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Auf den Schlachtfeldern Tirols.
Von Dr. Harald
Iswolski, der Haupturheber des Weltkrieges.
Schon bisher war bekannt, daß Iswolski, der bie russische Außenpolitik als verantwortlicher Minister des Zaren in den Jahren 1906—1910 geleitet hat und der von 1911—1914 russischer Botschafter in Paris war, einer der treibenden Kräfte zum Weltkrieg gewesen ist. Durch die neue Aktenpublikation des Auswärtigen Amtes, die soeben unter dem Titel „Der diplomatische Schriftwechsel Iswolskis 1911—1914" in deutscher Uebertragung von Dr. Friedrich Stieve herausgegeben wird, (Deutsche Lerlagsgesellschast für Politik und Geschichte, Berlin, Unter den Linden 17—18) füllt ein ganz neues Licht auf das verhängnisvolle Wirken dieses zwar weitblickenden und überragenden, aber gleichzeitig ungeheuer gefährlichen und geradezu diabolischen Staatsmannes. Mit unheimlicher Klarheit schält sich das Bild dieses Manne sheraus, der nicht nur der Gründer des Balkanbundes, sondern auch der Schöpfer des Dreiverbandes, und, wie wir heute wissen, auch der Haupturheber des Weltkrieges wurde.
Wer war eigentlich Iswolski? Bis zu seiner Ernennung zum Außenminister war Iswolski als Diplomat kaum bekannt. Er bekleidete eine Anzahl von diplomatischen Posten, so in Bukarest, Waj- ihington, in Rom, Belgrad, München, Tokio und Kopenhagen. Die allgemeine Aufmerksamkeit erregte er zum ersten Male durch seine starke Gegnerschaft gegen den Feldzug mit Japan und die östliche Orientierung Rußlands. Nach dem unglücklichen Ausgang dieses Krieges wurden ihm int Mai 1906 die Geschäfte des Außenministeriums übertragen. Sofort fegt auch die verhängnisvolle expansive und kriegerische Tätigkeit Iswolskis ein. Ein glühender Anhänger des Bündnisses mit Frankreich und unversöhnlicher Gegner engerer Freund- schastsbeziehungen mit Deutschland, richtete er alsbald sein Augenmerk auf den Ausbau dieses Bündnisses und dessen Erweiterung zu einer großen Entente. Bereits im März 1906, also ein Jahr, bevor König Eduard VII. von England das bekannte Orient-Abkommen mit Rußland schloß, entwarf er in einer Lotschasterzujammenkunft in Paris ein Programm über die künftige Außenpolitik Rußlands. Iswolski bezeichnete es selbst als das Programm, „dessen weitere Entwicklung zu dem unter der Bezeichnung Triple-Entente bekannten System führte". In konsequenter Verfolgung dieses Zieles strebte er eine Bereinigung des Ber- hältnisses mit Großbritannien und Japan an. Es gelang ihm, den Zaren und feine Ministerkollegen Kür diese Abwendung von der bisherigen Ost- und Mestorientierung zu gewinnen. Das Ziel wurde Mortan die Zertrümmerung Oesterreich-Ungarns und seines Bundesgenossen Deutschland. Da man «n Oesterreich-Ungarn nur auf dem Umwege über Deutschland herankommen konnte, so wurde die 'ganze Stoßkraft der russischen Politik nunmehr gegen Deutschland gerichtet und die Parole der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts: „Dor Weg nach Konstantinopel geht durch das Brandenburger Tor" erneut zmn Losungswort gemacht. Die Kluft zwischen den beiden europäischen Bündnissystemen wird planmäßig vergrößert, die Spannung verdichtet und Italien systematisch vom Dreibund abgezogen.
