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Nr. 255 vorn 31. Okt. 1924. !
und
Gg.
Sonntag, den 2. November d. js., sind unsere
11-1 Uhr geöffnet
mittags
Der beste weg. Junger Dichter: „Und welchen Weg muß ich einschlagen, Herr Redakteur, um ihren Beifall zu finden?" — Redakteur: „Schleunigst den Heimweg!"
S. Baer & Co., Gebrüder Baum, Leopold Estin wege, Simon Eukwege, F. Goldberg, J Greif, ]. Heller & Cou Fritz Heuser, Geschwister Hess, Wilh. Hess, J. Katz, Franz Köhler, Berta Martin & Co., Geschw. Modest, Otto Pohle, David Rosenfelder, Gebr. Sichel, Jacob Sichel, J. Schönfeld Nachf., Leo Stern, Simon Weilburg, Moritz Weilburg, Ä.;H. Wertheim, Joseph Zahner, ZolkosWw.
Prinzessin wurde sehr übel in Strafe genommen auf fünf Jahre aus der Grafschaft ausgewiesen.
alle ihre Bedienten in Trauerkleidern zum Grabe folgen, während sie selbst wochenlang nur in tiefster Trauer erschien. So empfing auch eine Herzogin zu Paris beim Tode ihres Hündchens Kondolenzbesuche. 5in Prinz von Oranien bedachte im Testament seinen Hund mit einer sehr hohen Rente, und ein Londoner Apotheker vermachte seiner Magd sein ganzes Vermögen mit der Bedingung, sich seines kleinen Leibhundes anzunehmen. Sergius befaß einen Hund, der durch einen Wolf zerrissen wurde; zu seinem Andenken bestimmte er einen Jahrestag, den er künftig durch Fasten beging. Auch Friedrich der Große betrauerte übermäßig den Tod seiner Hündin Alkmene und schloß sich lange bei dem Leichnam ein, den man auf des Königs Befehl bis zu: seiner Rückkehr aus Schlesien in seinem Bibliothekszimmer untepgebracht hatte. Den Kadaver ließ er in jener ausgemauerten Gruft zu Sanssouci beisetzen, die er für sich selbst bestimmt hatte.
Lobgedichte, Lrabschriften, Oden, selbst Trauerspiele auf Hunde föntie man zu ganzen Bänden zusammenstellen; sogar eine Stadt wurde durch den Mazedonier Alexander einem toten Hunde zu Ehren erbaut. Samar, iiniers widmete sogar einem Hunde eines seiner Werke. Endlich weiß man in Genua von dem Seibhunde des Seehelden Andreas Doria, der auf einer Jupiterstatute im Garten des Palastes Doria verewigt ist. Dieser Hund erhielt von Philipp II. eine jährliche Pension von 200 Goldkronen, er wurde durch zwei Sklaven bedient, die ihm seine Kost in silbernen Schüsseln brachten.
Südamerika, mit dem Osten. Aber der Anteil Deutsch- lands am Weltkabel betrug doch nur 8,3 vom Hundert, der Anteil Englands dagegen 54 vom Hundert. Trotz dieser Sachlage wurde es in Deutschland vor dem Kriege versäumt, das Funkwesen genügend auszubauen. Welche Bedeutung die Gegner Deutschlands den wenigen Stationen des Deutschen Reiches beimaßen, geht daraus hervor, daß sie bei Ausbruch des Weltkrieges die erdenklichste Mühe darauf verwandten, die deutschen Funkverbindungen in Uebersee mit großem Aufwand von Streitkräften zu zerstören.
1919 ging man in Deutschland daran, Funkverbin- düngen mit den wichtigsten Ländern herzustellen. Heute ist das Funkwesen bereits stärker ausgebaut als vor dem Kriege. Verbindungen bestehen mit fast allen Ländern Europas, zwei mit den Bereinigten Staaten, eine mit Südamerika, eine mit China, eine mit Togo.
Aber nicht mir dem Fernhören, auch dem Fern- sprechen ohne Draht wendet man besondere Aufmerksamkeit zu. Und da ist gerade dieser Tage ein Erfolg zu verzeichnen gewesen, der bahnbrechend sein dürste. Wie Staatssekretär Bredow in einem Vorfrage mitteilte, ist es am 14. Oktober 1924 r ' mgen, ein G e - spräch zu führen mit einem Dampfer auf See, nämlich mit dem von Bremen ausgefahrenen Dampfer „Sierra Morena". Von Berlin aus wurde er drahtlos angerufen und zur Antwort aufgeforbert. Deutlich vernehmbar konnten die in Berlin in der Reichspost versammelten Gäste durch Lautsprecher die Antwort hören: „Hier Sierra Morena." Der Ausbau dieser Erfindung ist — nach Bredows Aeußerung — lediglich nur mehr eine Geldfrage. Auch Versuche mit D-Zügen sind im Gange.
