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Fuld aerZerlung

Amtlicher Anzeiger für den Kreis und die Lkadk Fulda.

Nr. 27t.

8erantioorMid) ür dir Echri tleuun,: Dr» Snbaane» 8r am er ««eigen: I. var,e Iler, 8»lLa. Rolarwnö,ruck und «rrlaa der Bulboe* t ct«»hr<fctei in Feite. Brrnittflet $t. 9.

Vn^atlicker Hrtt6i6ref$: 1.50 Mk.

Srelfog, 21. November 1924.

«uzrigen-Bre !e Äieuuetle (ttoloneO iota< o. wo dmar. a«r»Sktr 0,30 »vldinrrk Reklamereile lokal 0.60. Boldmark erHioärtS 0.80 Soldmark. :r

Bel W<ed-r^o^unaen Ita-att- tBo'tirtiecffono Ffranfhirf a.nt 4061.

51. Zahrg.

Vor dem französischen tlriezsgsrlcht.

wtb Paris. 20. Pos. (Tel.) Der Prozeß gegen den General v. Rakhufins wird Keule, 1 Uhr 30 Mn. französischer 3cif, vor dem Kriegsgericht des 1. Armeekorps be­handelt werden. Wie dasEcho de Paris" fest- ftellt, wird das Kriegsgericht wahrscheinlich au» den Offizieren gebildet werden, aus denen es nor­mal im Augenblick zusammengesetzt ist; entgegen der Annahme werde also jedenfalls kein höhe­rer Offizier als Richter fungieren. Man werde also keine Rücksicht auf den Grad des Ange- schuldiglen nehmen.

veuischland und England.

wtb London, 20. Rov. (Tel.)Daily Mail" zu­folge sollen die deutsch-englischen Handels- verhandlungen demnächst wieder ausgenom­men werden. 3n ministeriellen Kreisen besteht die Ansicht, daß Grund zur Hoffnung auf Er­folg bestehe. Gewisse von den Deutschen vorge- vrachte Forderungen könnten nicht gewährt wer­den, insbesondere nicht die Abschaffung der 2öproz. Reparationsabgabe. Aber in anderer Richtung werde den Deutschen vielleicht entgegengekommen werden, j. D. werde möglicherweise den Deutschen in beschränkter Anzahl gestattet, indiehandels- marine einzutreten und Bankfilialen in England zu eröffnen. Die britische 2tegie- rung werde einen Vertrag zu erhallen wünschen, der Großbritannien die Meistbegün- ffigung gewährt, wofür gewisse gegenseitige Ver­einbarungen eingegangen werden sollen.

Auch demDaily Telegraph" zufolge wird die Regierung in der Frage der 2Lprozenkigen Abgabe unter keinen Umständen zu einem Zugeständnis bereit sein. Bezüglich der Frage der De- fatzungskosten wird, wie das Blakt weiter be­richtet, an den zuständigen Stellen die Ansicht ver­treten, daß eine Verminderung dieser Kosten entsprechend dem Dawcsplan dadurch er­reicht werden könne, wenn Deutschland nur den Unterschied zwischen den Kosten der Aufrechterhal­tung der alliierten Desahungsstrcitkräfke in ihren Landern und den Kosten ihrer Aufrechierhaltung im Rheinland angerechnel werde.

Die Kölner Sone.

wtb London, 20. Rov. (Tel.) Dem diplo­matischen Berichterstatter desDaily Telegraph" zufolge ist es unwahrscheinlich, daß ein Beschluß der Regierung über die Räumung der Köl­ner Zone vor Mitte Dezember gefaßt werden kann. Es werde jedoch gehofft, daß ein Kompro­miß vereinbart werden kann, demzufolge die Be­setzung bis zum Zeitpunkt der Räumung des Ruhrgebiets durch die französischen und bel­gischen Streitkräfte verlängert werde.

(Ein 5childtzalter nationaler (Ehre?

