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Fuld aerZertung
Amtlicher Anzeiqer für den kreis und die Stadl Fulda.
51. Zahrg.
Mittwoch, 19. November 1924
Nr. 270
Km amelikanWer Historiker zur AieBithuiksrage
von Heygebrand «ob der Lass ist fchlutz Oesterreich, zu schaffen. Die von ihm deraur.
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ist sein Name nicht befleckt.
Nicht Kamps zwischen rechts unb links, zwilchen Stadt und Land, zwischen gei tigern Ar. beiter und Handarbeiter darf die Parole am 7. Dezember laute«.
Die Volksgemeinschaft mutz unser Ziel bleibe«! Reichskanzler Marx.
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Bei Wiederdo'rmaeu Rabatt. Vol lbeckkon'o lirankttrrt a. M 40ül
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Änzetsen: I- Barzetter. 8»lda> Roraiiontvruck und Verla, der
Sulbaet tdier.btr6aei m Tuito. 8«rn!vrech«r Nr- 8.
Monatlicher Beinrtorei«: 1.50 Mk.
= tabo h rtmaim t Der ordentliche Professor der y>.|.uid)te an otr Uiiuecfttüt W en, Dr. Luao H >rt- mann, ist n ich schw-'ren Le.den i:n Ä.ter von f>9 Andren pe torben. Ludo Hartmann, der pur sopaiinischrm Eoden st.mi> und «u n die erste soz >. istis.de Re u-rung in Oesterre ü tu» Ge an ater in Berlin vertreten hat. ist in der Nachkrie Szeit beson er, bekannt > eworden durch seine iöcmügungen ein Grotzdeutichland mit Ein»
Huslanö.
* Da- estnische Kanonenboot „TIferne" wurde nach einer Meldung des ,Lokal-AnzeiqerS' beim Absuchen eine« Minenfelder von einer Mine berührt, die soiort explodierte und das Kanonenboot zum Sinken brach t e Von der Besatzung wurden zwei Mann getötet und fünf verletzt.
* TaS ehemals feind iche Eigentum. Aus Was- hinrnon wird gemeldet: Der Oorrste Gerichtshof bat bestimm', daß bei UrtetlSiprüchen gegen ehemals feindliche Ausländer di- ©laubiger ans den in der D-rwaltuni luS Treuhänders für ehemals feindliches Eigentum befindlichen Summen befriedigt werde« können.
* Der ökumenische Patriarch in Konstantinopel ist an den Folgen einer langen Krantyett gestorben.
sind. Er kämpfte rastlos, aber er kämpfte anständig. Heydebrrmd war ein Edelmann. Deshalb ist er wohl auch seit der Revolution nicht mehr heroor- getreten, nachdem er beim Zusammenbruch erklärt hatte: Wir sind alle maßlos belogen worden. Don dem Odium einer hemmungslosen und demagogischen Opposition gegen die herrschende Staatsgewalt
Oesterreich ohne 5-ipel.
Bundeskanzler Dr. Seipel hat an den Präsidenten des Nationalrates, Miklas, der zugleich Obmann des Hauptausschusses ist, nachstehendes Schreiben gerichtet:
Sehr geehrter Herr Präsident! Aus den Besprechungen mit den Vertretern der politischen Parteien und der Landesregierungen, die ich seit meiner Designierung zum Bundeskanzler durchsührte, habe ich die Uebergeugung gewonnen, daß die Mehrheitsparteien und die ihnen angehörigen Mitglieder der Landesregierungen unverbrüchlich an ihrer auf die Sanierung des Staatshaushaltes und die Wiederaufrichtung der Wirtschaft gerichteten Politik festhalten. Dagegen konnte ich mir n ich t Gewißheit darüber verschaffen, daß alle von mir und meinen Mitarbeitern für eine rasche Beendigung des Sanierungswerkes als notwendig erachteten Einzelmaßnahmen eine den Erfordernissen des Augenblicks entsprechende Förderung durch alle für die öffentlichen Angelegenheiten verantwortlichen Fak- toren ohne Unterschied der .Partei innerhalb oder außerhalb der parlamentarischen Körperschaften finden werden. Die Erwägung, daß das große Ziel sicherer erreicht werden wird, wenn die Führung der Staatsgeschäfte jetzt an eine andere Persönlichkeit übergeht, veranlaßt mich, meine Betrauung mit der Neubildung der Regierung in die Hände des Hauptausschusses zurückzulegen. Dabei leitet mich auch die Rücksicht auf meine durch die Verwundung geminderte persönliche Leistungsfähigkeit. Mit dem Ausdruck meiner besonderen Hochachtung, sehr geehrter Herr Präsident, Ihr stets ergebener Seipel.