r Der Weg zur Zertrümmerung der Mittelmächte 'ging für Iswolski über die Balkanstaaten und damit über den alten Wetterwinkel Europas. Schon kurz nach der Annexion Bosniens hielt er in der Duma eine Rede, in der er den Balkanstaaten den Rat erteilte, sich zu einem Bunde zusammen- zuschließen. Als echter Panslawist machte er sich die großserbische Forderung zu eigen, daß Oesterreich-Ungarn von der Balkanhalbinsel verdrängt werden müsse. Er war sich klar darüber, daß dies nur möglich war, „nach einem giinsti gen Ausgang des Kampfes Rußlands mit Deutschland und O este r r e i ch - Un g a r n". Diese Lösung sollte Rußland zugleich die Gewalt über die Meerengen bringen. Wohl gelang zunächst die Zertrümmerung der Türkei, aber Oesterreich-Ungarn stand noch unerschüttert da und wurde aufs nachdrücklichste unterstützt von Deutschland. Der Mißerfolg seiner Pläne aus Anlaß der bosnischen Annexionskrisis (1908) und die damalige mangelnde Kriegsbereitschaft und Kriegswilligkeit Frankreichs und Englands veranlaßten Iswolski, 1910 seinen Abschied als Außenminister einzureichen und dahin zu gehen, wo seine Bemühungen zur Entfachung eines Weltkrieges und zur Zertrümmerung des mitteleuropäischen Bollwerks am ehesten Erfolg versprachen, nach Paris. Ernest Iudet hat in der „Humanite" das eigentliche Motiv für den Wechsel Iswolskis mit folgenden Worten gekennzeichnet:
„Um die heilsame Krisis auszulöschen, um die europäische Politik zum Punkte des Bruches zu
Wenn man bis Ausgangsstellungen der Tiroler Truppen erreichen will, muß man weit in die Regionen des Hochgebirges empor steigen. Von Rovereto führt die Straße im Tale der w ldrauschenden Etsch nach Trient. Bel Calliano mit seiner auf hohen Felsen gelegenen Burgruine schwenken wir ostwärts. In steilen Windungen klimmt unser Wagen das .tiefemgchchnkmc Tal empor, bis uns das kochende Kühlwasser des Motors auf halber Höhe in Mezzo-Monte zum Aufenthalt zwingt. Zerschossene Häuser lassen die Rahe der ehemaligen Kampffront ahnen, welche, durch das Glas deutlich erkennbar, im Süden den Gipfel des 2000 Meter hohen Hol Santo mit ihren Felsengräben durchzieht. Fast 1200 Meter hoch sind mir, als Vielgereuth (Fol- garia) uns seine Tore öffnet. Am Eingang der Stadt liegt — zur Ehre der Italiener sei es gesagt — ein sorgsam gepflegter Soldatenfriedhof, das dunkle Tor trägt d-e deutsche Inschrift „Seinen Helden das 14. Edelweiß- krrps 1915—17." Deutsch allein ist der stumme Gruß an die einstigen Kämpfer, während sonst in dem vergewaltigten Tirol das deutsche Wort nur an zweiter Stelle und neben dem italienischen stehen darf. An die Majestät des Todes hat sich auch die Willkür des Bedrücker« nicht herangewagt.