Im bayerischen Landtag rief der völkische Abgeordnete Strasser, zum Regierungstifch ge­wandt,Bayern wird von einer Saubande regiert!" Der Ministerpräsiden verließ darauf zum Protest den Saal. Präsident Königsbauer wandte sich an das Haus mit der Erklärung, ein so schmähliches Vorkommnis, wie es sich eben ereignet habe, sei im Landtage nochnichtdagewesen. Der Präsi­dent erklärte, daß der völkische Abgeordnete der­artig beleidigende ungezogene Aeußerungen gegen die 'Staatsregierung und den Ministerpräsidenten gemacht habe, daß ein Ordnungsruf nicht mehr in Frage kommen könne und daß er Strasser auf Grund der Geschäftsordnung wegen gröblicher Störung für den Rest der Sitzung a u s s ch l i e> ß e. Auf die Aufforderung des Präsidenten, den Saal zu verlosten, erhob sich Straster und rief dem Prä­sidenten zu:Der Schrei nach Gerechtigkeit wi-d damit nicht unterbunden werden." Darauf verließ er unter Heilrufen den Sitzungssaal.

Kirche und Stunt in Bayern.

Durch das Konkordat Bayerns mit dem Hei­ligen Stuhl und Verträge mit den beiden evange­lischen Landeskirchen wird der bisherige Zustand, insbesondere auch in vermögensrechtlicher Bezie­hung, nur in unwesentlichen Punkten geändert. Neue finanzielle Vervflichtungen er­wachsen dem Staate aus diesen drei Abkommen nicht. Don den Bestimmungen der drei Verträge sind folgende hervorzuheben:

Der Staat sichert den Kirchen das Recht der freien Religionsübung und staatlichen Schutz für die kirchenömtliche Betätigung der Geistlichen so- wie die kirchliche Freiheit der Orden und Konare- gationen und deren Befreiung von staatlicher Be­schränkung bei Erwerb, Verwaltung und Veräuße­rung ihres Vermögens zu. Die Anstellung von Re- ligiönslchrern kann erst erfolgen, wenn dagegen keine Erinnerung seitens des Diözesanbischofs er­folgt ist. Di? Religion wird als ein ordentliches Lehrfach im Unterricht der höheren Lehranstalten xewährleistet. Kürzungen des Religionsunterrichts gegen den Willen der Kirchen find nicht möglich. Der Religionsunterricht muß auch an den bekmnt- aisfreien weltlichen Schulen durch den Staat sicker- .Zeftellt werden. Der Staat schreibt für die Anstel­lung von Religionskräften die bayerische oder eine lindere deutsche Staatsangehörigkeit sowie die er-

Die Stimme des I^hemlandes.

Nach der Aufhebung der Lisenhahn-K?gie.

Unter dem Datum der 17. November schreibt dar fühlende Organ der angeftammten rheinischen Be­völkerung, die ,Kölniche Volkszeitung:

Ein froherTag in nolerfüllterZ -it. Der 16 November 1924 wird a!S ein Hochbedeuhamer Wendepunkk in unterem Gedächtnisse fortleben. Er brachte uns die Rückgabe der Rhein- und Ruhrbahnen in deutsche Verwaltung, den Tag, d-m gonzDeutsch- lan r mi: wachsender Sehn'acht entgegen gedarrt.

Die?rleiGefühle steinen heute auf: em stiller und stolzer Erinnern, frohe Genugtuung und aufrichtige Anerkennung und öerftäitet, freudiger ZukunstS- glaube.

