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r Ür. 257 vom 4. Nov. 1924. ]

Zur Unterhaltung

Zvldaer Zeitung

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So ging sie denn festen Schrittes auf ihn zu, ergriff-

i

bekrönt, das kürzlich wirkungsvoll erneuert

und Plätze Bautzens ein stimmungsvoller Schloß und Domstift

„Sie haben, stch nicht nur bemüht, ein Freund in guten Tagen zu sein, Sie find es auch jetzt, wo alles über mir zusammenbricht. Nie werde ich Ihnen das vergessen. Aber Ihr Opfer muß ich zurückweisen. Es ist genug, daß eine ganze Familie ins Unglück kommt, es sollen nicht nach unschuldige Fremde mit hineingezogen werden.'

zurück in einem hübschen Garten, schönes Barockportal, mit Figuren farbig und durch Vergoldung schr wurde.

Bevor mir einige Straßenzüge durchMendern, sei zunächst noch

Huf 6er Spur des Verbrechers.

3tn Laboratorium des GerlchkschemKers. — Blut- und Haaruntersuchungen. — Der Sieg übers Ra- dkermesfer. — Der Kampf mit dem Lckundensäl-

fcher. — Der Leimkopf als Verräter.

Wenn man die vielen Verhandlungen, die tagtäglich vor den Schwurgerichten oder Schöffengerichten zur Ab- urteitimg kommen. Überblickt, so steht man immer und immer wieder, von welch ungeheuerer Bedeutung die chemischen Untersuchungen und Gutachten des Gerichts­chemikers für die Aufklärung zahlreicher Verbrechen find. Ob ein Mord begangen ist, wobei die Untersuchung auf­gefundener Blutflecken für die Identifizierung des Mör­ders von Wichtigkeit ist, oder ob bei Abfassung eines Wilddiebes die Frage zu lösen ist, ob die in seinem Rucksack gefundenen Haare von einem Hauskaninchen oder einem Reh herstammsn, stets ist es der Gerichts­chemiker, der in das Dunkel der durch bloße Ge­richtsverhandlungen nicht aufziSLrenden Geschehnisse Licht zu bringen vermag und der immer wieder zn Rote gezogen wird, wenn die Kunst und die Geschickllchkeit des Untersuchungsrichters versagen müssen. Trotzdem

Tabletten in aflm »poetel e. Dkogeri-N erhLMny bei Knsten, Keiftrkeit/ Katarrh

harren. ., I

Das meiste Material liefern dem Gerlchtschemcker natürlich die außerordentlich zahlreichen Urkunden- I fälschungen und damit im Zusammenhang die Scheckschwindeleien. Es sieht ja auch so furchi- I bar einfach aus: man verschafft sich ein Scheckbuch, setzt I unter einen Scheck einen gefälschten Namen und glaubt auf diese Weise rasch und ohne sonderliche Anstrengung zu Geld- zu kommen: ein Betätigungszweig, der beson­ders in den Zeiten der Inflation sehr in Blüte stand. I Doch ist zum Glück unsere Wissenschaft heute so wen, daß selbst die mit dem größten Raffinement ausgefuhrten Fälschungen ohne Schwierigkeiten einwandfrei als solche eftgeftettt und nachgewiesen werden können.

Eine sehr beliebte Art der Urkundenfälschuirg tft das Ausradieren von Worten oder einzelnen Schriftzeichen, was bisweilen mit einer solchen Fertigkeit geschieht, I daß mit bloßem Auge eine Veränderung an dem Papier äußerlich nicht zu erkennen ist. Doch ist es auch hier ein Leichtes, mit Hilfe chemischer Flüssigkeiten infolge der in jeder Tinte enthaltenen Cisenbestandteile, die früheren Schriftzeichen oder Zahlen wieder in alter Frische er­stehen zu lassen: und mancher gewiegte Verbrecher wird recht erstaunt gewesen fein, als man ihm vor Gericht den sauber ausradierten Namenszug nach der chemischen Behandlung schön wieder nachweisen konnte. — Die Fragen, die hier von fetten des Gerichts an den Ge- | richtschemiker gestellt werden, muten immer recht einfach an und find von lakonffcher Kürze, z. B.: „wo ist radiert worden und wer kcmunt als mutmaßlicher Täter in Be­tracht?' Die Arbeit jedoch, die geleistet werden muß, ehe an die Beantwortung dieser Fragen geschritten wer­den kann, ist riesengroß und von ungeheurer Verant- worttmg.

