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- Babenhausen. DaS letzte Hochwasser bat auf dem Friedhof, wie sich jetzt herousstellt, oan; entsetzlich gehaust. Zahllose Gräber sind zu- sammeegebrochen, die meisten Grabsteine umgefallen. Mehr als 200 Grabsteine müssen neu oeletzt werden.
— Aus Thüringen. Das letzte Werk des kürzlich verstorbenen Glockengießermeisters Ullrich, Die deutsche Glocke am Rhein", ist vor einigen Tagen in Apolda unter Zuhilfenahme von ^großen'Transportmitteln von der Geburtsstätte des Werks zum Apoldaer Güterbahnhof gebracht worden.
das leichte Rad dahin.---
2. Kapitel.
Spät abends war Helmut in kommen Weit draußen, in einer einem kleinen Gasthof übernachtet
Morgen^m die Stadt gegangen.
Er war verwirrt und ratlos, als er in den großen, breiten Straßen, die mit einer hastenden, lärmenden Menschenmenge angefüllt waren, stand. Den Fahrdamw, wo ein gewaltiger Verkehr von Wagen aller Art auf und nieder brandete, wagte er überhaupt nicht zu über, schreiten.
Den ganzen Vormittag trieb er sich in der inneren ©fabt, in den großen Derkehrsstraßen herum. Er wurde nicht müde, zu schauen und zu bewundern, er vergaß alles darüber, Müdigkell, Hunger, Durst, ja, selbst das, was chn hergeführt, schien er vergessen zu haben.
Erst am Nachmittag kam er ein wenig zur Besinn«»«. Auf irgend einem Wege war er in den Stadtpark gekommen. Erschöpft sank er auf eine Bank und überdachte all das hishcr Gesehene.
(ForNetzung folgt.)
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ftcr mit Vorwürfen empfangen, trat völlige Entfremdung ein. . . . Ä '
Da ging er, packte seine wenigen Habsellgkeiten zu. sammen, nahm sein neugekauftes Rad und fuhr hinaus in der Richtung der Provinzialhcmptstadt.
Er empfand nur wenig Reue, als er das Haus der Schwester verlleß. Nur ein wenig Beschämung beschlich ihn, als er die Schwester weinend am Fenster stehen sah. Er sah darüber hinweg, machte ein überlegenes Gesicht und stchr schnell die holperige Straße hinauf. . .
Nur bei der nächsten Straßenbiegung hatte er sich noch einmal'umgesehen, ganz flüchtig nur, aber weniger über« legen. ... .
Anfangs recht nachdenklich wurde er, je weiter er hm- aus in den lachenden Herbsttag fuhr, fröhlicher und zu« »ersichtlicher. «... ,
Es konnte nicht fehl gehen! Er würde sich schon be- haupten in der großen fernen Stadt. Er mußte empor» kommen! Fester trat er in die Pedale und schneller flog
nmnziellen Gründen entsagen. Die kleine Rente gerottete es nicht. ,
So war er Kcmfmann geworden. Seme Lehre war treng und hart gewesen: in einem kleinen Fabrikgeschäft draußen vor der Stadt. Dort, durch^den immerwährenden, abstumpfenden Zwang, mar die Sehnsucht nach Freihell in ihm erwacht. . . .
Das Leben in der Freiheit lockte ihn.
Der Schwester ztatabe, die chn in den harten, langen Jahren der Lehrzeit mütterlich getröstet und aufgerichtet hatte, war er aber, als er ausgclemt, noch in dem Hei- matstädtchen gerieben und in ein anderes Geschäft als Kommis eingetreten.
Der Verdienst war anfangs nicht bedeutend, doch mar er eine merkliche Beihilfe, die die Kosten des kleinen Haushalts leichter beftretten half. Helmut Brand hult es über ein Jahr lang aus, wenn auch die Welt da draußen verführerisch lockte.