Ein stilles und stolzes Erinnern: Noch einmal steigt heute die Erinnerung an das Leid und die Prüfungen herauf, von denen das gesamte Vater­land und besonders die besetzten Gebiete dcs Westens seit dem 11. Januar 1923 heimgesucht worden sind. Wir erinnern uns, wie mit dem Ein­marsch der fremden Truppen an jenem Januartage das verkehrstechnisch und verkehrswirtschaftlich wunderbar arbeitende Prüzisionswerk des deutschen Eisenbahnnetzes jäh unterbrochen wurde. Monate­lang waren der Personen- und Güterzugsverkehr, die Verbindungen mit dem Mutterlande und im besetzten Gebiet selbst völlig unterbrochen. Tief­greifende Wirkungen auf dir große Volks- und die Einzelfamilien allenthalben! Industrie, Handel und Gewerbe wurden tödlich getroffen. Im Früh­jahr 1923 begann der ^Regiebetrieb mit seinen zahl­losen Hemmungen und Zumutungen in der Ein- und Ausreise, mit den Verkehrssperren, Zollbehel­ligungen im Personen- und Güterverkehr, mit den zeitvergeudenden Kontrollen auf den Grenzstatio­nen im Norden, in der Mitte (Vohwinkel) und im Süden und der Heranholung alter angesehener Bürger als Geiseln. Unvergeßlich bleiben die schwe­ren Verluste an deutschen Lokomotiven, Waggons, an technischen Apparaten aller Art und nicht zuletzt der im Dienste politischer Abtrennungsbestrebungen geübte Mißbrauch der Eisenbahn in den Wochen des kläglich zusammengebrochenen Sexaratisten» Ausstandes.

Mit diesen traurigen Erinnerungen paart sich jedoch das stolze Gedenken an jene aufrechten, mannhaften deutschen Eisenbahner aller Rangord­nungen, die in Wahrung ihrer Beamtenehre und Heilighaltung ihres Diensteides vor den schwersten seelischen und physischen Opfern nickt zurückschreckten und deren charaktervolle kerndeutsche Haltung unter schwierigsten Verhältnissen als hohes Lied beispiel­losen Opfermutes und unbeirrbarer Reichstreue durch die Leidensgeschichte des Volkes an Rhein und Ruhr immerdar fortklingen wird. Ein Passions­weg hat jetzt feinen Abschluß gefunden. Frohe Genugtuung und aufrichtige Aner­kennung ist das zweite Gefühl, das in der deut­schen Brust heute nach Ausdruck ringt. Der feit November 1923 bewiesene zähe, unerschütterliche Wille der Reichsregierung zur Defreiungspolitik um der Existenz unseres Volkes und der Einheit Deutschlands willen darf in der Rückgabe der Eisen­bahnen an Rhein und Ruhr einen ihrer größten und schönsten Erfolge erblicken. Sie ist eine der litzten und tiefgreifendsten Auswirkungen des Lon­doner Abkommens. Gerade weil die Rückgewin­nung der Eisenbahnen ein so ungemein schwieriges, mit so zahlreichen Komplikationsgefahren belastetes Werk war, ist die Genugtuung über das Gelingen um so freudiger und um so berechtigter. Kann man die B e f r e i u n g s p o l i t i k der Regierung Marx sinnfälliger veranschaulichen, als sie in der Wiedereinbeziehung des Rhein- u. Ruhrbahnnetzes in die deutsche Wirtschaftseinheit, in der Befreiung gerade dieser Herzkammer deutschen Wirtschafts­lebens von fremder Besetzung zum Ausdruck kommt? Gerade in diesen Wochen wird es eine freudig geübte Pflicht unserer Parteifreunde in Stadt und Land sein müßen, immer und überall nachdrücklich auf diesen deutlich sichtbaren Erfolg der deutschen Außenpolitik hinzuweifen, der ein Erfolg ist der von Reichskanzler Marx unentwegt durchge­führten Politik der Mitte. Verdienst und Anerkennung gebührt auch allen übrigen Parteien, welche diese Politik gestützt und dadurch dem Va­terlande und dem Volke in schwerer Zeit einen großen Dienst erwiesen haben, und die nun ihre

selbstlose Arbeit durch die korrekte Erfüllung einer weiteren Bestimmung des Londoner Abkommens durch die beiden Besatzungsmächte Frankreich und England belohnt sehen.