Recht zahlreich sind auch die Ermittlungen von Schriften unbekannter Herkunft und vor allen Dingen das Auffpüren von Schreibern anonymer Briese, weiter Unterschriftnachahmungen und dergleichen. Gerade auf diesem Gebiet hat es der Gerichtschemiker an der Hand, vollkommen unbekannte Schreiber von Briesen ober Kar­ten durch Schriftvergleichung und Schriftanalyse zu er­mitteln und zu überführen. Die Grundlagen für Unter­suchungen dieser Art liegen auf psychologischem Gebiet. Ebenso nämlich, wie bei allen Menschen die Papillar­linien der Hand verschieden sind — vergleiche die Finger­abdrücke —, so hat auch jeder Mensch in seiner Schrift ein ganz bestimmtes psychologisches Merkmal, das sich bei anderen nicht zum zweiten Wale findet. Und dieses Merkmal zu erkennen und diejenigen, in dessen Schrift allein es zu finden ist, zn suchen und aufzuspüren, das ist die Aufgabe der Schriftanalyse und Schriftoerglei­chung. Schon manchem schweren Jungen ist diese Wis­senschaft, die natürlich in enge Verbindung mit der Dak­tyloskopie zu bringen ist, zum Verhängnis geworden.

Die wichttgste Rolle bei allen diesen Untersuchungen spielt natürlich das Mikroskop. Nicht selten schon hat gerade die mikrchkopische Bearbeitung einzelner Fälle durch Auffindung von winzigen pflanzlichen Resten an Kleidungsstücken ober durch Entdeckung von anderen Mikroorganismen, durch Vergleich von kaum sichtbaren Blussptiren an den Sohlen des BerdSchttgen mit dem Blut des Ermordeten den richttgen Weg gewiesen, ohne daß noch andere weitschweffige Untersuchungen erforder­lich waren. Man denke nur an den Heidelberger Bür­germeistermord ober an einen Einbruchsdiebstahl, der kürzlich vor einem Schöffengericht aufgeklärt wurde. Hier hatte man mit Hllse von Leim geräuschlos ein Fenster eingedrückt, um bequem einsteigen zu können. Die zu- rückgelassenen und aufgefundenen Leimreste wiesen auf einen ganz bestimmten Täter hin, in dessen Besitz der gleiche Leim sich befand, und trotz seines urfprünglichen Leugnens gestand er bald die Tat ein und konnte der Bestrafung zugeführt werden. Dr. H. W.

Dor der Petrikirche breitet sich nach Süden der Fleisch­markt aus. Er wird begrenzt durch das Rathaus, das MÄ seinem TOitteLifaüt in wuchtiger Barockarchitektur ein schönes Zierstück bildet. Rückwärts besitzt das Rathaus noch einen hohen, elegant gegliederten Turm, der nach dem zweiten Platz, dem Hauptmarkt, gerichtet ist. In Verbindung mit dem Turm der Petrikirche gibt der Rat­hausturm dem Hauptmarkt und der ansteigenden Lauen« straße einen imponierenden Abschluß. Die innere Lauen­straße ist besonders reich an interessanten, zum Teil glünzeniden Fassaden der Zeit um 1720. In den Ecker­kern seitlich einer Straßenabzweigung klingen Dresdner Erinnerungen an, aber die vielen Tore und Türme geben dem Bilde doch wieder einen ganz eigenen Reiz.

Es würde M weit führen, wollte man sich in Ein­zelheiten verlieren. Da- Beste an Bautzen sind ja auch nicht diese, sondern die G esamtansichten. Mit Recht hat man Bautzen in dieser Beziehung mit Nürnberg ober Rochenburg ob der Ttacker verglichen, um wenigstens einen ersten vagen Anhaltspunkt zu haben und das alter­tümliche Städtebild irgendwie einzugliedern. Hinter der Stadt, nach der Lausitz zu, ragen bewaldete Serge auf, die der an sich schon reich beroegiien Silhouette noch i ein neues Motiv hmzufügen. Aber bei aller Vtelgestal« ! fligkeit klingt doch immer wieder ein Grundton durch: der überall zum Vorsthein kommende heimische Granit, fei es in den großen Bruchsteinmauem der VesestiWngs- anlagen, fei es an den Sockeln der Gebäude.

