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! Nr. 270 vom 19. Nov. 1924. -

Zur Unterhaltung

RonnefeldfsTee

H aromatisch and ausBieblg.biUigim Veröraucb

N|e de rla ge n I n allen Stadtteil 5a

4]

4. Kapitel.

Er

:n Tisch stand. Punkt

5 ort bie Türe. Ins

beitsttsch zurück.

daß

und Sos Ar­

eus der kleinen Bt-mduhr, di? elf Uhr klopf:« :r eben bei t

stechenden Schmerz. Wie len« ich so gelegen habe 00m Augenblick meiner Verwundung an weiß ich nicht. Di« Minuten beuchten mir Stunden. Schon ließ der Nebel wieder nach. Jetzt «ar di« letzt« Sel«grnh«it. Ein neurr Drrsuch »ich aufzurichten. Es gelang mit Aufwendung aller Energie. Ich verbiß den heftigen Schmerz. Und nun zurück. Holt! wer da? erscholl er vor mir. Schon war ich drinnen im Graben und weiter rückwärts, immer rückwärts aus dem gefahr­vollen Feuerbereich. Meinen rechten Arm stützte ich mit der linken Hand. Der Nockärmel klebte fest am Fleische. Dir an die Fingerspitzen geronnenes Blut. Schon befand ich mich auf der Straß«, die wir gekommen waren. Mit einenimal« eine neue Gefahr. Der Aus­blick war völlig frei. Und von der Höhe herab hatten fie den einsamen Wanderer schon gesichtet. Mehrere Granaten schlugen in meiner Nähe ein. Eine kurze Rast im schützenden Straßengraben und dann gings den Graben entlang. Ich kann mich nicht erinnern, einmal so schnell gelaufen zu sein. Ich mußt« verbunden wer- den. Ich fühlte des Nachlassen der Kräfte.

^Unermüdlich ist Frau Gunda in der «er^mmi-ng der

DLmvn Ehrgeiz

Roman von Karl Lütge.

den unbeholfenen, »«'.lotterten Kanzlisten Medardus Emmerich zu betreuen hat.

Au? die Finger klopfen wie einem Schuljungen, iJrly »fie JfW»

sich, dteA-ngping". von ewigem Zahnweh und glftrg.r

Vor dem 25.

eines jeden THonats muh die

AMklM°r-MMSwW

beim Briefträger (Poftamt) erfolgen. Spätere Bestellungen nimmt die poft nur gegen entrichtung einer Sonöergebübr von 20 Pfennig an. Deshalb bestellt die Zuldaer Zeitung

oor dem 25, November!

Wie hms Thoma |ein elftes Bild verkaufte.

Eine Zusammenstellung derersten Verkäufe von Kunstwerken wäre schondes Schweißes des Edlen wert"; es würde dabei viel Humoriges und Tragikomi- sches zutage treten. Don Professor Thoma wissen wir die Geschichte seines Erstverkaufs aus des Heimgegange­nen Altmeisters eigenem Munde. Sn M-unch-n war-, wo er sein erste» Werk an den Mann brachte, und das

""jJL fitzen fünf unerbittNche -^riMusttS-, spitz­züngige Klägerinnen auf der brerten Holzbank bn Echot tmbes übergekragten Paradiesh-mschens um fiehrrmn »reit, wuchtig wie etn verwitterter Vennwacken sitzt die Frau Unverzagt, «ehr. dreimal wehe >wmn der Quell ihres Redestroms aus sprudelnden Tresen bricht. , 'Jeden Ta, springt ein Kn.pf v.n sei-rer Hos« ab, mäkell, das Zünglein wetzend «»hardis S«mry dw Hausmutter des «erichtsschrerbers Paptist Untermann, Ahnenstolz, Ordnungsliebe, sauersüße Wichtlgkeu.