Wir sehen, der Unterhaltungsrundfunk ist nur ein Zweig des weit verästelten Funkwesens. Wer noch vor einem Jahre, als von Berlin aus die ersten Konzerte auf unvollkommenen Sendern unvollkommenen Empfangsapparaten mitgeteilt wurden, die heutige Entwicklung prophezeit hätte, wäre ungläubigen Hörern begegnet. Obgleich das Funkwesen bereits ein Vierteljahrhundert alt ist, haben wir doch alle das Gefühl, als stecke e= noch in den Kinderschuhen. Die technischen Möglichkeiten sind längst nicht erschöpft. Was heute mit dem fahrenden Dampfer gelungen ist, kann morgen mit dem D-Zug, übermorgen mit dem Luftschiff geschehen. Die elektromagnetischen Wellen sind noch längst nicht all ihrer Geheimnisse beraubt.
Stöße des Lebens bedeutend." (Goethe.)
Der Herzag von Richmond ließ in Sussex einen Hunde- stall anlegen, dessen Kosten sich auf 10000 Pfund Sterling beliefen. Der Herzog von Bedford legte zu Woo- burn einen Hundestall an, der gar auf 70 000 Pfund kam. Für den einzelnen Hund zahlte er 40, ja 50 und mehr Guineen, für frühere Zeiten ein enormer Preis. Ein Sir Rowley hatte auf seinem Rittersitz in Suffolk einen Hundestall von vier Morgen Größe; die Gebäude, außerordentlich gut gebaut, waren architektonisch prachtvoll verziert und enthielten selbst ein warmes Bad für die Hunde. Auch in Deutschland gab es eine hochgeborene Hundeliebhaberin, die um 1700 zu Mömpelgard residierende Prinzessin Anna von Württemberg; sie hielt sich ein ganzes Heer von Hunden, von denen einige Dutzende von kleinerer Rasse sich in ihren Zimmern befanden, um ganz besonders zart behandelt und gepflegt zu werden. Die Prinzessin ging sogar soweit, daß sie eins ihrer Kammermädchen, das sich über den Tod eines dieser erlauchten Tiere nicht betrübt genug zeigte, mit Stecknadeln stach und die Wunden mit Siegellack betröpfelte, sodaß es dem armen Mädchen fast das Leben kostete. Aber die deutsche Gesetzgebung war zum Glück doch schon so weit, daß sie vor einer erlauchten Sünderin keine Einschränkungen mehr zuließ. Die
Höflichkeit.
Ins „Album" zu schreiben.
Den Ruf der Höflichkeit erwerben, ist hinreichend, um beliebt zu sein.
Höflichkeit ist eine Art Universalmittel, sich in Gunst zu setzen.
Höflichkeit ober Unhöflichkeit sind nicht Gradmesser für Aufrichtigkeit, sondern Zeugnisse über unsere Kinderstube.
Höflichkeit wird nur „konventionelle Lüge", wen» du deinem Gruß nicht Nuancen zu geben weißt.
Höflichkeit kostet dich nichts, und hilft dir viel!
Höflichkeit frommt nur dem, der sie erzeigt.
„Höflichkeit ist ein Luftkissen, aber es mildert die
heileres.
Der vielgeliebte. „Mit dieser jungen Dame muß ich früher schon mal verlobt gewesen sein! Ich erkenn» ihre Briefe wieder an den orthographischen Fehlern!"
*
Zwiegespräch. „Ach, ich ärgere mich furchtbar, daß ich mich an diesen ledernen Mann gebunden habe." — „Ja, sehr zu bedauern — so ledern gebunden "
f Ein Zahr Rundfunk.
Bon F. ©ünftermann.
(Nachdruck verboten.)