Von diesem Schritt hatte der Bundeskanzler im Laufe des Mittags die Obmänner der Mehrheitsparteien und nachmittags den Abgeordneten Seitz als Obmann des Sozialdemokratischen Verbandes unterrichtet.
Wie die Politische Korrespondenz mitteilt, ist der von Dr. Seipel als Nachfolger empfohlene gemeßene Minister Dr. Rudolf Ramck bereits von der Christlich-Sozialen Partei mit den Vorarbeiten für die Regierungsbildung betraut worden. Die bisherigen Minister wurden von Dr. Seipel ersucht, einer eventuellen Wiederberufung Folge zu leisten. Finanzminister Kienboeck wird jedoch dem neuen Kabinett nicht angehören. Dr. Seipel wird sofort die Obliegenheiten des O b m a n n s der Christlich-Sozialen Partei wieder übernehmen.
Ab 1. Dezember 1924 tritt in Oesterreich eine teilweise und zwar durchschnittlich ZOprogentige Erhöhung der Gebühren bei Post, Telegraph und Telephon ein. Die Briesgebühr nach Deutschland wird auf 1500 Kronen, J nach Rumänien, der Tschechoslowakei, Polen, Italien und Ungarn auf 3000 Kronen und nach dem übrigen Ausland auf 4000 Kronen erhöht.
Don besonderer Seite gehen uns folgende Ausführungen zu:
In oer amerikanischen religiösen Wochenschrift „The Christian Century" vom 23. Oktober 1924 nimmt der bekannte Gefchichtsprofessor an der Universität Chicago gentinano Scyevill unter der Ueberfcyrift „Geschichtsforschungen nach dem Kriege" au( Grund der bisher erfcgienenen Veröffentlichungen über die Urjachen des Weltkrieges in eingeheiwer Weife zur Krtegsschuldfroge (Stellung. Cr hebt vor auem hervor, Daß es bisher die Länder der Besiegten gewesen sind, die durch eine rücksichtslose Preisgabe ihrer Geheimarchive zur Klärung der Kriegsursachen am meisten beigetragen haben. Die Grunde hierfür sieht er dann, daß die Besiegten nichts zu verlieren hatten, im Gegenteil aus einer völligen und wahren Kenntnis der Tatsachen nur gewinnen konnten. Denn es dürfe nicht vergessen werden, daß der Vertrag von Versailles ausschlieglich auf der Theorievonder Alleinschuld Deutschlands am Kriege aufgebaut worden sei, und daß die in der modernen Geschichte bisher unerhört strenge und brutale Bestrafung des deutschen Voltes durch diese Theorie gerechtfertigt wurde.
Wenn auch diese Beschulüigung vielleicht nicht so klar aus dem Artikel 231 hervorgehe, der aber auf dem deutschen Angriff bestehe, so müfje sie jedoch aus den geschriebenen und gebrochenen Aeuße- rungen von Clemenceau, Poincare, Lloyd George und anderen alliierten Staatsmännern während der Pariser Friedensverhandlungen gefolgert werden. Aus diesen Gründen heraus mußte es die besondere Aufgabe Deutschlands werden, diese grundlegende Theorie von Berjailles zu bekämpfen in der Hoffnung, damit die Struktur des Vertrages unterhöhlen zu können.