Er hatte sich sogar mit der Zeit an den Gedanken gewöhnt, die Schwester nie zu verlasirn. Es schien ihm undankbar, wenn er fortzog und sie allein in dem Stadt, chen zurücklieh. „ m .
Aber dann begann es — ganz von selbst — ine R«. bereien und Streitigkellen mll der Schwester. . .
Nahezu 19 Jahre alt geworden, trieb es Helmut, an den Vergnügungen und Zerstreuungen seiner Mersge« noffen teilzunehmen Da war er, anfangs von der Schwester nicht zurückgehalten, durch die mitunter schlechte Ge- sellschast herrisch und anmaßend. . .
Als ihm die Schwester dann die Gesellschaft, die ihm zum Verderben zu werden begann, verbieten wollte, war es zu spät. Helmut war nicht mehr der Knabe, der sich mittig von ihr leiten ließ!
Die Streitigkeiten nahmen mm kein Ende mehr, ryel- mut kehrte der Schwester gegenüber den Mann heraus und wurde oftmals gegen die zartbesaitete Schwester verletzend.
Da kam dann bei Helmut auch das wilde, heiße Der- tagen nach der Freiheit wieder empor. Das DerhSw» der Geschwister zu einander ward säst unerträglich, unö eines Tages war der große Bruch da.
Im Geschäft gegen den Chef aufbegchrend, muri* fielmut kurzerhand entlasten und daheim, von der Schwe»
Theater und Musik.
— Die lllise der Theater. Einer Meldung aus Breslau zufolge ift das städtische Landestheater finanziell zusammengebrochen. DaS Theater, gegen daS die Schauspieler noch für etroa 26000 Mari Gäaeforderungen haben, bat sich für zahlungsunfähig erklärt — In der Berliner Großen VolkSoper ist am' Mittwoch die ilbendeinnahme vom Finanzamt beschlagnahmt worden.
— Eine Theaterban - tottene. Der Wohlfahrts. Minister bat die Genehmigung zur Veranstaltung einer Lotterie zugunsten deS geplanten Theaterbaus m
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2. Blatt.
der Fuldaer Retieubrnckerei in F-ldn
len Fußpfad, der zu dem ms Tal hervorspringenden Aus- uhispunkt führte, hinauf.
Da unten im Tal lag das alte liebe Städtchen, m dem er vom ersten Tage seines Lebens an, bis heute, gelebt.
Da war der spitze Kirchturm von -St Jakob, dort der von St Egidi — der runde Turm des Kreishauses — das Rathaus — der neue Bahnhof draußen vor der Stadt. „ Da drüben der dunkle Strich war der Harz, an dem er so hing und den er so oftmals mit seinem Rad durchstreift. . . .
Nachdenkkch und das Herz rott von Erinnerungen stand Hemut Brand. .. Lange.... Vis er ausschreckend hastig hinschritt. —
Er war ein wenig traurig, als er jein Rad bestieg und es den jenseitigen Berg hinabrollen ließ.
tztachdenksich saß er tat Sattel. . .
Das war tte Heimat, Me dort hinten tag und das seltsame Gefühl, welch-s ihn bsschNchen hatte, mußte wohl Heimweh fein.
Rein, nein, rief es in ihm. ...
Das nicht! Er hatte kein Heimweh! Er wollte m die Welt! Erleben! — Sehen! — flehen!
Herrgott — die Welt war doch schön . . .1
Ringsum über ihm blaute sich der paradiesische Augnst- himmel und die Sonne lachte hell und freundlich^. . Die Lerchen, die von den Feldern emporskeges, tatterten lustig und übermütig. . .
Und das Rad lief leicht den Berg hinab.
Helmut Brand schwoll das Herz. Er hätte ausjauch- zen mögen. Und er tat cs auch.
Vergessen war der trübe, verhängnisvolle Vormittag, der fein Geschick entschieden. . . Vorbei. . . Kaum noch in Erinnerung! ,
Urtb lustig fuhr Helmut Brand weiter hinein in den fröhlichen Augusttag ... in die Welt hinein.
