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Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadt Fulda.

51. Zayrg.

Zrettag, 14. November 1924-

Nr. 266

Nach dem Streit inGrsterreich

direktion stattgefunden, in

* Tas Geständnis des Tefraiibonten. Ans Mannheim wird gemeldet: Am letzten Sonntag Nachmittag ha, sich der Angestellte des Aibeitsamtes, Emil Günther freiwillig der Posizei mit der Selbst­berichtigung gestellt, g>ohe Summen aus der Erw rbs- losenfürsorge für sich veibraucht zu hoben. Nach Dem Geständnis des Defraudanten hat er feil F bruar der Kasse des Arbeitsamtes nach und nach 8 000 Koldmcnk in Beträgen von 3 bis 4000 Mark ent­nommen.

* Tie Beulcnp'st. Nach einer R uterueldung aus Secunderabad ist unter der koriigen Be- völkeiung die Beulevpest ousgebrochen. Die Ba''l der Toten beläuft sich bereits auf mehr als 4000, unter denen sich auch einige britische Soidatt» be­finden.

aus der Wahlbewegung.

Die Partei Zersplitterung wird bei den kommenden Reichst« .swahlen wenigstens etwas gerrn «er fein, al5 bei Den Maiwahlen, Die Repudtrkanrf che Partei, die Deutsche Ardeitnehmerpartei' und die lLationale Freiheitspartei verzichten diesmal auf Die Aufstellung eigener Kandidaten. Im ganzen haben die drei genannten Parteien bei den Maiwahlen 141245 Wähler mobil gemacht.

DerVorwärts" veröffentlicht einen »on dem ehe- Kraligen Re^chstagsabgeordneten Wulle unterzeichneten Brief, der an eine Reihe Großkaufleute gerichtet ist und die Bitte um Unterstützung d-r völkischen Wulle-Parter ausspricht. In dem Brief heißt es u. a.:Ihr wartet titrf eine Aktion von uns, aber wir können uns nicht rühren. Wir haben heute 1300 Mark Telephonschulden, bas Telephon ist gesperrt. Jetzt will man sogar den »reranlwortlichen Lester in Berlin pfänden.

Deulsche M'.'.sik In Loudon.

wtb London, 13. Jlov. (Sei.) Gestern abend wurde in der LlueenshaK ein Wagner- Aonzerk gegeben, Lei dem Felix Wein­gartner dirigiere. Das Publikum spendete Weingarkner lebhaske Ovationen.

Amerika uudSowjetmtzland

wtb London, 13. Jtoo. (Tel.) Der Karre spoadenk derTimes" in Washington schreibt ;u einer Rede des Senators Vorah über dis An­erkenn ung Rußlands: Coolidge scheine vor einem Iahr für die Lrösfnung von Derhandlungeu mit Rußland geneigt gewesen ;n sein, er habe aber infolge der Rücktrittsdrohung von Hughes feine Haltung geändert. Die gegenwärtig im Umlauf befindlichen Gerüchte über den Rücktritt Hughes geben Anlaß zu der Annahme, daß das amerikanische Kapital einem Irontwechfel gegenüber Rußland jetzt eher geneigt fei als vor zwei Jahren. Die Sowjet-Regierung werde tu ihrer Wirlfchaslspslstik notgedrungen ihren Dem stark verwässern müssen. Man habe die Ansicht, daß das amerikanische Geld mit gewisser Aussicht auf gewinnbringende Verwendung nach Rußland j gehen könne. .

Die Opfer der Luftfahrt.

66 Todesopfer in der englischen Luftstreickraft während eines Jahres.

Wtb London, 13. Nov. (Tel.) Den Diät I fev5i zufolge sind am Montag bei Relher-Avon in der Grafschaft Wiltshire 2 M i l i t ä r s l u g z e u ge ! zusammen gestoßen und abgestürzt. Die Insassen, ein Offizier und zwei Sergeanten, sanden den Tod. hierdurch erhöht sich die Zahl der tödlichen Unfälle bei der Luftsirsitmacht in diesem Jahre auf öS.

