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Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadt Fulda.

MM5W.)

Nr. 263.

Beranlworrttch ür dir Stbriftleituna; Dr. 3obanne® Kramer' Anreisen: I- Darreller, Fnlda. Rotniionrdrnrk und Verlas der Fuldaer SktiendruSerei m Fulda. Fernldrecher Nr. 9.

Vonatycher BempSbrels: 1.50 Mk.

................................ «wem»»« mm. 11

Dienstag, 11. November 1924-

Anreisen-Dreilr Kiemreile (Eotenei) iota. 0,16 ©oibmatt auswärts 0.20 Gold mar?: Re kl a m e»e ile Igtni 0.60 Soldmark auswärts OSO Goldmark. -

Bei Wiederholungen Rabatt. Balt'checktan», Frautturt a. M 4051.

51. Zahrg.

Die Steuersenkung.

Die Lonferc»; der Finanzminisier in Berlin. Kenkungsmaßnahmen auf der ganzen Linie.

Das Senkungsprogramm.

Der Reichssinanzminister und die Finanzminister der Länder haben sich angesichts der dringenden Notwendigteil einer sofortigen Steuersenkung vor­behaltlich der Stellungnahme des Reichspräsidenten auf eine Neuordnung verständigt, durch welche die leitens der Reichsregierung vorgesehenen Steuer­senkungen herbeigeführt werden, durch welche fer­ner die Weiterführung der ohnedies mit Ablauf des Kalenderjahres erlöschenden Einkommen- st euer in dieser nunmehr ermäßigten Form bis 2U der gesetzgeberischen Regelung gesichert und üurch welche endlich seitens des Reiches bis zum Ablauf des Rechnungsjahres die Gewahr dafür übernommen wird, daß die die G r u n d l a g e d e r Länderhaushalte bildenden lieber - iv e i f u n g e n von Anteilen an Reichssteuern in den vier Monaten Dezember 1924 bis März 1925 nicht unter dem Monatsdurchschnitt der beiden Mo­nate August und September 1924 sinken.

Die Länderregierungen machten gegenüber die­sen Leistungen des Reiches im Interesse der Wirt- jchaftserholung darauf aufmerksam, daß vielfach durch die Senkung der Reichssteuern die Ge­werbesteuern der Länder und Gemeinden au­tomatisch m i t g e f e n f t würden und erklärten außerdem, daß sie, soweit dies mit der Ausglei­chung der Haushalte der einzelnen Länder nur iirgend vereinbar ist, von sich aus eine Senkung von Länder steuern mit tunlichster Beschleu­nigung vornehmen und entsprechend auf die Ge­meinden wegen der Gemeindesteuern und der von den Gemeinden erhobenen Gebühren nachdrücklich einwirken würden. Die Länder er­klärten, daß sie diese ihre Zustimmung nur mit Rücksicht auf den sonst entstehenden Notstand aus- sprcchen und daß durch ihre Zustimmung zu der vorstehenden Regelung ihrer grundsätzlichen Stel­lung zur Frage des Noiverordmingsrechts des Reichspräsidenten und seiner dringenden Reform­bedürftigkeit nicht oorgegriffen werden soll.

Anschließend an das Ergebnis der Finanz­ministerkonferenz erfahren die Berliner Blätter über die Reichssteuerreform noch folgendes: Die Lohnsteuer soll insofern gesenkt werden, als der Betrag des steuerfreien Lohneinkommens von mo­natlich 50 auf 60 Mark heraufgesetzt wird. Die Umsatzsteuer soll vom 1. Ian. 1925 ab von 2 auf l1/: Prozent, die Luxus st euer vom glei­chen Termin von 15 auf 10 Prozent gesenkt wer­den. In den Einkorn men st euervoraus- z a h l u n g e n soll bereits am 1. Dezember eine Ermäßigung um 25 Prozent eintreten. Wegen der Herabsetzung des Börsen st e m p e l s bei gleichzeitiger Herabsetzung der Provisionen werde mit den Organen der Berliner Börse verhandelt. Der Zweck der geplanten Steuererleichterung fei, durch die Steigerung der Exportfähigkeit der deut­schen Wirtschaft zum Abbau der Preise zu gelan­gen. Im übrigen werde auch nach der gedachten Senkung die Steuerbelastung in Deutschland, ver­glichen mit dem Ausland, beträchtlich höher fein, insbesondere wenn man hierbei die Verarmung des einzelnen deutschen Steuerzahlers berücksichtige. Wie die Blätter endlich hören, werde an eine Uebernahme der ausländischen Kre­ditgewährung an Private durch den Staat nicht gedacht.

