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Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadl Fulda.

Nr. 252.

Verantwortlich für die Schriftleitung: Dr. 3o banne» Kramer- ®tueisen: I. B arreller, Fulda. Rotationrdruck und Verla« der : Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernidrecher Rr- 9.

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Dienstag, 28. Oktober 1924-

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51. Zah g.

Wahlen in Hamburg.

Folgerungen aus dem Wahlergebnis für die Reichslagswahl.

Am Sonntag haben die Wahlen zu der Ham­burger Bürgerschaft stattgefunden. Obwohl bei diesen Wahlen auch örtliche Strömungen eine Rolle spielen, hatten doch sogar dieW o h n u n gs- suchenden" eine Liste aufgestellt, so läßt das Wahlergebnis doch Schlüsse auf die künftige Reichs­tagswahl zu.

Die Hamburger Wahl ist, verglichen mit der Reichstagswahl am 4. Mai, eine schwere Nie­derlage der Völkischen. Im Mai hatten diese 36123 Stimmen im Hamburger Bezirk er­rungen »diesmal nur noch 13 680. Auch die Kom­munisten sind von 110 933 auf 76 657 zurückge- ganqen. Gewonnen hat die Deutsche Volkspartei. Sie stieg von 68988 auf 74 604 Stimmen. Demokraten und Zentrum (letzteres spielt in Hamburg, da dort nur wenige Katholiken wohnen, keine große Rolle) haben sich § Halten. Die Demokraten hatten im Mai 77 357 timmen, jetzt 70 500, das Zentrum 9239, jetzt 8494. Die kleine Zahl der hier fehlenden Stimmen dürfte diesmal auf die Splitterparteien (Wohnungs­suchende, Mieterbund usw.) übergegangen sein. Die D e u t s ch n a t i o n a l e n, die im Mai 114 498 Stimmen hatten, erhielten diesmal 90 423.

wtb Hamburg, 27. Off. (Tel.) Hach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis der gestrigen Wahlen zvr Bürgerschaft wurden im Wahlkreis I (Stadtbezirk) 501 024 und im Wahlkreis n (Land­bezirk) 33 029 gUtige Stimmen abgegeben.

Die Demokraten erhielten im Stadtgebiet 66 983 Stimmen und 20 Sitze, im Sandgebiet 3517 Stimmen vnd einen Sitz, zusammen 21 Sitze.

Die Sozialdemokraten 162 282 Stim­men und 49 Sitze bezw. 11 074 und 4 Sitze, zusam­men 53 Sitze.

Der Mielerbund Stadtgebiet: 7048 und 2 Sitze, Sandgebiet: keine Stimme und keinen Sih.

Deutsche Volkspartei: 66858 Stimmen und 20 Sitze bezw. 7736 und 3 Sitze, zusammen 23 Sitze.

Unabhängige Sozialdemokraten, Stadtgebiet: 1591 und keinen Sitz, Landgebiet: keine Stimme und keinen Sih.

Wohnungssuchende: 3419 Stimmen und 1 Sih, bezw. 82 Stimmen und keinen Sitz.

Tlational-Sozialisten: 12817 Stim­men und 4 Sitze, bezw. 863 Stimmen und keinen Sih.

k o m m u n i st e n: 74 090 Stimmen und 24 Sitze bezw. 2567 Stimmen und keinen Sih.

Gewerbetreibende: Stadtgebiet 6798 Stimmen und 2 Sitze, im Landgebiet keine Stimme und keinen Sih.

Freier wirtfchaftsbnnd: Stadtgebiet 2307 Stimmen und keinen Sih, Landgebiet keine Stimme und keinen Sih.

Zentrum: 8105 Stimmen und 2 Sitze bezw. 389 Stimmen und keinen Sitz.

Deutfchnationale: 83 522 Stimmen und 26 Sitze bezw. 6901 Stimmen und 2 Sitze, zusam­men 28 Sitze.

Hanseaten: Stadtgebiet 88 Stimmen und keinen Sih, Landgebiet: keine Stimme und keinen Sih.

