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Nr. 253 vom 29. Okf. 1924. !
Zur Unterhaltung
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Im Reg'.mentskasino. Leutnant: „Wer zum Kuckuck hat Ihnen den geheißen, Blumen auf den Tisch zu stel- len?" — Ordonnanz: „Der Herr Oberst, Herr Leutnant. — Leutnant: „Die Blumen machen sich nicht übel, was?
Der Gelöfürp der Welt
Anläßlich der großen Anleihe an Deutschland, die nun in Ordnung gekommen ist, liegt Veranlassung vor, den Führer der berühmten Geldstraße Wall Street in New- york zu erwähnen, der, wie keine andere Firma, mit der „Großfinanz" jenseitig des Atlantischen Meeres gleichbedeutend ist.
Während der großen Krise im Jahre 1907 war es im Buchzimmer 2. P. Morgans, wo die Leiter der Banken sich einfanden, um zu besprechen, was zu machen sei. Morgans Bestrebung, einen Schiffahrtsring zu schaffen, war wohl einer seiner größten und gewagtesten Gedanken, und es glückte ihm, eine Reihe Reedereien für seine Idee zu sammeln und dabei den amerikanischen Jntereffen innerhalb der Welffchiffahrt größeren Platz zu schaffen. Aber es standen auch damals mächtige Inte- ressen dagegen. Morgans „Schiffahrtsring" existiert indessen heutigen Tages noch in dem großen „International Mercantile Marine u. Co." Viele Schiffe dieses Rin- ges fahren freilich unter britischer Flagge („White-Star Line zum Beispiel); aber das Kapital ist zum größten Teil amerikanisch.
Der große Pierpont, Morgans Sohn John Pierpont, hatte gewaltige Interessen zu übernehmen, und es bestand einmal Zweifel darüber, wieweit er des Hauses Morgan Stellung zu behaupten vermöge. Er hatte als Bankmensch eine solide Ausbildung bekommen, besonders in England, und als er 1901 nach Hause berufen wurde, um die Firma seines Vaters zu übernehmen, hatte er 12 Jahre in englischen Banken gearbeitet. Er bekam während feiner Jahre in England auch Einblick in europäische Verhältnisse, und durch seine vielen Verbindungen vermehrten sich seine Interessen an Europa. Cs war aber erst während des Weltkrieges, als „der neue Morgan" als Weltfinanzmann hervortreten sollte. Der Umstand, daß die britische Regierung und die Alliierten P. I. Morgan u. Co. zu ihrem Finanzagenten in den Bereinigten Staaten machten, bewefft die dem alten Finanzhause beigelegte Bedeutung.
Seine erste Kriegsanleihe gewährte Morgan u. Co. Rußland. Cs waren an die 12 Millionen Dollar. Nach dieser folgte eine Anleiheoperation der anderen, 50 Millionen an Frankreich im Jahre 1915, 500 Millionen Dollar an die Alliierten usw.; an der letztgenannten Anleihe beteiligten sich nicht weniger als 2200 amerikanische Banken.
Nicht ohne Grund wird vom Hause Morgan gesagt, daß ohne dessen Beistand die Anleiheoperationen in Wall- Street nicht sicher seien. Sicher ist in jedem Fall, daß Morgan u. Co. und „Morgan-Gruppe" in Wall-Street Immer zuerst gesucht werden, wenn es große internationale Anleihen gilt. Morgans mächtiger Einfluß reicht überall hin, seine Firma steht an erster Stelle in dem internationalen Bankkonsortium, das China eine Anleihe gewährt hat. Er war es, der den Sturm auf den französischen Franken im Frühjahr durch seinen Kredit von 100 Millionen Dollar an Frankreichs Bank aufhielt, und nun öffnet er Amerikas Goldkeller für Deutschland, allerdings nicht der schönen Augen der Deutschen wegen, sondern gegen recht gute Verzinsung und große Sicher-
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Die Erhaltung einer anderen, hervorragenden Ge- ; schickstsquelle wird ebenfalls lediglich Fulda verdankt. Der Heide noch ist Rom ausbewahrte Cod. Vaticanus Nr. 1873 stellt tße älteste und wichtigste Handschrift des Ammianus ötarcdßnus dar, aus der mit Ausnahme der 6, früher Hersfelder Blätter alle übrigen Handschriften dieses Ge- schreibers abgeschrieben sind. Er behandelte in seinem lwllstchidigen Werk die Zeit von 96—378 nach Ehr., er. hakten sind aber nur die Bücher 14—81, die seine eigene ZM, 353—378 nach Ehr., ausführlich darstellen, etwa von fern Auftreten Julians des Abtrünnigen (Aleman- nenschlacht bei Siraßchurg 357 im 2. Kapitel des 16. Buches) bis zum Tode des Kaisers Valens im Kampf
