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! Nr. 271 vom 21. Nov. 1924. j
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Mißglückte Redensart. Mer Arzt (knurriger Herr, tritt abends an seinen Stammtisch, der noch leer ist): „Na, ist noch keiner von den Dummköpfen f)ier?" — Pikkolo: „Nein, Herr Medizinalrat, Sie sind der Erste,*
lichen Nordsee wird zur Hauptsache mit sogenannten Treibnetzen ausgeübt. Das sind große Netzwände von 15 Meter Höhe und 2—3000 Meter Länge, die abends ausgesetzt werden und nun die Nackst über frei im Wasser stehen. Die Heringe schwimmen gegen diese Netze an. bleiben mit ihren Kiemen in den Maschen hängen und werden dann am nächsten Morgen mit dem Netz etn- gehÄt. In neuerer Aut wird dort auch, besonders von deutscher Seite, mit einem eigens für den Heringsfang eingerichtekn Schleppnetz gefischt. Auch der im Winter im Mündungsgebiet der Weser und Elbe erscheinende Hering wird mit einem Schleppgerät, dem Hamen, oe* fangen. In der Ostsee sind Waden, Stellnetze und Bundgarne in Gebrauch. Und wieder besonders eingerichtete Netze verwendet man in Norwegen, wo die Herings- schwärme bis in die Fjorde eindringen.
Bei den W a nd e i u n g s n ist es, wo man 8'M Hering nachstellt, denn er ist ein typischer Wanderfisch. Entweder bewegen sich die Schwärme nach ihren Laichplätzen, und der dann gefangene Hering ist besonders fett, oder sie bewegen sich von den Laichplätzen nach den Weideplätzen. Aber es ist sonderbar, daß man bei diesem so häufigen Fisch noch so ungenau über die Laichplätze der einzelnen Rassen unterrichtet ist. Man kann sie nur nach den Ansammlungen jüngster Larven- formen bestimmen, den Laich selbst, den die Heringe am Boden anklcben, hat man in den seltensten Fällen gesunden. Auf indirekte Weise kann man das Vorkommen des Laichs und damit die Lage der Laichplätze durch Magenuntersuchungen an solchen Fischen feststellen, die mit Vorliebe Heringslaich fressen, besonders von Schellfischen. __,
Ungeheuer groß ist die Produktivität an Eiern. Sie muß es sein, entsprechend den Gefahren und Nachstellungen, denen die Brut und der Fisch selbst ausgesetzt ist. Schon die Eier wenden gefressen oder gehen aus andere Weise zugrunde. Die Eier, die zu vollkommener Entwicklung gelangen, lassen kleine, zarte Larven auschlüpfen, die wiederum unzähligen Gefahren ausgesetzt sind, bis sie zum Hering herangewachfen sind Und auch dieser selbst ist ständig verfolgt. Wenn der Hering m seinen großen Schwärmen wandert, so werden diese ständig von den verschiedensten Feinden begleitet. Kabeljau, Blaufisch, Thunfisch und verschiedene Haiarten folgen den Schwärmen. In den nordischen Gewässern gesellen sich dazu noch Wale. Und die bei der Verfolgung „springen- den" Wale und Raubfische verraten dadurch schon von weitem das Nahen eines Schwarmes. Das sind die sogenannten „Heringszeichen". Dicht gedrängt kommt solcher Schwarm oft bis an die Oberfläche, daß die zappelnden, glänzenden Leiber in der Sonne blinken, die Heringe „stümen". Und oben in der Lust begleiten Dogelscharen den Schwarm, um sich ebenfalls ihren Teil zu holen. Und all diese Anzeichen sieht der Mensch, der nun herannaht, um sich den Löwenanteil zu holen.
Große Betriebe beschäftigen sich mit dem Heringsfang, große Industrien sind auf feinen Fang aufgebaut, und für zahllose Menschen bedeutet der Heringsfang Existenz. Und bleibt der Hering aus, so bedeutet das Bernichtung aller dieser Betriebe und Existenzen, llnb dos ist das Eigenartige, das Rätselhafte an diesem Fisch: nicht nur einnml ist dies Ereignis eingetreten, daß die großen Heringsschwärme plötzüch ausblieben in einer Gegend, wo sie jahrelang, jahrzehntelang rsgelmäßkg, zu be- stimmten Zeiten erschienen. Die große Schonenfischerei an der Südspitze Schwedens, früher ein Haupterwerb der Hansa, hatte im 13. Iahrhunk^rt ihre Blütezeit, hörte aber im 16. Jahrhundert allmählich auf, weil die gewaltigen Heringsschwärme ausblieben. Aehnsich« Beispiele haben wir in der Heringsfischerei der südöstlichen Nordsee, von Bohuslän an der schwedischen Westküste und von Bergen. In diesen beidm Gebieten erschienen die He-
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ringe dann später nach langer Pause wieder. Gerade diese Schwankungen in dem Auftreten und Ausbleiben der Schwärme bilden die großen Rätsel, die der Hering der Forschung aufgibt. Es ist kein Wunder, daß bei diesen Eigenarten und bei seiner großen wirtschaftlichen Bedeutung sich zahlreiche Gelehrte in allen nordeuropäischen Ländern mit chm beschäftigen, um seine Lebensweise zu erforschen und letzten Endes die (Ergeb niffe d'cser Forschungen der praktischen Fischerei nutzbar
Der Hering.