Hetaull Brand war feit seinem zwölften Lebensjahre elternlos. Er besaß nur eine um achtzehn Jahre allere Schwester, die ihn nach dem kurz hintersinand-r erfolgten Tode von Later und Mutter erzogen hafte. Semer ur. forüwMen «etguna. Arzt as «erden, mutzte er aus
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0 Hanau. Die in unserem Wirtschaftsleben als eigenartig zu betrachtende Diamant- schleif er ei spielt in Hanau und in den nahe- aeleqenen Ortschaften der Umgegend bis hinein in den Odenwald eine wesentliche Rolle. Mit der zu- nchmenden Bedeutung des Handels mit Edelsteinen nach Entdeckung der Kimberley-Diamant- felder (1867) hatte der Plan der Begründung einer Schleifindustrie in Deutschland Gestalt gewonnen und er ist verwirklicht durch die Gebrüder h o u y, welche in Hanau am 17. Januar 1874 die erste deutsche Diamantschleiferei errichtet haben. Aus dieser gingen Jahre hindurch auch noch die Facharbeiter hervor, von denen an anderen Orten dieses Gewerbe betrieben wurde, und in Deutschland konnten nach kurzer Zeit schon mehrere hundert Ar- better in der Diamantschleiferei beschäftigt werden, i D. 1886 bereits 300 und 1888 sogar 500. Je nach der Moderichtung auf Weißsuwelenfchmuck, je nach der Aufnahmefähigkeit des Weltmarketes und nach der Förderung und Konjunktur an Diamanten hat dann dieser Fabrikationszweig wechselnde Schicksale durchlebt. Die Funde in Deutjch- Südwestafrika hatten das Interesse der beteiligten Reicksämter in erhöhtem Maße auf die Hanauer Schleifindustrie gerichtet, und sie hat gerade auch nach dem Kriege einen erneuten Aufschwung ge- trommelt, wenn auch vorwiegend in der Geschäfts-
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ein heißer Tag UeberE Btzertaund fastads es. Brütend lag Re Sonne mst dm herbstlichen ^-6»rn Der Geruch von Heu und der Duft von Linden tzn Tal, tae Höhen hinauf, der weitentferntan Haupt- schEt, °hne sich umzrstchEw S^= m» sein Fahrrad ta der Hand. ... Er gtwg schnell, &e hohe, krSstige Gestaü aufrecht und trotziS- Lppwi tztaft « fest cmfeinmidergepreßt, und fern frische» WOTsJn£ « doch zu einem Bruch her Schwester gekommen! Richt gerade Sbermfäenb, es war vorauszujehen gewesen! Seme uim-Äurllche Suchst «ch Zerstreuung und Erleben, seit er °usNlernt ^-^nd dagegen der Schwester eiserner, väterüch- ^Nun^hta!e erie . . .! Ausgestoßen!
Bah! Wenn schon! Er würde sich dchaupta. da knaußen in der Welt, bte er noch rocht kannte, du ihn ober mit unwiderstehlicher Macht lockie . ...
Taps« schritt er aus. Der schwere R u^ck «st dem Rücken wurde cher leichter, und das rad,aufdo-er bullen über dem Schutzblech, noch ein Paket geschnallt, «eß sich spielend leicht den Berg hinauf führen . . -
Er mußte ja emporkommen da draußen! ®r tatta jclöj festes Bentvansn und — «ich Mut! Es konnte mch **6etan®cfid>t hefterte sich auf, die Augen lachten wie Atbem, als er noch als Sohn des Oberlehrers Brand r > den allen Straßen des Stödichens, dar da unten, wei- hinter chm lag, hermntollte . . .
D« Höhe war erreicht.
Helmut Brand Mteb stehen und mffchte sich Schweiß von der Stirne.
Die von einer unsichtbaren Wacht getrieben, stellte «r^stöklta dos Rad an einen Baum und toriÄ den kÄma-
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