Die katholischen Kaufleute und die DezemberWahl.

Der Borstand des Verbandes nahm in feiner letzten Sitzung einstimmig nachstehende Entfchie- ßung an: (

Obwohl der Verband katholischer kaufmänni- schr Vereinigimgeii Deutschlands, E. V., Sitz Essen, von seinen Mitgliedern.nicht das Bekenntnis zu einer bestimmten Partei fordert, betrachtet es der Vorstand in seiner Gesamtheit dennoch als seine Pflicht, den Mitgliedern dringend zu empfehlen, bei den bevorstehenden Reichs- und Landtagswahlen nur solchen Parteien ihre Stimme zu geben, deren Vergangenheit die volle Wahrung unserer religiösen, kulturellen und wirtschaftlichen Interes­sen auch in der Zukunft verbürgt.

Der Vorstand steht einmütig auf dem Stand­punkte, daß für unsere Mitglieder nurdie Zen­trumspartei und die B a y r. Volks- partei in Frage kommen, in deren Reihen wir altbewährte, treue KKVer als Abgeordnete der verschiedenen Parlamente wissen.

Wenn es uns bisher nicht gelang, innerhalb dieser Parteien den uns gebührenden Einfluß zu erringen, so lag dies zum größten Teile an der politischen Jnteressenlosigkeit des kaufmännifchen Mittelstandes. Wir richten daher an alle unsere Mitglieder den dringenden Appell, sich den ört­lichen Parteileitungen für die vor­bereitenden Arbeiten zu den kommenden Wahlen zur Verfügung zu stellen, und da­durch mitbeizutragen, daß unsere Berufsbelange in den genannten Parteien volle Berücksichtigung finden. Von den obersten Parteiinstanzen erwar­ten wir ein verständnisvolles Eingehen auf die be­rechtigten Wünsche berje-eetn Verufskreife, die unter der durch das Londoner Abkommen zwangs­läufig bedingten Wirtschafts- und Steuerpolitik am stärksten zu leiden haben.

Dem Reichskanzler Marx danken wir für feine bisherige,- erfolgreiche Politik, die im Interesse einer ruhigen Aufwärtsentwicklung unseres ieeutschen Wirtschaftslebens unbedingt weitergeführt werden 5 muß." ' *

I Die Lage in Wien.

In der Streiklage ist im wesentlichen keine Aen- derung eingetreten. Nur das Personal der elek­trischen Bahnen nach Preßburg hat sich der Bewe­gung angeschlossen. Dagegen nahm der Auto- mobilverkehr jeglicher Art nach den Grenz­stationen an Umfang zu. Auch auf der Donau sol­len mehr Personendampfer in den Dienst gestellt werden.

Nach demNeuen Wiener Tageblatt" teilt die Postgewerkschaft mit, daß ihre Forderung nach Erhöhung der Wirtschaftsprämie, worüber schon mehrfach verhandelt wurde, von der Verwal­tung unter Hinweis auf die finanzielle Lage ableh­nend beschieden wurde. Die Gewerkschaft nahm diese Erklärung nicht zur Kenntnis und erhielt ihre For­derungen voll aufrecht. Es heißt, daß Bundeskanz­ler Seipel dieses Vorgehen der Postbeamten beson­ders im Auge hatte, als er an die Einsicht aller Beamtenkategorien appellierte und erklärte, die Annahme einer eventuellen Wiederwahl hänge da­von ab, daß die Regierung auch die Ueberzeugung habe, das Sanierungswerk ungestört ausführen zu können.

Ueber eine Wiederaufnahme der Verhandlun­gen der Bundesbahndirektion mit den Eifenbahn- gewerkfchaften verlautet noch nichts. Dagegen fin­den über einen Notoerkehr fortgesetzt Besprechun­gen statt, welche infolge der sich dadurch ergeben­den dauernden Fühlungnahme beider Parteien wohl eine Möglichkeit für aussichtsvolle Anre- gun genzurBeilegungdes Konflikt es selbst bieten.

In einer Pressekonferenz erklärte Bundeskanz­ler Seipel auf eine Anfrage über eventuelle Maß­nahmen des Auslandes zur Durchfüh­rung und Sicherung internationaler Züge durchOe st erreich während der Streik­dauer, daß bisher von keinem Staat ein Schritt in dieser Hinsicht gemacht worden sei. Freilich, sagte der Bundeskanzler, wenn die Störung länger an­dauern sollte, wisse man nicht, ob nicht deraitige Forderungen hervortreten würden.

Schweres Kuto-Unglück.