Der Oktober ist der Geburtsmonat des Deutschen k Merhaltungsrundfunks. Vor einem Jahre, am 21.O?- gber 1923, begann der erste deutsche Sender seine Tätiget, und zwar im Voxhause in Berlin. Dieser Sen- Vr war auf Veranlassung des Staatssekretärs Bre - von der Reichspostdehörde eingerichtet worden. Nuf Welle 400 gingen 12 Konzertstücke von 8—9 Uhr tibenbs zu den staunenden Hörern. Bescheiden war der " Anfang. Skeptiker und Kritiker fanden reichlich Gelegenheit zur Nörgeln.
" Was ist im Laufe des Jahres aus dem Rundfunk ! geworden?
Man mag zum Unterhaltungsrundsunk stehen wie f man will. Das eine steht fest: der Rundfunk hat eine Bewegung entfacht, die weiteste Schichten unseres Vol- fes umfaßt. Im Salon der eleganten Frau läßt man flch zum 5-Uhr-Tee die Weisen eines fernen Orchesters "gefallen; und in der Stube des Handwerkers, des kleinen Mannes, versammelt sich abends jung und alt, um eine Opernübertragung anzuhören oder einem guten Wortrag zu lauschen. Gerade aus den Kreisen, die es selten oder gar nicht erschwingen konnten, ein gutes Konzert zu besuchen, Hai man sich mit Begeisterung auf den Rundfunk gestürzt. Es dürste auch ernsthaften Kritikern einleuchten, daß in dieser Hinsicht dem Rundfunk ein volkstümlicher Wert innewohnt, sofern nur die Sender neben schmackhafter auch nahrhafte Kost bieten.
Staatssekretär Dr. h .c. Bredow, der der eigentliche Schöpfer des Rundfunks in Deutschland ist, gab vor wenigen Tagen die Zahl der angemeldeten Teilnehmer auf 350 000 an, dazu kommen die Familienmit- glteber, so daß täglich etwa 1 Million Volksgenossen bunt) ben Rundfunk erbaut, erfreut ober — hin und roieber — geärgert werden. Diese Zahl, die eher zu niedrig als zu hoch gegriffen fein dürste, umfaßt nur die angemelbeten Teilnehmer. Es ist jedoch offenes Geheimnis, daß es eine sehr große Zahl von sogenannten Schwarzhörern gibt, die nicht allein die Post- behörde um den gewiß nicht unerschwinglichen Monatsbeitrag von 2 M. bringen, sondern die durch selbst- gebaute, unsachgemäße Apparate oft die Ursache unangenehmer Störungen sind. Der Kamps gegen diese Schwarzhörer ist lebhaft im Gange; es ist zu wünschen, daß er Wandel schafft.
Das eigentliche Funkwesen — bas erst allgemeine Bedeutung erlangte, als es der großen Masse zugänglich gemacht wurde — ist natürlich erheblich älter als der jUnterhaltungsrundsunk. Vorher diente bas Funkwesen lediglich militärischen Zwecken. Marconi, der die elektromagnetischen Wellen zuerst in ihrer Auswertbar- feit erkannte, hatte keinen geringeren Plan, als an allen Enden der Erde feine Stationen zur Verbindung mit dem gesamten Schiffsverkehr zu errichten und so ein Monopol in die Hände zu bekommen. Beinahe wäre ihm das auch gelungen. Er hatte Anweisung erlassen, feinem Schiffe Mitteilung zu geben, das nicht mit feinen Instrumenten ausgerüstet war. Das Funkwesen wäre völlig in die Hände Englands geraten. Auch deutsche Schiffahrtsgesellschaften waren schon in ben Ring eingeschlossen. Hier setzte die Arbeit Bredows ein. Mit f)nfe der Hamburg-Südamerika-Linie gelang es, Bresche gn schlagen. Nach wenigen Jahren war es möglich, eine deutsche Organisation zu schaffen, die sich über die ganze Erde erstreckte.
Das war besonders wichtig, da England es verstanden hatte, den Erdball mit einem Kabelnetz zu umspannen. Die Säulen Englands waren tatsächlich seine Flotte und bas Kabelnetz. Deutschland begann zwar auch, Kabel zu bauen, und schuf die Verbindung mit
Aus aller Welt.