Abhandlung Vollmers .über die Textüberüeferung des Apicius in die Hande. Dort wird (Sitzungsbericht der Münchener Akademie der Wissenschaften 1920, 6. 216« handl. S. 16) zunächst die Wahrscheinlichkeit dargetan, daß entsprechend den Caesares des Sueion im 9. Jahrhundert auch eine Handschrift des Apicius im Kloster Fulda lag, dann aber wird noch ein ausdrückliches Zeugnis angeführt, das auf die Herkunft aus Fulda hinweist. Henoch aus Asccli, ein Abgesandter des Papstes Nikolaus V., unternahm in feinem Auftrag eine Reise nach Deutschland, um alte Handschriften aufzuspüren. Als Wegweiser diente ihm dabei ein Reisebericht, der „in memafterio suldulensi (das ist Fuldensi) das Werk des Apicius verzeichnet Dieser Handschrift sich zu bemächtigen, ist fienod) geglückt. Er hat noch bei Lebzeiten — es gibt dafür'handschriftliche Belege — den Apicius anderen zur Durchsicht überlasten und aus seinem Nachlaß wird im Dezember 1457 das Vorhandensein dieses Werkes gemeldet. Die späteren Handschriften des Llpicius stammen aus dieser von Henoch in Fulda mitgenommenen ab.
Auch heute noch fft man geneigt, den Bewohnern Fuldas eine besondere Vorliebe für die Erzeugnisse der Küche zuzusprechen. Es ist daher nicht ganz unwabr- cheinlich, daß schon in früherer Zeit diese Hineigung so tark heroortrat, daß man es für nützlich hielt, sich eine Abschrift des alten römischen Kochbuches zu verschaffen Damals gab es eben entsprechende Werke in unserer Muttersprache noch nicht, auch waren unsere Vorfahren in der feineren Küche noch wenig bewandert. Heute bestehen triefe Schwierigkeiten nicht mehr, und daher braucht man nach den alten Rezepten nicht mehr zu fragen.
Farben und Lacke
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Aus aller Wett.
— Die Folgen des Floreulenfraßes in den preußischen Wäldern. Der preußische Landwirtschastsimmster hatte dieser Tage eine Besichtigungsreise durch die vom Floreulenftaß geschädigten preußischen Waldungen unternommen. Es bat sich herausgestellt, daß der Schaden nicht so groß ist, als inan ursprünglich angenommen hatte. In einigen Provinzen allerdings sind erhebliche Wald- ftächen infolge des Eulenfraßes abgestorben und die Abholzung dieser Wälder mußte dringend beschleunigt werden. Eine große Zahl geübter Waldarbeiter aus Bayern, Oberschlesien und anderen Waldgebieten mußte herangezogen werden, um die Abforstungsarbeiten möglichst schnell durchzusühren und dadurch große Holzmengen vor dem völligen Verderben zu bewahren, insgesamt handelt es sich um etwa 700 000 Festmeter Holz, das schnellstens der Verwertung zugeführt werden muß. Don den insgesamt 200 000 töektar der preußischen Staatsforsten, die vom Eulenfraß befallen sind, sind nur etwa 20 000 Hektar dem Kahlabtrieb verfallen. Bei einem großen Teil der befallenen Wälder kann man auf Wiederbegrünung rechnen, die teilweise schon begonnen hat. Falls die Wälder im nächsten Jahr von ähnlichem Unglück verschont bleiben, hoffen die Sachverständigen, daß die Wälder die schwere Wachstumsstörung überwinden werden.
— Lin alles Zollernschloß in Gefahr. Das althisto- rische Zollernschloß in Balingen (Württemberg), das vor kurzem durch die Stadt erworben worden ist, ist dem Verfall nahe. Ein Teil des Mauerwerkes ist bereits eingestürzt. Sachverständige erklären, daß der Bau nur unter schwierigsten Umständen erhalten werden kann. Es finden gegenwärtig Verhandlungen des staatlichen Denkmalsamtes, der berufenen Aemter des Heimat- und Denkmalsschutzes und der Stadtverwaltung statt, um über die Möglichkeiten einer Restaurierung zu beraten.