Dr. W. S ch n a k e n b e ck-Hamburg.
xie verschiedenen Herings-Rassen. — Angeheure Fänge. Methoden des Fangs. — Die Wanderung des Herings.
— Produktivität an Eiern.
In mehr als einer Beziehrmg verdient der Herirg besondere Beachtung. Er ist in den nordeuropäischen Meeren wirtschaftlich wohl der wichtigste Fisch, und et geigt tn seinen Lebensgewohnheiten so viel Eigenarten ytb bietet noch so viele ungelöste Rätsel, daß sich die Wissenschaft nicht ohne Grund eifrig mit seinem Studium beschäftigt- Sein Verbreitungsgebiet ist sehr weit, es dehnt sich nicht nur über die nordsuropäischen Meere au», DCn der Ostsee bis an die atlantischen Küsten Europas, von der Biskaya bis Island und zum Weißen Meer, sondern auch jenseits des Atlantik an den nordamerikanischen Küsten und selbst auf der anderen Seite des neuen Aontin . ts, an den amerikanischen und asiatischen Küsten des 'Pacific ist der Hering verbreitet. Nun darf man ts sich ober nicht so vorstellen, als ob nun alle die in diesem ungeheuren Gebiet oorkommenden Heringe einer Form cmgehörten, daß alle in ständiger Derbindung und Vermischung miteinander ständen, und daß Heringe mm fc ohne weiteres von einem Gebiet in das andere wanderten. Wohl ist der Hering ein Fisch, bei dem Wanderungen überaus stark ausgeprägt sind, doch dehnen sich diese nicht über so große Strecken aus, wie man früher wohl anzunehmen geneigt war. Es gibt eine große Zahl von Raffen oder Lokalfomnen, deren jede imhr oder weniger in sich geschloffen und von anderen unterscheidbar ist. Ja, selbst in kleineren Gebieten, wie i T. der Nordsee, sind mehrere solcher Rassen vertreten, x "Vt und Zeit des Auftretens von Schwärmen dieser ütaj__"wirken bestimmend auf Ort und Zeit der Herings-
ffcherSi. Diese Eigenart des Herings, in ungeheuren Schwärmen aufzutreten, stempelt chn zum Mafsenfifch.
Wie groß düse jährlich erbeuteten Mengen sind, die dem Derbrauch zugeführt werden, zeigt die internationale Statistik. Danach wurden, um mtr ein Jahr als Beispiel anzuführen, im Jahre 1919 von Deutschland, Holland, Großbritannien, Dänemark, Skandinavien, Finnland, Belgien, Frankreich, Färören und Island zusammen 1192 Millionen Kilogramm Heringe gelangen, die einem Wert von 342 Millionen Schilling entsprachen. An dieser Ausbeute hatte. Norwegen den stärksten Anteil mit 495 Millionen Kilogramm, dann sfolgte Großbritannien mit 382 Millionen Kilogramm unb Holland mit 127 Millionen Kilogramm. Für Deutschland war das angeführte Jahr sehr ungünstig, da es noch zu sehr unter den Nachwirkungen des Krieges zu leiden hatte. Nur etwas über 9 Millionen Kilogramm betrug dis deutsche Ausbeute, die aber 1920 schon wieder auf 42 Millionen Kilogramm gestiegen war. Aber noch nie hat unsere Fischerei den Bedarf Deutschlands an Heringen, der überaus groß ist, selbst decken können, sondern wir sind noch immer im hohen Grade auf die Einfuhr von Heringen angewiesen gewesen
Seit alten Zeiten schon wird der Heringsfang betrieben. Sehen wir von den ältesten, schwer nachzuprüfenden Nachrichten ab, so haben wir die erste wirklich nach- weisbare Heringsfischerei in der sogenannten Schonen- ftfcherei vor der schwedischen Süd'üste. Auch in der westlichen Nordsee wurde der Heringsfang schon früh betrieben, und zwar zunächst in erster Linie von den Holländern, die mit großen, von Kriegsschiffen begleiteten Flotten, dem ihnen von den Engländern vertraglich zu- xcsicherten Fang nachg-ngen.