An der West« wischt er sich dte Fede» ab", klagt

tarn so:

Als Mitglied des Kunstvereinr hatte er das Glück, . nKM der Wefre wg-pl » m-, -inline- Genrebild zu gewinnen, d«.»» dreihundert retfW die Kimstschnt^m MatP^ Belch-nb-ch, Gulden bewertet «ar. Er «ar von d esern -Sew nn sehr wenig entzückt und stellte chn mtt der ^«useit. zur Wand. Der Kunsthändler F. hatte von Thoma s Glücksfall erfahren, F der sich um der Künstlers Werk- bisher nicht im geringsten gekümmert hatte, «actst« lich einen liebenswürdigen Besuch und fragte s^uhnlrg, ob er etwas Hübsches zum »erkauf habe. Dabei suchten sein« listigen Sagen all« Ateli«wändr n°4 dem Genre- bild« ab. Thoma wußte gleich, wo den Kunsthändler der Hafer gestochen hatte. F. beäugt« es von der Set e und meinte, den Hannlasen spielend:Ach, das ist >a

vor zehn Zähren.

Er>n»eru»gea einer NriegrsretwiMgen von I9t4-

sSchluh aus Nr. 268 der ,Fuld. Zig.)

Alles stand bereit. Die Führer musterten noch ein­mal die Reihen. Dann leise heraus aus dem Reserve- I ifltaben in die vordere Linie. Eng gedrängt, Schulter I

Schulter, stand einer neben dem andern, das Seiten- | Gewehr aufgepflanzt. Don der Höhe herab eisiger, un- sdeimliches Schweigen, dazwischen dichter, undurchdring- I fi^er Nebel. Die Nacht war kalt. Wir empfanden das sehr, denn der Mantel war über den Tornister ge- rollt. Im Borwärtsstürinen hätte er zu sehr behindert. | Jetzt das Alarmzeichen, tarättätä, tarättätä Kartof- I 'felsupp', Kartoffelsapp'.

Alles heraus aus dem Graben! Im Nu standen wtr I Beinern einfachen Drahtverhau mehrere eilig und

inftig vor en Gräben gezogene Drähte. Das Hm- I is war schnell beseitigt, aber es war immerhin em

Hindernis ein kurzer Aufenthalt von nur wenigen 1 Sekunden. Ein merkliches Stocken! DaHurra! einer hatte es gerufen und aus Hunderten von Kehlen I hallte es wieder.Hurra! Hurra . . . rra! Hurra! Rur vorwärts! Vorwärts! Die Hurrantfen wurden I schwächer. Das Laufen die Höhe hinan benahm den Atem. Da ein zweites Hindernis! Ein neuer I Drahtzaun! . . . Hurra! Hurra! Jetzt kam die Ant- I wort von eben. Tätätätätätä . . . Vum! Bum! . . . I Xätätätätäti. bum! Hurra! Hurra!

Schon lagen Dutzende aus unseren Reihen wie hin- I «mäht. Das Stöhnen und Jammern mischte sich mtt dem Rattern der Maschinengewehre und Geschütze von oben zu eir*m schauderhaften Konzert. Der Drahtzaun I ! 'cht. Die Drähte waren zu stark und straff ge-

Jt Dorn« etn fortwährendes Aufblitzen. Immer I Mr wird das Feuer. Unsere Reihen lichten sich zu- I fcÄnbs. Es gab kein Durchkommen. Hatte unser ver- ifrühtes Hurra dem Feind uns zu früh gemeldet? Die ! wenigen, 'die noch unverletzt waren, suchten Deckung. 'Was hätten sie noch ausrichten können? Der «türm !war abgeschlagen. Die oben wußten, worum es sich handelt«. Wir durften nicht durchkommen, sonst war >für sie alles verloren und wir waren zu wenig« letzt 'Hast nur noch einige.

Alles war umsonst gewesen. Ich warf mtch flach aus den Boden, sah mich nach einem schützenden Granatloch um, kroch rückwärts. Alle Löcher schon besetzt, teil» von Verwundeten, teils von Schutzsuchenden, lieber Me ganze Fläche zerstreut eine Menge von Toten. Dte von oben hatten gut gezielt, trotz der Dunkelhett. Und auch ohne Zielen hatten sie treffen müssen. Wir waren zu dicht auf einem Haufen gekommen und sie hatten uns ganz nahe herankommen lassen. Um so furcht- Parer aber die Wirkung des Feuers.