— Line neue Erklärung des sogen. „Sodbrennens". Sodbrennen ist schwer zu beschreiben. Es ist, wie Geheimrat Craemer im „Archiv für Med. Kr." ausführt, ein Gefühl, als ob eine Flamme im Magen ange- zündet würde, die bis in den Schlund heraufbrennt; das Gefühl kann bis in die Schulterblattgegend, selbst in die Ohren ausstrahlen. Häufig ist das Sodbrennen namentlich nach stärkemehl- und zuckerhaltigen Speisen (auf- fallend oft nach Reis), nach schwer verdaulichen Gemüsen, viel Früchten, alkoholischen Getränken und nach starkem Rauchen. Eine neue und eigenartige Erklärung des Sodbrennens gibt Hugo Schmidt. Rach ihm kommt das Sodbrennen nur vom Trinken reichlicher kalter ober heißer ober süßer Flüssigkeiten beim Essen. Läßt man die Betreffenden trocken essen, so tritt kein Sod- brennen ein; nur der dünnflüssige, stark saure Mageninhalt kann in die Speiseröhre zUrücktreten und Sod- brennen erzeugen. Schmidt weist darauf hin, daß schon o. Leyden viel trockene Semmeln essen ließ, um das Sodbrennen zu verhüten. Von den neueren Behandlungsmethoden sei die Magenspülung erwähnt; oft genügt eine einzige, um das Sodbrennen für lange Zeit -zu befeitigen.
— Jagdliches. Die bayerische Iagdzeitschrift „Hege und Jagd" berichtet, daß in den bayerischen Alpen ein Steinadler zur Strecke gebracht wurde, der eine Spannweite von über anderthalb Meter aufwies. Da der Stein- ober Goldadler (aquila chrysaetus) in Süd- deutschland immer seltener wird, so wird in Iägerkreisen der Abschuß des kühne.: Seglers und Königs der Lüfte sehr bedauert. — Ein noch größerer Steinadler wurde etwa vor Jahresfrist in Vorarlberg, nahe der Reichs- grenze, von einem Jagdaufseher heruntergeknallt. Dieser Adler hatte nahezu zwei Meter Spannweite. — In der Danziger Niederung brachten Mäher aus einem Haferschlag 48 Wildschweine hoch. Es waren sechs stramme Bachen mit 42 Frischlingen.
— Die Rase des Jagdhundes. Für den Jäger ist die gute Nase eines Hundes von so ausschlaggebender Bedeutung, daß ein Jäger ohne Hund eigentlich nur ein halber Jäger ist. Unzählige Male, schreibt der Tierforscher Th. Zell in seinen „Tierbeobachtungen", würde ein Mensch mit den schärfsten Augen nicht wissen, daß in seiner Nähe Wild verborgen fei, wenn ihn fein treuer Begleiter nicht darauf aufmerksam machte. Er wittert die im dichten Kraut verborgenen Rebhühner, Fasanen, Kaninchen usw., er weiß — ein Beschnüffeln genügt ihm — ob ein Fuchs- oder ein Dachsbau bewohnt ist ober nicht. Die hervorragendsten Dienste leistet er, sobald ein Stück Rotwild tödlich getroffen ist, aber noch die Kraft hatte, sich in ein Dickicht zurückzuziehen. Ohne Hilfe des Hundes würde in solchen Fällen, die die Regel bilden, das Stück Wild nicht bloß für den Schützen verloren fein, sondern auch häufig einen martervollen Tod sterben und von Füchsen und anderem Raubzeug gefressen werden. Deshalb bringt man den Hund auf die Schwetß-
— - — ■ " —• Beute geführt.
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In diesem Jahre bringt die Verlagsbuchhandlung I. P. Bachem in Köln wieder einige literarisch wertvolle Bücher zum Teil neuer Autoren heraus, die den Durchschnitt überragen^
Dora Hohlfeld, besonders empfohlen durch Richard von Schaukal, schildert in ihrem Grenzroman Meerland-Menschen auf Grund tatsächlicher Geschehnisse Menschenschicksale in künstlerischer Gestalt. Der Roman spielt im Jahre 1920 im Ostseegebiet zwischen Pommerellen und der Pommerschen Seeplatte, an der Grenze von Neu-Polen.