Sv bann man Bautzen Tritt Recht zu den schönsten jener deutschen Städte zählen, die das überkommene Wte treu bewahrt hab«:. Frellüch stehen hier und da wohl auch geschmacklose Neubauten aus verflossenen Gründer- I jähren, aber sie wirken weniger aufdringlich Äs ander- I märte und sprechen vor allem im Gesamtbilds nicht Mit. I Mögen berufene Stetten dafür sorgen, daß kommende I Neubauten sich immer harmonisch emordnen ober wenig- I ftens dort entstehen, wo sie nicht stören können, damit die I Schönheit der Gesamtansichten, dieser besondere Vorzug I der Stabt Bautzen, auch in Zukunft erhallen bleibt.

^PALMIN!

feiner Brust zu betten und allem Harm und alles Weh . .

an diesem Herzen auszuweinen, das es so ehrlich mit ihr | seine beiden Hände und drückte sie. meinte. Aber — sie war eben Jlsabe Rasmus und blieb

Ort erwägt, der sich unweit von befindet: der heutige kacholische Friedhof. Nicht wegen seiner Grabsteine, die so ziemlich demselben traurigen , Tiefstand zagen wie überall, sondern wegen der eigen- ! artigem Ruine der Nikolaikirche am Steilhang über dem Ufer der Spree. Der Friedhof ist gewissermaßen in die offene Ruine hineingewachsen: im Kirchenschisf recht sich Grab an Grab, und manch poetischer Winkel ergibt sich auf diese Weise im Verein mtt den alten Mauern. An den Wänden der Kirchenrume befinden sich Übrigens mich einige gute alte Grabsteine. Bezeichnend sst es, daß die Inschriften vielfach wendisch abgefaßt smd.

aller ryett.

— Der Goldbergbau am Wilwakersrand in Trans­vaal. Bon 1884 bis 1923 hat der Witwatersrand zu­sammen 702341471 Psd. Sterling Gold geliefert. Der Wert der noch nicht abgebauten Menge wird auf 845 000 000 Psd. Sterling geschätzt, doch ist die Aus­beutung zum großen Tell nur möglich, wenn es gelingt, die Gewinnungskosten herabzudrücken. Auch in anderen GoldlagerstStten der Wett ist die Fortsetzung des Be­triebes und die Aufbringung des erforderlichen' Kapitals nur unter dieser Voraussetzung möglich.

Sie trat zurück und drückte das Tuch gegen die Augen. Erwin war über ihre Worte betroffen. Er fand in ihnen ein Etwas, bas er mir auf feine Weife zu deuten ver- mochte. Sie hatte wiederum das Wort „fremd" gebraucht: sollte das heißen, daß sie ihm nie naher getreten roar, daß sie ihn auf gleiche Stufe mit den hundert Kollegen stellte, an denen sie freundlich, aber unnahbar vorüber« schritt?,

Er aittworiete: „Schon wieder dieser Ausdruck, der mich so schmerzllch berührt. Ich habe mit heißem Ver­langen den Weg zu Ihnen gesucht, bin ich immer in der Irre gegangen? — Bin ich Ihnen trotz der schönen Stun­den, dis ich in Ihrem Heim verleben durfte, wirklich „fremd" geblieben? Ich meine doch, ich hätte mir ein llein wenig das Recht erworben, ein Freund Ihres Hau­ses zu heißen, oder wollen Sie es mir in dieser Stunde wieder streitig machen, wie Sie sich überhaupt in letzter Zeit auffällig zurückgezogen haben. Tat ich Ihnen etwas? Dann sagen Sie es bitte frei heraus."

Jlsabe hörte Den schmerzlichen, anklagenden Ton sei­ner Stimme, und sie fühlte, daß sie unrecht tat, wenn es auch noch so gut gemeint war. Erwin Semmler verstand sie ebensowenig, wie alle anderen, die von ifyr annahmen, daß sie an Stelle eines warmschkagenden, liebebebürftt- gen f;:3 eine tote Maschine im Busen trage. ;

^Fortsetzung folgt.)

Vie Schreibmaschine, eine M Erfindung.