' ib Graz, 10. Rav. (Tel.) Gestern vormit­tag wollte ein Lastauto, in dem sich 22 Personen befanden, die zu einer Versammlung nach Graz strhren, auf der Straße bei Pegau einem Personenauto auswcichen und stürzte dabei über die steile StrahenbSschung, dis zur Mur führt, wo­bei sich das Fahrzeug mehreremale überschlug. 3 Personen wurden getötet, 15 schwer und 3 leicht verletzt. Unter den Toten befindet sich der Ob­mann des steierischen Bauernbundes, Bundesrat Lanner. 3n Augsburg fuhr der dortige Zahnarzt Fischer gegen einen Baum. Er sowie feine Frau und sein Kind, die sich in dem Wagen befanden, wurden schwer verletzt. nffiHMni

Weg mit drr Zersplitterung des deutschen Volkes in klemr Parteien! Eine starke Milte bietet Sie beste Gewähr für eine erfolgreiche innen- und aufjenpoirtische Arbeit SeS neuen Reichstags! Reichskanzler Marr.

SB

Die Reform des höheren Schul­unterrichts.

Die neuen Stundentafeln.

Der preußische Unterrichtsminister gibt in der neuen Nummer desZentralblattes für die ge­samte Unlerrichtsverwaltung" nunmehr die end­gültigen S t u n de n t a f e In bekannt, die der Lehr- planarbeit im Ministerium zugrunde gelegt wer­den. Sie sind, wie dem Amtlichen Preußischen Pressedienst aus dem Kultusministerium mitgeteilt ivird, das Ergebnis langwieriger Verhandlungen mit den verschiedensten Instanzen und Organisatio­nen. und sie -berücksichtigen zugleich die in der Presse und in Eingaben an das Ministerium vor­getragenen Anregungen und Bedenken. Bei dem Widerstreit der Meinungen, bei den großenteils einander entgegengesetzten Wünschen der verschie­denen Werkgebiete und ihrer Vertreter konnte nur ein Teil der Wünsche erfüllt werden. Die Erfül­lung dieser Wünsche hatte zudem ihre Grenze an den in der Denkschrift dargelegten Bildungs- g r i. n d s ä tz e n, an denen dieUnterrichtsverwal- w.ng festhält. Die Hoffnungen oder Befürchtungen derer, die meinten, daß die Veränderungen der Stundentafeln die Reform selbst in ihrer Grundlage erschütterten, sind daher irrig; denn die Lehrpläne werden eben diese Grundsätze lehrplanmäßig zu gestalten haben.

Die Herabziehung des Französischen aus dem Gymnasium nach der Quarta, die Verstärkung ber Mathematik in der Prima der Gymnafien und Realgymnasien, die Vermehrung der Stunden für das Lateinische am Realgymnasium und Reform-Realgymnasium berühren die von der Denkschrift dieser Schularten gestellten Bildungsaus­gaben nicht. Das lateinische an den Realgymnasien roirb vielmehr der Dildungsaufgabe des neuförad)- lichsn Gymnasiums dienstbar gemacht werden.' Luch die Verwehung der Philosophie auf die ein­zelnen Unterrichtsfächer und die freien Arbeits­gemeinschaften bedeutet keineswegs einen Verzicht

Gerüchte über Spanien.

wtb Paris, !0. Ttoo. (let) Die heutigen Morgenbläiter stellen die Frage: Was geht in Spanien cor? Die Aufmerksamkeit ist aus die Lage dadurch gclcnti worden, daß diesseits und jenseits der spanischen Grenze verschiedene Indi­viduen verhaftet wurden. Augenblicklich spreche man von 42 Verhafteten. 2Tian hat es mit einer revolutionären De-vsgimg zu tun, die in Verbin­dung steht mit den Unruhen in Barcelona und Dera.

Spanischer Rückzug in Marokko.

wtb Paris, 10. Rov. (let.) DerPetit 13a- rifier. meldet aus Madrid: Rach einem dreimonat­lichen Kampfe gegen Ab-Delsi.rim wurde vom spa­nischen Oberkommando eine Strecke von 5 0 Kilo­meter längs der Küste geräumt.

Die Folgen für Frankreich.

wtb London, 10. Ikon. (lei.) Der diploma­tische Korrespondent derTimes" hatte in Tanger eine Unterredung mit Lyanley, der die Lage In Marokko als beunruhigend bezeichnet, da sich in einem zur französischen Zone gehören­den Geländestreifen der Rifführer Aseitham fest­gesetzt hatte. Es werde ruczlicherweise ein Vor- gehcr. des Sultans und der stanzösischen 2Hi!ifär- bshörde notwendig machen. Die Riffleute sollen außerdem eine lebhafte Propaganda treiben und zum heiligen Krieg gegen Frankreich auffsrdern. Die Lage in Spanisch-Marokko bedeute eine Bedrohung für alle Mächte, die in den marokkanischen Ländern, in Afrika und Asien Interessen hätten, in erster Li ne Frankreich und Englund.