Grundeigentümer: Stadtgebiet 2842 Stimmen «nd keinen Sih, Landgebiet: keine Stimme und keinen Sitz.

Volkswirtschaft sbund: Stadtgebiet 264 Stimmen und keinen Sih, Landgebiet keine Stimme und keinen Sitz. -

Kundgebungen.

In Potsdam und in Kassel haben am Sonntag große Kundgebungen des Reichsbanners Schwcrz-Rot-Gold stattgefunden. Das Reichsban­ner in Potsdam hat aus diesem Anlaß das nach­stehende Telegramm an den Reichspräsiden­ten gerichtet: Die in Potsdam versammelten re­publikanischen Kriegsteilnehmer des Reichsbanners und Republikaner aller Parteien erneuern feierlich ihr Gelöbnis, die R e i ch s v erf a f fun g zu schützen und grüßen den Reichspräsidenten mit der Versicherung unbedingter Treue zur Republik und Demokratie. Reichsbanner Potsdam. Der Reichspräsident antwortete mit folgendem Telegramm: Ihr Gelöbnis der Treue zur Republik und Reichsverfassung begrüße ich herzlich. Möge ihre Kundgebung in Potsdam mit bestem Erfolge der Festigung und Vertiefung des republi­kanischen Staatsgedankens dienen.

Im Anschluß an die Fahnenweihe haben sich zwei Zusammen st öße mit Völkischen ereig­net, einer in der Nedlitzerstraße in der Nähe des Restaurants Elysium; mehrere Personen wurden hierbei verletzt, ein Verletzter mußte ins Kranken­haus gebracht werden. Der zweite Zusammenstoß ereignete sich an der Waisenbrücke. Hier erlitt ein Beteiligter eine Kopfverletzung. Insgesamt dürfte es sich um sechs bis zehn Verletzungen handeln. 20 bis 30 Personen wurden festgenommen, dann aber wieder freigelassen.

Nach einer Meldung des Montag aus B r e s - l a u kam Fs in Striegau zwischen Stahlhelmleuten und Mitgliedern des Reichsbanners Schwarz-Rot- Gold zu ernsten Zusammenstößen. Auf beiden Sei­ten gab es Schwerverletzte. Der Polizei ge­lang es erst nach Einsatz stärkerer Kräfte, die aus Auer herbeigeholt worden waren, die Ruhe wie­der herzustellen. Es wurden mehrere Verhaftungen poroevommen. **- 1

Der MWüeitss

Die Rebe des

Am Montag vormittag hat im preußischen Ab­geordnetenhause in Berlin der in der politischen Welt mit Spannung erwartete Parteitag der deut­schen Zentrumspartei seinen Anfang genommen. Den Auftakt der Tagung bildete die Rede des Reichskanzlers, über die wir an anderer Stelle bereits berichten. (Siehe unter Neuesten Nach­richten.)

Dem Verlauf des Berliner Parteitages, der bis Mittwoch dauert, sieht man in führenden Parteikrei­sen, wie aus der Reichshauptstadt gemeldet wird, mit größter Zuversicht entgegen. Das Zentrum kann Dank seiner Haltung im Fortgang der letzten Regierungskrisis sowohl der Problem­stellung auf dem Parteitag, wie auch dem Ergebnis der Auseinandersetzungen mit Sicherheit entgegen­treten. Die Erwartungen, die man an das Ergeb­nis der Beratungen dieses Parteitages im Sinne einer Verstärkung der Position des Zentrums, im Sinne aber auch einer inneren Geschlossenheit knüpft, dürfte, wie wir mit voller Ueberzeugung heute schon sagen können, sicherlich gerechtfertigt werden, Das Zentrum wird auch diesen kommenden Wahlkampf nur unter großen Gesichtspunkten führen, und vor allem wird, der ganzen Entwicklung in den letzten Jah­ren entsprechend, die Außenpolitik im Vor­dergründe stehen. Diese Linie wird einmütig vom Reichsparteitag gebilligt werden.

