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Im Kampf um unser Recht

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Iugendvorstellungen dürfen nur in solchen Licht- spiell Heatern abgehalten werden, die hierzu eine be­sondere Genehmigung besitzen.

Die Genehmigung wird auf Antrag des Licht- spielbeiitzers nach Prüfung und Befürwortung durch die Ueberwachungsstelle (§ 1) von der Ortspoiizri- hehSrde erteilt

Die Genehmigung ist jederzeit widerruflich. ___

§ 5

Die Abhaltung von Jugendvorstellungen ist unter Beifügung des Spielplans und der Zulassung?- karten der Ueberwachungsstelle (§ 1) 2 Tage vorher anzuzeigen.

§ 6

Die Vorführung fehlerhafter Bildstreifen (§- B. Flimmerfilme, Regenfilme ufro.), die nach Ansicht der Ueberwachungsstelle (§ 1) geeignet find, die

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Theater und Musik.

--- Sin Mepbistd-Spottverr Die erste Jaust.Rus. führuna in Berlin fand seinerzeit in dem Hause deS Fürsten Nadziwill, Wilhelmstr. 77, statt, das der kunstliebende Fürst zu einem Musenfitz und zu einer Stätte heiterer Geselligkeit gemacht halte. Die Rollen wurden bei dieser Erstaufführung zum Teil von Schau- spielcrn, zum Teil von Mitgliedern der Hofgesellschaft gespielt. Besonder? fiel der Herzog Karl von Mecklenburg auf, der die Rolle des Mephisto ganz ausgezeichnet verkörperte. Da die Aufführung mehr, mals wiederholt und auch weiteren Kreisen zugänglich gemacht wurde, bemächtigte sich des Herzogs bald der Berliner Witz, und er murie sich gefallen taffen, datz man auf ihn reimte: »Als Mensch, als Fürst, als Feld­herr schofel, vortrefflich nur als Mephistop' el*

= Die «rsir an der Wiener Staatsoper verschärft sich. Anher Richard Strauh hat nun auch der zweite Direktor, Franz Schalk, dem Unterrichtsminister sein Rücktritts^esuch eingereicht.

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sog. Wirtschaftliche Bereinigung mit ihren 12 Stimmen, die Rathausfraktion der Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei unter freimaurerischer Führung, bekämpfte in heftigster und rabiatester Weise unsere Forderung nach einem katholischen Stadtbaurat. Die beiden Völkischen gehen mit der Wirtschaftlichen Vereinigung durch dick und dünn. So standen die Dinge am Vorabend der Wahl.

Der Kandidat des Zentrums war Regierungs­baumeister Hermann Sauer aus Fulda. Als Fuldaer brauche ich den Landsmann in der Heimat nicht zu loben. Das Auftreten Sauers bei der Vor­stellung hier machte auch im gegnerischen Lager einen guten Eindruck. Er hatte nur 6en einen Fehler, katholisch zu sein. Da man das aber offen nicht zu sagen wagte, hieß es. Sauer sei zu jung. Er ist 30 Jahre alt, und man hatte in Allenstein im Jahre 1920 einen evangelischen und freimaurerischen Kandidaten zum besoldeten Stadt­rat gewählt, der erst 28 Jahre alt war. Gewissens­bisse wegen der Jugend des damals Gewählten hat man nicht empfunden.

Trotz des Widerstandes der Rechten wurde Re­gierungsbaumeister Sauer am 23. August in den ersten Morgenstunden nach einer sehr erregten De­batte gewählt, und zwar mit 19 gegen 15 Stim­men. Für ihn waren eingetreten das Zentrum (14), dis Sozialdemokraten (2), der Demokrat (1) und zwei von den vier vorhandenen Kommunisten. Die beiden anderen Kommunisten hatten sich für den Kandidaten des Logenblocks entschieden. Das Resultat wurde von uns natürlich mit höchster Be­friedigung ausgenommen.

Die Rechtsparteien, Deutschnationale und Deutsche Volksxartei sowie die Völkischen, gaben sich jedoch nicht zufrieden. Ihr Bestreben war fortan darauf gerichtet, die B e st S t i g u n g

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Der Ausschutz besteht aus 1 Magiftratsmitglied, l Stadtverordneten, 7 Lehrpersonen, 1 Arzt, 4 Per­sonen, die auf dem Gebiete der Ivgendstirforge be­sondere Erfahrungen haben und 2 Lichtspielbrsitzern.

Die Mitglieder des Ausschusses, die ihr Amt ehrenamiiich versehen, werden, fasern sie Magistrats- Mitglieder find, von dem Magistrat ernannt, die übrigen van der Stadtverordneten Veriammlung gewählt. Die Mitgliedschaft der Mitglieder der städtischen Körperschaften dauert 3 Jahre, erlischt aber mit dem Ausscheiden ans tsriÄdrn; die Mit­gliedschaft der übrigen Mitglieder dauert 3 Jahre.