Georg Julius Petersens Roman Um bte Scholle ist ein politischer Zeitroman von bleibenber Bedeutung. Die Landschaft an der Schwentme bei Kiel ist der Schauplatz dieses packenden Romans. Ein Kampf um die Scholle, zwischen dem auf seinem Besitz bestehen- beu Grundbesitzer aus einem alten holsteinischen Grasen- geschlecht und seinem Mühlenpächter. __.
Hugo Strauch stellt in seinem Roman Balen- tins Magnificat einen hochbefähigten Oratorien» kvmponiften und sein gleichstrebendes junges Weib m den Mittelpunkt der lebhaften Handlung, die m Köln und Münster spielt. Er verbindet mit begeisterter Liebe zur Musik feinsinnige Menschenbeobachtung und gewandte Darstellung im christlich-edlen Geiste, zarte rheinische Weiblichkeit und echtes naturgewachsenes Künstlertum.
Anna Freiin von Krane, die deutsche Cyn- stus-Erzählerin, erzählt in ihrem neuesten Werk Eiken- born, die Geschichte eines Hauses und eines Geschlechts, schlicht und einfach aber mit packender Wärme die merkwürdigen Schicksale eines Hauses und eines Geschlechts, das zum Teil ihr eigenes ist, und zwar auf Grund alter Tagebücher und Aufzeichnungen, die zum Teil bis zum Dreißigjährigen Kriege zurückreichen. In der Erzählung „Der Spielmann Gottes aus der Zeit des Heiligen von Affissi zeigt die Dichterin eine künstlerisch fern angelegte Mischung vornehm gehaltener Novellist,k italienischen Charakters mit dem Ton der kalhol. Legende.
Carl Rademacher hat sich in feinem Roman Caesarius von Heisterbach, eine Kunstlerge- schichte aus dem Klosterleben des 13. Jahrhunderts, die Aufgabe gestellt, die alte Kunst, wie sie in den Klostern im 13. Jahrhundert geübt wurde, im Rahmen einer zeitgeschichtlichen Erzählung der Gegenwart näher zu brrn- gen, was ihm überraschend gut gelungen ist. Ernst Gasques, des weiland kölnischen Schauspielers und Schriftstellers kulturgeschichtlicher Roman Gold engei oonKölnhat Franz Bender neu herausgegeben. Der Roman spielt ziir Zeit der Franzosenherrschaft am Rhein zu Mitte des 19. Jahrhunderts.
Ludwig Mathar läßt von feinem Monumentalwerk Die Rheinlande, besten erster Teil ben Niederrhein umfaßt, den zweiten Teil Die Mosel folgen. Das Prachtwerk ist ebenso wie der erste Teil vornehm ausgeftattet und mit 117 Kunstdruckbildern nach Originalaufnahmen und einem Titelbild in Vierfarbendruck versehen.
Walter Rothes hat von seinem Werk Christus. Des Heilands Leben, Leiden, Sterben und Verherrlichung in der bildenden K'.inst aller Jahrhunderte bereits die 7.—10. vermehrte Auflage herausgegeben, dis mit 233 Abbildungen geschmückt ist und vielen Menschen in der heutigen Zeit zur Erhebung und seelischen Vertiefung gereichen wird.
Das Uochbuch des Apicius.
Don Dr K. Wel z.
■ Zur Zeit der Karolingischen Renaissance war Fulda M Haupffitz der geistigen Kultur Deutschlands. Die Wirksamkeit des hl. Bonifatius, des Rhabanus Maurus unb vieler Gehilfen dieser hervorragenden Männer hatten In' dem heffischen Buchenlande eine berühmte Kloster- gründung enfftehen lasten, die sich durch eine große Bib- stothek kostbarer Handschriften auszeichnete. Neben theologischer Literatur wurden viele Handschriften der alten römischen Schriffftekler aufbewahrt, abgeschrieben unb von auswärtigen Gelehrten zur Abschrift begehrt.