Durch fast völlig neu Aebaute Dörfer zieht sich die Gebirgsstraße nach Lafraun (Lavarone) und läßt beim Fort Sebastiano den Blick auf eine ungeheure Totenstadt von 14 000 österreichischen und italienischen Kriegern frei, die dort von Wolkenschleiern verhüllt, von Orkanen um he ult, in Himmelsnöhe ihre letzte Ruhestätte fanden. Lafraun mit seinen neuen Hotels ist wieder ein friedlicher Sommerfrischenort, der die Schrecknisse der Krieges vergessen hat. lieber die kahle Hochfläche 'führt die Straße noch immer steil bergan: da sie seinerzeit unter dem Feuer der italienischen Artillerie lag, wurde eine Umgehungsstraße gebaut, welche durch wundervollen Hochwald der Sicht des Gegners entzogen war. Am Rande befinden sich zahlreiche verlassene Artilleriestellungen und rechts, wo der Weg nach Lufarn abzweigt, tun- den Detonstellungen das einstige Kampffeld. Am Monte Rover«, dem Eichberg, haben wir den höchsten Punkt erklommen; dräuend stößt an der nördlichen Seite die Stellspitze des Sol de Vezena nach dem Suganatal. Das Festungswerk des ehemals österreichischen Forts ist zum Teil zerschossen, Grä beuge wirr durchzieht den Stein- acker, aus ehemaligen Unterständen starren verbogene Eisenteile und verkohlte Balken in die blaue Eebirgs- lvft. Mehr als einmal trugen die Italiener aus den unweit entfernten Linien dcu 'Angriff gegen das Bollwerk, vor; der italienische Kraftfahrer, welcher mir genaue Auskunft gibt, wurde bei einem solchen an dieser Stelle verwundet und geriet in österreichische Gefangenschaft. Durch die italienischen Stellungen hindurch rollt der Wagen das Val d'Assa herunter. Verfallene Unter« stände schmiegen sich in dem schmalen Talgrund an die jäh aufragenden Felsen, Wellbleche liegen verstreut umher. Rechts ragt die stelle Kuppe des Monte Verena empor, auf den Felsen abgerungenen Zickzackwegen brachten die Oesterreicher ihre Artillerie in die 2000 Meter- Regionen. Munitionskisten liegen noch zu Tausenden in verlassenen Stellungen, hinter Chertele liegt in den Felsen ein Friedhof von über 1000 Oesterreichern, an einem Felsenunterstand lese ich die deutsche Inschrift „Hilfsplatz".
Wähsnd zwischen Gardasee und Mori der Kriegsschauplatz einen ruhigeren Charakter trug, sieht man hier deutlich die Spuren schwerer und erfolgreicher Kämpfe. Der österreichische Oberbefehlshaber Konrad von Hetzen« darf bezweckte ja damals auch nichts geringeres als Durchbrechung der Front in Tirol und Verfolgung des Feindes in die Tiefebene Venetiens. Als im Mai 1916 vor Verdun Ströme deutschen Blutes in französischem Boden versickerten, schritten die Oesterreicher von den Hochebenen vvn Dielgereuth und Lafraun zum Angriff. Dom Garda- fee bis zum Suganatal brach ber Eisenhagel über die Stellungen der Italiener herein, aus Felsenwinkeln und Schluchten, wo nie ein Rohr gefeuert hatte, zuckt jetzt Blitz auf Blitz aus den Cisenmäulern und jagt Tod und Verderben in feindliche Lager. Die Infanterie Dankls sand einen überraschten und schwer erschütterten Gegner. Stützpunkt auf Stützpunkt, Linie auf Linie fiel in die Hand der Angreifer. Lm Itschtal wich der Italiener über Marco auf Seravalle zurück, die Zugna Torta ging verloren, der Col Santo wurde nach erbittertem Widerstand der von drei Seiten umstellten
führen, ist es wirkungsvoller, in Paris als in in St. Petersburg zu arbeiten."
Und nun, nachdem Iswolski nach Paris gelangt war, beginnt jenes intime Zusammenspiel zwischen dem russischen Botschafter und den französischen Staatsmännern, und unter diesen in erster Linie mit Poincare, ein Zusammenspiel, das bis zu den verhängnisvollen Juli- und Augufttageu des Jahres 1914 angehalten hat. Beide Staatsmänner hatten nur ein Ziel, die „m öglich st lüden Io fe Vorbereitung des Kamp-
Förster, Dresden, n.