§ 2

Jugendliche vom vollendeten sechsten bis zum oollendeten achtzehnten Lebensjahre dürfen, pur be­sondere Iugendvorstellungen der Lichttpirlthrater oder solche Lichtspieltheateroorfiellungen, über die die blaue Zensurkarte ausgestellt ist, besülsien und nur zu solchen Vorstellungen zugelassen werden.

Bei diesen Vorstellungen mutz an der Kaffe und am Eingang zum Borfuhrungsrmim ein deutlich lesbarer AnschlagmitderAuflchrift„Jugendvorstellung" angebracht werben.

§ 3

Iuaendvorstellungen der Lichtspieltheater müssen bis 7 Uhr abends beendet fein. In besonderen Fällen können Ausnahmen von der Ueberwachungs­stelle (§ 1) zugelassen werben.

Die Spieldauer der einzelnen Vorstellungen darf 2 Stunden nicht überschreiten. Aus jede Spielstunde muß mindestens 10 Minuien Pause entfallen.

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Gesundheit der Jugendlichen zu schädigen, kann auf ihren Antrag von der Polizeibehörde unterlagt »erben.

§ 7

Jugendliche vom vollendeten sechsten M» zum vollendeten achtzehnten Lebensjahr, die Vorstellungen der Lichtspieltheater besuchen, die nicht als Iugend- vorltellungen bezeichnet sind (§ 2) können zwangs- weise aus dem Lichtspieltheater entfernt werden. Daneben können Jugendliche über 14 Jahren nach Matzaabe der Bezirks-Polizeiverordnuna vom 7. Aug. 1923 (Amtsbl. S. 241 Nr. 609) bestraft »erben.

S 8

Liess Ordnung tritt mit dem Tage der Veröffent­lichung in Kraft: die Bekannimachmin vom 22. Juli 1922 tritt mit diesem Tage außer Straft

Fulda, den 14. November 1924.

Der Magistrat: Dr. Antor.'

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Von Theftedatteur T. Stephan, Allenstein.

Vor einigen Daten veröffentlichten wir eine für die Kacholrkenfeinoschaft gewiffer Parteien kennzeichnende Darstellung der Wahl des OberoürgermeisterS in Bochum. Run geht uns von einem Landsmann im fernen Oftpreutzen ein Bericht über einen ganz ähnlichen Fall konfessioneller Eng. Herzigkeit zu, der von um so gröberem Interesse ist, als der umkämpfte Kandidat, Etadtdaurat Sauer, sowohl wie auch der Führer der Zentrumsfrakuon in AHerr­stein, Chefredakteur Step Han, Fuldaer Landsleute find. Die Redaktton.

Allenstein in Ostpreußen, die größte Stadt des ehemaligen Wstimmungsgebietes, ist in den letzten 40 Jahren aus einem Landstädtchen zu einem Ort von Bedeutung für den deutschen Osten geworden. Im südlichen Ermland gelegen, wurde es vor 20 Jahren Regierungshauptstadt und Sitz anderer Behörden. Jetzt zählt es rund 40 000 Einwohner. Einst war die Stadt ganz katholisch mit einem schwachen Einschuß polnischer Bevölkerung und keineswegs wohlhabend; heute ist natürlich infolge 'der famosen preußischen Personalpolitik die Ober­schicht der Bevölkerung großenteils evangelisch. Etwa 60 Prozent der Bewohner sind aber auch noch katholisch.

Das Dreiklaffenwahlrecht der Vorkriegszeit machte diese katholische Mehrheit der Bevölkerung jedoch auch im Eemeindeleben so gut wie rechüos. Führend war in der Kommunalpolitik der ja auch im Westen als katholikenfresserisch bekannte Rat- Ha u s l i b e r a l i s m u s, der in Allenstein feine besondere Note noch durch freimaurerische Einflüsse erhielt. So kam es, daß in dem neuzeitlichen Allenstein (also seit den 80er Jahren) bis zur Revolution nur einmal auf wenige Jahre ein besoldetes Magistratsmitglied katholisch war. Es war ein Zufallserfolg des Zentrums gewesen. Selbswerstündlich waren auch alle anderen höheren Stellen in der städtischen Verwaltung und im städti- schen Schulwesen mir Nichtkatholiken besetzt. Unter etwa 100 mittleren Beamten gab es im Jahre 1918 erst 5—6 Katholiken.