Nach einem Ueberblick über die Nachkriegsveröffentlichungen, gibt Professor Schevill dann ein Bild über die Sage von 1914 und schreibt:
1. Der Blitz aus heiterem Himmel. Jedermann war nur mit Finedeusgedanten beschäftigt — so heißt es im Volksmunde, als Deutschland das Gewitter unter den Nationen entlud. Nun ist aber bekannt, daß das ganze Jahrzehnt vor Ausbruch des Krieges von l’rieaslüfterner Agitation erfüllt war und bei Anbruch des verhängnisvollen Jahres 1914 alle europäischen Regierungen von einer Panikstimmung erfaßt waren.
2. Deutschlandalleinwarvorberei- t e t. Die Legende erzählt, daß Deutschland allein bis an dis Zähne bewaffnet war und über seine ahnungslosen und wehrlosen Nachbarn herfiel. Wir wissen aber jetzt, daß alle Großmächte seit Jahrzehnten in einen Rüstungswettstreit verwickelt waren, und daß die Rüstungsvorbereitungen besonders in Rußland und Frankreich seit 1910 in einem viel schnelleren Ausmaße vor sich gingen als in Deutschland und Oesterreich.
3. Deutschland war militaristisch.
Ader der russische Militarismus glich dem deutschen aufs Haar, und der Militarismus des republikanischen Frankreich bot von der Aera Poincare vom Jahre 1910 ab denselben Anblick wie der seines deutschen Rivalen. Und wenn wir die Bevölkerungsziffer in Rechnung stellen, dann hielt Frankreich anderthalbmal so viel Männer unter den Waffen und gab für deren Ausrüstung und Unterhaltung anderthalbmal so viel aus als Deutschland. Wenn man hiernach einen mathematischen Schluß für gerechtfertigt hält, so war es auch anderthalb- mal so stark militaristisch.
4.Deutschland entfesseltedenKrieg, um die Welt zu erobern. Die Verkünder diese» sonderbaren Gedanken» arbeiten stark mit der Potsdamer Konferenz vom 15. Juli 1914. Sie wollen mit unwiderleglicher Gewißheit wissen, daß hier der Krieg beschlossen wurde. Nun ist aber
bekannt, daß die deutsche Regierung, wenn sie auch in der Julikrise eine Anzahl ernster diplomatischer Fehler beging, sie doch von einem Kriegswillen weit entfernt war und in dem letzten Stadium der I Verhandlungen zur Rettung des Friedens Himmel und Erde in Bewegung setzte. Es ist bewiesen, daß I die ersten Entfesseler des Krieges Oesterreich und Rußland gewesen sind.
5. Und nun das friedliebende Frank- I reich. Die Friedensliebe des größten Teiles des französischen Volkes ist nicht in Zweifel Au ziehen. Aber die Erinnerung an die Gruppe Poincare, welche vom Jahre 1910 ab in immer steigerndem Maße Einfluß auf die Regierungspolitik erhielt, hat doch den größten Verdacht erregt. Wenn auch weitere Beweise bis zu einem sicheren Urteil abgewartet werden müssen, so scheinen doch die bi» jetzt aufgehäuften die heute von vielen geteilte Meinung zu rechtfertigen, daß Poincare der führende Kriegshetzer war.
6. Das unschuldige kleine Serbien. Nicht länger mehr kann bei der Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinands daran gezweifelt werden, daß b'.efelbe unter der Leitung der intelli- geniesten Kreise des serbischen Eeneralstabes geplant worden war. Es war daher auch ein offizielles Verbrechen der Regierung. Wien vermutete dies ebenfo, fetzte sich aber mangels Beweisen vor der öffentlichen Weltmeinung hoffnungslos ins Unrecht mit feinem scharfen Ultimatum vom 23. Juli 1914.
Dies alles, so schließt der Verfasser seinen Aufsatz, zigt zur Genüge, wie schnell vom Gesichtspunkte des Historikers die Szenen wechseln können.
poincare in der Klemme.