Alpini genommen, bis sich der Italiener am Monte Vasubio, besten Gipfel noch tiefer Winterschnee deckte, festklammerte. Während bas 20. Korps so unaufhaltsam auf Arstero drängte, verjagte das 3. Korps, welcher zwischen Lusarn und Vezena hereinbrach, den tjeinb vom Boden Tirols. Sie wälzten sich das Bal dÄffa entlang, eroberten den Monte Verena und faßten ^Fuß aus der Hochfläche ber sieben Gemeinden (Sette comtnunt). Hier fühlt man sich fast in tie Schlachtfront des Westens versetzt. Auf den Höhenzügen des Monte Serena und Monte Eric reiht sich BaumsU'mp^ an Baumstumpf, links und rechts der Straße sind die Stellungen noch mit Stacheldraht verwehrt, an dem Wege Roana-Forni sind alle Orte neu erbaut und grüßen friedlich mit ihren roten Dächern. Der österreichische Angriff fand am 30. Mai 1916 seinen Höhepunkt ht der Einnahme Arsieros und Asiagos. 30 000 Gefangene, bie oleuhc Zahl, welche auf österreichischer Seite einst die gesamte italienische Front verteidigte, fielen m bie Hanb der Oesterreicher.
Die Stadt Asiago, die gerade ihren Wochenmarkt ab hält, ist ebenfalls völlig neu gebaut, sie iftA dem Feuer beider Parteien zum Opfer.
Während sich die Oesterreicher nach der Einnahme ber Stadt auf die steilen Felsenhänge des Monte Verena zurückzogen, setzten sich die Italiener auf der letzten Ge- birgsschwelle, welche den Abstieg ins Tal nach Saffano wehrt, fest. Auf ehemaligen Artilleriewegen gelange ich in den italienischen Stellungen entlang nach G es u n c. Steilseuerartilleriestellungen mit in die Felsen getriebenen Stollen, zerfallenen Graben, Kartuschen und Munitionskisten, Zehntausenden von leeren Konservenbüchsen, erinnern an vergangene Zeiten. Wo der Hochwald zurück- triit, eröffnet sich ein umfassender Blick auf die ehemalige Gcbirgsfront von Monte Pasubio bis zum Suganatal. Deutlich ist auf den Gipfeln bie ehemalige Front zu ver- folgen, das Gräbengewirr, die Baumstümpfe, zerschossene Höhenrücken, zersplittertes Gestein lassen deutlich die Straße des Todes erkennen.
An die Verwüstungen des Westens wird man wieder erinnert, wenn man die Straße von Asiago nach Gallio zwischen den ehemaligen Linien entlang fahrt. Die Höhe mit dem Dorfe Zocchi ist noch heute von Granat- trichtern zerpflügt und gräbondurchfurcht, in den Ruinen von Gallio liegt ein Kirchhof mit 8000 italienischen Soldaten, der Ort selbst befindet sich im Neubau. Durch ein riesiges Stellungssystern windet sich die Straße nach Foza, rechts stürzt in grauenerregende Tiefe die Schlucht von Frenzela, durch die einst Conrad von HStzendors die Italiener auf Bassano werfen wollte. Dann eröffnete sich ein L-mdschastsbild von großartiger Wildheit. Die Straße zieht sich auf schmalem Bande, himmelhoch in die Felsenwände des Monte Meletta geschnitten, dahin. Der riesige Talkessel ist von Granattrichtern übersät, wo Grasnarbe den Felsenbodsn überzieht; majestätisch ragen die Bergesgipfel in die ewige Höhe und Hullen sich in lastendes Schweigen. Jäh stürzen die Steiichatt en in die Tiefe und lassen die Furchtbarkeit und Schwere der Eebirgskämpf- im rechten Lichte erkennen. Einen doppelten Kampf hatte hier ber Mensch zu führen, den einen gegen fein eigenes Geschlecht, den zweiten gegen d.e den Menschen hassenden Unbilden des Hochgebirges. Auch heute, ohne das damals Schritt und Tritt bedrohende Artilleriefeuer, stockt der Atem, wenn der Wagen, von geübter Hand gesteuert' auf den mit keiner Brüstung vor- sehenon Felsenbändern- nur Zentimeter von jäh abstürzen- den Tiefen entfernt, im 70 Klmtr. Tempo dahinbraust, bie Kurven von ISO® in gleicher Geschwindigkeit nehmend, die sprühenden Schottersplitter pfeifend in den Abgrund schnellen läßt Ein Seufzer der Erleichterung entringt sich ber Brust, als der Wagen mach windender Fahrt über Cnego tm Suganatal bei Primo- [ n n o, ber altem österreichischen Grenzfeste, halt. Noch einmal schweift ber Blick an den Bergesriesen empor, am ! Monte Cucco, wo die Oesterreicher steile Zickzackwege anlegien, um Imit ihrer Artillerie von seinem Gipfel dem Italiener eine unliebsame Ueberrafchnng zu bereiten — bann lassen wir bei Ospadoletto die Ausgangsstellung der Oesterreicher in ber Tiroler Angriffsschlacht von 1916 hinter uns; über Borgo vorbei am Caldonazzo-See erreichen mir bas von ben Italienern vergeblich umkämpfte Trient, welches ihnen erst durch das Versailler Diktat als unverdiente Beute in ben Schoß siel.