«m$etflen-$tetic Slemieile (Solouei) lotai 0.15 »o.Dntati auswärts 0,20 Solbmert: Slellamexetle lokal 0.60. Goldmart auswärts OLO Goldmark. ::

Bei Wledertzolmtqeu Rabatt- Po^-ckeckkon'o frrtmSnrf a. M 4051

Spanien.

Wtb P « r i s, 13. Poo. (Tel.) Wie demJour­nal" aus Madrid gemeldet wird, hat die spanische Regierung vom 11. November ab den Eingang französischer Zeitungen nach Spanien verboten.

Die Lage in Brasilien.

Wtb Paris, 13. Nov. (Tel.) Die dieChi­cago Tribüne" aus Pewyork meldet, ist man all­gemein der Ansicht, daß der A n fsta nd in Dra- silien zu Ende geht. Die Stadt Urugauna ist in der Hand der Regierungstruppen. 1200 Re­bellen, die die Stadt zuerst beseht halten, find unter hinterlaffung von 30 Toten geflohen.

Berautwortttkb üt Die Schrtttlettuns- Dr. Johannes Kramer- Anzeigen: 3- « arzellrr. Jnlda. Roteiwnsoruek und Verlag der guldaer vctikndiuüerei in Pul io. Aernivrecher Rr. 9.

Monatlicher BeiupspreiS: 1.50 Mk.

Der SaH Nathusius.

Von einem unserer Mitarbeiter wird uns ge

..Sucht nur die Geister zu verwirren. Sie zu besriedigeu ist schwer".

. Das alte Rezept derer, die im Trüben fischet wollen, nrrD auch im gegenwärtigen Wahlkampfe wieder angewen et.

Zentrumswllhler!

Schafft wirNiche Aufklärung im Lande! Die Politik unsere Paitei bat sich glänzend perechtferiigt.

Besucht die Zeutrumsversammlungen!

Leit miimetkiam die Zentrumspresie!

Soziales.

Dir Zahl der Erwerbslosen. In der zweiten Hälft, des Monats Oktober nahm die Zahl der mtter^ stützten Erwerbslosen weiter ab und zwar von 473 0«. am 15 10. auf 435000 am 1. 11., d h. um rund acht Prozent. Die männlichen chauptunterstützung:e.npfan. .er vermindenen sich von 427 000 auf 395 000, Duj we£- iid»»n von 45000 auf 39 000. Dm Zahl der Zuschlag-, empfänger (unterstützungsberechti-sten Angehor^en Roll, erwerbsloser) nahm von 595 000 auf 55b OVO ab.

wirtschaftliche Kampfbewegungen.

= Vie Lage im Streik der Berliner HschLahnange NeLken hat sich nicht geändert. Es haben sich etwa 3M Arbeiiswillige gemeldet, die 3ur Durchführung eines Teil­betriebes jedoch nicht ausreichen. Die Direktion steht^wei-, ter auf dem Standpunkt, Verhandlungen mit den -->rest kenden nicht führen Su können, da ein verbindlicher Schiedsspruch ergangen fei. Em Einsatz der Tech­nischen Nothilfe komm nicht in Frage, well die Sstllegung des Hochbahnbetriebes an sich keinen öffentlichen Notstand darstellt. Das technische Personal der Hochbahn hat -t> schlossen, Streikarbeit nicht zu leisten.

folgenschwerer Familievstreit.

wtb Mannheim, 13. Rov. (Tel.) Der h Mannheim wohnende Professor hat in der vergangenen Nacht feinen llsahrigcn Sohn mit einem Revolver erschossen und keine ISjährige Tochter schwer verletzt. .Rich­ter lebte in Ehescheidung und der Grund zur Tat dürfte in Zamiliensireitigkeilen zu suchen sein.

neue Wendung genommen. Es wurde ^g re^, Luftschiff ^umregelmaßigen Postoienilz ) Newyork und London zu verwenden. .......