— Reisen, eine Wissenschaft! Zwar reift man heut, sehr viel häufiger als in früherer Zeit. Dafür aber nahm man das Reisen früher sehr viel ernster. Sc ernst, daß ein Universitätsprosessor in Göttingen im Jahre 1777 unter großem Andrang eine Vorlesung übet das Reisen hielt. Das Reisen sah man dazumal in erster Linie als ein Bildungsmittel an, und man maß ihm nicht weniger Wert bei wie etwa dem Erlernen fremder Sprachen. Da kann es nicht Wunder nehmen, daß
man ihm auch im Vorlesungsverzeichnis der Universi
täten ein Plätzchen einräumte. Der betreffende Professor, Schlözer war cs, begann fein Kolleg mit den
Worten: „Wir Deutsche reisen häufiger als vielleicht
irgendein anderes Volk der Welt, und diesen Geschmack am Reisen können wir unter unsere Nationalvorzüge rechnen." Dann wandte er sich ben verschiedenen Arten des Reisens zu, wobei er vor dem bloßen „Durchfliegen" einer Gegend warnte, das keinerlei geistigen Vorteil bringe und daher auch keinen Stoff abgeben könne für eine Vorlesung, die das Reifen als eine „Kunst ober „Wissenschaft" ansehen wolle. Natürlich erfordert eine Reise, wie sie dem Professor vorschwebt, eine umfangreiche und gewissenhafte Vorbereitung. Man soll alles, was man sehen will, schon aus Büchern und Beschreibungen kennen, nicht nur damit man größeren Genuß davon trägt, sondern auch aus Sparsamkeitsgründen, damit man die kurze und teure Reisezeit nicht mit der Aneig- nung von Kenntnissen zubringt, die man sich zu Hause verschaffen kann. Auch Methode soll im Reisen liegen. Man soll nie entfernte Gegenden aufsuchen, ehe man nicht die näherliegenden kennt. In diesem Zusammenhang warnt er besonders vor Auslandsreisen. „Deutscher Junge, lerne dein Vaterland kennen, sonst bist bu nicht wert, ein Deutscher zu heißen."
— Welches ist der reale Wert Newyorks? Eine ungeheure Summe, nämlich 12 Billionen unb über 300 000 Dollars, nach deutschem Geld etwa 51 unb eine halbe Billion Mark. Allein im letzten Jahre Hai ber Gebäude- und Grundstückewert um rund 150 Millionen Dollar zugenommen. Diese Zunahme ist vor allem ber regen Bautätigkeit in den letzten Monaten zuzuschreiben. So wurden in Brooklyn 15 000, in Queens 22 000 und in anderen Stadtteilen 5000 Häuser erbaut; dazu kommen 400 neue Geschäftshäuser im Industrieviertel Manhattan. Am meisten Grund- und Gebäudesteuer entrichtet John Rockefeller, ihm folgen I. W. Domohne, Helene Mac Cann, G. Ehret, C. Vanderbilt unb H. P. Whitney. Auch bas Waldorf-Astoria-Hotel zahlt zu ben teuersten Gebäuden des Staates Newyork. Sein Wert wirb auf 12 unb eine viertel Million Dollar geschätzt.
Sonderbare Hundesreunde.
Von Retha Timm.
Man sagt vielleicht nicht mit Unrecht, baß sich in seinem Verhältnis zum Tiere ber Mensch zu erkennen gibt. Hunbe sollen wohl auch eine sehr feine Witterung für bie guten Menschen haben unb sich solchen am liebsten anschließen: boch beruht bas wohl mehr auf gegenseitiger Neigung, beim bas Tier nähert sich bem am liebsten, von bem es instinktiv fühlt, baß er ihm wohlwill. Ein gewisses Maß freundlicher Gefühle gegenüber bem Tier steht ja auch bem Menschen wohl an, solange das Wohlwollen gegenüber den Hunden nicht in Uebertrei« b u n g ausartet, wie es leider oft bis zur Unglaublichkeit ber Fall ist.
Am besten geht es ben Hunden zweifellos in Frankreich und England und auch an ber Goldküste wurden sie einst so hoch geachtet, daß man sich hier gegen lieber« Lieferung eines Hundes den Adel erwerben konnte. Die alten Aegypter vergötterten ihre Hunde geradezu, unb andere Völkerschaften ehrten sie durch prächtige Leichenbegängnisse, Ehrensäulen unb blenbenbe Leichenmahl- zeiten, faft mehr als ihre eigenen Toten selbst. So betrauerte auch eine reiche Londoner Dame ihren abgeschiedenen vierbeinigen Freund auf bas zärtlichste, ließ
Doppelsinnig. A.: „Aus Pommern kommen die meisten unb größten Ochsen!" — B.: „Das bezweifle ich, die kommen aus Mecklenburg! — „Na, hören Sie mal, ich muß das doch wissen, ich bin ja selbst aus Pommern!"