f e s gegen die Mittelmächte". Beide hatten, wie mir aus der obenerwähnten Dokumentensammlung entnehmen, den Gedanken an den europäischen Krieg' „in einem erschreckend Hohen Grade", wie Dr. Stieve sagt, in ihren W il- len ausgenommen. Die Vorbereitung dieses Ernstfalles ging bis zu den kleinsten Kleinigkeiten, so u.' a. bis zur Ausarbeitung von Maßnahmen betreffend die Herstellung einer drahtlosen Verbindung zwischen Paris und Petersburg.
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Rundfunk auf dem Lande.
Don beteiligter Seite wird uns geschrieben:
Sie Ernte ist hereingebracht und der Landwirt tarnt daran denken, auch wieder etwas für die Verbesserung feiner Lebensbedinaungm zu tun. An erster Stelle sollte für ihn der Anschluß an ben Rundfunk stehen, der, nachdem die Zeit der Kinderkrankheiten überstanden sst. wie keine andere Errungenschaft der Neuzeit gerade für die Landbewohner geschaffen zu sein scheint. Du> Rund- funksender, die im Laufe des Sommers über ganz Deutschland verteilt ihre Tätigkeit ausgenommen und zu hoher Vollendung gebracht haben, bleien ledern Einzelnen, wieweit er auch immer von den Mittelpunkten geb ftigen Lebens entfernt wohnen mag, die Möglichkeit, an allem tetlzuneknnen, was die Großstadt erfreut und bewegt. Ein reichl-altiges Programm wird täglich hinaus- gefunkt, beginnend mit Börsenkursen, Lebensrnittelprer- sen, Tagesneuigkeiten, fortgesetzt durch nachmittäglich» Unterhaltungsmusik. Märchenstunde und Vortrage verschiedenster Art und gipfelnd in dem allabendlichen Gesangs- oder Jnstrumentalkonzert.
Der Rundfunkteilnehmer braucht sich also an den langen Winternachmittagen und -übenden niemals zu langweilen, denn ein guter Apparat mit guter Antenne wird es ihm ermöglichen, unter den Programmen einer ganzen Reihe heimischer und ausländischer Runds stat-onen das Zusagende auszuwählen. Ein packeu.es und ergreifendes Gefühl ist es für ben, der fern von den großen Brennpunkten des Getriebes lebt, wenn er durch einfaches Drehen eines Knopfes nacheinander in den verschiedensten Sprachen die Meldung der Rundfunk- lender hören kann: „Achtung! Hier Rundfunksender Berlin", „London speaking", „Voila Bruxelles". Wem klopfte nicht das Herz, wenn es ihm zum ersten Male gelingt, die Bewegung, den Applaus des Publikums in der 900 oder 1000 Klm. entfernten Londoner Oper fo deutlich zu hören, als stände er an der Schwelle de» Saales.