= Dr. ing. Karl Arnstein, der bekannte Konstrukteur der «.eppeinwerst und Msterbauer des Z. R. lvO wird am 15 11- an Bord des George Washington der United States Line Deutschland von Bremer Hafenl ausver- lasfen, um sich nach den D ereintflten Ctaaten M begeben. In seiner Begleitung befmden sich 12 -in ßcnieure des Zeppelinbaues.

schrieben:

Die französische Presse, besonders die n a uo° | nalistische, ist im Einblick auf die Verhaftung i des Generals von Nathusius unablaffig bemüht, den französischen Rechtsstandpunkt zu unterstrei­chen, und alles Mögliche und Unmögliche des be­lastenden Materials aufzutreiben.

Wie unhaltbar die gegen ihn erhobenen Bor- I würfe sind, geht am besten aus einer Darstellung des Echo des Paris" hervor, die sofort als unrichtig nachgewiesen werden kann. Dort heißt es unter anderm: daß General von Nathusius, als sich die deutsche Armee im Oktober 1918 zurückzog, eine ganze Reihe von Gegenständen mitgenommen habe. Diese dem General zur Last gelegten Vorgänge stammen nach der Anklageschrift nicht vom Oktober 1918, sondern September 1914. Außerdem handelt es sich um Beschuldigungen, die durch Dienstpersonal und den Chauffeur des Wohnungs- Inhabers der Villa, die der General seinerzeit be­zogen hatte, erhoben worden sind. Und dis Aus­sagen solch untergeordneter Belastungszeugen sind doch immerhin recht fragwürdig. Da es im Kon- tumazialverfabren nun keine Entlastungszeugen gibt, vielmehr nur BAastungszeugen in Frage kommen, war natürlich auch französifcherseits eine objektive Nachprüfung der erhobenen Anichuldi- gungen nicht möglich. General von Nathusius sechst hatte übrigens, wie auch bemerkenswerter Weise die amtlichen Stellen in Deutschland» keine Kenntnis von dem Prozeß und der Derurtei- lung. Wer in welcher Ruhe er im Gefühl ferner Unbescholtenheit sich befindet, zeigt am besten, datz er laut einer Meldung des Lyoner Progreß selbst beim Kriegsgericht in Lille den offiziellen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens gestellt hat. Uebrigens muß ihm selbst derPetit Parisien , das Zeumsts ausstellen, daßfestaestellt werden könne, daß Nathusius sich in Roubair großer Korrektheit befleißigt habe, er habe ein sehr zurückgezogenes Leben geführt." Deutscherseits geschieht natürlich alles, um dem General die Freiheit wiederzuer- lanaen und seine freie Heimkehr zu ermöglichen. _

Die deuische Regierung steht nach wie vor ans dem Standpunkt, daß die Verhaftung zu Unrecht erfolgt ist und Hat dies auch durch ihre Botschaft in Paris den französischen zustän­digen Stetten zum Ausdruck gebracht. Es ist zu hoffen, daß in beiderseitigem Interesse, besonders bei dem sich allmählich zwischen Deutschland und Frankreich anbahnenden besseren Verhältnis, der Fall befriedigende Klärung findet.

* Streikabsicht der Berliner Kinos. Die Berliner Kivobesiner fahlen in -in r Ber ammlung eine Vioie st reiolution gegen die Höhe der Lullbai- keiissteuer, in der sie die Schließung der Be­triebe androhten. .

Mysteriöser Todesfall. Der .Lokal-Anzeiger» meldet, daß der Dozent an der Berliner Landwirt- schasUichen Hochschule Dr. Duy on in ,einer Wohnung tot aufpefunden wurde. Die Polizei ist mn der Aufklärung bm übet beschäftigt, ob es sich wn einen Mord, einen Unglnckssall oder den natürlichen ~ob Tr. Duysens handelt. . .

* In die Lust gefloßen. In Pasiiruan ist eine Feuerwerkfabrik in die Lust geflogen. Bisher wurden zwölf Leichen unter dem Trümmern auf.