Im „Oeuvre" sind Aufzeichnungen des ehemaligen französischen Botschafters in Paris, Georges Louis, veröffentlicht worden, die Poin- cares auf Krieg mit Deutschland gerichtete Politik vor 1914 stark bloßstellen. Die Aufzeichnungen sind von gallischer Bosheit durchtränkt. Poincare hat sich gezwungen gesehen, seinerseits Briese zu veröffentlichen, die ihn rechtfertigen sollen. Er laßt sich u. a. von Bi-on schreiben, er wisse bestimmt, daß Poincare al» Minifterpräsident, als Außenminister und als Präsident der Republik immer für die Aufrechterhaltung des Friedens gearbeitet habe. Er fei unter der Präsidentschaft Poincares Außenminister gewefen und er habe ihm immer die Un- abhängigkeit seiner Handlung gelassen. Auch der gleichfalls bloßgestellte ehemalige Botschafter Paleologue eilt Poincare zu Hilfe und beteuert seine Friedensliebe. Für uns Deutschen ist cs begrüßenswert, daß die Kriegsschuldfrage in dieser Weise wieder erörtert wird. Ganz besonders begrüßens- wert ist es aber, daß sich auch derjenige französische Staatsmann, der als der verschlossenste Geheim- diplomat und der eifrigste Verkünder der Phrase von der deutschen Alleinschuld anzusehen ist, gezwungen sieht, zu seiner Verteidigung mit diplomatischem Aktenmaterial hervorzutreten. Der laute und selbstgefällige Ankläger Poincare sieht sich mehr und mehr in die heikle Stellung des Angeklagten gedrängt. Wir lehnen es ab, angesichts der sich verdichtenden Zeugenaussagen gegen Poincare, nun in dessen eigenen Fehler zu verfallen und wir wollen uns hüten, der zarten Knospe der Wahrheit, die langsam ans Licht drängt, durch plumpes Gebaren den Weg zu versperren.
Die Wahrheit ist auf dem Marsch Sie wird sich den Weg bahnen, sicherer als es durch noch so laute Rechtsoerwahrungen geschehen könnte und Poincare und seine Gesinnungsgenossen werden eines Tages zu der Einsicht kommen, daß es nicht nur eine taktische Unklugheit war, das Fundament ihre» Friedensgebäudes in dem Flugsand einer Scheinmoral verankern zu wollen.
„Deutscher, arbeite unb habere nicht!"
Nach den Maiwahlen 1924 schrieb ein angesehener englischer politischer Schriftsteller, er hab» sich sehr darüber wundern müssen, nach welche, Gesichtspunkten sich zahllose deutsche Wähler in Gegensätze zu den Bürgern Englands bet der Au» mahl der Partei richteten. Sie frügen zuerst: Zu welcher geistigen Weltanschauung bekennt sich btefe und jene Partei? Sodann: Welche Partei verspricht die restlose Erfüllung meiner persönlichen oder be- ruflichen Eigeninteressen? Dagegen frage der selbstbewuste und auf fein Land stolze Engländer bei der Wahl zuerst danach: Welche Partei wird voraussichtlich diejenige Politik betreiben, mit der England nach außen und im Innern groß, mächtig und erfolgreich bestehen kann?