Schreibmaschinen noch vor Erfindung des Dampfschiffs — Die erste Schreibmafchine im Znhce 1714. ne blinde Frau als Erfinderin einer 5^r^ma^.”eTn7 Maschinenbriefe aus dem Jahre 1803. — w’

Hebel-Schreibmaschine noch zu Goethes Lebzeiten.

Die meisten Menschen betrachten dieses uns Heutes, unentbehrliche Hllfsmittel zum Schreiben aI* XnTfer düng unserer Neuzeit und bou) stammt tae Erfmbu^der Schreibmaschine aus Zetten, die wett hmter um.tagen. Noch gab es kein Dampffchisf und k-'nen Telegrap^n aber schon begann man damit, Schreibmaschinen W «M Untieren, wenn auch ^ilich zwischen der ersten Schreck-

Mascksinen ein recht großer ^"terMed best ht.

I Denn man schrieb wirklich erst das Win4, (Snatanb zum erstenmal eine.Maschms patentiert wurde, bteSne erhabene, der Blindenschrift ähnliche Schrtzt schrieb. Besondere Erfolge drallste diese Maschme'hr«n Erfinder, der Henry MA hieß, yboä) mchi dagegen scheint ihre Konstruktton der tm Jahre 173° non K. Saimdersen hergestelltm Schreibmaschine, die cherchfcAs Blindenschrift schrieb, zum Vorbild halbes Jahrhundert fpater konstrmerte auch “ 2“’ Md zwar der AteckMiiker Wechenburg m Mannhem,.

I ^ne Maschine, deren hochgepragte Llindenschnst schon manche Verbesserung aufwies, und>vier Jahre: sptaer nahm eine blinde Frau, Therese von Paradies aus Wim, d.e selbe mit deren angeblicher Heilung stch der damals so berühmte und späterhin ebenso berüchtigte Magnetiseur Mesmer abgegeben hatte «n Patent auf m» °°n ^hr er-

I srmdene Maschine für Blindenschrift. Nach ihrer Ma- I fdjine wurde 'bann im Jahre 1786 noch eme Schreib- I maschine — hergestellt von dem Mechaniker Valentin fjaim - patentiert, unti dieser soll mit ferner Erfindung I denn auch schon einen gewissen Erfolg gehabt haben, da sein» Maschine sich als ziemlich gut brauchbar erwies.

I Aber auch fie soll die etwas erhabene Blindenschrift ge- I schrieben haben. . ,,, .... ,

I Damals scheinen also die Schreckmafchinen aussckstieß- I sich von Blinden verwendet, worden $u sein, wie cetrn I auch mehrere im Staatsarchiv zu Reggio aufbewahrte 1 Brtese einer blinden Dame, der Comtessa Fantom,nm Hilfe einer Maschine geschrieben sind, ine, wie es H-M, von dem italienischen Weä-aml-r Pellegrino Turn 1 AB l beraefteUt wurde. Einige Jahre später hat sich auch derEr- I stnder des ersten Fahrrades, Karl Friedrich v.. Drms m I Mannheim, mit der Herstellung einer Tastenfthrech. I maschine beschäftigt. . . '

Während diese ersten Schreibmaich«nen ekgeEch nur I in Blindenanstalten Verwendung fanden, erfolgte in den I zwanziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts em I wichtiger Fortschritt: der Amerikaner Durch erfand nara* I lich 1829 — also noch zu Goethes Lebzetten'. — eine I Schreibmaschine, die sich auch für den Gefchäftsgebrauch I eignete. Und diese Maschine, die mit der Zeit auch wesent- I lich verbessert wurde, war nun endlich in der Wesse ge- I baut, Laß die einzelnen Buchstaben, die am Ende eines I Hebels befestigt waren, auf das Papier gedruckt wurden, I fcbato man einen mit dem Hebel verbundenen Stab nie- I derdrückte. Auf diesem System wurde mmmehr weiter- I gebaut und allmählich entstanden dann schließlich die I nahezu vollendeten Schreibmaschinen, die wir heute haben, I die aber gleichwohl noch immer weiter verbessert wer« I den.