Es handelt sich auch heute noch um Leben und Sterben des Staates. Zuerst müssen wir den Staat aufbauen, ehe den Interessen einzelner Personen und Gruppen in dem von ihnen gewünsch­ten Sinne Rechnung getragen werden kann. Der Staat ist sozusagen im Zustande der Notwehr und das Zentrum, das sich immer als eine Stütze des Staates erwiesen hat, wird in Wahrung der In­teressen der Gesamtheit des Volkes auch auf diesem Parteitag sich zur Politik des Ausgleiches, der bewährten Politik der mittleren Linie von neuem als zur Richtschnur alles politi­schen Handelns und Strebens bekennen. Die Zen- trumswähkerschaft im Lande kann überzeugt fein, daß gerade von diesem Parteitag eine neue Kraft­quelle für den Bestand und die innere Stetigkeit der Partei ausgehen wird.

Die Richtlinien des Reichskanzler.

Der Führer der Zentrumspartei, Reichskanzler Marx, hat sich über die kommenden Aufgaben der deutchen Politik in derGermania* geäußert. Daß die aus außen- wie aus innenpolitischen Gründen so wünschenswerte Erweiterung der Regierungskoa- tion nicht gelang so sagt er da, ist nicht die Schuld der Zentrumsfraktion, de aufrichtig bestrebt war, die schmale Basis der Regierung nach rechts und nach links zu erweitern. Wenn der Erfolg versagt blieb und schließlich zu dem Mittel der Reichstags­auflösung gegriffen werden mußte, so tragen andere dafür die Verantwortung.

Der Reichstag, der aus den kommenden Wahlen hervorgeht, wird vor der gleichen Aufgabe stehen, deren Lösung dem alten nicht gelang; auch er wird das Prinzip der Volksgemein­schaft in der parlamtarischen Arbeit, d. h. das Zusammenwirken aller zur posisiven Mitarbeit bereiten Parteien an den großen politischen und wirtschaftlichen Fragen der nächsten Zukunft, ver­wirklichen müssen. Hüten wir uns deshalb vor Schlagworten wieLinksblock" oder R e ch ts b lo ck", die das deutsche Volk in zwei feindliche Lager trennen und einen Kampf ent­fachen, der unser nationales und wirtschaftliches Leben auf die Dauer zugrunde richten muß. Das Zentrum kann sich solche Parolen umso weniger zu eigen machen, als es stets eine ausgespro­chene Parteider Mitte, des wirtschaftlichen und sozialen Ausgleichs gewesen ist und auch in Zukunft bleiben muß. Darin liegt die Stärke des Zentrums, darin auch seine Bedeutung fürdieNation. Wenn das auf dem Parteitag des Zentrums klar und deutlich zum Ausdruck kommt, so kann das nur zur Klärung der Sage beitragen. Nichts wäre verfemter, als wenn die Wahlen am 7. Dezember abermals Fehlwah - l e n würden in dem Sinne, daß nicht nüchterne, realpolitische Erwägungen, sondern Schlag- worte den Ausschlag für die Entscheidung wei­ter Kreise geben.

Wer nüchtern und realpolitisch denkt, kann an zwei Tatsachen nicht vorübergehen, mit denen jeder Reichstag, wie er auch zusammengesetzt sein mag, und jede künftige Regierung rechnen muh: das eine ist die Tatsache, daß wir in London Ab­machungen getroffen haben, die unsererseits loyal und ehrlich erfüllt werden müssen, wie auch unsere Vertragspartner gebunden sind, sich in der gleichen Weise daran zu halten. Eine loyale und ehrliche Erfüllung liegt politisch und wirtschaftlich im ur­eigensten Interesse des deutschen Volkes, denn den Lasten, die wir übernommen haben, stehen auch nicht unbedeutende Vorteile gegenüber. Es wäre zu bedauern, wenn Parteien, die nicht grundsätzlich in der Opposition verbleiben wollen, aber glauben, mit einer Opposition gegen die Politik der jetzigen 'Regierung ihre Wahlagitation bestreiten zu können, die Dawes-Gesetze in den kommenden Wahlkampf hineinzerrten. Das würde nur zur unnötigen Verschärfung des Wahlkampfes beitragen, jetzt unsere außenpolitische Situation und nach den Wahlen, wenn von neuem die Frage der Perständiguna über unsere Außenpolitik an die

der ZmtrmsMei.