* Tas Siftauto im Wasser. Ein von Klagen­furt nach Billack fahrendes Lallanto, das infolge des Enenbahnerstrecks zur Per onenbesordernng be­nutzt wurde, durchstieß das Geländer einer Kanal» brücke und stürzte ins Waffer. Eine Per'on wurde getötet, der Chauffeur ichwer verletzt. Die ubitaen Jnsaffe'n blieben unverletzt.

Zur Reparationsfrage. I

Das Londoner Abkommen, das auf Grund des | Dawes-Gutachtens zustande kam, bedeutet sicher einen großenFortschritt auf dem Wege zur Lösung der Reparationsfrage. Aber doch eben nur einen Schritt, eine Etappe. Vieles ist ge­regelt, aber manches bleibt noch zu regeln übrig. ! Die Wirtfchaftspolitiker werden daher in der näch­sten Zukunft noch manche Frage zu lösen be­kommen.

Auch in Amerika, wo man heute im Zu- \ sammsnhang mit der Gewährung der großen Aus- | landsanleihe für Deutschland an der endgültigen Lösung des Reparationsproblems besonders leb- ! haft interessiert ist, beschädigen sich manche hervor­ragende Volkswirte und Gelehrte mit den Zu­kunftsaufgaben, die der Londoner Pakt uns allen zuweist. In allen Betrachtungen der Amerikaner wird als größter Fehler des Gutachtens der Um­stand angesehen, daß keine Gesamtsumme für die von Deutschland zu leistenden Zahlungen f e st g e s e tz t ist. Mit Recht wird auch hier darauf hingewiesen, daß wenn die Summe des Londoner Ultimatums mit ihren 132 Goldmilliarden be­stehen bliebe, Deutfckstand dann dauernd zahlen müßte und immer tiefer in die Verschuldung hin­eingeriete. Der Amerikaner Harald G. Moulton, der Direktor des Wirtfchaftsinstituts in Washing­ton, erklärt in einem kürzlich in London erschienenen Luche3er Reparationsplan", entweder müsse die ganze Schuld herabgesetzt werden auf eine Summe, die ihre schließliche Liquidation möglich mache oder es müsse die Zahl der Jahre, über die sich der Plan erstreckte, fixiert werden. Er hält die letztere Lösung für die beste. Wörtlich sagt er: !Ein System, welches eine Generation nach der anderen in wirtschaftlicher Knechtschaft hält, wird sich unter allen Umständen selbst zerstören. Es muß ein sichtbares Ende da sein und die Frage des Zahlungsumfanges gelöst werden, ehe der Plan mit Erfolg in Kraft treten kann". Die Normal­

den Organisationen gepflogenen Verhandlungen und der dadurch erzielten Uebereinftimmung die Hinausgabe der Weisung zur Wiederaufnahme des Verkehrs um Mitternacht vom 12. auf den 1^. No­vember beschlossen wurde. Durch die getroffene Vereinbarung ist nunmehr der Weg zur Verabschie­dung einer definitiven Besoldungsordnung und da­mit zu einer Stabilisierung der B e s o l - dungsverhältnisse frei, sodaß die Entloh­nung'der Bundesbahnbediensteten der fortgefeten Fluktuation der Preise entzogen wird.

In Wien sanden Aussprachen zwischen dem christlich-sozialen und dem großdeutschen Klubvor­stand statt. Der christlich-soziale Klub hielt am Vor- und Nackmittag einige Beratungen ab._ Am Nachmittag erschienen beim Bundeskanzler Seipel Vertreter des sozialdemokratischen Verbandes, denen der Bundeskanzler Mitteilung über das Er­gebnis der bisherigen Befprechunoen machte. Die Sozialdemokraten erklärten, daß sie im Falle einer Wiederwahl der bisherigen Regierung felbsiver- ständllch in der Ovpofition verharren -md sich vollkommen freie Hand vorbehalten.

zahlung Deutschlands pro Jahr beträgt bekanntlich 2% Milliarden Goldmark. Das sind 6 Prozent von einer Kapitalsumme von 42 Milliarden G.M. ! Mit jährlichen Zahlungen von 2% Eoldmilliaiden, so rechnet der Amerikaner aus, könnte ein Kapital I von 42 Eoldmilliarden in rund 35 Jahren abge­zahlt werden. Man könnte also sehr wohl eine bestimmte Zahl von' Jahren für die Zahlungen festsetzen.