Der Nebel wurde lichter, es dämmerte. Ab und zu fiel noch ein Schutz, dem Weheschreie folgten. Was sich regte, bot ein sicheres Ziel. Da - ein Schuß! Halb rechts von mir brannte einem der Tornister auf dem Rücken. Ich wollte helfen neues Maschinengewehrfeuer fetzte ein. Ich duckte mich. Als ich wieder den Kopf hob war der Tornister verkohlt, die Flammen erloschen, aber auch der Tornisterträger rührte sich nicht mehr. Ein rteuer Knall ein Wehschrei entfuhr meinen Ltp- pen warmes Blut rann mir den Arm herabder rechte Arm versagte den Dienst. Sch roar getrosfen. Schwer drückte der Tornister auf dem Rucken. Ich konnte ihn nicht loskriegen. Und auf lebe Bewegung erfolgte stärkeres Feuer. Aber kein Schutz traf ntich mehr. Dereinzell setzte Feuer hinter uns em. Dte uns nachgekommen, oder auch die zuruckgekommen waren, erwiderten das feindliche Feuer. Und ich lag mit wenigen Lebenden dazwischen. Wie sollt« ich da herauskommen? Jede Bewegung von mir wurde nur mit Feuer von vorne und von hinten beantwortet. Schon dämmerte es stark. Bis es hell wurde, durfte ich nicht mehr hier fein. Das wäre mem Tod gewesen Und wenn nicht eine zweite Kugel mich getroffen, dann hätte ich mich verblutet.

Da kam Hilfe. Dichte Nebelschwaden senkten sich über den Schauplatz des Gefechts. 2-tzt war ich vor unberufenen Blicken geschützt. Keine drei Meter war der Ausblick frei. Ich suchte erneut ben Tornister 1.5- zukriegen. Die Wunde fing an zu schmerzen. Ich rief leffe um Hilfe. Aus einem Eranatloch hinter mir kam Antwort. Ein Kamerad, der noch unverletzt war, schnellt« mir den Tornister los. Aber setzt Dorsicht. Sch «rW« mich zu erheben. Lede Bewegung verursacht« heftigen

Bosheit geplagt. .

meiner, der Fritz Herz»urm, w-r auch borstig w

*-,ru er aus ,di« Planken' kam. Aber das legt sich, "bcs legt sich! Das zieht bie Stacheln etX wenn s bftmen Kaffee und trockene Schermaulchen gibt.

Also so sah derjenige aus, der ihm raten wollt«: Der Ermcchner und Warner! Spöttisch lachte er, datz er sich die Worte des Alten zu Herzenn S«nvnnn« . .

Pah Kunst und solch geistlose Mrbett, wie tit bis- her getrieben! Es »at nur Neid gewesen, fer aus timt gesprochen hatte! Und darum - wurde er doch um- fatietn! Schon, um es thnen aßen zu zeigen er Schwester, ine auf seinen Brief, m dem er ,te mn Ser jetzig gebeten, nicht geantwortet hatte, dem Lud.mg, den übrigen Arbeitskollegen, allen! -

Schneller schritt er aus und lief gegen den nackMchrn Sturm, der feine heißen, pochenden Schläfen kuhüe.

Gegen elf Uhr war er zu Hause. Bei Georgius tm vierten Stock sah «r noch Licht. Entschlösse« sprang er hinauf und pochte an seine Zurmertür.

,53er bc?* rief es von drinnen.

Brand! Darf man noch stören?"

Der SchliisiA schnappte im Schloß. «Mnladmd gtm» Georgius im Rahmen der Tür. Er schüttele ihm d>e Hand, Willkommen!" .

Helmut Brand wellte sich «ffchukdtgen, d°8 er $t., der ungewohnten nächtlichen Stunde bei ihm etnbrmge, aber G-orgius wehrt« lächelnd ab:Unsinn! Ich gehe nie vor Mitternacht zu Bett!"

Auf dem Tisch lagen Manuskripte und Dries- durchem- enbergeroorfen.

Georgrus lächelte überlegen.

Meine neugegrü.Ätete Truppe! Ich suche noch Dt.- gsieder!"

Herr (Seorgius, wenn ia) . . .

Helmut Brand war vor Erregung rot geworden und nahm das Programm wieder in die Hand.

Können Sie gut Klavier spielen?" fragte Georgms uach einer Weile und klapp!« den Deckel des in der Eck- stehenden Instrumentes auf.