Englands Künftige Außenpolitik.

Der Wechsel in 6et englischen Regierung wird insbesondere in Frankreich mit großer Sorge ver­folgt, weil das konservaiive Kabinett Baldwins die unter Ma cd ona l d in Genf zustanoegekonimenen Vereinbarungen, die in dem sog. Genfer Protokoll niedergrlegt sind, a b I e h n t. In Frankreich ist nun­mehr die sog. SicherungSfrage aufgeworfen worden. Das hinwiederum hat die englische konservative Preffe nervös gemacht, die von der neuen Regierung fordert, daß sie sich so rasch wie möglich mit Frank­reich in diesem Punkte zu verständigen sucht. Es spielen bet diesen Erörterungen Besorgnisse dahin- gehend eine Rolle, daß die gegenwärtig in Paris geführten deutsch-französifchenWirtschaftS- verHandlungen zu Abmachungen führten, die weniger den politischen als den wirtschaftlichen Interessen Englands abträglich wären.

Diese Diskussion hat nun auch dahin geführt, daß die Richtung um Poiltcarü sich wieder stärker bemerkbar macht. So ist jetzt unter Führung von M i l l e r a n d, des früheren französischen Präsidenten und unter Beteiligung einer Anzahl von Ministern des früheren Poincarö'schen Kabinetts einen Auf­ruf erschienen, der zum Sturz des Kabinetts Herriol auffordert. Im besonderen wird Bebei mit dem Hinweis gearbeitet, daß bei der Konferenz von London alle Trumpfe, die Frankreich in der Hand gehabt habe, fallen gelassen wurden. Mau sieht aus diesen Dingen, daß die Gewaltpolitiker wieder ihre Stunde für gekommen erachten.

Englische Saszisten.

wtb London, 10. Rov. (let.) Am gestrigen Waffenstillstandssonntag veranstalteten zum ersten­mal mehrere tausend britifdie Faszisten eine Kundgebung auf dem Trafalgar-Square, bei der Ansprachen gegen den Bolschewismus ge­halten wurde. Diese Aundgebunq soll von jetzt an jedes Iahr statt finden. Zu den Führern gehören eine Anzahl Offiziere des Heeres und der Marine. Es kam zu keinerlei Zwischenfällen.

* Japan gegen den Whisky. Wie dieChicago Tribuna" an; Tokio gemeldet wird, soll die japa­nische Regierung beabsichtigen, den Genuß von Whisky in Japan zu verbieten.

auf dieses Bildungsgut. Gegen die Philosophie als verbindlichen Lehrgegenstand sind schultechnische Bedenken erhoben worden, die die Unterrichtsver­waltung glaubte beachten zu sollen. Auch folltc der Anschein vermieden werden, als ob eine welt­anschauliche Beeinflussung der Schüler im Sinne einer bestimmten philosophischen Richtung beab­sichtigt sei. An der Ueberzeugung von der hohen Bedeutung gerade dieses Faches für die gebildete Jugend hält die Unterrichtsverwaltung unbeirrt fest.

Bei der Lehrplanarbeit sind die Unterrichts- Verwaltung einerseits durch eine Reihe ins Mini­sterium einberufener Fachleute unterstützt, anderer­seits wird sich diese Arbeit in steter Fühlungnahme mit den Vertretern der Philologenschaft, der Städte und der Hochschulen vollziehen. Die Lehrpläne werden rechtzeitig der Oeffentlichkeit vorgelegt werden.

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Wie der Pressedienst weiter mitteilt, weist der Preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung darauf hin, daß LehrbücWr, die auf Grund der Neuordnung des höheren Schulwesens geschaffen werden, nichtvor Ostern 1926 zur Einführung gelangen können.

Vie Wahl in Anhalt.