Die neue Lage weckt in uns drittens einen freu­digen Glauben an die Zukunft. Es gilt nach den 22 Monaten fremder Verwaltung und stärkster Abnutzung des gesamten Materials eine gewaltige Aufbauarbeit im rheinischen und west­fälischen Eisenbahnnetz zu leisten. Nicht weniger als neun Reicksbahndirektionen und zwar Münster, Essen, Elberfeld, Köln, Trier, Mainz, Ludreigs- hafen, Frankfurt und Karlsruhe, waren zum großen Teil in ihrer Eesamtausdehnung in die Hand der Regie übergegangen, mit insgesamt 3532 Kilometer Hauptbahn-, 1718 Kilometer Nebenbahn, und 75 Kilometer Schmalspurbahn-Strecken zus. 5323 Kilometer, das ist glattein Zehntel der KilometerlängedesgesamtenRei ch s- eifenbahnnetze. Je schneller es der neuen Reichsbahn-Gesellschaft gelingt, die Eisenbahnen des Westens wieder zu dem tadellos funktionierenden Verkehrsinstrument zu machen, wie es aus der Vor­kriegszeit bekannt ist, desto schneller wird, wenn die erwarteten Erleichterungen auf dem Kapital­markt hinzutretcn und einigermaßen vorteilhafte Handelsverträge mit den Derbandsmächten zu­stande kommen, Deutschland durch die aus der Reichsbahngesellfchaft erhofften Erträgnisse seine Reparationsverbindlichkeiten erfüllen und damit der Freiheit eine weitere Etappe näher kommen können.

Richt durch laute Freude, bekränzte Lokomotiven und Züge und dergleichen wurde das froh: Ereig­nis begangen. Dazu ist die Zeit ungeeignet. Umso herzlicher war die verhaltene innere Freude und Genugtuung, die aus den Gesprächen der Reisen­den immer wieder hervorleuchtete, und die in dem kernig-deutschen Erußwechsel zwischen dem Fahr- personal und dem vielfach erst in den letzten Tagen zurückgekehrien leitenden Stations- usw. Beamten ihren Ausdruck fand.

Im Frühjahr des Ruhrkampfes sprach auf einem glänzend verlaufenen Heimatabend des Volksvereins für das katholische Deutschland, Dez. Großköln, Pfarrer Rosch-Andernach. (Die Besucher des Katholikentages in Hannover kennen diesen gottbegnadeten Redner und von tiefster Vaterlands­liebe erfüllten Mann. D. Red.) In ergreifenden Worten charakterisierte er unter Hinweis auf die starken Besatzungstruppen die Gefühle der Rhein­länder mit dem Ausspruch: Die Heimat iTt uns zur Fremde geworden, um dann unter stürmischem Veifall den Flehruf anzusckließen: Herr! Schenke uns die Heimat wieder! Durch die Rückgabe der Rhein- und Ruhrbahnen ist uns mit den deutschen Beamten, Stationsgebäuden und Schienensträngen ein altes, liebes, höchst wertvolles Stück Heimat wieder zurückgegeben worden. Möge der 16. Nov. ein verheißungsvolles Omen fein für die baldige Rückgewinnung der ganzen besetzten Heimat!

Verkehrsfragen des besetzten Gebiets

Wie dieDeutsche Allgemeine Zeitung" zu den Beratungen des Organifationstomitees der Deut­schen Reichsbahn erfährt, galten diese hauptsächlich Derkehrsfragen des beletzten Gebietes. Es wurd festgestellt, daß die U e b e r n a h m e der Regie- bahnen sich reibungslos vollzogen hat. An- Hand der neuen Ordonnanz der Rheinlandkommis- sion würde über b i e Veziehungen der Reichsbahndirektion imbesetzten Ge­biet zum Besetzungsmilitär gesprochen. Die Frage der Truppenbeförderung und andere einzelne Fragen wurden erörtert.

Mit dem Fahrplanwechsel am 1. Dez. wird in dem neubesetzten Gebiet für die Reichsbahn wieder die mitteleuropäische Zeit einge­führt. Es werden von der Regelung die Eisen­bahndirektionen in Essen und Elberfeld betroffen. Ob es auch möglich sein wird, bei den Besatzungs- behörden die Wiedereinführung der mitteleuropäi­schen Zeit im altbesetzten Gebiet für den Fahrplan durchzusetzen, hängt von dem Ausgang der noch schwebenden Verhandlungen ab.

forderliche Vorbildung ausdrücklich vor. Die gleiche Voraussetzung gilt auch für die Vorstände her Or­denshäuser und Ordensniederlassungen. Auf die erzbischöflichen und biscköflicken Stühle können nur solche Persönlichkeiten berufen werden, die durch bayerische kirchliche Körperschaften voraeschlagen waren. Die Staatsreoierung Hat das Einfvrucks- recht gegen hie vom Papste ausaewählten Persön­lichkeiten. Für die Kirchenpräsidenten der evan- gelllcken Landeskirchen ist ebenfalls das Einfpruchs- recht der Regierung vorgesehen.