Ich habe in unserem Städtchen als vorzüglicher Klo-

Rach einstündigem Suchen hatte ich endlich den Sen bandsplatz gefunden. Der Rock mit samt der Unter­wäsche mußte mir vom Arme und een der Schulter wegeeschnitten werden. Der ganze Oberkörper voll Dluti Die Wunde wurde gereinigt, die Knochensplttter standen aus dem Fleisch heraus, ein dicker verband mürbe angelegt und ein schützender schwarzer Mantel Über die halbentblößte Brust und Rücken geworfen. Und nun mußte ich aufs Reue auf die Wanderschaft. Wer i,o» laufen konnte von den Verwundeten, mußte zu- rücklaufen, die Fahrgelegenheit mußte für die Schwer- verletzten, die nicht gehen konnten, freigehalten werden. Mein Ziel lautete Comines. Ich wußte nicht, wo es las, kannte keinen Weg. Aber nach langem Umher- irren und mit Hilfe eines rückwärts strebenden Tratn- zuges fand ich Eomines und das dort befindliche Feld- lazarett. Es war schon spät am Nachmittag«. Mein Verband war wieder völlig durchblutet. Ein neuer Verband würbe angelegt, ein Verwundetentransportzug nahm mich auf, eine schreckliche Nachtfahrt folgt. In Brülle! würbe ich von einem kontrollierenben Arzt her­ausgeholt aus dem Zug, in einen Marteraum verwiesen. Bor Mattigkeit und Elend schlief ich em und als ich wieder erwachte, lag ich in einem weißen Bett, eine Diakonissin saß daneben und vor mir stand ein katho­lischer Geistlicher. Ich hatte also nicht geträumt als tch vermeint hatte, ich würde auf eine Bahre gebettet unb mit einem Auto forttransportiert, sähe einen Operation^ tisch unb Männer mit langen weißen Mänteln um mtch herum. Sch befanb mich in einem Kriegslazarett tn Brüssel. Es war der 14. November 1914.

Was nun folgte will ich nicht schildern. Der Leser mag sich ausmalen, was es heißt, vier schwere Opera­tionen aushalten, monatelang im Streckverband lte- aen ufro. ufro. Betraten will ich nur, daß em -hemalt- ger Kriegsfreiwilliger im Juni 1916 mit rchammen- aeklickter Schulter unb mit holdsteifem Arm als dl-nft- , unrrmuiniiq q<. u* ---------- ..

untauglich aus dem Lazarett unb zum Ersatztruppenteil | unglückseligen. D«s_ Nachmittags^ «enn ^e^ M ft^st entlassen wurde.

Haben Sie morgen Zeit? Gegen 11 Uhr etwa

»irr bejahte Helmut, obmehl er wußte, daß er um bietetett im Geschäft fein mutzte. Er fühlte, baß sem ÄS d° mar ihm alles andere g eich-

Mig. Rur ein Serie der Anerk-mnmg hatte er gerne w* dem Künstler gehört.

Geeogiu« fnagte wetbmM». .Bestimmt um 11 Uhr.

Gewiß! Sch mach; mich frei'."

$itn anderen Morgen g;ng er Echt in feie Fabrik Kraus. Boll i-ng-dukKger Spannung soß er in feinem Rimmer tn» -erfolgte »en frrr-« G^igZeigers

8üns ZunggrseNen ! und em Ktnb.

MU Junages-llen und ein Kmd" bet Herder, Freckurg i. Dr (in Sein», gebunden S.-TL->

licht. Es ist ein Lergnugsn zu

E^ählungshlden von chren wLibüchen Setreuern dsm Leser vorgestellt «erben. Banl d^esew > tharschen Humor geben »tr hier em Probestück.

Wißt ihr, was ein Vunggeselle ist? Die Frau Kun^

si^wie Wickelkinder! Und habet Hmrrtg, brunmug. stach^ lich, sauertöpfisch und hitzig.I- «io s -^rlt^er Einmal ist dte Suppe zu kalt einmal der «rÄen zu h,ri, das andere Mal find tee Eier »i met^), bas tato Mal ist der Salat zu frnterl Hellqe

Pfarrkirch'! denen möchte ich nicht das Zahnweh tu

rs ist, dann wt fie auf d-m

ißlet vor dornParadies", dem gepflasterten »orplatz- chen, mit den Nachbarinnen regelmäßig über s° v-«l Un- Mtiünbigteir unb Erbärmlichkeit ihr hochnotpeinliches