Reichskanzlers.

Fraktionen herantritt, aber auch die innenpolitische Situation aufs äußerste belasten. Der Parteitag des Zentrums wird das gewiß nicht außer acht lassen und zum Ausdruck bringen, daß für das Zentrum auch nach dem 7. Dezember nur solche Parteien koalitionsfähig sind, die gleich ihm, sich unzweideutig auf den durch die An­nahme der Dawes-Gesetze gegebenen Baden der Tatsachen stellen. Nur von solchen Parteien kann eine Fortführung der bis­herigen bewährten Außenpolitik erwartet werden.

Das andere ist die Tatsache, daß das deutsche Volk eine Verfassung hat, die unbedingt gegen jeden ungesetzlichen Angriff mit allen zur Verfü­gung stehenden Mitteln verteidigt werden muß. Eine Regierung, die darauf verzichten oder sich dieser Aufgab auch nur lässig unterziehen wollte, würde ihre eigene Autorität untergraben. Das Zentrum ist stets eine Verfassungspartei gewesen und wirdesbleib en. Daraus ergibt sich feine Stellungnahme zur Frage des Schutzes der Verfassung von selbst. Wer diesen Schutz nicht ernsllich will, leistet denen Vorschub, die glauben, in Deutschland mit ihren Putschen ihre politischen Geschäfte machen zu können und ist für eine ehrlich auf dem Boden der-Verfassung stehende Partei nicht koalitionsfähig.

Die Deutsche Volkspartei

spricht soeben der Außenpolitik des Zen­trums in einer parteioffiziöfen Kundgebung ohne alle Umschweife ihre Anerkennung aus. In die­ser Kundgebung wird gesagt, daß die bisherige Außenpolitik der Deutschen Volkspartei eine immer größere Anhängerschaft gefunden habe. Diese Feststellung ist um deswillen erfreulich, weil es dieselbe Außenpolitik ist, die die Volkspartei seit Jahren aus das heftigste bekämpft hat, deren zwingender Logik sie sich aber schließlich beu­gen muhte, sodaß sie nun schon seit längerer Zeit diese Außenpolitik zu der ihren gemacht hat und dafür sogar den verantwortlichen Leiter stellte. Wenn nun die Deutsche Dolkspartei das V e r» d i e n st für diese Außenpolitik für sich in Anspruch nimmt, so kann das uns nur mit Freude und Ge­nugtuung erfüllen, denn ein stärkeres Dokument für die Richtigkeit der von uns betriebenen Außen­politik konnte uns die Deutsche Volkspartei gar nicht in die Hand geben.

Strefemanns Parole.

Führung der Witte."

Auf der Tagung der Volkspartei in Thüringen hat Dr. Strefemann u. a. gesagt:

Für die Deutsche Volfspartei komme keine andere Parole in Frage als diejenige, die sie bisher ausgedrückt habe, nämlich Führung der Mitte unter Anschluß der staatsbe­jah en d e n bürgerlichen Kräfte, nachdem die Soziadlemokratie eine andere Lösung abge­lehnt habe. Prinzipiellen Ausschluß der So­zialdemokratie in Reich und Ländern lehne die Deutsche Dolkspartei ab, sie könne aber nicht an der Tatsache vorbei, daß sowohl die große Koalition im Reiche, als auch die große Koalition in Sachsen durch das Treiben der Linkskräfte in der sozialdemokratischen Partei gesprengt bezw. ge­fährdet und erschüttert sei. Gegenüber den Be­hauptungen von einerhalbkonservativen Partei" sei und bleibe die Deutsche Dolkspartei eine libe­rale Partei,- die weder mit Klassenhaß noch mit Rassenhaß etwas zu tun hätte, die ihren Wahlkampf selbständig führe und ihre bisherige Politik beibehalten werde.

völkisches.