Damit hat der englische Schriftsteller die größte politische Schwäche der Mehrzahl der deutschen Wähler offengelegt. Sie gehen nicht zu Wahl, um jene starke und dauerhafte Stoa« litionsregierung in den Sattel zu heben, welche Die beste Gewähr bietet, jene Politik zu betreiben, mit der Deutschland wieder innerlich stark und in der Weltpolitik erfolgreich werden kann. Diese Lebens- frage des deutschen Volkes macht ihnen keine ernste Sorge, das heißt, dafür fühlen sie sich nicht verantwortlich. Darum mögen sich andere sorgen. Sie sind nur mit ihrer werten Persönlichkeit und ihren kleinen Eigeninteressen beschäftigt. Bei der Wahl wollen sie samt ihren Gesinnungsgenossen, desfer gesagt Meinungsangehörigen, ihren Kopf durchsetzen und recht haben. Wie es auch Christen gibt, die bei religiösen Gegensätzen mehr ihre eigene Auffassung als die Sache Gottes, der ewigen Wahrheit verteidigen. Für solche gilt denn im Wahl- kampse die Parole: „Haust du meinen Juden, so haue ich deinen Juden." Zum zweiten wollen diese Wähler bei den Wahlen ihre eignen wirtschaftlichen Interessen zum Siege bringen, ein gutes politische» Geschäft auf Kosten des anderen machen. Sie glauben, die Politik sei ein Geschäft, das ein jeder für sich möglichst gut zu machen sucht, ober ein Kartenspiel, in dem jeder das Spiel den anderen ab« zugewinnen strebt; in beiden Fällen sei Gutmütigkeit nicht am Platze, sei den andern nicht zu trauen. Diese nach ihrer Meinung klugen Leute treiben aber in Wirklichkeit eine Raubbaupolitik zum eigenen Schaden, genau so wie jene Genossenschaftsmitglieder, die nur daran denken, die Genossenschaft auszuplündern, aber den anderen die Serge dafür überlasten, daß die Eenostenschaft bei Kräften bleibt und zuerst das schafft, zustande bringt, was man | selbst eigensüchtig aus derselben herausholen will, i Und was die parteipolitische, Rechthaberei angeht, so muß man jenen schlechten Bürgern und Politikern । zu bedenken geben, daß ein Zank aus bloßer Rechthaberei am Biertisch ungefährlich ist, bei der Wahl aber ebensowenig am Platze ist wie in einer Generalversammlung von Aktionären oder Genossen- fdjaftsm'tgliebern, die verantwortlich zu beschließen haben, wie im nächsten Geschäftsjahre das Unternehmen erfolgreich wirtschaften foll. Würden in einer Wirtschastsgenossenschaft solche Rechthaber sich vordrängen, so würde die besonnene Mehrheit sie entweder durch Schluß der Diskussion zum Schweigen bringen ober sie vor die Türe setzen mit der Begründung: Wir haben hier fruchtbar zu schaffen unb nicht um Meinungen zu streiten; mir sind fein Debatierklub, auch fein Fußballklub, sondern eine Wirtschaft»- und Arbeitsgemeinschaft. Liegen beim Deutschen Reiche, bei unserem Staate die Dinge anders? Haben wir aus den letzten Notjahren noch nicht gelernt, daß wir uns wieder emporzuarbeiten haben und daß es erst recht nach diesem Weltkriege feine „andern" draußen in der Welt gibt, die uns die Sorge für unsere Wiederaufrichtung abnehmen? Darum rief Sven Hedin, der Erdforscher und treue Freund des deutschen Volkes, diesem nach der Revolution zu: „Deutscher, schweige, arbeite und hadere nicht!" Leider haben viele Deutsche diese Mahnung nicht befolgt. So ist es denn gekommen, wie es kommen I mußte: Die Revolution, besser gesagt die Revo- I luzzerei, der Hader und das Mißtrauen aller gegen I alle hat Deutschlands Wohlstand schlimmer geschä- I bigt al» der vierjährige Weltkrieg. Die politische unb wirtschaftliche Revolution mit ihrem Mei« nungshader, mit ihrem Klassen- und Jnteressen- kampfe hat nur erreicht, daß Deutschland abmirt- schäftete. Damit muß endlich Schluß gemacht roer« I den. Darum heißt heute die Wahlparole: „Arbeitswillige. Aufbaufreudige voranl" Schafft eine möglichst ft arte und dauerhafte Ko a- I litionsregierung! Dann erst kommt das deutsche Volk zur inneren Ruhe, zur staatlichen und wirtschaftlichen Wiedergesundung!
Vie Handelsverträge.
wtb Paris, 18. Roo. (Tel.) Wie der „THafln" nittelll, haben gestern nachmikkag die deutschen handelsvcrlragsdelegierten die Gründe milgelellt, weshalb Dr. Trendelenburg noch nlchk nach Paris zurückgekehrk ist. Er habe den Reichsaußenminister Dr. Sfrefemann erst gestern sprechen können und sei infolgedessen nicht in der Lage, vor Mitte dieser Woche nach Pari» zurückzu- kehren. Da» Blatt glaubt Mitteilen zu könne«, daß die Wiederaufnahme der deutsch-fran- zöslschen handelLvertragsverhand- tungen unmittelbar bevorsteht.