Die Methoden, mit denen Heringe gefangen werden, find überaus mannigfach. Die Heringsfischerei der west-
stehen zum Verkauf und Tausch.
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Beim Heiratsvermittler. Vermittler (zum Kandi- baten): „Haben Sie selber Vermögen?" — „Nein." — „Einen Beruf?" — „Auch nicht, aber ich habe triftigen Grund zu heiraten." — „Also sagen wir Grundbesitzer.*
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Schlechtes Bild. „Nein, Herr Professor, das Bild nehme ich auf keinen Fall; meine Frau sieht ja darauf aus wie ein Uhu." — „Ja, lieber Herr, das hätten SU vor der Hochzeit sehen muffen!"
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— Bk teuer wurden die „langen Kerls bezahlt? Der Menschenhandel zu Armee-Werbezwecken galt im 18. Jahrhundert noch als durchaus unbedenkliches Handwerk. Es hatten sich förmliche Taxen herausgebildet, die nach der Größe gingen. Für einen Mann vor. *ünf Fuß zehn Zoll — das war das Mindestmaß — wurden 700 Taler bezahlt. Für einen Mann von sechs Fuß wurden 1060 Taler bezahlt. Und mit jedem weiteren Zoll stieg auch die Taxe. Kamen sonstige Vorzüge, wie guter Wuchs, stramme Haltung dazu, so erhöhte sich der Preis bedeutend. Der General Schmettau erhielt für einen „langen Kerl" einmal 5000 Taler, außerdem wurde noch an feine Schwester eine Stiftsstelle verliehen. Die höchste Summe aber die wohl je für einen Soldaten auf« gewnedet worden ist, wurde für den Irländer Kirkland befahlt. Er kostete dem preußischen König Friedrich Wilhelm I. die Summe von 9000 Talern, eine für jene Zeit ungeheure Summe Geldes. Ein einziger ’,langer" Sohn konnte dazumal das Glück der ganzen Familie machen. r ' '
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Der originelle weibliche Gouverneur von Texas und die WahlpropagavKi für ihn.
Gleichzeitig mit der Wahl Coolidges zum Präsidenten von Amerika wurde Frau Miriam Ferguson gurrt Gouverneur von Texas gewählt, der erste weibliche Gouverneur in den 11. S. 21. Ihr Mann war früher Gouverneur gewesen, aber er wurde abgesetzt wegen wirtschaftlichen Mißbrauchs, der übrigens mehr durch Unkenntnis verschuldet wurde als durch betrügerische Absicht. Er hatte nie richtig Zeit zum Lesen gehabt, wandte sich als Gouverneur besonders gegen Professoren und Lehrer und wurde aus dem Grund ungeheuer populär. Doch er kam gleichzeitig in Konflikt mit dem Gesetz.__
Seine Popularität ging über auf seine derbe Frau, die für den Gouverneurposten kandidierte. Da ihr Gegenkandidat, der sich im Ku-Klux-Klan hervortat, überführt wurde, im Kupee mit einem Neger gefahren zu sein, ohne daß er den schwarzen Mann hinausgeworfen hätte, so waren seine Chancen verspielt.
Die Wahlkampagne für Frau Ferguson wurde namentlich mit Hilfe eines mächtigen Bildermaterials betrieben, das über ganz Texas versandt wurde. Auf fast allen Bildern saß Frau Ferguson bei der Hausarbeit: Kinder waschend, Strümpfe stopfend, das Mittagessen zubereitend usw. Aber das Bild, das am meisten Eindruck machte und deswegen am meisten benutzt wurde, zeigte Frau Ferguson in der Küchenschürze, mit aufgestreiften Aermeln Kartoffeln schälend.
Ein solches Bild mußte naturgemäß einen „tiefen Eindruck" auf die Wähler machen, nicht zuletzt, weil dar- unter stand in Fettdruck: „Frau Ferguson schall selbst ihre Kartoffeln!"
Daß gerade Texas einen Gouverneur hatte, dem bruch- sttickartige Kenntnisse im Lesen in der Ausübung seines Amtes nicht weiter hinderlich waren, scheint immerhin etwas einzuleuchten, wenn man sich vor Augen führt, daß in diesem fteppenreichen Lande mutiges Reiten und geschicktes Lassowerfen wohl noch immer mehr gilt als gelehrtes Wesen. Daß Miriam Ferguson, die Frau des verflossenen originellen Gouverneurs an Stelle ihres Mannes gewählt wurde, beweist den Sinn des Landes Texas für Originalität. mf-
Feine Gesellschaft. Gastgeber (zu Anfang des Essens zu seiner Frau): „Es fehlt ein Löffel." — Frau: „War, schon jetzt?"
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