Die Münchener Landesverirelertagung des Völ­kischen Blocks bat eine Entschließung über den Aus­schluß Essers und Streichers aus der Völkischen Partei gefaßt und für die Partei die neue Be­zeichnung: Der völkische Block, national­sozialistische Freiheitsbewegung Groß. Deutschland (Landesverband Bayern) ge- wählt. Alle zu dieser Organiianon nicht gehörigender Gruppen, wie die Großdeutsche Volksgemeinschaft, werden von der Partei nicht anerkannt.

Heber den neuen Führer der veutschnationalen,

den bisherigen preußischen Landtagsabgeordneten D r. Winckler, der an die Stelle des Herrn Dr. Hergt getreten ist, teilt die deutschnationale Presse mit, daß er zu den erfahrensten parlamentarischen Vorkämpfern der Rechten gerechnet werden müsse, der in allen ihren Teilen ein unbestrittenes An­sehen genieße. Dr. Winckler stammt aus der Be­amtenlaufbahn. Er ist 1856 in Frankfurt a. O. ge­boren, studierte Iura und war später Landrat. Seit 1893 vertrat er den Wahlkreis Zeitz als konserva­tiver Abgeorneter im Abgeordnetenhaus, seit 1900 ist er Generaldirektor der Landfeuersozietät des früheren Herzogstums Sachsen; feit 1915 Vor­sitzender der Generalsynode der Evangelischen Landeskirche. Diedeusch- nationale Presse hebt hervor, daß die Wahl auf einen Mann gefallen sei, der der gegenwärtigen Reichstagsfraktion nidjt angehört und an den Mei­nungsverschiedenheiten über die Stellungnahme zu den Dawesgesetzen infolgedessen nicht unmittelbar beteiligt gewesen sei. Niemand wisse von ihm, ob er, wenn er zur Mitentscheidung über diese

Dar unruhige Asien.

Verhafkungen in kalkuffa. Anarchistische Um­triebe in Indien.

Nach Meldungen aus Kalkutta zufolge find auf Befehl des Dizekönigs von Indien, Lord Rea­ding, dreißig hervorragende Persön­lichkeiten verhaftet worden. In Kalkutta selbst wurden hundert Häuser durchsucht und Korre­spondenzen beschlagnahmt; in der ganzen Provinz werden Nachforschungen durchgeführt und weitere Verhaftungen erwartet. Diese Maßnahmen seien infolge der Aufdeckung eines organisierten Kom­plotts notwendig geworden, um revolutionäre Ver­brechen in Bengal zu unterdrücken. Die g e f ä h r- liche anarchistische Bewegung sei schon tief eingewurzelt.

Der neue Chinesen-präsident.

Wtb Paris, 27. Oft (Tel.) DieChicago« Tribüne" meldet aus Tokio, in gut unterrich, feten Kreisen glaube man, daß Tuan-Chiho der kommende Ministerpräsident in China sein werde und daß die Marschälle Feng-Chung und Sun seine Ratgeber sein werden.

Wtb Paris, 27. Okt. (Tel.) DieChicago Tribüne" meldet aus Hongkong, daß Dr. Wel­lington 6 oo, der Minister der Auswärtigen Angelegenheiten und frühere Premierminister von China, von den Truppen des General Feng v e r- haflet wurde. Einer Depesche aus Peking zu­folge sollen auch noch andere politische Persönlich­keiten verhaftet worden fein.

Wtb London, 27. Okt. (Tel.) DieTimes" meldet, daß in Peking Ruhe herrsche. Besorg- nisse erweckten die Bemühungen Wu-Pei-Fns, von denen man annehme, daß er noch stark genug sein werde, um zu versuchen, die Kontrolle Pekings Wiederzugewinnen. Wu-Pei-Fu selbst sei in Tient­sin eingetrossen.