Wen der Herr lieb hat, den züchtigt ^bemerk!.mit dünnen Lippen und verkniffenem Lächeln Pa gs ^Ia, die hat's nicht leicht mit dem D^r. bem^«. les, dem Luftikus, denkt mitleidig Frau Mathilde B ch ^'vierzig Jahre alt und voller Streiche wie ein Schul- junge!" keift, trocken hustend, das Malck^n.

hinter allen Weibern her von Kaltenborn bis f- felsbruch!" stichelt das Fannchen, derAltges-ll, da ewige Mauerblümchen aller Kirmessen und Schutzensest^

Da ist der Herr Matthieu doch anders! New. das nmtz ihm der Neid lassen!" Die Frau Sparkasienrew danttn Petronella Muckenbach bestätigt es mit Nachdruck "e** M--.

Gewist das wär einer für das Evchen gewefent Der'fr^me Augenauffchlag! Das d^s^rte TurtÄ- töubchen! Statt dessen brennt d°- nut d-mFludri«, dem Maulsechter, dem Daumwollreff-nden me man sich legt, so bettet man sich. Soll m Antwerpen gehörig in der Patsch« sitzen.

Mtt kalten grauen Augen Mögt die Rendmitin, ehu vvrnehm-stattliche,, leicht «graute SunWrm ^e auf- quellend- Feindseligkett der Fanny, desSügefeuer, "^Fast zu fein, zu vornehm ist der Kinzelberg", sagt sie mit Bestimmtheit, unmerklich seufzend.

"Nun aber bricht der Strom der Frau Unverza^l^.

Englisch- Böffftücks! Gebratene Hähnchen! Pudding mit" Eiauflauf! Monschauer ®ütd>en! ^fenrntenWn- Epexi-fitätchen!" eifert fie, bte erstaunlich lange ge-

«atthteu hier, Herr Matthieu da!" die roten Ärmeln die breiten Hüften stemmend,wems dies' nid) paßt, der mag sich in dm ,Gold-nen 0chw<m f-l^ren und wenn vier andere hinter ihm hsrtrottedi! Sd mir gibt-s Rindfleischsuppe mit Hüfiendeckel des I Sonntags, Schmorbraten mit Rübchen des Mrm.ags, I ->msen und Goldene Schnitten des Freitags und Sauer-

raut mtt Würstchen des Samstags!"

5a ia, ein Feinschmecker ist er, der Herr Matthieu , I Mcktet Frau Petronella bet, wiederum unmerkluh b-uf« dmb,2)tm Paul hab' ich's verboten, dem «xtm das Dier zu wärmen", mit entfchloffenem Ingrimm Srau to « Bunbe, ..entweder man trinkt, nnes vom Fatz kommt. I ober packt seinen Hut und sucht sich eine andere Bier- ^'S^eta, Junggesellen!" wehleidet die Kunst- I schmiedin, .jeder hat sein Kreuz damit. . . .

bietet" , . . . ,

' ©eorcius fu#e in dem Durcheinander aus dem Tisch. Wortlos "reichte er Helmut ein Programm: .Kleinkunst- Sühne William Eeorgius!" Tann folgten etwa zehn verschiedene Nummern: Ein Tari-t4prograwui m beti ferer Ausmachung. Verlegen hielt Helmut das Blatt m Her Hand. Er wußte tüchis Rechtes zu sagen und legte das Blatt wortlos auf den Tisch zurück.

Eines Aberds, als er, ans einem Theater kommend, durch die nächtlichen S-.raßen schritt, »urbe, er von emem Betrunkenen angerempelt. Aergerlich st'kS « trunkonen zurück und wollte eilißft hinwegsqreuen. Da er bückte er plötzlich das Gesicht des Detrunkenen. Be- troffen klieb er stehen. Es war fein Arbeitskollege S Da^schten «s ihm feige, ihn allein zu tafien. Er wollte -hn nach Hmff« S-letten und griff ^m unter die Anne. Der alte Ltckwig, der chn nicht erkannte, stieß ihn a.i Mwillig zurück. Da ließ chn Helmut unb ging verlegen und ärgerlich nach Hause.