In dem Freistaat Anhalt, wo erst am 22. Juni zum Landtag gewählt worden war, sich aber in­folge des Wahlausganges keine Regierungsbildung ermöglichen ließ, ist am Sonntag obermals ge­wählt worden. Mit Rücksicht auf die bevorstehende Reichstagswahl hatten die Parteien alles daran gesetzt, bei der Wahl gut abzuschneiden. Namhafte Parteiführer sprachen in Dessau. Das Gesamt­ergebnis der Wahl ist folgendes: Sozial­demokraten 78 449 (bei der Wahl am 22. Juni: 64 935) Stimmen, 15 (13) Abgeordnete; Demokraten 13 991 (6181) Stimmen, 3 (1) Ab­geordnete, Kommunisten 11217 (16709) Stim­men, 2 (4) Abgeordnete, Zentrum 2406 (2009) Stimmen, kein Abgeordneter, Nationalsozia- l i st e n 7942 (7989) Stimmen, ein (2) Abgeordne­ter, Bodenreformer und Mieterpartei 3207 (3005) Stimmen, ein (1) Abgeordneter, Bürgerliche Volksgemeinschaft, d. s. Deutschnationale Deutsche Volkspartei und Wirtschaftliche Vereinst gung 74 482 (74 515) Stimmen, 14 (15) Ab­geordnete.

Nach dieser Meldung haben sich also die demo kratischen Stimmen verdoppelt, auch bi/* sozialdemokratischen Stimmen haben sich vermehrt während die Kommunisten einen starken Rückgang erfuhren. Die übrigen Parteien hielten sich auf der alten Höhe.

Lodge f.

v. tb Boston, 10. Jloo. (Annkspruch.) Se­nator Lodge ist gestorben.

Henry Cabvt Lodge, der bekannte amerikanische Politiker, war der einflußreiche Freund Roosevelts, der im Weltkrieg die Amerikaner zum Krieg gegen Deutschland anfeuerte. Als Besitzer amerikanischer Zeitungen und als Sprecher der Republikaner im Senat, ferner als Universitäts­professor übte er großen Einfluß aus. Er war der Hauptgegncr Wilsons und des Beitritts Ame­rikas zum Löli erstund.

Vertrauensvotum in Kngora.

wtb Konstantinopel, 10. Off. (Tel.) Liner Scufcrmclfcung aus Angora zufolge hat die tür­kische Nationalversammlung am Satnstaq der Regierung mit 147 gegen 19 Stim­men das Vertrauen ausgesprochen.

Der neue Kalif.

wtb London, 10. Roo. (Tel.)Daily Te­legraph" meldet aus Konstantinopel: Liner Mel- düng aus Adana zufolge ist der vormalige Scheck de r S e n u f f i nach Mekka gereift, wo er wahr-, scheinlich zum Kalifen gewählt und zwar auf einer Konferenz beten Zusammentritt die eindrin­genden Dahab l.n gestatteten. Der vormalige Scheck ist ein eifriger Anhänger der türki­schen Regierung.

Die wirren in China.

wtb London, 10. Rov. (Tel.) Das Reuter- Büro meldet vom 9. Rov. aus Peking, daß der chrifüiche General Fenghusiang fich heute nach Tientsin begeben habe, wo er mit Tschangsulin so­wie mit Tuan-Tschi-Pui, der als Präsidentschafts­kandidat gilt, Zusammentreffen wird. Man erwar­tet als Ergebnis der Konferenz, daß ein Regie- rungsprogramm ausgestellt wird, das in weitgehen­dem Maße von Tschangsulin diktiert sein dürste. Morrringpost" meldet dagegen, daß die Lhinesen einen Ausbruch der Feindseligkeiten zwischen Tschangsulin und dem christlichen General erwarten.

München am 9. November.

Der Sonntag, der 9. November, der Jahrtag unheilvollen Geschehens, ist, abgesehen von einigen be­langlosen Zwischenfällen, ruhig verlaufen. Am Odeonsplatz vor der Feldherrnhalle zeigte sich gegen MO Nhr das gewöhnliche SonntagSbild. Als 'sich gegen die Mittagsstunde dichte Gruppen anfammelten, wurde der Befehl zur Räumu ng des Platzes gegeben. An einem der Löwen vor der Residenz- wache wurde durch eine Anzahl Nationalwzialisten ein Kranz ausgehängt. Ter Kranz wurde entfernt und die Räumung des Platzes vollzogen.

* 10 000 Personen an den Gräbern im Elsaß. An Allerheiligen und Allerseelen haben sich über Kehl rund 10 000 Personen zum Gräberbefuch nach dem Elfaß begeben.

<Es ist nie zu stütz,

mit der Wahlarbeit einzusetzen. Der Kampf um das Ergebnis des 7. Dezember wird viel Mühe und Anstrengung bringen. Sorgt dafür, daß die Mitte) zum Wahlkampf zur Verfügung stehen!

Rüttelt die Wahlmüden auf!

Für den 7. Dezember muß das Zentrum so gut gerüstet sei«, wie nie zuvor!