„Fräulein Rasmus, ich bin nur ein einfacher Mann, nur ein Schreiber, wenn auch — er lächelte verlegen — , in gehobener Vertrauensstellung mit guter Aussicht in die * Zukunft. Und sehen Sie, das werden Sie wohl gemerkt ; haben, daß es mich ebenso gepackt hat, wie alle die i Kollegen hier, als Sie zmn erstenmal durch unfere Mitte ; gingen." i

Sie wollte ihm in die Rede fallen, aber er wehrte ' flehend ab. „Ditte, lassen Sie mich aussprechen, Fräulein | Jlsabe, Sie wollten gewiß sagen, daß weder Ort noch j Stunde geeignet erscheinen, daß ich Ihnen mein Her; ! ausschütte, aber wir Männer find nun zuweilen Tölpel, ! und je zarter die Sache ist. um so leichter greifen wir j daneben."

Erwin atmete schwer. Er rang mit den Worten, derm gut und geroanit zu reden war nicht seine Sache. Er liebte es, in seiner geraden Wesse den Dingen schnur­stracks entgegenzugehen, aber er wußte auch, daß er dieses Mal nicht mit der Tür ins Haus fallen durfte.

Fast ängstlich blickte ihn Jlsabe an, als er fortsuhr: „Nichts für ungut, Fräulein Rasmus, wenn ich's kurz sage: Weisen Sie nicht eine hilfreiche ftanb zurück, die sich Ihnen bescheiden, aber fest entgegenftredt. — Ich — ich will den ganzen Schaden auf mich nehmen, will gut sagen für den Verlust der Firma. Ah genieße eine Ver­trauensstelle bei Herrn Willenberg, er wird meinem Vor­schläge gewiß zustimmen." So — nun war es heraus, nun hatte er es sich von der Seele gerungen und wartete mÄ besorgter Miene das Ergebnis ab.

Jlsabe blickte zur Erde, während eine fliegende Räte über ihr Anllitz huschte. Wäre sie nicht das zurückhaltende, überfetnfmnige Mädchen gewesen, dann hätte sie den auf fie einstürmenden Gefühlen freien Lauf gelassen. Es ' drängte sie, dem Map.ne, der chr die Reckste entgegen- \ streckte, an den Hals zu fliegen, den blonden Kops an

Bautzen.

Bon Dr.-Äng. Sari Freckmann.

| ~ flulda ja dem wiedererrichteten sächsischen Bis- - * & der PersönlickMt des allverelMvn frieren HL vom Priesterseminar, Prof. Dr. Schreiber, den Bischof schenkte, so wird gerade hier eine kleine der bischöflichen Residenz um so erwünschter fern EL Stadt Baußen nur wenig bekannt ist und für 'chen, her nur selten einmal nach Schlesien 'auch etwas abseits liegt I

L Anschluß an die Dresdner Tagung im September

,Kchres fand sich Gelegenheit, den schon tauge ge- 1 Besuch Bautzens Miszuführen. Mtt dem Bres- I W^Echnellzug ist man von Dresden aus in einer

dort. Die Strecke führt von Dresden-Neustadt I v^die Dresdner Heide und später an den G rankst em- I KL der Lausitz vorüber. Man ficht also schon hier I ^Neinmatertal der Gegend: Bautzen steht ebenfalls 1 E sramtfrffen. Den ersten schönen Blick auf die aße I KL hat man kurz vor der Einfahrt links vom Zuge I

Da baut sich die Alsstadt auf hoch über Fluß und jJL-rn mit Bastimsen, Türmen, Toren und Schloß. -^Auß sst hie Spree in ihrem Oberlauf, und ihr hohes I Mr bet gerade an einer scharfen Krümmung die beste, I 8. natürlich befestigte Geleyenhett zur Ansiedlung. Ein I Etiictitenber Rand fordert ja auch ästhettsch zur Be- I unmittelbar auf, da man den Felsen oben durch I Tfluffen und Bauwerke bekrönen möchte. So ragt hier I k«Schloß Ortenburg auf, beffon Kapelle 1225 durch I «upf Bruno II. von Weihen geweiht wurde. Der I torneifter sst vermutlich ein Schüler des Erbauers der fMechtsburg in Meißen, des Meisters Arnold von West- I

E. Die Burg wurde mehrfach durch Brände zerstört 1 in sMgotsscher Zeit hauptsächlich durch den Landvogt

M Wnigs Matthias Corvinus rotebermifgebaut. Die I i Oküchen Renaissancogiebel kamen 1698 hinzu und geben