.OH ' Ml

Frage berufen gewesen wäre, zu den Ja- ober zu den Neinsagern gehört hätte. Seme nächste und vermutlich auch einzige Ausgabe wird, wie derVerl. Lokalanz." schreibt, darin bestehen, die unbedingt notwendige Geschlossenheit der Par­tei während des Wahlkampfes sicherzustellen.

DemoKraten-Cagung in München

Am Sonntag trat in München der Landes­ausschuß der deutsch-demokratischen Partei in Bayern zu einer Sitzung zusammen, zu der auch die beiden Reichsminister Geßler und Hamm sowie der Reichsminister a. D. Koch erschienen waren. Geßler vertrat die Anschauung, daß man die Deutschnationalen zur Verant­wortung in der Regierung zwingen müsse. Die demokratische Partei müsse die Poli­tik d e r Mitte weiterführen. Die deutsch-demo­kratische Partei in Bayern müsse der bürgerliche Block gegen den Partikularismus fein. Reichsminister a. D. Koch betonte, daß die Partei heute keine einseitige Derbraucherpolitik, sondern Produzentenpolitik, die zugleich die beste Verbraucherpolitik sei, treiben werde. Reichsmim- ster Hamm wies u. a. darauf hin, daß zwischen den Begriffen demokratisch und liberal sehr oft nur künstliche Gegensätze geschaffen würden. Das Er- gebnis der Sitzung wurde in zwei Resolutionen feftgelegt, in denen zum Ausdruck kommt, daß die deutsch-demokratische Partei die von der Reichs­tagsfraktion eit Jahren verfolgte Politik billigt. Der Landesausschuß dankt der Reichstagsfraktion dafür, daß sie nicht die Hand zur Sabbotierung ihrer Politik durch den Eintritt der Deutsch-Natio­nalen in die Regierung geboten habe. Der Lan­desausschuß habe aus den Darlegungen Geßlers mit Genugtuung entnommen, daß keine grundsätz­lichen Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und der deutichdemokratischen Partei bestehen und dankt ihm, wie auch dem Reichsminister Hamm und dem Abg. Sparrer dafür, daß sie t r o tz a b w eiche n- der Meinung in der Frage der Taktik der Partei die Treue gehalten haben.

Die preußische Zentrumssraktrou war nach dem Abschluß der Landtagsfitzungen nochmals zusammengekommen. Bei dieser konnte Präsident Dr. P o r s ch mit Stolz auf die E i n t g leit verweisen, in welcher die Fraktion fast vier Jahre lang zusammenarbeitete. Gerade Präsident Dr/ Porsch konnte als Schüler und Zeitgenosse Windthorsts mit Fug und Recht feststellen, daß die Preußische Zentrumsfraktion die T r a ditionen Windthorsts st et s h o ch geh al­ten habe. Der seit Jahrzehnten Schulter an Schul­ter mit Porsch kämpfende Abgeordnete Herold konnte das bestätigen und er hatte ein Recht dazu, sich gegen das Gerede von einem rech- ten und einem linken Flügel im Zen­trum zu wehren. Zentrumspolitik ist Politik der Mitte, ist Politik des Ausgleichs. Auch Herold bestätigte, daß die Traditionen Wlndt- horsts heute im Zentrum noch m genau derselben Weise tätig seien, wie zu Lebzelten die es großen Führers. Sehr bemerkenswert war die Feststel­lung des Abg. Herold, daß das Zentrum schon m der Vorkriegszeit für ein grauen ro ahl- eckt eingetreten, damals aber von allen Parteier verlassen worden sei. Der Abgeordnete Gr o. nowski konnte unter einhelligem Beifall der Versammelten den Führern Porsch und Herold bni Vertrauen aller preußischen Zentrumsabgeork i aussprechen mit dem Danke für ihre, der Puc.U und dem üßoierlarth» aelsiltat» Arbeit,