* Dr. Ernst v im 74. Lebensjahr gestorben. Er war kinderlos. Seine Frau ist ihm vor kurzem im Tode vorangegangen. Heyde- branb hat in der deutschen Politik der Vorkriegszeit eine ganz bedeutende Rolle gespielt. Er hieß „der ungekrönte König von Preußen". Wer ihn, wie der Schreiber dieser Zeilen, in seiner parlamentarischen Führertätigkeit im Lager der Konservativen während der preußischen Wahlrechtskämpfe um 1910 herum beobachten konnte, hat diesen kleinen Mann, in dem sich geistige Energien stärkster > Art ballten, nicht vergessen, so still es mit der Re- ! volution auch von ihm geworden ist. Heydebrand kämpfte für das alte Preußen, mit seinem ostelbischen Einschlag, mit seiner Rücksichtslosigkeit, mit seiner eisernen Disziplin, mit seiner geistigen (Enge, mit al! den Licht- und Schattenseiten, die uns an dem alten Preußen zur Genüge bekannt
Lord Beatty.
wtti tonbon, 18. Roo. (lef.) Die „Daily Mail" erfährt, daß der Erste Lord der Admiralität. Lord Beatty, Ende de» Jahres z« r ü ck z u 11 c - te« beabsichtige, wie In politischen Kreisen verlautet, wird ihm einer der wichtigsten Dominions» Eouvernrurpoften angebolen werden.
Das Erdbeben auf Java.
Wtb Nelteorcdem (Java), 15. Nov. (Tel.) Zu d-m Erdbeben in Monosobo wird gemeldet, dis Zahl der Tclrn in Modjo Tengah betrügt 170, in Bandin^sn und Sanjangan 288, in wouoroto 48, in Pl-sir 41. Ncch immer steigen aus der See schwefelhaltige Gase aus. Der Erdboden istimmer noch in Bewegung. Genietruppen wurden anrrefenbt, um eine Fahrstraße zu dem durch das Erdbeben abgeschlossene Gebiet zu schassen. .
* Zni-ruot anale Grundstück ck windler. Die er li ner Kr mma Polizei ist einer inlernanonalen Ban^e von Gruudstückschiviiidlern auf die Spar ce- fommrn. Aufgrund gefäl ckuer ttioU machten bei- fa xten sie Ausländern geböciqe Bei lin-r Grundstücke und erbeuteten so oioRe Summen. Ein gewisser Prüfer, der bet den Gkjchäfirn al» Betin ttler austrat, ist bereits in Haft genommen wo den. A >ch soll eine ganze R tbe Berliner Gr nd'tückmakler bei uen verschiedenen Geschäften beteiligt setn
Die Krife der italienischen Zaszirmur.
Ter italienische Sozialistensührer Turati bat in Zer römiichen Arbeitskammer eine Rede gehalten, in der er seine Zuhörer darauf vorzubereiten luchte, daß die Sozialdemokraten mit der nächsten lieber- gongst egiervng zusammen w betten müßten. Ö8 ginge nicht an, daß die Eoziatdemokratie versuche, die nächsten Regterungen zu verdrängen, wndern sie müßte Cpier bringen, um vorläufig eine Zuumtmen- arbeit mit ihnen in der Zukunft zu ermöglichen.
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Die Freimaurerloge in Liverno ist durch ein' Dombe, die man zur Explosion brachte, beschädigt worden.
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In einem Torfe bei Pisa kam ein Lastauto- Mobil mit mehreren Faschisten an, welche auS'itegen und fe'ott eine Schießer« begannen. Eine Person wurde getötet und vier andere verwundet.
Massen-Ltreik in Spanien.
Wtb Paris, 18. Novbr. (Tel.). Rach einer rnadrider Meldung des .Journal" soll der S t r e ik im Bergbaugebiet von Asturien gestern begonnen haben. 12 000 Streikende halten die von den Unternehmern verlangte Lohaherab- fetzuug von 50 Centime» abgelehnt