Bilde jetzt eine heitere, friedliche Note. An die Burg ' MH sich in alter Zelt' das Burglehen an, das von den Ammen bewohnt war und auch eine Kirche innerhalb tatet Befestigrmgscmlagen hatte, die Vorgängerin her !■ fettigen Domkirche. Im Anfänge des 13. Jahrhunderts ; jmann man mit einer größeren Kolonifabon, es entjiunb üe deutsche Stadt als Anfügung an die bsschostiche Stadt. Lie Franziskaner bauten ein Kloster, und die ganze | znstedelung wurde mit einer Mauer umgehen. Bor die- ta Mauer siedelten sich bann Wsuden an, die noch heute in her Vorstadt ihre eigenen Mrchen haben, in denen wen- Mcr Gottesdienst stattstndet.

r Der Dom St. Peter zu Bautzen sst eilte dresschiffige , Päsche Halle mit acht Jochen, ldn 1460 wurde dn vier.

tes Schiff hinzugefügt, das aber nur vier Joch lang ist. Re Kirche hat zwei Eigentümlichkeiten. Einmal sst her s Snmdriß geknickt, die Achse biegt vom vierten Joch ab stark mich Süden, well der Bau bei gradliniger gort« ■fegung in die vorhandenen KapitelhSuser htaeingeraten ’ gäre. Zum andern sst die Kirche eine Siinullcmkirche:

tas Schiff gchört zum größeren Teile der protestanttschen 6iemeir.be. und nur der kleinere Tell des Schiffes und te Chor Ment dem kacholsschen Gottesdienste. Diese Zeitung besteht feit 1524 und ist durch ein hohes Eisen- - Mer sichtbar zum Ausdruck gebracht. Der Bischof von

Mßen hat also ferne eigene Domkirche, ein erster, beut« i Sher Hinweis auf bie Kirchennot der großen Diafporo- tiSzese. Allerdings ist der katholische Tell schr schön aus« feitet: ein prächtiger Hochaltar aus Marmor und Stuck- emnor, mit großen Figuren geschmückt, dße Kornmunion- fent ebenfalls aus Marmor. An einem häßlichen, well sssidogotifchen Seilenaltar ein großer Knyifixns, watzr- Hetalich aus Alabaster, ein Meisterwerk Balthasar Per« «ostrs. Dieser hervorragende, heute besonders geschätzte Mchauer war in Dresden in her ersten Halste des Iß.

i Sahrhund-rts tätig. Von fernen Arbetten find am be­kanntesten die Kanzel und bie Beichtstühle in der katho- Pchca Hofkirche, wertvolle Figuren von ihm befinden sich auch im Saugen er Museum. 3m Chor der Kirche find ferner hervorzuheben dis Dorsale imd AuMtze des Chor-

, geMhls zu beiden Seiten des Hochccktars, die in Stamm« und Blätterwerk eine Holzschnitzarbstt von wahrhaft über« Gellendem Reichtum der Erfindung und allerhöchstem Sännen zeigen. In der Sakristei fteht ein hübscher, bun­ter Rokokoaltar mtt felilamer Anordnmng von Beichtstüh- len zu beiden Sotten. Dies verhaMismäßig gtae Inven­tar entschädigt ein wenig für den Mangel einer eigenen Domkirche.

(Sne Reihe von Kapitelhaufern zieht stch neben Ser Kirche hin. Sie sind tn einfachen, aber gut abgewogenen

sich treu.

Sie blickte empor und ein warmer Strahl ihrer brau­nen Augen traf ihn.

„Mein lieber Herr Semmler, Sie sind ein guter, guter Mensch. Aber nie könnte ich ein solches Opfer annehmen. Sie Wagen sich selbst knapp durchs Leben und nun wol­len Sie auch noch fremde Bürde auf Ihre Schultern neh­men, nein — niemals!"

Erwin Semmler lächelte ein wenig schmerzlich: „Fremde Bürde? — Ja — wenn Sie es so auf fassen —. Sehen Sie, Fräulein Rasmus, ich könnte zwar die Summe nicht auf einmal bezahlen, wohl aber den größ­ten Tell, unb den Rest übernehme ich auf mein Gehakt. In wenigen Monaten wäre alles erledigt, die Erinnerung an diese ernste Zeit getilgt, — unb — wenn — Sie bann st-äter — nach langer Zett einmal den Wunsch haben, etwas zurückzuerstattsn —" er rieb- nervös die Hände in­einander und betrachtete feine Nägel — „Na — ja — Fräulein Jssabe, Sie wissen schon, wie ich es meine."