Ebenso wichtig wie die erste Frage ist die zweite Frage nach derFestsetzungdesBetrages, den Deutschland bisher gezahlt hat. Die Schätzungen bezüglich dieses Betrages gehen be­kanntlich sehr weit auseinander. Die Repko will nur 8 Milliarden Goldmark anrechnen, Deutsch­land hat einen Betrag von 45 bezw. 5b Milliarden Eoldmark angesetzt. (Letztere Summe umfaßt die Leistungen, gleichgültig, ob sie angerechnet werden oder nichti. Eine dritte Berechnung stammt von dem Wirtschaftsinstitut in Washington. Dieses er­rechnet auf Grund feiner Untersuchungen einen Betrag von 2526 Milliarden Eoldmark. Wie erklärt sich nun diese Verschiedenheit? Moultan sieht sie darin, daß auf der einen Seite die deutschen Berechnungen übertrieben seien und andererseits die Repko eine völlig unhaltbare Abschätzung:- Methode angewandt hat. Die Lösung liegt nach ihm in der Einsetzung eines neuen Sachverständi­genkomitees, in das man hervorragende Juristen, Finanzmänner und Volkswirte aus den neutralen und am Kriege beteiligten Ländern berufen könne.

Ein wichtiger Punkt ist ferner die Frage der Fortsetzung der Ruhrbesetzung. Die Sachverständigen hatten sich, wie man weiß, nicht mit dieser Frage zu beschäftigen, aber sie steht trotz­dem im Vordergrund aller Erörterungen, weil iselbst eine unsichtbare Besatzung dauernde Rei- i bringen mit dem Wirtschaftsleben hervorruft". Nach der Ansicht des Amerikaners sind genügend Beob­achter im Gutachten vorgesehen, eine Besatzung ist I daher nicht nur unnötig, sondern auch schädlich.

Moultan sieht das Problem durchaus klar. Er sieht wohl, daß Frankreich die Räumungsfrage immer wieder mit feiner Sicherheit verkoppelt. Aber, so fährt er fort,roenn es der Wunsch der verbünde­ten Länder ist, so viel Repn'-ationszahlungen wie möglich zu erhalten, dann ist es notwendig, daß Frankreich Sicherheit auf andere Weise als durch militärische Okkupationen gegeben wird."

Das Londoner Abkommen.!

In bet belgischen Kammer hat Außenminister I Hymans eine längere Erklärung über das - Londoner Abkommen abgegeben. Er sagte u. a.: I iSas Londoner Abkommen regele die Reparations- isragen, es fei die natürliche und logische Folge, die | praktische Anwendung des Systems, das die Sach- | verständigen der Reparationskommission unter- I breitet hätten. Wenn der Sachverständigenplan, I der von allen mit Erleichrerung begrüßt worden I Hei, als die einzig praktischeLösung, die man I hätte finden können, nicht zur Ausführung gelangt ! wäre, wäre die Entente zufammengebro- I chen. Frankreich und Belgien hätten, isoliert von I Der ganzen Welt, Deutschland gegenüber sich allein I befunden. Was wäre aus den Micumverträgen I geworden; wie hätte man sie erneuern können? j Man hätte zur Gewalt greifen müssen, was zu I ernsten Verwicklungen hätte führen können. Ohne I Zweifel fei der Reparationsbetrag, den die Alliier- I ten erhalten sollen, geringer als die Jllu- I ftonen, die man der öffentlichen Meinung nach I dem Waffenstillstand vorgespiegeit habe und die gewisse berühmt gewordenen Erklärungen noch i ermutigt und übertrieben hätte. Aber das neue I System bereite der Unsicherheit ein Ende und schaffe I ein positives Regime mit starken politischen und | finanziellen Garantien.