Sus der Wahlbewegung.

= Aui dem Wahlfrei« tlfBrnoen. Bei der Kandi­daten,Wahl der Zentrumspartei im Wahlkreis Thürinaen <bezw Eichsfe!^.Thüringen) wurde für den Reidttqa dir Spitz: nkandidatur des bisher! en Postministers Dr Näsle wieder be tätigt. In der Kandidaten iiie für den preuhis den L indtaa sieht w.eder an erster Stelle Lehrer Emil Dietrich (Halle).

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Der Kreiswadltwrst la < der ZenirnmSprrtei im Wahlkreise 23 (DreSden-Bautzenf lautet: 1. ReichSkan ,1er Dr Wilhelm Marx, Berlin-, 2 Voi werk 'Pächter Michael Rodel, Kamenz; 3. Sfräulein Barbara Ponot', Dresden; 4. GewerkichaftSiekretär Paul Nowak, Leipzig.

Die Wahlvars hlä e für die Wahlkreise 2t ,'Leipzia) und 30 ^Ciemnitz.tzwicknl) führen die gleichen Hirnen auf, nur steht GewerkfchaftSsekretär Nowak an zweiter und VorwerkSpächier Nobel an vielter Stelle.

wirtschaftliche Kampsbewegungen.

Der stre K bet der Berliner ltahdahn scheint zu Ende zu gehen. Die Hochbahndirekiion hat auf Bitte das Rci^Sar'eitsminisierS zuaesa t, von Maßregeln ab- zusehen und das Personal wieder einzustellen.

Soziales.

--- TuberKvlosetttchntzimpfüna. Im Hiuptaesund- heir amt ter Stadt Berlin, sowie in einigen auswär­tigen Kinderkliniken ist mm gitrieit mit der Nach. p>üsung einer Tuberkuiosenschutznnpfung beschäftigt, die Dr. Han; La ger von der Reichsan aalt zur Be­kämpfung der Säuglings, und Kleinkinder- sie rbli ch t e i t au?geirbeit-t hat. Nach seinen it- teilun i-.n in inedizinishen Fachs-chrif en soll.mit einem Impfstoff aus ab -töteten Tuberkulosenaaz-llen eine viele Monate anhaltende Schutzimpfung gegen Tuber- tuloje zu erzielen sein.

= Der R 'e'preis für Likr-akur Die schwedische Akademie I;:t dem paluis hen Schriftsteller Wlady-law Nevmont meßen feir-s WerkesDie Tauern" -en ttiesjafiriflen Nobelpreis für Literatur verliehen.

Vas unruhige Aegypten.

Attentat gegen den englischen Mliiärbesehlshaber.

Gegen den Siradar der ägyptischen Armee, den englischen General Sir Lee Stack, sind, als er das Kriegsministerium in Kairo verließ, zwei Bomben geschleudert worden, von denen eme ex­plodierte und Stack schwer verwundete. Die Atten­täter sind entkommen.

Zu dem Attentat auf Stack wird weiter gemel­det, daß die Attentäter erst eine Bombe warfen, die nicht explodierte und dann mehrere Re- volverschüsse ob gaben, die Stack, feinen Adjutanten, den Chauffeur und einen, Polizisten verwundeten. Stack wurde ins Hospital einge­liefert. Die Attentäter werden auf zwei bis drei Personen geschätzt.

Nach den letzten Meldungen sind Stacks Adju­tant, Hauptmann Campell, in die Brust und fein Chauffeur in Arm und Bein getroffen worden. Der Polizist, der den Attentäter verfolgte, wurde durch drei Kugeln schwer verwundet. Der Polizist glaubt die Nummer des Autos, in dem dis Attentäter ent­kommen sind, zu kennen.