Die tzrmahnmigen des alten Ludwig vor einigen T» pn tomen Gv MtzW in Len Sinn.

gar nicht Ihr Werk, mein Lieber ich «M d»ch -tivas kaufen, was Sie selber gemalt h«ben.

zufällig ein lebensgroße» Detfnlb fertig «nf f felei stehen und nannte einen mäßigen Prets , wir wär's," meinte der Händler, .»*«« &'m Bildchen - er meinte ben Gewinn °om *ux ^re'" . noch zugäben?" Thema willigte lachend «n_ unb fomtie sich eine Weile in dem .ngenehmen «ef j bte n« einbarten vierhundert Gulden für fein 9ert üt g haben. Da» Bild vom Kunsiverern zahlte er gar nW mit. Aber di« Freud« währt« nicht lang«. Nach etmgrn Tagen kletterte der Kunstverfchleißer wieder d-e Trepprn zu Thoma's Atelier empor unb verlangte, d-ßd,-s ihm sein Bild zurücknehme.?*> taan bas »ft b-halt-n, Herr Thom., ich mußte es ««°dezu m b Rumpelkammer stellen, denn lebet, der zu mir kommt und es sieht, schüttelt sich vor Lach«».

Obgleich der Maler di« -Geteufte Ware" mchtzuruck- nehmen wollte, ging er doch schließlich auf *n . , .

ein. gab dem Händler hundert Gulden unb u,hm s "i Bild zurück:Stein Selbstbetrug war jerjo» ., Tboma.noch nicht hundert Gulden w« mert

der Kunstvereinskiffch aber dreihundert Gulden.

' Schließlich hat aber der Meiller bei dem Handel doch n.ch ein gutes Geschäft gemacht, und d« übersch aue Kunsthändler war der ^«emgesallene. Denn da.sel Bild, da» damals nicht für hundert Gulden Ab)atz s-nd. ist heute das mit einer viertel Million Goldmatk mch. ,u ho» bewertete berühmte Bild, betitelt 'J®*1 ® dien mit Ziegen", ein Schmuckstück, das sich für -k e Zett bie Dresdner Galerie gesichert hat. M.F.

chsdrmt Brand war nun fast wieder der eüe. arbeitete wieder regelmäßig unb anstrengend wie frufjet. Der Dämon, der sich feiner bemächM hatte, schien B« Macht über ihn verloren zu hab«.

Aber das schien nur so. Der Kampf war noch mcht «Wgekämpft. Oftmals stieg es tn ihm wieder empor Mefes wilde, heiße Verlangen. Da ward er schwach und Mlos, wie er es in letzter Zeit war.

.Ich arbeite noch," sagte Georgius unb schob imt Mrer raschen Handbcwegung die Schrifrstücke beiseite. Gr tfieffe einen Stuhl heran und rückte ben grünen Lam­penschirm hinauf unb bot Helmut W«tten an. Für dm Anfang slotz das Gespräch mtt spärlich dahm. Man. sprach von gleichgültigen Dingen, die _bie Dell gerade brschäfticttcn. Dann tarn man zur Musik. Helmm sag«, Laß er Musik über alles liebe und auch Klavier spiele. Da waren fie beide auf dem Gebiet, welches fte beide stlchten. ©te wurden lebhafter.

Wollen Sie wirklich ewig beim Handel bleiben. fragte «noermittelt Georgius.

®3 kommt darauf an. Wenn sich etwas ander«,

«immer war so voll Zigarettengualm, daß Helmut hh Augenblicke nichts sehen konnte und abwartend in der Türe stehen blieb.

Stören» zog ihn ins Zimmer hinein. Er war gcmz verändert. Ein tadellos schwarzer Frackanzug, Lackstiesel unb blendend weiße Wäsche ließen ihn größer und vor- nehmet «scheinen. Er war auch zurückhaltender als »ssnft; nur eis er Helmut fragte, ob er sich entschlossen h.S-,' schlug er den allen, freundschaftlichen Ton an.

Helmut nickte beklommen.

Ich hab« alles hinter mir abgebrochen."

Georgius drückte ihm die Hand.

Abgemacht! Das andere findet sich."

Mtt veränderter Stimme setzte er laut hinzu und jetzt f«> Helmut auck. daß fick außer ihm noch mehr Personen in dem kleinen Zimmer befanden:Also Herrschaften das fft unser neues, letztes Mitglied H^rr Drandow. Einstweilen Klavierspieler, spater Radkunstler. Die Truppe ist vollzählig. Morgen reffen wir

Rings um Helmut drängten sich die Gestalten, me er erst «sch unb nach unterschied. Man schüttelte ihm van eiten Seiten ine Hände.