Als nach der kommunalen Neuw.ahl im Jahre 1919 das Zentrum (18 Stadtoerordnetensitze unter 42!) daran ging, diese himmelschreienden Zustände nach und nach zu beseittgen, sah es sich in der Stadt­verordnetenversammlung einer geschlossenen Kampffront aller anderen Parteien unter Führung eines Deutschen Volksparteilers gegenüber. Deutfchnattonale, Deutsche Volkspartei­ler, Demokraten, Beamte, Sozialdemokraten standen in trautem Verein gegen das Zentrum. Auf dem Wege des Kompromisses wurde allerdings 1920 ein katholisches Magistratsmitglied und etwas spä­ter unter dem Druck einer Notlage ein zweites ge­wählt (unter sechs besoldeten Magistratsmitglke- dern!) jedoch trat der zuerst gewählte Katholik 1921 wieder zur Justizverwaltung über, und die Stells

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im Laufe der Zeit, den gegnerischen Block zu spren­gen und die Sozialdemokratie für feine berechtig­ten Forderungen in personeller Hinsicht zu gewin­nen. Jedoch die günstigste Zeit für eine Umgestal­tung in unserem Sinne war verpaßt.

Die Neuwahl von 1924 ergab für das Zentrum 14 Stadtverordnetenfitze von 35. Der Radikalismus rechts und links hatte uns erheblichen Abbruch ge­tan. Zum 31. Juli lief nun die Wahlperiode des Stadtbaurats, der zugleich Magistratsmit- glied ist, ab. Eine Wiederwahl des bisherigen Stelleninhabers kam für das Zentrum nicht in Be- ■ tracht. Für einen t ,

t e n konnte auf die beiden foMldemokratlschen und die eine demokratische Stimme gerechnet werden. Das waren 17 Stimmen, also keine Mehrheit. Die

über den Regierungsbaumeffrer isauer wurde zum Anlaß genommen, um den Wahlakt als fragwürdig hinzustellen. Ja es wurde ein Antrag gestellt, der auf den Regierungspräsidenten im Sinne der Nichtbestätigung einwirken sollte. Die ordnungs­mäßige Annahme dieses Antrages konnte vom Zentrum dadurch verhindert werden, daß es mit Sozialdemokraten und Demokraten den S i tz u ngs- f a a l verließ. Trotzdem tagte das beschluß­unfähige Rumpfparlament (ein Kommunist war krank) weiter, es wurde über den Antrag abge­stimmt. Und siehe da! Die drei anwesenden Kommunisten stimmten ausnahmslos für Sen Antrag.

Um auch jeden Vorwand für eine eventuelle Nichtbestätigung zu beseitigen, hat das Zentrum nachher durch ein Kompromiß in der Abbaufrage, in der ein der Wirtschaftlichen Vereinigung nahe­stehendes besoldetes Magistratsmitglied gefährdet fchien, die Wirtschaftliche Vereinigung veranlaßt, den weiteren Widerstand gegen die Wahl Sauers aufzugeben. So ist denn, nachdem 2‘A Monate feit der Wahl verstrichen waren, am 11. November dis Bestätigung Sauers erfolgt. Immer­hin zeigt der Vorgang eines mit aller Deutlich­keit: Auch heute noch sind die Rechtsparteien bereit, selbst mit den Moskowitern zufammenzugehen, wenn sie dadurch das Zentrum und die Katholiken Nie­derhalten können. Diese Leute aber scheuen sich nicht, auf ihre Fahne zu schreiben: Nieder mit dem Marxismus!___

Ordnung

betreffend die Zulassung der Zugendtichen iu denLichispielvorsührunnenmderStadkgemeinde

Jirlda.

"" Aus Grund des § 13 der Städteordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 4. August 1897 (Gesetz­sammlung S. 251) und des § 3 Abs. 3 des Licht­spielgesetzes vom 12. Mai 1920 (Reichsgesetzbl. S- 953) i-ird auf Antrag der Stadtschuldeputation und nach chörung von Vertrelern der Organisationen für f.-r Jugendpflege mit Zustimmung der Stadt n:rc neten-'Versammlung und des Herrn Regierung^,

den 73. November ,* .s>. ;di in meinen Sdiau.enslan e,iw*

beste IttWiHÖl-

& M UM UL SAAk«, M M M M haben in allen

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^analstrasse 14.

Sauers durch den Regierungspräsidenten zu.er­schweren ober lieber noch zu hintertreiben. Neben der Arbeit hinter den Kulissen, die aber an der Objektivität des Regierungspräsidenten scheiterte, brachten es diese Parteien, die so viele Katholiken zur Vertretung katholischer Interessen für geeignet halten, zu einer erneuten Aussprache über die Wahl in der Stadtverordnckten- versammlung, obwohl di« Akten zur Be- ftätigung schon an den Regierungspräsidenten abge­gangen waren — ober vielleicht gerade deshalb! eine muuumyc, ciicigi|u;c unu vewiunfn«- . Eins etwas verspätet, aber noch vor der Wahl ein» demokratische PvlM"gelang es dem Zentrum zwar I gegangene und zu den Akten geheftete Referenz

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