Hauptsächlich geschichtliche Werke scheinen bas Interesse der Mönche gefunden zu haben. Verdankt man doch der Fuldaer Bibliothek die Urhandschrift der Kaiser- hiographpen des Sueton. Dieser hatte 12 Lebensbe- fthrribungen römischer Kaffer verfaßt, die als Muster Renten für die damals entstandene Levensbeschreibung Karls des Großen von Einhard. Die alte Fuldaer Hand- schrfft des Sueton fft fvsilich heute verschwunden wie so viele andere, die noch in dem Katalog der ftüheren Fuldaer Dibkiothek verzeichnet sind, den Scherer im 26. Beiheft $um Zentralblatt für Bibliothekswesen 1902 heraus-
gegen bfe Goten 878
Sn Sem benachbarten Hersfeld, das in diesem Zusammenhang wcchl hierher gezogen werden kann, hat sich die «nzige Handschrift der kleinen Schriften des Tacttus er- tzaften. Sie kam im Jahre 1455 nach Rom, fft aber fast ganz verloren und enthielt vor allem die Germania, das Meste Buch über Deutschland und seine damalige Be- Mkerung. Wahrscheinlich hat man in karolingischer Zeit sogar den ganzen Tacitus in Fulda besessen (vgl. Tiani« tius, Gefch. d. latsin. Wteratur d. Mittelasters I S. 671).
gm Jcchre 551 nach Ehr. gab der (Bote Jordan es seine auf Casfiodor benchende Geschichte der Goten heraus. In der Ausgabe dieses für die Geschichte unserer Vorfahren wichtigen Werkes in den Tiomrmenta Germaniae fMvrica fach Theodor Mommsen in der Einleitung S. 47 Wer Ne wichtigste Handschrift, den heutigen codex Heidel, bergensis Nr 921, daß er eher im 8. als im 9. Jahrhundert in Deutschland geschrieben ist, wahrscheinlich in gufbiak von wo mehrere HÄndschriften mit ähnlichen Schriftzügen in das Kloster St. Martin in Mainz kamen, has im Jahre 1037 gegründet wurde.
We diese osten Handschriften weffen auf ein haupt- sffchstch historisches Interesse der alten Bewohner des Fuldaer Landes hin. Doch scheint es, als ob noch eine andere Sette der antiken Literatur besondere Gnade und Anerkennung in ihren Augen gefunden habe, denn von der Wffsenschast allein konnten sie nicht leben. Do» de- rllhmte Kochbuch des Apicius wird aller Wahrfcheinlich- kett nach ebanMs dem Fleiß der Fuldaer Mönche verdankt. Der neueste Herausgeber unb beste Kenner des Apicius, der vor kurzem verstorbene Münchener Gekehrte Fr. Vollmer legt den noch vorhandenen Mfchristen eine jetzt verschwundene Fuldaer Urhandschrift zugrunde.
Die heute unter dem Namen des Apicius gehende Sammlung von Kochrezepten entflammt etwa dem dritten Jkchchundert nach Chr. Apicius, der als Praster und SchlMmer zur Zeit des Kaisers Tiberius lebte, verfaßte zuerst ein solches Kochbuch, es war aber wohl von dem heutigen verschieden und hat ihm nur -den Verfassern amen gestehen. Das erhaltene Kochbuch bietet „eine nach Gegenständen geordnete Zusammenstellung von Kochrezepten. Jedes der 10 Bücher hat eine griechische Ueberschrift, unb es weffen auch sonst die zahlreichen griechischen Wörter und Endungen daraus hin, daß die Schrift auf der grie- Mchen Staat» beruht." (Trüffel, Gefch. d. röm. Ltte- femr § 283, 2). lieber die praktische Verwendbarkeit ein MbÄl abzugeben, ist freilich nicht leicht, es mühten dann erst von kvchkundigen Damen enffprechende Dersuche unternommen werden. Die Unterlage dazu bietet die
-a Ausgabe des lateinischen Textes von ©iarratino unb Leipzig 1922, eine deutsche Uebersetzung bereitete —1 seinem Tode ebenfalls vor, so lange sie nicht . wird man sich mit der ftüheren von Richard unb Leipzig 1909, begnügen müssen
Geduldig! „Zwei Stunden warte ich nun schon auj meinen Mann", sagte eine aufgeregte Dame zu einer ander?ü. *■ „Warum regen Sie sicq auf , antwortete diese, ich warte schon zwanzig Jahre auf einen Mann.
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