Georgius stellte vor:Fräulem Mtzi Arens, Sän- «rin; Fräulein Pllta Sie, Tänzerin-, Herr Hemz Lin^n, Akrobat; Herr Adolf Meyerhofs, genannt derschöne Adolf". Komiker." . .,

Helmut Brand fühlte sich etwas unsicher tn der thm unge»d)nten Gesellschaft und vermochte kein Wort her- auszubringen. , . . , ~

Der schöne Adolf sagte in väterllch-ioviakem ton. Ra - Jungchen, wird sich schon machen. Man feene Bang«. Wie all sind wir denn schon?"

Zwanzig," sagte H-lmttt zögernd.

Ein allgemeinesDA" erscholl. Die kleine Mtige Sitte sti-tz "ihn an und fegte in erkünstelt naivem Ton: Das bin ich auch bald."

Helmut Brand wurde rot Die lustigen, übermütigen Augen der Tänzerin brachten ihn m Sermtrrung. Gr hatte sich bisher nicht um Frauen gekümmert unb suhlte sich chnrn gegenüber immer etwas unbeholfen.

Die Arens rief spöttisch:Na Pttta, du rechnest woM rückwärts?" . ,u

$te Täterin fuhr auf:Das magst du melleicht notig beben ich nicht."

Ruhig. Kinder," rief derschöne Adolf ,wir wollen b-ch mit dem Direktor auch noch da Drum und Dran Berthen."

Nur los," sagte die Tänzerin.

(Fortsetzung folgt.)

inerfpteler gegolten!" .

Georgius zündete die Lampe am Klav:«r an. epitlen Sie etwas! Ab-r, bitte, hüte, leise!"

Helmut Brand setzt« sich an das Klavier. Fragend sah er Georgius an.Das soll ich spielen?"

Irgend etwas! Maineiwegen Garmen."

Helmut Brand berührte leise die Tasisn, kaum er die Melodie cm beutete: Das Tannen lieb.

GrorMAS machte ein undurchdringliches Gesicht sagte nichts zu Helmut Brands -?'* Er dr-h e Sicht am Klavier wieder aus und xi^g zu feinem

Si« hatten wieder Platz genommen.

Würden ©» als X*b?ünftier etwas leist«»? Sch n-etne _ wirb es Ihnen möglich fein, nach einigen Bto« naten Uetentg irgend welche Schlag« zu bringen i e^nxts Neues, noch nie Dagew-senes. Lmradkunftstucke oder ,o

3n Helmut Brand rnege* dte tmderstveitenbsten Ge­fühle. Er wachte, daß fr ein guter ^"r «ar und als Müglted eines Radklubs in feinem SaterftabtAen oft- mal» gut-rltMAA« Radktmsfftückchen vollbracht hatte

Ab-r r>b er zu einer Entwicklung auf diesem, ihm vir- fv- gut als Sudtant bekannten Gebiet ,ahig war.

Sch kann bas nicht^veefprechen! «der ich glaub«, daß es mir gelingen wirb!"

,.xesitz«n Sie soviel, um sich «ne Mnschine anscha»fen |U f«nsKt21 Ker Radklub in meiner Daierftadt wird mir dos Rad, bas ich dort suhr,^ billig verknusen!"

Georgius sthnte sich zurück.

..Sch würde Sie in meine Truppe -Uehin-n. Bi« verdienAt werden Si- zwar tm Anfang nicht. Aber bar auf können Si« als Anfänger nicht srhen. vorlaustg gehen Sie als Klavierspieler mtt. In der freien Znt hüben Sie sich «Is Kunstfahren aus. In einem halben Jahre werden wir d-nm sehen!"

Er hatte kurz und geschäftsmäßig gesprochen und fetute etwas fr-undllcher hinzu:

"Die gehen s-lbstv-rstandlich em gewisses Rittka em. Rein Unternahmen ist noch neu und kann leicht in di« Bruch« Ctfte'n. Ais» überlegen! Pi» morgen um efi! toter oben!"

Helmut B:«nb war wie im Taumel, al» er me Irsppe hincibschritt Cs gab kein Zurück mehr. . . .

Aber es freute ihn, daß es s» jeftrnnten war. . . .

5. Kapitel.

X Zuldaer Zeitung