Hymans verbreitete sich dann über die Ver- I Handlungen des Völkerbundes in Genf und | nannte das ausgearbeitete Protokoll eine Fort- I fetzung des Werkes, das man in London im August ! begonnen habe. |

Belgisch-französische Unstimmigkeiten. _

Der PariserInformation" wird aus Brüssel gemeldet, daß in dortigen politischen Kreisen be­harrlich das Gerücht im Umlauf sei, daß zwischen der französischen und der belgischen Regierung be­züglich der Anwendung eines kürzlich ausgearbei­teten vorläufigen Wirtschaftsabkommens ernste Schwierigkeiten entstanden seien. Die {ran- | zösische Regierung, der zahlreiche Reklamationen unterbreitet worden seien, weigere sich, dieses Ab­kommen zu ratifizieren. Der französische Handels­minister Reynald soll dem belgischen Botschafter die Beschwerden der französischen Kaufleute und In­dustriellen unterbreitet haben. Es seien zwischen den Ministerien des Aeußern der beiden Länder Besprechungen im Gange.

$)erriot und Baldwin.

Ministerpräsident Herriot hat an den französi­schen Botschafter in London folgendes Telegramm gerichtet: Teilen Sie Premierminister Baldwin mit, wie sehr ich den herzlichen Charakter seiner Er­klärungen wertschätze, die er bezüglich meiner Hal­tung während der Londoner Konferenz und be­züglich der Unterstützung, die er mir für die Durchführung dieser Politik a n b i e t e t, abgegeben hat. Versichern Sie ihm, daß er ebenso auf meine volle Mitarbeit an den gemeinsamen Aktionen zäh­len kann, wie auf den Respekt der Verträge und Abkommen, die int Hinblick auf das Gedeihen der beiden Völker und im Hinblick auf die Aufrecht­erhaltung des Friedens abgefchloffen worden sind.

Die Abschaffung der französischen Strafkolonien.

Die ftanzösische Kammer setzte die Sendungen über das Budget fort und zwar bei dem Titel der Strafanstalten. Der Justizminister kündigte im Verlause der Debaste an, daß die Strafkolo­nien aufgehoben werden sollen.

Die Bahnen in Oesterreich verkehren wieder. Die Generaldirektion der österreichischen Bundes­bahnen teilt mit: Am 12. November hat eine neuerliche Zusammenkunft zwischen Vertretern der drei Personalorganisationen der österreichsicheit Bimdesdahnen mit den Delegierten der General- ' der aufgrund der mit menen Verhandlungen

D«S deutsche B olk will Freihest und Frieden, Arbeit und Brot.

Reichskanzler Marx.

* Eine antomatllche Zi^arettenVerkanfSmashine. In verickredei en gröheien Städten Englands sind bei den Tobahäden BorricklUngen zu jenen, um das Publikum aucb noch Schluß der Gesckäftszeit zu be» Dienen. Es bandelt sich um aulomaiische Zigaietten- veikaussma chinen. die nach Einwurf von einem halben Schilling ein Päckchen Zigaretten zu-oge söidern. Ver chiedenc dieser Maichinen haben abend­liche Um ätze von über 5 Pfund erzielt und mußten Drei ui d viermal nach eiüllt werden. Be anders an Sonntagen blüht das Ge.chäfi dieser automatischen Veikanfer.

* Der wütende Bulle. Als baS elfjährige b'erchen eine? Guisbesttzers in Gr üisau (schief.) das Vieh we dete, tooUte es einen Bullen von einem Saatfeide weaziehen. Plötzl'ch griff da- Tier daS Kind on, ro.uf es zu Boven und fließ es ciroa sechzig Schritt mit den Hörnern vor sich her. Aus das Hilseeesch.ei des Mäechens kamen Oie Mutter und ein Nachbar zu Hilfe. Aber als dos romenoe Tier von dem Kinde abliifc, war dieses bereits ioL 1

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Fuld aerZeitung