Unb ob sie es wußte! Erwin dachte gar nicht daran, je einen Pfennig von dem jungen Mädchen zurückzufor» dem, das sich selbst unb die Familie nur mühsam durch­brachte, er wolle ihr nur goldene Brücken bauen, chr die Annahme seines Anerbietens erleichtern, dem Ganzem das Mäntelchen des Darlehens umhängen, damit es nicht wie ein Gnadengeschenk erscheine. Ach — der gute Erwin war ein trefflicher Mensch, aber ein herzlich schlechter Diplomat, und Strobe blickte ihm in diesem Augenblick bis auf bin Grund seiner ehrlichen Seele die aufgeschlagen wie ein Buch vor ihr lag.

Schon manche Seite hatte sie darin studiert unb stets nur Liebe zu ihr unb stummes Werben gelesen.

Barockformen ausgeMrt, rote uns in Bautzen überhaupt manche Zeugen des bauluftigen 18. Jahrhunderts begeg­nen. Die eigentliche Bischöfliche Residenz liech etwas Das Domstift hat ein

ÄifaSs NasmilS Novelle von Felix Neumann.

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Alle diese Erlebnisse zuckten durch des Mannes Kopf, «fe er warm unb innig die Worte sprach: „Sie haben Freunde". Frmckein Rasmus hatte sich gefaßt. Sie wußte, daß ste gerade in diesem Augenblick männliche Stärke leigen mußte, tun das zu retten, was überhaupt noch zu Men roar. Was nutzten Tränen unb Anklagen? „Ich ducke Ihnen, Herr Semmler. Sie haben es stets gut »Ä mir gemeint", unb stockenb stchr sie fort: „Ich bin jchon wieher stark! Wie groß sst die ge--nerun«

freute Summe?" Erwin atmete tief auf. „Ich weiß es Acht genau, aber Fräulein Rasmus, ich glaube, fie sst Hsnlich hoch, mehrere tausend Mark." Sie schlug die öors Gesicht und lachte bitter. „Mehrere tausend SOtarf! — Meta Gott, wte soll man die beschaffen! — Das ist ja unmöglich, und was wird Herr Willenberg feto! Auf meine Bitte hin nahm er den Bruder in ^<ähmg, und mm dieser Dank, dieser Dank! Aber ich ®u&te es ja, daß das Unglück im Anzugs war." Se fcrrtj :n bie Weite, als ob sie eine Vision schaue und ffoettte beschwörend, abwehrend bie Hände aus. „Das tatrmrt davon, wenn Äne schwache, kränkliche Mutter dem *fodigen Sohn vergöttert und verzärtelt. Dann wachst zur Rute unb Geißel heran. Unb wenn ich eingreifen 5°öte, Mr Strenge riet, bann hieß es: die mißgünstige dwester! Unb’ ich habe es doch stets so gut gemeint!" t *. semmler erkannte, daß er ein enscheidendes Wort ' feechen nwßte. Sein Ensschkuß war gefaßt — die Zett ^Ogte. kteden Augenblick konnte Rödenbeck zurückkehren

Mir her Chef eintreten, bann war alles verloren Er .feite bas Haupt ein wenig und trat näher.

sst es nur wenigen bekannt, von welcher Sebeutung für bie Kriminalistik der heutige Stanb der Chemie ist unb wie ausgebehnt das Arbeitsfelb sst, bas ber Gerichts­chemiker restlos in allen seinen weitverzweigten Ge­bieten beherrschen muß, um wirksam an ber Bekämpfung bes Verbrechertums teilnehmen zu können.

Das Laboratorium, in bem bie ganzen Experimente unb Untersuchungen vorgenommen werben, ist natürlich für den Besucher eine Fundgrube ber merkwürdigsten unb interessantesten Dinge unb manchmal geradezu em kriminalistisches Raritiitenkabmett. Dutzende geheimnis­voller Flaschen unb Fläschchen, Reagenzgläser mit Blut- ! proben, Brutöfen, präparierte menschliche Körperteile usw. machen den Beschauer begierig, den Schleier von Geheimnissen zu lüften, bie noch der restlosen 2luft.arung