Aber auch für die wirtschaftliche Existenz des Landwirts nimmt der Rundfunk eine immer größere Bedeutung an. Eimpal durch die Verbreitung der Wetter- voraussage, bann durch landwirtschaftliche Fachvorträge, deren Anzahl und Gebiet seitens der Seudegesellschasten weiter ausgebaut werden soll. Ferner durch einen Land- wirtschaftsdienst, der täglich die Großhandelspreise auf ben normalen Rundfunkwellen in Codeform verbreitet und es jedem, der sich durch Zahlung einer geringen Monatsgcbühr in den Besitz des Codschliissels fetzt, ermöglicht, diese für den Landwirt fo wichtigen Nach- richten ebenso früh oder früher zu erhalten, wie ber- jenige, mit dem er seine Geschäfte abschließen will.
Die Telefunken-Gesellfchaft in Berlin tritt zurzeit mit neuen Rundfunkempfängern vor die Oesfentrichkeit, bei deren Konstruktion ganz besonders auf die Bedürfnisse und Wünsche der Landwirtschaft Rücksicht genommen worden ist. Einmal sind diese Geräte fo leistungsfähig, daß man mit Sicherheit bei guter 2(nt»nnennnlage auf einen befriedigenden Empfang rechnen kann. Zum an- deren ist die Bedienung so vereinfacht, daß auch ein Laie die Handhabung unschwer erlernt. Weiter ist das Gerat mit ström sparenden Röhren ausgerüstet, die den Landwirt vor dem lästigen Umgang mit Akkumulatoren frei machen und den Betrieb des Empfängers mit Trockenbatterien ermöglichen. Endlich lind die Apparate in hübsche und geschmackvolle Kästen eingebaut, die es rechtfertigen, ein solches Gerät im Wohnzimmer aufzu- stellen, ohne daß selbst eine anspruchsvolle Hausfrau darin eine Verschandelung ihrer Einrichtung erblicken könnte. Mit Schrauben und Drähten ist ein- für allemal aufgeräumt und der ganze technische Zauberkasten verbirgt sich hinter ben spiegelnden Flächen polierter Hölzer.
Es ist Zeit, daß man sich auf dem Lande über ben Wert des Rundfunks klar wird, daß man die absprechenden Urteile, die sich hier und dort infolge unsachver» itändiger Vorführungen und der Verbreitung minderwertiger Schunderzeugnisse gebildet haben, revidiert und sich davon überzeugt, welche Fülle von Nutzen und Vergnügen der Besitz einer der hochwertigen neuen Tele» tunken-Empsänger heute tatsächlich bietet.
Kunft und Literatur.
= Teure Handzeichnungen. Bei Amsler und Rut- Hardt in Berlin fand dieser Tage eine Dersteigerunx von Handzeichnungen berühmter Künstler statt, bei der zum Teil außergewöhnlich hohe Preise bezahlt wurden. Ein Menzel-Blatt erzielte 5700 M. Entwürfe aus Liebermanns Frühzeit waren „schon" für 2000 M zu haben, Blätter von Schwind brachten 1100 bis 1500 ttl. Er zeigte sich deutlich, daß fast nur der Nams des Künstler- bezahlt wurde. Wie weit die Zeichnung ausgeführt war, sprach weniger mit. Für ausländische Künstler waren tie Absatzmöglichkeiten geringer, und demnach auch die Preise niedriger. Eine Studie von Meisonnier gab es für 75
McMh DK WW-SÄ-Mmi.
Einladung.
Die Angehörigen der Heilig-Geist-Pfarrei werde, zu einem am Sonntag, den 16. d. MtS , abends 7V* Uhr im Spielsaale de« Heilig-Aeist-Spitales stattfindende»
Familien-Abend
sreundlichst cingeladen.
Der Geschäftsführer des Volks» Vereins für das kath. Deutschland.
Pfarrer Rübsen».
Mhschule im Manenhelm
Täglich von 2 — 6 Uhr und von 5 — 7 Uhr
Anmeldungen im
Marlenhein», Severiberg 5.
Versuchen Sir maf
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Kachremers Malzlaffse und dann sagen Sie mir: Ist er nicht ei» wirklicher Ersah für den teuren Bohnenkaffee? tfnb dabtziiffersoMund und billig.
Orr Gehalt machf§! H