und Köln. Nach einer Begrüßung durch den Direktor des Aero-Lloyd wurden die Hallen der Werft des Aero-Lloyd be- sichtigt. Beim Empfang war Ministerialdirektor Brandenburg, der Leiter des deutschen Luftamts, zugegen. Der General wird am Montag in Berlin bleiben, am Dienstag erfolgt fein Weiterflug über Warschau und Bukarest nach Indien.
Der Nachtrag zum Neichshaushalt.'
Die Reichsregierung bat dem Reichsrat einen Nachtrag zum Haushalt für 1924 vorgelegt, aus dem die Veränderungen ersichtlich find, die sich feit der Stabilisierung und durch die Erhaltung der Stabilität der Währung ergeben haben. Danach schließt der Eesamt-Haushalt in Einnahmen und Ausgaben mit 6 Milliarden Goldmark ab. Für dis Ausführung des Friedensvertrages erscheinen noch 466,5 Millionen gegenüber sefther 641,5 Millionen 465 Millionen sind davon nicht gedeckt, In Millionen roerfeen aus dem Uedersthuh der allgemeinen Reichsfinanzverwaltung entnommen, sodaß noch 34LMillionenalsDefizitsich ergeben, die auf Anleihe übernommen werden müssen. Eine völlige B i l a n z i e r un g des Haushalts für 1924 ist also bis jetzt noch nicht erreicht. Dagegen ist das ursprünglich angenommene Defizit nicht unerheblich verringert worden.
Inzwischen hat sich ja gezeigt, datz die Einnahmen auf die Steuern recht wesentlich sich gehobep haben, sodaß schr wobl damft gerechnet werden kann, daß ein wohl völliger Ausgleich des Defizits sich bis Ende des Rechnungsjahres, das mit dem ZI März 1925 schließt, ergibt. Aber aus dieser -Sachlage schon ergibt sich, daß eine weitere Ermäßigung der jetzigen Steuerlasten vorerst nicht in Frage kommen kann.
vr. Lckrnerr Heimkehr. ,
Der Führer des Z. R. 3 wieder in Deutschland.
Zur Begrüßung dds aus Amerika zurückkehren- I Den Führers des „3- R. 3", Dr. Eckener, waren am Sonntag nachmittag Vertreter des Reiches, des Staates, der Presse und der Wissenschaft dem | Dampfer „Columbus" bis zum Leuchtturm „Roter j Sand" entgegengefahren. Der Dampfer hatte sich auf der Ueberfahrt infolge eines heftigen Schneesturmes verspätet. Im Rauchsalon des Schiffes fanden großeOoationenfürD r. E tfener statt. Zuerst begrüßte ihn der Vizepräsident des I Aufsichtsrates des Norddeutschen Lloyds, Hoffmann. „
Staatssekretär Kröhne begrüßte Dr. Eckener im Namen des Reichspräsidenten. Er sagte in seiner Rede u. a., Zeppelins hoher Gedanke fei jetzt Wirklichkeit geworden. Die neue Form der Verwendung von Luftschiffen, die zu völkerverbindendem Handelsverkehrsgedanken geführt habe, habe bei dem stammverwandten amerikanischen Volke starken Eindruck gemacht. Jedenfalls hoffe er fest, daß es gelinge, die deutsche Luftschiff- ! fahrt von jeglichen Fesseln zu befreien und die Wiege des „Z. R. 3" Deutschlaiid zu erhalten.
Nachdem Senator Boehiners namens der Stadt Bremen und der württembergifche Finanzminister Dehlinger Dr. Eckener bewillkommnet hatten, dankte Dr. Eckener in einer Ansprache für die ihm bereiteten Ehrungen. m ,
Ein Dr. Eckener entgegengesandter Vertreter des „Hamburger Fremdenblattes" meldet, daß ihm Dr. Eckener und Kapitänleutnant v. Schiller einige bisher noch unbekannte Einzelheiten über ihre Ankunft in Newyork als bezeichnend für die Bewunderung und Begeisterung feer Amerikaner erzählten. Bei der Einfahrt tn Lakehurst gaben die amerikanischen Kusten- batterien einen Salut von neun Schüssen ab, eine Ehre, die sonst nur Kriegsschiffen erwiesen wurde. Als Eckener im Auto von Lakehurst nach Newyork fuhr, wurde der ungeheure Verkehr auf feiner Fahrt durch die Straßen Newyorks stillgelegt und eine Polizeieskorte gestellt. Die Besatzung wurde mit Geschenken überhäuft. Eckener und Schiller er- hielten Autos, die sich an Bord des „Columbus befinden.
Eckener wird in den nächsten Wochen tn Benin im Reichsverband der deutschen Presse ausführlich über die Brauchbarkeit der mstschisfe als überseeische Verkehrsmittel sprechen.
Deutscher Reich.
* Freiherr von Dalwigk f. Der Vorsitzende der Rheinischen LandwirtschaftSkammer Freiherr v. Dal- wiak ist auf seiner Besitzung Longenburg bet KontgS- tointer gestorben. Er ist 64 Jahre alt geworden. Von Dalwigk war erst vor wenigen Etagen von PartS zurückgekehrt, wo et als Vertreter der deutschen Landwirtschaft an den HandelSvettragsverhandlungen teilaenmnmen bat.
* Der Haarmann-Prozeß. Wte wtr von zuständiger Seite erfahren, beginnt der Prozeß Haarmann in Hannover am 4. Dezemoer, 11 Uhr vormittags.