*

Zu dem Attentat auf Lee Stack wird weiter ge­kannt, daß sich die Attentäter in einem Torweg ver­bargen. Als sie sahen, daß die von ihnen geschleu­derte Bombe nicht explodierte, folgten sie dem Auto Stacks in einem Auto und feuerten einige Revolver- schüsse ab. Dann bestiegen sie eine m einer Seiten­straße haltende Droschke und fuhren schnell davon. Zaghlul Pascha, die Minister und die Depu­tation der Kammer sprachen bet der Botschaft vor und drückten ihren Adfcheu und ihr Bedauern über diese Bluttat aus.

Das Echo in England.

wtb London, 20. Toy. (Tel.) 3n dem Leitartikel derTimes" heißt cs, das in ka ro be­gannen» Perbrechen fei zweifelsolne ein politisches. Weder die Herjetnncr, noch die Volksvertretung, noch Zaghlul Pa'cha könnten von der moralisch?« Set- lmtwortunq dafür freigefxroch n werben; eine e nt- schledene und energische Aktion sei not­wendig.

3mDailn Erpreß" heißt es, die Deklaration von 1S'2 miiffe sofort aufgehoben werden. Eng­land müsse feine MffionsfreiMt wi.?b?retha'f?n. Der Traum von einem unabhängige!» Aegypten sei vorbei.

Sowjet-Rußland.

Die Stellungnahme der neuen englisch?« Regierung wtb London, 20. Jion. (Tel.) Die Dlöttei melden übereinstimmend, die 2tcg!errnq zweifele nicht an der Echtheit des Sinowjews-Brirfes. Sie werden die letzte Tote Rakowskis in diesem Sinne beantworten und di? Notwendigkeit der E i n st e t- lvng der bolschewistischen Propa­ganda betonen.

LankWestminster Gazette" fei die Regierung einer Handelsvertretung mit Rußland keineswegs abgeneigt, wenn die Sowjet-Delegation bereit sei, ihn ohne Zusammenhang mit b-r An leihesrage zu erörtern. Wie oer-auf f. soll di« Sorvjeldeftratiou bereif fein, derartige Vorschlag« zu erörtern.

Saran.

wtb London, 20. To«. (Tel.)Daily .Tete araph" meldet aus Io'io, daß die japanisch« Regierung beschlossen habe, ihren Gesandten in Peking anznweisen, feine Verhandlungen mit Rußland fortzufeßen. wenn eine Veränderung in den grundlegenden Fragen erziel­bar erscheine. *

Dom Kriegsschauplatz in Marokko.

wtb Paris, 20. Rav. (Tel.) havas meldet ans Madrid: Rach einer Nachricht aus Marokko ist General Serrano durch eine verirrte Ku­gel getötet morden.

* Reichskanzler Marx hat an Herrn v. Heyde- brand in GerSdorf, Kreis Bunzlan, folgendes Zde» gramty gerichtet:Tas Ableben Ihres O-ckelS, des früheren Ad'eordneten von Hchdebrand, erfüllt mich mit aufrichtiger Teiinebme. Mit ihm ist ein edler Men'ch und aufrechter Mann dahingegangen. I nen und Ihren Angeböriaen iprebe ich mein herzlichste- Beileid auS. Reichskanzler Marx."

Der Kanzler an die Wahlmüden!

In feiner großen Osnabrückei Rede führte Reichs- kanzler Marx aus:Ich mähte hier die ernst- liche Mahnung auS'prechen, daß am 7. Dezember jeder sein Wahlrecht auSübt und seine Stimme auch Wirklich gelten läßt. ES ist Gewissenspflicht in einer so ernsten Zeit, wo es sich tim die Zu­kunft unseres Volkes handelt, von dem wich- tieften Staatsbürgerrecht, das in einem demokratischen Staatswesen besteht, auch tatsächlich Gebrauch zu machen. V^r am 7. Dezember nicht wählt, der verläßt fein Volk, dem er so vieles v rdaukt. Wer den Aufnieg des deutschen Volkes will, der

stärke Lio Parteien der Mitte!»